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Full text of "Veröffentlichungen aus der Papyrussammlung der K. Hof- und Staatsbibliothek zu München. I, Byzantinische Papyri in der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek zu München"

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Veröffentlichungen aus der papyrussammlung der K. Hof- und Staatsbibliothek 
zu München 

Bayerische Staatsbibliothek. 

Leipzig [etc.] B.G. Teubner, 1914- 

http://hdl. handle.net/2027/mdp.39015010705187 


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Public Domain in the United States, 
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DRÜCK UND VERLAG VON B.G.TEÜBNER LEIPZIG BERLIN 1914 


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VERÖFFENTLICHUNGEN AUS 
DER PAPYRUS-SAMMLUNG 

DER K. HOF- UND STAATSBIBLIOTHEK 
ZU MÜNCHEN 

I: BYZANTINISCHE PAPYBI 


MIT XXXVII TAFELN IN LICHTDRUCK 


DRUCK UND VERLAG VON B.G.TEUBNER LEIPZIG BERLIN 1914 



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BYZANTINISCHE PAPYRI 

IN DER K. HOF- UND STAATSBIBLIOTHEK 

ZU MÜNCHEN 

MIT UNTERSTÜTZUNG 

DER K. BAYERISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 
HERAUSGEGEBEN VON 

AUGUST HEISENBERG UND LEOPOLD WENGER 


MIT XXXVII TAFELN IN LICHTDRUCK 


DRUCK UND VERLAG VON B.G. TEUBNER • LEIPZIG • BERLIN 1914 


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Original frorri 

UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



ALLE RÄCHTE, EINSCHLIESSLICH DES ÜRBRSETZ1JNG8RRCHT8, VORBEHALTEN 


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DEM ANDENKEN AN 

KARL KRUMBACHER 

GEWIDMET 


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VORWORT. 

.Ehe wir dieses erste Heft der Veröffentlichungen ans der Papyrussammlung der 
K. Hof- und Staatsbibliothek zu München aus der Hand geben, obliegt uns eine an¬ 
genehme Pflicht der Danksagung für viele uns zuteil gewordene Unterstützung. 

^ Verehrungsvollen Dank schulden wir der Königlich Bayerischen Aka¬ 
demie 4er Wissenschaften, die aus den Zinsen der Savigny-Stiftung und des 
Thereianosfonds so bedeutende Summen zur Verfügung gestellt hat, daß die Bei¬ 
gabe von XXXVII Tafeln in Doppellichtdruck ermöglicht worden ist. Herzlicher 
Dank gebührt sodann dem Direktor der K. Hof- und Staatsbibliothek Herrn 
Schnorr von Carolsfeld und Herrn Oberbibliothekar Leidinger für bereit¬ 
willige und unausgesetzte Unterstützung aller Art bei der Benutzung der Originale 
und der ganzen Arbeit der Herausgabe. 

Kenyon und Bell halfen durch liebenswürdige Mitteilung des Inhalts der Samm¬ 
lung zugehöriger Syenetexte im British Museum. Ihnen sprechen wir hierfür und 
für die freundliche Erlaubnis der Einsicht in diese Urkunden, die dem einen Heraus¬ 
geber bereitwilligst zuteil wurde, den wärmsten Dank aus. Bell hat außerdem die 
Güte gehabt, die Fahnen mitzulesen, und hat dabei namentlich aus den Syenepapyri 
in London (vgl. Klio XIH, 160—174) manche wertvolle Beisteuer geleistet. Wilcken, 
der stets hilfsbereite Förderer aller papyrologischen Arbeiten, hat auch an dieser 
durch Mitlesen der Fahnen seinen Anteil genommen. Was gelegentlich andere Fach¬ 
genossen zu Lesung und Kommentar beigesteuert haben, ist an den einzelnen Stellen 
vermerkt. Der Verlag B. G. Teubner hat die Arbeit in jeder Weise gefördert, die 
Tafeln sind aus der Kunstanstalt von J. B. Obernetter in München hervorgegangen. 

In die Arbeit haben wir uns in der Weise geteilt, daß die Transkriptionen und 
Übersetzungen sowie Index IX auf gemeinsamer Arbeit beruhen, während Einleitung H 
des Heftes, dann die paläographischen und sprachlichen Vorbemerkungen zu den ein¬ 
zelnen Urkunden und der kritische Apparat von Heisenberg, Einleitung I des Heftes, 
die sachlichen Vorbemerkungen und der rechtshistorische Kommentar (Einzelbemer¬ 
kungen) zu den Papyri, endlich die Indices I—VIH von Wenger herrühren. Den 
griechischen Wortindex X hat Herr E. von Druffel verfaßt, wofür ihm auch an dieser 
Stelle bestens gedankt sei. Ein eigener Index für Abkürzungen und Siglen schien un¬ 
nötig, da hierfür wenig Bemerkenswertes zu verzeichnen war; zur Auflösung von Ab¬ 
breviaturen sei nur auf ßt%(aQiav6s) P . 8, 47 und von Siglen auf das Zeichen ■)> • 
P. 4, 21 und 5 Verso 2 verwiesen. Auch ein besonderer grammatischer Index war 
neben dem Wortindex und dem in der Einleitung S. 16 ff. Gesagten überflüssig. 

Die juristischen Vorbemerkungen zu den einzelnen Urkunden machten einige 
Wiederholungen dessen, was in der Einleitung H zusammenfassend gesagt ist, not¬ 
wendig. Es wurde dabei aber, wie der Leser bemerken wird, stets das dort zurück¬ 
gestellte speziell juristisch Bedeutsame der einzelnen Urkunde, die damit aus dem 
Rahmen der Familienpapiere ja heraustritt, in den Vordergrund gerückt. 

München, Oktober 1913. A. HEISENBERG. L. WENGER. 


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INHALTSÜBERSICHT. 


Vorwort.VH 

Konkordanztabelle. IX 

Zeichenerklärung. X 

Einleitung. 1 


URKUNDEN. 


Nr. 1. Vergleich (Tafeln I. H) . 

Syene. . . 

11. März 674 .. . 

20 

Nr. 2. Eintragung eines Rekruten in die Matrikel (Taf.IH) 

Elephantine 

.... 678 . . . 

40 

Nr. 8. Ende eines Schuldscheins (Tafel XI a) . 

Syene . . . . 

6. März 680 .. . 

46 

Nr. 4 und 6 Verso. Verkaufserklärung über ein Ploion 

(Tafeln IV. V. VIb). 

Syene. . . 

. . . 681 .. . 

49 

Nr. 6 Rekto. Notiz über Geldschuld (Tafel Via) . . . 

Syene (?) . . 

Ende 6. Jhd. . . . 

60 

Nr. 6. Zivilurteil (Tafeln VII — X) . 

Syene (?) . . 

7. Juni(?) 688. . . 

60 

Nr. 7. Vergleich (Tafeln Xlb. XH-XIV) . 

Antinooupolis 23. Juni 688 . . . 

78 

Nr. 8. Schenkung auf den Todesfall (Tafeln XV. XVI a) 

Syene. . . 

Ende 6. Jhd. . . . 

91 

Nr. 9. Verkaufserklärung über Hausteile (Taf. XVII—XX) 

Syene . . . 

30. Mai 686 . 

108 

Nr. 10. Zession (Tafel XXI) . 

Syene. . . 

28. Januar 686 . . 

114 

Nr. 11. Verkaufserklärung über Hausteile (Tafeln XXII 

-XXV) . 

Syene . . . . 

7. Oktober 686 . . 

118 

Nr. 12. Verkaufserklärung über Hausteile (Tafeln XXVI. 

xxvn) . 

Syene. . . . 

690/91 . 

128 

Nr. 18. Verkaufserklärung über einen Hofteil (Tafeln 

XXVIH — XXX). 

Syene. . . 

18. Januar 694 . . 

137 

Nr. 14. Vergleich (Tafeln XXXI—XXXVa) . 

Syene . . . 

16. Februar 694. . 

149 

Nr. 16. Fragment einer Verkaufserklärung über Grund- 

stücksteile (Tafel XVI b) . 

Syene. . . 

Ende 6. Jhd. . . . 

166 

Nr. 16. Verkaufserklärung über einen Hof und Bestellung 

einer servitns oneris ferendi (Taf. XXXV b. XXXVI) 

Syene . . . . 

Ende 6. Jhd. . . . 

168 

Nr. 17. Fragment (Tafel XXXVII a) . 



174 

Nr. 18. Fragmente (Tafel XXXVII b) . 



174 

INDICES. 

I. Juristischer Sachindex . 



177 

1. Deutsch-lateinischer Sachindex . 



177 

2. Griechischer Sachindex . 



178 

H. Quellenindex . 



180 

1. Papyri . 



180 

2. Autoren und Gesetze . 



181 


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Inhaltsübersicht 


IX 


IH. Chronologisches (Kaiser. Kaiserinnen. Daten. Regierungsjahre. Konsulate. Indiktionen) 182 


IV. Geographisches und Topographisches .184 

1. Geographisches .184 

2. Topographisches.*.184 

V. Beamten- und Militärwesen.184 

VI. Christliches.186 

VH Maße. Geld .186 

1. Maße.186 

2. Geld.186 

VIII. Transkriptionen lateinischer Wörter .186 

IX. Personennamen.187 

X. Griechischer Wortindex .191 


KONKORDANZTABELLE DER TRANSKRIBIERTEN MÜNCHENER UND 
LONDONER INVENTAR-NUMMERN. 


Mon. Inv.-Nr. 96 

= 

Nr. 1 

dieser Ausgabe 

Mon. Inv.-Nr. 109 

= Nr. 3 dieser Ausgabe 

n 

97 

=» 

ii 7 

ii 

ii 

ii ii 

110a 

= ii 16 „ ii 

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98 


,i 9 

ii 

ii 

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110b 

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99 

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ii 

ii 

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** n 6R. „ ii 

ii ii 

100 

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,i 11 

ii 

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= ii 6V. 

ii ii 

101 

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ii 

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112 

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ii ii 

102 

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ii 

ii 

n ii 

113 

(ein leeres Papyrusblatt) 

ii it 

108 

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ii 

ii 




ii ii 

104 

= 

i, 12 

ii 

ii 

Lond. Inv.-Nr. 1799 

= S. 47 f. dieser Ausgabe 

ii n 

106 

= 

ii 2 

ii 

ii 

ii ii 

1803 a 

Ä ii 60 „ „ 

n n 

106 

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ii 

ii 

n n 

1807 

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ii ii 

107 

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,i 16 

ii 

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ii ii 

1816 

— ii 92 ii ,, 

ii u 

108 

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1819a 

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Münchener Papyri. I b 


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ZEICHENERKLÄRUNG. 

. . . unter den Buchstaben bedeuten unsichere Lesung. 

-unter den Buchstaben bedeuten sichere Lesung teilweise verstümmelter Buchstaben. 

Dabei sind aber natürlich nicht auch alle unbedeutenden Verletzungen eines Buchstabens 
berücksichtigt. 

[ ] bedeutet eine Lücke im Original. 

( ) bedeutet Auflösung einer Abkürzung im Original. 

< y bedeutet Einschiebung von den im Original fehlenden Buchstaben. 

{ } bedeutet im Original überflüssig stehende Buchstaben oder Worte, die der Schreiber ver¬ 
sehentlich gesetzt hat. 

In der Betonung ägyptischer Wörter folgten wir den Vorschlägen Wilckens, Grundlage S. Lin f. 
Unsicher gelesene Eigennamen sind nicht akzentuiert. Soweit es sich um Namen aus der 
byzantinischen Zeit handelt, ist in der Übersetzung die historische Orthographie beibehalten, 
wie es in der byzantinischen Philologie jetzt allgemein anerkannter Grundsatz geworden ist. 


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EINLEITUNG. 

I. DIE PAPYRUSSAMMLUNG DER KGL. BAYERISCHEN HOF- UND 
STAATSBIBLIOTHEK. 

Über diese Sammlung hat zuerst Wilcken im Archiv für Papyrusforsctiung I 
S. 468—491 Bericht erstattet. Die Sammlung ist seitdem dank dem energischen 
Interesse, das ihr von ihrem Begründer, Direktor Geheimrat v. Laubmann, und dessen 
Nachfolger, dem gegenwärtigen Direktor der Hof- und Staatsbibliothek, Dr. Schnorr 
v. Carolsfeld, zuteil ward, stark angewachsen und besteht zurzeit aus drei Gruppen 
von Papyri. 

Die erste Gruppe macht den Grundstock aus und enthält jene Papyri, über die 
Wilcken a. a. 0. berichtet hat. Neben einigen literarischen Texten sind es eine mannig¬ 
faltige Reihe von Urkunden, über deren Inhalt der Überblick bei Wilcken S. 479 f. 
orientiert. Publiziert sind hieryon eine ägyptische Königstitulatur in griechischer 
Übersetzung und ein Ehevertrag aus dem 2. Jahrhundert (Wilcken a. a. 0. S. 480 ff. 
484 ff.). Das Ehevertragsfragment hat Wilcken mit einem Genfer und einem Oxforder 
Fragment glücklich kombiniert und so den P. Arch. HI S. 387 zusammenbringen 
können. In Wilckens Chrestomathie ist ferner von den Stücken dieser Gruppe Inv- 
Nr. 20 , die Quittung über ein Fünftagewerk (itsvfhjiisQog), 145 n. Chr., Faijüm, als 
Nr. 388, und Inv.-Nr. 60 unter der Überschrift „der impslrjxiis aCxov ’AXs^avdQsCag 
empfangt eine Bürgschaft, 390 n. Chr., Herrnopolis“ als Nr. 434 veröffentlicht, end¬ 
lich ist in Wilckens Grundzügen S. 414 N. 2 auf Inv.-Nr. 56, einen Erlaß an den 
Exaktor und die wxxoöxQatriyoi und die x£cpaXca[coTa£] hingewiesen. Zwei nicht¬ 
juristische (astrologische) Texte, einen auf Pergament, einen auf Papyrus, hat Boll 
anschließend an Wilckens ersten Bericht veröffentlicht (Arch. I S. 492—501). 

Eine zweite Gruppe der Sammlung machen die Syene-Papyri aus, die im vor¬ 
liegenden Hefte veröffentlicht werden. Über diese Texte habe ich bereits in einem Vor¬ 
berichte gehandelt, der in den Site.-Ber. Bay e r. Äkad. 1911, 8. Abh. erschienen ist. 
Dort sind auch einige Textproben gegeben, doch ist nur Inv.-Nr. 105 (Nr. 2) fast voll¬ 
ständig publiziert und danach in Wilckens Chrestomathie unter Nr. 470 aufgenommen 
worden. Außerdem habe ich noch Inv.-Nr. 108 (Nr. 8) in der Zeitschr. der Savigny- 
SHft ., Romanist. Abt. XXXH (1911) S. 325—337, veröffentlicht und besprochen und 
endlich in der Jubüäumsnummer der Z. für das Notariat in Bayern (1912), N. F. XHI, 

HAachener Papyri I. 1 


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2 


Einleitung 


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S. 201—207 einen Teil von Inv.-Nr. 98 (Nr. 9) als Probe einer Kaufurkunde aus dem 
Altertum mit Übersetzung wiedergegeben. 

Die Texte sind, wie Vorbericht S. 4f., auf den für einige nähere Daten verwiesen 
sei, mitgeteilt wurde, von F. Zucker in Kairo Ende 1908 von den Antikenhändlern 
Abdennur ßabrial aus Qene und Hamid Hamid aus Edfu erworben worden, wobei 
Professor Borchardt die eigentlich abschließenden Ankaufsverhandlungen führte. Zucker 
hatte indes die Papyri bereits Anfang August 1907 bei den Händlern Girgis und Ab¬ 
dennur Rabrial in Qene besichtigt, doch waren für den Ankauf damals noch keine 
Mittel vorhanden gewesen. Krumbacher, dessen Andenken wir nur mehr das Heft 
widmen können, hat den Erwerb aufs wärmste gefordert. 

Zeigt schon der Inhalt der Texte, daß sie aus der Gegend von Syene-Elephantine 
stammen müssen, so wird dieser Schluß durch einige Notizen bestätigt, die ich dem 
Buche von Robert de Rustafjaell, The Light of Egypt (1909), entnehme. Unsere Papyri 
bilden nämlich nur einen Teil einer größeren Gruppe spätbyzantinischer Texte, die 
1907/8 in den Handel kamen. Eine Anzahl dieser teilweise zusammengehörigen 
Texte griechischer, koptischer und nubischer Papyri sind dann von Rustafjaell er¬ 
worben worden und 1907 in den Besitz des British Museum gekommen. Rustafjaell 
erzählt S. 3, daß er die Papyri zusammen mit anderen Manuskripten in Oberägypten 
im Februar 1907 erworben habe, und daß als Fundort für die Papyri schließlich „the 
Elephantine Island at Assuan" angegeben worden sei. Auch kam heraus, daß schon 
früher Teile des Fundes in andere Hände veräußert worden waren. Von den englischen 
Syene-Papyri ist einer, P. Land. Inv.-Nr. 1800, mit verkleinertem Faksimile im ge¬ 
nannten Buche (S. 87 f. und PI. XXXV1H), ein anderer P. Lond . Inv.-Nr. 1790 mit 
Faksimile in New Pal. Soc. VI (1908) (PI. 128) veröffentlicht worden. Über den ganzen 
Bestand berichtet jetzt eingehend Bell, Klio XIII, 160—174. Diese Texte werden im 
fünften Band der Londoner Papyri veröffentlicht werden. 

Unsere Veröffentlichung enthält sämtliche Münchner Stücke der zweiten Gruppe 
mit Ausnahme eines kleinen Papyrus, einer koptischen Schuldurkunde oder Quittung, 
die zur Veröffentlichung an anderer Stelle bestimmt wurde und bei den koptischen 
Texten der Bibliothek inventarisiert ist. 

Weitere Publikationen sollen die Texte der erstgenannten Gruppe griechischer 
Papyri und dann die stets zuwachsenden neuen Urkunden der dritten Gruppe bringen, 
die der Bibliothek seit ihrem Beitritte zum Deutschen Papyruskartell zufallen. 

II. DIE SYENE-PAPYEI. 

1. DIE ABFASSUNGSZEIT DER URKUNDEN. 

Für die Reihenfolge der Urkunden in unserer Ausgabe mußte naturgemäß vor allem 
die Abfassungszeit maßgebend sein. Leider aber ist bei etwa der Hälfte der Stücke 
der Anfang mit der Datierung verloren gegangen, so daß sich bei mehreren nur eine 
ungefähre Zeitangabe gewinnen läßt, einige überhaupt nicht datiert werden können. 


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1. Die Abfassungszeit der Urkunden 


3 


Folgende sieben Urkunden sind mit vollständiger Datierung erhalten: 

1 vom 11. März 574 11 vom 7. Oktober 686 

7 „ 23. Juni 583 13 „ 18. Januar 594 

9 „ 30. Mai 585 14 „ 15. Februar 594. 

10 „ 28. Januar 586 

P. 3 ist die Hälfte einer Urkunde, deren erster Teil in London als Inv.-Nr. 1799 
aufbewahrt wird. Dort ist das Datum erhalten, 6. März 580. 

Das Jahr wenigstens ist auch für P. 4 angegeben. Nach Z. 6 ist die Urkunde 
unter der Regierung des Kaisers Tiberios verfaßt worden. Wenn daher in dem An¬ 
fang des Textes, der im British Museum die Inv.-Nr. 1803a trägt, das siebente Regie¬ 
rungsjahr des Kaisers und das dritte seines Postkonsulates genannt werden, so ergibt 
sich, da Tiberios am 7. September 574 zum Cäsar und Mitregenten ernannt wurde 1 2 * * * ), 
die Zeit vom 1. Januar bis 6. September 581; das Fehlen der Indiktion gestattet keine 
engere Abgrenzung. 

P. 2, die Urkunde, durch welche die Priores des Numerus von Elephantine dem 
Tiro Patermouthis erklären, ihn in die Matrikel eintragen zu wollen, ist datiert aus 
dem 13. Jahr des Kaisers Justinos IL «=» 4. November 577 bis zum Todestage, 26. Sep¬ 
tember 578, und dem 4. Jahre des Cäsars Tiberios = 7. September 577 bis 6. Sep¬ 
tember 578. Da außerdem Z. 8 die 12. Indiktion angegeben ist, so läßt sich die Ab¬ 
fassungszeit der Urkunde ungefähr auf die Monate von Ende Mai bis Anfang Sep¬ 
tember 578 bestimmen. 

P. 12 stammt aus der Zeit des Kaisers Maurikios, bei dem Z. 47 der Eid geleistet 
wird. Daß die Urkunde jünger ist als die vom 7. Oktober 586 datierte P. 11, lehrt 
der Inhalt: Fl. Kyriakos verkauft an das Ehepaar Patermouthis und Kako dieselben 
Hausanteile, die er nach P. 11 von Aur. Tapia erworben hatte. Der Anfang von P. 12 
ist abgebrochen. Wäre in der ersten teilweise erhaltenen Zeile der Lesung [fjrovg 
b[v]cct[ov\ richtig, was wenigstens sehr wahrscheinlich ist, so würde die Urkunde der 
Zeit vom 13. August 590 bis 12. August 591 zuzuweisen sein.*) 

Ungefähr läßt sich auch P. 6 datieren, dessen Anfang bis auf einige Fragmente, 
die das British Museum besitzt, verloren gegangen ist. Er enthält das Schiedsurteil 
des Markos in einem Streit, den Johannes, Soldat im Numerus von Syene, mit seiner 
Mutter Tapia um den Nachlaß seines Vaters Jakobos führt. Dieser starb vor dem 
23. Juni 583, dem Datum von P. 7 , einer Dialysis zwischen Johannes und seinem 
Schwager Patermouthis über gewisse Teile des Nachlasses. Übrigens ist seit dem 
Todesfall schon einige Zeit verstrichen 8 ), die eigentliche Teilung der Hauptmasse der 
Erbschaft ist bereits vollzogen; P. 6 selbst lehrt ferner, daß inzwischen schon allerlei 


1) Vgl. Chronicon paschale ed. Bonn. I 689, 6 ff. 

2) Nach Chronic, peuch, ed. Bonn. 1 690, 7 ff. wurde Maurikios am 5. August 682 Cäsar, am 

18. August zum Kaiser gekrönt. 

8) VgL unten S. 7. 

1 * 


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4 


Einleitung 


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unerquickliche Streitigkeiten zwischen den Verwandten vorausgegangen sind. So wird 
man mit einiger Wahrscheinlichkeit diese Urkunde ebenfalls dem Jahre 583 zuweisen. 
Diese Datierung wird durch das mittlerweile gelesene Fragmentchen Land. Inv.- 
Nr. 1807 a bestätigt, welches das Datum, den 7. Juni(?) 583, ergibt. 1 2 ) 

Nicht wenige Schwierigkeiten bietet der unvollständig erhaltene P. 8. Eine nicht 
weiter bekannte Aur. Maria Diou ernennt eine Person, deren Namen wir nicht kennen, 
wahrscheinlich ihre Tochter, zu ihrem mötixög. Sie soll nach dem Tode der Maria 
für ihre Totenfeier sorgen und dafür die Hälfte von je einer xskka, einem övyjtööiov 
über derselben und eines dijg im vierten Stockwerk ihres Hauses zum Geschenk er¬ 
halten. Die andere Hälfte gehört dem Manne der Maria, und auch daran soll der be¬ 
schenkten Person das Erbrecht unverkürzt bleiben. Alle Häuser und Hausanteile, 
die in den Urkunden unserer Sammlung Vorkommen, sind, wie später noch deutlicher 
werden wird, schließlich in den Besitz des Ehepaares Patermouthis und Kako über¬ 
gegangen. Wenn daher, was sich freilich nicht beweisen läßt, aber auch nicht aus¬ 
geschlossen ist, dieses xtlUov und das darüber liegende Symposion identisch sind 
mit den gleichnamigen Hausteilen, die nach Lond. 1797 Tsone an Patermouthis und 
Kako schon in den Jahren 578—582 verkaufte, so würden wir P.8 einer früheren 
Zeit zuweisen müssen. 

P. 15 und P. 16 haben den Anfang mit der Datierung verloren, von P. 15 ist 
kaum mehr als das letzte Drittel erhalten. In P. 16 verkauft Aur. Dios an eine Mehr¬ 
zahl von Personen eine avkrj, in P. 15 Aur. Thelporine an einen uns unbekannten 
Käufer ein xekklov und die daranstoßende avkij. Obwohl in P. 15 die Beschreibung 
der Kaufobjekte nicht erhalten ist, besteht doch über die enge Beziehung beider Ur¬ 
kunden kein Zweifel Denn der Wortlaut von P.15 stimmt von Anfang bis zum Be¬ 
ginn der Unterschriften durchaus mit P. 16, 23 ff. Überein. Es kommen, von zwei 
gleich zu behandelnden Stellen abgesehen, nur diejenigen Abweichungen im Wort¬ 
laut vor, welche die Verschiedenheit der vertragschließenden Personen und die nicht 
völlige Gleichheit der Verkaufsobjekte notwendig machte. Das erklärt sich nicht ge¬ 
nügend aus der Tatsache, daß beide Urkunden von dem gleichen Aussteller verfaßt 
sind. Denn der Presbyter Phosphorios war kein berufsmäßiger Notar, aber auch in 
den Notariatskanzleien wurde, wie die verschiedenen von Markos Apa Diou ausge¬ 
stellten Urkunden beweisen, selbst in gleichartigen Urkunden nicht immer das gleiche 
genau formulierte Schema befolgt. Beachtung verdient auch, daß zwei sprachliche 
Besonderheiten x qötcg) d iäv afpf/ (ccfQTjö&s) statt äv P.15,7 und P. 16, 30 ff. und 
itp 9 vTtoyQaqtfjg statt fied' 1 vxoypaqprjg P.15, 13 und P. 16,39 sich wiederholen.*) Wir 
müssen also annehmen, daß zwischen P. 15 und P. 16 das gleiche Verhältnis besteht 
wie zwischen P. 11 und P. 12, daß die eine nach der Vorlage der anderen angefertigt, 
d. h. im wesentlichen kopiert worden ist. Dann aber ist die in P. 15 genannte ccvkrj 


1) S. unten Einl. zu P. 6. 

2) Jede für sich läßt sich freilich in den Urkunden dieser Zeit nicht selten nachweisen. 


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1. Die AbfaBBungszeit der Urkunden 


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identisch mit der von P. 16, deren Lage an der Straße xf\g nagB^ißoXrjg {froi öxvxicov 
ausführlich beschrieben wird. 

Die Abfassungszeit der beiden Urkunden laßt sich nicht bestimmen, die Priori- 
tatsfrage aber kann entschieden werden. In P. 15, 12ff. lautet die Übergabe: i^sdöfirjv 
u[ot xrjvds xr)v itg\ä6iv xvgCav ov6av xal ßeßalav ngbg cctJcpaleiav iq? v7toygaqrf[g 
xov vitlg ifiov [vitoygdq)ov]tog , in P. 16, 39 f. i^sdö^qv v[ilv xtfvÖB xrfv iCQüaiv xv¬ 
gCav ovöav xal ßsßalav iq> 'bitoygaqrijg xov vithg &[wv vTtoygaqovxog itgog d<fq>d- 
teiav. In P 16 ist die Stellung der Worte xgog döqdXeiav falsch, in P 15 richtig, 
vgl. z. B. P 9, 87. 11, 65. 13, 65. Das spricht für die Priorität von P 15, denn es 
ist wahrscheinlicher, daß der Kopist die fraglichen Worte zunächst übersah und 
dann nachträglich einfügte als daß er, der sonst keine Kritik an Fehlem übt, hier 
seine Vorlage verbessert hätte. Ausschlaggebend ist die zweite Differenz. Aur. Tel- 
porine verkauft in P 15 außer der avXrj auch noch ein darangrenzendes xeXXCov. Von 
diesem ist in P 16 nicht die Rede, dafür aber wird außer der avXrj den Käufern auch 
das Recht übertragen, die mit dem Hause des Verkäufers gemeinsame Mauer zu benutzen. 
Die entscheidenden Worte lauten in P. 15, 7 ff: imxBXslv xä negl atix&v xgbitm <p iäv 
aCgfj dxtoXvtcjg [xal dvsfinoöCöxcjg] xal iyxaXsiv 6oi (itjx SyxaXiäsiv xxX. Das ist 
die Formel ohne Bruch und Lücke, wie sie in anderen Urkunden mit geringen Varianten 
regelmäßig wiederkehrt. In P 16, 30ff. liest man dagegen: imxsXelv xä vtsgl avxrj g 
xgösap S) iäv algjjö&B dxmX'vxmg xal dvBfinodCöxcog xal xgifäBö&ai xoiv&g xgo- 
ÖsdrjXovfidvtp xol%<p xal ftstvai sig avxov doxotig xal xapag&Oai xal im- 
xbXbIv xä nBgl avxm (1. atixov) x gÖ 7 t<p m iäv algrj O&b dxcoXvxoog xal (i % iyxa- 
Xstv vptv firft’ iyxaXiöBLV. Die Wiederholung von xgöjttp *5 iäv aigrjö&e und beson¬ 
ders von dxcoXvxcog ohne seine übliche Ergänzung xal ävBunoMdxag macht es zweifel¬ 
los, daß die Worte xal %gij£B6&ai — dxcoXmog eine nachträgliche Einfügung in den 
Wortlaut der Vorlage sind. 

Es liegt nahe, in den Käufern von P. 16 Patermouthis und seine Frau Kako zu 
vermuten, denen bei dem Kauf auch die Urkunde 15 wie üblich ausgefolgt worden 
wäre. Allein das bleibt unsicher. Jedenfalls müssen noch mehrere Zwischenglieder 
zwischen P. 15 und P 16 angenommen werden; denn Aur. Dios Patechnoumiou, der 
nach 16, 10 ff. die avXtj von einer ganzen Reihe von Eigentümern erworben hatte, ist 
nicht der Käufer von P. 15. Unsere Urkunden verteilen sich aber auch, wie Lond. 
1793 und 1788 verraten, auf die Zeit von mehr als einem halben Jahrhundert. Der 
Kaufpreis beträgt in beiden Fällen zwei vopCOfiaxa, obwohl in P. 15 das xsXXlov 
nicht mitverkaufb wird. Also ist inzwischen in Syene der Wert der Immobilien ge¬ 
stiegen, oder Aur. Dios Patechnoumiou hat das Recht, seine Mauer zu benutzen, sehr 
hoch angeschlagen. 

Die Notizen von P. 5 lassen wie die Fragmente P. 17 und P 18 vorläufig keine 
Datierung zu. 


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6 


Einleitung 


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2 . DIE PARTEIEN DER URKUNDEN. 

Die Urkunden fahren uns nach Syene. In der ältesten P. 1 lernen wir die Fa¬ 
milie eines Schiffers Dios kennen, der auch Pasaraei genannt wird. Er selbst ist ver¬ 
storben, seine Witwe Tlou hat seine Hinterlassenschaft ah die Kinder ausgefolgt, 
drei Brüder namens Aurelios Viktor, Aurelios Paeion und Aurelios Jakobos und eine 
Schwester Aurelia Tsia, die mit Hatres verheiratet ist. Der jüngste der Brüder, Ja¬ 
kobos, ist Schiffer wie sein Vater und hat ihm schon im Geschäft geholfen, ehe er noch 
völlig erwachsen war. Daraus schöpfen die übrigen Geschwister den Verdacht, er 
habe sich aus dem Erbe des Vaters mancherlei zu ihrem Schaden angeeignet. Schlie߬ 
lich wenden sie sich unter Zustimmung ihrer Mutter Tlou an das Offizierkollegium 
des Numerus von Syene, das einen Vergleich vom 11. März 574, den P. 1 beurkun¬ 
det, unter den Parteien veranlaßt. Jakobos muß ein Nomisma herausgeben, das der 
Vater vor Zeiten für ihn in Militärangelegenheiten gezahlt hatte 1 ); im übrigen be¬ 
hält jede Partei, was ihr schon aus der Erbschaft des Vaters zugefallen war. 

Von dieser Familie des Dios-Pasaraei erfahren wir nur noch eines. Die Witwe 
Tlou hatte mit ihren drei Söhnen einen Vertrag geschlossen, wonach sie ihnen ge¬ 
wisse Vermögensteile zusichert gegen die Verpflichtung, sie bis zu ihrem Tode zu 
unterhalten; die an Hatres verheiratete Tochter Tsia scheint an diesem Vertrage nicht 
beteiligt gewesen zu sein. 2 3 ) Als ihr Sohn Jakobos starb, ging die Unterhaltspflicht 
samt dem Anspruch auf einen Hausanteil auf dessen Kinder Johannes und Kako über. 
Im Jahre 585 war Tlou noch am Leben. 8 ) 

Jakobos, der auch Jakybis genannt wird 4 ) und außerdem den Namen seines 
Vaters Pasaraei führt 5 ), übte das Gewerbe eines Schiffers auB; über seine Zugehörig¬ 
keit zum SoldatenBtande wissen wir nichts Bestimmtes. 6 ) Zur Zeit jenes Erbstreites, 
im Jahre 574, war er längst kein Knabe mehr. Er hatte etwa Anfang der sechziger 
Jahre eine geschiedene Frau namens Tapia geheiratet, die Tochter des Tsios und 
der Mariam. Aus ihrer ersten Ehe mit Menas stammte eine Tochter, namens Tsone. 
Tapia hatte, als sie sich bald nach der Geburt des Kindes von Menas scheiden ließ, 
die Verpflichtung übernommen, für dasselbe zu sorgen, und dafür vier Nomismata 
von Menas bekommen. Aber sie heiratete bald darauf, wie es scheint, Jakobos und 
kümmerte sich nicht weiter um die kleine Tsone. Wer sie erzog, erfahren wir nicht. 
Sie ging später in ein Kloster und strengte im Jahre 585 einen Prozeß gegen ihre 
Mutter auf Herausgabe der vier Nomismata an. Daß sie den Prozeß gewann und das 
Geld bekam, bezeugt ihre uns erhaltene Quittung. 7 ) 

Aus der Ehe des Jakobos und der Tapia gingen zwei Kinder hervor, Johannes 
und Kako. Sie waren beide erwachsen, als Jakobos starb, Kako war schon verheiratet. 

1) Vgl. unten zu P. l y 64. 

2) P. Lond. Inv. 1790 t ed. New Palaeographical Society Facsimiles VI Nr. 128. 

3) Der P. Lond. Inv. 1790 ist vom 22. Aug. 686 datiert 

4) So stets in P. 7. 6) P. 13, 8. 6) Vgl. Anm. zu P. 1, 64. 7) P Lond. Inv. 1800. 


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2. Die Parteien der Urknnden 


7 


Wir hören von zwei Rechtsgeschäften, die Jakobos abgeschlossen hat. Von 
einem Mönch Johannes Patechnoumiou hat er mehrere Hausteile erworben 1 ), mit 
seinen Brüdern Viktor und Paeion zusammen hat er vertraglich die Verpflichtung 
übernommen, seine Mutter Tlou bis an ihr Lebensende zu unterhalten; dafür ist ihm 
ein bestimmter Hausanteil zugesichert worden. 2 ) Das Todesjahr des Jakobos steht 
nicht fest Daß er vor dem 23. Juni 583 starb, beweist P 7, die Dialysis zwischen 
seinen Kindern um den Nachlaß, die dieses Datum trägt. Wahrscheinlich ist sein 
Tod nicht viel früher anzusetzen, denn im P. Lond. 1787, der vom 12. März 584 
datiert ist, liest man, daß der erwähnte Kauf von ein paar Hausanteilen „vor we¬ 
nigen Tagen" stattgefunden hatte. Wie dehnbar übrigens diese Wendung in den Ur¬ 
kunden jener Zeit ist, zeigt P. Lond. 1790 vom 22. Aug. 585, wo man ebenfalls liest, 
7t qo öXiycov fjpsQ&v xiXsi xov ßCov £%q^<5o.to 6 ifiog TtccxijQ ’laxcbß. Solche Aus¬ 
drücke gehen von einer Urkunde in die andere über, sind also für chronologische 
Bestimmungen nur mit Vorsicht zu verwerten. 

Um den Nachlaß des Jakobos, der bei seinen Nachbarn als wohlhabender Mann 
gegolten hatte 8 ), entstehen zwischen den Erben alsbald langwierige Streitigkeiten. 
Zuerst scheint man sich allerdings friedlich geeinigt zu haben. Das gesamte Eigentum 
des Vaters teilen Johannes und Kako in zwei gleiche Hälften mit Ausnahme der 
vorhandenen Obligationen (äöfpaXsuu)] diese sollen bis zur Einlösung gemeinsames 
Eigentum bleiben, die eingehenden Gelder wollen sie gleichmäßig teilen. 4 ) Ebenso 
verständigen sie sich zunächst mit ihrer Mutter Tapia. Alles was gemeinsames Eigen¬ 
tum der beiden Eltern gewesen, was von ihnen, wie Tapia ausdrücklich betont, durch 
gemeinsame Arbeit erworben war 5 ), im ganzen eine Masse im Werte von 100 No- 
mismata, teilt die Mutter mit Johannes und Kako so, daß jeder von ihnen ein Drit¬ 
tel' bekommt. 6 ) Johannes zeigt übrigens von vornherein eine wenig kindliche Ge¬ 
sinnung gegen seine Mutter; denn er ist es doch wohl gewesen, der sie bei dieser 
Gelegenheit zum Eid darüber veranlaßt hat, daß sie nichts hinterzogen habe. 7 ) 

Dieses Mißtrauen und schlechte Vermögensverhältnisse veranlassen aber bald 
neue Auseinandersetzungen. Johannes behauptet, Tapia habe eine Reibe von Erz¬ 
gefäßen, die zur Hinterlassenschaft des Vaters gehörten, heimlich beiseite geschafft 
und von der Teilung ausgenommen. Er stellt bei seinem Vorgesetzten, dem XatiXQÖ- 
xaxog xccl xad'oö lg) fiivog cbrö xQißovvov und xonoxriQrixiig xov Xiplxov Menas, Klage 
gegen sie; gleichzeitig verspricht er Menas ein Drittel von dem noch beanspruchten 
Teil der Erbschaft. 8 ) Dieser zieht dann in der Tat von Tapia den ganzen ihr zuge- 

1) P. 9, 60 f. P. Lond. Inv. 1787. 2) P. Lond. Inv. 1790. 3) P. 6, 39. 

4) P. 7, 21 ff. 5) P. 6, lff 6) P. 6, 6 ff. 23 f. 7) P. 6, 8. 24. 

8) P. 6 , 9 ff. Die Worte P. 6 t 29 övvxdJ-aöd'cn ccvxw tt\v xgLxriv fiolgav xcbv xaxaisKpd'ivtcov 
ngay(iaxav können sich natürlich nicht auf die ganze Erbschaft, sondern nur auf den der Tapia 
zugefallenen Teil (33 Nomismata) beziehen, so daß Johannes, Kako und Menas noch je elf No- 
mismata bekämen; das meint auch Tapia, wenn sie P. 6, 11 sagt, Johannes habe Menas ver¬ 
sprochen, ihn an ihrer Stelle zom Miterben zu machen xal dotivcu aii t& x b xqLxov pigoe x&v 
and xov natgog ncaetlsup&faxüiv. 


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8 


Einleitung 


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Mienen Anteil yon 33 Nomismata ein. Jetzt wendet sich Tapia an den Scholastikos 
Markos. 1 ) Johannes gibt sein Verhalten zu, behauptet aber, die Mutter habe noch 
viel mehr hinterzogen, als er früher angegeben, außer den Erzgefäßen auch Klei¬ 
dungsstücke und Urkunden, auf die er Anspruch habe. Zeugen sollen seine Angaben 
bestätigen. In der Tat erklärt auch einer yon ihnen, er habe auf Wunsch der Tapia 
nächtlicherweile nicht wenige Gegenstände aus ihrem Hause an einen andern Ort ge¬ 
bracht Tapia wendet ein, das sei erst geschehen, als sie gehört habe, daß Menas je¬ 
manden schicken wolle, um sie ihres Eigentums zu berauben; die fraglichen Gegen¬ 
stände seien ihr unbestrittenes Eigentum gewesen, der Zeuge spreche nur Johannes 
zu Gefallen. Der Richter Markos will Johannes nicht Yerurteilen, denn dieser sei im 
Recht gewesen, sich an seine Vorgesetzten zu wenden, wenn er sich benachteiligt 
glaube. Der wahre Schuldige sei Menas. Daher erkennt er Tapia ausdrücklich das 
Recht zu, you diesem die abgeforderte Summe Yon 33 Nomismata wieder zurückzu- 
Yerlangen, doch soll Johannes, wenn ihr das gelingt, daYon ein Drittel, also 11 No¬ 
mismata, bekommen. Andererseits bleibt Tapia im Besitz der Yon Johannes noch be¬ 
anspruchten Gegenstände. Da im letzten Augenblick Johannes behauptet, seine Mutter 
habe ihm gegen Verzicht auf alle Ansprüche bereits zwölf Nomismata statt der ihm 
zuerkannten elf Yersprochen, will Markos ihm das eine Nomisma noch dazu gewähren, 
wenn er das Versprechen durch einwandfreie Zeugen beweisen kann. 

Ob es darüber zu einer neuen Verhandlung gekommen ist, wissen wir nicht. 
Jedenfalls aber hat Johannes noch weiter mit seiner Mutter prozessiert. Er machte 
Ansprüche auf ein Haus, das ihr gehörte, und erreichte bei dem Grammatikos Paeion 
ein Urteil, wonach Tapia Yerurteilt wurde, ihm Yier Nomismata zu zahlen. 1 ) Die Ur¬ 
kunde über dieses Urteil ist nicht erhalten. 

Mit seiner Schwester Kako und ihrem Gatten Patermouthis vertrug sich Johannes 
ebensowenig. Nachdem sie, wie oben erwähnt, die Hinterlassenschaft des Vaters ge¬ 
teilt hatten, erhob er alsbald neue Ansprüche. Es handelte sich um einen Hausanteil, 
den Patermouthis und Kako an Jakobos verkauft, und um die Hälfte eines Last¬ 
schiffes, die sie von Jakobos gekauft hatten; von der anderen Hälfte hatten Kako und 
Johannes bei der früheren Teilung schon ein Viertel erhalten. Der Anspruch war im 
enteren Falle berechtigt, im letzteren nicht. Aber der Vergleich, den sie schließen, 
hält sich nicht an die Rechtslage, sondern gleicht wahrscheinlich die Werte aus. 
Kako und Patermouthis bekommen den Hausanteil; Johannes wird verpflichtet, ihnen 
die früher dem Jakobos ausgestellte Verkaufsurkunde, die er jetzt aus dem Nachlaß 
in Besitz hat, herauszugeben. Dafür müssen sie die ihnen gehörende Hälfte des Last- 
schiffes teilen, so daß jetzt sowohl Johannes wie das Ehepaar je das halbe Lastschiff 
besitzen. 8 ) 

Dieser Vergleich wurde am 23. Juni 583 geschlossen. Aber schon bald darauf 
folgt ein neuer Streit unter den Geschwistern, der abermals durch Vergleich been- 

1) Das Urteil in diesem Prozeß enthält P 6. 2) P. 14, 29 f. 38 ff. 

3) P. 7 ist die Urkunde dieser Dialysis. 


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2. Die Parteien der Urkunden 


9 


det wird. Johannes verzichtet auf mehrere strittige Anteile an dem gemeinsamen 
Erbe, behält aber seinen Anteil an dem Lastschiff. 1 2 * ) Seine Vermögensverhältnisse 
bleiben andauernd schlecht. Als sein Vater Jakobos gestorben war, übernahm er 
mit seiner Schwester Kako die Verpflichtung, für den Unterhalt der Großmutter 
Tlou zu sorgen, dafür erbten sie beide den Anspruch ihres Vaters auf einen Haus¬ 
anteil.*) Aber bald kann er seinen Beitrag nicht mehr zahlen. Er überläßt deshalb 
durch Vertrag vom 22. Aug. 585 seiner Schwester Kako und deren Gatten Pater- 
mouthis seinen Anspruch auf den Hausanteil, sie übernehmen dafür seine Unter¬ 
haltspflicht gegenüber der Großmutter. 8 ) 

Tapia war ihrer Verpflichtung, an Johannes vier Nomismata zu zahlen, nicht 
nachgekommen; Johannes beschuldigte seinen Schwager Patermouthis, er habe die 
Mutter daran gehindert. Deshalb wendet er sich wieder an seinen militärischen Vor¬ 
gesetzten, den Vikarios Kallinikos von Hermonthis, der damals die Stelle des Topo- 
teretes Ammonianos vertrat, und dieser treibt kurzerhand von Patermouthis sieben 
Nomismata ein. Nach längeren Auseinandersetzungen wenden sie sich schließlich an 
einen geistlichen Schiedsrichter, den Presbyter Seren aus Omboi, der gerade in Syene 
anwesend war. Dieser bringt einen Vergleich zustande, der vor dem Notar Dios am 
15. Febr. 594 abgeschlossen wird 4 ): Patermouthis erhält fünf Nomismata zurück, 
und zwar in der Weise, daß Johannes ihm seine Forderung an Tapia in Höhe von 
vier Nomismata überträgt und ihm außerdem noch ein Nomisma zahlt; Johannes 
entßagt allen Ansprüchen an Patermouthis, Kako und Tapia. Damit scheint denn 
endlich Friede zwischen den Verwandten geworden zu sein. 

Johannes war Schiffer von Beruf wie sein Vater, zugleich aber Soldat im Nu¬ 
merus von Syene. Als öXQaxubxrjg ägi&jiov ^vrfinrjg wird er schon in der Urkunde 
vom 23. Juni 583 bezeichnet 5 ), während er noch in P. Lond . Inv. 1792 vom 8. März 
584 oder 585 6xQaud>xrig xsCqoov genannt wird. Im Jahre 583 heißt er noch' Aure- 
lios Johannes, später immer Flavios Johannes; wenn an der ersten Stelle nicht bloß 
ein Schreibfehler vorliegt, was Bell (a. a. 0.166) annehmen möchte, so würde daraus 
folgen, daß nicht durch den Eintritt in den Militärdienst ohne weiteres, sondern erst 
durch besonderen Akt die Civität der Flavier verliehen worden wäre. 

Seine Mutter Aurelia Tapia muß eine rührige Frau gewesen sein. Von den 
aus Streitigkeiten mit ihrer Tochter aus erster Ehe und ihrem Sohne hervorge¬ 
gangenen Rechtsgeschäften war oben die Rede, mit ihrer Tochter Kako und deren 
Gatten Patermouthis hielt sie bessere Freundschaft. Sie hatte von ihren Eltern ge¬ 
meinsam mit ihren Geschwistern Menas, Tselet, Georgios und Johannes Anteile an 
verschiedenen Häusern geerbt, die sie allmählich wieder veräußert, teils an Pater¬ 
mouthis und Kako 8 ), teils an Fl. Kyriakos 7 ) und an Fl. Apa Dios. 8 ) Auf einen 

1) P. Lond. Inv. 1792, der diesen Vergleich beurkundet, stammt vom 8. März 684 oder 685, 
die Indiktion und das Kaiseijahr widersprechen einander. 

2) VgL oben S. 7. 3) P. Lond. Inv. 1790. 4) P. 14. 6) P. 7, 9. 

6) P. 9. 7) P. 11. 8) P. Lond. Inv. 1798 vom 6. März 694. 

Münchener Pepyrl I. 2 


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10 


Einleitung 


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Rechtsstreit mit ihrem Bruder Johannes, den sie in Antinooupolis verloren hatte, 
deutet P. 9, 67 f. Daß sie trotz ihrer für die Verhältnisse dieser armen Schiffer viel¬ 
leicht nicht geringen Wohlhabenheit doch gelegentlich in Geldnöten sich befand, 
mag man aus P. 10 vom 28. Jan. 586 entnehmen, worin sie ihrem Schwiegersohn 
Patermouthis für ein Darlehen von 2y s Nomismata, das er für sie aufgenommen 
hatte, ihren Anteil an gewissen aöcpdleicu überträgt. Zum letztenmal hören wir von 
ihr im P. Lond. 1798 vom 6. März 594. 

Weitaus die meisten Urkunden beziehen sich auf Rechtsgeschäfte des Flavios 
Patermouthis und seiner Frau Kako. Patermouthis stammt aus Syene und ist der 
Sohn des Menas und der Tsia, von Beruf ist er Schiffer. Bereits in der Zeit des Kai¬ 
sers Tiberios (578—582) finden wir ihn mit Kako verheiratet 1 * * ), im Jahre 583/4 
schließen sie ein Abkommen über die Nutznießung des gemeinsamen Vermögens 
durch den einen Ehegatten nach dem Tode des andern.*) Von den Kindern, die in 
diesem Vertrag erwähnt werden, ist P. 7, 74 vom 23. Juni 583 eine Tochter Helene 
genannt. Obwohl verheiratet, tritt Patermouthis im Jahre 585 in das Heer ein, in 
den Numerus von Elephantine. Bis dahin wird er in den Urkunden jedesmal nur 
nach seinem Beruf als vaihijg bezeichnet 8 ), zuletzt P. 9, 9 vom 30. Mai 585. Aber 
schon wenige Monate später, in einer Urkunde vom 22. August 585 4 * ), heißt er ötgcc- 
xhqttiS ccQi&fjLOv \ElBtpavri^vrjg und wird fortan regelmäßig so charakterisiert. 6 ) Vor 
dem Eintritt in das Heer ist er Aurelier, später stets Flavier. Wenn er in P. Lond. 
Inv. 1791 vom 16. Aug. 586 6 ) Soldat des Numerus von Philae genannt wird, so liegt, 
da an der Identität der Person kaum zu zweifeln ist, vermutlich ein Versehen vor. 

Die Rechtsgeschäfte, die das Ehepaar mit Tapia und mit Johannes erledigte, 
wurden erwähnt. Nach P. Lond. Inv. 1797 kaufen Patermouthis und Kako in der 
Zeit des Kaisers Tiberios (578—582) von den Schwestern Tsone und Tseure mehrere 
Anteile an einem Hause, das ihrem Großvater Patechnoumios gehörte; später, im 
Jahre 594, erwerben sie von ihnen die Hälfte einer Aule, deren andere Hälfte sie selbst 
von Johannes Paptsios, dem Sohne des Patechnoumios, zum Geschenk erhalten hatten. 7 ) 
Die Hausteile, die Tapia im Jahre 586 an Fl. Kyriakos um fünf Nomismata verkauft 
hatte 8 ), erwerben sie von ihm im Jahre 590 oder 591 um den gleichen Preis. Auf einen 
Rechtsstreit mit zwei, wie es scheint, unmündigen Geschwistern Psano (?) und Sam- 
moon, die durch Aur. Jakobos, Sohn des Apa Dios, vertreten werden, bezieht sich 
P. Lond. Inv. 1791 vom 16. August 586. Die letzten Urkunden, die wir von dem 
Ehepaar kennen, stammen schon aus der Zeit des Kaisers Herakleios: am 25. Fe- 


1) P. Lond. Inv. 1797. 2) P. Lond. Inv. 1796. 

3) P. 7 ,11 (23. Juni 683). P. Lond. Inv. 1796 (a. 683/4). P Lond. Inv. 1787 (12. M&rz 684). 

4) P. Lond. Inv. 1790. 

5) Z. B. P. 10, 7 (29. Jan. 686). P. 13, 7 (18. Jan. 694). P. Lond. Inv. 1788 (26. Februar 611). 

P. Lond. Inv. 1789 (9. Febr. 613). 

6) Das Datum ist nicht ganz sicher. 7) P. 13 und P. Lond. Inv. 1787. 

8) P. 11. 


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2. Die Parteien der Urkunden 


11 


braar 611 leiben sie von dem Schiffer Anr. Johannes, Sohn des Pityron, vier No- 
mismata, am 9. Februar 613 Patermouthis allein von demselben Johannes 3y s No- 
mismata. 1 ) 

Mehr als einmal begegnet in den Urkunden ein Schwesternpaar, Aur. Tsone und 
Aur. Tseure, die auch Tsia heißt. Die letztere ist zur Zeit des Kaisers Tiberios 
(578—582) noch nicht selbständig, sie wird vertreten durch einen Mönch Johannes; 
Tsone ist schon an Aur. Isaakios, den Sohn des Konstantes, verheiratet. 2 ) Später, 
im Jahre 594, verkaufen sie an Patermouthis und Kako die Hälfte einer Aule. 3 ) Sie 
sind die Kinder von Apa Dios und Rachel, ihr Großvater ist Patechnoumios. 4 ) Die 
andere Hälfte jener Aule war Eigentum eines Johannes mit dem Beinamen Paptsios 
gewesen, der sie vor dem Jahre 590/591 an Patermouthis geschenkt hatte. 6 ) Nach 
P. Land, Inv. 1787 schenkt ein Mönch Johannes, der Sohn des Patechnoumios, für 
den Fall seines Todes an Patermouthis gewisse Besitzungen; es ist der Dank für 
Unterstützung bei einer Hungersnot. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß dieser 
Mönch Johannes kein anderer ist als eben jener Johannes mit dem Beinamen Pap¬ 
tsios, und daß er der Oheim der beiden Schwestern Tsone und Tseure gewesen. So 
erklärt sich auch, warum er nach P. Lond. Inv. 1787 befürchtet, es möchten die 
Söhne des Konstantios nach seinem Tode Ansprüche gegen Patermouthis erheben: 
der eine dieser Konstanter war der Gemahl seiner Nichte Tsone, die ihn, den kin¬ 
derlosen Mönch, beerben mußte. 6 ) Wenn Johannes in dieser Schenkung auf den 
Todesfall vom 12. März 584 auch erwähnt, daß er früher an Jakobos Teile eines 
Hauses verkauft habe, so ist das wohl dasselbe Haus, das Jakobos mit seiner Frau 
Tapia zusammen nach P. 9 , 51 ff. von ihm erworben hatte und von dem Tapia ihre 
Hälfte am 30. Mai 585 wieder an Patermouthis und Kako verkauft. 

Alle übrigen Parteien der Urkunden werden nur einmal genannt, wir wissen 
nichts anderes von ihnen als eben die Tatsache des betreffenden Abkommens. Kyri- 
akos, der Sohn des Menas, Reiter im Numerus von Syene, an den Tapia im Jahre 586 
mehrere Hausteile verkauft, ist natürlich identisch mit dem Kyriakos, der im Jahre 
590 oder 591 dieselben wieder an Patermouthis und Kako veräußert; Fl. Patermou¬ 
this, der Sohn des Dios, der durch die Probatoria P. 2 im Jahre 578 in den Nu¬ 
merus von Elephantine als Rekrut aufgenommen wird, ist ein anderer als sein Ka¬ 
merad Patermouthis, der Schwiegersohn der Tapia. Dessen Vater hieß Menas, aber 
er ist doch verschieden von einem dritten Fl. Patermouthis, der nach P. 4 und P. 
Lond. Inv. 1803 a ein Lastschiff verkaufte. Denn dieser war der Sohn eines Menas 
mit dem Beinamen Benne, und seine Mutter hieß Thekla, nicht Tsia, auch war er 
Tiro im Numerus von Syene. Ob Aur. Dios, der Sohn des Patechnoumios, der nach 

1) P. Lond. Inv. 1788 und 1789. * 2) P. Lond. Inv. 1797. 3) P. 13. 

4) P. Lond. Inv. 1797. 6) P. 12, 30. P. 13, 26. 

6) Über den anderen Sohn des Konstantios läßt sich nichts bestimmen; jenen Aur. Jakobos, 
Sohn des Konstantios, der in P. 3 einen Schuldschein ausstellt, darf man allein wegen der 
Gleichheit des Namens natürlich nicht mit ihm identifizieren. 

2 * 


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12 


Einleitung 


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P. 16 eine Aule verkauft, identisch war mit dem Vater der Schwestern Tsone und 
Tseure, bleibt imentschieden. Über Aur. Jakobos, den Sohn des Konstantes, der in 
P. 3 ein Darlehen bescheinigt, über Aur. Maria, die Tochter des Dios und der Taeit, 
die in P. 8 eine Schenkung auf den Todesfall verfügt mit der Auflage, daß die be¬ 
schenkte Person für ein angemessenes Begräbnis zu sorgen habe, erfahren wir nichts 
weiter aus unseren Urkunden. Desgleichen bleibt Aur. Thelporine, die Tochter des 
Markos, die in P. 15 ein Grundstück verkauft, uns ebenso unbekannt wie das Ehepaar 
Eucharis und Psiour, das in P. 18 a den Empfang eines Darlehens bescheinigt. 

Dios Pasaraei — Tlou 


Aur. Viktor Aur. raeion Aur. Tsia Aur. Jakobos (Jakybis) 

Gern. Hatres Gern. Aur. Tapia 

Tsios — Mariam 


Aur. Tapia Menas Tselet Georgios Johannes 

Gern.: l. Menas (Tochter 

die Nonne Tsone) 

2. Aur. Jakobos (Jatybis) 

Aur. Jakobos (Jakybis) — Tapia Menas — Tsia 

Aur. (Fl.) Johannes Aur. Eako Aur. (Fl.) Patermouthis 

Helene 


Patechnoumio8 

Johannes Paptsios(?) Apa Dios 

Gern. Rachel *) 

Aur. Tsone Tseure (Tsia) 

Gern.: Isaakios Eonstantinou 

3. DAS ARCHIV DES PATERMOUTHIS. 

Die Zusammengehörigkeit der Urkunden der Münchener Sammlung und der 
Sammlung Kustafjells im British Museum, die durch den Fundbericht nicht mit 
Sicherheit festgestellt werden kaDn, ergibt sich aus dem Inhalt. Die Mehrzahl von 
ihnen ist Eigentum des Patermouthis und seiner Frau Kako gewesen, sie waren die 
letzten nachweisbaren Besitzer. Für sie gemeinsam oder einzeln sind ausgestellt und 
ihnen übergeben worden von den Münchener Urkunden P. 7. 9. 10. 12. 13. 14, von 
den Londoner Inv.-Nr. 1787.1790.1791.1792.1796.1797. Einige Urkunden waren 
Eigentum der Tapia gewesen, so P. Lond. Inv. 1800 und wohl auch P. 6, das Urteil 
des Markos im Streit zwischen Tapia und ihrem Sohne Johannes; sie können durch 
Erbschaft in den Besitz von Patermouthis und Kako gekommen sein. Die beiden 

1) Patechnoumios kann auch Vater der Rachel und Schwiegervater des Apa Dios ge¬ 
wesen sein. 


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3. Das Archiv des Patermouthis 


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Schuldscheine P Lond. Inv. 1788 und 1789 werden sie bei der Tilgung ihrer Schuld 
zurückerhalten haben. Aus Patermouthis 7 Archiv stammt auch P. 11 , worin Tapia 
an Kyriakos verschiedene Immobilien verkauft, denn P 12 ist nach der Vorlage von 
P. 11 angefertigt, und der Kauf findet statt XQÖg xrjv dvvccfiiv xrjg xakatdg XQdösmg. 
An dieser Stelle P. 12, 31 ist nicht hinzugefügt, daß die frühere Verkaufsurkunde 
dem neuen Käufer ausgehändigt wird. Das geschah übrigens in der Regel und wird 
einige Male ausdrücklich vermerkt, P. 4, 18: dxokod&cag xfj ysysvrjfidvfj pot, xquösi, 
rjvxsp vplv Hgsdöfirjv slg xkstoxsQav dotpaksuxv, P. 9 ,60 XQog x^v dvvct[uv xßtv xqcc- 
ö£(ov xal xmv xkrjpav x&v xal avadod'siöcav slg fjLsßovd 6ov aöydksiav, P. 16, 13f. 
dxokov&cog xalg ixdo&SLöaig vfitv jiccq ipov xgoxxrixixalg avalg, dg Qsdöprjv vfitv slg 
psCfrva v[i&v ccfscpaksiccv .*) P. 16 ist nach der Vorlage von P.15 angefertigt*), diese 
Urkunde also beim Verkauf den neuen Käufern ausgehändigt worden. Die früher aus¬ 
gesprochene Vermutung, daß die Käufer eben Patermouthis und Kako waren, gewinnt 
eine neue Stütze, wenn man an die Herkunft der Gesamtmasse unserer Papyri denkt, 
aber es bleibt die Möglichkeit offen, daß eine Urkunde, welche den Übergang der 
Aule in das Eigentum unseres Ehepaares bezeugt hätte, verloren gegangen wäre. 

In P. 7 wird das Eigentum an einem Lastschiff zwischen Johannes einerseits 
und Patermouthis und Kako andererseits bestimmt; es ist keine allzu kühne Ver¬ 
mutung, daß dieses Lastschiff identisch ist mit dem Fahrzeug, das in P.4 Patermou¬ 
this, der Sohn des Menas-Benne, an Aur. Menas und dessen Frau verkaufte. Diese 
Urkunde stammt aus dem Jahre 581, Jakobos, der Vater von Johannes und Kako, 
muß das Schiff also in der Zeit von 581—583 gekauft haben. P. 1, die Dialysis 
zwischen Jakobos und seinen Geschwistern, wird durch Erbschaft an seine Tochter 
Kako gekommen sein. So bleiben Zweifel bei den Schuldscheinen P. 17 und 18 und 
bei P. 8, der Schenkung auf den Todesfall. Auch hier ist es das wahrscheinlichste, 
daß die Urkunde bei einem späteren Wechsel des Eigentums in den Besitz von Pater¬ 
mouthis und Kako gekommen ist, doch lassen sich die verschiedenen Häusteile nicht 
zweifellos als Eigentum des Ehepaares identifizieren. Sicher scheint es, daß die be¬ 
schenkte Person die Tochter der Au». Maria war, allein die Überlieferung reicht nicht 
aus, um ihr einen bestimmten Namen zu geben. 

Zu der Annahme, daß die ganze Urkundenmasse unseres Fundes dem Nachlaß 
des Patermouthis angehört habe, paßt auch die Tatsache, daß die nicht an Personen 
seiner nächsten Verwandtschaft ausgestellten Aktenstücke fast alle, so viel sich er¬ 
kennen läßt, aus früherer Zeit stammen, so P. 2 vom Jahre 578, P. 3 vom Jahre 580, 
P. Lond. Inv. 1793 vom Jahre 549, Inv. 1801 vom Jahre 577, Inv. 1802 vom Jahre 
573. Eine Ausnahme bildet P. Lond . Inv. 1798, wonach Tapia im Jahre 594 Haus¬ 
teile an Apa Dios verkauft. Aber man darf daran erinnern, daß schon einmal das 
Ehepaar Hausanteile von einem Käufer erworben hatte, an den sie wenige Jahre zuvor 

1) Dazu kommt P. 12, 17, wo die Beste auf die Ergänzung ysvapivri fioi xgdsn xal 
didtoxivai ifUv afcrjv elg (iei£ova datpaUmv führen. 

8) Vgl. oben S. 6. 


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Einleitung 


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von Tapia verkauft waren. So mögen auch in diesem Falle die von Apa Dios gekauf¬ 
ten Immobilien und damit die Urkunde später wieder in den Besitz von Kako und 
Patermoutbis übergegangen sein. 

Wie die Probatoria für Pathermouthis, den Sohn des Dios, in den Besitz unseres 
Pathermouthis gekommen sein könnte, läßt sieb nicht einmal vermuten; die verschie¬ 
denen Möglichkeiten bleiben alle unsicher. Trotzdem wird man nicht fehlgehen in 
der Annahme, daß diese ganze Masse der Münchener und Londoner Papyri aus dem 
Nachlaß des Ehepaares Patermouthis und Kako stammt, gleichsam ihr Familienarchiv 
gebildet hat. Wie es gekommen ist, daß keine Urkunde aus späterer Zeit sich unter 
ihnen gefunden, bleibt dunkel. Verschleudert haben die Nachkommen sie wohl nicht, 
aber auch nicht vermehrt. Vielleicht hat das Schicksal plötzlich gewaltsam in das 
Leben dieser bescheidenen Familie eingegriffen und ihrem Dasein ein Ziel gesetzt, 
vielleicht hat nicht einmal ein Kreis von Angehörigen sie überlebt, der Interesse an 
diesen Dokumenten genommen hätte; erst für unsere Gegenwart sind sie in einem 
schöneren Sinne wieder wertvoll geworden. 

4. DIE LEUTE VON SVENE. 

Die Menschen, die uns in den Urkunden außer den Parteien begegnen, entstam¬ 
men der gleichen sozialen Sphäre wie sie, Schiffer, Geistliche, Soldaten. Auf der Süd¬ 
seite des Kastells von Syene lagen alle die Häuser, deren einzelne Teile so eifrig hin 
und her zwischen ihnen verhandelt wurden, zumeist an der Kasemengasse und 
Schustergasse oder an anderen öffentlichen Straßen, die eng und dunkel ohne Namen 
diese Quartiere durchschnitten. Der Nilstrom verband sie mit der Ferne, in Antinoou- 
polis sind sie zu Hause; Leute aus Philae, wohin auch eine Kamelpost den Fracht¬ 
verkehr besorgt, aus Omboi und Apollonos gehen bei ihnen aus und ein. Die Sol¬ 
daten dieser Grenzfestung sind längst hier heimisch geworden, haben Familie ge¬ 
gründet, betreiben Gewerbe und haben Grund und Boden erworben, der Militärdienst 
ist bei ihnen erblich. 1 ) Viele Namen von einfachen Soldaten, einmal auch ein Arzt 
darunter, gehen an uns vorüber, aber auch die Chargen fehlen nicht. Es begegnet 
das xoiv'ov der icqCoqssi die xevxvqioves, äyovcxccfooi, öpdti/dptot, dpaxovoptot, itx- 
x ovccqlol, döiovxoQEs u. a. bis hinauf zu den Vicarii und Tribunen, dem xoxoxr}Qrjxiis 
xov kifUxov und selbst zum dux der Thebais. Der letztere bleibt in der Feme, der 
Topoteretes dagegen und sein Stellvertreter greifen zweimal gewaltsam in das Schick¬ 
sal der Familie des Jakobos ein. Meist aber treffen wir die Soldaten in der Reihe 
der Zeugen. Ohne Rücksicht auf Charge und Rang, in bunter Reihenfolge, malen sie 
mit plumper Soldatenfaust ihren Namen und Stand unter den Text, nur selten be¬ 
gegnet man einer gewandten Feder. Kameraden aus dem nahen Philae kommen zu¬ 
weilen dazu. Bei der einen in Antinooupolis ausgestellten Urkunde (P. 7), der sorg- 

1) Vgl. jetzt die treffliche Studie von J. Maspero, Organisation müäaire de V&gypte 
by zantine. Bibliothique de VEcole des Hautes Etudes fase. 201. Paris 1912. 


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4. Die Leute von Syene. 6. Aussteller und Schreiber der Urkunden 


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faltigsten der ganzen Sammlung, ist das Bild ein anderes, da unterzeichnen außer 
einem adiovtmQ lauter Notare, Je größer die Zahl der Zeugen, um so sicherer scheint 
den Parteien die Urkunde gegolten zu haben; denn sie Belbst können zumeist nicht 
lesen noch schreiben, man muß ihnen den Text zuweilen erst in die Landessprache 
übersetzt yorlesen, drei Kreuze malen sie zum Zeichen ihres Einverständnisses. 

Christen sind sie alle. Sie schwören hei Kaiser und Kaiserin, aber auch bei der 
wesensgleichen Trinität und bei heiligen Reliquien. Wir hören von einer Kapelle 
des Märtyrers Viktor und der Marienkirche von Syene, zu der die Geistlichen gehört 
haben werden, die uns in den Zeugenlisten begegnen, ein Archidiakon, mehrere Pres¬ 
byter und Diakone. Aber schon beschränkt sich die Tätigkeit der Geistlichen nicht 
auf die Zeugenschaft, sie treten wie der Presbyter Seren aus Omboi, als er in Syene 
zu Besuch war, schon als Schiedsrichter au£ 

5. AUSSTELLER UND SCHREIBER DER URKUNDEN. 

Fast alle Urkunden der Münchener Sammlung sind in Syene ausgestellt worden. 
Bei der Mehrzahl ist es im Datum gesagt, bei den anderen, wo der Anfang abge¬ 
brochen ist, macht der Inhalt es höchst wahrscheinlich. Nur P. 2 , die Probatoria, 
wird in Elephantine geschrieben sein, und P. 7 ist in Antinooupolis ausgestellt worden, 
wo damals gerade Johannes und sein Schwager Patermouthis sich aufhielten. Nur 
selten hat der Aussteller der Urkunde sie eigenhändig geschrieben, wie in P. 2 der 
Ordinarius und Adjutor, der im Auftrag seiner des Schreibens unkundigen Kame¬ 
raden die Feder führt. Auch in den drei anderen Fällen, P. 8 f 9 und 13, sind es Mili¬ 
tärs, die das Dokument schreiben und ausstellen. Sonst bedienen sich die Aussteller, 
welches Standes sie auch sind, eines gelernten Schreibers. Dieser hat in P. 1 und 10 
auch die Inhaltsangabe auf der Rückseite hinzu gefügt, auf P. 2 , 3,14 schrieb sie der 
Aussteller selbst. Bei P. 11 erlauben die Schriffczüge keine Entscheidung, in allen 
anderen Fällen ist die Inhaltsangabe verloren gegangen. 

Immerhin ist in den meisten Fällen von dem Anfang der Rolle, dem Schutz¬ 
streifen, ein Rest erhalten gehlieben. So läßt sich erkennen, daß in allen Stücken 
unserer Sammlung auf diesem Schutzstreifen die Fasern parallel zur Klebung und erst 
auf der ersten Selis senkrecht zur Klebung verlaufen. Daß diese Gewohnheit der 
Fabriken sich aus Rücksicht auf die Schreiber eingebürgert hätte, die auch die In¬ 
haltsangabe auf der Rückseite hätten gegen die Faser schreiben wollen, darf man 
nicht ohne weiteres behaupten; denn wenn die Schreiber einzelne kleine Blätter be¬ 
nutzen, nehmen sie auf die Linie der Faserung keine Rücksicht, sondern schreiben 
bald mit der Faser, bald dagegen. 1 ) Die Papyri sind in der Regel so gut gearbeitet, 
daß hier kein Zwang vorliegen konnte, schlechte Stücke sind in unserer Sammlung 
nur die aus drei Schichten bestehenden P. 15 und 18 a. In P. 9 scheint noch ein 


1) Vgl. über den Schutzstreifen Wilcken, Hermes 23 S. 466; Ibßcher, Arch. f. Papyrusfor¬ 
schung 6 S. 193. • 


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Einleitung 


Rest des Protokolls erhalten geblieben zn sein. Die sorgfältigen Schreiber beginnen 
mit der Formel AMT, die zuweilen wie in P. 13 recht viel Raum eingenommen hat 
Am Anfang und Schluß des Textes steht das als Kreuz stilisierte Christusmono¬ 
gramm, in P. 16, 40 ist es durch den Doppelpunkt ersetzt. 

Die Schreiber arbeiteten nach Vorlagen oder nach Konzept. Dabei ließen sie 
öfter die Plätze für die Namen frei und fügten sie erst nachträglich ein, wobei es 
wie in P. 7, 56 geschehen konnte, daß ein falscher Name eingesetzt wurde. Wo Un¬ 
klarheiten bestanden, ließen sie ebenfalls Raum frei (vgl. z B. P. 9, 56). So können 
wir an diesen zuweilen offen gebliebenen Lücken erkennen, daß die Aussteller sich 
nicht die Mühe nahmen den Text zu revidieren, sondern ihn ungelesen Unterzeich¬ 
neten. Bemerkenswert und von erheblicher Bedeutung auch für die Beurteilung des 
Inhalts ist die starke Abhängigkeit der Verfasser von ihren Vorlagen. Allerlei sprach¬ 
liche und stilistische Irrtümer erklären sich aus diesem Grunde, ja es kommt vor, 
daß die Vorlage auch dann einfach kopiert wird, wenn eine darin genannte Person 
inzwischen verstorben ist. Dieser Fall liegt sehr wahrscheinlich in P. 8 vor, vgl. 
Z. 17 und 26. Oder der Schreiber begnügt sich damit ohne sonstige Änderung ein 
einziges Wort einzuschieben, das die Tatsache des Todes vermerkt, wie z. B. P. 9 ,51 
oi xal tb &llo tffuöv fiiQog dvtjxsiv x<p evpioCQtp pov ocvöql, oder P. 11, 17 oi xal 
tb &Xlo tffuöv (idQog dvrjxsi ’laxdßov xov ditoixopivov / uov dvÖQÖg (darnach P.X2, 
14), wodurch dann der Unsinn entsteht, daß ein Verstorbener als Hauseigentümer ge¬ 
nannt wird. 

Die berufsmäßigen Vorsteher einer Kanzlei haben sich derartige Irrtümer natür¬ 
lich nicht zu schulden kommen lassen, aber von ihnen sind nur drei Urkunden aus¬ 
gestellt, P. 6 von dem 6%olcc6xixbs Markos, P. 7 und 14 von den Ov^ßolaioyoatpoi 
Dios und Christophoros. Sonst finden wir als Verfasser außer Militärs noch den 
Presbyter Phosphorios (P. 15. 16) und in der Mehrzahl der Fälle Privatpersonen, 
Markos Apa Diou nicht weniger als dreimal (P. 3.10.11). 


6. SPRACHE UND STIL DER URKUNDEN. 

Die Sprache unserer Urkunden ist die bekannte Ausdrucksweise der byzantini¬ 
schen Kanzleien in Ägypten, sie bietet gegenüber den schon bekannten Papyri aus 
dem 6. Jahrhundert keinerlei Überraschungen. Der Bau der Sätze ist nach einem 
bestimmten Schema geregelt, von dem eine Abweichung ebensowenig erlaubt scheint 
wie von der gesamten fest bestimmten Disposition des Inhalts. Charakteristisch für 
diese Zeit ist ja besonders die Häufung der Synonyma, die in formelhaften, kaum 
variierten Verbindungen von bestimmtem Rhythmus immer wiederkehren und den 
Einfluß der Rhetorik auf die Kanzleisprache aufs deutlichste erkennen lassen. Einige 
Variationen entstehen gelegentlich nur dadurch, daß es dem Schreiber an dem sicheren 
Verständnis der sprachlichen Formen mangelt und an der Fähigkeit, zwischen ähn¬ 
lich klingenden syntaktischen Gebilden zu unterscheiden. So kontaminieren sie nicht 


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6. Sprache and Stil der Urkunden 


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selten konjunktionale und Infinitivkonstruktionen, wie 1, 24 ijg pydhv vxoteCjteö&cu 
statt vxolsfotsxcu, 6, 8 %egl xov Zu, 6, 22 up Zu, 8, 37 diä xb — iXtflv&a statt iXri~ 
Xv&ivai, oder man trifft im Relativsatz den Infinitiv wie 9, 31 f. ov — äwfauv oder 
einen plötzlichen Übergang in die Partizipialkonstruktion wie 10, 18 oder noch auf¬ 
fallender 11, 41 foce(f%r]xvta statt hti6%x\xa und 11, 45 ixöxijöovöa, was der gebil¬ 
detere Schreiber von 12 an der zweiten Stelle wenigstens (Z. 36) richtig in ixtfxrjtfaj 
verbessert hat. Diese wenigen Beispiele mögen genügen. 

Nicht immer gelingt es den Schreibern den Text der älteren Urkunde, den sie, 
wenn es möglich war, stets benutzt zu haben scheinen (s.o.), dem neuen Fall vollständig 
anzupassen, wenn etwa die Zahl der vertragschließenden Personen wechselte oder ein 
Mann statt einer Frau als Partei auftrat. So erklärt sich z. B. 8, 4 mGnxbv dvva- 
uavov mit Bezug auf eine Frau, 8, 16 xcctrivrrjxbg statt xocr7]vr^xörc(, 8, 39 i&d[is&cc 
statt IfrdfiTjv, 9, 60 6ov statt vpcav, 9,12 <fi zotig itQutpivovg, 13, 10 TtgoOslfrövreg 
statt xqoUsX&ovöcu, 13, 51 al jtsitQccxöxeg u. a. Zahlreicher aber sind andere Verstoße 
gegen die Schulgrammatik, die mehr oder weniger vulgären Sprachformen, die sich 
eingeschlichen haben. Sie verteilen sich Übrigens nicht gleichmäßig auf alle Ur¬ 
kunden, sondern man kann nach ihnen recht wohl einen gewissen Bildungsunterschied 
zwischen den Schreibern erkennen. Eine sehr korrekte Leistung, auch in stilistischer 
Beziehung, ist z. B. P. 14, obwohl nicht fehlerfrei, wahrend der Schreiber von P. 13 
und besonders P. 6 nicht imstande ist, von Vulgärformen seine Arbeit freizuhalten. 
Auch der Schreiber von P. 11 begeht allerlei Verstöße dieser Art, die sein Nachfolger, 
der Verfasser von P. 12, gelegentlich durch korrekte Formen und Wendungen ersetzt 
Neues für die Geschichte der Sprache lehren sie indessen nicht. P. 1, 46 Eotpag statt 
ZofpCag ist wohl Schreibfehler, KavöravrCvag kommt zweimal vor, im übrigen wechseln 
K(o6xavxlvog und Kovöxavxivog. 1 ) Regelmäßig liest man IlaxsQpovd'ig, *Iaxvßig, auch 
einmal P. 7,91 ’lcoöfjcpig. Auch im Akkusativ liest man nur ’Lbtvßiv und IlaxsQfiov - 
&iv, P. 13, 41 ist die Form IJaregpov^Lov sogar korrigiert, P. 6,11 steht Kcovördv- 
uv. Vulgär ist der Genitiv P. 7,97 HXCa. Eine feste Regel war für die Deklination der 
fremden Namen noch nicht durchgedrungen. Sie haben zum größeren Teil griechische 
Endungen erhalten und werden dann regelmäßig flektiert, aber vereinzelt findet sich 
P. 7,31 der Genitiv Ttfanj. Neben dem indeklinablen JJaöccgaeC kommt P. 13, 8 der Ge¬ 
nitiv IlaöuQaTzog vor, und Kaxd) wird meistens nicht flektiert, doch trifft man Kax&tog, 
Kax&u, Kaxmrtv und Kaxfbtrjv. Der Genitiv P.9,42 fux^g ist auffallend, eidvlrjg da¬ 
gegen die regelmäßige, stets wiederkehrende Form. Auch die Akkusative P. 13,30 ßoß$ä 
und P. 13, 71 yX&txcc sind nicht nur Schreibfehler. Außer P.ll, Verso tfiutiv pdg(ovg) 
liest man P.ll, 19 xä fipfaovg piQT}, undP.4,19 %Xbiox4quv ist echte Vulgärform. Falsche 
Behandlung des temporalen Augments zeigen Formen wie P. 1, 19 xa&oöuopdvcov, 
P. 1, 23 Zgctfav, P. 14, 53 bgCd&rj, P. 6,11 iXsv&dgayöa, ebenso P. 1, 20 övvidav statt 
tsvveiöov und P. 14, 38 itpeidcbv statt kiuö&v. Merkmale der jüngeren Gräzität tragen 


1) Vgl. Wilcken, Byz. Zeitschr. 11 (1902) 671. 

MUnohener Papyri 1. 3 


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18 


Einleitung 


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P. 1, 37 tayivtog, P. 8, 4 eiXaö&cu, P. 11, 50 xatalBfyai statt xataXutelv, P. 8, 27 
und P. 13, 53 SiteXevOaGd-ai. Neben xataysyQatpSvai trifft man häufiger das jüngere 
xatayBygafprjxevai, stets beißt es xgodsörjXovpivog, P. 1, 43 dgpö^ai, auffallend ist 
P. 10, 8 %uQoygdilrcu und P. 16, 31 %Qiffee6&ai st. %ga6ftai. Späte Vulgärformen sind 
P. 13, 37 SxB%Bgx6pe6fra und P. 15, 52 dvvopivcov st. dvvapivtov. Statt des nicht 
mehr lebendigen Infinitivs didövca ist P. 13, 70 daösiv gebraucht, nicht selten ist 
der Ind. Fut. durch den Konj. Aor. ersetzt, vgL z. B. P.l, 39; zum Ersatz des Futurs 
ist P. 6, 14 und 48 6<pstX(o gebraucht. Auch die so häufige Verwechslung von dv 
mit Sdv ist vulgär. 

Nichts als Nachlässigkeit ist P. 4, 17 'iGaxlov 6 xvßsgmjt^g. Die Syntax der 
byzantinischen Gräzität verrat sich in der Verwirrung zwischen vnhg und dvtt, in 
der übrigens formelhaften Wendung Sv 6t6pari 'mündlich’, in P. 4, 13 f. 6vv polvß- 
Ö(dv und 6vv öxoivicov wie in P. 6, 34 itgdypaxa Sv IpatCoig. Statt dtä oder Bvsxa 
wird zuweilen X6y<p oder ctg Xöyov gebraucht, byzantinisch ist auch der Gebrauch 
von xal zur Verstärkung von 6i>v und perd, z. B. P. 13, 43 und 62, wo man freilich 
xal 6i>v und xal petä statt des üblichen Gvv xal und pstä xal liest; auch P. 11 ,75 
TastCag x^g xal d'spSvrjg gehört dazu. Die periphrastische Ausdrucksweise findet sich 
nur einmal, P. 6 ,38 ilrpiav dxrjxoöxsg, zuweilen begegnet man dem Stil der jüngeren von 
der Rhetorik beeinflußten Schriftsprache wie in P. 8,23 xd b6iag pov xgoötpogag (aber 
vielleicht xdg ... xgo6(pogdg zu lesen), P. 14, 30 xoXX&v Socav Xbx&Svtojv. Nur in 
dieser Urkunde P. 14 trifft man die byzantinischen Titulaturen: so heißt Paeion der 
Xoyubxavog ygappccxixbg und der Presbyter Seren aus Omboi einmal BÖXaßSöxaxog, 
sonst stets & 60 (pili 6 tatog, auch in der Umschreibung xagä xfj avtov frsoyiksCa. Natür¬ 
lich erhalten die Namen der hohen Militärs die ihrem Rang zukommenden Epitheta. 
Aus der Kanzleisprache stammt auch P. 14, 63 yvcopavdäoxog und das gesuchte xoi- 
vavipiatog (P. 12, 23. 52, P. 16, 19), vielleicht auch das recht vulgär aussehende 
P. 14, 69 fcifcrjöiv Sxi%v6ai statt xgoötgtyai. In P. 13, 60 ÖwrjMrjpsv xijv ixdCxrjGiv 
ist vielleicht nur die Präposition xsgl vergessen worden, dagegen sind P. 6, 29 6vv- 
xalgaö&ai 'versprechen’ und P. 6 ,48 xccxaXaßslv 'kommen’ ebenso wie P. 6, 53 o buUug 
statt iavx&v (reziprok) Gemeingut der jüngeren Vulgärsprache, der auch der unter¬ 
schiedslose Gebrauch von pij und oi> angehört. 

Lateinische Wörter finden sich außer den militärischen Termini pätgi^, xbvxv- 
gl(ov , ddiovtmg, xaßaXXdgiog , xapxidovxtcog, öpaxovagiog, dito xgißovvav, toi) Xipi- 
xov u. a. nicht gerade häufig, man begegnet z. B. P. 8, 13 und P. 9, 34 dxovßitov, 
P. 14, 71 &s£a)v ßigßmv, P. 14, 85 Mag ddvovtatCmvog, außerdem in P. 2 der Formel 
ßsvs ßuXsag, Vgl. dazu Index VUL 

Zahlreich sind daneben die durch bloße Flüchtigkeit der Schreiber entstandenen 
Fehler, besonders Fehler gegen die Rechtschreibung. Die meisten Verstöße trifft man 
naturgemäß in den Unterschriften der Zeugen, die grammatische und orthographische 
Irrtümer jeder Art begehen. Kein Schreiber gebraucht das stumme Jota, keiner Ak¬ 
zente, Spiritus oder im Texte Interpunktionszeichen. Nur das Kolon wird zuweilen an- 


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6. Sprache und Stil der Urkunden 


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gewendet, z. B. P. 7 ,8 und P. 9, 3, auch steht P. 16, 40.46.52 ein Doppelpunkt statt des 
Kreuzes. Als Trennungszeichen zwischen syntaktischen Abschnitten dienen kleinere 
oder größere Zwischenräume, die von den sorgfältigen Schreibern sehr häufig ange¬ 
wendet, von anderen gänzlich vernachlässigt werden. Die Buchstaben i und v tragen 
am Anfang des Wortes häufig den Doppelpunkt, der nicht selten zur Schleife wird, 
aber kein Schreiber ist streng in der Beobachtung dieser Regel; auch in der Mitte 
der Wörter ist vi so bezeichnet, einmal liest man P. 7, 55 avl öjvqov. Selten ver¬ 
nachlässigt ein Schreiber den Apostroph, P. 13 ,55 liest man auch iirj&Evcc, P. 14 ,67 
tu&’oÖov. Der Schreiber dieser Urkunde P. 14 ist der einzige, der den Apostroph 
vernachlässigt, man liest bei ihm 22 di ov, 59 dt yg, 70 dt eccvtov, 85 dt evtoksmg, auch 
16 tcccq astcevra, 21. 28. 47 tcccq ccvtov, aber 17. 82 xaz\ 74 xccd , \ 91 etc avccyxsg, 
P. 13, 63 zweimal ETcavayxeg. Auch das Zeichen bei ovx und ov%\ was sich ein 
paarmal findet, darf als Apostroph gelten, anders ist natürlich P. 13 ,73 und 

P. 14, 53 tatEQ zu beurteilen. Umgekehrt darf man bei einer Schreibung ohne Apo¬ 
stroph wie P.13, 61 £90 und 63 Ei&ovrcog annehmen, daß der Schreiber die beiden 
Wörter als eines betrachtete. Wenn außerdem zuweilen z. B. P. 1, 4.7.28, P. 16, 26.38 
der Artikel 6 und oC, dann die Wörter P. 6, 84 6 (= ö), P. 13, 25 ov (=» ov), P. 11,11 
ov (= ov), P. 12, 40 eü (=g 5) mit einem Strich oder Haken versehen sind, so darf 
man darin nicht den Spiritus erblicken; es sind Zeichen, die den Buchstaben oder 
Laut als selbständiges Wort bezeichnen sollen, ebenso wie bei 17 (=*= $), das in meh¬ 
reren Urkunden regelmäßig mit dem Haken oder Strich versehen ist. Daß der 
Schreiber auch P. 7, 25 cöv (= &v) und P. 16, 22 rätft (=» d>tft) schrieb, geschah aus 
Versehen. 

Der Querstrich über den Eigennamen scheint auf den ersten Blick rein willkür¬ 
lich gesetzt oder fortgelassen zu sein. Man trifft ihn auf griechischen und ägyp¬ 
tischen Namen, ebenso oft fehlt er dort, auf weiblichen Namen steht er häufiger ab 
auf männlichen. Mir scheint, daß es eine-feste Regel nicht gab, daß aber die Schreiber 
die Gewohnheit hatten einen Namen dann mit dem Strich zu bezeichnen, wenn er 
nach ihrer Meinung sonst hätte verkannt werden können. Jedenfalls ist diese Zeit 
von der strengen Regelmäßigkeit, mit der später in der byzantinischen Schule die 
Bezeichnung des Namens durch den Querstrich beobachtet wird, noch weit entfernt. 

Von Abkürzungen trifft man nur die in allen Urkunden dieser Zeit regelmäßig 
wiederkehrenden, ein Plural wird durch Wiederholung des letzten Buchstabens be¬ 
zeichnet, wie gpyU/ «= Olavioi und tcqoxx, = tcqoxeI^&vol. 


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URKUNDEN. 


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ITr.l. 

VERGLEICH. 

Inv.-Nr. 96. Hohe 76 cm, Breite 32,5 cm. Rekto 65 Zeilen. Verso 1 Zeile. Syene. 

11. März 574. Unveröffentlicht. Tafeln I. H. 

Der Papyrus besteht aus einem Schutzstreifen von 7 cm Höhe, Faserung parallel 
zur Klebung, und vier Selides von je 17—18 cm Höhe, Faserung senkrecht zur Kle¬ 
bung; von der letzten Selis fehlt ein etwa 2 cm breiter Streifen. Der Text ist in einer 
fetten, runden, stark verschnörkelten Minuskelkursive geschrieben, die Über zahlreiche 
Formen verfügt. Die Zeilen laufen parallel den Klebungen. Die Länge der Zeilen und 
die Zwischenräume sind sorgfältig beobachtet. Am Anfang des Textes ist der Papyrus 
brüchig und löcherig, die ersten fünf Zeilen Bind teils verwischt, teils zerstört, auch in 
Z. 16 und 50 hat die Schrift stark gelitten. Rechts und links ein freier Rand von 
1,5—2 cm. Die Ränder sind lädiert und zum Teil beschnitten, Spuren der Faltung 
am Rande erkennbar. Text und Subskriptionen sind mit schwarzbrauner Tinte ge¬ 
schrieben, der Verfasser der Urkunde hat seine Unterschrift mit sehr blasser Tinte 
gegeben. 

Die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Schutzstreifens stammt, wie es scheint, 
von der Hand des Schreibers der Urkunde. 


Die subjektiv (als Cheirographon) stilisierte Urkunde (vgl. unten EinL zu Mon. T') 
gilt als geschrieben (vgL Einzelbem. zu Z. 64) von Viktor, dem Sohne des Petros 
(Z. 1—55; Z. 64). Für die drei Geschwister, welche zusammen eine der Parteien bil¬ 
den, unterschreibt ein ab actuariis des Numerus von Syene (Z. 55—59). Ein ab ac- 
tuariis und drei 6tqccti&tcu fungieren als Zeugen. 

Die Urkunde bezeichnet sich selbst wiederholt als didAveig (Z. 7, 37, 40, 47, 51), 
Z. 9 als diaXvuxii öpokoyCcCy Z. 28 als 6[ioXoyia rfjs tiiulvömg. Sie ist nach der von 
den Parteien getroffenen Vereinbarung ein Vergleich und beendet einen Streit unter 
Geschwistern über den väterlichen Nachlaß. Die eine Partei bilden drei Geschwister, 
die Aurelier Viktor, Paeion und Tsia, der ihr Mann assistiert, als Streitgenossen und 
die (als Streitgehilfin?) auf ihrer Seite stehende Mutter Tlou. Auf der anderen Seite 
steht der vom verstorbenen Vater Dios bevorzugte oder doch der Bevorzugung den 


Gougle 


Original frorri 

UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



Urkunden: Nr. 1. Vergleich 


21 


Geschwistern verdächtige Bruder Aurelios Jakobos, der bei Lebzeiten des Vaters in 
dessen Geschäfte mitgearbeitet hatte. 

Im Verlaufe des Streites wurde zunächst ein Militärgericht, xb xoivbv x&v xa#o>- 
ötofiiv <dv itgtbxcov ÜQiftpov 2Jvifvr}g, angegangen, das zwar nach beiderseitigem Gehör 
der Parteien festgestellt hatte (öwldav — cognoverunt), daß Jakobos $irj&kv xb 6vv- 
oXov xaxi%ovxa x&v %axgdmv fipcbv (d. i. der Geschwister) itQaypdxayvy aber trotz 
dieser causae cognitio nicht sofort zum Urteil schritt, sondern dem Jakobos einen 
Eid auftrug, firjdhv {jicoXsfaeö&aC 601 x&v naxgmmv ijfi&v vcgayfidxnv. Nach Ab¬ 
leistung dieses Eides kommen die Parteien zum vorliegenden Vergleich, worin die 
drei Geschwister auf jeden weiteren Anspruch gegen Jakobos verzichten, aber auch 
(im Nachtrag Z. 53—55) bestätigen, von Jakobos einen Goldsolidus erhalten zu 
haben, den dieser seinerzeit vom Vater wohl als Aussteuer für seinen eigenen Militär¬ 
dienst, nicht — woran allerdings der Ausdruck vjcIq ötgaxevöCfiov xov vlov öoy zu¬ 
nächst denken läßt — für den seines Sohnes, also des Enkels des Erblassers, be¬ 
kommen hatte. Ausgeschlossen ist ja diese Auffassung allerdings auch vom sach¬ 
lichen Standpunkte nicht: es ließe sich auch an eine Anlage für künftigen Heeres¬ 
dienst eines wenn auch noch im Kindesalter stehenden Sohnes des Jakobos, und 
zwar des später als Soldat auftretenden Johannes denken. Aber wahrscheinlicher ist 
die andere Auffassung. VgL auch den krit. Apparat unten zu Z. 54. Die Geschwister 
beschwören ihre Erklärung und lassen sie von vier Zeugen fertigen. 

Juristisch dürfen wir das Ganze wohl fassen als Beendigung einer hereditatis 
petitio partiaria der drei Geschwister gegen den vierten Miterben Jakobos, als ob 
dieser Stücke aus dem gemeinsamen Nachlaß sich angeeignet habe. Wir müssen na¬ 
türlich annehmen, daß nach Erledigung dieses Rechtsstreites Jakobos auch den ihm 
gebührenden Teil des Nachlasses erhalten habe. Über die Stellung der Mutter vgh 
unten zu Z. 5f. 

f BaöiXsCag xal vnaxetag xov frsioxaxov fjfi&v deöxbxov OXavtov 'lovtixCvov Niov xov 
alovCov Avyov6x[ov AvxoxQccxogog J]t[ovs ijyaxov $\a]pevafr U xijs ißdöprjg tv- 
d(ixx£ovos) 

AvgijXtoi BCxtoag xal Iladmv xal To£[a] ycc^exij 'AxQijxog xov xal öwcuvovvxog 
avxfj ol 

XQstg bpoyirfaioi 4tdeX<pol ix itaxgog Alov xov xal IlaaaQccel ix (irjXQbg 5 

TXoi> xrjs xal it6i&oit\ivrjs xal OWEvdoxovö]rjg xal ÖiaßsßaicoOaiiivrjs ituvxa 

8 Im Datum fehlt die Ortsangabe ew cvtjptj, 
sie steht am Schluß Z. 66. 4 uzQipog ist 

wahrscheinlicher als ccyQTjtog. P. 6 ,37 ist viel¬ 
leicht uyqrpo ff, P.4 ,62 und P. 14 ,108 sicher octQTje 
und ccxqtjxos zu lesen. — Über ot ein Schnörkel 
wie Z. 7.38. 5 Hier und Z. 10 xaöccgae *, Z. 66 


nceöagos *, P. 13 ,8 lautet der Genetiv [x]aeaQak- 
rog. Dieser Name ist hier mit dem Querstrich 
versehen, sonst fehlt er, ebenso über den anderen 
Namen, steht aber immer über tlov außer in 
der Unterschrift Z. 66. 


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22 


Urkunden 


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xd bßxsXoyxfiivxa xavxy xjj SiaXvöei bgfiubfiBvoi falb Zhnjirrjg ol xal ifctjg vxoyga<pia 
xagi%ovxBg rov vxhg avx&v vxoygdtpovxa xal fidgxvgag xoüg £%rjg (iccgxvgovvxccg 
x%Ös xfj 

duckvnxfj SfioXoyla f AvgviXlm 'Iaxmßp tdüp fjfi&v bfMmatglm ddeXtpm 
10 ix x&v xgoysyga^ifidvcov diov rov xal IlaOagael xal TXov bgiUDpdvm falb xfjg av- 
trjg Uvifvqg 

%aiguv. ixstdij fyCxa iv tolg %&6i xvydvBi 6 iivrjpovsv&Blg fjuöv xccxijg dlog 
sl%sv öi rbv xgoysygafifidvov ’ldxmßov 6)<favd dvdgm&ivxa xal tfxovra dg xijv 
deovtfav ^Xixlav 6w£gya£6[tfvov avxm xfj vavxixjj xijyQ, xal xov xgoBigrjfidvov 
xaxgbg fjn&v /Hov xiXsi xov ßCov %grfia\i,ivov xrjv vxoXutp&dtiav xm fiaxagCm ftfiwv 
16 xaxgl xagBiXij<pa[UV di' dfiov avxfjg rfjg xgoBtgtjfidvrjg TXov pqxgbg iyubv 

xal «J.] ... xrjv ilayayyijv 6oi xotrjadfLBvoi (pdoxovrig vxoXbCxbö&oI (Sol 

xi xrjg xgo%Q£lag xov cebxov paxagtov fifi&v xaxgbg , xal 6i> 6 xgole%&elg 'laxm- 
ßog disßs- 

ßaimöm Xiymv firjddv xi Idtonoultifral 6ot x&v xatgq&mv jjfi&v xgaypdxmv, 
xal xrjg (ptXovixsCag ymxgag yBvo[iivrjg ^grjödfiBdu xb xoivbv x&v xa&oöimpidvmv 
20 xgmxmv bgi&uov Uvrjvtjg, oixiveg dxovöavxeg xä (iBxa^v fipöbv diupißccXXöfUva 
övvtdav 

6% prjdlv xb (SvvoXov xaxi%ovxa x&v xaxgcpmv fjfi&v xgayfiaxmv xal elg ßsßalmöiv 
x(al) xaöav dxaXXayrjv xrjg xiVTj&Bfoijg 6oi nag ^mv <piXovixeC(a)g xal dxo- 
oößrfiw 

8 Die objektive Stilirierong in avrmr neben 
der subjektiven, die sonst durchgefübrt ist. 

11 Hinter %cciquv ein Kolon. — xv%avn vulg&r st. 
rvyx av *h aber auch das Präsens ist auffallend. — 

Das erste p von pyijpofSoOstc ist korrigiert aus 
x mit einem Ansatz zu p, der Schreiber dachte 
an 7tQOfivrifLovMv&tig. 12 Wenn der Schreiber 
die Bedeutung des hier adverbial gebrauchten 
mcarti nicht mißverstanden hat, liegen die 
hier angedeuteten Vorgänge in einer viel frühe¬ 
ren Zeit, als Jakobos noch ein Knabe war; 
zur Zeit dieses Vertrages war er ein Mann, 
vgl. zu Z. 64. 18 a in ccvrm ist verbessert 

aus öv f der Schreiber wollte zunächst ovtbq- 
ya^ofi»vov wiederholen. — Man würde er rrj 
erwarten. — In XQ<mgrjfi»rov hat der Schrei¬ 
ber unter der Ligatur ov das o wiederholt. 

14 Das Substantiv zu trp vxoUup&eusar fehlt, 
nach Z. 17 ist etwa ttjv vxoUup&eioccr xm 
lucxccQuo lyuov xcctqi (*QO%Qeucry zu lesen. 

15 Die auffallende 1. Person eftov cev «jp er- 


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klärt sioh, obwohl Tlou nicht zu den vertrag¬ 
schließenden Personen gehört, aus dem Anteil, 
den sie nach Z. 6 an dieser Dialysis nimmt. 
16 xcu am* Anfang der Zeile ist sicher, ebenso 
s, dann fehlen etwa 10 Buchstaben; evrftayo- 
fur 6<n würde den Sinn treffen, aber die letz¬ 
ten Spuren vor xrjv scheinen nicht damit zu 
stimmen. Die übrigen Worte dieser Zeile haben 
ebenfalls stark gelitten. 17 Über o steht -ein 
Haken wie Z. 4, 7, 28 über oi. — Das •ß in 
äießeßcciaom ist verbessert aus 4hj? 18 Hinter 
Itymv steht ein Kolon. — 1. i9uyxon r }oOai 1 das 
Perfekt ist notwendig; das zweite i hat der 
Schreiber mit 9 verbunden wie in 9iado%oeg 
Z. 89. 19 1. tpilovnxucg. — In xa&ocimfiermr 

ist x verbessert aus ax. — L xetfcmetmpowmr. 
20 1. ovrniar, vulgär st. aovetdov ; vgl. zu 
Mon. 6 Z. 66. 22 x(oi) scheint zwischen 9a 

und xcccar nachträglich eingefügt zu sein; zur 
Form vgl. das zweite xo* in Z. 46. — In njg ist 
rj aus o verbessert — tpUonxeig — tpiXoretruag. 


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Nr. 1. Vergleich 


23 


itdörjs igEöxGifo'ag %iirvftrfiQplvr\g xaxä 6ov nag fjpStv Zgi6av &6xe fjjiüg 8s%a6&m 
ivmpotop Xöyov hg firjökv wtoXelxs6d , aC 601 t&v itazggScov ftfi&v xgay^taxcov. xovxcov 
xoLvw do^dvxav x(al) dgeöd'ivxaiv ^fitv xo[iL6afiivotg itagä 6ov tbv ivaptoxov xal 25 
<tpgixxbv 

ogxov istl tätv beltov xal d%gdvxtov xal 6eitx&v xeifir ( Xlwv 7 &g prjdkv itavxsX&g 
6vfMpegoitotr}6afidvov t&v avx&v itaxgixibv flft&i' XQayfidrav, eis xavxrjv iArjA'ö&apev 
vtyv bptoXoyiav xijg diaAvaecog, dt 9 fl$ SfioXoyovftev fjfielg oC itgoyeygamiivot Bix- 
x<og xal 

üaeltov xal Ttila exovöcgj yvd>py xal ad&atgixtp ßovXij<fet xal adöXgj itgoaigioei dl%a 
itavxog döXov xal <pößov xivbg xal ßtag xal ditdxrjg xal dvayxrjg xal 6vvagitayrjg 80 

TtgÜXOV pkv ÖEÖix&ai 

xal ElXrjfptvai itagä 6ov xbv 6sßa6(uov Zqxov iitl xav aymv xal dfubfitov xeiiiij- 
AUov <&$ [irjÖkv 

xov itaxg'og fleußt? dt,axaxi%ovxog ßi%Qt edxeXovg xivog, hteixa di ö(ioloyov[uv tnjddva 
Xöyov 6 %eiv itgbg 6h xbv itgoEigrjfidvov 9 Idxa>ßov xbv ddeXtpov i)pLi3v firjdk £| eiv 
itegl xrjg itgo%geCag xijg ÜitoAeLtp&Eforjg itocgä xov [ivrjpovEvd'ivxog 4lov utaxgog fjttcov 
prfik itegl olovdifitoxe xgdyptaxog itgo6fjxovxog xfj itaxgtpa fifimv xXrjgovofiUfr fuxgov 85 
fl fieyaXov vorj&dvxog fl fiii vorjd'dvxog Xey^dvxog fl /ifl Ae%ftivxog iXd'övxog elg ydäov 
fl fifl iXd’övxog xayivxog xavxjj xfj diaXdöet fl fiij xayivxog, äitXmg ovx iiteXevaöfied’d 
6oi oi)% flfieig avxoi ov xArjgovöfioi i}(i&v ov ÖtdÖo%oi ov dtaxdxo%ot (irjdk 
ivdfcajfidv 6oi firjdk xArjgovöpoig öolg fl diadö%oig fl dtaxaxö%oig (irjdk iyxaXi6o(iev 
Itrjdk itagaßaCvafiev fl itaga6aXed6a>(iev xavxrjv xijv dtdXv6iv iv xm vvv xal iv 40 
firjdevl xaigdi 

xaxä firjdiva xgöitov fl ätpogftijv fl pdfrodov fl svgsötXoydav iv öixaOxrjgltp firjdk ixxbg 
dtxa6xrjgCov dtä xb hg xgoelxafiev äxr\XXd%dai rffiäg itgbg 6k itegl itavzmv xal 
ioßdö&ai xav 6xdgpa dlxr^g xal ivaycoyrjg agfiogov&rjg xavxy xfj {mo&faei fl xal 
ccQttö£ai dvvafidvrjg. 

xal xgbg iotl xovxotg ixmfioöd^ed'a xbv ftsiov xal 6eßa6[iiov Zgxov xov xe xavxo- 
xgdxogog d'eov 


28 1. eQea%rjliae. — In %i9r^r\<toy^vr\g ist 
das zweite r\ Terbessert ans et. — 1. toQiaav. 
— In ootsrs steht ca über halbweggewiBch- 
tem r\. 24 In atg \n\ö»v vxoXnnso&cti liegt 

Kontamination von zwei verschiedenen Kon¬ 
struktionen vor, vgl. Z. 26 nnd 81. 27 Hin¬ 

ter XQctypaxoav ein Zwischenraum. 29 8*ov~ 
auo gesucht st. exootrux. 88 Die Zeile ist 
stark verwischt, doch sicher lesbar. 86 ff. 17 
ist regelmäßig mit einem Zeichen rf geschrie¬ 
ben. 87 ovx ist mit einem Strich hinter 


x geschrieben. 88 ov% ist mit einem Strich 
über x geschrieben. 89 ff. Die Formen 
sva|aifMv, ayxcdstfajfuv und Z. 40 naqattalsv- 
ocofisx sind als Konj. Aor. mit Futurbedeutung 
aufzufasaen; dafür spricht wenigstens Z. 40 
ituQaßaivmfuv, das nur Konjunktiv sein kann. 
42 xui ist zur Füllung der Zeile in einen breiten 
Schnörkel aufgelöst, ebenso das letzte xcu Z.45. 
48 In appogai gleicht £ eher einem {, also viel¬ 
leicht nur Schreibfehler st. aQ/iofaiv. 44 %qqq 
ist Adverb oder hqocstu eine Präposition, cf. 


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24 


Urkunden 


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45 xtd vlxyg xtd sfatßtiag t&v XQtx%(6Ttov deoxox&v xf^g olxovptvr$ OX{avtov) ’lovört- 
vov Niov xtd 

AlUttg Zotpäg xSsv cdtovCmv Aüyovöxmv Avxoxgaxög&v, py hcttpvr^vtd 601 prjdh 
ivtfyiiv prjdl 

iyxakelv ixt pxfil xagaßrjvcu prjdl xttgtt6aXev6cu xavxr^v %ijp dutXvötv. bI dh 
ßovlrftefyiuv xtuqtp xoxoxb 

kvaysiv 601 i) ixe&ivcu 6ot xaihtjg bvbxbv x^g bxo&iomg, xqqtxgv piv ivo%o t tpa- 
vrpföpsfrtt xa 

&ekp Zgxtp xtd tp xtfg ixioQxeCag xivdvvp xtd iyxXifpaxt, hcuta di ixiyvo66[ufra 
X6yp ixt%Bt- 

60 prjoe&g xtd [xagccßdoecog] %g[v6ov vopt6]paxta dvo yf(vsxta) %g(y6ov) voQuOptrxta) 
§ /*#T & %gl tov pr$hr loyyBtv xtctä rav 

öwxBxaypJvav xavxy xfj dtaXv6Bt , fjvxBQ Big 6ijv &6tp(aXBiav) XBXotrjps&a xvgUtv 
xtd ßsßtdttv xtd lwopov 

[jtBffi ['Ox]oyQtupr^gy tov öxbp Jjfttbv vxoygdtpovxog xtd xtbv S£ijg pagrxvgovvxtov 
xtd ixBQtotrfiivtBg 

&poXoyrj6apev f. dr t Xov dl Sri ids%dps&a xagä 6ov voptöpaxtov ?v £t yyp UvrfvTjg, 
Zx bq didmxBV 

6ol $ pvtjpovBvdslg i )ptov xtttrjg Alog vxlg 6xgax€v6tpov tov vtov 6ov xtd ov- 
diva Zöyov §%opBv xghg 6h 

55 xbqI xovxov dia xh &g XQOBlxapsv BtXrjtpdvai xttga 6ov xtd ovrfojg SpoXoyij6(&tu) f. 
(2.H.) f AvgilXX(pt,y BCxxcog xtd JIaBito\v 


Wilcken, Papyr. Cair. ed. Maspero 67082 Z. 78 
Anm. 46 f. sind ebenfalls stark abgerie¬ 
ben, doch sind die Lesungen sicher; Goyas ist 
wohl nur Schreibfehler st. ooytag. 47 Hin¬ 
ter diilvotv ein Spatium. — L (i*y xatqtp. 
49 L txioQxiae. 50 ist bis auf geringe Spu¬ 
ren zerstört, doch ist vojueparia wahrschein¬ 
licher als oyxtag. 52 twr oyQayrj st. vnoyQa- 
yijS ist auffallend, doch ist das 6 von psfr 
ziemlich sicher zu erkennen. 58 ff» Mit 
uttoloyriaantv schloß ursprünglich der Text 
der Urkunde, wie auch das Kreuz dahinter 
beweist Die folgenden Worte dqlo? — Z. 55 
a>fioloyrto(&ui) sind zwar vielleicht von demsel¬ 
ben Schreiber, aber wie die folgenden Unter¬ 
schriften mit einer stumpferen Feder und mit 
dunklerer Tinte geschrieben, auch stehen die 
Linien enger und laufen nicht ganz so gerade 
wie vorher. Es scheint also, daß sie erst nach 
träglich bei der Unterzeichnung der Urkun¬ 


den, auf Wunsch der Parteien, hinzugefügt 
wurden. — drflov d» oti hier wie das Ad¬ 
verb di\lov<nt „selbstverständlich* 1 54 vx*g 
ffTQoertvffifwv rov vtov oov ißt ungeschickt aus¬ 
gedrückt, objektive und subjektive Stilisierung 
Bind vereinigt; denn gemeint ist offenbar „für 
deinen, seines Sohnes, Militärdienst 11 . Vielleicht 
ist Jakobos nicht militärtauglich gewesen. 
Gegen die Übersetzung „Militärdienst deines 
Sohnes 11 scheint auch zu sprechen, daß des 
Jakobos Sohn Johannes zwar Soldat geworden 
ist, doch ent lange nach diesen Vorgängen; 
im Jahre 584 ist er ent Rekrut (P. Lond. Inv. 
1792). Es wäre dann aber auch mttQ gtqcctbv- 
aifiov kaum zu deuten. 55 opoloyije ist 
sicher, so daß die Striche hinter s wohl als 
Abkürzung für bat gedeutet werden müssen. 
55 ff. FL Jakob, der für die Geschwister un¬ 
terschreibt, behemcht das Griechische sehr 
unvollkommen. Er begeht eine Reihe von or- 


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Nr. 1. Vergleich 


25 


xal Tö£a ix itaxgbg dCov Ilaöccgosl ix tirjxgbg TXob xfjg ni&oudwjq 
xal örjvsvdoxov^&yrig ol XQOx{sCfievo t) d&dps&a xavxrp Tip QidXvörjy xal 6xoi- 
jjtl ijfiElv 6g %g6x{aixai). &A(athog) ’laxfaß Bct&Uddcv fach dxxavag(üov) dgifripov) 
Swfprig 

dx&todig axygave tuthg adxov yg^d^fiftaxa firj elxötov. (3. H.) f <&X(aviog) Myyag 
Atdvpov 6xg(aTubtrjg) dgi&pov Dtjvrjg (iagxvg& f. (4. H.) $Z(mhog) ”Atccc Alog 60 
Mccgxiov &7tb 

dxxovaglov &Qi&iio(y) Uwjvrjg [iagxvg& xfj 6(ioXoyty dxovöag %aga 

x&v d'iydvmv f. (5. H.) f Q>X(aviog) ’ldäx ’laxcbßov 6xga(xubx7jg) &Qt&p(o‘v) Uvrjrrjg 

(UCQXVQ& f. 

(6. H.) f G>A(aviog) Köfug Ilaaß Cov 6XQ(ccxu6xrjg) agi&nov 2 /ijvrjg fiagxvga f. 

(7. H.) f di ifiov BCxxogog JldxQov italatm&ri Qafiavt m# Is xrjg 

ißdö^fjg ivd{ixxCovog) iv IJvrjvrjf. 66 


Verso: 

(1. H.) f Aiakvöiq bt ^y{6y>mog) BCxxogog xal Ilarfcov og xal Tplag dd§X[(p&v bpo- 
yvijöCcw] itgbg \idxmßov . 


thographischen Fehlem, za lesen ist avßrjhoi, 
Z. 66 7t8L&Ofi€vr}Si Z. 67 ffvvsvdoxoverjg, tiialv- 
ffiv (d ist korrigiert aas t\ Z. 68 rjfitx and oog, 
Z. 69 ct£uo&etSj eyQCtya, yQafifucta, et&orav. Da¬ 
her wird aach Z. 66 itacccQoa st. xacapas*, wie 
in der Urkande selbst steht, nar Schreibfehler 
sein. Gedankenlosigkeit ebenso wie gramma¬ 
tische Unkenntnis verrät Z. 69 avtov—stvorog st. 
avttov — ti&orar, doch hat der Zeage selbst 
noch tirotog in «irorov korrigiert. 59 Die 
Lesang (irjvag ist nicht sicher. 60 atjvrjß st 


üvrjrrjg veranlaßte die Aassprache, den glei¬ 
chen Schreibfehler macht Z. 61 ein anderer 
Zeage. 62 In P. Land. Inv. 1787 vom Jahre 
684 tritt ein Centurio dieses Namens auf (Bell). 
68 In P. Lond. Inv. 1789 (vom Jahre 694) be- 
gegenet ein Angustalios gleichen Namens (Bell). 
64 Der Aussteller unterschreibt mit anderer 
Tinte, also wohl erst in späterer Zeit. Die 
Inhaltsangabe auf dem Verso ist fast ganz zer¬ 
stört, unsere Ergänzung paßt indessen zu den 
erkennbaren Spuren. 


ÜBERSETZUNG. 

f Christas (?) Michael (?) Gabriel (?)f 

f Im 9. Jahre der Regierung und des Konsulates unseres göttlichsten Herrschers 
Flavios Justinos Neos, des ewigen Augustus Imperator, am 15. Phamenoth der 7. In¬ 
diktion. 

Wir, die Aurelier Viktor und Paeion und Tsia, die Gattin des Hatres, der mit ihr 
einverstanden ist, drei vollbürtige Geschwister vom Vater Dios, auch Pasaraei (ge- (6) 
heißen), und der Mutter Tlou, die einverstanden ist und zustimmt und den gesamten 
Vertragsinhalt dieses Vergleichs garantiert, stammend aus Syene und unten den Un¬ 
terschreiber beistellend, der für uns unterschreibt, und die Zeugen, die unten diesen 
Vergleichsvertrag bezeugen, f an Aurelios Jakobos, unseren eigenen vollbürtigen 

München« Papyri L 4 


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26 


Urkunden 


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(10) Bruder von den vorgenannten Eitern Dios, auch Pasaraei (geheißen), und Tlou, 
stammend aus demselben Syene, (unseren) Gruß. 

Da unser genannter Vater Dios bei Lebzeiten dich, den vorgenannten Jakobos, 
als ob du bereits mannbar geworden und in das gesetzliche Alter gekommen wärest, 
als Gehilfen bei seinem Schiffergewerbe batte, und wir nach dem Ableben un- 
(15) seres vorgenannten Vaters Dios den Nachlaß unseres seligen Vaters durch mich 
selbst, unsere vorgenannte Mutter Tlou, in Empfang genommen haben, und dabei 
.... die Exagoge gegen dich mit der Behauptung durchgeführt haben, daß noch 
etwas vom Nachlaß unseres seligen Vaters in deinem Besitze sei, du aber, der vor¬ 
genannte Jakobos, versichertest und erklärtest, dir nichts von unseren väterlichen 
Vermögensstücken angeeignet zu haben, und darob ein großer Streit entstand, haben 
(20) wir das Kollegium der devoti priores des Numerus von Syene (zu Richtern) aus¬ 
erwählt, die, nachdem sie unsere Streitsache angehört, erkannten, daß du ganz und 
gar nichts von unseren väterlichen Vermögensstücken besäßest, und zur Sicherung 
und gänzlichen Beseitigung des von uns gegen dich begonnenen Streites und zur 
Verscheuchung jeglichen von uns gegen dich zu erhebenden Zankes bestimmten, 
wir sollten eine beschworene Erklärung erhalten, daß du nichts mehr von unseren 
(26) väterlichen Nachlaßstücken im Besitze habest. Da uns dies nun paßte und befrie¬ 
digte und wir den beschworenen und furchtbaren Eid bei den göttlichen, unbe¬ 
fleckten und ehrwürdigen Reliquien erhalten hatten, daß du von unseren väterlichen 
Sachen ganz und gar nichts dir zunutze gemacht habest, sind wir zu diesem Ver¬ 
gleich svertrage geschritten, durch den wir, die vorbezeichneten Viktor und Paeion 
und Tsia, freiwillig und aus eigenem Willen und ohne arglistigen Entschluß, ohne 
(so) jede Arglist und irgendwelche Furcht, Gewalt, Täuschung, Zwang und Erschleichung 
erklären, erstens von dir erhalten und bekommen zu haben den ehrwürdigen Eid auf 
die heiligen und untadeligen Reliquien, daß du bis auf die geringste Kleinigkeit 
nichts vom Vermögen unseres Vaters besitzest. Zweitens erklären wir, keinen An¬ 
spruch gegen dich, den vorgenannten Jakobos, unseren Bruder, zu haben oder in 
Zukunft erheben zu wollen wegen des von unserem genannten Vater Dios hinter- 
(35) lassenen Vermögens, noch wegen irgendeiner zu unserer väterlichen Erbschaft ge¬ 
hörigen Sache, mag sie groß oder klein sein, ob wir an sie denken oder nicht, von 
ihr sprechen oder nicht, ob sie zum Vorschein gekommen ist oder nicht, in diesem 
Vergleich einbegriffen oder nicht einbegriffen ist. Mit einem Worte: es werden weder 
wir selbst noch unsere testamentarischen oder gesetzlichen Erben oder Erbschafts- 
besitzer weder dich noch deine testamentarischen oder gesetzlichen Erben oder Erb¬ 
schaftsbesitzer angreifen oder verklagen, auch werden wir diesen Vergleich nicht über- 
(40) treten oder erschüttern, weder jetzt noch irgendeinmal auf irgendeine Weise, durch 
irgendein Mittel, eine List oder einen Schleichweg, vor Gericht oder außer Gericht, weil, 
wie wir vorher sagten, wir über alles mit dir übereingekommen sind und jeder Keim 
eines Rechtsstreits und einer Klage, die sich auf diesen Tatbestand bezöge oder beziehen 
könnte, ausgetilgt ist. XJnd außerdem haben wir das beschworen mit dem göttlichen 


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Nr. 1. Vergleich 


27 


und ehrwürdigen Eide bei Gott dem Allmächtigen und hei Sieg und Frömmigkeit (46) 
der mächtigsten Herrscher der Welt, der Flavier Justinos Neos und Ailia Sopba, der 
ewigen Augusti Imperatores, dich nicht anzutasten noch anzugreifen oder zu ver¬ 
klagen noch auch diesen Vergleich irgendwie zu übertreten oder zu erschüttern. 
Sollten wir aber irgendeinmal dich wegen dieses Tatbestandes angreifen oder an- 
gehen wollen, so sollen wir erstens dem göttlichen Eide und der Gefahr und Anklage 
des Eidbruchs verfallen sein, dazu aber noch wegen der Unternehmung und der Über- (50) 
tretung zu zwei Goldsolidi (macht 2 Goldsolidi) schuldig erkannt werden und dazu 
auch nichts ausrichten können zum Nachteil der Bestimmungen dieses Vergleichs, 
den wir zu deiner Sicherheit gültig, fest und rechtsbeständig gemacht haben mit der 
Unterschrift des für uns Unterschreibenden und der folgenden Zeugen; und wir 
haben auf Befragen unsere Zustimmung erklärt f. Natürlich haben wir aber auch 
von dir einen Solidus Syener Gewicht erhalten, den unser genannter Vater Dios für 
deinen, seines Sohnes, Militärdienst gegeben hat, und wir haben deshalb keinen An¬ 
spruch gegen dich, weil wir, wie wir gesagt haben, von dir (ihn) erhalten haben und (56) 
wir so zugestimmt haben. (2. H.) Wir, die Aurelier Viktor und Paeion und Tsia vom 
Vater Dios-Pasaroei und der Mutter Tlou, die einverstanden ist und zustimmt, wir 
Vorstehenden, haben diesen Vergleich gemacht und es ist uns alles recht, wie es vor¬ 
liegt. Ich Fl. Jakob, Sohn des Basileides, ab actuariis des Numerus von Syene, habe 
auf Verlangen für die Schreibunkundigen geschrieben. (3. H.) fleh Fl. Menas, Sohn 
des Didymos, Soldat des Numerus von Syene, bin Zeuge f. (4 H.) Ich FL Apa Dios, (60) 
Sohn des Martios, ab actuariis des Numerus von Syene, bezeuge diesen Vertrag nach 
Gehör von den Vertragschließenden f. (5.H.) Ich FL Isak, Sohn des Jakobos, Sol¬ 
dat des Numerus von Syene, bin Zeuge f. (6. H.) Ich FL Kornes, Sohn des Paamios, 
Soldat des Numerus von Syene, bin Zeuge f. 

(7. H.) Durch mich, Viktor, Sohn des Petros, wurde (die Urkunde) vollendet am 
15. Phamenoth der 7. Indiktion in Syene f. (65) 

Verso: 

(1. H.) f Vergleich auf Namen des Viktor und Paeion und der Tsia, der voll- 
bürtigen Geschwister, mit Jakobos. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

1 jrfiy, wenn so, dann wohl(?) aufzulösen Xqiaxbg FaßgifjL Vgl. Mitteis, 

Grunde . 89, 89*. 

2 f. Der Papyrus ist aus der 7. Indiktion unter Kaiser Justinos II. datiert Da ein 
Indiktionenzyklus Mitte 567 beginnt, so dauerte die 7. Indiktion von Mitte 573 bis Mitte 
574. In sie fällt der 11. März. (Vorbericht S. 7 steht irrig 9. März.) Denn die siebente 
Indiktion endete im Payni oder Epiph, vielleicht auch schon Ende Pachon. Über den An¬ 
fang der ägyptischen Indiktion, die bekanntlich nicht am 1. September, wie sonst im 
Reich, sondern regelmäßig im Frühling oder Frühsommer begann, vgl. schon Wessely, 

4* 


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Urkunden 


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Prölegomena ad pap. graec. nov. coüectionem edendam (1883) p. 48 ss. Wilcken, Hermes 19, 
293 ff. und 21, 277ff., wo auch zu den Arbeiten von Wessely, v. Hartei, Krall Stellung 
genommen ist. Seeck, Deutsche Ztschr. f. Gesch.-Wiss, XII, 279ff. Rühl, Chronologie S. 180. 
Jean Maspero, Bull. Inst frangais d’archdol. Orient. VI (1908), Ätudes sur les papyrus 
d’Aphrodite I p. 35. Jetzt besonders Wilcken, Grundzüge LIXf. Hohmann, Zur Chrono¬ 
logie der Papyrusurkunden 26 ff, Gardthausen, Griech. Paläogr. TL 457 ff. In unserm Pa¬ 
pyrus ist mit Hilfe der Indiktion die sichere Ergänzung des neunten Regierungsjahres des 
Kaisers zu gewinnen, während nur £]t[ov£ !\vaxov zu lesen ist. Bas 9. Regierungsjahr des 
Justinos H. reicht vom 14. November 573 bis 13. November 574. Es ist das Kaiseijahr 
der Urkunden seit Just. Nov. 47,1 (J. 537), das stets von der Thronbesteigung des Kaisers 
(Justinos H: 14. Nov. 565) bis zur Wiederkehr dieses Tags gerechnet wird. Die ägypti¬ 
sche Zählung der Kaiseijahre (vom 1. Thoth) kommt jetzt nicht mehr in Betracht, wonach 
Vorbericht S. 8 zu korrigieren ist. Speziell die Daten der Papyri aus der Zeit Justinos H. 
hat P. M. Meyer zu Hamb. I 23 S. 95 f. zusammengestellt und dabei auf das ungenaue 
Schema ßaaiXstag aal imcastag hingewiesen. Vgl. dazu auch Cair. Cat. 67151, 3 und 
67159,1 mit den Noten Masperos. Bell, KUo XIII164 4 . Vgl. aber auch unten Mon.J2 Z. 8ff. 

3 övvcavovvxog ccvtrj: der Mann der am Vergleich mitbeteiligten Tsia stimmt ihrer 
Transaktion zu. Es ist möglich, hierin einen Nachklang der alten xupiog-Stellung des Ehe¬ 
mannes zu sehen. Es würde dann avvaiv&v sachlich nichts anderes bedeuten als owecxoog 
und avfi7taQ(bv (dazu Wenger, Stellv. 103, 179—181. Gött.Gel.Anz. 1907, 293; Grenfell- 
Hunt zu Oxy. VI 9121. 4; Mitteis, Grundzüge 252), und es wäre nur das so späte Datum 
dieses Nachklangs merkwürdig. Vgl. zur Vormundschaft des Mannes über die Frau jetzt 
auch Taubenschlag, Vormundschaftsrechtl. Studien (1913) 82 ff. Die Aufnahme von Cod. 
Iust. 8, 55, 6 (a. 294 n. Chr.) in die justinianische Gesetzgebung zeigt, daß die volksrecht¬ 
lichen Tendenzen noch fortleben, gegen die sich Diokletian und Maximian wenden. Es 
läßt sich in unserem Falle freilich auch denken, daß Tsia, die offenbar keine Mitgift er¬ 
halten hat — sie tritt im Nachlaßstreit ganz gleichberechtigt mit ihren Brüdern auf und 
von einer Kollation wird nichts bemerkt —, eine Zustimmung des Mannes zur Transaktion 
über ihren Erbteil aus ehegüterrechtlichen Gesichtspunkten wünschte. Es wäre z. B. denkbar, 
daß sie ihren Erbteil dem Manne als Dos versprochen hätte, auch ließen sich natürlich noch 
andere Erklärungsmöglichkeiten für die Anteilnahme des Mannes am Geschäft der Frau 
denken. Vgl. unten zu 16 la avfavrla, in Mon. 7 Z. 12f. Hier mag wohl die erste Erklärung 
am nächsten liegen, findet sich doch das gopig xvplov %Qfi(Mtz££ov<scc mit derselben Erinnerung 
auch noch in Texten des 6. Jahrh. Vgl. Cair. Cat. I 67023, 9, Grenf. H 85, 3f. (a. 535). 
Mitteis a. a. 0. 252*. Außer Z. 3 begegnet auch der Mann der Tsia nicht mehr, weder Z. 29 
noch in der Subskription Z. 56 f. noch im Verso. 

5f. Auch die Stellung der Mutter Tlou zum Vergleiche bedarf der Erwähnung. Sie 
hat ihr Einverständnis und ihre Zustimmung zum Geschäfte erklärt und sich sogar für 
die Einhaltung des didXvotg auf seiten ihrer drei Kinder „verbürgt“. In der Unterschrift 
erscheint sie allerdings nur als jts&ofUvi] und GwevSoxoUxsa, während das duxßeßauoGa- 
glvij der Z. 6 in Z. 56 f. nicht wiederholt wird. Das Wort dwßsßaiaxscefiivr] muß dabei aber 


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Nr. 1. Vergleich 


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nicht etwa auf Bürgschaft im romanistischen Sinne bezogen zu werden. Vgl. Z. 17 f. <rv ... 
daßsßumem liycav, etwa wie unser „du hast dich mit deinem Worte dafür verbürgt, daß“, 
also in der abgeschwächten Bedeutung einer bloßen Beteuerung oder (hier) beteuernden Zustim¬ 
mung. Daß es unwahrscheinlich wäre, Bürgschaft in einem auch weiteren Sinne, aber doch in 
dem der Intercessio hier anzunehmen, bedarf, zumal es sich um eine Frau handelt (S. C. 
Velleianum), keiner näheren Ausführung. Aus Z. 15 geht hervor, daß die Erbschaft den 
Kindern aus der Hand der Mutter zugekommen ist. Ich möchte nun etwa einen Versuch, 
die Tätigkeit der Mutter als die einer bloß faktischen Vermittlerin zwischen den teilenden 
Kindern hinzustellen, ablehnen, soferne die Möglichkeit vorhanden ist, den angegebenen 
Worten eine spezifisch juristische Deutung zu geben. Und diese Möglichkeit liegt m. E. 
vor. Die Anteilnahme der Mutter an der Erbauseinandersetzung aus dem justinianischen 
Erbrecht der armen undotierten Witwe herzuleiten, möchte ich allerdings nicht versuchen, 
da die Mutter in unserer Urkunde einen Nachlaßteil überhaupt nicht erhält oder auch nur 
beansprucht, sondern bloß zur Teilung ihre Genehmigung abgibt. Das führt aber zur An¬ 
nahme, daß es sich um einen jener Fälle der elterlichen Teilung handle, wie sie uns Oxy. 
HI 493 (früh. 2. Jahrh. n. Chr.) und Oxy. IV 713 (97 n. Chr.) übermittelt sind. Dazu 
Babel, EUerliche Teilung (Festschr. z. 49. Philol.-Vers. 1907) S. 537; Mitteis, Grundzüge 
246 lit. c). Nun wird in unserer Urkunde allerdings von einem vorangegangenen Ehe¬ 
oder Erbvertrage der Eltern mit vereinbarter Teilungsberechtigung für den Parens super¬ 
stos, wie wir sie mit unserer Erklärung voraussetzen, nicht gesprochen. Aber das erklärt 
sich sehr leicht daraus, daß sich der ganze Streit ja gar nicht um den Delationsgrund, 
auch nicht das Erbrecht der einzelnen Delaten, sondern nur um die Größe der Quote bzw. 
darum drehte, oh nicht Jakobos mehr als den ihm gebührenden Anteil erhalten habe. Mit 
unserer Annahme würde sich dann auch der Vorwurf erklären, daß der Vater dem in seinem 
Geschäfte tätigen Jakobos etwas aus dem Nachlaßvermögen vorweggegeben habe, was er 
bei Vorhandensein eines Vertrags, welcher der überlebenden Mutter die Teilung vorbehielt, 
nicht mehr durfte. Es ist von Mitteis, a. a. 0., die Frage offen gelassen worden, wieweit 
das Teilungsrecht des überlebenden Parens gegangen sei, d. h. insbesondere, ob er auch 
eine im Endeffekt ungleiche Teilung herbeiführen durfte, oder ob er bei gleichmäßiger Be¬ 
günstigung nur die Art der Auseinandersetzung bestimmen konnte. Die Tatsache, daß 
hier die Kinder von Jakobos Einbeziehung des angeblich Vorausempfangenen in die Ver¬ 
teilung fordern, entscheidet die Sache auch nicht zugunsten eines festen Bechts der Kinder, 
da ja die Mutter auf seiten der einen Partei steht, man also immerhin sagen kann, daß 
sie durch das Verhalten des Vaters gegenüber Jakobos nicht bloß in der Möglichkeit der 
Auseinandersetzung, sondern auch in der freien Möglichkeit der Verteilung beeinträchtigt 
worden sei. Gleichwohl scheint mir dieser Text jene zweitgenannte Auffassung zu stützen, 
da die Mutter sonst wohl eher als Hauptperson auf den Plan träte. In unserem Falle wäre 
dann Tlou aus einem Vertrag mit Dios verpflichtet gewesen, das den Kindern verfangene 
Vatersgut unter sie zu verteilen. Daß sie es hei Lebzeiten tut, kann auf Verpflichtung aus 
jenem Vertrag oder auf freiem Willen beruhen. Etwas von Eigenem scheint sie bei un¬ 
serer Verteilung nicht mit einbezogen zu haben (vgl. Babel, a. a. 0.) Trifft unsere An- 


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Urkunden 


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nähme zu, so ist die Urkunde zugleich ein Beleg für die Fortexistenz derartiger Eheerbver¬ 
träge auch nach der Kodifikation Justinians. Ygl. aber auch Cair.Cat. 67151,169ff. (a. 570). 

7 ätalvGu: um die Urkunde als Vergleich im römisch-rechtlichen Sinne bezeichnen 
zu können, muß ein gegenseitiges Nachgeben der Parteien vorliegen (Ulpian, Big . 2,15,1). 
Das ist hier der Fall. Beide Parteien machen Konzessionen. Der Vergleich charakterisiert 
sich durch den Zweck. Das Rechtsgeschäft, mittels dessen er vollzogen wird, kann ver¬ 
schiedener Art sein. Hier ist es auf seiten des Jakobos Barleistung des Goldsolidus, auf 
seiten der Geschwister beschworener Verzicht auf weitere Ansprüche, also Verzicht gegen 
Abfindung in Geld, eine sehr häufige und natürliche Form des Vergleichs. Hier ist die 
Abfindung, für die sonst dem Verzichtenden nach justinianischem Rechte nur actio prae- 
scriptis verbis, eventuell Stipulationsklage zustand {Cod. Iust. 2,4,6,1, a. 230), bereits vor 
der Verzichtserklärung erlegt, und es wird die Quittung über die Abfindung mit der Verzichts¬ 
erklärung verbunden. Durch bloßen Konsens konnte nach römischem Recht der Vergleich 
nicht zustande kommen, er war kein Konsensualkontrakt. Vgl. Cod. last. 2, 3, 21 (a. 293); 
2, 4, 17 (a. 293); 2, 4, 28 (a. 294). So gewinnt die Vorleistung noch die besondere Be¬ 
deutung für den Innominatkontrakt. Vgl. Windscheid-Kipp, Pandekten II 9 836 11 . Die von 
der verzichtenden Partei beigesetzte Stipulation wäre in römischem Sinne Akzeptilation 
(Windscheid-Kipp, a. a. 0. 837 Anm. 12 litt a) e 836); ja man könnte selbst an den 
zweiten Teil einer aquilianischen Stipulation denken, besonders wenn man in der lang¬ 
atmigen Verzichtsformel Z. 35 ff. das Z. 36 f. Gesagte wörtlich nimmt So entspricht unsere 
Dialysis ganz den römischen Voraussetzungen. Beispiele von Vergleichen über den Nach¬ 
laß eines Verstorbenen finden sich auch in den römischen Quellen. Scaevola, Big. 2,15,3 pr.; 
eod. 14; Cod . Iust. 2, 4, 2 (a. 213); eod. 6 (a. 230); 10 (a. 244); 15 (a. 290). Daß schlie߬ 
lich das Wort öialvGig in der byzantinischen Rechtssprache dem geschilderten römischen 
Vergleichsinstitute entspricht, beweisen die Basiliken 11, 2: tcbqI iwlv&mg und %. oüx 
IggiDtai öuclvGig pqdsv&g öo&iviog i) na^enunaG’iB&i vxo g t) btayyel&lvrog. Über duxlvOig in 
den syr.-röm. Rechtsb. vgl. unten zu Z. 44/46 a. E. Diese Konstatierung möge für unsere 
Kommentarzwecke genügen. Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob das Wort Sid- 
Ivaig auch in vorbyzantinischen griechischen Papyri, insbesondere in der ptolemäischen 
Zeit (Magdola-Papyri), dieselbe Bedeutung gehabt oder etwa einen Bedeutungswandel er¬ 
lebt habe. Sie muß einer Spezialuntersuchung über didXvötg Vorbehalten bleiben. Vgl. jetzt 
dazu Semeka, Ptolem. Prozeßr. I 200 ff. — &Qpcb(uvoi: stammend aus. Zu 8<>püo&ai 
oriri ah vgl. die Zitate Wendlands bei Partsch, GöU. Nachr . 1911, 214*. Die Herkunfts¬ 
bezeichnung ist von besonderem Interesse für die als Parteien usw. auftretenden Soldaten, 
da Schlüsse auf die Zusammensetzung des Truppenteils (aus Einheimischen, Fremden) 
daraus gezogen werden können. VgL Maspero, Organisation 50. 

12 f. Dios hat seinen (wohl jüngsten) Sohn Jakobos in seinem Schiffergewerbe an¬ 
gestellt und ihn dabei ooaavel ctvögto&ivra xai fytovta Big t^v öiovaav JßUxtav gehalten. Es 
ist dabei offenbar gemeint, daß Jakobos durch diese Behandlung einen Vermögensvorteil 
gehabt habe. Man könnte zunächst Emanzipation in Betracht ziehen. Der Sohn hätte dann, 
wenngleich'er in des Vaters Geschäft mittat, doch für sich erworben, wäre etwa wie 


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Nr. 1. Vergleich 


31 


ein Extranens entlohnt worden, und hätte als Emancipatus nun Eollationspflicht. Aber 
einmal ist die Emanzipation nicht an eine Altersgrenze, von der hier doch die Bede ist, 
gebunden, dann aber findet sich auch kein sprachlicher Anhaltspunkt. Die Basiliken über* 
setzen emancipatio mit avxe£ov<Sioxrig und verwenden die Ausdrücke avxe^ovGiov itoutv 
(sui iuris facere) und iXsv&sgovv (liberare) Bas. 31, 3. 4. Nun war ja bekanntlich auch 
nach justinianischem Recht, das für unsere Papyri natürlich geltendes Recht ist, das Haus¬ 
kind zu einem Erwerbe ex re patris unfähig. Aber das änderte sich nicht mit Erreichung 
irgendeiner Altersgrenze, sondern nur mit Erlösohen der patria potestas; die ganze Argu¬ 
mentation der Gegner des Jakobos, die seine Behandlung als tjxtov dg xty öiovaccv ^htUccv 
rügen, hätte aber unter dieser Voraussetzung keinen Sinn. Vielleicht wirft aber die byzan¬ 
tinische Fortentwickelung des justinianischen Rechts, das ja gerade auf diesem Gebiete 
besonders durch Gewohnheit um- und ausgestaltet worden ist, auch auf unseren Fall einiges 
Licht. Zwei Gedanken beherrschen diese Entwickelung: Die Ausgleichung von Vormund¬ 
schaft und väterlicher Gewalt — auch diese wird aus der potestas zur Pflicht und wird 
durch die Erreichung der Großjährigkeit des Kindes, wenngleich unter verschiedenen Mo¬ 
dalitäten, eingeschränkt oder aufgehoben —, und die Ausgleichung der Rechtslagen des 
Impubes und des Minor. Der Pubertätstermin verliert an Bedeutung, und es entscheidet 
der verschiedentlich (besonders mit 20 oder 25 Jahren) angesetzte Majorennitätstermin. 
Für die schwankende und recht komplizierte Entwickelung vgl. Zachariae, Gesch. d. gricch- 
röm. Hechts s , besonders S. 106—113 und 120—126. In dieser Entwickelung spielt auch 
der Gedanke mit, daß das Kind per separatam oeconomiam von der väterlichen Gewalt 
emanzipiert werde (a. a. 0. 113). Vgl. Ferrari, Studi Brugi (Palermo 1910) 441. Nun 
wäre aber die Rekrimination der Geschwister begreiflich. Obwohl Jakobos weder den 
Jahren nach, noch infolge eigener Wirtschaft (er arbeitet ja beim Vater) emanzipiert ist, 
hat ihn der Vater doch als solchen und als selbständig erwerbsfähig behandelt, ihm ins¬ 
besondere auch nach der Andeutung Z. 53 f. vofua^iaxiov ev zum Zweck des Soldaten¬ 
dienstes wohl zur freien Verfügung ausgefolgt. Maspero, Organisation 56 f. zeigt jetzt, daß 
übrigens der Stand des Grenzsoldaten (der Name limitaneus begegnet allerdings nicht) 
mit der bürgerlichen Beschäftigung des Bauern und Schiffers wohl zu vereinbaren war, also 
Eintritt in den Soldatenstand nicht notwendig Aufgabe des bürgerlichen Berufs — wie 
beim gewöhnlichen Soldaten — zur Folge hatte. 

In unserem Papyrus muß zunächst dahinstehen, was unter der diovact gemeint 

ist. Das Wort ävfym&ivra deutet auf Erreichung der Pubertät hin. Aber wenn wir über¬ 
haupt die Urkunde unter dem Gesichtspunkte der oben geschilderten Entwickelung des 
byzantinischen Rechts betrachten, so müssen wir an Stelle des Versuchs, pubertas und 
maior aetas auseinanderzuhalten, vielmehr die Annahme eines einheitlichen Termins setzen, 
dessen Fixierung nach dem oben Gesagten freilich in unserem Falle rein hypothetisch bleiben 
müßte. Vgl. zur zweifelhaften Frage, mit welchem Alter 4\kuda eintritt, nun auch Mitteis, 
Grundzüge 251. Daß cupfjkd; auch der minor, nicht bloß der impubes hieß, zeigt für die byzan¬ 
tinische Zeit L&nd. 1 113,1, S. 201,11 f.: [fixe iv a(p]r}Xix6xrfn ngb \xf^g fu&^ß]cog ivvofiov 
fjhnlag xcov elnoGi Ttivxs tvuxvxmv xty ngativ iitoirjaccxo. Dazu P. M. Meyer, Arch. HI 94 1 . 


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Urkunden 


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16 t^jv i^cpycnyrjv <sot 7Coii\<sup*vor. es ist interessant hier der l\aytay4\ in einem Erb¬ 
schaftsstreit zu begegnen. Im griechischen Erbrecht kann das Hauskind (ixyovog) als dem 
Hause näher stehend (otyuiSrsQog) die Patroa durch Embateusis mit eigener Macht an sich 
nehmen. Dabei ihm entgegengestellte Gewalt kann das erbende Hauskind durch faktische 
Gewalt (Exagoge) brechen. Vgl. Leist, Qräco-ital. Rechtsgesch. 80 f. Aber wir werden in 
unserem späten Papyrus mit dieser Konstatierung wenig gewonnen haben. Auch das dpa£<r- 
a&cn xfjg yrjg in Qrenf. I 11, H 14 (157 v. Chr.), das Mitteis mit der i^ayoayTj der klassi¬ 
schen griechischen Quellen identifiziert hat (Z. Sav.-St. XX11 1 , 274—300), liegt reichlich 
sieben Jahrhunderte vor unserem Dokumente. Die deductio quae moribus fit aber, die mit 
jener i£aytoyr\ von Mitteis parallelisiert worden ist, gehört in den Sakramentsprozeß und 
ist höchstens in die anfängliche Vindikation per sponsionem und vielleicht auch per for- 
mulam petitoriam (vgl. Keller, Ztschr. f. gesch. Rechtswm . XI [1842] 297 ff. Puchta, In¬ 
stitutionen [10. Aufl. Krüger] 473*) übernommen worden. Wir können an ein lebens¬ 
fähiges Exagogeinstitut in unserer Zeit nicht wohl denken. So müssen wir wohl zur gewiß 
unerfreulichen Aushilfe greifen, den alten, ehemals mit so realer Bedeutung begabten Aus¬ 
druck als bloß mehr bedeutungslose Phrase etwa im Sinne von den „Erbschaftsstreit be¬ 
ginnen“ o. dgl. wiederzugeben. Leider ist diese sachliche Schwierigkeit durch gerade an 
dieser Stelle unmögliche Lesung des Voranstehenden noch erhöht. 

10 1 xb vmvbv x&v Ka&oaauofUvcov ic(hvt(qv tfyröftoü Ewfprrigi die Parteien 

haben, ihres langen Streites müde (yiXovHxlag yccxgag yevofibrig), ein Militärgericht, und 
zwar das Kollegium der Priores der Garnison von Syene, mit der schiedlichen Schlichtung 
der Angelegenheit betraut. Die Form zeigt nebenbei, daß auch BGTJ. I 315,12 

atQrjOaodm nicht, wie Wilcken, Arch. IV 559 zweifelnd vorschlägt, in (öi)aitri<saafrtn kor¬ 
rigiert werden muß. Das Militärgericht in Zivilsachen fällt auf, zumal von den Parteien 
anscheinend keine (höchstens Johannes, vgl. Z. 53 f., obwohl auch bei ihm der Sache keine 
Erwähnung geschieht, während wir andernfalls oxQccruorrjg aQi&yo<0 Zvrjvrjg erwarteten) aus 
Militärpersonen besteht. Das justinianische Becht schließt aber mit dem römischen Recht des 
ausgehenden 4. und des 5. Jahrh. die Anrufung von Militärbehörden in Zivilprozessen Pri¬ 
vater und gegen Private aus. Vgl. Cod. Iust. 1 , 46,1 «= Cod. Theod. 1 , 21, 1 (a. 393) und 
Cod. Iust . 1 , 46, 2 (a. 416). Vgl. noch Cod. Iust . 10, 32, 42 - Cod. Theod. 12, 1 , 128 
(a. 392). Cod . Theod. 2, 1 , 9 (a. 397). Daß dies auch in Ägypten Rechtens war, wissen wir, 
von allgemein dahinführenden Erwägungen ganz abgesehen, positiv aus dem Oxy. VIII 
1101 (367—370) erhaltenen Edikte des Präfekten Flavios Eutolmios Tatianos, das frei¬ 
lich, als zeitlich älter, nicht auf die genannten Konstitutionen zurückgehen kann, vielmehr 
schon älteres gleiches Recht voraussetzt Vgl. Hunt, Oxy. Sill p. 166 s. Mitteis, Z . Sav.-St. 
XXXH 342 f. Die Erklärung für das iudicium militare ist in unserem Falle entweder mit dem 
y^adfie^a schon gegeben, doch würde es Schwierigkeiten machen, das Militärgericht nur 
für dispositiv ausgeschlossen zu erachten. Richtiger ist es wohl, jene Vorschriften für das 
Ägypten der neuen Ordnung {Ed. Iust. 13, a. 538) überhaupt nicht mehr als geltend an¬ 
zunehmen, ist doch, wie Geizer, Stud. z. byzant. Verwalt. Ägypt. (1909), dargetan hat, seit 
Justinian eine rückläufige Bewegung im Zuge, die zur alten römischen Ordnung der Ver- 


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Nr. 1. Vergleich 


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einigung, richtiger Einheit, der Gewalten zurückkehrt Vgl. jetzt Wilcken, Grundzüge 75f. 
Die xadartuopivot iqxorot sind offenbar identisch mit den itQmevovteg in Mon. 2 Z. 1 und 
den itgloQSQ Mon. 2 Z. 18; BGU m 836, 2 (justin. Zeit); Nov. Iust. 117,11 (a. 542). 
Geizer, Arch. V, 356* meint „also die Unteroffiziere 14 . Wilcken, Chrestom. 555 \ 556 be¬ 
gnügt sich mit der lateinischen Wiedergabe des Wortes (priores). Wir haben es wohl mit 
jener ersten Klasse von Zenturionen — solche finden sich noch in unseren Texten vgL 
Mon. 8 Z. 41, 45; Mon. 9 Z. 105, 108, 109 — zu tun, von denen Marquardt, Bim. 
Staatsvcrw. II 370 f. handelt Daß die priores eine bestimmte Klasse bilden, geht aus Mon. 1 
und 2 klar hervor. Maspero, Organisation 104 scheint den Kreis weiter zu ziehen. Herr 
Dr. Steinwenter erinnert mich noch an Cod. Iust. 12,35,18,3, wonach in Prozessen gegen 
Soldaten die duces die Wahl haben, vel su&m audientiam interponere litigiis vel eorum 
discussionem dicatissimis principiis (= den xafhtötcofiivot ng&tot?) seu arbitris in lods de- 
gentibus committere (a. 492). Die Stelle wurde auf unseren Fall nur passen, wenn Johannes 
Soldat wäre. Sie ist aber durch die justinianeische Gesetzgebung überholt Ob in unserem 
Falle das ganze xotvov zu Gericht saß oder etwa ein Ausschuß, Vorstand, wie ein solcher 
Mon . 2 für die Gesamtheit handelt, mag dahinstehen. Jedenfalls hätte auch in diesem 
Falle das Urteil als Urteil des xotvov gegolten. Zum xotvov vgL San Nicolo, Aeg. Ver- 
einswesen I 204—206. Zu itQt&fiog (numerus) und seinem Verhältnis zur Legion s. u. 
Mon. 4 Z. 48. 

20/24 Das xotvov hat nach beiderseitigem Gehör die Überzeugung gewonnen, daß 
Jakobos nichts vom väterlichen Erbe besitze. Aber diese cognitio (awtÖcrv = cognoverunt) 
führt zu keinem Schiedsspruch, sondern nur zur Aufgabe eines Eides an Jakobos, daß dem 
wirklich so sei. Vgl. den Parteieneid, den der Richter Mon. 6 Z. 55 ff. der Verklagten 
aufträgt. 

25 Die Geschwister sind damit einverstanden, bestehen also nicht auf einem Urteils¬ 
spruch, wobei sie offenbar für den Fall des Eides die öidlvöig abzuschließen mit Jakobos 
schon im voraus vereinbarten. Vgl. den Ausgang des Rechtsstreites Mon. 6 Z. 78 und die 
EinL zu diesem Papyrus. 

25 f. zov ivafioxov xal tpqixxbv dpxov in 1 t&v tekov xal djQccvxmv xal osnx&v 
Xüov. Was mit den göttlichen, unbefleckten und verehrungswürdigen xuft^ha (cimelia 
Kostbarkeiten, Schätze) hier gemeint ist, mag fraglich bleiben. Wahrscheinlich sind es 
Reliquien, was ich bereits Vorbericht 11 Ä in Betracht gezogen hatte (das Wort Altar ist 
dort zu streichen), eine Annahme, die mir auch Herr Kollege Gietl vom kirchenrechtlichen 
Standpunkte aus bestätigt. Der Eid „bei“ oder vielleicht richtiger „auf 11 ( htC) Sachen ist 
bisher m. W. in den Papyri noch nirgends so direkt bezeugt. Die rein christlichen Eide 
werden bei Gott oder der hl. Dreieinigkeit (Akk. oder nqog c. gen.) geschworen. Beispiele 
bei Wenger, Z. Sav.-St. XX1 II, 263/6. Z. 31 heißt es vom Eid oqxov inl t&v ayUov xal 
dftoSfiov xsiftTjUmv. VgL aber zum OQXog acoaccrtxog unten Mon. 6 Z. 56. 

28 f. Das Eidesthema ist dreimal in verschiedenen Ausdrücken formuliert wieder¬ 
gegeben. Während das xotvöv dem Jakobos den Eid vorgeschrieben hatte, &g firjdhv üno- 
Ulmo&ut oot t&v natqacov jtfi&v n^ayfidrcov (Z. 24), heißt es Z. 26 f., Jakobos habe den 

Münchener Papyri I. 5 


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Urkunden 


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Gegnern geschworen, a>£ firjäev nccvrsk&g tSvfitpeqoTCoifjCafiivov xabv crin&v naxqix&v rjfu&v 
Ttqaypaxcov. und endlich Z. 31 f., tog (itjdhv xov Tcaxqbg 'rjficov ducxcextyovxog p i%qt evxskovg 
xivog. Der Inhalt ist derselbe; daß die Formulierung verschieden lautet, erklärt sich etwa 
aus einem Wechsel im Ausdrucke in den Referaten. Indes mußte wohl der Eid wörtlich 
so geleistet werden, wie er vom xoivov formuliert und von den Gegnern als Grundlage für 
den Vergleich angenommen worden war. 

27 <fvpq>€Q07toi7ioa(iivov für Gvfupoq.i CrÖnert, der dazu brieflich an byz. cvfupoqojtotog 
erinnert. 

30 ovvaqnayf\g Erschleichung; <J. = subreptio, vgl. Bas. 2, 6,7 mit Cod. Iust. 1, 14, 2. 
Partsch, Gött. Nachr. 1911 S. 211. 

30 f. elg fiiaov ik&eiv „Vorkommen“ im Sinne von „vorgebracht werden“ (in medium 
proferri). 

38 xkrjQOvofioi, dutdoyotj xtoyot hat de Ruggiero, Butt. Ist. Dir. Rom. XIV (1902), 
101 ss. auf heredes (ex testamento), successores (ab intestato), bonorum possessores gedeutet, 
und Mitteis hat sich dem Röm. Privatr. 1104 88 u. Nachtr. XVII unter näherer Ausführung 
angeschlossen. S. neuerdings Mitteis, Z. Sav.-St. XXXIII 643 1 . H. G. Müller übersetzte 
Arch. I 438 4 : heredes, successores, bonorum possessores und verstand unter allen Aus¬ 
drücken zusammenfassend einfach „Erben“. J. C. Naber, Arch. HI 18 stimmt Müllers latei¬ 
nischer Übersetzung nachdrücklich zu. Est ist zu beachten, daß ötccdoyog auch in der Rechts¬ 
sprache der Redner den Intestaterben bedeutet. So bezeichnet sich Demosthenes c. Aphob. 
B, 19 (= 28, 842) als öiadoyog fan avxoQ (des Vaters). Vgl. Emst Lohmeyer, Biatheke 
(Q. Win di sch, Unters, z. Neuen Testament 2) 19 1 . Aber zweifellos ist allerdings diese in den 
Übersetzungen noch zugrundegelegte Bedeutung, wenigstens für unsere Zeit, nicht Mon.ll 
Z. 37 wird die Singularsukzession kraft Kaufs als vofuxij öutdop) bezeichnet. Und Ferrari 
hat, Formutari notarüi inediti (Bull. Ist. Stör. Ital. Nr. 33, 1902) p. 76 s. (S.-A.) auf die¬ 
selbe Formel im üxzov elg tcquöiv ytaqatpttav net\ dfi7tiX(tav) (Nr. 6 p. 8 r. 29 s.) hingewiesen, 
wo unter den Personen, die den Käufer nicht stören dürfen, besonders genannt sind ij x&v 
nXrjqovoficov fiov xal dtaÖoycov 3} navxottav (iov duexax6%(ov; noch ausführlicher im Manu- 
missionsschema (Nr. 38 p. 23 r. 31 u. 24 r. 1 ss.). Es ist für uns sehr wertvoll, daß Ferrari 
mit gewohnter Gründlichkeit die byzantinischen Quellen herangezogen hat, um die Termini 
zu erläutern, vgl. übrigens auch schon Zachariä, Gesch. 190. Der „für die bonorum pos¬ 
sessio technische Ausdruck dtaxorogij“ findet sich zwar noch in der Ed. 5,7, aber „nur in 
der allgemeinen Bedeutung Erbfolge“, und die Eologa privata aucta liest da 6utöo%rig statt 
öiaxaxoyrjg, kennt also den Unterschied jedenfalls nicht mehr. Zachariä a. a. 0. N. 605. 
Andererseits verweist Ferrari auf ein Schot, ad Harm. 5, 8, 55 ed. Heimb. p. 643 yy, wo¬ 
nach to xijg dia6o%fjg ovofia nokvarjfiavxov i<sxiv 9 und unter dem Ötddoyog nicht bloß der ge¬ 
setzliche und der testamentarische Erbe verstanden werden, sondern öidäoyog auch den Sin¬ 
gularsukzessor andeuten könne, wozu der Scholiast allerdings einschränkend bemerkt: alT 
oSxoi (Singularsukzessoren) ei xal 6idöo%oi liyovxat, all’ ov Uyovxai Sixalov ötaSoyoi, aXXa 
Tcqayfjuxxog . Ferrari schließt seine Zweifel mit dem Übersetzungsvorschlag „eredi, succes- 
sori' e aventi causa“ (p. 77). Für die vorbyzantinische Zeit wird Mittels’ Annahme wohl zu- 


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Nr. 1. Vergleich 


35 


treffen, wie die Zachariäs und Ferraris für ihre Quellen. Fraglich aber bleibt es noch, 
welcher yon beiden Zeitperioden unsere Texte zuzurechnen sind. Möglich natürlich, daß 
8tddo%og die speziellere Bedeutung neben der allgemeineren (späteren) noch fortbehielt. Für 
mich bestimmend war schließlich die wohl vorliegende Gegenüberstellung der xXrjqovSfwi 
mit Kindern und Enkeln in Mon. 11Z . 53. Dazu Einzelbem. In die andere Wagschale 
fällt dagegen Mon. 13 Z. 47: thtvoig nal lyy6voig Surxaöcsiv xal xXrjQOvofWig 8ut8o%otg xaxa- 
kfiiuxvstv, ein Papyrus, der im anderen Sinne sogar entscheiden könnte, wenn wir wüßten, 
daß der Schreiber nicht vor 8ut86%oig vielleicht ein xal ausgelassen hätte. Natürlich ist bei 
all diesen Worten mit der im Gegensatz zur lateinischen Juristensprache flüssigeren grie¬ 
chischen Rechtssprache zu rechnen. Es ist hier sehr wohl möglich, daß einzelnen Wörtern 
neben technischer auch noch allgemeinere Bedeutung zukommt. Man vgl. etwa bei uns 
'Bedingung’ 'Verfügung’. So könnte xXrjqovofiog den angegebenen speziellen Sinn in zu¬ 
sammenfassender Formel mit 6ut8o%og und 8utxaxo%og oder in Gegenüberstellungen (Mon. 11) 
haben, daneben aber auch jeden heres bedeuten. Es sei noch erinnert an Oxy.VWL 1121 
(a. 295 ) xXrjQovöpog nara rovg vofiovg des intestat (adiadexog) verstorbenen Erblassers, 
ein P., auf den mich Herr Dr. Steinwenter hinwies. Dann aber an Maspero, P. Cair. Cat. 
67151 (570 n. Chr.) Z. 58 f.: x&v il\ aöia&ixov ßovXopivmv nXrjqovofirjtfai und besonders 
Z. 76 f. (von eingesetzten Erben) xXrjQOvSfiovg rovg . . . vtovg . . . xal 8uxSo%ovg xrjg iprjg 
xXriQovofilag , und Z. 109 iato Öut[do]%rjg xal xXfjqovofuag xotf ipoi) narqog usw. 

44/46 Die Gegner des Jakobos beschwören ihre Erklärung mit dem üblichen Eide 
beim Allmächtigen und bei Sieg und Gottesfurcht des Herrscherpaares. Die Brüder und 
die Schwester schwören gleichermaßen bei Kaiser und Kaiserin. Eidliche Bekräftigung 
von Verträgen findet sich in den byzantinischen Papyri wiederholt. Vgl. z. B. aus dieser 
Sammlung unten die beeideten Verkäufererklärungen in Mon. 4, 10, 12,13 ; die beeidete 
Schenkung auf den Todesfall Mon. 8 . Nach römischem Reichsrecht hat grundsätzlich solcher 
Eid keine privatrechtliche Bedeutung in dem Sinne, daß ein Versprechen deswegen fester 
oder überhaupt erst binde, weil es eidlich abgegeben ist. Vgl. Dig. 2, 14, 7,16, Cod.Iust. 
1, 14, 5, 2. Der Eid bedeutet natürlich insofern eine Steigerung der Macht des Gläubigers, 
als er den Schuldner in seinem Gewissen bindet. Und so erscheint der Eid gerade in Zeiten 
geringerer Rechtssicherheit sehr naheliegend. Außerdem hat er die Bedeutung für den 
Gläubiger, daß den Schuldner bei Eidesverletznng strafrechtliche Folgen treffen. Das ist 
der xlvdvvog imoqxlag und das eyxlrma, von dem Z. 49 die Rede ist. Vgl. Wenger, Z. 
8av.‘8t. XXJII 256 ff. Berger, Strafklauseln 46 f. 4 Aber bei einem Vergleiche bat der 
Eid auch im Reichsrecht noch eine besondere Bedeutung, die uns Cod. Theod. 2, 9, 3 — 
Cod. Iust. 2, 4, 41 (a. 395) übermittelt ist. Danach wird der Bruch des beschworenen 
Vergleichs mit Infamie und Verlust der Rechte aus dem Vergleiche bestraft, während der 
Eidbrüchige selbst seinerseits an den Vergleich gebunden bleibt. Vgl. zur Stelle Bertolini, 
U giuramento nd dir. priv. rom. (1886), 51 s. Mitteis, Reichsr . 530, Berger, Strafklauseln 47 
Anm. 101. VgL noch Bruns-Sachau, Sgr. röm. Rechtsb. L. 85. Ar. 126. Arm. 125, dazu 
Bruns 8 . 214 zu Lond. § 47. Sachau, Sgr . Rechtsbücher I R. H 129. R. HI 85 mit Bezug 
auf beschworene öuxXvaig, „d. i. eine Urkunde über Sachentrennung 41 R. H 129, womit aber 

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Urkunden 


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wohl Vergleich im weitesten Sinne gemeint ist, da die Rechtsbücher offenbar auf Cod. 
Theod. cit. zurückgehen. 

48 Zu g)avtjc6(ie&a vgl. Ferrari, Documenti greci (= Byz. Arch. IV) 143, Aggiunte zu 
p. 25 u. a. und neuerdings ausführlicher — auch gegenüber einem Widerspruch Babels, 
Z. Sav.-St, XXXI 476, der sich damit wohl als MiBVerständnis zwischen beiden Gelehrten 
auf klärt — Fonmdari notarüi 70 s., wonach auf eine gerichtliche, behördliche u. dgl. Fest¬ 
stellung des Tatbestandes hingedeutet werden soll Also, es wird sich zeigen (im Verlaufe 

eines Prozesses, im Urteil), daß. Für unseren Fall: wir werden schuldig erkannt 

werden, d. h. nicht ohne weiteres, sondern nach einem Verfahren. Vgl. dazu das <pavov- 
pe&a (P. <pavofisv ) xklipavtsg im P. Oxy. I 139, 19 (612 n. Chr.). 

49/51 setzen die Folgen des Vertragsbruchs abgesehen vom xlvSwog und iyxkrjpa 
imoQxeiag fest. Einmal zwei Goldsoli als poena —pactis — inserta (Cod. Theod. 2, 9, 3); 
dann aber soll der Angriff prfilv lo%vetv xerra z&v ovvxexayfiivav xavxy xrj duxkvau. Dazu 
Berger, StrafJdauseln 47 ff. ; 82 ff. Die Anknüpfung erfolgt byzantinischem Sprachgebrauch 
folgend mit yexä, vgl. Berger 50. Da hier der Inhalt der Parteienvereinbarung nicht in 
einer Verpflichtung des Schuldners zu einer Leistung, sondern in einer bindenden Erklärung 
besteht, so kommt der salvatorischen Klausel hier die Bedeutung zu, 'daß durch Zuwider¬ 
handeln seitens des Erklärenden die volle Wirkung der früher abgegebenen Erklärung 
nicht berührt wird’. Mit Meineidstrafe, Privatstrafe und salvatorischer Klausel sind die 
( Strafklauseln’ erschöpft Ein Ersatz von eventuellen avakapata, danavr^paxa etc., welche 
der Gegenpartei bei Vergleichsverletzung erwachsen könnten, ist hier nicht vorgesehen. 
Vgl. dagegen Lond. I 113, 1 (S. 201 ff.) (6. Jahrh.) (vgl. Wessely, Wien. Stud. IX (1887), 
266—271), einen Vergleich in einer Kaufsache, in der der Verkäufer laesio enormis geltend 
gemacht hatte; der Vergleich (iyyQcc<pog bpokoyla %r\g dutkvaetog Z. 47) ist da vor Friedens¬ 
richtern geschlossen worden (Z. 27 f.: piocov elqr\viy^v ccvÖq&v fyadxbv) , nachdem es bei 
einem Haar zur Austragung vor dem dtxaanfctov gekommen wäre. Dazu P. M. Meyer, 
Arch. HI 103, Berger 199. In diesem Vergleich wird außer Meineidstrafe und Privatstrafe 
auch noch Ersatz der (kvakebpeexa Scntavrjpccxce und ^rjpimpaxa dem Vertragsbrüchigen an 
die Gegenpartei auferlegt und daran erst die salvatorische Klausel geschlossen (Z. 61 ff.). 
Auch die Generalhypothek an allem gegenwärtigen und künftigen Vermögen, wie sie Lond. 
cit. Z. 66—70 bestellt wird, fehlt in unserem Text. P. Hernals XVI10 (byzantinisch) ent¬ 
hält wiederum nur Prostima und Hypothek. Der vielleicht hierhergehörige P. klein. Form. 343 
normiert nur ein Prostimon, dazu Berger 200f. So zeigt sich auch hier die Mannigfaltigkeit 
byzantinischer Formeln (Berger S. 50). Über weiteres Material und die zugehörigen römischen 
Rechtsquellen vgl. Berger 200. Besonders Cod. Inst. 2,4,17.37.40. Zu c. 41 eod. vgl. oben. 
Zu besonderen sprachlichen Parallelen mit den Gesetzestexten gibt unser Text keinen Amlaß. 

51 Auf die Bedeutung der xvpfo-Klausel verweist besonders Partsch, Ztschr. Handels¬ 
recht LXX 447 f. Er sieht in ihr den „Hebel des Dispositiveffektes“. Hier muß dieser Hin¬ 
weis genügen. 

58 fvyw ZvTjvrjg: Die Angabe des £vy6v bei Geld begegnet in den Papyri seit dem 
5. Jahrh. häufig. So das {vyhv Idke^avbQslag: Oxy. 1154 (Verso), 13 (7. Jahrh.), Flor. 70, 9 


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Nr. 1. Vergleich 


37 


(7. Jahrh.), vgl. Oxy. VIII 1147 (Ende des 6. Jahrh.); das £vybv 'EQyovTtbUoag: Grenf. ü 
87, 16 (J. 602), Ämh. 151,15 (J. 610/640), Lond. HI 1036, 4 (S. 268; 6. Jahrh.), Lond. 
III 1037, 9 (S. 276; 6. Jahrh.) und ein dr}(i6<Siov £vybv rrjg cruxrjg jcoXsajg Lond. LH 1319, 
10f. (S. 272; J. 544/5); ein £vybv Ägtuvoehov: Ämh. 149, 6 (J. 487); ein £vybv Klqxa^ 
eines Dorfs im Hermopolites: Flor. 37, 4 (5./6. Jahrh.); ein £vybv rrjg xcofirjg sc. Ncctcolicog 
xoü ’EQfiovTtoUxov vofAoü Lond. UI 1006, 15f. (S. 261; J. 556). Vgl. noch für Memphis, 
Führer P. E. R. Nr. 442 (S. 112) u. 465 (S. 114). Zum £vybv Ewjvrjg unserer Papyri 
s. Index VH 2. Die Engländer geben £vy6v mit 'Standard’ wieder. 'Währung’ kann £vy6v 
nicht bedeuten, da es sich stets um den konstantinischen Goldsolidus (vopuSfict) zu 24 Sili- 
quae (xegaria) , also um Eeichsgeld handelt. Nun begegnet aber noch ein auffallendes 
iöiamxov £vyov y über dessen Verhältnis zum £. lils^avSgetag schon Grenfell-Hunt im Oxy. I 
p. 235 s. berichtet haben: Oxy. I 154 (Verso), 13. 15, Oxy. VH 1042, 26 und Verso 35 
(J. 578), Oxy. Viil 1126,12.13 und Verso 22 (5. Jahrh.), Oxy.YJR 1138,5. 8 (5./6. Jahrh.) 
Ämh. 150,18 (J. 592): %qvOov vo[(jUöfut]xa övo töimut[(p £vy]ß vofuxev6[(ieva (reckoned by 
your private Standard). Zum iöimixbv £., aber auch zu dem von Alexandreia tritt nun das 
Srjpooiov £vyov in Gegensatz (Oxy. I p. 235 s.). Grenf. U 97, 6 (6. Jahrh.) ist nur das 
örjpböiov £vyov genannt. Vgl. auch Cair. Cat. 67049, 10, wo in der entsprechenden Z. 11 
das Styiocln fehlt; vgl. Cair. Cat. 67009 Verso 13, Cair. Cat. 67139 V E 1. 26. Endlich 
begegnet tvym ohne Zusatz (vielleicht ist in diesen Fällen arg. Cair. Cat. 67049, lOf. dann 
drjuoahp gemeint): Grenf. H 95, 2f. 4 (6./7. Jahrh.), Cair. Cat. 67006, 28, Cair. Cat. 
67044, 3. 4, Cair. Cat. 67050, 9. In allen Fällen ist m. E. an Nachprüfung des Soll¬ 
gewichts des vofiuCfux (jj Pfund) zu denken. Leicht erklärt sich das für das £vybv Lvrjvrjg 
sowie der anderen Städte und Dörfer, für welche ein eigenes £vy6v erwähnt wird. Hier hat 
schon lange Wessely, Führer P. E. R. S. 114 das Richtige erkannt, wenn er auf das Nach¬ 
wiegen der Münzen im Zygostasion durch den Zygostates hinwies und Cod. Theod. 12,7, 2 
(= [etwas gekürzt] Iust. 10, 73, 2; J. 363) heranzog: Emptio venditioque solidorum, si 
qui eos excidunt aut deminuunt aut, ut proprio verbo utar cupiditatis, adrodunt, tamquam 
leves eos vel debiles nonnullis repudiantibus 1 npeditur. Ideoque (— die hier einsetzende 
justinianische Fassung sagt allgemein: Quotiens de qualitate solidorum orta fuerit dubi- 
tatio —) placet quem sermo graecus appellat per singulas civitates constitui (— Iust. 
constitutum —) zygostaten, qui pro sua fide atque industria neque fallat neque fallatur, 
(Iust. : contentionem dirimere —) ut ad eins fidem, si qua inter vendentem emptoremque 
in solidis exorta fuerit contentio, dirimatur. Vgl. Ed. Iust. 11. So erklärt sich auch der 
von Bell, Lond. IV p. 84 ss.. zu Lond. IV 1412 (699—705) beobachtete Gegensatz der 
vonl(S(utxa kx^fieva (vollgewichtig) und ccqC&iucc (nach dem Nennwert). Vgl. auch Karabacek, 
Führer P.E.R. S. 144 zu Nr. 573, woraus die von Maspero neuestens wieder konstatierte 
Fortdauer der beiden vofäöfucxct -Arten (Add. et Corr. zu Cair . Cat. 67138 und 67139) 
schon ersichtlich ist Das £vybv örjpoaiov, dessen Ergebnisse mit denen des £vyov von 
Alexandreia, wie bemerkt, nicht ganz harmonieren, aber nicht so stark differieren, wie beide 
vom einzelnen £vybv Idicouxov, war vielleicht das in einem Reichswägeamt aufgestellte Nor¬ 
malgewicht. Der nach diesem £vyov approbierte solidus müßte ein vofiuJfia i^o^vov sein 


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Urkunden 


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und voUge wichtig. So nun auch Maspero, Papyrus Grecs d’ipoque Bysantine II p. 26 
(zu Gair. Cat. 67139), Rev. Et. Grec. XXV (1912) 221. Aber auffallend bleiht der Gegen¬ 
satz mit den Wägeergebnissen an den städtischen Wägeämtern immer. Noch merkwürdiger 
ist das £. tdtamxov, was m. E. nichts anderes sein kann als die Privat wage, der bei einer 
Zahlung auch die andere Partei vertraute oder wohl oder übel vertrauen mußte (so der 
Schuldner dem ihm Geld zuwiegenden Gläubiger), und zwar trotz der Schutzvorschrift Ju¬ 
lians {Cod. Theod. cit.). Vgl. hierzu auch den jedenfalls im selben Sinne zu deutenden Gegen¬ 
satz von gezähltem und gewogenem Geld in Grenf. II 90 (6. Jahrh.), wo der Schuldner Geld 

erhalten zu haben und zu schulden bekennt (Z. 7—9) voyfayaxa . xbv agi&ybv If 

rjfjuöv x ixaqxov naga keqccxul öixa ximtxqu xm (Ja ßxa0ym, was m. E. identisch ist mit tvya 
ISuoxtxa. Die Unsicherheit solcher Verhältnisse ist uns freilich unverständlich, nicht so der 
Antike (vgl. etwa Marquardt, Röm. Staatsvcrw. S. 76 f.). Die Polemik Masperos gegen Bell 
(Add. et Corr. a. a. 0., vgl. Bull. Inst. fran$. d’archeol. Orient. X [1912] 136*) hat mich nicht 
überzeugt, doch bedarf die Frage noch sehr erneuter Behandlung auf Grund des seit dem 
grundlegenden Aufsatz von Kubitschek stark angewachsenen Materials. Kubitschek hat Wien. 
Numismat. Ztschr . XXIX (1898) S. 163 ff. (vgL für fvyöv S. 166) bereits alles Wesent¬ 
liche m. E. zutreffend erörtert. Zum vielumstrittenen itaqa- Zusatz geben die Münchener 
Papyri keinen Aufschluß. Vgl. noch unten zu Mon. 15 Z. 2. 

54 tmkp axQuxsvalfiov : vgl. Ed. Anast. § 14: xm vovyeqaqLm xal nQtfuaxqivlm fackq 
(JXQccxEiHjtfiov xal xfjg xalovfUvtjg 7 tQoßaxaqCag v6{yuJya) dazu Zachariä, Monaisber. Bert. 
Ah. 1879 S. 143. 

50 avxoti xxX. für avxcbv eiöoxav, da der {moy(>a<ptvs für alle drei Geschwister 
unterzeichnet; nicht auch für Jakobos. Es darf angenommen werden, daß eine zweite 
Parallelurkunde ausgestellt wurde, die Jakobos Unterzeichnete und den Geschwistern aus¬ 
stellte. Näheres vgl. unten zu Mon. 7 Z. 6. 

60 f. ccnb axxovaqCmv = ab actuariis. Zu actuarius oder actarius (jene Form von 
Kubitschek [bei Pauly-Wissowa] mit actus 'Urkunde’ in vermutlichen Zusammenhang ge¬ 
bracht) vgl. Pauly-Wissowa s. v. actarius 2), wo 0. Seeck seine Stellung als Beamten für 
das militärische Verpflegungswesen schildert Vgl. auch Humbert bei Daremberg -Saglio 
s. v. Actuarii II) dans Tordre militaire und Thes. L. Lat s. v. actuarius sub 2. Daß ihr 
Bang und Gehalt durch die Bechtsstellung des Truppenteils bestimmt wird, dem sie an¬ 
gehören, erfahren wir aus Cod. Theod. 8, 1, 10. Auch in unserem Texte wird aQ&yo$ 
2vrpn]s beigefügt Vgl. ebenso P. Mon. 12 Z. 56, wo ein äxxovuQiog aQi&fiod Evrjvrjg be¬ 
gegnet Ihr Amt als Proviantverteiler, und, nachdem man die Naturallieferungen in Geld 
abgelöst hatte, als Auszahlstellen dieses Geldes und als Sportelberechtigte verleitete sie zu 
häufig in den Quellen erwähnten Veruntreuungen (vgl. Seeck a. a. 0). Ob sie die Zeugen¬ 
schaft den Parteien umsonst geleistet haben? Aus den Papyri vgl. Land. II 409 (ca. a. 346) 
S. 287 f., Lond. H 237 (ca. a. 346) S. 293 f., Lond. DL 249 (ca. 350) S. 307 f., P. Ist. 
Veneto 3 Z. 18 (a. 514) mit den Bemerkungen des Herausgebers Ferrari, Atti R. Ist. Yen. 
di Sciense Lett. ed Arti (1907/8) LXVII, H 1192 s., P. 8.1. I 48, 1 (6./7. Jahrh.), Caw , 
Cat. 67051, 7. Cair. Cat. 67137 fr. 1 Z. 1. 


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Nr. 1. Vergleich 


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01 f. Zu axovoag naget x&v &e(iivcov vgL Ferrari, Documenti 123 mit der richtigen 
Beobachtung, daß dlpevoi im Sinne von xd fiigrj^ 'die beiden Kontrahenten’, also hier 'die 
beiden yergleichschließenden Parteien’, stehe. Natürlich findet sich auch der Sing., so z. B. 
Mon. 4 , 53, wo fcpivov auf den Verkäufer geht, dessen Erklärung dort bezeugt wird. Nur 
der Actuarius schreibt übrigens so ausführlich, während sich die drei anderen Zeugen mit 
dem pagtvgcb begnügen. 

04 Viktor, der Sohn des Petros, scheint nicht die ganze Urkunde, sondern nur diese 
Zeile geschrieben zu haben, wenngleich er sagt di’ ifioü IxsUicofh}. Zu dieser Frage vgl. 
Mitteis, Arch . III 174f. Die Zuziehung von Gehilfen zum Schreibgeschäft war eben nicht 
bloß natürlich, sondern durch Nov. Iust. 73, 7, 1 ausdrücklich für zulässig erklärt: inl 
yag Sri xcbv in ayogeeg (Svvxccxto^ivcov tJvfißoXalcov, einig 6 ovußolaioygdtpog nagil&oi xai 
pagxvgrjöeie fie&’ ogxov, el pkv ov öi iavzoti fygarfsev, aXXcc 6id xivog x&v VTCOvgyovvzcav 
avtm xzX. Mitteis bemerkt noch, daß die uns überkommenen Urkunden meist nur das 
Mundum repräsentieren, und daß, selbst wenn der Tabellio persönlich die Schede geschrieben 
haben sollte, er sie wenigstens gewiß nicht immer selbst mundiert haben wird. Das ixe- 
kei(b&r} ist also auch hier „nicht buchstäblich, sondern im juristischen Sinne so zu nehmen, 
daß die Urkunde in seinem Bureau und unter seiner Verantwortung abgefaßt worden ist“ 
(a. a. 0. 175). Die Novelle würde auch den Fall der Zuziehung mehrerer Schreiber, der hier 
vielleicht vorliegt (vgl. App.), decken. Zu beachten ist, daß Mon. 12 Z. 59 der Verfasser, wenn 
richtig gelesen, seinen ixeleuo&tj- Vermerk nur auf die i woygaqnj bezieht. Vgl. noch Pfaff, Ta¬ 
bellio und Tabularius 57; Gerhard, Philol. 63 S.516 n. 44, Ferrari, Documenti 121. Zum ite- 
leutäri vgl Cod.Iust. 4,21,17 mit der Vorschrift des'complere’des Notars, und Mitteis, Grund¬ 
züge 88 f. Wenn wir bei alledem von dem Falle ausgingen, daß der Urkundenverfasser 
ein „Notar“ gewesen sei, so ist natürlich nicht zu übersehen, daß das Notariatsrecht auf 
UrlnmdenVerfasser, die nicht Notare waren, nur per analogiam angewendet werden kann, 
aber doch auch sicher angewendet werden darf. Als Urkundenverfasser begegnen, wie ich 
schon Vorbericht 23 bemerkte, Geistliche und Weltliche, Zivil- und Militärpersonen. Auch 
Bell, Klio XIII 169 beobachtet, daß r professional notaries* in Syene ganz zurücktreten. 
Erman, Arch. II 458 faßt unter Beifall Wilckens, Arch. III 115 den avfißolaioygatpog als 
„Privatnotar“. Über private Urkundspersonen vgl. auch Pfaff, a. a. 0. 52. Die Frage nach 
der Person der Urkundenverfasser und der Bedeutung ihrer Tätigkeit bedürfte schon um 
des vermehrten Materiales willen erneuter Untersuchung. Richtig wird es aber wohl sein, 
daß alle privaten Urkundenverfasser in ihrer Geschäftsgebarung möglichst den tabellio 
kopierten. VgL noch unten zu Mon. 3 Z. 10. Von unseren Urkunden sind einige (Mon. 
8 . 9. 13 , vielleicht auch 2) vom Verfasser auch ganz geschrieben, die mehreren aber nur 
unterschrieben. VgL zu unseren Texten Heisenberg oben Einleitung II 5. Eine eingehende 
Untersuchung dieser Frage, die vom paläographischen Standpunkte aus Gleichheit oder 
Ungleichheit der Hände beachtete und daraus die möglichen diplomatischen Schlüsse zöge, 
wäre sehr erwünscht. 


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Urkunden 


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Nr. 2. 

EINTRAGUNG EINES REKRUTEN IN DIE MATRIKEL. 

Inv.-Nr. 105. Höhe (im Sinne der Schrift) 32,5 cm, Breite 37,5 cm. Rekto 22 Zeilen, 
Verso 1 Zeile. Elephantine. Mai—Sept. 578. Fast vollständig veröffentlicht von 
Wenger, Vorbericht S. 7, 23 f. und Wilcken, Chrestom. Nr. 470. Tafel III. 

Der Papyrus besteht aus vier Selides von ursprünglich 11—12 cm Höhe, die erste 
und letzte sind bereits vom Schreiber beschnitten, so daß von ihnen noch 5 cm und 
9,5 cm übrig blieben. Es ist ein grobfaseriger, gut geglätteter Stoff von mittelbrauner 
Farbe, von dem sich die tiefschwarze Tinte scharf abhebt Die Schrift des Rekto läuft 
senkrecht zur Klebung, parallel zur Faserung, die Inhaltsangabe auf dem Verso steht 
senkrecht zu den Zeilen des Rekto. Die Schrift des Rekto samt der Unterschrift 
stammt von demselben Verfasser, der eine im ganzen senkrecht stehende, stark 
verschnörkelte Minuskelkursive von großer Mannigfaltigkeit der Formen verwendet; 
sie trägt den Charakter einer Kanzleischrift. Rechts und links ließ der Schreiber 
einen Rand von 3—4 cm frei, den gegen Schluß die Zeilen überschreiten. Die In¬ 
haltsangabe stammt vielleicht von einer zweiten Hand, es ist eine einfache steile 
Minuskelkursive; allein die 1. Zeile des Textes zeigt auch noch nicht die Schnörkel, 
die erst allmählich sich einstellen. Die Urkunde war von unten nach oben (im Sinne 
der Lagen), also senkrecht zur Schrift gefaltet, Spuren der Faltungen sind am oberen 
Rande noch sichtbar. Der Papyrus ist hier und da löcherig, die Schrift hat an den 
Klebungen gelitten, im übrigen ist die Urkunde vorzüglich erhalten. 

Das richtige Verständnis dieser Urkunde verdanke ich Wilcken. Die Aufnahme 
der Rekruten ins Heer erfolgte auf Grund einer Untersuchung. Über diese bis ins 
4. Jahrh. als ixtxQMns bezeichnete Prüfung vgL Wilcken, Grundzüge 375. Vgl. 
P. M. Meyer, Arch. HI 79 4 . Sie stand für Ägypten nach Wilckens Darlegungen dem 
Präfekten zu und wurde von ihm vollzogen. In byzantinischer Zeit stand die jetzt 
wahrscheinlich gewöhnlich probatio (das Wort hnlxQMtig verschwindet, doch findet 
sich doTuiiccöCa, Wilcken, Chrestom. S. 555) genannte Prüfung dem Dux et Augustalis 
der Thebais für seine Provinz zu. Nach unserem Text scheint er doch die probatoria 
auf Grund bestandener probatio ausstellen zu lassen. Die priores aber nehmen darauf¬ 
hin die Eintragung in die Matrikel des entsprechenden Truppenkörpers vor. Sie be¬ 
scheinigen zugleich dem Tiro Flavios Patermouthis die Empfangnahme der proba¬ 
toria. Er wird mit Rechtswirksamkeit vom 1. Januar 578 in den Numerus von Ele¬ 
phantine eingestellt. 

Auffallend ist nur, daß hier eine probatoria nicht vom Kaiser selbst ausgehen 
soll. Denn die Stellen in der justinianischen Gesetzgebung, welche von ihr handeln 1 ), 

1) Ich verdanke einige von den Nachweisen der Liebenswürdigkeit des Herrn Kollegen 
G. Ferrari in Padna. 


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Nr. 2. Eintragung eines Rekruten in die Matrikel 41 

reden stets nur von einer kaiserlichen probatoria, und Seckel übersetzt daher in 
Heumanns Lexikon mit Recht „kaiserliches Bestätigung®- oder Bestallungsschreiben“. 
Solch kaiserliche probatoria ist für gewisse Soldaten und Beamten vorgesehen Cod. 
Tust. 12, 59, 6 (a. 426); 12, 59, 9 (470? Leo); vgl. 12, 59,10 (Leo); 12, 20, 3 (Leo); 
1, 31,5 pr. (a. 527); Nov . Tust. 24, 4 (a.535); 25,1 (a.535); Ed. Iust. 8, 3, 2 (a.548); 
13, 3. Am weitesten geht aber die ebenfalls justinianisches Recht gewordene Kon¬ 
stitution Zenos Cod. Iust. 12, 35, 17 pr., die freilich zugleich eine das offiziell geltende 
Recht einschränkende Praxis dartut; es heißt da: Neminem in ullo numero equitum 
vel peditum vel in quolibet limite sine nostri numinis sacra probatoria in posterum 
sociari concedimus, consuetudine quae hactenus tenuit antiquata, quae magisteriae 
potestati vel ducibus probatorias militum facere vel militibus adiungere licentiam 
tribuebat, ut ii tantum in numeris vel in limitibus militent, qui a nostra divinitate 
probatorias consequuntur. Vgl. ferner eod. § 1. Allgemein anscheinend auch Cod. Iust. 
12,57,2 (a. 558). Wenn auch Justinian dieses weitgehende kaiserliche Recht bestehen 
läßt, so mag doch eine einschränkende consuetudo von neuem Platz gegriffen haben. 
Möglich wäre es übrigens ja auch, daß in unserem Papyrus die mit der kaiserlichen 
subnotatio (Cod. Iust. 12,35,17,1) versehene probatoria gemeint ist, obgleich es dann 
auffiele, wenn darauf nicht Bezug genommen wäre. Immerhin spricht die speziell 
für manche Soldaten angeordnete probatoria des Kaisers wohl gegen eine, wenigstens 
in der Praxis geübte, allgemeine Verwendung. Vgl. noch Cassiod. Var. 7, 43: formula 
probatoriae chartariorum (Mommsen, Mon. Germ . Script, antiquiss . XH). San Nicolö; 
Äg. Vereinswesen 1205 1 , erinnert zur probatoria noch an Lyd. de magistr.il 12 (p. 88 ed. 
Wünsch): anb (jfy Avyovözov slg szsgov <S%rgLa zrjg dgxfjg itsgiäzdörig, djg TtoXXdxig 
slgrjzai, xgoöezefrrjOav [of] XsyögEvoi ädiovzogeg, otovsl ßorj&ol xal zavzrjg gövrjg zf[g 
itgoOriyoglag pwipovEvovöLV cd itagä z&v ßaöikecov itaQS%6psvat zolg slg özgazsCav 
itagiovOi itgoßazagCai , olov[sl] övOzdösig xal dnodsfl-sig — ovöh yäg aitX&g zb xglv 
sl%sv 6 ßovXöysvog gc&vqi/ icsgi&iöd-ai, ofavovv , pij itgözsgov aTCodsÜgag, cbg 
strj Ttgog avz^v imzrfdsiog — itgoßügs yäg zb pszcc doxiyfjg ijctösl^ai zb vTCoxslgevov 
XiyovOiv ol 'Papcclot. Interessant ist auch die unmittelbar anschließende Bemerkung: 
vvv dh zb xXfj&og avzäg dfiafrovg pavzslag zäXrftlg nagadrjXo'öörjg ts gißazmgtccg 
xakstj avz6&sv zijv töccbzov zvyz{v slöayovßrjg xzX., wonach also xgißazagla eine 
Vulgärbildung für ngoßaztogCa ist. Schon San Nicolö verweist a. a. 0. auf P. 
Lips. 97, Kol. 12, 23ff., dazu Mitteis S. 287. Über den Ankauf solcher itgoßazo - 
gCai vgl. Lyd. HI 67. Vgl. Ed. Anast. § 14 oben zu Mon. 1 Z. 54. Zur ganzen Frage, 
besonders auch zur Prüfung, die der Erteilung der probatoria voranging, vgl. 
jetzt Maspero, Organisation 52—54, wo auch unser Papyrus bereits eingehend be¬ 
sprochen ist. 

Der dux et augustalis der Thebais führt 11 (darunter 2 Wiederholungen) Namen. 
Vgl. darüber eingehend Vorbericht 25 f. Dazu Maspero, Bull. Inst. fr. d’archeol. Orient. 
X 138 f. mit der zutreffenden Korrektur N. 6. Zur Stellung dieses Dux s. jetzt 
Maspero, Organisation 80—88. 

HfLnobeoer Papyri I. 6 


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42 


Urkunden 


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Die Urkunde ist durch ein Mitglied des Kollegiums der priores, Flavios Makarios 
Isakios, Ordinarius und adiutor des Numerus, verfaßt, und anscheinend im Rekto 
von einer Hand ganz geschrieben. Wenn Wilcken aber recht gesehen hat und das 
bene baleas, wie er nach einer Photographie Chrest. H S. 556 liest, beidemale von 
zweiter Hand stammt, dann müßte es sich um Subskription von einem wohl höheren 
Beamten (dem Dux selbst?) handeln. Sonst ist es einfach die in Grußform gekleidete 
(vgL Bruns, Kleine Sehr. II60—62) „Unterschrift" des FL Makarios Isakios einmal als 
des Subskribenten für die schreibunkundigen Kollegen, dann als des Urkunden Ver¬ 
fassers, immer aber als eines militärisch höher Stehenden gegenüber dem Tiro. VgL 
Bruns a. a. 0.; J. C. Naber, Arch. III15f. Das Verso ist von anderer (zweiter, Wilcken: 
dritter) Hand. 


f 'O xoivog r&v HQ(Qzev6vt(av rov aQi&yi,ov [x]ä>v (StQaximztbv rov epQovglov *EXs- 
(pavrlvTjg dtd xüv sfcrjs 

vnoyga(p£LV EVQLöxo^iivcov <&X/(avi'<p) llat£Qiiov&i(p vt‘c5 Aiov vsoörgdrm 

xeCqovl rov avxov 

fjUEXEQOv ’EXetpavrCvrjg %alQeiv. ide^dfisd’a x^v (S^v XQoßaxogCav ^£0’’ ov 

dvofidtoav 

bei xi^g ifcovöCag rov xvqCov rjiicjv OX (ovlov) Magiavov Miyar\Xtov raßgirjXlov 
’layawov Beodmgov 

6 TscoQyCov MagxiXXov ’lovXiavov ©ioÖmgov ’lovXiavov rov xd itavra vittQfpvEGraxov 
(frgarr/Xdrov 

xal xavevqnjfiov ngaicpixxov ’lovöxLyiavav 6 vv %-{e)( 5 öovxbg xal dyov 6 xaXt[o]v 
rfjg ®rjßaCa)v 

%&Qctg r^v nagaxsXBvoyiivriv f}{iag xaxarccyrjvat rrjv 0 r)v nqotSriyoqCav elg rtjv ^fiEXsqav 

(jAtqlxcc dico xaXavÖ&v ’lavovaqlov rrjg xccgovGrjg öcodsxaxi]g E 7 tivE[[i]rj 6 Ea)g 

ßatnXdag rov &£ioraxov xal EVöEßsöxdxov rtfiav dsönbrov &X(avlov) 9 lovtSxlvov xov 
alnviov Avy[ovö]rov 

10 Avxoxgdxoqog xal luyCöxov evSQyixov exovg tQLtSxuidsxdtov xal OX{avlov) Ti- 
ßeqlov Niov KcoaravrCvov 

rov (piXav&QGMoraxov xal £vxv%E6xdxov rgiöpEyforov EVEQyixov Kaiöaqog Irovg 
rsrdprov 


1 o xotpog (evlXoyog ?) statt des sonst üb¬ 
lichen to xoivov, vgl. Wilcken, Chrest. 666 — 
Die XQcorsvovttg heißen Z. 18 XQtogeg Wilcken 
a. a. 0. 2 Hinter evQiffxopevav vor der Nennung 
des Adressaten ein breiter Zwischenraum. — o> in 
vBootQutm verbessert aus o. 8 Hinter %ctLQeiv 
ein kleines Spatium. — ovofuextov geht hier 
schon über in die Bedeutung 'Person 9 , also 
'deine Frobatoria und die von anderen Per¬ 


sonen 9 ; vgl. Z. 7 XQoarjyogiocv. 4 7 ] in fugaq- 
Xtov ist zweiteilig geschrieben. 7 rjficcg vulgär 
st. fj/uv. — Statt xaxcttayrivai wäre xcrrccrafccu 
oder xavarafcciö&cu zu erwarten, Wilcken a.a.O. 
8 Das Schluß- 6 von Enivs[^]riaea)g zur Füllung 
der Zeile lang geßchnörkelt. 10 Das Spatium 
vor troff ist nicht beabsichtigt, vgl. Z. 11 xat- 
aagog exovg. 


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Nr. 2. Eintragung eines Rekruten in die Matrikel 


43 


xotg fisrä tijv öevxsgav vitaxdav xov a[v]xov yaX { X } r\voxdxov de6%6to\y] 

itovg ösxaxov. xal 

fltutg i%ovxeg xbv cpößov xrjg dxaxcapgovrjxov xrjg vfiaxdgag dvdölgov vit€Qo%rjg exoipoi 
iö$i£v Jtäöi xolg scgoöxaxayßidvoig xo txavbv itoielv xal dg x^v dfi£g[i]$Lviav 

xavxrjv (Sol 

it£itOLtfiud , a xrjv drjXoaxtxijv iyygaq>ov ditödsL&v xrjg stgoßaxogCag xrjg örjg (Sxgaxiag 15 
xvgCav ovöav xal ßeßalav hg 7zg6x(uxca). <&X(avioc) dlog IlayuvCov 6vv &(s)<p 
jtgifiix(rjgiog) xal Tahgyiog 4lov xal 

TleXdyiog Üaößirjxog xal ’lcodwrjg Eagastdyiovog xal Maxagiog ’ltiaxtov xal Ildcov 
@eo(pdvov xal 

dtog IIa[.~\v&xog xal <dlog Esgrjvov ögÖnmgioi xal ol XoltcoI Ttgiogeg dgid'ßov ’EXe- 
q>avxLvrjg ot stgox(d(ievoi ) 

i&ifLsfta 6ol xavxrjv xijv iyygacpov &ito%ijv xrjg TtgoßaxogCag xrjg 6fjg (Sxgaxiag xal 
<Sxoi%sl fifiXv itavxa 

xd hv avxfj yeygafifidva hg 7Cgöx(sixai). &X(amog) Maxagiog 'Itiaxlov 6gdivdg(iog) 20 
xov avxov ägi&fiov TtagaxXrjd'slg xal ditixganelg 
iygatßa vn\g avx&v ygdpfiaxa firj ddöxcovf. ßevs ßaXaag f. 

di ifiov OX(avlov) Maxaglov 'Iticcxiov 6göivag(Cov) xal adiovxog(og) xov avxov 
dgid'^iov iygdtpr] f. ßsve ßa/Lsag f. 


Yerso: 

(2. H.) f &to%ii stgoßaxo[g](lag) xrjg <SxgaxC(ag) naxsgfiovd-^ov] diov vsoGxgdxov xsC- 
govog xov dgi&tiov *EX£<pavxl(vrig). 


12 1. yaXrjvoxaxov* 13 Zn axaxa(p(fovif- 
xov ist das Substantiv vergessen worden, man 
könnte nach Z. 4 (et-ovaias} ergänzen. Nach¬ 
lässigkeit ist auch die Apostrophierung des Dux 
in vfisregae st. avxov. 13 1. ffxgaxsiag, ebenso 
Z. 19 und Verso. 18 xqoxiji mit doppeltem x 
zur Bezeichnung des Plurals. 21 Bene valeas 
ist hier und Z. 22 mit griechischen Buchstaben 
geschrieben (anders Wilcken a. a. 0. 556). Die 


Schrift ist allmählich immer verzierter und 
schnörkeliger geworden, allein die einzelnen 
Buchstabenformen begegnen auch vorher, ß frei¬ 
lich in dieser ornamentalen Ausführung nur 
einmal in Z. 9 ßcanlziag, wo der Anfang der 
Zeile Veranlassung zur reicheren Ausgestaltung 
gegeben haben wird; ein so hoch hinaufgezoge¬ 
nes X ist vorher nicht nachzuweisen, läßt aber 
die griechische Grundform deutlich erkennen. 


ÜBERSETZUNG. 

fDas Kollegium der Priores des Numerus der Soldaten des Kastells von Ele- 
phantine durch die unten zum Unterfertigen sich Findenden an Fl. Patermouthis, den 
Sohn des Dios, neu eingestellten Rekruten unseres selben (Numerus von) Elephan- 
tine Gruß. Wir erhielten deine Aufhahmebescheinigung mit der anderer Personen, die 
auf Grund der Befehlsgewalt unseres Herrn Flavios Marianos etc., des allerhervor- (6 
ragendsten Stratelates und hochberühmten Präfekten der justinianischen Truppen, 

6 * 


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Urkunden 


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mit Gottes Hilfe Dux und Augustalis der Thebai's, uns befiehlt, daß dein Name in 
unsere Matrikel vom 1. Januar der gegenwärtigen 12. Indiktion, des 13. Jahres der 
Regierung unseres göttlichsten und frömmsten Herrschers Flavios Justinos, des ewigen 
(10) Augustus, Imperators und größten Wohltäters, und des 4. Jahres des Flavios Tiberios 
Neos Konstantinos, des menschenfreundlichsten und glücklichsten, dreimalgrößten 
wohltätigen Cäsars, des 10. Jahres nach dem 2. Konsulate unseres selben erhabensten 
Herrschers eingetragen werde. Und wir sind in der Scheu vor eurer hochachtbaren 
ruhmreichen Hoheit bereit, allem uns Aufgetragenen Genüge zu tun, und haben dir zur 
(16) Sicherheit diese bescheinigende schriftliche Empfangsbestätigung der Aufhahmebe- 
scheinigung deiner Soldateneigenschaft ausgestellt, die gültig ist und fest wie vorliegt. 

Es folgen 8 Namen von Soldaten, darunter der des Ausstellers der Urkunde 
Fl. Makarios, der auch für die übrigen Schreibunkundigen subskribiert und sich 
endlich als Aussteller der Quittung erklärt 

EINZELBEMERKUNGEN. 

1 Zu (pqovqiov Kastell (castrum) vgl. Maspero, Organisation 20*, 25 4 , 26 5 und unten 
zu Mon. 6 Z. 38. 

5 Der Titel axqaxr\Xaxr\g ist nicht präzise und dem Duz reserviert, sondern kommt 
auch dem Tribunus zu. VgL Maspero, a. a. 0. 74 8 , 88 ff. 

6 ’IoväxivLctvol vgl. Maspero 3, 80 9 . 

8 ff. Zu puxqiku vgl. Lyd. de magistr. HI 2: . . . fr i xal vüv at Xsyofuvai ^id[x^i]xsg — 
avxl xov &noyQa<pcci x&v xaxaXoycov — iivrjprjv [dva] fplqovcw. Ed. Anast. § 3: &6xe xqccxsiv 
xag (idxQixctg xag naga Javi^X (dem Dux von Ly bien) . . . 6vvxaytldag. Vgl. Zachariae, 
Mon. Ber. Berl. Akad. 1879 S. 147. Maspero, Organisation 53 6 . 

Der Soldat soll in den Matrikeln vom 1. Januar 579 ab geführt werden. Die Ur¬ 
kunde ist aber schon 578 ausgestellt worden, denn im September 578 wird Tiberios IL, 
der hier noch als Cäsar genannt ist, Kaiser, und wenige Tage darauf (26. Sept.) stirbt 
Justinos (vgl. Buiy, Hist, of later Boman Empire H, 78). Da die zur Zeit der Ausstellung 
der Urkunde eben laufende {itaqovOi\g) 12. Indiktion von Mitte 578 bis Mitte 579 reicht, 
so kommt nur der Sommer 578 — die Zeit vom Beginn der Indiktion bis zum Regie¬ 
rungsantritt des Tiberios (bzw. bis zur Kunde von dieser Tatsache im Lager von Elephan- 
tine) — für die Abfassung in Betracht. Aber selbst, wenn man annehmen wollte, daß 
diese Kunde für ihren Weg ins ferne südliche Grenzlager längere Zeit gebraucht hätte, so 
wäre der September terminus ante quem, da Tiberios seit 7. September 574 Cäsar war 
(vgl. Chronic, pasch, [ed. Bonn.] I 689, 5 ff. und Hunt zu Oxy. VH p. 190), also sein 
viertes Cäsarenjahr, das hier genannt ist, mit 6. September 578 ohnedies geendet hätte. 
Dabei ist freilich vorausgesetzt, daß für die Cäsarenjahre dieselbe Berechnung wie für 
die Kaiseijahre dieser Zeit (oben zu Mon. 1 Z. 2 f.) in Übung war. Wollte man aber 
die Post noch so langsam ansetzen und auf die Annahme der angegebenen Berechnung 
der Cäsarenjahre verzichten, so reichte doch sicher auch nach dem Lagerkalender das 
13. Jahr des Justinos nicht über den 13. November 578 hinaus, da der Kaiser am 14. No- 


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Nr. 2. Eintragung eines Rekruten in die Matrikel 


45 


vember 565 seine Herrschaft angetreten hatte. Zu korrigieren Vorher. 8 (s. oben zu Mon. 1 
Z. 2 f.). Die Bemerkung von Gardthausen, Griech. Paläogr. II* 460, über späteren Indik¬ 
tionenanfang läßt sich aber auch aus dem Vorher. 8 Gesagten nicht abnehmen und findet 
in den Münchener Texten keine Stütze. Schwierigkeit macht das Konsulardatum. Oxy.YTl 
1042 ist vom 15. Fachon (6. Mai) 578 datiert. Dabei sind folgende Angaben gemacht: 
BaOiXitag xzX. 'lovGzlvov xzX. izovg ty, fiszd zijv Ssvziqcev ünccziccv ... üzovg ta , xal Ql(avlov) 
Tißsglov . . . Kalaaqog hovg y IIa%oDv u lvö{ixzlovog ) ta. Das Datum ist vom selben 
Kaiserjahr, dem letzten des Justinos, aber von der voraufgehenden Indiktion. Daß wir im 
Oxyrhynchos-Papyrus das vierte Cäsaijahr des Tiberios erwarten sollten, hat bereits P. M. 
Meyer ( Hamburg I S. 96) beobachtet, aber es kommt noch dazu, daß im Oxy. P. das Kon¬ 
sulatsjahr als elftes nach dem zweiten Konsulat des Kaisers bezeichnet wird, in unserem 
P. Mon. aber als zehntes. Das ist unerklärlich ohne Annahme einer Unregelmäßigkeit in 
einer Datierung, zumal der Münchener Papyrus nach der Indiktionsangabe jünger ist als 
Oxy. VH 1042. 

16 Das Wort nqiftixriqiog primicerius bedeutet den f primus cuiusque ordinis* und kann 
eine Reihe von Spezialbedeutungen annehmen. Vgl. Du Cange, Gloss. graec. Hier natürlich 
eine militärische Charge, vielleicht der Rangälteste des Kollegiums der Priores. 

16/18 Die acht namentlich Aufgezählten fungieren für das xoivov als deren „zum 
Unterschreiben befundener“ (Z. 1 f.) Ausschuß. Schreiben allerdings kann bloß einer von 
ihnen, und dieser, Fl. Makarios, muß auch den xmoyqacpevg für die anderen machen. Zu be¬ 
achten für die schwache Entwickelung des Begriffs der Organscbaft ist es, daß dieser Aus¬ 
schuß an die Aufzählung seiner Mitglieder noch das * al ot Xoiitoi nqioqsg knüpfen zu 
müssen glaubt: also etwa „der die Korporation vertretende Ausschuß und die Korporation“ 
statt: „die Korporation durch den sie vertretenden Ausschuß“ (wie richtig Z. 1 f.). 

18 Die acht genannten Soldaten bezeichnen sich als üqdivaqiot. Veget. II 7: Ordinarii 
dicuntur, qui in proelio, quia primi sunt, ordines ducunt. Mommsen, Ephem. epigr. IV 
p. 239 s. Marquardt, Röm. Staatsverw. H, 462 1 , möchte die ordinarii der ersten Klasse der 
Zenturionen gleichstellen. Wenn wir unter den nqazevovzeg oder nqloqtg diese erste Klasse 
der Zenturionen verstehen dürfen, so heben sich aber die 6q6ivaqioi von ihnen ab. Sie sind 
im Kollegium der Priores, aber in diesem die ersten und vielleicht deshalb zur Vertretung 
des Kollegiums berufen (Z. 1 f.). Ähnlich jetzt auch Maspero, Organisation 106 6 . 

22 Zu adiutor, allgemein „Gehilfe“ auf den verschiedenen Verwaltungsgebieten, hier 
im Heeresdienste, vgl. Habel in Pauly-Wissowa s.v. 1) IV. Zu den dort angeführten Adjutoren 
tritt also der adiutor numeri (vgl. auch Mon. 13 Z. 77 und 14 Z. 104) und der wohl gleich¬ 
wertige adiutor legionis {Mon. 8 Z. 50). Maspero, Organisation 105 hält den adiutor vor¬ 
nehmlich für einen Schreibergehilfen, aber es ist nicht ersichtlich, daß seine einzige oder 
auch nur Hauptbeschäftigung im Schreiberdienst bestand; Lyd. de magistr. I 46 sagt auch 
nur adiovzoQEg, vmßorj&ol (vgl. Mon. 7 Z. 89) und HI 2 [of] Xsyo^evot ScStovzoqsg 5 otovsl 
ßorfiol. Daß sie Schreiberdienste verrichteten, ist nach Mon. 2 und 8 gewiß. 


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Urkunden 


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Nr. 3. 

ENDE EINES SCHULDSCHEINS. 

Inv.-Nr. 109. Höhe 17,5 cm, Breite 17,3 cm (beides im Sinne der Schrift). Rekto 
21 Zeilen. Verso 1 Zeile. Syene. Nach Lond. Inv.-Nr. 1799 vom 6. März 580. Un¬ 
veröffentlicht. Tafel XI a. 

Der Papyrus ist ein Fragment, die obere Hälfte mit 15 Zeilen wird im British 
Museum aufbewahrt, Inv.-Nr. 1799. Das ungeteilte Stück war eine Selis aus einer 
längeren Rolle in der üblichen Größe von 16x32 cm, die Fasern liefen auf der für 
den Text benutzten Seite parallel der Schmalseite der Rolle. Am rechten Rande un¬ 
seres Papyrus ist noch der Ansatz der nächsten Selis zu erkennen. Dem Schreiber 
schien es wichtiger, die Zeilen parallel der Schmalseite als senkrecht zur Faserung 
zu stellen, er schreibt mit den Fasern. Die Inhaltsangabe auf dem Verso steht quer, 
läuft also auch mit der Faserung; das erklärt sich daraus, daß die Urkunde in der 
Breite der Papyruslage gefaltet wurde, die Spuren sind an der linken Seite (unter 
der letzten Zeile) noch sichtbar. Der Papyrus ist von sehr geringer Qualität, dünn 
und weitfaserig. Die Erhaltung läßt viel zu wünschen übrig, namentlich in der 
Mitte ist überall die Farbe abgesprungen, zahlreiche Löcher sind in den Falten ent¬ 
standen. Die Schrift ist eine etwaB plumpe, fette Minuskelkursive. Der Aussteller 
Markos Apa Diou scheint den Text nicht selbst geschrieben zu haben, doch stammt 
von seiner Hand die Aufschrift auf dem Verso. 


Die unten mitgeteilte Transskription des Anfangsstückes verdanken wir der Freund¬ 
lichkeit Beils. Wie der Vergleich der Münchener Lichtdrucktafel mit dem Londoner 
Original zeigte, ist die Zusammengehörigkeit beider Stücke auch paläographisch sicher. 
Sachlich und sprachlich ist der unmittelbare Anschluß von Mon. 3 Z. 1 an Lond. Z. 15 
annehmbar. Aber unter ivyo der letzten Zeile des Londoner Fragmentes sind zwei 
dem Ende einer folgenden Zeile angehörige Punkte zu sehen, die zu unserer doch 
wohl sicheren Ergänzung 6jt6t[a]v nicht passen. 

Schuldner ist Aurelios Jakob, Sohn des Kostantios, Schiffer aus Syene, Gläu¬ 
bigerin nach P. Lond. seine Frau Aurelia Mariam. Der Schuldner verpfändet für seine 
jederzeit auf Verlangen der Gläubigerin rückzahlbare, aber zinsfreie Schuld sein ganzes 
Vermögen (Mon. 3 Z. 4). Für den Schuldner subskribiert der Ordinarius FL Johannes. 
Drei Zeugen, darunter zwei Soldaten desselben Numerus. Die Urkunde ist ausgestellt 
unter dem Namen des M. Apa Diou. 

Das Verso mit der Inhaltsangabe steht zur Hälfte (bis zum Doppelstrich der 
Transskription) auf der Londoner Urkunde. 


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Nr. 3. Ende eines Schuldscheins 


47 


Lond. Inv.-Nr. 1799. 

f ßa[6t\katag xat [vxa]tatag toy fretoxatov rjfiav deOnoxov 
xa[t] fiayttfto £[ve]^y«To OXgy^g Tißegio Neov Kav 
öxavxtvo to[v] atavtov Avygy[?}xo Avxoxyaxoyog stovg 
devtegov fPccfieycoft dangt VS tyusxatdaxotrig Ivd/ 
av Dwivy 

AvgrjXiog Iccxqtß ax xgxQog Kaöxavxiov ex (irjxgog 

Maytag va[v]xrjg gxo 2Jvrjvrjg Avyrjha Mccyiafi 

frvyaxQi AXX[afiovog? firjtQ]gg Taxiag ogfiafievrj 

ca r[o] xrjg avx[rjg Jüvrjvrjg xrj?] gov 6w &ea övftßta 

%atQBtv ofi[oXoym eyto o xq\ oyeyga^iuvo g laxaß dta 

xavxrjg fi[ov xrjg eyyga](pg aö<paAeiag e%atv 

xat %Qe[a6xaiv 6ot v]pceg toy Ovjixegavrjuevo 

<f[oi? dgxtpov vojud 

pu[xi a tQta £vya 2Jvrjvrj]g ytf %gj y y £/ Zvrjyrjg axeg 

xa[? xgoxetfieva %gv<s]o vofit6[iatia xgeia £vya 


Mon. 3. 

Sv[ijvyg ho](fi[ag l^o] rtag[a<J%elv 6o\t bxör[a]y 
ßovkrj&eCrjg avyxeg&hag axoxel IdCtp jiov 
xtvdvva xal x6g<p xrjg ijirjg yxoäxaöeag 
xrjg xal vxoxe^jievrjg 6ot [xa]\ ivexojiivrjg 

&%gt dxoööoeag övvxXrjgadeag xov xgodedrj- 5 

Aovpivov %geovg avey xaö rjg tixegdiöeag xe xal 
avgeatXoytag. xal elg Orjy [äö]<pdXetav xexoLrjfiat 
tb dogaXig xvgtov xal ßißatov äxavta%ov xgotpagb- 
fievov vxoygatpijg t[ov] vx\q ifiov vxoyga- 

q>ovtog [xal] Sxegaxrj&elg h/wXöyrjOa xal dxiXvöa f. 10 

(2. H.) f Ai>gi/jXt[o]g 'laxaß vtbg KatSxavxiov varkatg 

dxo ZMj[v]rjg & XQOx(eCpevog) i&e(irjv ta dötpaXhg 

t$ tov y[$]v6ov vofitOfidtia xglg Uyya) ZMjvrjg 

x(al) 6tot%el pot xavta hg xpöx(ettai). &X(avLog) ’lauv- 


1 ist zerstört, doch sind so beträchtliche 
Reste der Schrift übrig geblieben, daß die 
Lesung sicher ist. 4 ist in der Mitte stark 
lädiert, die Farbspuren führen auf die oben 
gegebenen Worte. 5 f. L xgo&edrjXmfuvov. 


9 Der Apostroph hinter ist zweifelhaft. 
11 vavtcns falsch st. vavxr\g. 12/18 Gemeint 
ist vielleicht xo ccätpcelsg xmv xov %qv6°v vo- 
fue/iaxKop . — 1. XQuty bzw. xqicov. 


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48 


Urkunden 


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16 vrjg Ilastmvog dQÖivdQ(iog) dytäpov Ihnjvtjg 

d£i(o&l$ iyQcctya V7thg avrov ygdppaxa 

fiij sldöxog. (3. H.) f &X(aviog) Aßpadfi Movpqcfov pagxvQfö f. 

(4. H.) f Q>A(a'öiog) IKft^nvovfhg THxqov (fxQ(axL(bxrjg) dgifyiov 

Zvij[v]rjg pctQXVQcb f. (6. H.) &X(avtog) 'Axpjjg BCxxoq 6xQ(aud>xrjg) 

20 dQiftpov 2hrtjvrjg paQXVQ&. 

(6. H.) ijiov M6\ qxo]v "Arta ACov itiopccxfedy. 

Verso: 

(6. H.) f yQ(afificcx£iov) yevopievov) n{aga) Itxxmßov Ko6xa\\[vxCvov vajyxrjg dxo 
2Jvij(vr]g) dg %q(v 6 ov) voQuäpdncc) y S(vyco) 2Jvrj(vrjg). 

16 1. a£im&sig. 17 Das erste a von ccßgctap ist verblaßt. 18 xxvov&ig verschrieben st. 


nanvo vfHg. Terso: vuvttiq Mach st. vavtov. 

ÜBERSETZUNG. 

[.welche drei Goldsolidi Gewicht (. Lond . Inv.-Nr. 1799)] von Syene ich 


dir zu leisten bereit bin, wann immer du es verlangst, ohne Verzug, (doch) frei von 
Zinsen, auf meine eigene Gefahr und auf Kosten meines Vermögens, das dir auch 
(6) verpfändet und verhaftet ist bis zur Rückgabe und Erfüllung der vorgenannten Schuld 
ohne jeden Verzug und ohne jede Ausflucht. Und zu deiner Sicherheit habe ich diese 
Urkunde ausgestellt, die giltig und fest sein soll, wo immer sie vorgebracht wird, mit 
(10) der Unterschrift des für mich Unterschreibenden, und, befragt, habe ich zugestimmt 
und (die Urkunde) ausgefertigt. 2. H. Ich, Aurelios Jakob, Sohn des Kostantios, 
Schiffer aus Syene, der Vorstehende, habe die Urkunde über die drei Goldsolidi 
Syener Gewicht ausgestellt und es paßt mir alles, wie es vorliegt. 

Unterschrift des Subskribenten und dreier Zeugen. Fertigung des Ausstellers. 

Verso: Inhaltsangabe. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

6 üitigfaaig = mora. Vgl. Bas. 23, 3 mit Dig. 22, 1. 

10 ditilv (Sa: Zum absolvere oder dimittere vgl. Cod. Inst. 4, 21, 17. Richtig übersetzt 
schon Brunner, Bechtsgesch. d. röm. u. gciman. Urkunde 75 „ausfertigen“. Justinian schreibt 
bekanntlich speziell auch für Transaktionen, quas instrumento recipi convenit, vor, daß 
sie nicht gelten sollen, nisi instrumenta in mundum recepta subscriptionibusque partium 
confirmata et, si per tabellionem conscribantur, etiam ab ipso completa et postremo a 
partibus absoluta sint etc. Vgl. Mitteis, Grundzüge 89. Partsch, Ztschr. Uandelsr. LXX, 
458 mit wertvollen Beobachtungen zum absolvere, dnolvsiv: die Partei „gibt die Urkunde 
als fertig aus der Hand“. Daß das absolvere dem complere vorgeht, zeigen auch unsere 
Texte. Vgl. schon Karlowa, Böm. Bechtsgesch. I 1001 f. Freundt, Wertpapiere I 63 £ 
Partsch a. a. 0. 452 ff. Nicht zu übersehen ist, daß die justinianische Vorschrift für Ta- 


Gougle 


Original fro-m 

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Nr. 3. Ende eines Schuldscheins 


49 


bellionenurkunden erlassen ist. Die Frage, inwieweit die Stellung unserer Urkundenver¬ 
fasser jener der Tabellionen analog behandelt wurde, verdiente, wie das Tabeilionrecht 
überhaupt, wie schon oben (Mon. 1 zu Z. 64) bemerkt, erneute Untersuchung. 

16 Zu &QÖivccQiog vgl. oben zu Mon. 2 Z. 18. 

21 Der Urkundenverfasser wendet hier das nicht gewöhnliche iacopaxta&ri an. Ebenso 
in dieser Sammlung noch ( Icapduaa ) Mon. 4 Z. 58 und 8 Z. 50. M. E. bedeutet das Wort 
hier nichts anderes als „ich habe verfaßt“. Mit <täpa ist dabei der „Vertragskörper“ ge¬ 
meint. Daß die Hand eine neue ist, nicht die des Schreibers des ganzen Kontextes, tut 
dieser Annahme sowenig Abbruch, als das bei den anderen Wendungen: 6t i/iov iyQatpri, 
inlum&ij u. ä. der Fall ist. Vgl. oben zu Nr. 1 Z. 64. ’Etfopartfa kann von sich sagen, 
wer das Rechtsgeschäft durch seine juristische Kunst zustande gebracht hat, mag er es nun 
selber aufgeschrieben oder durch eine von ihm beigestellte Schreibkraft haben schriftlich 
fixieren lassen. Mit dem grundbuchrechtlichen oofumcpog und tfoo paxL&töcu (Eger, Grund¬ 
buchwesen 188, Lewald, Grundbuchsrecht 7Bi.) hat das Wort in unseren Fällen nichts zu 
tun, handelt es sich doch hier um einen Schuldschein, Nr. 4 um Veräußerung eines Ploion, 
Nr. 8 um Schenkung auf den Todesfall. Vgl. Maspero, P. Cair. Cat. H 67133 Z. 6 (p. 18), 
wo Wessely, Deutsche Lit.-Z. I/VI 1912, 1392 richtig emendiert 6 %al Gaucnfaag: der vo- 
f uxog erscheint als Zeuge und Verfasser der Quittung. Nicht anders ist das iacofidriaa aber 
m. E. auch in Thead. 5 (a. 338) zu deuten: der verpachtende Gutsherr ist schreibunkundig, 
und der Pächter schreibt alles, nicht nur die von ihm ausgehende Offerte, sondern gleich 
auch die Unterschrift des Verpächters auf das für den Pächter bestimmte Exemplar (Was- 
zynski, Bodenpacht 28 f.). Das betont dann der Pächter besonders, da es doch ein sehr 
kurzer Prozeß ist, wenn der eine Kontrahent gleich für den schreibunkundigen anderen 
unterfertigt. Zu dieser Erklärung stimmt es auch, daß keine zweite Hand angemerkt, son¬ 
dern der ganze Papyrus von einem, eben dem Pächter, geschrieben ist An andere Erklä¬ 
rung denkt Jouguet p. 67 s. Wie mir Herr Jouguet bei einer freundlichst gestatteten Be¬ 
sichtigung der Liller Sammlung übrigens mitteilt, hält auch er meine ihm vorgelegte Er¬ 
klärung für plausibel. 


Nr. 4 und 5 Verso. 

VERKAUFSERKLÄRUNG ÜBER EIN PLOION. 

Nr. 4. Inv.-Nr. 106. Höhe 89 cm, Breite 33 cm. 58 Zeilen. Rekto Syene. Nach 
Lond. Inv.-Nr. 1803 a. 581 n. Chr. Unveröffentlicht. Tafeln IV, V. 

Nr. 5 Verso. Inv.-Nr. 111b. Höhe 20 cm; Breite 32,5 cm. 2 Zeilen Verso. (Syene. 
581 n. Chr.) Unveröffentlicht. Tafel VI b. 

Der Papyrus 4 besteht aus 6 Selides von je 16—17 cm Höhe; die letzte, die 
keine Schrift trägt, ist auf ca. 6 cm Höhe abgeschnitten. Jede Selis trägt 12—14 

Mttnohener Papyri L 7 


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50 


Urkunden 


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Zeilen senkrecht zur Faserung, parallel zur Klebung. Die ersten zwei Zeilen sind 
bis auf wenige Reste zerstört. Die unserem Text Torausgehende erste Selis der 
Rolle mit 13 Zeilen wird im Brit, Mus. Iny.-Nr. 1803 a aufbewahrt. Nach der freund¬ 
lichen Mitteilung von Herrn I. H. Bell teilen wir unten den leider auch dort ver¬ 
stümmelten Text mit. Der Papyrus ist von geringer Qualität, streifig und von ver¬ 
schiedener Färbung. Die Tinte war sehr schlecht, sie ist überall abgesprungen, so 
daß wenige Zeilen vollständig erhalten, manche durchaus zerstört sind. 

Der Schreiber, der mit dem Aussteller der Urkunde nicht identisch ist, verwendet 
eine etwas grobe, einfache Minuskelkursive. 

In Papyrus 5 besitzen wir den ungewöhnlich breiten Schutzstreifen von P. 4 
samt einem 5 mm breiten Streifen der ersten Selis, die sich als Inv.-Nr. 1803a 
im British Museum befindet. Das Blatt Inv.-Nr . 111 hat mehrere Brüche und 
Löcher. Die Inhaltsangabe Nr. 5 Verso stammt von der Hand des Schreibers der 
Urkunde, die Bemerkungen dagegen auf der Vorderseite des Blattes, die im folgen¬ 
den als Nr. 5 Rekto veröffentlicht sind, rühren von einer anderen Hand her und be¬ 
ziehen sich auf etwas anderes. 

Lond. Inv. 1803a lautet nach Bell: 


[Badtisiag rav frsiorarov r^mv 8 Editor ov xcu fisytdrov] 

[evEfyyErov OXamov TtßsQiov Neov Kcovdxavxivov] 

[xov aimviov avyovdrov xcu avroxQcc]roQog arovg eßdouov 
[vitaxstag rov avxov s]vdEßEdx[axov rjpa)]v d Editor o v srovg tqitov 
[. ivdix r]f9fog $[v 

[-f Q>l(avtog) IlatSQuov&ig ex itax]gog Mriva ro[ v ] xcu Xsygfi£vo v Btjvve 
[ dxQaxuoxrjg xeiqcov aQifr]no v Exnjvrjg xcu aito rijg avxrjg 
[Exnjvrjg oQfmpEvog o xcu sfyg v]itoyQaq)Ecc itaQE%[&v\ xov vitEQ avxov 
[vitoygaqjovra xcu [ucQXVQag xovg E%rjg xax EittxQoitrjv avxov 
[iCQOdfiaQxvQowxag xrjds xrj covtaxij adtp]$Xsca AvQiqXim Mr\va vivo 

[IlavXov .. cuto Ofißoav oppcofiEva xai .] xtj tjcyxo v rfyiijßuD 

[•.]«CT- ß"Y 

[xcuQSiv. o{ioX]oy(o syo o itQoyeyQaii[ji]§ygy naxEQpovfhoy 
[.]. e .. ai . x .. dof.... [o] v [. 


Die Urkunde ist, ebenso wie Nr. 9; 11 — 13; 14; 15, subjektiv stilisierte Ver- 
kaufererklärung (Lond. Inv.-Nr. 1803a Z. 10 wird die Urkunde adcpaXsuc genannt; 
vgl. Lond. Inv.-Nr. 1797 Z. 11 dfviaxrjg üdcpaXsCag [Mitteilung Beils]). Geschrieben ist 


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Nr. 4 und 6 Verso. Verkanfserkl&rung über ein Ploion 


51 


die Urkunde unter dem Namen des FL Abraam, Sohnes des Mousaios, der aber selbst 
nur unterzeichnet Zu iacsgduöa ygl. Einzelbem. zu Man. 3 Z. 21. Für den Verkäufer 
subskribiert ein Soldat aus dem Numerus von Sjene. Von den 6 Zeugen Bind 5 
öTQati&tta dQt&fiov Uvijvtjs, wahrend einer sich als öTQCctuatrjg Xsy(s&vog) Evrfvqg 
bezeichnet. Beide Ausdrücke sind hier wohl synonym. VgL darüber Einzelbem. zu 
Z. 48. Die Zahl der Zeugen wechselt, was selbst für die kleine Zahl der Kaufver¬ 
träge unserer Sammlung schon beobachtet wurde (Vorbericht S. 20). Wir finden 
3 Zeugen (Nr. 12), 5 (Nr. 11; 13), 6 (Nr. 4), 7 (Nr. 9; 15; 16). Dieses Schwanken in 
der Zahl der zugezogenen Zeugen weist meines Erachtens auf das System der Be¬ 
weiswürdigung der Zeugenaussagen bei einem Streit über das Rechtsgeschäft hin. 
Es ist da, wenn dem Richter grundsätzlich — vgL aber auch Einleit, zu Man. 6 — 
freie Beweis Würdigung zusteht, das Prinzip naheliegend: je mehr Zeugen, desto besser 
für die beweisende Partei. Vgl. Leisi, Der Zeuge im attischen Hecht (1908) S. 158. 
Ein Zeuge genügte freilich in dieser Zeit zu Beweiszwecken schon nicht mehr. Da 
setzt der Prozeßformalismus ein. Vgl. unten Man. 6 Einleitung. Denn zum gültigen 
Geschäftsabschluß ist überhaupt kein Zeuge nötig; wenn Zeugen beigezogen wer¬ 
den, so geschieht dies nur zur Sicherung des Beweises bei eventuellem künftigen 
Rechtsstreit. 

Verkäufer ist ein Flavios Patermouthis, Sohn des Menas oder Benne, Rekrut 
der Legion von Syene. 1 ) Die Namen der Käufer sind in unserer Urkunde nicht er¬ 
sichtlich; daß es deren mehrere sind, zeigt i>gXv in Z. 8 u. ö. Das öoi in Z. 40 ist 
Gedankenlosigkeit des Urkundenschreibers, der schon in der folgenden Zeile wieder 
richtig tifjubv sagt. Aus Land. Inv.-Nr. 1803 a Z-10 ersieht man, daß einer der Käufer 
ein Aurelios Menas war, außer ihm wahrscheinlich seine Gattin. Aurelios Menas ist 
vielleicht derselbe, der in Nr. 5 Rekto Sohn des Paulos und der Sousanna aus Omboi 
genannt ist. 

Kaufobjekt ist ein Lastschiff (itlolov tfroi 6xcc<pog). Der Preis beträgt 19 f Gold¬ 
solidi. 

Die Verkäufererklärung — wir sind ja gewöhnt, derartige Urkunden kurz als 
„Kaufverträge“ zu bezeichnen — folgt dem üblichen dreiteiligen Schema (Graden- 
witz, Einführung 54; jetzt mit vermehrtem Material Mitteis, Grundzüge 181), wenn¬ 
gleich der Formalismus (nsitgaxivta — &sti%uv — ßsßauoösiv) sprachlich nicht mehr 
mit derselben Prägnanz zum Ausdruck kommt. 

Der Verkäufer erklärt nicht nur (obligatorisch) tcstcqcmsvcli, sondern auch (ding¬ 
lich) xataysyQcupTjxivai ; die Urkunde ist also nach Mitteis’ Terminologie „einheit¬ 
licher Kauf“. Das xcctaysyQccyiixivai ist aber noch in anderer Hinsicht sehr beachtens¬ 
wert: es findet sich bekanntlich als Terminus für die Auflassung von Grundstücken 
(Mitteis, Grundzüge 176f.), ist aber allerdings, wie Mitteis (S. 177) bemerkt, nicht 


1) Er ist nicht identisch mit dem Manne der Kako. 
oben 8. 11. 


Vgl. Bell, Klio Xin, 164. 

7* 


Heisenberg, 


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52 


Urkunden 


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in seiner Anwendbarkeit auf Immobilien beschrankt. Möglich, daß der Kauf von 
Schiffen ähnlich wie der von Sklaven (Mitteis, Grunämge 192f.) sich vom gewöhn¬ 
lichen Mobiliarverkehr abhob; möglich, daß er sich durch die „Verschreibung" dem 
Immobiliargeschäft näherte. Für den Schiffskauf fehlt es noch an Paralleldokumenten, 
aber jedenfalls zeigt unsere Urkunde eine an den Grundstückskauf (vgl. Nr. 9 , 11,12, 
13,15,16) erinnernde sorgfältige Redaktion, ganz so, wie dies Mitteis für die Sklaven¬ 
käufe (Grunämge 192) beobachtet hat. Lond. UI 1164h (a. 212, S. 163/5) enthält 
die xaxagio^oTcga^Ca (vgl. Hunt, The Class. Qmrterly I [Okt. 1906] p. 321) eines 
Tclolov. Dazu Mitteis, Z. Sav.-St. XXVIH, 383. 


. 6y[vagxayijg . ]yv . 

. xaxd]rjd's(ag wd navxbg IkXaxxögutog xal cpavkov öiayoil- 

fucxog dXXä 6 p öm <Jxo%(p iXavvöfuvog dpa öl ixopcotidpsyog 
xov (jpqixtqv xal äeßaäpiov Zgxov xaxä xrjg ayiag xal bpoovöiov 
6 xgidÖog xal vlxrjg xal öiapovijg xcbv yaXrjvoxdxav fjptöv 
Ö£ö7COt(5v 0Xavtm / Tißegiov Kmvtixavxivov xal AlXCag Avaöxaötag 
x&v alavCav Avyovdxcov xal Avxoxqaxögav nsitgaxivai 
■bplv öijfisgov xal xaxaysyQacpTjxsvca v6p<p 7rp[a<y]£©s xal 
dsöTtoxixq) öixaup xb (wdpzo[v p]oi nXolov dygiozyvoTtg^- 
10 pvyg £%°v ayoyijv dgxaß&v stevxa xoaC GJV xXeoiXaxxov 
iXXrjmxbv ipixoxijöaXov &<Sxr { yoy 6söayida)pdv[o]v 
äitb ftgthgag piZQL ngvpvijg ayv t&cjp xal otigccxt xal dgpsv[q) 
xal x&xaig xal ayxyga xal pyXyßöcqy < hö7t£Q£l oyöiv 

6vv özoivCoov X€ xal payxavotg xal iyXlyat[g p\yz[avatg] xal Xoixotg 
16 stÖ£6 [<j}i ajtdöTjg ifcagxtag ifzot SXqg dich peydXov sCöovg pixQ L iXa- 


1 ist nahezu völlig zerstört 2 Am Anfang 
der Zeile ist von etwa 18 Buchstaben nichts er¬ 
halten. — 1. slarruparoff. 8 1. snofioaa^tvog. 
5 Um die Zeile besser zu füllen, hat der Schrei- 
ber an Stelle des zuerst klein geratenen v von 
ijfuop ein zweites größeres w gesetzt. 9f. aygio- 
ZrjPOXQ7j(iv7jg (vgl. Z. 26 und Verso) ist falsch 
geschrieben st. -XQvp- und grammatisch sehr 
hart, man erwartet st. des Genitivs des Sub¬ 
stantivs eine Adjektivbildung. 10 aQtaßav 
xapraxoaicov ist sehr undeutlich, aber zweifel¬ 
los. — ixAsoalanro* hier ein Wort und Adverb, 
entgegen dem älteren Sprachgebrauch; in dem 
gleichzeitigen BGÜ. 402 läßt die Abkürzung 
die Entscheidung zweifelhaft. 11—18 sind 

fast ganz zerstört. 11 sXXhpikop ist sicher 
gelesen, zur Form des -XX- vgl. Z. 19 aXXriXovg 


und 37 aXXa. Auch im P Lond. UI 1164 h 
(S. 164, 6) heißt das nXotov iXXrjptxöv. — 
(pLxo7tr]daiov ist sicher gelesen, die Deutung 
ist zweifelhaft; <pvxoxijöaXop könnte auch ein 
Schiff mit einem xtjddXop von der Gestalt des 
Fisches ipvxtjg heißen. 12 Die Lesungen 
sind sicher. Zu aQpsvm vgl. P. N. Papa- 
georgiou, JIsqI x&p orjficeöt&v roü ftjparoe &q- 
ptvlZco, *Ad7}vu 24 (1912) 469—468. 18 fio- 

Xvßdmp ist nahezu sicher gelesen, es ist also 
grammatische Nachlässigkeit der Vulgärsprache 
st poXvßdotg. Ebenso Z. 14 cvv a%oivuov. — 
Das sehr breit geschriebene y in pccyxavotg 
steht auf anderen halbverwischten Buchstaben. 
15 1. sideoi. — vXris ist hier gegen die Regel 
mit Punkten versehen. 


Gck igle 


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Nr. 4 und 6 Verso. Verkaufserklärung über ein Ploion 


53 


%faxov xal svxsXovg xivog iX&bv etg ipb beb dyoQatiiqäxixov SexcUgy 

nccgä Kvqov ’löaxiov 6 xvßsQvrjxrjg beb IdnöXXovog ävw nqbg tijv Svvapiv x&v 

Sixaimpdxmv dxoXov&ag tfj y£y£vrjfi[£v}o p\oi] Äp[c i\gbi rjvjtsp vplv i|ed[<5- 

pr\v slg nXsLOTSQav aötpdX$mVj xeprjg trjg ;rp[ög] dXXrfcX ov$] 6vpns<p(D<{vyr)iiivrig 

xal 6vvccQ£6d<Srjg %qv(Sov vopCöpara S[f\x[a xal] ivvia StöpoiQov 20 

fry&ZvrjvTig yl(y£tat) %q(v6ov) t>o(pl6paxa) 1& t(vy<p) [Dvrjvri]g, rjvneg xijv xsXsiav 

xipijv avxöfri btiöyjov nag vpöv \x]&y (bvovp[iv]a)v iyfo 6 mnga- 

xeog iv xi) ivstfzto&'Q f)pigq Siä %£iQbg vpav £tg %£lgd pov ägiftpcj 

xal tixaftpep nXrjgr) trjg avxrjg Uvyvix&y ngog x<p vpag &7 Cbvx£ü&£v 

xov nqoSBÖr]X ovßivov itXolov tfxoi dygiozyygngrjpyrjg (Sbv xf)g äna6r\g 26 

aytoy jfäaQtCag fjxoi v]Xr)g xyQie[v£iv xal ÖBOnöfciv xal SloixbIv] x[a]l 

oixovopBIv xal %gx\paxi^Biv xal p^xaa%r)p\axC^£iv xal naXslv] xal 

pstanaXBlv xal aXXayäg noulv xal i[^pe]g^gyy xal \X]o\xa\Xeiv real 

nXhiv xal vccvtiXBöd'cu xal zagCiBöftai xal xlxvoig xal iyyövoig 

Siaza6<s(jByiv xxati&ai %Qa6ftai xal ndvxa tcbqI avxov noulv xtd 30 

xgdxxeiv dx&Xvxag Sb xal dvBpnoSUfxmg. xbv Sb ineXsvdöpBvov 

vplv rj xal dvxmoirjtiöpBvov ix6tij6(o xal xa&ccQOTtoiiföco 

tSCoig pov dvaXapatii. d Sb äöftemjOaipi ns gl xi)v xovxov xafrago- 

xoiTjtfiy xal dno<f(6ßr)0iv, icp <ß iab naga<S%£lv xijv iyxBijpivrjy 

xiprjv iv SinXcS £Qy(p xal Svvdpsi anqixoyp£va ix trj[g] iprjg 36 

vnoöxaöBcog xal pySbv töxvKß}^v ?wxä xgjv iyytyQctppivay 

xavxrj tfj nagovOy TtQccösi, dXXa ngbg xw äxovxa ippivstv 

avxfj d>g iy S[r)p]oät(p do[%£(]p ysy[£v]r)pivfj Siä xo iph dvdyxyg 

rj ßlag pi) inixnpivrjg r} dn[d]xrj[$ t] d<U]o[v dXXä] Siä xo ipol [ov]tm 


16 Das Adj. ayoQccGtaGxixog finde ich nir¬ 
gends belegt; der Schreiber wollte zunächst 
wohl ayogaoiag dixateeg schreiben und ging 
dann im Schreiben über zu ayogaaxixov di- 
xaiov. 17 o xvßeQvrjtrjs falsch st. xov xv- 
ßtQvrjxov. — Ober ngog steht von gleicher 
Hand avm , ein Strich deutet an, daß es hinter 
cntoXXovog gestellt werden soll, korrekt wäre 
axolXavog (xijg) arm, vgl. aber BGU. H 662 A 
II 6 JJaxQrj ctvm, Z. 18 TL %axa> u. ä. (Wilcken). 
18 Der Strich über -xsq scheint nichts als 
Schreibversehen zu sein. 19 xXnoxeQav vulgär 
st. nlt lova. — 1. av/ixtqjcanjfitvrjg. 20 vofuofuxxa 
formelhaft st. vofuOfucxav. — dio/ioigov ist 
Schreibfehler (oder falsche Analogie nach dvo) 
st. dipotpo*, richtig u. Z. 42. 60. 25 1. XQOde- 

ft]Xa>p,9vov. — gw mit Genitiv vulgär, 26 ist 


nahezu völlig zerstört, die vorgeschlagenen 
Ergänzungen passen zu den Farbspuren. 27 u. 
28 haben in der zweiten Hälfte ebenfalls stark 
gelitten. 28 [l]o[xa]lsiv (Bell) ist nach 
den erhaltenen Spuren möglich. Man erwartete 
eher etwa qpoprov sfißcdlsiv. 29 1 . vccvxiJLXe- 
g&cu. 80 1. duxxuGGuv. — Das x im letzten 
%at steht auf einem halb ausgewischten oi. 
81 da xcu ist Schreibfehler st. v§ xät. 84 1. 
eenoaoßijGiv. — stp cd im Nachsatz ganz unver¬ 
ständlich, man erwartet etwa ogoloyai. 86 1. 
tG%v8iv. Die Worte xat — Z. 40 aoi kehren fast 
wörtlich P. 11, 68—61 wieder. 87 Man er¬ 
wartete entweder aller oder srpog xm. 89 Zu 
den vorgeschlagenen Ergänzungen passen die 
Farbspuren, vgL P. 11, 61. Statt dia würde 
man xar« erwarten. 


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Goi igle 


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54 


Urkunden 


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40 dedöx&cti nenQaxivui öoi rö{v) ngoyeygappivov n[Xot]ov xal 
fotEti%T]xivat, [is nag 9 vfi&v xijy xeXe^av] xijv iyxBigivr^v x[i]p[ijv 
iv xqvöo v vopfapaxi öixa xal ivvia ÖCpoigov £yyc 5 Uyijvyg. 
xal ßtßaim vfilv xijv ngaßtv ndötj ßsßaiaöEi xcd dg Sc 6 tpd[Xsiav 
vfi&v id’iprjv xavxtjv xijv nagovöav ngäötv ps& vnoygatpijg 
45 xov vnlg i/iov vnoygayovxoq xal x&y pagxv 0 \ovv]x(ov 

xal iiteQGJtTjfrslg xaxä ngööcqnov tav& [oüxjmg i%nv noulv ippdvsiv 
tpvXdxxsiv 6fw<^X6yy7]6a xal dnikvda f. (2. H.) f &X(amog) IlaxEQiiovfhq ix %a- 
xgbg Mrjya 

xov xal Bfjvvs öxg(axi6xtjg) xeCgmv Xey(e&vog) Zvi j(vtjg) 6 ngox(sCp£vog) vcixg[a]xa 
to VTtccQtov not pxdtpog dymyrjg dgxaß&y 

nsvxaxoöCmv nkaoiXaxxov xal dni6%ovnag [bp&v xty xsXeiav xipijv ivxgvöov vopCfS]pa6i 
50 öixa ivvia ÖCfigigov %vy& Dvrjvrjg xal ß[eßcafo vplv xijy] ng[a<fiv itd&Q ßeßaid)]p€L 
[xal 6 xol%bI poi 

navxa Äs ngöxfjBixai) f. <PA(aviog) Magxog "Ana A[iov\ 6xg(axiaxyg) [dg(ifrpov)] 
2h)tf[vr]g c&£t<D#]e2g lyg[atßa vnig avxov ygappaxa 
firj elööxog f. (3. H.) Q>X(amog) 'Axgijg BCxxmg axg(axiaxijg) dgifrpov JSvtjvrjq pag- 
xvgcb xfj ng[a<S£i alxrj&eljg 

nagä xov ftspivov. (4. H.) f <&X(amog) Geööogog Köpeg ötga(xt(6xrjg) dgtftpov ZJvrj- 
vrjg pagxvg& f. 

(ß.H.) f OX(avLog) 'Imdvvrjq vtbg ACov 6xga(ximxt]g) dgt&pov Uvtjvijg pagxvgü f. 
65 (6. H.) f <&X(aviog) IIusC&v ACov 6xg(axubxriq) dgi&(pov) UvrfvTjg pagxvgcb *f*. 

(7. H.) f &X(aviog) ’lmöijq) BCxxmg <fxga(xt6xr]g) Xey(s&vog) 2hnjtnqg pagxvgcb f . 

(8. H.) f OX(aviog) ’icodwrjg Ilixgov 0xg(axt6xrjg) ägifrpov JEvrfvyg pagxvgtb f. 

(9. H.) *|* &X(amog) Aßgaäp MovöaCov iöajpdxtfqtf. 


Yerso (Mon. 111b): 

+ ilf nkoiov ijxoi öxdtpovg aygio%Tj[v]ongtfpvr]g ngafrivt^og) n(aga) <&X(avCov) 
Tlaxegpov^Cov Mr\v[ä 

xip(ff) %g(v6ov) voQuöpdxmv) l& £(vy$) Uvijy[rjg. 


40 «rot falsch st. vf uv. — 1. to. 42 vofiur- 
fictn flüchtig st. vopuapaei. 44 itaQ- in 
7taQOvcav steht auf einer Korrektur. 47 1. 
c üpoloyrjöa, oo ist aus 0 korrigiert. — tcccxsq- 
pov&ig ist sehr zerstört, aber sicher gelesen. 
50 Die Spuren weisen eher auf als 

({sßcuwta». 52 arpijff ist wahrscheinlicher 
als ctyQT\g. — ßixvmg ist Name des Vaters, wie 
Z. 58 xofitg, Z. 56 ßixtmg. 58 L Osodacof. 


57 Die Verschiedenheit der Schriftzüge er¬ 
laubt nicht diesen aTQatuoxris Johannes Petrou 
mit dem gleichnamigen ÖQccxovaQioe in P. 14, 
105 zu identifizieren. Veno: Das Kreuz ist 
sicher, TtQa/ zweifelhaft. Dann folgt ein Buch¬ 
stabe, wahrscheinlich ein q, der durch Klam¬ 
mem getilgt ist. Der Rest der Zeile ist sehr 
▼erblaßt, doch sind die Lesungen wohl sicher. 


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Nr. 4 und 5 Verso. Verkaufserkl&rung über ein Ploion 


55 


ÜBERSETZUNG. 

[Ich erkläre usw.] ohne jede Bosheit, ohne jede Verkürzung und ohne schlech¬ 
ten Hintergedanken, sondern von reiner Absicht getrieben, nachdem ich zugleich 
auch den furchtbaren und verehrungswürdigen Eid bei der heiligen und wesens¬ 
gleichen Dreieinigkeit und bei Sieg und langer Regierung unserer erhabensten Herr- (ö) 
scher, der Flavier Tiberios Konstantinos und Ailia Anastasia, der ewigen Augusti 
und Imperatoren, dazugeschworen habe, euch nach Kaufsatzung und Eigentumsrecht 
heute verkauft und verschrieben zu haben das mir gehörige Lastschiff mit einem 
Wildgansheck, für Fracht von ungefähr fünfhundert Artaben, von griechischer Ge- (io) 
stalt, mit einem Seetangsteuerruder, ohne Zeltdach, mit Brettern belegt vom Bug bis 
zum Heck, mit Mastbaum, Rae, Segel, Rudern, Anker und mit eisengleichwertigen 
Bleistücken, mit Stricken und Netzen und hölzernen Geräten und mit den Übrigen 
Gegenständen der ganzen Ausrüstung d. h. des Materials von der größten Art (15) 
bis zur kleinsten und einfachsten, welches Fahrzeug nach Kaufrecht von Kvros, 
dem Sohn des Isak, Steuermann aus dem oberen Apoilonopolis an mich gekommen 
ist, entsprechend der Geltung der Dokumente gemäß der mir ausgestellten Kauf¬ 
urkunde, die ich euch zur größeren Sicherheit herausgegeben habe, wobei der 
gegenseitig vereinbarte und (beiden Teilen) passende Kaufpreis neunzehn zwei Drittel (20) 
Goldsolidi Syener Gewicht, macht 19| Goldsolidi Syener Gewicht, beträgt, welchen 
vollen Preis ich, der Verkäufer, auf der Stelle von euch, den Käufern, bar in 
meine Hand voll nach Zahl und Gewicht derselben Stadt der Syeniter ausbezahlt 
erhalten habe, damit ihr von nun ab das vorgenannte Lastschiff nämlich den Kahn (25) 
mit dem Wildgansheck mit seiner ganzen Ausrüstung d. h. dem Material, beherr¬ 
schen und zu Eigentum haben, darüber schalten und walten, es handhaben und um¬ 
gestalten, verkaufen und Wiederverkäufen, vertauschen, vermieten und instand¬ 
setzen, damit schiffen und segeln, es verschenken, Kindern und Enkeln vergeben, er- (80) 
werben und gebrauchen und alles damit tun und machen könnt ungehindert und un¬ 
gehemmt. Denjenigen aber, welcher euch angreifen oder entgegentreten sollte, werde 
ich beseitigen und (die Sache) mit meinen eigenen Mitteln bereinigen; wenn ich aber 
zu dieser Bereinigung und Femhaltung außerstande sein sollte, so soll ich den vorlie¬ 
genden Kaufpreis doppelt erlegen, welcher Betrag aus meinem Vermögen mit Macht (35) 
und Gewalt abgefordert werden kann, und es soll nichts Geltung haben gegen das, 
was in diesem gegenwärtigen Kaufverträge geschrieben ist, sondern ich soll außer¬ 
dem gegen meinen Willen bei ihm verharren müssen, wie wenn er in einem öffent¬ 
lichen Amte abgeschlossen wäre, weil ich ohne vorliegende Nötigung oder Gewalt 
oder Betrug oder List, vielmehr nach eigenem Entschluß, dir (L euch) das vorge¬ 
nannte Lastschiff verkauft und von euch den vollen vorliegenden Kaufpreis in (40) 
191 Goldsolidi Syener Gewicht erhalten habe. Und ich leiste euch für den Kauf 
mit jeder Gewährleistung Gewähr und habe zu eurer Sicherheit diese gegenwärtige 
Kaufurkunde mit der Unterschrift des für mich Unterschreibenden und der anschlie- (45) 


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Original fro-m 

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56 


Urkunden 


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ßend (die Urkunde) Bezeugenden ausgestellt und befragt persönlich zugestimmt, es 
so zu haben, zu tun, dabei zu bleiben, es einzuhalten, und habe (die Urkunde) aus¬ 
gefertigt. (2. H.) fleh Flavios Patermouthis, vom Vater Menas, der auch Benne heißt, 
neu eingestellter Soldat der Legion von Syene, der Vorgenannte, habe das mir ge¬ 
hörige LastschifF, Fracht ungefähr 500 Artaben, verkauft und von euch den vollen 
(60) Preis in 19 f Goldsolidi Syener Gewicht erhalten und leiste euch für den Kauf Ge¬ 
währ mit jeder Gewährleistung, und es paßt mir alles, wie es vorliegt, f Ich Flavios 
Markos, Sohn des Apa Dios, Soldat des Numerus von Syene, habe auf seine Bitte 
für ihn geschrieben, da er schreibunkundig istf. (3.H.) Ich Flavios Hatres, Sohn des 
Viktor, Soldat im Numerus von Syene, bezeuge den Kaufvertrag auf Ersuchen des 
Vertragsschließenden. Es folgen 5 weitere Zeugenunterschriften und die Fertigung 
des Fl. Abraam, Sohnes des Mousaios, als Verfassers der Urkunde. 

Verso: 

f Kaufurkunde über ein Lastschiff d. h. einen Kahn mit Wildgansheck, verkauft 
von Fl. Patermouthis, Sohn des Menas, um den Preis von 19 j Goldsolidi Syener 
Gewicht. 

EINZELBEMERKUN GFN. 

8f. Der Verkäufer überträgt nach Kaufrecht das Fahrzeug zu Eigentum; vgl. Z. 26, 
wo nach anderen Texten Ö607to£eiv sicher ergänzt ist. Natürlich könnte auch der römische 
Verkäufer sich verpflichten, die Sache zu vollem Eigentum zu übertragen. Aber aus dem 
dispositiven Kaufrecht ergibt sich bekanntlich nur die Pflicht zum rem habere licere prae- 
stare. Über die vor einem Dezennium bekannten Urkundenklauseln vgl. Babel, Haftung 
des Verkäufers 85 f., wo schon eine Erweiterung der Haftung des Verkäufers über die rö¬ 
mische Legalordnung hinaus bis „nahe“ an die volle Eigentumsverschaffungspflicht in der 
Vertragspraxis dargelegt wird. Jetzt wird in byzantinischen Texten aber die Eigentums¬ 
verschaffungspflicht wiederholt aus dem Kaufrecht, ganz so wie bei uns aus § 433 BGB. y 
gefolgert. Wie hier heißt es Mon. 11 Z. 15 voyat nqa<Smg , und an anderer Stelle der¬ 
selben Urkunde {Mon, 11Z. 46 f.) xata xbv itsffl nqdomg xs %al ßeßaixbamg vopov; ähn¬ 
lich Mon. 12 Z. 12f.; Mon. 9 Z. 27 und ebenso Nr, 13 Z. 18 wird der wvumög vopog 
zitiert; Nr. 16 und wohl auch 15 fehlt ein solcher Hinweis. Inwieweit sich in der rö¬ 
mischen actio emti auf praestare rem Ansätze zu solcher Entwickelung finden, darüber 
vgl. Babel 89 f. Die endliche mit dem einheitlichen deonounov Shutiov gegebene Ent¬ 
wickelung, welche die römischen Quellen nicht fanden (vgl. Babel 129), liegt hier vor 
uns. Vgl. zu den Papyri Bry, La vente dans les papyrus (1909), 234 ss.; Mitteis, Grund¬ 
züge 182. 

10 Das Wort dycoyij findet sich in den Papyri für „Wagenlasten“. Vgl. Wilcken, 
Griech. Ostraka I 754, Grundzüge LXX. Wilcken merkt aytoyal allerdings für die älteren 
Texte der Ptolemäerzeit und unter Augustus in der Bedeutung Wagenlasten an, yofwc für 
die jüngeren Texte. Dieses Wort bezeichne „sonst meist die Schiffslast“ {Ostr. 754 4 ). Hier 


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Nr. 4 und & Verso. Verkaufserklärung über ein Ploion 


57 


ist, wie auch schon Lond. HE 1164h Z. 7 (a. 212), dycoyij im prägnanten Sinne von „Be¬ 
lastung 11 zu verstehen. Diese soll bis ungefähr 500 Artaben möglich sein. Das nkatov 
fUijwxdv des zitierten Lond . P., das ähnlich ausgerüstet ist, hat eine ayoayri von 400 Ar¬ 
taben. Auch in unserem Fall gestattet die Artaben&ng&be keine Umrechnung in unser 
Maß. Vgl. zur Frage Wilcken, Grundeüge LXVIII f. mit Literatur. Bell meint unter Hin¬ 
weis auf Lond. Inv.-Nr. 1729 (a. 570), daß äycoyrj die zulässige Belastung, yofiog die wirk¬ 
liche Belastung im einzelnen Falle bedeute. 

16 ff. Das nkotov hat der Verkäufer selber durch Kauf erworben. Mit der Z. 18 ge¬ 
nannten %Qu<Siq, die der Verkäufer den Käufern übergibt, ist nun jene frühere TtQ&aig ge¬ 
meint, mit der der jetzige Verkäufer das Schiff vom Steuermann Kyros erworben hat. Dem 
Käufer auch die Dokumente — StKcumfiara Z. 18, vgl. Cair. Cat. 67167, 35: Bell — zu 
übergeben, welche das Recht des Verkäufers bezeugten, ist ein zur itkeioriga aGcpakua des 
Erwerbers gewiß geeignetes Mittel. Daß solche Übergabe von Urkunden über die Tat¬ 
bestände (Rechtsgeschäfte, Erbgang), durch die der Auktor seinerzeit erworben hatte, 
auch im byzantinischen Rechte der Papyri noch vorkam, beweisen außerdem Mon. 9 
Z. 61 f., 11 Z. 20 f., 12 Z. 17 und besonders hübsch die Tt^oxtrjuxal cbvcU in Mon. 16 
Z. 13 (vgl. 13 Z. 26 f.). Das ist übrigens weitverbreiteter Brauch. Für die ptolemäische 
Zeit, seit welcher sich die Übung in Ägypten wohl bis zu unseren Texten erhalten hat, 
vgl. Gerhard, Gräko-ägypt. Erbstreit (Sitz.-Ber. Heidelb. Akad. 1911 Nr. 8) 12 89 und etwa 
den P. dem. TTess. Ges. 15, den Spiegelberg, Rec. de trav. relat. ä la phüol. et ä Varchcol. 
egypt. et assyr. Vol. XXXV unter „Zwei demotische Urkunden aus Gebelen“ publiziert 
und übersetzt S. 4 des S.-A. Vgl. ferner Ferrari, LoctmenH 52. Über eine eigenartige 
Anwendung der Übergabe der Erwerbsurkunde des Verkäufers an den neuen Er¬ 
werber (Käufer) im römischen Sklavenkaufrecht vgl. Brunner, Reehtsgesch. d. röm . u. 
germ. Urkunde (1880) S. 114—116. Bei den Angelsachsen entwickelt sich die Erwerbs¬ 
urkunde über das Grundstück zum wahren Traditionspapier. Diesen Hinweis verdanke 
ich der Freundlichkeit v. Amiras. Mit itQcusiq ist die Kaufvertragsurkunde gemeint. 
Ebenso unten Z. 44, dann Mon. 9 Z. 60 f. (jtQuGewv &vaöo&eiti&v\), Mon. 15 Z. 13 u. o. 
Mitteis’ mit Grund vorsichtig gefaßte Bemerkung ( Grundzüge 180), daß in der byzan¬ 
tinischen Zeit die („einheitliche“) Kaufurkunde stets xaraygagpi] geheißen habe, trifft 
nicht zu. 

17 f. Der Vorgänger des jetzigen Verkäufers war ein xvßsQvrjzrjg. Das führt uns auf 
eine mögliche Beschränkung des Eigentums. Das Schiff wird nämlich trotz der ausführ¬ 
lichen Schilderung der übertragenen Eigenrechte nicht vollfreies Eigentum, ist vielmehr 
durch die Liturgie des Komtransportes, die wenigstens für die byzantinische Zeit, der all¬ 
gemeinen Entwickelung der Dinge folgend, bestanden haben wird, auch dann mitbetroffen, 
wenn, was Vorkommen konnte, der Liturgiepflichtige den Transportdienst nicht auf eigenem 
Schiffe zu besorgen hatte. Dann mußte der Eigentümer sein Schiff zur Verfügung stellen. 
Ein solches Verhältnis mag beim Verkäufer und demgemäß auch beim Käufer bestanden 
haben, während Kyros Eigentümer und xvßt^vTjrr/q war. Vgl. zur Frage Mitteis, Z. Sav-St. 
XXVIII 383, mit dem Hinweis auf Cod. Thcod. 13, 6, 7 (a. 375). Daß der Schiffsverkauf 

JHünchoncr Papyri § 


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58 


Urkunden 


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möglich war, zeigt unsere Urkunde, wenn auch nur für ihre Zeit. Vgl. San Nicolo, Ägypt. 
Vereinswesen I 135 f. 138. 

20 Zu öCfJUHQOv = | ygl. Wilcken, Grundeiige XLVI und Stephanus, Thes. L. Graec. 
s. v. iCfiotQog, während die Wörterbücher (Sophocles, Pape) es unklarer auf J deuten. Nach 
Wilcken wird dlpoigov mit ß, in den spätbyzantinischen Texten mit ß/ (Bell), wiederge¬ 
geben. In unserem Texte steht Z. 21.). 

35 xal Swapei: St. Braßloff hat Z. Sav.-St XXV 302 ff. die Klausel dahin zu 
erklären gesucht, daß die Konventionalstrafe tatsächlich (£pye>) und mit Hilfe der staat¬ 
lichen Gewalt (övvdfisi), d. i. vom Richter, eingetrieben werden solle. Durch diesen Zu¬ 
satz hätten die Parteien zum Ausdruck bringen wollen, daß es sich ihnen bei der Aus¬ 
machung der Konventionalstrafe um eine ernste Sache, nicht bloß um eine Formalität 
gehandelt habe, daß also schon im Ägypten des 6. Jahrh. die Konventionalstrafe ge¬ 
wöhnlich — bei Fehlen der i. x. d. — nicht beigetrieben worden sei. Braßloff hat sioh 
für diese Deutung auf spätere Kaisergesetze (der Kaiserin Eirene [797—802] und des 
Kaisers Romanos II. [959—963] berufen, die den Richtern das Recht geben, die Erhebung 
der Konventionalstrafe auch dort zu überwachen, wo die Parteien sie nicht selbst be¬ 
gehrten. Er glaubt, daß dieser Rechtszustand in der Klausel i. x. d. sein Vorbild habe 
Aber schon Wilcken hat Zweifel darüber geäußert, ob das 6vvdfui einen Hinweis speziell 
auf die staatliche Gewalt enthalte ( Arch . IV 214), und neuerdings hat sich Berger, Straf- 
Häuseln 99 f.. m. E. mit Grund gegen die Annahme ausgesprochen, daß erst diese Worte 
die Konventionalstrafklausel zu einer ernsten Abrede machen sollten. Vielmehr war wohl 
das i(yy<p xal övvdfiei ditaitovfieva (sc. vofilcfiaxa) nichts anderes als eines der vielen Be¬ 
kräftigungsformulare für eine an und für sich schon de iure gültige Abrede. Ich erinnere 
noch daran, daß Verträge, ob beschworen oder nicht, galten, und daß das Vorkommen des 
Eides in aller Regel nichts weiter als eine Bekräftigung des Vertrages bedeutete. Aber 
ich möchte es andererseits doch dahinstehen lassen, ob diese Bekräftigungsworte wieder 
juristisch ganz gleichgültig sind, oder nicht etwa, wie der Eid durch religiöse und straf¬ 
rechtliche Sanktion der Eidesverletzung eine nicht bloß faktische, sondern auch juristische 
Bekräftigung mit sich brachte, so auch das SQya> xal övvd^et htavzov{Uva zur gewöhnlichen 
Bindung an die Konventionalstrafvereinbarung noch ein Plus, eine besondere Bindung 
brachte. Man denke etwa an Vereinfachung des Prozeß- oder Exekutionsganges, wenn 
diese Klausel sich vorfand. Ich wollte diese Vermutung nicht unausgesprochen lassen, 
mag es gleich zurzeit nicht möglich sein, Positiveres zu sagen. 

38 Der Vertrag soll gelten, als sei er im Srjfiöciov &q%£iov zustande gekommen. Da¬ 
bei ist aQ%sZov zunächst „ein ganz neutraler Ausdruck“, der „eigentlich die Behörde schlecht¬ 
hin, also auch das Notariatsamt bezeichnen kann“, Mitteis, Grundzüge 60. Es kann hier 
bloß gemeint sein, daß die Urkunde, die Abraam, Sohn des Mousaios, verfaßt hat, also, 
da ein Titel fehlt, wohl kein Beamter, Notar o. dgl., sondern ein Privater, doch so gelten 
solle, als stamme sie aus der Kanzlei eines Notars (vgl. oben zu Mon. 1 Z. 64) oder einer 
„Behörde“ (St]fi6<uor &q%uov). Der gleiche Terminus findet sich Mon. 11 Z. 60; 12 Z. 46. 
Vgl. ferner d rjfioaievoulvriv in Mon. 13 Z. 66 u. Einzelbem. dazu. 


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Nr. 4 und 5 Verso. Verkaufserklärung über ein Ploion 


59 


46 Man beachte die Betonung der Anwesenheit des Kontrahenten bei der Stipulation 
%axa itgodcmov (vgl. auch Mon. 9 Z. 92, wo auch in der Subskription Z. 102 mit Ttagovayg 
darauf Bezug genommen wird). Damit soll einem Einwand der Ortsabwesenheit einer Par¬ 
tei an diesem Tage (vgl. Cod. Tust. 8, 37,14) und Ungültigkeit der Stipulation aus diesem 
Grunde von vornherein vorgebeugt werden. Die Stipulationsklausel hat hier guten Platz, 
da das ganze Geschäft in die Form der Verkäufererklärung — nicht des Kaufvertrags als 
emtio venditio — gekleidet ist. Die Urkundenpraxis legt gleichermaßen Gewicht auf das 
mündliche Moment des SfioXoyeiv und das schriftliche der {ntoygayrj. Auch jenes darf m. 
E. nicht übersehen werden. Zur ganzen Frage außer der bekannten für alle Neueren grund¬ 
legenden Behandlung bei Mitteis, Reichsreckt 459 ff. von neuesten Arbeiten insbesondere 
Ferrari, Atti R. Istit. Veneto LXIX (2), 743; Binder, Studi Brugi (1910), 339 ff., der mir 
allerdings das mündliche Moment zu unterschätzen scheint. Vgl. auch Sohm, Instit. 13 514 2 
und 536 f. 8 

48 Der Verkäufer bezeichnet sich als Rekrut der Legion von Syene; dasselbe tut der 
Zeuge Z. 56, und auch anderwärts begegnet zuweilen ein Oxgaxuoxrig Xeys&vog, während 
der Truppenkörper von Syene regelmäßig schlechthin heißt und sich z. B. in un¬ 

serem Texte alle übrigen als zum agi&iiog 2?ui jvjjg zugehörig bezeichnen. Das Verhältnis 
des Numerus zur Legio scheint Wilcken als das der Unterabteilung zum Ganzen aufzufassen. 
Mommsen deutete einmal das nondum distributi in numeros erant bei Plin. ad Trau 29, 2 
(vgl. Trau ad Plin. 30, 2) auf Einstellung in die Legion und setzte numerus hier =* Legions¬ 
ziffer {Hist. Sehr. 3, 32 8 , vgl. 103*). Dagegen Wilcken, Chrestom. 536. In unseren Ur¬ 
kunden scheint nun hier tatsächlich numerus mit legio synonym verwendet zu werden. 
Wäre freilich agi^fiog eine Unterabteilung (irgendwelcher Art), so wäre der Angehörige 
des StQ&fAog zugleich auch Angehöriger der Xsymv. Aber es fällt demgegenüber auch 
wieder auf, daß stets nur die Rede ist vom ccgi&nog von Syene, als ob es nur einen solchen 
gäbe, wie es doch nur eine Legion von Syene gibt. Zum numerus vgl. auch Mommsen, 
Hist. Sehr. 3, 103 ff. und 144 ff. Das Richtige steht wohl dort S. 104 8 : „in der nach- 
konstantinischen Zeit kann jede Truppe auch für sich allein numerus genannt werden, so¬ 
gar die Legion (C. I. L. V p. 1059. VIH 9248)* 1 , was mit Wilcken a. a. 0. nicht unver¬ 
einbar ist. ’Agi&fjLog könnte also die Legio, aber auch einen Teil derselben bedeuten. 
’Aqi&i iog Bvijvrjg werden wir aber im Zweifel wohl mit Xeysav Bv^vrjg identifizieren 
müssen. So jetzt auch Maspero, Organisation 69 f. Zur Form /Uyfcov, nicht leytcov, vgl. un¬ 
ten den krit App. zu Nr. 8 Z. 47. Zu dgi&fiög vgl. noch jetzt San Nicolö, Äg. Vereins¬ 
wesen I 206*. 

52 Der erste Zeuge bezeichnet sich ausdrücklich als alxrjMg (rogatus). Das gilt na¬ 
türlich auch für die übrigen. 

58 Zu iatofuxtiacc s. das zu Mon. 3 Z. 21 Bemerkte. 


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Urkunden 


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Nr. 5 Bekto. 

NOTIZ ÜBEB GELDSCHULD. 

Inv.-Nr. lila. Höhe 20 cm, Breite 32,6 cm. Rekto. 2 Zeilen. Wohl Syene. Ende 
6. Jahrh. Unveröffentlicht. Tafel Via. 

Vgl. oben zu 5 Verso. Der Schreiber bedient sich einer kleinen unbeholfenen 
Minuskelkursive und gebraucht eine sehr blasse Tinte, die zweite Zeile stellt er über 
die erste, die als solche durch das vorangehende Kreuz gekennzeichnet ist. 


Es scheint sich um eine Notiz über eine Geldschuld zu handeln, zumal die An- 
gäbe, wie aus den verschiedenen Ziffern zu schließen, in keinem Zusammenhang zur 
Preissumme für das Ploion steht, auf dessen Kaufurkunde die folgende Notiz ge¬ 
schrieben wurde. Eine Übersetzung erübrigt sich. 

1 (2) f &A(aviog) IlateQpovfrig ix 7tatQ(bg) Mrjy(&) fit](rgog) BixXccg Avq(jiU<p) Mrjv[a] 

ix xaxQ(og) üccyllov] ft^(rpbg) Zovödwag icxb H Ofiß(jov) %q(vöov) vo(jiCd- 
lutta) x& x(£Qatia) tj tfyy$) f . . . 

2 (l) ffj tovtov övpßiog AvQfaXfa) Töavrj fruy ccrgl I lccvcu \ . 


1 Das v in ftrjr(a) ist unsicher. iirfaQog) ist 
hier wie gleich darauf durch fi mit überge¬ 
schriebenem ij gegeben, hier außerdem zuerst 
vergessen und dann über die Zeile gestellt. — 
Das c in Kenias ist nur ein Schnörkel. — vX 
in 7tqcyX[ov] ist recht unsicher, doch passen 
zu einem christlichen Namen die übrigen. — 
Das o von axo ist nachträglich übergeschrieben 
und durch einen Haken an seinen Platz ge¬ 
wiesen. — Der Abkürzungsstrich von o^ß/ ist 


stark verwischt, aber zweifellos vorhanden. — 
Zß(v<fov) ist sehr zweifelhaft, doch ist es pa- 
läographisch wahrscheinlicher als xi/ oder yi/. 
— ij ist über einem d korrigiert — Im folgen¬ 
den wird ein Name stecken, doch ist die Lesung 
unsicher. Z. 2 steht über der ersten, der An¬ 
fang xcu rrj ist nicht sicher gelesen. — ovji- 
ßiog statt ovfißup. — d’vyatgi ist sehr verblaßt, 
aber zu erkennen. 


Nr. 6. 

ZIVILÜBTEIL. 

Inv.-Nr. 103. Höhe 1,55 m; Breite 31,5 cm. Rekto. 84 Zeilen. Nach Lond. Inv.- 
Nr. 1807 vom 7. Juni(?) 583. Unveröffentlicht. Tafeln VH. VHI. IX. X. 

Der Papyrus ist von einer sehr gewandten Hand in großer, kräftiger, oft schnör¬ 
keliger Kursive, im ganzen sorgfältig geschrieben, rechts und links ein Rand von 
etwa 2,5 cm gelassen, der rechts zum Teil durch Schnörkel ausgefüllt ist. Der 


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Nr. 6 Rekto. Notiz über Geldschuld. — Nr. 6. Zivilurteil 


61 


Schreiber arbeitete, wie es scheint, nach Diktat (vgl. zu Z. 39). Der Scholastikern Markos, 
der die griechische Sprache gewandt handhabt, hat den Text revidiert und einige 
Korrekturen angebracht; er bedient sich der Majuskel. Der Papyrus besteht jetzt 
noch aus 11 Selides von je 14—15 cm Höhe, die Schrift läuft senkrecht zur Faserung, 
parallel zur Klebung, die letzte Selis ist nicht beschrieben. Die Qualität des Papyrus 
ist sehr gering, die Farbe ungleich, öfter wird die untere Schicht der groben Fasern 
sichtbar; auch ist er nicht gut geglättet. Jetzt ist er an den Rändern lädiert, die 
ganze rechte Hälfte hat durch Feuchtigkeit gelitten und ist löcherig geworden. Der 
Anfang der Urkunde ist abgebrochen, einige Fragmente bewahrt das British Museum; 
auch die 1. Zeile ist noch zerstört und zum Teil die Zeilen 5. 6. 8. Außerdem ist in 
vielen Zeilen die Farbe abgesprungen. 


In derselben charakteristischen Schrift geschrieben und zu diesem Papyrus ge¬ 
hörig sind noch sieben kleine, unter Lond. Inv.-Nr. 1807 zusammengefaßte Bruch¬ 
stücke, die Bell folgendermaßen transkribiert: 

a) der Anfang unserer Urkunde mit dem Datum 

1 exovg 7tQGOTOv %(f\yvL tQ]c[(S]xaid£xatTj wdixuovog 

2 f <PX/ Maqxog 6%oXa6nxog sxQiva xa ihtor£xayfuva[ 

b) l untere Enden von Buchstaben 

2 Itoavvrjs o 7CQO(ivr^iovev[ 

c) vielleicht auf b) folgend 

1 xai 7) xovrov (ifjtrjQ ccno ro[ 

2 obere Enden von Buchstaben 

d) HvTjvrjs 

e) l untere Enden von Buchstaben 

2 nQayfucra de av[ 

f) (Sxoiteiv d . [ 
xca XQodicc [ 

g) untere Enden von Buchstaben. 

Sachlich fordern diese Fragmentchen, abgesehen von a) nicht. Dieses ergibt, 
wenn richtig gelesen, als Tag der Urkunde den 7. Juni 583. 

In diesem merkwürdigen Dokument handelt es sich um einen Erbschaftsstreit 
zwischen Johannes und seiner Mutter Tapia. Der streitige Nachlaß ist der des Ja- 
kobos. Schwierig ist es, das sachliche Verhältnis dieser Urkunde zu Mon. 7 zu be¬ 
stimmen. Nach Nr. 7 ist der Nachlaß des Jakobos (dort Jakybis) zwischen seinen 
Kindern Johannes und Kako, beide von der Mutter Tapia, geteilt worden. Hier ist 
von einer Drittelung zwischen Johannes, Kako und der Mutter die Rede. Nach Mon. 7 
Z. 19f. hat Jakobos den Johannes und die Kako als xixva und xXrjQovöfioL hinter- 


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Urkunden 


lassen, also, wenn wir die Terminologie xXrjQovöftog = heres testamentarins (auch ab¬ 
gesehen von der Verbindung mit duxäo%og und dtaxazoxog) (Mitteis, Privatr. 1104 w ) 
annehmen, als testamentarische Erben. Vgl. oben zu M<m. 1 Z. 38. Hier hingegen 
wird erzählt, daß das streitige Vermögen in drei Teile geteilt wird, allerdings nur 
[leöirsCa xtvav, also wohl als Ende eines nach dem Tode ausgebrochenen Familien¬ 
zwistes, in einem Liquidationsverfahren. 

Die Sache mag sich damit auf klären, daß es sich hier nur um Teilung eines 
Sondervermögens handelt, das dem Verstorbenen und der Tapia als Ehegatten ge¬ 
meinsam gehörte. Leider fehlt der Anfang des Textes, der vielleicht über das Ganze 
Klarheit verschaffte. Z. 2: ro lg yaQ xotvolg itövotg %Q06xxri^vat deutet auf gemein¬ 
samen Erwerb in der Ehe. Durch die Betonung der xoivol xövot sollte vielleicht 
auch die Praesumtio Muciana {Big, 24,1,51), wonach im Streitfälle der Erwerb der 
Frau als ihr vom Manne zugekommen gelten sollte, für unseren Fall als nicht ver¬ 
wendbar abgetan werden. Aber in der Hauptsache handelt es sich, wie gleich gezeigt 
werden wird, nicht um die xotvd, sondern um deren Scheidung von den Xd ul Die 
Errungenschaft sollte, wie bei der Errungenschaftsgemeinschaft im Sinne unseres 
BGB. § 1519ff., xotva slvai avzfj zs xal x§» ... ScvöqC (Z. 1£). Aus dem Papyrus er¬ 
gibt sich, wie angedeutet, weiter, daß Tapia auch noch Sondergut besaß (vgl. besonders 
Z. 60: tdta atixfj duxtpiQuv), so daß wohl drei Massen zu scheiden sind: xotva, Mut 
der Frau und nachgelassenes Sondergut des Mannes, über das später zwischen den 
Kindern die Auseinandersetzung zu gleichen Teilen {Men. 7) stattfindet. Allerdings 
klar ist die Sprache des Papyrus keineswegs. Dabei ist wohl anzunehmen, daß die 
xotva nicht als Gesamtgut im deutschrechtlichen Sinne unseres BGB. § 1519, sondern 
als gemeinsam im Sinne der communio pro partibus indivisis aufzufassen sind. Die 
Vereinbarung der Drittelung der xotvd war nun auf Grund eines Eides der Mutter 
erfolgt, daß sie nichts verborgen habe. Wahrscheinlich war ein Inventar errichtet 
worden, wobei auch der Wert der ganzen vxöozatftg — worunter wohl nur die zu 
teilenden xotva mit Ausnahme der beiderseitigen tdta zu verstehen sind — auf 
100 Solidi geschätzt wurde (Z. 18 f.) und die Mutter den Offenbarungseid (Z. 24: 8 gxog 
xsqI avvstdijoecog) leistete, nichts wissentlich beiseite geschafft zu haben. Näheres 
über diesen Spxog in den Einzelbemerkungen. 

Nun setzt aber ein Streit zwischen Johannes und Tapia ein, der in unserem Pa¬ 
pyrus nur referiert wird, und den der Richter Markos in seinem der xqletg voran¬ 
geschickten Urteilstatbestande nur verschleiert darzuBtellen allen Anlaß hat, zumal 
eine Behörde dabei sehr schlecht wegkommt. Wir müssen, ehe wir von unserem Pro¬ 
zesse sprechen, über diese Vorgeschichte uns Klarheit zu verschaffen suchen. Johannes 
hatte sich nämlich an Menas, den illustrissimus und devotus a tribunis, den xoito- 
xrjQijxijg des Limes, mit einem Begehren gewendet, dessen Inhalt zu bestimmen nicht 
leicht fällt Ich dachte zunächst Z. 11—14 so deuten zu Bollen, daß Johannes von 
Menas verlangte, dieser möge ihm auch das Drittel der Mutter verschaffen. Aber der 
Versuch, das in alle Einzelheiten auszuführen, stieß auf so mannigfache Schwierig- 


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Nr. 6. Zivilurteil 


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keiten, daß ich es vorziehe, den Lösungsversuch vorzulegen, den Heisenberg vor¬ 
schlagt, wenngleich auch mit ihm keineswegs alle Schwierigkeiten beseitigt sind. 
Daß dabei Menas in ein recht schlechtes Licht gestellt wird, würde bei den traurigen 
Zuständen jener Zeit am wenigsten auffallen. Vgl. jetzt den Parallelfall versuchter 
Richterbestechung mit einem Drittel der erhofften Judikatssumme im P. Beäuge 2 
+ Cair. Cat. 67010 (a. 569/77). Johannes scheint danach mit Menas ein schönes 
Geschäft gemacht zu haben, indem er ihm ein Drittel des väterlichen Nachlasses 
anbot, wenn Menas der Mutter die Gegenstände, welche sie nach dem Eide versteckt 
habe und die dann erst wieder zum Vorschein gekommen seien, durch einen Ge¬ 
richtsdiener abnehmen ließe. Ob Menas dem Johannes für diese Erbteilsabtretung 
auch einen privatrechtlichen Preis bezahlt, oder ob die erbetene Amtshilfe das all¬ 
einige Entgelt hätte sein sollen, läßt sich nicht ersehen. Vermutlich war dem Johannes, 
wenn er nicht aus bloßem Haß gegen die Mutter gehandelt hat, das dem Menas ver¬ 
schacherte Drittel weniger wert als die versteckten Sachen, die er so zu erwerben hoffte. 
Übrigens hätte er, die Richtigkeit seiner Behauptung vorausgesetzt, ja auch von diesen 
Sachen nur ein Drittel erhalten können. 1 ) Hatte so Johannes schon anscheinend sich 
einer pluris petitio schuldig gemacht, so endete die Sache noch ganz anders. Menas 
hat der Mutter 33 Solidi abnehmen lassen, ein Drittel des ganzen Wertes des „Nach¬ 
lasses“ (hier wohl der xotva), hat also das ihm zugeBprochene Drittel des Nachlasses 
offenbar so verstanden. Johannes scheint aber das Nachsehen gehabt und von den 
von ihm beanspruchten Sachen nichts erhalten zu haben. Menas hat dabei in der 
Exekutionssache anscheinend sehr kurzen Prozeß gemacht (%vdrjv sagt Markos Z.70). 
Daß er damit ein Unrecht begangen, gibt Markos bei aller zart diskreten Behandlung 
der Sache, durch die ein früherer Beamter so sehr kompromittiert ist, doch zu. Die 
33 Solidi hat aber wohl Menas eingesteckt, der vielleicht auch Konsorten hatte. Mög¬ 
lich freilich ist es auch, den Plural in Z. 66 u. 77 daraus zu erklären, daß Markos 
nicht allzu bestimmt auf den einen Menas hinweisen wollte. 

Nach dieser wenig erfreulichen Erfahrung mit dem „Richter“ Menas klagten 
nun beide Teile von neuem: Johannes anscheinend seine Klage wiederholend — das 
Verfahren vor Menas war wohl so, daß von konsumierender Wirkung nicht geredet 
werden konnte —, Tapia aber Rückgabe der 33 Solidi und sonstigen Schadenersatz 
wegen der ungerechtfertigten Exekution heischend (Z. 65—67; 72 f.). Tapia hat dabei 
anscheinend Menas und auch Johannes verklagt; Richter ist in allen Prozessen (Jo¬ 
hannes contra Tapia, Tapia contra Johannes und Tapia contra Menas) Markos, der 
scholasticus. Dabei ist der letztgenannte Prozeß jedenfalls selbständig erledigt worden 
und hat mit unversehrter Wahrung der Ansprüche der Tapia wegen der Exekution, 
also offenbar Verurteilung von Menas und Konsorten zur Restitution, geendet (Z. 65: 
Xöyov atitfj axigaiov qpvAccx&tfvca, Z. 72f.: i(pvka%cc di avrjj itavxa Xöyov äxigcuov 
xarä t&v fxXlmv z<bv uvtrjv). 

1) Cod. Itut. 6,80,22,10 (J. 621) mit der normierten doppelten Restitutionspflicht ist hier 
ohne weitgehende Analogieannahmen nicht anwendbar. 


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Urkunden 


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Dagegen hat der Prozeß gegen Johannes zwar mit dessen Freispruch mit der 
eigenartigen Motivierung Z. 68—71 geendet, auffallenderweise aber soll nach dem 
von Markos beabsichtigten Urteil von dem für Tapia ävaxgaidytiopivov xqvöCov 
Johannes doch ein Drittel beanspruchen dürfen: also 11 Solidi. Vielleicht ist das 
damit zu erklären, daß die Bealteilung und Zuweisung des vereinbarten Drittels an 
Johannes erst nach jener £faiZQa%i$ erfolgte und also die 33 Solidi, die der Gerichts¬ 
diener des Menas abgepreßt hatte, auch in die Teilungsmasse bei der Bealteilung 
nicht einbezogen worden waren. 

Der Prozeß des Johannes gegen Tapia endlich liegt unserem Papyrus unmittel¬ 
bar zugrunde. Johannes ist der Eläger (6 ivdyav (Z. 76), Tapia die Verklagte (rj (pav- 
yovdcL) ivayofidvtj Z. 44. 55). Streitgegenstand sind die Z. 33 f. genannten stoXXä 
XQdyiictrcc. Die Klage könnte man als hereditatis petitio partiaria (Z. 35: QedCxei 
%rjT&v dvaXaßetv) bezeichnen. Johannes behauptet, die Mutter habe nach dem Eide 
das eine und andere beiseite geschafft, Kleider, Bronzegegenstände, Wertpapiere. Von 
den hierfür beigebrachten Zeugen versagen die ersten beiden, der dritte aber wird 
von der Mutter als Lügner gescholten, der aus der Tatsache, daß sie angesichts der 
drohenden Aktion ihres Sohnes ihre eigenen Sachen in Sicherheit gebracht hätte, 
zusammen mit ihrem Sohne ein Lügengewebe zu ihrem Verderben erfunden habe 
(Z.53: %Xox^v öm'Qdipca). 

Der Bichter verlangt nun von der Mutter nur einen neuen Eid, daß ihr Gewissen 
rein sei (xsqI xa&aQ&s tfvvuiijtfs&s Z. 56), und daß sie (wohl auch nach dem ersten 
Eide!) nichts entwendet oder verborgen habe, was dem Manne gehörte. Markos stellt 
sich in der Ablehnung der klägerischen Beweismittel aus materiellen und formellen 
(rd 7Cccq’ ivog paQtvQovuevcc, dazu gleich unten) Gründen auf Seite der Tapia. Ins¬ 
besondere das „Frauengeräte“ soll ihr als Eigen verbleiben (Z. 61 f.). Daß Tapia von 
dem wiederzuerwerbenden Exekutionsgute von 33 Solidi ein Drittel an Johannes 
herausgeben muß, ist schon oben bemerkt worden. 

Formell scheinen die beiden Prozesse Johannes gegen Tapia und Tapia gegen 
Johannes als Klage und Widerklage vereint verhandelt und entschieden worden zu 
sein. Die gegenseitigen Ansprüche waren hier ja auch konnex. 

Knapp vor dem Urteilsspruch bringt der Kläger noch ein Novum bei des In¬ 
halts, daß Tapia ihm zur Abfindung 12 Solidi angeboten habe, also offenbar eine 
Summe, in der die 11 Solidi, die ihm auch Markos zusprechen wollte, enthalten waren, 
und ein Solidus dazu, wohl für Abfindung wegen der angeblich beiseite geschafften 
Gegenstände. Tapia ist mit diesem Zurückgreifen auf die %Q6xa6ig nicht einver¬ 
standen, aber es einigen sich gleichwohl beide Teile zum gerichtlichen Vergleich, daß 
dem Kläger, wenn er durch drei Zeugen, die bei jener XQÖtaöig zugegen waren, 
glaubwürdig sind und ihre Aussagen beschwören können, den Beweis einer der¬ 
artigen icqötccöis erbrächte, diese Summe zukommen solle. Trotz dieses eldfoai des 
Bichter9 geschlossenen Vergleichs (Z. 78 f. 6vva<pd)vr}6[av] tiq'os iccvtovg) fällt der 
Bichter gleichwohl ein Urteil (Z. 82 f. und in seiner Unterschrift Z. 84: ixQiva). Es 


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Nr. 6. Zmlurteil 


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fragt sich nun, in welchem Verhältnis diese xqCöis zum Vergleiche steht. Das laßt 
sich nun aber leider m. E. nicht sicher ausmachen, und damit wird eine alte Streit¬ 
frage des römischen Rechts, für die eine sichere Deutung unseres Papyrus die Lösung 
bringen könnte, auch durch diese Urkunde nicht aus der Welt geschafft: die Frage 
nach den prozessualen Wirkungen des Prozeß Vergleichs. Nach der Litiskontestation 
mußte der römische Prozeß regelmäßig (Ausnahmen bei Wetzel, System d. ordenÜ. 
Civilproc} 494f.) durch Urteil erledigt werden. Ist es nun noch nach unserem Proze߬ 
rechte unrichtig, im Vergleiche ein Urteilssurrogat zu sehen (v. SeufFert, Komm. z. 
Z.P. 0. § 740, 2i, 11. AufL, 470, ebenso Entsch . Reichsger. Zivüsach. 23, 42; 37, 419f.), 
so beendigt doch bei uns der Prozeßvergleich den Prozeß ohne Urteil (Hellwig, System 
d. Zivilproz. 628). Für den römischen Prozeßvergleich ist diese prozessuale Wirkung 
formeller Erledigung des Judiziums bestritten. Lediglich vom Standpunkt der römi¬ 
schen Quellen aus schien mir die Beweisführung Kretschmars für Nichtbeendigung 
des iudicium durch Vergleich und für Notwendigkeit eines Urteils trotz des Vergleichs 
überzeugend; vgl. Kretschmar, Der Vergleich im Prozesse , Leipz. Diss. (1896) 16ff. und 
gegen die abweichende Meinung Pauls, Der Vergleich im Zivilprozeß (1898) 34f., noch¬ 
mals Z. f. Rechtspflege in Bay. III (1907) 306 unter besonderer Berufung auf Dig. 12, 6, 
23,3 und Cod. Iust.2 , 4, 28 (a.294), a.a.0. 306 4 ; vgl., Kretschmar im wesentlichen 
folgend, Lehmann, Der Prozeßvergleich (1911) 18 ff. mit besonderem Hinweis auf die¬ 
selbe Rechtslage in der justinianischen Kodifikation S. 21; zweifelnd v. Seuffert in 
der Deutsch. IM. Zeit. 2. HI. 1912, 563 in einer Besprechung von Lehmanns Buch. 

Für die Beurteilung unseres Papyrus kommt es darauf an, welcher Art die xqC<SL£ 
war, die der Richter schließlich (nach dem neuen Vergleich vor ihm) abgab. Ist diese 
xqCois nichts weiteres als eine materiell dem Vergleiche entsprechende und ihn resü¬ 
mierende Sentenz, dann ist durch den Papyrus erhärtet, daß auch in der nach justi¬ 
nianischen Praxis nur Vergleich plus Urteil, nicht bloßer Vergleich den Prozeß be¬ 
enden. Möglich freilich, worauf mich Rabel gesprächsweise aufmerksam machte, ist 
es, in dieser xqIöis doch jene vom Richter beabsichtigte ursprüngliche XQiöig von 
Z. 76 erneuert zu sehen. Der Richter sagte dann: wenn der (ja durch die Möglich¬ 
keit der ausgemachten Beweisführung bedingte) Vergleich durchhält, bleibt es bei 
ihm, sonst aber, d. h. wenn der drei Zeugen-Beweis mißlingt, gilt meine xqloig. In 
jenem Falle erhält Johannes 12, in diesem 11 Solidi. Bei dieser Interpretation würde 
der Papyrus gegen Kretschmar beweisen, da das Urteil nur für den Fall gesprochen 
würde, als der Vergleich wegen Defizienz der Bedingung als nicht zustande gekommen 
anzusehen wäre. Mit dieser Deutung entginge man aber auch einer anderen Schwie¬ 
rigkeit: das Urteil wäre unbedingt, während es, wenn es nur eine Wiederholung des 
Beweisvergleiches enthielte, letzten Endes nur eiii bedingtes Urteil wäre. Als Be¬ 
dingung erschiene dabei nicht ein Parteieneid {Cod. last. 7, 45,11 [Diokl. Max.]; Oxy. 
VI 893 [6./7. Jahrh.]; dazu Wenger, ZtQ&putelg, Graz. Festg. 50. Philol.Vers. 33ff; 
Bethmann-Hollweg, Civilproc. HI 288 118 ,292 17 ; Cod. Iust. 4, 1,12,1 [a.529]: iuramen- 
tum ... in ipsa definitiva sententia), sondern ein von einer Partei zu führender und 

MQuchaner Papyri I. 9 


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damit den Vergleich erhärtender Zengenbeweis. Bedingte Urteile sollen nun nach justi¬ 
nianischem Rechte nicht gefällt werden. Big. 49,4,1,5 heißt es von den Appellations¬ 
fristen in einer ins Gesetz aufgenommenen Stelle Ulpians: Biduum vel triduum appel- 
lationis ex die sententiae latae computandum erit. quid ergo, si sententia fuerit suh 
condicione dicta? utrum ex die sententiae tempus computamus ad appellandum an 
vero ex die, quo condicio sententiae extitit? sane quidem non est suh condi¬ 
cione sententia dicenda: sed si fuerit dicta quid fiet? et est utile statim tempora 
ad appellandum computari debere. Ulpian-Justinian halten demnach das bedingte 
Endurteil für unzulässig; aber entscheidend für die zuletzt anheimgestellte Deutung 
des Papyrus ist doch auch diese Digestenstelle nicht. Denn sie scheint doch mit der 
Möglichkeit eines bedingten Urteils zu rechnen. Die Vorschrift scheint nämlich Soll-, 
nicht Mußvorschrift zu sein. So wohl auch Bethmann-Hollweg III 292 („soll“). Cod. 
Iust . 1, 14, 5 steht der Möglichkeit solcher Annahme nicht entgegen, da sich die Stelle 
nur auf Rechtsgeschäfte bezieht. Näheres zur Stelle Brinz, Pand. IV* 440 75 . Auch 
schon die Tatsache, daß gegen solche Sentenz Appellation nötig ist, spricht dafür, 
daß sie als Sentenz anerkannt wurde. Anders, wenn z. B. ein Urteil bloß mündlich 
verkündet ist, das nec nomen quidem sententiae habere mereatur nec ad rescissionem 
perperam decretorum appellationis sollemnitas requiratur (Cod. Iust. 7,44,3 [a. 374]). 
So muß die Frage nach der prozeßbeendenden Kraft des Prozeß Vergleichs trotz unseres 
Papyrus eine offene bleiben. 

Für das einsetzende System der formalen Beweisregeln, das die freie Beweis¬ 
würdigung verdrängt und zum mittelalterlichen Beweisrecht hinüberleitet (vgl. Beth¬ 
mann-Hollweg HI 272 ff), bietet die Urkunde zwei wertvolle Belege. Einmal, daß das 
Gesetz ein Einzelzeugnis als genügendes Beweismittel nicht anerkenne (Z. 59 f.: tä 
XctQ ivog dh paQtvQovpsvcc 6 vöfiog Ttavtstiog oi> kqoöUtui). Vgl. Cod. Iust . 4,20,4 
(a. 284), besonders aber 4, 20, 9 (a. 334): simili more sanximus, et ut unius testimo- 
nium nemo iudicum in quacumque causa facile patiatur admitti. et nunc manifeste 
saucimus, ut unius omnino testis responsio non audiatur, etiamsi praeclarae curiae 
honore praefulgeat. Was vorher nur Mahnung zur Vorsicht an den urteilenden Judex 
gewesen, wird nunmehr zum bindenden Rechtssatz. Vgl. dazu Bethmann-Hollweg 
a.a.0.275 19 . Über eine interessante Anwendung dieses Rechtssatzes in einem ober¬ 
italienischen Prozeß von 1186 vgL Wenger, Mitt. d. Instit.f. österr. Qeschichtsforsch. 
XXVHI 139. Über die Bedeutung der Bestimmungen der Bibel für diese römisch- 
rechtlichen und im kanonischen Recht weiter ausgebauten Vorschriften insbesondere 
für die Forderung gerade der Zweizahl s. Wetzel, Cwüproc} 191. 

Die im Vergleiche aufgestellte Forderung, es solle der Beweis övä tqi&v futQ- 
xvq(ov xrL geführt werden, enthält wohl ebenfalls die Bezugnahme auf eine gesetz¬ 
liche BeweisregeL Daß die Zeugen d^iöjCLöroi sein müssen, ist durch einige kasu¬ 
istische Normen näher geregelt (Bethmann-Hollweg HI 275. 278 mit Quellen); vgl. 
die allgemeine Bemerkung Nov. 90,1 pr., ticvöges ähömtitoi ibid. c. 2; vgl. P. M. Meyer, 
Hamb. 129 S. 125 4 . Ebenso geht die Notwendigkeit der unmittelbaren Wahrnehmung 


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Nr. 6. Zivilurteil 


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des Zeugen (Nov. 90, 2; mehr bei Bethmann- Hollweg 276f.) und der Vereidigung 
(Cod. Iust. 4, 20, 9 [a. 334]) auf gesetzliche Vorschriften zurück. Zur Dreizahl der 
Zeugen erinnerte mich Herr Kollege Collinet in Lille an Cod. Iust. 4, 2,17 (a. 528), 
wonach die Richter Schuldscheine und Quittungen über mehr als 50 Pfund Gold 
zum Beweise nur zulassen durften, si testimonium trium testium probatae opinionis 
per eorum subscriptiones idem chirographum capiat. Das mag später auf Rechts¬ 
urkunden von auch geringeren Summen ausgedehnt worden sein, da es sich in un¬ 
serem Falle nur um 12 Solidi (= { Pfund, Cod, Iust 10, 72, 5 [a. 367]) handelt. Vgl. 
zu den drei Zeugen noch Nov. Iust. 1, 2,1 (a. 535) und zum einsetzenden Beweis¬ 
formalismus Cod. Iust. 4, 20,18 (a. 528). 

Die Urteilsverkündigung zeigt uns die praktische Ausführung der Vorschrift 
Cod. Iust. 7, 44, 2 pr. (a. 371): Hac lege perpetua credimus ordinandum, ut iudices, 
quos cognoscendi et pronuntiandi necessitas teneret, non subitas, sed deliberatione 
habita post negotium sententias ponderatas sibi ante formarent et emendatas statim 
in libellum secuta fidelitate conferrent scriptasque ex libello partibus legerent, sed 
ne sit eis posthac copia corrigendi vel mutandi. Vgl. auch Dig. 42,1,46 (Hermogen.): 
Actorum verba emendare teuere sententiae perseverante non est prohibitum. Den 
Hinweis auf diese Stelle verdanke ich Herrn Dr. Steinwenter; vgL zur Rezitierung 
des Urteils jetzt auch Weiß, Z. Sav.-St. XXXIII 221. Markos hat das von seinem Ge¬ 
richtsschreiber (wohl auf sein Diktat) niedergeschriebene Urteil durchgesehen und 
korrigiert (Z. 76 fügte er mit seinen Zügen KPIZIN ein), dann vorgelesen (iitavcc- 
yvovg rolg (ibqsöi, Z. 83) und den Parteien (offenbar jeder in einem Exemplar) eine 
Abschrift gegeben. So wohl das ixdddoxa. Markos hat das Urteil selbst unterschrieben 
und selbst verlesen. Da iudices illustres nach Cod. eit. § 1 das Urteil auch durch ihr 
officium oder ministerium verlesen lassen dürfen, so ist es immerhin möglich, daß 
Markos nicht zu den illustres gehörte; möglich wäre es freilich auch, daß er von der 
Erlaubnis keinen Gebrauch gemacht, aber nicht wahrscheinlich, daß er den Titel 
unterdrückt hätte. 

Johannes hatte sich nun zuerst an eine andere Instanz, den schon wiederholt 
genannten Menas, den XcciiitQÖrccxog xoxoxrjQrjxtfg des Limes, gewendet Zur Möglich¬ 
keit der Zivilgerichtsbarkeit von Militärgerichten in Streitigkeiten von Zivilpersonen 
mit Militärpersonen und Zivilpersonen untereinander vgl oben zu Mon. 1 Z. 19 f. Jo¬ 
hannes war wohl Soldat, vgl. Mon. 14 Z. 10. Aber auch abgesehen davon vgl. die 
a. a. O. belegte Gerichtsbarkeit von Militärs in Zivilstreitigkeiten auch von Zivil¬ 
personen untereinander. Der Wechsel der Instanz erklärt sich am natürlichsten, 
wenn wir in Markos einen iudex pedaneus sehen, der im Auftrag eines Beamten ur¬ 
teilte. Daß er öxolaöuitög war, würde dem nicht entgegenstehen. Über die Stellung 
der advocati oder scholastici (dieser Titel Cod. Th. 8, 10, 2 und lustin. 12, 61, 2 
(a. 344); Cod. Th. 1, 29, 3 [a. 370]) unterrichtet gut Gothofredus zu Theod. 8,10, 2, 
auch Bethmann-Hollweg HI 161—8, 290 f. Über die Bestellung eines advocatus 
zum Geschworenen vgL schon Quintilian, Inst. orat. 5, 6, 6 (ed. Radermacher): nec 

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ex adyocatis partig adversae iudex eligendus. Daß speziell in der spätkaiserlichen 
und justinianischen Zeit scholastici zu Unterrichtern (%aiicnöixa<sxaC, iudices oder 
arbitri dati, iudices pedanei, vgl. Wlassak bei Pauly-Wissowa II 410 f. sub Arbiter 
Nr. 3 und III 2102 s. %aßatöixaOt^g) bestellt werden konnten, verfügen Theodosius 
und Yalentinian, Cod. Iust. 2, 7, 6 (a. 439): nullum denique aliud eis (advocatiB) 
mandetur praeter arbitrium in eodem dumtaxat loco ubi advocationis exercetur 
officium. Vgl. zur Stellung der advocati als iudices pedanei besonders Bethmann- 
Hollweg ÜI 121 ff. S. 122 N. 31 1. Nov. 20 statt 25. Lyd. de magistr. III 8 stellt 
freilich die advocati und iudices pedanei in einen Gegensatz, wenn er bemerkt: ro yd- 
xovg öh 'P&fialoi xovg ötQccxsvofidvovg xaXovtfi, <paiv6Xag öh xsQixEtfidvovg, xal 
xolg Xiyovoi xäg öixag [H6&d> OvvayoQEÖovxag * iitl yäg xfjg ayoqag avxovg xal xbqI 
xä ßißkla 6%°Xdtfivxag xal xalg vofuxalg övöxoUaig dygvnvovvxag ol xäg öixag 
Xdyovxeg kxl xovg iteöaviovg — ävxl xov %a\uaöixaOxdg — it sqI xbv xaigbv xfjg 
diayvcaösmg ixdXovv xgbg övvrjyoQCav. Tavxjj xal advocati, olovsi xgoaxalovfiEvoi^ 
ixi xal vvv Xiyovxai. Markos war demnach wohl ein beim dux Aegyptiaci limitis 
zugelassener Anwalt. Ygl. Cod. Iust. 2, 7, 13 pr. (a. 468). 

Möglich Wäre es aber auch, in Markos den IxÖixog von Syene, also einen defensor 
civitatis zu sehen, der in Sachen bis zu 300 Solidi nach Iust. Nov. 15, 3, 2 und 15,4 
Zivilgerichtsbarkeit aus Übt. Dann brauchte man gar nieht ihm bloß die Rolle eines 
iudex pedaneus zuzumessen und nach einem ihn bestellenden Oberrichter zu suchen. 
Endlich wäre es möglich, an generelle Delegation zu denken. Ygl. Ed. Anast. § 9 und 
Zachariae, Mon.-Ber. Berl. Akad. 1879 S. 154. 


£ö(öa%sv xä Tfqdw#W . VT 7 ]6iS xoivä slvai avxfj x8 

xal x<p [taxoQKDxdxa) avxfjg ävdgt, xolg yäg xoivolg %6voig XQOöxxTjfrfjvca 
aöxotg o6a xal ütQoösxxtf&rj. nXijp xal xovxcov ovxcog övxcov 
xaxä xoiv^v yvtbfirjv fisöixsla xiv&v övveX&eIv avxovg xal xä 
6 XQdyfiaxa slg xgta öiaiQefrijvat liegt] xal avx iiv fihv Xaßetv 
xgCxov pdgog, Imdvvtjv öh xbv slowß dvov aöx fjg [vlov x]gCxoy 
pdgog xal Kaxb xijv avxfjg ftvyaxiga xgixov fidgog, Zgxov 
hnaxxov xaxaßXrjdlvxog itap [av\iY\g itegl xov oxt, ovöhv äitEXQvipcixq. 
(isxä öh xfjv öia£ge6i[v] x&v Ttgayßdxtov 'Icoawrjv xbv avxfjg vl'ov 
10 jiqoGeX&eIv Mrjva x& Aafixgoxdxp xal xad-oöiofiiva) cbrp xgißgyyqty 
xal xotioxygyxfj xov Xi/itxov xal bcayyellaö&ai avx& ävxl xfjg 


1 töiSaiiv ist weniger sicher als ta itQay- 
fitera. Dahinter sind 8—9 Bachstaben teilweise 
oder ganz weggebrochen. — Das i in rjyijeig 
steht über einer Rasnr. 3 Das erste xai dient 
nnr zur Verstärkung des Relative oaa. — Hinter 
XQoasxvqjfhi ein Spatium. — Das zweite v von 
ovrtov ist durch einen Schnörkel zur Füllung 


der Zeile erweitert. 6 Nur die Mitte der Zeile 
ist vollständig erhalten, vom Anfang und Ende 
die untere Hälfte weggebrochen. Hinter ßSQr\ 
ein Spatium. 6 Hinter fisgog ein Spatium. 
Der Rest der Zeile ist sehr stark zerstört. 
7 1. xccxco. 10 u. 28 L xa&axnafisva). — ano 
TQtßoviHov ist unsicher. 


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Nr. 6. Zivilurteil 


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f irjxgog övvxXrjgovöpov avxbv noirjöai xal dovvat avxob xb xqCxov 
pigog xcbv dnb xov naxgbg xaxaXsupfrivxcov, el dnoöxsiX^ vwd 
xbv bcpslXovta xä ngaypaxa dnoöndöai ix xrjg avxov prjxgög. 

Mrjväv Öb xbv Xapngöxaxov dsfedpsvov xäg inayyeleCag nagd 15 

'Icodwov xov iavxrjg vtov niptyat iv x<p slgypivp tpgovgup 

Kavöxdvxiv xbv xad’oötmpivov xal dnatxijöai avrrjy psta 

ixßtßaöpcbv vopCöpaxa xgtdxovxa xgCa hg xrjg ndörjg 

{htoöxdöEtog övvxipri^siörjg eig vopCöpaxcc ixaxöv , &öxs aäxrjv 

dXZoxgiß>1Mjvai navxsZ&g xcbv slgripivcov ngaypaxcov xaCxoi xoivibv 20 

ayx&v ftvTcov ngbg xbv avdga. ’lcodwrjg öl 6 xavxrjg %alg, dxrjxohg 

xcbv elgrjpivcov nagd Tanlag xrjg avxov prjxgög , övvidsxo pbv rc5 oxc 

xaxd xoivijv yvcbprjv psöitsCa xiv&v disvElpavxo ngbg iavxovg 

xd ngdypaxa dvd xb xgtxov xal oxi ftgxog 7t8gl öWEidrjöEcog nag avxijg 

xaxaßißXrytai , evgrjxivat dl avxrjv psxd xbv 8gxov iv xal öevxegov 25 

sldog %ahtcopdxcov dnoxgvipaöav xal ijötsgov ivsyxovöav slg piöov, 

möxE ngöcpaötv dofrrjvai xov pi\ zgrjvai xaxantöxsvöai avxrjy xdvxEv&sv 

ngoösX&slv Myva xcp Xapngoxdxm xal xafroöicopivG) xonoxr/gyxjj 

xöxe ftvxi xov Xiplxov xal övvxdJ^aö&at uvxcb xijv xgCxrjv potgav 

x&v xaxaksMp&Evxov ngaypdxmv , xdxatvov nipipat xal dnatxijöai 30 

avxi\v xb nag 1 avxijg pvypovEvfrlv yjgvölov. real xovxtp ydg xcp 

X6ycp ovdi dvxEinstv sö%sv ’ladwrig 6 airzrjg vfög , dXXd xal 

dngaypövcog övvi&sxo. iXsysv dl ixsga nav[v] noXXd ngdypaxa 

sv xs tpaxCoig xal %aXxtbpaöiv xal ygappaxslotg dnoövXrjöat xrjv sayxov 

prjxiga, xdxslva ovv i^eßCxEt £rjx&v dvaX[aßelv]. xal xd nagl xovxov 35 

niöxovpevog nagrjyayov i[d]xxcoßoy vlbv JJgamoöCxov xal Köpixa 


12 Nicht avyxlrjQovopov , vgl. u. zu Z. 89. 
14 Die stark verblaßte Bedeutung von otpsiXovrcc 
ist vulgär, vgl. z. B. Leontios, Vita Joh. Ehern . 
(ed. Geizer) p. 23, 17 (also P. Lond. IV often, 
see the indes: Bell). 15 sxayysXsucg ver¬ 
schrieben statt exayyeUag. 16 Bocvzrjs ist 
auffallend, da sonst bisher die Personalpro- 
noxnina gebraucht sind. — av falsch gebraucht 
statt sig, 17 xcovoxavxiv ist zu lesen, nicht das 
schriftsprachliche xavotavtio r, vgl. xi Z. 19 in 
et wxifiT}&suJT)g. — 1. xa&coöMoiLBvov. 20 xccitoi 
wie neugr. st. xaineQ. 21 1. avxr\ st. avxmv. — 
Hinter avSqa ein Spatium. 22 ori ist sicher, 
vgl. Z. 24 ott und Z. 29 ovxi. 25 Hinter xaxa- 
ßsßXrjtai ein Spatium. — Zu BVQTjxevai Tapia 
als Subjekt anzunehmen verbietet der Inhalt, 


es würde dann auch xal äitoxQtrtpai xal .. ivsy- 
xetv heißen und Z. 28 iCQoesXd'stv ai>x6v. — 
EVQTfxsvca ist in freier Konstruktion an den in 
cvva&ixo Z. 22 liegenden Begriff 'erklärt* an¬ 
gelehnt, in seiner Bedeutung 'er habe heraus- 
gebracht*, bildet es den Übergang zum mittel- 
griech. vulgären i^BÜQOv, neugr.'ich weiß*. 
29 avpxafeaff&at hier vulgär 'versprechen*, vgl. 
neugr. r afa. 31 Hinter xqvoiov ein Punkt 

und ein Spatium. — Statt yaQ würde man ys 
erwarten. 82 loyco ist wohl Bicher. 38 Hinter 
aws&axo ein Spatium, das indessen vielleicht 
nur durch den Schnörkel von i* in ünavvrie Z. 32 
veranlaßt ist. 84 ist stark abgerieben, aber 
sicher gelesen. 85 Die vorhandenen Spuren 
weisen auf dvalaßstv. 36 Praepositus ist hier 


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70 


Urkunden 


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'Axgijtog xal ’laxcoß Maxaglov Stieb Uvifvrjg ovdlv ixsgov Xiyovxag 
r\ 8ti strjoav dxrjxoöxsg icagd itavtcov x&v dich xov xax avt ovg xdäxgov, 
8 xi iv BvitogCa fy> ’laxaß 6 paxagidnaxog icgbg t^v { <si\v } övvpetgiav 
40 x&v xad^ fipäg dv&gmitcov. icagrjyayov dl xal "Itfaxov KovöxavxCvov , 

8g eXeyev TaicCav xijv ivayopivrjv xs&aßfäxivat avxfy on ßovXoito 
pereveyxslv xd icgaypaxa dich rov olxov avtfjg slg bxbqov x6xov 9 xal 8xt 
Öi ccvxov xd itAsföxa x&v icgaypdxtov petExopCtifh) iv wxxL rotkoav 

pagxvgrj&ivxav icagd ’IrfaxCov iiceXdßexo § tpevyoväec xrjg xtvrjäscog 
45 xal xijg dvxidxdtismg xov dvdgög , Xiyovöa öwrjyogslv avrbv paXXov 
$ pagxvgslv )xal xb oXo v itgbg xo XB%agiopivov rcö dubxovxi pigsc 
diaitsitldo&ai , iXsysv dl xaxd xov dXrjdrj Xöyov, fysixa ijxovsv piXXsiv 
xaxaXaßslv dvd'gcoicov xov Xapicgoxdxov xoicoxTjgrjxov 6<psCXovxa 
atizfj iitrigBatiai ix itgoösXevöeog xov avxrjg vlov 9 ßovXijdijvai 
50 imXa%6vxa avxfj icgdypaxa xal StitoxBxAsiöpSva iv xivi xöicq> 
ifevsyxsiv xrjg olxiag xal dXXa%Ö6ai pBxaxopfaai, xal ix xavxrjg 
xf\g dtpogprjg xbv pdgxvga xal xov iavtrjg vtbv ravxrjv aitxjj 
rijv itAoxrjv övvgdtßac. xal htl xovxoig dxslitov xatg olxsiaig 
3 dixaioXoylaig. iyfo dl oxoicijoag xd ixaxigcod'sv dixaioXoyijd'dvxa 

66 övvog& TaicCav xijv ivayopivriv ix 9 oödsvl etigm Bv&vvB6&ai rj iicl rc3 
Zgxov ixsgov ömpaxixbv xaxaßaXelv icsgl xa&agdg Ovveidtfoeag 
xal itsgl xov ftxi ovdlv dxeövkrjösv f} ditexgvipaxo x&v xov dvdgög 
icgaypdtav. xd ydg pagxvQij&ivxa icagd ’läaxCov sdofev xd pol 
itgog xb XB%agi(Spivov ABAi%&ai 9 xal xd icag ivog dl pagtvgovpBva 


Name ebenso wie Gomes; xoptxa st. xoprjxa. 
87 Beachtung verdient, daß hier wieder nur 
der ägyptische Name ängrjxög durch den Quer¬ 
strich bezeichnet ist. 88 Die periphrastische 
Ansdnicksweise nrjüav axrjxooxsg gehört der 
Yulgärsprache an. — Es ist itaga navteov zu 
lesen t nag anavxav würde mit Apostroph ge¬ 
schrieben sein, vgl. zu Z.71f. 89 Die Aus¬ 

sage der drei Zeugen boII wörtlich wiederge¬ 
geben sein, dadurch erklärt Bich auch rjftag 
st. avrovg. — orjv ist ein Schreibfehler, der 
vermuten läßt, daß dem Schreiber das Wort 
owpexgiav silbenweise diktiert wurde. Darauf 
fuhrt auch das v. Ygl. Z. 12 avvxlT}govo[iov und 
Z. 68 ovvgatyai. 40 Hinter av&Qoanav ein 
Spatium. 42 ovi ... fisxsxofjuodx} ist nach¬ 
lässige Konstruktion st. fuxaxsxofua^at, das man 
als Parallele zu xs^aggrjxfvai erwarten würde 


48 Hinter wxxi ein Spatium. 44 Zu xivt\- 
emg 'schädliche Aussage’ vgl. P. 11 Z. 65. 

47 Hinter diansnlaa&ai ein Spatium. — xara 
xov cdiftv) Xoyov etwa 'auf Ehre und Gewissen*. 

48 xaxaXaßsiv hier in der vulgären Bedeutung 

'kommen, ankommen’, die in die byzantinische 
Schriftsprache übergegangen ist. 49 Hier xov 
avxrjg vt‘ov, Z. 62 scevrrj?. 51 1. allaxoet. 
58 nloxrjv ovvgaipca (vgl. zu Z. 39) 'ein Lügen¬ 
gewebe zusammennähen’, die Grundbedeutung 
von nloxT\ wird bereits nicht mehr verstanden, 
oixetaig dient hier als reflexives Possessivpro¬ 
nomen. 54 Hinter dixatoloytaig folgt ein 
breites Spatium, am Rande steht ein Zei¬ 
chen. Es folgt jetzt das Urteil des Markos. 
55 6woqoo 'entscheide’ wie evvidav P. 1 
Z. 20. 58 Hinter ngay^uexeov ein kleines 

Spatium. 


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Nr. 6. Zivilurteil 


71 


6 vöfwg TtavreXcös ov XQoöUxai. tä ßivtoi d£ixvvߣva fduc ccttrfl diatpiguv 60 
xpdyfiaxa xal tidfoöxa rfd] yvvaixla tpdxia xavxa [adx ]^v 6%eiv ßsßatmg 
xcd ävatpaiQixcog, pdliäta, xafr’ 8 %aqi6xxfi£^ r[d] x£xivrj[iiva. xb 
nQOBtqriiUvov %qv(SCov anrjxrjxca V7cIq t% xax[a\ xoivijv yvdjprjv 
TCSQieW'Ovörjg sig avxijv poCgag ix x&v xaxaXsupftivxm\y ] nQaypdtmr. 

Ttctvxa di X&yov avxfj äxigcuov (pvXax&fjvai xa& cbv voui&i i%ew 66 

ixigcov itgoömttmv %sqI xrjg Xsyo/iivqg avxfj TtQOöxgißfjvai 
£i ](iiag ^xoi xov %gvö£ov slOjcga^scog. ’lcoawrjv di xbv adxfjg vtov 
[vfl ivi%£<sfrai vitig xovxov navxog yäg &dixelt$&ai vo[iC£ovx6g itsxiv 
xb TtQOdsX&siv ttQ%QvtSiv fy rot xolg xbv xditov i%i%ov6i x&v aQ\%]6yxG)[v, 
hxhivfov di iöxiv psxä diaxglöecog xal pij ovzag %vörjv x£%Qfj6frai 70 

xolg icgdypatiiv. di 8 xbv (iiv vtbv iXevfripcoOa xavxrjg xfjg ivoxfjg 
ov zoöovzov xax 9 äxglßsiav oöov diä cpiXayafrlav, S(pvXa£a di avxfj 
Ttdvxa Xöyov dxigaiov xaxä x&v äXXcov x&v picoodvxcov aöxrjv, 
iiü x& pivxoi ix xov hg slxog ävaxQa%&T]6o[iivov %qv6lov XaßsIv 
Icodwrjv xbv avxfjg vtbv xqIxov ßigog. iv di xm ßdXXeiv xijv itagovOav 76 
KPIZIN 

ixdovvai disßsßauböaxo 8 ivdycov itgoxafrrjvai ccvtco itccgä xrjg 

lirjxgbg Xaßelv dadexu vofuöfiaxa $j&q xsXeCag ärtaXXayfjg. 

xal xrjg atixov firjxgog (irj OvvS-£fiifirjg xovxco zco Xöyco, 0vv£<pcbvi]6[av 

stgbg iavxobg cldrjöst fiov &öx£j £t xovxo dvvrjfreCrj 6 ivdycov 

dnodBl^ai vofiificog diä xgi&v fiagxvQcov d\ivxUixmv xfj XQordftu 80 

itagaxoXov&rjodvxcov xal ivcofiöxcog xovxo xaxaxi&Biiivov, 

itaga<5%£lv adxtp xb d£ixvv[i£Vov ovfiTtBqxovfjö^ai. xä xoCvvv 

dölzavxd poi xaX&g s%£iv toavayvovg xolg pigetiiv ixdidcoxa f. 

(2. Hd.) MAPKOZ SX{pXa6xixog) KA® 6 ZTNIAON EKPINA fff 


60 Man kann Bia und Id La lesen. — öia- 
tptQtiv st. diatpsgovta wie unten Z. 82 <rvpxt- 
tpeonjerd’ai; die Bedeutung 'gehören’ ist in der 
späteren Gräzität sehr gewöhnlich. 61 Das v 
hinter paUoxu ist nicht sicher, man könnte auch 
y, also y[e] lesen. — 1. yvvaixsue. 62 f. Die 
Satzkonstruktion ist hier nicht in Ordnung, 
man würde 8ti xb ngosigriydvov xxl. erwarten. 
63 vnsg st. avxi wie Z. 77. 66 Das ß in itgon- 
rgißrjpai ist sicher, der Ausdruck vulgär. 
69 ug%ovxtov ist nach den erhaltenen Spuren 
sicher. 71 Vor und hinter di o ein kleines 
Spatium. Der Haken über o ist doch wohl der 
Apostroph, ebenso in Z. 72 in xat&xgißsiav, 


aber die Gestalt ist nicht ganz die gleiche.— 
sZtv&egcoaa vulgär st. rjiev^Bgaxfa. 76 xgiffiv 
hat der Richter Markos selbst nachträglich vor 
exdovpai übergeschrieben, nachdem er durch 
einen Haken die Stelle bezeichnet hatte; Farb¬ 
spuren scheinen aber darauf hinzudeuten, daß 
er das vergessene xgißip zuerst über den An¬ 
fang von dießsßauoaaxo nachtrug. 78 Das 
zweite 6 von övpscpcovijöap ist nicht sicher. 
80 Das x in tri ist nachträglich von der Hand 
des Markos übergeschrieben. 82 Hinter av^ 
7tB(p<Dvri<f&ai ein Spatium. 84 ewidov st. ow- 
tidov. 


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72 


Urkunden 


ÜBERSETZUNG. 

.... sie legte dar, daß das Vermögen.ihr und ihrem seligen Manne gemein¬ 

sam gehöre, denn durch gemeinsame Arbeiten sei Ton ihnen hinzuerworben alles, was 
hinzuerworben wurde. Indessen seien sie trotz dieser Sachlage nach gemeinsamem 
Einverständnis durch Vermittlung einiger Leute überein gekommen und es sei das 
(5) Vermögen in drei Teile geteilt worden, und sie selbst habe ein Drittel bekommen, 
Johannes, ihr genannter Sohn, ein Drittel und Kako, ihre Tochter, ein Drittel, nach¬ 
dem von ihr ein zugeschobener Eid geleistet worden wäre, daß sie nichts versteckt 
(io) habe. Nach der Teilung des Vermögens sei aber ihr Sohn Johannes zu Menas, dem 
illustrissimus und devotus a tribunis und Topoteretes des Limes gegangen und habe 
ihm angetragen, ihn anstatt seiner Mutter zum Miterben zu machen und ihm das 
Drittel des väterlichen Nachlasses zu geben, wenn er einen Diener mit dem Auftrag 
(15) entsende, die Sachen aus dem Hause seiner Mutter wegzunehmen. Der illustrissi- 
mus Menas habe die Angebote von ihrem Sohne Johannes angenommen und habe 
den devotus Konstantis ins genannte Kastell geschickt, und habe ihr 33 Solidi im 
Exekutivwege abverlangt, da alles, was vorhanden war, auf 100 Solidi geschätzt 
worden sei, so daß sie vollständig der genannten Vermögensstücke verlustig gegangen 
120 ) sei, obgleich sie ihr doch gemeinsam mit ihrem Manne gehörten. Als Johannes, ihr 
Sohn, die Angaben seiner Mutter Tapia hörte, gab er zu, daß sie durch Vermittlung 
einiger Leute nach gemeinsamem Einverständnis das Vermögen untereinander nach 
(26) Dritteln verteilt hätten und daß von ihr ein Gewissenseid geschworen worden sei. 
Er habe aber gefunden, daß sie nach dem Eide das eine und andere Stück an 
Bronzegeräten versteckt und erst später zum Vorschein gebracht habe, und so sei ein 
Anlaß gegeben, daß man ihr nicht trauen dürfe, und deshalb sei er zu Menas, dem 
illustrissimus und devotus, damals Topoteretes des Limes, gegangen, und er habe 
(30) mit ihm das Drittel des Nachlasses verabredet und jener habe hingeschickt und ihr 
das von ihr erwähnte Gold abverlangt. Und dieser Angabe also konnte ihr Sohn 
Johannes auch nicht widersprechen, sondern er gab sie sogar ohne weiteres zu. Er 
sagte aber, seine Mutter habe noch viele andere Sachen, Kleider, Bronzegeräte und 
(36) Urkunden entwendet, und er vindizierte nun dieselben, da er sie wiederzubekommen 
wünschte. Und zur Beglaubigung dieser Angaben lud ich den Jakobos, den Sohn 
des PraipoBitos, und den Kornes, den Sohn des Hatres, vor und den Jakob, Sohn des 
Makarios, aus Sjene, die aber nichts anderes aussagten, als daß sie von allen Leuten 
ihres Kastrum gehört hätten, daß der selige Jakob in guter Vermögenslage im Ver- 
(40) hältniB zu Leuten unserer Umgebung sich befunden habe. Ich lud aber auch Isak, 
den Sohn des Konstantinos, vor, welcher erklärte, die beklagte Tapia habe sich auf 
ihn verlassen, daß er die Sachen aus ihrem Hause an einen anderen Ort fortschaffen 
wolle, und es seien die meisten Sachen nächtlicherweile durch ihn fortgeschafft worden. 
Nachdem dieses Zeugnis von Isak abgelegt worden war, wendete sich die Verklagte 
(45) gegen den Angriff und die Gegnerschaft des Mannes und sagte, er sei mehr Anwalt 


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Nr. 6. Zivilurteil 


73 


als Zeuge, und die ganze Aussage sei der klagenden Partei zu Gefallen durchaus er¬ 
logen. Sie sagte auf Ehre und Gewissen, sie habe, als sie hörte, es wolle ein Diener 
des illustrissimus Topoteretes kommen, der den Auftrag habe, sie infolge des 
Eingreifens ihres Sohnes zu bedrohen, beschlossen, ihr gehörige und an einem be- (50) 
stimmten Orte versperrte Sachen aus dem Hause fortzuschaffen und anderswohin 
zu verbringen, und aus diesem Anlaß habe der Zeuge und ihr Sohn dieses Lügen¬ 
gewebe gegen sie gesponnen. Und auf Grund dieser Behauptungen sprachen sie ein¬ 
ander ihre Rechtfertigungen ab. 

Ich aber erkenne, nachdem ich die beiderseitigen Rechtsausführungen erwogen 
habe, daß die verklagte Tapia zu sonst nichts verpflichtet sei, als einen neuerlichen (66) 
körperlichen Eid zu leisten, daß ihr Gewissen rein sei und daß sie nichts vom Ver¬ 
mögen ihres Mannes entwendet oder für sich versteckt habe. Denn das Zeugnis des 
Isak schien auch mir zu Gefallen abgegeben und das Zeugnis eines einzigen (Zeugen) 
laßt das Gesetz überhaupt nicht zu. Indessen die nachgewiesenermaßen ihr zu Eigen- (60) 
tum gehörigen Sachen, besonders die Frauenkleider, solle sie sicher und keine Weg¬ 
nahme gewärtigend haben, und besonders, so wie sie dargelegt hat, die weggeschafften 
Sachen. Das vorgenannte Gold ist ihr abverlangt worden an Stelle des ihr nach ge¬ 
meinsamem Einverständnis zukommenden Anteils am Nachlaß. Es solle ihr aber (65) 
jeder Anspruch unversehrt erhalten bleiben gegen andere Personen, gegen welche sie 
ihn zu haben glaubt in betreff des Schadens, der ihr, wie sie behauptet, zugefügt wor¬ 
den ist, nämlich in betreff^der Geldexekution. Ihr Sohn Johannes aber sei dafür nicht 
verantwortlich; denn Sache jedermanns, der sich im Unrechte glaubt, ist es, sich an 
die Obrigkeiten, das heißt an jene, die die Stelle der Obrigkeiten einnehmen, zu 
wenden, Sache jener aber ist es, mit Überlegung und nicht so obenhin die Angelegen- (70) 
heiten zu behandeln. Deshalb habe ich den Sohn von dieser Klage freigesprochen, 
nicht so sehr nach strengem Recht als nach Billigkeit; ihr aber habe ich jeden An¬ 
spruch unversehrt bewahrt gegen die anderen, die sie geschädigt haben, jedoch 
unter der Voraussetzung, daß Johannes, ihr Sohn, ein Drittel von dem, wie billig, (76) 
wieder einzubringenden Golde erhalte. Als ich aber im Begriffe war, dieses Urteil 
herauszugeben, versicherte der Kläger, daß ihm von der Mutter vorgeschlagen worden 
sei, 12 Solidi für endgiltige Abfindung anzunehmen. Da nun seine Mutter diese 
Behauptung nicht zugab, kamen sie mit meinem Wissen daraufhin überein, daß, wenn 
der Kläger dies gesetzmäßig durch drei glaubwürdige Zeugen, die beim Vorschlag (80) 
zugegen waren und dies eidlich erhärten könnten, zu beweisen vermöchte, sie ihm 
das leisten solle, was nachgewiesenermaßen vereinbart war. Was mir also recht zu 
sein schien, habe ich den Parteien vorgelesen und hinausgegeben f. 

(2.H.) Ich, Markos, der Anwalt, habe nach dem, was ich für richtig erkannt 
habe, geurteilt fff. 


Münchener Papyri I 


io 


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74 


Urkunden 


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EINZELBEMERKUNGEN. 

7f. Der Eid der Tapia wird als oqxog inaxxbg bezeichnet Er hat zum Inhalt, oxi 
ovdfa amxQVtyccxo. Z. 24 heißt es nach dem Eidesthema 8gxog juql <svvsi8rj<SEcog. Inhalt¬ 
lich gleichartig ist der im Urteilsspruch Z. 56/58 der Tapia auferlegte zweite Eid iteqi 
wx&ctQüg cweiö^dog xal tceqI toü oti ovökv &rceGvXri<S£V rj dmxQvtyctxo xcöv xov avdqog 
TtQccyndzcov. Es handelt sich offenbar um den im gemeinen Prozeß sogenannten Manifesta¬ 
tionseid. Darüber Wetzell, Cimlproceß * 267—273. Wach, Z. f. Rechtsgesch . VH (1868), 
439 ff. Seine römischrechtliche Quelle ist eine Verordnung Justinians, wonach Vermächt¬ 
nisnehmer und Erbschaftsgläubiger, wenn sie unvollständige Vermögensverzeichnung im 
Inventar vermuten, in Ermangelung anderer Beweismittel vom Erben einen Eid verlangen 
können, nichts unterschlagen, verheimlicht oder beiseite geschafft zu haben. Cod, Iust 6, 
30, 22, 10 (a. 531). Vgl. Nov. 1, 2,1 (a. 535). Daß in unserem P. eine Inventarserrich¬ 
tung stattfand, ergibt sich wohl aus Z. 18f. &g xqg itaörjg ^nocxadsoag ovvzifArj&eforjg dg 
vofilapaxct ixaxöv. Der Manifestationseid erscheint als Liquidationsmittel (Wach, a. a. 0. 
466 f.). Er wird vom Berechtigten dem Erben zugeschoben und muß von diesem geleistet 
werden. Berechtigt sind nach der Kodexstelle Vermächtnisnehmer und Gläubiger. Ver¬ 
pflichtet ist der inventarisierende Erbe. Die gemeinrechtliche Praxis hat das Anwendungs¬ 
gebiet dieses Eides erweitert, doch war die Zulässigkeit des Umfangs der Ausdehnung 
bestritten. Vgl. Wetzell, a.a. 0. Wach, a. a. 0. Nun ist zu beachten, daß in unserem Falle 
der Eid von der die Errungenschaft besitzenden und zur Herausgabe eines Teiles (nach 
der fiEOixda je eines Drittels an jedes der beiden Kinder) verpflichteten Mutter geleistet 
wird. Es ist ungemein interessant, diese Anwendung eines ogxog Tteqi xa&agäg öwsidtfasag 
im nachjustinianischen Rechte Ostroms mit der Anwendung des Manifestationseides als iura- 
mentum purgatorium im mittelalterlichen Italien schon der Glossatorenzeit zu vergleichen. 
Wach, der hierüber eine grundlegend sorgfältige Untersuchung angestellt hat, nimmt an, 
daß schon Azo geltendes Gewohnheitsrecht formuliert habe (S. 442), und daß die deutsche 
Beweistheorie und der Gebrauch des Reinigungseides, also germanisches Recht auch in 
Italien die Quelle des so umfassend angewandten Manifestationseides gewesen sei (S. 442 f.). 
Wo immer der Manifestationseid noch als Parteieneid erscheinen konnte, habe er die Ge¬ 
stalt des purgatorium gehabt. Man braucht den deutschrechtlichen Einfluß auf die Ent¬ 
wickelung des italienischen Glossatorenrechts darum nicht geringer einzuschätzen, wenn 
man auf die Tatsache hinweist, daß auch die oströmische Entwickelung des justinianischen 
Rechtes ganz unabhängig von germanischem Einfluß in dieselbe Richtung drängt. Die 
Glosse des Accursius kennt einen Eid „der Frau des Erblassers zur Feststellung der Erb¬ 
masse“ (Wach 446). Freilich äußert sich die Glosse „durchaus unbestimmt“ (Wach 441. 
468), und Petrus Jacobi (Wach 468) sagt ganz allgemein: uxor tenetur indicare bona 
haeredibus. Unbedingte Manifestationspflicht sämtlicher Mobilien schreiben nach Mitteilung 
des Matth. Brunus die Statuten von Rimini der Frau vor. Andere Statuten, wie die von 
Genua (Wach 468 f.), verlangen von der Frau den Manifestationseid, wenn sie wegen 
Dotalforderungen Vermögensstücke des Mannes in Anspruch nimmt. Das ist ein Fall, der 


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Nr. 6. Zivilurteil 


75 


unserem Tatbestände am nächsten kommt. Es ist naheliegend, der Frau das purgatorium 
aufzulegen, wenn ans gemeinsamer Masse ( xotva ) die tSta abgesondert werden sollen. So- 
wenig aber wie für die Entwickelung der italienischen Praxis ist für unseren Fall die 
justinianische Gesetzgebung ausreichende Grundlage. Im Osten und Westen wächst Theorie 
und Praxis über das Gesetz hinaus. Für den Osten haben wir jetzt Zeugnisse aus früherer 
Zeit. Daß die Entwickelung hüben und drüben parallele Züge aufweist, ist bemerkenswert, 
wenn auch keineswegs überraschend. — Gelegentlich dieses Manifestationseides sei auch an 
den Offenbarungseid des bonis cedens im P. Lips. Inv.-Nr. 244 (= Mitteis, Chrestom. Nr. 71) 
erinnert. Den verschiedenen Yerwendungsarten des Manifestationseides liegt ja ein ge¬ 
meinsamer Gedanke zugrunde. 

Der Eid der Tapia, den wir nun sachlich klarzulegen suchten, wird als oqxoq Inaxxbq 
bezeichnet. Dieser Terminus findet sich schon im Rechte der Redner. Ygl. Meier-SchÖ- 
mann-Lipsius, AU. Proceß II, 900 f. Ps.-Isokr. 1, 23 nqbg Arjftovtxov (ed. Drerup 1907 
p. 102; die Zuweisung der Rede, die Drerup dem Theodoros von Byzantion, Wendland 
dem Anaximenes von Lampsakos zuschreibt, ist bekanntlich viel umstritten): oqxov 
iftaxxbv itqoffSi%ov Sta Svo 7tqo<pdffetq , rj ffeavxov alxlaq alff%qag fotoXvcov (Reinigungs¬ 
eid), i} qttkovq ix fuyaXmv xivSvvoov Staff cd£(dv gibt nur Aufschluß über Causae (itqotpaffetq) 
des Eids. Die Grammatiker erklären bald den Eid als iitaxxbv xbv bit &XXov iTtaybpevov, 
ab alio impactum, non sponte susceptum (s. Thes. Graec. L.), während Harpokration er¬ 
klärt (ed. Dindorf 1853) s. v. I p. 119 imexxbg oqxoq * 8v avxoq xtg ixcov abxa> iitdysxat , 
xovxiffxtv alquxat. aXXot Sh xovvavxLov 6 SlXayb^Ev iitKpeqopevog , ÄU* ovx av&alqexoq. Av- 
fflaq iv xip %qbq Xatqiffxqccxov (nicht erhalten) xal ’lffoxqaxrjg 'AitoXkavtaxyg iv xaiq nqbg 
AripSvtxov jtaqatviffsfftv. iffxt Sh oqxov xqla cßJij, Saubfioxog xal xaxcofioxoq xal 6 xalovpevog 
Inaxxbq. slvat Sh xofixov ov% anXoHv' Seiv yaq xbv 7tqoxstv6fUvov {mb xoti bqxi^ovxoq avxotg 
ovbftafftv Sivxitpmvuv xbv bqxt£6pivov. Während die letzten Worte der Form des Eides 
gelten und ihn als einen vorgesprochenen und vom Schwörenden nachgesagten Eid er¬ 
klären (vgl. Leisi, Zeuge 61), bezeichnet der Eingang der Stelle den b. i. doch als etwa 
ein iusiurandum voluntuarium. Das paßt zu unserer sachlichen Erklärung gewiß nicht; 
der Eid der Tapia ist ihr vom Gegner auferlegter oqxoq, das ist sicher, wenngleich die 
Form, in der dieses inaystv erfolgte, nicht zu ermitteln ist. Aber ich möchte darum gleich¬ 
wohl nicht Harpokrations Deutung, wie dies Stephanus im Thesaurus tut, schlechtweg 
tadeln, sondern auf den Sprachgebrauch der Basiliken verweisen. Bas. 22, 5 heißt der 
Titel mql oqxov bftoxiov, eixs Ttqoatqsxtxoü, xovxiffxtv inaxxoi J, eixs avayxaiov, eixs Stxaffxt - 
xov (de iureiurando sive voluntario hoc est delato, sive necessario, sive iudiciali), wäh¬ 
rend es noch in den Digesten Justinians 12, 2 heißt: de iureiurando sive voluntuario sive 
necessario sive iudiciali. Es ist bezeichnend, daß die Basiliken das iusiurandum voluntua¬ 
rium (oqxoq •Jtqoatqsxtxog) mit dem Terminus oqxoq htaxxoq erklären zu müssen glauben. 
Man wird zur Annahme geführt, daß sich der Sprachgebrauch von unserem Papyrus bis 
zu den Basiliken geändert habe. Die Erklärung des Harpokration aber würde zum Basi¬ 
likentitel passen. Über das Alter dieses von Suidas ohne Zeitangabe genannten Lexiko¬ 
graphen ist nun nichts bekannt. In der Literatur gehen die Meinungen auseinander, vgl. 

10 * 


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76 


Urkunden 


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Carol. Boysen, De Harpocrationis lexici fonHbus quaestiones scledae . Kiel. Inaug.-Diss. 
1876 p. 10—15. Boysen will wegen des Hamens (Valerius H.) jedenfalls nicht unter das 
5. Jahrh. mit der Datierung herabgehen (p. 13). Oh für eine wesentlich spätere Ansetzung 
die erst dem Sprachgebrauch der Basiliken entsprechende, zu unserem Text noch nicht 
passende Erklärung von hta%xog einen greifbaren Anhaltspunkt gibt, vermag ich ebenso* 
wenig zu sagen, als den gewiß vorhandenen Bedeutungswandel dieses juristischen Terminus 
zu erklären. 

10 f. Menas, clarissimus und devotus ist a tribunis und xo7toxrjQ7jzijg xoü Ufihov. Die 
Tribunen stehen unmittelbar unter dem Dux. Maspero, Organisation 88 f. Auf den xono- 
TTtfnjTrjg kommen wir noch bei Mon. 14 Z. 17/9 zurück. Wenn wir dort einen vicarius 
einem xonoxrjqrjr'qg untergeordnet finden, und wenn weiter aus Cod. Iust. 3,13, 5 und 12, 
37, 19 der Schluß erlaubt ist, daß der Vikar unter dem Tribunen stand, so bestätigt das 
die von Heisenberg gewonnene Lesung fatb zQtßovvcov für unseren zo 7 tozr]Qr]xi]g. Anders 
Maspero, a. a. 0. 97 f., der im Vikar eine zwischen dem Dux und Tribunen stehende Charge 
sehen will und — was ich als möglich nicht in Abrede stellen kann — im z. von Her- 
monthis einen ganz anderen (zivilen) Beamten als in diesem t. zoti Xiplxov , dem „vermut¬ 
lich ersten Offizier des Limes“ S. 102. Vgl. zum xonoxriqTixrjg BGU. II 670 (byz.). Zu 
Ufuxov vgl. Kornemann, Klio IX 502; Bell, Lond. TV p. XX; Maspero, a. a. 0. 19 und 
Bev. it. Grecq. XXV 218; Not. dign. occ . XXV. 

17 f. fuxa ixßtßaafi&v wurde mit „im Exekutionswege“ wiedergegeben. Vgl. Du Cange 
s. v. ixßi'ß&feiv xf)v i pij<pov «= exequi sententiam. 9 Exßißa<f(i6g = iudicati actio unter Hin¬ 
weis auf die Bas. u. a. Quellen. Konstantis, den Menas mit der Durchführung der Exe¬ 
kution der 33 Solidi, die er der Tapia abnehmen ließ, betraut hatte, erscheint nach den 
knappen Andeutungen unseres Textes doch als Gerichtsdiener. Menas schickt ihn (alfitpcu 
Z. 30), allerdings auf Antrag der Partei (Z. 48/9). Das Ganze war aber eine — wenn¬ 
gleich ungerechte — stauQct&g Z. 67. Dies wird wichtig gegenüber den Ausführungen von 
Partsch, Gött. Nachr. 1911, 241 ff., wonach „der ixßißaOfiög keine besondere Amtstätigkeit 
eines besonders dazu bestimmten Beamten, sondern eine Funktion (sei), mit welcher die 
Klage oder Vollstreckung führende Partei eine Amtsperson betraut“. Die richtige Lösung 
der Frage liegt wohl darin, daß neben dem von Partsch zweifellos erwiesenen Parteibe¬ 
trieb auch der Offizialbetrieb in der Exekution möglich war. 

26 sldog %ahuafidx(ov : es handelt sich um die Kupfer- bzw. Bronzegeräte, die wir als 
Ausstattungsobjekte der Frauen bereits aus den Papyri kennen. Vgl. CPR. I 21,19 dazu 
Wessely S.124f., P. Straßb. gracc. Inv.-Nr. 87 R (= Wilcken, Arch. IV S. 130 ff.) I 33—37 
und dazu Wilcken S. 37. Sie begegnen in beiden Fällen zusammen mit den Frauenge- 
wändera. 

84 ygafifutxeloig : wörtlich „Schreibtafeln“, dann Schrifturkunden. Vgl. Du Cange, 
Gloss. Graec.: „chirographum, cautio, instrumentum“; Hesychios, Lexikon (ed. Schmidt) 
8. v. %uq6yqaq>ov' <fv(iß6Xaiov‘ ypafifumtov. Es handelt sich wohl in erster Linie um Kauf¬ 
urkunden — Lond. Inv.-Nr. 1607 beklagt sich ein Mann, daß seine Frau avayxatd ßißXta 
beiseite geschafft habe, fidXufxa xag itqueug z&v ifi&v olxonidcov (Bell) — aber möglicher- 


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Nr. 6. Zivilurteil 


77 


weise auch um Schuldscheine (vgl. Mon. 3 V.) über Forderungen, die zum Nachlasse bzw. 
zu der als xo iva zusammengefaßten Vermögensmasse gehörten. Bezeichnenderweise wird 
die Forderung im Papier substantiiert. Die Urkunde erscheint als das Entscheidende, sie 
bedeutet schon mehr als ein bloßes Beweisdokument. P Mon. 10 Z. 12. Über die Bedeutung 
solcher Urkunden vgl. schon für das 2. Jahrh. v. Chr. Gerhard, Gräko-ägypt. Erbstreit, P. Heid. 
1280 + Grenf. I 17 Z . 10; 15. 

36 Das TtaQrffccyov deutet hier sowie Z. 40 auf starke prozeßleitende Tätigkeit des 
Richters: er nimmt die Zeugen vor. Ob er bei Vorladung von Zeugen von einem Parteien¬ 
vorschlag absehen konnte, ist freilich nicht ersichtlich, aber ebensowenig, daß ein Parteien¬ 
vorschlag nötig gewesen wäre. Vgl. die ganz zu unserem naQr\yctyov passende Parallele in 
der Erzählung eines Zeugenverhörs bei Symmachus, Symm. Ep. 10, 48. Bethmann-Hollweg 
HI 277, 367. 

38 xaoxqov: vgL Cod. Iust. 1, 27, 2, 8; Maspero, Organisation 19 £ Es ist hier der 
befestigte Teil von Syene gemeint, der Mon. 8 Z. 18 (pQovQtov genannt wird. Vgl. Maspero, 
a. a. 0. 26 5 ; Wilcken, Arch. I 401 *, wobei aber die Parallele aus Leid. Z. entfällt (s. Chre- 
stom. Nr. 6, 9). 

45 f. Zum Zeugenplaidoyer vgl. jetzt Dikaiomata S. 132. 

47 Zu titaneitXdö&ai vgl. itXa<sxoyQct(pta, Falsum, Zachariae, Gesch. 369. 

54 ra ixaxiQa&ev öixcuoXoyy&ivxa : Prinzip des beiderseitigen Gehörs. Statt aicMtijoag 
Vorher. S. 17 — was übrigens nicht ohne Parallele wäre, vgl. Thead. 15 (a. 280/1) Z. 20 
hwsxag , in die Rede (des Anwalts) fallend — ist hier wohl mit Heisenberg axoitrysaq 
zu lesen. 

66 oqxov bxeqov ocopccxtxdv: iuramentum corporale. So schon Wessely, P. Mein. Form. 
343, 4 (6./7. Jahrh.): xaxaßaXeiv pot awpetxixbv oqxov iv xy xoü faov ctyla ixxXrjala c bq 
xccvxa rjyoQCHSag', vgl. Harmenopoulos (ed. Heimbach) 1,13,20; dort (1,12,45) auch acopct- 
xtx&q impocm corporaliter iurare; vgl. Du Cange, Gl. Graec. Es handelt sich um den 
körperlichen Eid auf Reliquien, Bibel, Kreuz durch Handauflegen auf diese heiligen Sachen. 
Vgl. oben Mon. 1 Z. 25 f. Vgl. Cod. Iust. 3, 1,14, 4 (l) (a. 530): sacrosanctis evangeliis 
tactis iuramentum praestant. Über die Wirkungen eines solchen körperlichen Eides vgl. 
Bertolini, Giuramento 49 f. Für den ägyptischen Tempeleid s. Wilcken, Ägypt. Ztschr. 
XXXXVIH 173. 

69 Tonov lni%uv wird sonst von der Stellvertretung eines hohen Funktionärs ge¬ 
braucht. VgL Ed. Iust . 13, 2. Vgl. Maspero, Organisation 78. Hier aber kann auch eine 
ironische Wendung gemeint sein: Beamte oder vielmehr solche, die einen Beamtenposten 
bekleiden, ohne daß sie Beamte zu sein verdienten. 

70 Vgl. Cod. Iust. 7, 44, 2 (a. 371): Hac lege perpetua credimus ordinandum, ut 
iudices, quos cognoscendi et pronuntiandi necessitas teneret, non subitas (xvSyv I), sed de- 
liberatione habita post negotium sententias ponderatas sibi ante formarent etc. 

75 Zur Beibringung des Novums vgl. Cod. Theod. 2, 18,1; Cod. Iust. 3,1, 9; Beth¬ 
mann-Hollweg IH, 290. 


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Urkunden 


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Nr. 7. 

VERGLEICH. 

Inv.-Nr. 97. Höhe 1,59 m, Breite 32 cm. Rekto 97 Zeilen. Antinoonpolis. 23. Juni 583. 

Unveröffentlicht. Tafeln XI b. XII. XIII XIV. 

Der Papyrus besteht aus 11 Selides von je 14—15 cm Höhe. Vorausgeht ein 
Schutzstreifen von jetzt 5 cm Höhe, der durch einen 1,5 cm breiten aufgeklebten 
Streifen besonders fest mit der folgenden ersten Selis verbunden ist, um sie vor dem 
Einreißen zu schützen. 1 ) Die Fasern laufen wie üblich auf dem Schutzstreifen parallel, 
auf den Selides, die den Text der Urkunde tragen, senkrecht zur Klebung. Die bei¬ 
den letzten Selides, die keine Schrift tragen, hat der verschwenderische Notar nicht 
abgeschnitten. So ist uns eine ganze Rolle erhalten geblieben, es fehlt nur der An¬ 
fang des Schutzstreifens, der auf der Rückseite die Inhaltsangabe trug, also das 
Protokoll. Die Zeilen laufen parallel zur Klebung. Der Papyrus ist gut gearbeitet 
und geglättet, die Farbe hellbraun, aber nicht ganz gleichmäßig. Der Schreiber be¬ 
diente sich einer großzügigen, senkrechten, sehr eleganten Minuskelkursive, er schrieb 
breit mit weiten Spatien zwischen den Zeilen. Breite Ränder ließ er rechts und links 
frei, auch jetzt, wo der Papyrus beschnitten ist, sind es noch etwa 4 cm. 

Wie die Schrift, so ist auch die Sprache gewählt und von großer Sorgfalt, for¬ 
male oder syntaktische Fehler kommen nicht vor. Freilich versäumte es auch der 
Notar Dios, die Arbeit seines Schreibers zu revidieren, ehe er Unterzeichnete. Daher 
sind nicht alle Lücken ausgefüllt, die der Schreiber bei der Niederschrift zunächst 
ausgespart hatte; nur die Namen der Personen hat er eingefügt. 

Die Urkunde ist vorzüglich erhalten, einige Brüche und Löcher am Anfang und 
Ende stören nicht, in den auf den Klebungen stehenden Zeilen ist die Farbe hier 
und da abgesprungen. _ 

Die Urkunde ist von Dios, dem Sohn des Elias, der sich als 6vpßoXcuoyQd<pos 
bezeichnet, gefertigt. Die tachygraphischen Zeichen, die er anschließt, sind auf 
Tafel XIV schön ersichtlich, konnten aber noch nicht entziffert werden. Dios hat den 
Text der Urkunde (Z. 1—85) nicht eigenhändig geschrieben. Die Erklärung ist, ab¬ 
gesehen von drei von der einen vertragschließenden Partei selbst herrührenden Kreu¬ 
zen (Z. 85), vom v7toyQa(p£i)g XqicxdfpoQog BCxxoqoq unterfertigt (Z. 85—90). Vgl. 
Einzelbem. Drei Zeugen, zwei Notare und ein Singularius, unterschreiben. 

Dem Münchener Papyrus fehlt das Verso. Dagegen könnte Land. Inv.-Nr. 1819 a 
*f* dicclvö(i$) ysvaiisfvrj) ff(apa) Iaawo(y) argfatuotov) ap[ 

(Bell) hierhergehören. 

1) Vgl. Wilcken, Herme$ XXH1 466. 


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Nr. 7. Vergleich 


79 


Die Urkunde ist, wie Mon. 1 und 14, eine Dialysis (Z. 6. 43. 72. 81 Plur. duxXv- 
6£tg, Z. 87. 92. 94. 95 Sing., vgl. Einzelbem. zu Z. 6), und zwar wiederum in einem 
Familienerbstreit. Der Nachlaß des Jakybis ist zwischen Aurelios Johannes und 
der hier durch ihren Mann Aurelios Patermouthis vertretenen Aurelia Kako, den 
beiden Kindern und Erben des Verstorbenen, zu gleichen Teilen geteilt worden. 

Johannes ist nun den Patermouthis wegen eines Hausanteils, den dieser von 
dritter Seite käuflich erworben (Z. 30 f.), aber allerdings anscheinend dem Schwieger¬ 
vater verkauft hatte (s. Einzelbem.), und wegen der Hälfte eines Ploion, das Pater¬ 
mouthis von seinem Schwiegervater gekauft haben will, angegangen, offenbar beides 
zum Nachlaß rechnend. Nach vielem Streit sind die beiden Parteien durch Vermitt¬ 
lung eines privaten Schiedsgerichts zu einem Vergleich gekommen, worin Johannes 
vom Schiff die Hälfte erhalt (ein Viertel kraft des Vergleichs, ein Viertel ohnedies 
als Erbe), während Patermouthis-Kako die andere Hälfte behalten (vgl. Einzelbem.) 
und Johannes seine Ansprüche auf den Hausanteil ganz aufgibt (Z. 35—40), außer¬ 
dem auch auf alle Ansprüche auf ein goldenes Halsband der Tochter des Patermou¬ 
this verzichtet (Z. 72—74). Eid und Strafklauseln schützen das Geschäft. 

An der Urkunde ist von besonderem diplomatischen Interesse die objektive 
Stilisierung. Mitteis sieht, Grundsnige 87, das Charakteristische des byzantinischen 
Urkundenwesens in Ägypten darin, 'daß alle Objektivurkunden verschwunden sind 
und das Cheirographon die Alleinherrschaft gewonnen hat’. Aber er hat bereits S. 88 
auch an Lond. HI 992 (p. 253) (a. 507 p. Chr.) und Par. 20 (a. 600 p. Chr.) als be¬ 
greifliche Begleiterscheinung des Umstandes, daß der ovgßoXatoyQdtpog die Urkunde 
aufsetzt, das Vorsetzen einer 'objektiv gehaltenen Einleitung vor den subjektiv stili¬ 
sierten Kontraktskörper ’ konstatiert. Während das Cheirographon in Par. 20 zur sub¬ 
jektiv stilisierten Stipulationsklausel zusammengeschrumpft ist, folgt in unserem 
Text auf die mit der ebenfalls objektiven Stipulationsklausel geschlossene objektive 
Protokollierung der Parteierklärungen sofort die vnoygatp^ (Z. 85). Aber inmitten 
der objektiven Protokollierung steht das itQ 060 [jLoXoyä> iyco des Patermouthis (Z. 76 ff.), 
das Z. 84 f. mit dem kitEQcoxri&tvxsq fafioXöyijOav wieder der objektiven Stilisierung 
weicht. Vgl. unten Mon. 14 u. Einl. dazu. 


[+3 XU* TT 

j* BaöiXeCas *ov ftEioxaxov fjii&v deöitörov <PXavtov TißeqCov 


MovquUov rot) almvlov Avyovtixov 
TCqdnov JJavyi Blxaösvdtrj ÖEOxiqag 
7t6 Xe i, rfj XafutQoxdxjj f. 

1 y steht nahe über der 1. Z., als ob 
es erst nachträglich eingefügt wäre; der Schrei¬ 
ber hütet sich offensichtlich t auf den Schutz¬ 
streifen zu schreiben. 4 Die ungewöhnliche 


AxnoxgdroQog ixovg 
tvÖutxlovog iv Avxl(v6ov) 

5 

Bildung der Ordinalzahl im Datum st xchjbvccttj 
ebenso P. 13 Z. 3. 5 Der Beiname ^ Xccfi- 

BQordxri zu Anünooupolis z. B. auch Pap. Cair. 
ed. Maspero 67023 Z. 3. 


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80 


Urkunden 


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f Taöde xäg dvxLOvyyQatpovg dtaXvöBig xl&evxai xal mtovvtca 
itQog dXXtfXovg ixövxBg xal XBitBiäfidvoi ndörjg dxdxrjg 
xal ßlag %(DQlg ix fiiv xov ivbg pigovg Avg^Xiog ’iadvvrjg 
vfbg 'Iaxvßlov yvqxqbg Taxiag öxQcexubxrjg &qi&(jlov Zhnjvrjg, 

10 ix di &oxIqov AvgijXiog naxsQfwv&ig vtbg Mrjva (irjxgbg 
Toiag vavxrjg dxb xrjg avxrjg Uvrjvix&v %6Xmg xoiov^Bvog 
xvög Xöyovg xal xvgCoyg itQdxxmv xal diaXv6[ievog Idla 
av&evxCa ÜitiQ xb iavxov xal üitig K[a]x&xog xrjg s'öysvBöxdxrjg , 
avtov yüv (SvnßCov, ddcXq^g di xov iCQoysyga[iiiivov ’lcadvvov , 
16 d(iq>öx£QOt xb vvv diayovxeg ivxav&a inl xfjg Avxivoicov. 
xal söxiv Sg vitoxixuxxav. ’ldxvßig 6 vvv iv iiaxagla 
xfi (inffiy, TtaxijQ filv xov xgoysygafifiivov ’laavvov, 
ntvftsQov di xov xpoysypafifidvov JlaxBpfiov&üw, xov ßlov 
dstiXBiitsv inl ’lmdwrj xal Kax&xi xolg %qo- 
20 Qrfialow avxov xixvoig xb xal xXrjgovöfWLg. xal psxä vtyv 
avtov xbXbvx^v diByLsgCöavxo slg iavxovg ndvxa xd xaxa- 
Xsup&ivxa avxolg navtola sCQay^axa dxb xipCov pi%Qi> 
iXa%faxov eldovg dvä xb fjfuov fidgog %agi\ dötpaXsUbv 
duupÖQcov itQOOaMtcov y$m6xov\dv®v xc 5 fiaxaQia>x(dx(p) 

26 avx&v naxgt, xcd %bqI Sw Ido&v, &6xb xdg avxdg dotpaXdag 
stvai dvä fiiöov airc&v a%gi xrjg xovtcov ifcavvöeajg xal xb 
dvvöfiBvov avx&v %qvöCov dutfiBpitffMjvai Big iavxovg 
dvä xb fj[u6v pigog. xal xovxqjv ovtco ysvofiivav 
6 TtQOBiQrtfiivog ’Ia)dvvr]g ivijyaysv reo XQoyBygafifidva) 
so IlaxEQiLov&Up ixbqI (idgovg olxCag stBQuX&övxog slg atixbv 
dnb äyogaOxixov dixalov %agä ’läaxiov xal Töavrfo ht pijv 


6 Der Plural dudveeig hier in gleicher Be¬ 
deutung wie der Singular, vgl. aber auch 
Einzelbem. 6. 7/8 Vor sxo pxeg und hinter 

ßtag %coQig ein Spatium, hinter (ngovg Kolon 
und Spatium. 10 Hinter &cctsQov ein Spa¬ 
tium. 11 noUcog ißt lädiert, aber sicher ge¬ 
lesen. 16 Hinter vxotttemtat vor Beginn 
der Erzählun g ein Spatium, ucxvßig ist sehr 
weiträumig geschrieben, man erkennt deut¬ 
lich, daß der Name erst nachträglich in die 
ausgesparte Lücke eingesetzt wurde. 18 1. 
nev&SQOg. 19 1. cc7ttUnev. — XmccvvT} mußte 
der Schreiber sehr weit ausdehnen, um den 
für den Namen ausgesparten Baum zu füllen, 
auch für xaxööxi war der Raum reichlich groß. 


— In xqo wurde das zuerst klein geschrie¬ 
bene o zur Füllung der Zeile durch ein grö¬ 
ßeres ersetzt, die Schreibung xeoQprj&siCiv war 
dem Schreiber nicht geläufig. 20 Hinter xXrj- 
Qopo/ioiß ein Spatium. 25 Über a> in a>v ein 
Strich (s. EinL S.19). 28 Am Ende des ersten 

Teiles der Vorgeschichte hinter (uqos ein Spa¬ 
tium. 80 f. Hier ist übergangen, was erst 
unten Z. 62 gesagt wird, daß Patermouthis die¬ 
sen Hausanteil an Jakybis verkauft hatte. 
81 TffcövTj ist auffallenderweise nicht dekliniert 
trotz xaxmro?, vielleicht ist es nur Schreib¬ 
fehler st. r ocovrfg. — P. Lond. Inv. 1797 ist die 
Urkunde, welche den hier erwähnten Verkauf 
bestätigt; allerdings ist dort Tsone (gemeinsam 


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Nr. 7. Vergleich 


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xal xeqI fjpfamg pigovg xXoCov dyoQaä&lv xagä 'IaxvßCov 

xof) paxagimxdxov avrov Jtsv&sgov. xal itoXX&v dgvipivatv 

p£xa%v ccvxcbv tcsqI xovxov xiXog xarä patiixsCav xiv&v (pCXcov 

ido£sv, &öxe ’lcoawrjv pkv i%siv xixagxov pigog ix xov 35 

dyogaö&ivrog fipCaetog pigovg ix xov avrov xXolov , stagä 

s%siv dh ccvxbv xal vnhg xfjg xlrjgovoptag rot) naxgbg ccvxov 

xixagxov pigog , üaxegpovd'iv dl xal Kax&xiv xb 

&XXo fjpufv pigog xov ccvxov itXoCov, ixi pfjv xal fatav xb ayogatifrlv 

%ag avxcö(v) fiiQog olxlag stgog xfjv dvvapiv xfjg itgdöscog ccvxov, xal xfjg 40 

xocavxrjg psöixsCag fjxoi dxaXXayrjg ivi%eiv Ovvagsodörjg ixaxigm 

adxß>v pign, elxöxajg idirjösv ysviöfrai itag afo&v xäg nagovöag 

ysvixäg xal xagiExxixäg diaXvöuig, di Sv öpoioyovöiv xal öfioXoysl 

Sxdxsgov avxtbv pigog rtgcoxorvjccog plv i6%rjxivat, xal fatBiXrppivac 

ix itAfjgovg uTtccv xb huXa%bv ixaxigtp avr&v pigsi ix xs xfjg xXrjgovopCag 45 

*IaxvßCov xov paxaguoxdxov xal ix xov avrov itXoCov xal xfjg avxfjg olxiag 

%gbg xfjv dvmxigay dcrjyrjOiv, iiteixa öl pqdiva Xöyov £%elv prjre ifceiv 

Sxdxsgov avxcbv pigog itgog xb iregov %dgiv xfjg xaxaXeKp&efaqg 

itagä xov avrov paxaguoraxov ’laxvßiov xal xov avxov nXoiov xal xov 

pigovg xfjg olxiag dia xb xb txavbv iv cbtaöt, ysyevfja&ai x<p itigtp pigsi 50 

itagd xov ixigov pigovg — idofcsv dl &öxe xov itgoysygappivov 

’ladwriv dpa iv xjj avxov dvöda ixi xfjv avxov xöXiv dvadovvai 

xtp ngoysygappivcp IlaxsgpovMm xfjv ysysvrjpivriv nag 9 avxov 

mit ihrer Schwester Tsia - Teere) die Verkäu- xloiov ein Spatium. 40 avr© bedeutet av- 

ferin und ihr Gatte Isaak gibt nur seine Ein- t©v, also „ihnen abgekauft“, d.h. durch Jakybis, 

willigung. — Hinter töcqvti ein Spatium. 82 1. vgl. o. Z. 32 ; deshalb wird ihnen auch die ngä- 
ayogao&svrog. ayoQufco&ai (pass.) naget xwog et?, die Johannes offenbar aus dem Nachlaß 
heißt 'jemandem abgekauft werden’, vgl. u. Z. 40. seines Vaters besaß, wieder zugesprochen. — 
88 Am Ende der Erzählung hinter xtv&tgov Hinter avrov ein Spatium. 42 Hinter (uqh 

ein Spatium. 86 Hinter naQu ließ der Schrei- ein Spatium. 48 Hinter dtccXvosig ein Spa- 

ber eine Lücke, füllte auch die Zeile nicht wie tium. 44 Hinter fugog ein Spatium. 45 ex 
sonst durch Schnörkel. Zu lesen ist vielleicht xlrjgovg ist ein gesuchter Ausdruck st. des üb- 
naga<^rovro)> t vgl. die Übersetzung. Das Wort liehen SXoxXijgov. 46 Xcexvßiov ist nach- 

ist auch später vergessen, weil der Text nicht träglich mit Bpitzer Feder eingefügt, ebenso 

revidiert wurde. 88 Hinter p§gog ein Spa- Z. 49. 47 Nach dem Tenor der Dialysis 

tium, ehe die zweite Partei eingeführt wird, hinter ^irjyrjoiv ein Spatium. 48 Hinter xa- 
— Man würde zu xaxcotog und xaxmti den raXeiepOe vorig oder Z. 49 Caxvßiov hat der Schrei- 
Akk. xaxtota erwarten, vielleicht ist xaxarciv her das Subst., etwa ßtotfjg, vergessen. 51 Hin- 
dut durch Gedankenlosigkeit nach dem vor- ter pogovg vor dem Zusatz zum Vergleichstenor 
ausgehenden natsgiiov&w gebildet, der No- ein Spatium; der Zusatz, der sioh syntaktisch 
minativ heißt sonst stets xax©. Die beiden als Einschiebung darstellt, endet mit Z. 56 
Namen sind erst nachträglich eingefügt, sie ngoeptgopuniv. 
füllen kaum den freien Raum. 89 Hinter 

Münchener Papyri L 11 


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82 


Urkunden 


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elg xbv ccinbv ’ldxvßiv xq&6iv rot) fiigovg xijg ainijg olxlag , ijyow 
66 axvgov atixipr slvcu xal imlov xal dvi 6 %VQ 0 v xaga xs xov ccöxov 

5 Iaxvßiov xal xag olovdijxoxs ZQoefdmov xccvxajov xgogtigofiivrjv — 
xal xov Xomov fiij iyxaXstv dXXijXoig firjxs iyxakiöEW xcoxoxe yij 
dt* Savxäv fiii diä xXrjQovöfiav ccvxßtv rj öiad6%mv ij diaxaxö%a>v 
fiij dta xagsv&ixov t} yitlov olovdijxoxs xgoödtxov fdj hv 
60 dixaßxr^gUp rj vxsgoQUp ij ixxbg dixaöxrjgCov xaihrjg Svexsv 
xfjg $xo&fasag xal hdgag olaödijxoxs atxCag xgrjyaxixijg xe 
xal iyxXrjfiarixijg. xal 8xi xdvxa xd xgoysyga/ifiiva 
tpvXdfeovöiv ol dtp* Sxaxigov yigovg ixatfiöoavxo xifv dyiav 
xal Sfioovöcov xQidda xal xifv vCxqv xal ducyovijv xov 
66 EvfSsßstixdxov ijfißtv dsöxötov QXavtov Tißsgiov Mavgixlov 

xov almvlov Avyoiiöxov Avxoxgdxogog. sl dl xab* otovdrjxoxs 
xgöxov exaxEQov avxßtv fiiftog %agaßijvai xdvxa xd iyysygayyiva 
xal vxsvavxfov xovxfov iX&Etv, ovdlv y&v dxpEXifiijöExai 
ix xoti im%EiQtfyaxog xijg xagaßdösmg 3 byokoyst Öl to xagaßatvov 
70 yigog didövat r<j& ifiyivovxi yigsi X6y<p xotvijg %gv<Sov 
vo$H0ydxia dmösxcc igym xal dvvaysi dxmxovysva 
yexä rot) xal oihtog ißQßttS&ai xaihag xdg diaXvtJsig diä xavxög. 
yif dvvatiftai dl xbv ccdxbv Iatdwrjv ivdynv x<5 avx<p IlaxEgyov^iqr 
xe gl xijg xgvöiag yavcdxrjg 'EXivrjg xijg dvyaxgbg ccinov, 

76 dXXd xavxrjv $x HV dsoxoxLxtp dixaUp ixl xb dirjvsxig. 

xQoaoyoXoyßt iyh 6 xgoyeygafiyJvog Ilaxegyov^ig , xoiovfisvog ylv 
xoög Xöyovg xal xvgicog xgdtxov ()xig xs iccvxov xal (hclp Kax&xog 
xijg ccöxoti övfißCoVy ixoCfitog dl $x BLV töhp f*ov xi vdv vp xal xöpat 
xijg xavxolag yov vxoöxdösoug xagaöXEvdöcu tijy adxov 


64 taxvßiv ist nachträglich eingefögt. 
55 avlcpjQov mit t, weil das Wort zusammen¬ 
gesetzt ist 56 St. taxvßtov muß es selbst¬ 
verständlich Imavvov heißen; die Gedanken¬ 
losigkeit erklärt sich durch die nachträgliche 
Einfügung. 57 Mit xca tov Xomov wird der 
seit Z. 61 unterbrochene allgemeine Vergleichs¬ 
tenor wieder aufgenommen. 60 Das vor r\ 
vxtQOQia notwendige entx< 0 QUB (vgl. P. 14 Z. 70) 
hat der Schreiber übersehen. 62 Vor Beginn 
der Angabe über die eidliche Versicherung mit 
xcu ori ein Spatium. 66 Vor Beginn der 
Klausel wegen Übertretung ein Spatium. — 
Das notwendige (ßovXrj&tu]} (vgl P. 1 Z. 47; 
P. 8 Z.81) oder (vgl. P. 14 Z.74 


89) hat der Schreiber vergessen. 67 Statt 
des positiven navxa ta eyya/pctfifMS'a würde 
man im hypothetischen Satze xi rmv eyyeypap- 
fuvmv erwarten. 69 Vor dem mit ofioXoyn 
beginnenden Nachsatz ein Spatium. 77 San¬ 
to«? = epavtovf auffallender ist Z. 78 avtov 
als pron. poss. refl. 78 dt ist falsch, der 
Schreiber wollte ein Gegenstück zu Z. 76 not- 
ovfievog fuv. 79 f. xr\v avtov ist abgerieben, 
aber sicher zu lesen, der Inhalt bleibt unklar. 
Das Spatium hinter tXtvfrepav ist reichlich 
groß, um nur einen Abschnitt des Textes zu 
bezeichnen, es fehlt hier vielleicht ein Wort, 
das der Schreiber naohträglich einfügen wollte, 
dann aber vergessen hat. 


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Nr. 7. Vergleich 


83 


kXsv&igav öxigysiv xal ipLpdveiv durjvex&g T fj dyvcyui 80 

x&v xagovo&v diaXiSömv xal firjdlv xagaöalsveiv 

avxcbv to (SvvoXov. xal xgog xdvxa tä xgoyiygappdva 
xal xqos txatixov avx&v pd qo§ xs xal xetpaXaiov 
kzsgmt'q&ivxEg xav& ovxog 4%eiv dmöuv xoislv cpvXdxxsiv 

xXtiqovv ifipdvHv &iioX6yr}6av f (2. H.) fff (3. H.) Idpity ’i&dvvTjg 0XQ(axubxrjs) 86 
dgi^puyv) Zvrjviqs'f Avgrjltog 

’ladwrjg ’laxvßCov 6XQ(axubxr}g) dgiftp^ov) Jhnfvyg 6 xgoysygafi/idvog i&itirjv 
xavxrjv xrjv didXvöiv xal xeC&opai xaöv to lg iyysygapiidvoig 
ixl reo xgoxupdvtp xgoöxipup öprftiag xal xbv &elov oqxov Sg xgöx(uxai) 
xal dxiXvaa. f Xgufxötpogog Bdxxogog V#oßoTj>d(bs) dxb !4vxi(v6ov) d&OD&elg iygatßa 
vxhg avxov ygdfifiaxa phv pi} etööxog , ßaXövtog dh tfj ldt(f avxov 90 

%Bigl xovg xQetg xtpUovg öxavQovg f. (4. H.) f ’icoörjyig ’iöaxCov övv -fr(fc5) vox(dgLog) 
dxb Avxi(v6ov) 

[ucqxvq& xaikfj xfj diaXvöei dxovOag xagä x&v &E[idv(ov f. 

(5.H.) f OX(aviog) OCXixxog ’lodwov 6(,yy(ovXaQiog) xtjg ^yefiovi(xijg) xd^ecog) 
lmgxvgm xavxrj xfj 

dudvtisi dxovfSag xagä x&v d’spdvcov f. (6.H.) j Kotipucg Beod&pov 

0vv &e& vox(dgiog) dxb Avxivöov paQXvg& xavxy xfj diaXfast, dxovOag 96 

xagä x&v tepevav j*. 

(7.H.) fdi* kpiov ACov ’HXCa 0v^ßoXaioygd(p(ov) . 


82 Vor der mit nun beginnenden Schlu߬ 
formel ein Spatium. 84 Hinter rav#’ ein 
Apostroph. 85 Das erste Kreuz setzt der 
Schreiber. Die nächsten drei plumpen Kreuze 
stammen von Johannes, der auch wohl den 
Klecks daneben verbrochen hat, der Unter¬ 
zeichner (?) fügt darüber und darunter Namen 
und Stand des Johannes nochmals hinzu, ob¬ 
wohl er die Unterschrift selbst folgen läßt. 


88 In opoaag ist p aus 6 verbessert. 89 
ßo7jfr(os) unsicher. 90 ßalorrog für ygcnpav- 
rog oder auch nur xotrjöarrog ist ein vulgärer 
Ausdruck, der dem Mittel- und Neugriechi¬ 
schen geläufig ist. 91 £(ea>) über der Zeile. 
98 Die Lesung siyy(oviagwg) rrjg Tjytpovifarjg 
Tai(me) verdanken wir Wilcken. 97 folgen 
hinter 6v(ißoloucyga<p(ov ) eine Reihe von tachy- 
graphischen Noten. 


ÜBERSETZUNG. 

Christus(?) Gabriel(?) Michael(?) + 

f Im ersten Jahre der Regierung unseres göttlichsten Herrschers Flavios Tiberios 
Manrikios, des ewigen Augustus Imperators am 29. Payni, in der 2. Indiktion in An- 
tinooupolis, der hochberühmten f. (6) 

f Diese gegenseitigen geschriebenen Vergleiche setzen und machen gegenein¬ 
ander freiwillig und emverstandlich ohne jede Täuschung und Gewalt auf der einen 

li* 


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84 


Urkunden 


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Seite Aurelios Johannes, Sohn des Jakybis, von der Mutter Tapia, Soldat des Nu- 
(lo) merus von Syene, auf der anderen Seite Aurelios Patermouthis, Sohn des Menas, von 
der Mutter Tsia, Schiffer aus derselben Stadt der Syeniter, sprechend und wirksam 
handelnd und den Vergleich schließend aus eigener Machtvollkommenheit für sich 
und seine hoch wohlgeborene Ehegattin, die Schwester des vorgenannten Johannes, 
(16) beide sich jetzt hier aufhaltend in der Stadt der Antinoeer. Und es verhält sich die 
Sache wie folgt. Jakybis, jetzt seligen Angedenkens, der Vater des vorgenannten 
Johannes und Schwiegervater des vorgenannten Patermouthis, starb unter Hinter- 
( 20 ) lassung seiner vorgenannten Kinder Johannes und Kako als Erben. Und nach seinem 
Tode teilten sie untereinander alle ihnen hinterlassenen verschiedenen Gegenstände 
von der wertvollsten bis zur geringsten Sache zur Hälfte, mit Ausnahme von Schuld- 
(25) scheinen verschiedener Personen, die ihrem hochseligen Vater schuldeten, und bezüg¬ 
lich welcher Schuldscheine sie beschlossen, daß sie bis zur Tilgung sequestriert sein 
und daß das aus ihnen erlöste Geld unter sie zur Hälfte aufgeteilt werden solle. 
(30) Nach all dem aber ist der vorgenannte Johannes den vorbezeichneten Patermouthis 
wegen eines Hausanteils angegangen, der an diesen kraft Kaufrechts von Isakios und 
Tsone gekommen war, und außerdem wegen einer Hälfte eines Lastschiffes, die er 
von Jakybis, seinem hochseligen Schwiegervater, gekauft hatte. Und nachdem hier- 
(86) über zwischen ihnen viel verhandelt worden war, kam man endlich durch Vermittelung 
einiger Freunde dahin überein, daß Johannes ein Viertel dieses Schiffes von der ge¬ 
kauften Hälfte haben solle, außerdem aber infolge Beerbung seines Vaters ein 
Viertel, Patermouthis und Kako aber die andere Hälfte desselben Lastschiffes und 
(40) außerdem den ganzen ihnen abgekauften Hausanteil entsprechend dem darüber ge¬ 
schlossenen Kaufvertrag. Und da nun eine derartige Vereinbarung beziehungsweise 
Aussöhnung beiden Teilen genehm war und verbindlich sein sollte, mußte dement¬ 
sprechend der vorliegende allgemeine und umfassende Vergleich von ihnen abge¬ 
schlossen werden, durch den sie erklären und jeder Teil von ihnen beiden erklärt, 
(46) erstens voll erhalten und bekommen zu haben alles das jedem von ihnen Gebührende 
von dem Nachlaß des hochseligen Jakybis und von diesem Schiffe und diesem Hause 
gemäß dem obigen Bericht; zweitens daß keine Partei gegen die andere wegen des 
Nachlasses des hochseligen Jakybis und wegen dieses Schiffes und des Hausanteiles 
(60) einen Anspruch habe oder haben werde, weil in allem jeder Partei von der anderen volle 
Genugtuung geworden ist; es wurde ferner beschlossen, daß der vorgenannte Johannes 
sogleich bei seiner Heimkehr in seine Stadt dem vorgenannten Patermouthis den von 
diesem mit Jakybis über den Hausanteil abgeschlossenen Kaufvertrag herausgeben solle, 
(66) also er solle ungültig, nichtig und kraftlos sein, wenn er von Johannes (P. falsch 
Jakybis) selbst oder von irgend jemand anderem irgendwo vorgebracht würde; 
schließlich sollten sie einander weder jetzt noch in Zukunft jemals angreifen und 
zwar weder in eigener Person noch ihre gesetzlichen oder Testamentserben noch 
(60) durch Stellvertreter oder irgendwelchen Mittelsmann, nicht vor einem (einheimischen) 
Gericht oder vor einem solchen außer Landes oder außer Gericht, wegen dieser Sache 


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Nr. 7. Vergleich 


85 


oder wegen irgendeiner anderen Vermögenssache und Anklage. Und daß beide Par¬ 
teien das Vorgeschriebene einbalten werden, haben sie es beschworen bei der hei¬ 
ligen und wesensgleichen Dreieinigkeit und bei Sieg und langer Regierung unseres 
allerfrömmsten Herrschers Flavios Tiberios Maurikios, des ewigen Augustus Impera- (66) 
tors. Wenn aber eine der beiden Parteien auf irgendeine Weise all das hier Geschrie¬ 
bene übertreten und dem entgegen handeln sollte, so soll sie keinen Nutzen ziehen aus 
dem Versuche der Übertretung, vielmehr erklärt der übertretende Teil dem festblei- (70) 
benden Teile als Buße zwölf Goldsolidi zu zahlen, die mit Macht und Gewalt abge¬ 
fordert werden können, und außerdem sollen auch so diese Vergleiche in jeder Hin¬ 
sicht Bestand behalten. Es soll aber auch Johannes den Patermouthis wegen des 
goldenen Halsbandes seiner Tochter Helene nicht angreifen können, sondern diese (76) 
soll es für immerwährende Zeiten zu Eigentum haben. Ich der vorgenannte Pater¬ 
mouthis erkläre noch, sprechend und wirksam handelnd für mich selbst und für 
Eako, meine Frau, bereit zu sein, auf meine eigene Gefahr und mit den Mitteln mei¬ 
nes ganzen Vermögens zu bewirken, daß das seine frei sei(?), zufrieden zu sein und (80) 
für immerwährende Zeit an der Kraft der vorliegenden Vergleiche festzuhalten und 
ganz und gar nichts davon zu erschüttern. Und über all das Vorgeschriebene und 
über jeden Teil davon und über jedes Hauptstück befragt haben sie zugestimmt, es 
so zu haben, zu geben, zu tun, einzuhalten, zu erfüllen und dabei zu bleiben f. (86) 
(2.H.) fff (3. H.) Amen. Johannes, Soldat aus dem Numerus von Syene. fleh, 
Aurelios Johannes, Sohn des Jakybis, Soldat des Numerus von Syene, der Vorge¬ 
nannte, habe diesen Vergleich geschlossen und bin mit all dem darin Geschriebenen 
einverstanden unter der Androhung der vorgenannten Buße, habe auch den gött¬ 
lichen Eid geschworen, wie vorliegt, und habe (die Urkunde) ausgefertigt, fleh, 
€hristophoro8, Sohn des Viktor, Adiutor aus Antinooupolis, habe auf Ersuchen für (90) 
ihn geschrieben, der des Schreibens unkundig ist, aber mit seiner eigenen Hand die 
drei verehrungswürdigen Kreuze beigesetzt hat f. 

Es folgen drei Zeugenfertigungen und die Erklärung des Urkundenverfassers. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

2/4 Zur Zeitangabe: die Krönung des Kaisers Maurikios fällt auf den 13. August 582. 

Von diesem Tage ab wurde wohl die Regierungszeit berechnet, nicht vom 5. August ab, 
an dem er Caesar wurde. Chronic, pasch. I 690, 7 ff. (ed. Bonn). Daher sein erstes Regie¬ 
rungsjahr vom 13. Aug. 582 bis 12. Aug. 583 dauert. 29. Payni =23. Juni. Da an 
diesem Tage bereits die zweite Indiktion gezählt wird, ein Indiktionenzyklus aber 582 
begann, so hat die zweite Indiktion dieses Zyklus jedenfalls schon vor dem 29. Payni = 

23. Juni begonnen. 

4 f. iv Avtij TtoXsr. Antinooupolis. Aufzulösen also ’Avn(v6ov) itoXet. Die bequemere 
Form Antinoe tadelt Wilcken als quellenwidrig, Grundzilge 49 8 . Aber auch die Auflösung 
’Avnvoi&v ist zu erwägen, vgl. Z. 15. Mon. 9 Z. 66, 


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86 


Urkunden 


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6 Die Vereinbarung erfolgt hier in Form des objektiv stilisierten Protokolls. S. darüber 
das oben in der Einleitung Gesagte. Der Plural diaXvösig soll vielleicht auf die Gegenseitig¬ 
keit der Erklärung {ßuxXvGig von beiden Seiten) hinweisen. Vgl. auch Z. 43, 72, 81. 
Entsprechend steht in der Erklärung der einen Partei Z. 87 der Singular und ebenso in 
den Zeugenfertigungen für diese Partei (Z. 92, 94, 95), Mon. 14 zeigt allerdings einen 
zufällig abwechselnden Gebrauch von Singular und Plural. Auch Nr. 7 ist Vergleich im 
römisch-rechtlichen Sinne, da beide Parteien gegenseitig nachgeben, vgl. die Einzelbem. 
zu Nr. 1 Z. 7. Über den Inhalt unseres Vergleichs unten zu Z. 35 ff. Die Bezeichnung der 
dtakvOEig als &vxusvyyqatpot, verdient Beachtung. Eine SjioXoyta avxusvyyqatpog begegnet Cair. 
Cat. 67156, 3 und muß nach Lond. Inv.-Nr. 1664 auch Flor. 93, 4 ergänzt werden, (Bell), 
ebenso muß aber auch, wenn ich recht sehe, in dem originellen Konstantinopeler Vertrag 
von 551 n. Chr., den Maspero zuerst als P. Aphrod. Cairo 2 (Bull, de l’inst. franp. d’archloL 
Orient du Caire (1909) tom. VI p. 97ss.) und dann als P. Cair. Cat 1 67032 herausgegeben 
und den Partsch, Gött.Nachr. 1911, 235 mit einigen Verbesserungsvorschlägen republiziert 
hat (s. dazu jetzt aber Partsch-Maspero, Arch.Y 529), das Wort in Z. 6 gelesen werden. 
Also zaCÖE rag [&v]ntiyyyQa(pqy[s Sfiloloyslag. An der Phototypie glaube ich auch Beste 
von x und t vor tivyyq. zu sehen und in der Lücke ist m. E. für mehr als drei Buchstaben 
beim Duktus des Schreibers nicht Baum. Dann muß freilich das Verbum — Maspero er¬ 
gänzt im BuM. cit. noiovvrat, in der zweiten Ausgabe aber unter Zustimmung von Partsch 
6vyyqcc(povaiv — anderswo stehen, und zwar, wie mir scheint, in Z. 19, an der auf n\6\Xtv 
folgenden verwischten Stelle. Also (vgl. jetzt Maspero, Arch. V 529) SfioXqyova^v (ich hatte 
früher an die Ergänzung TtQoaogoXoyodatv gedacht, doch ist dafür wohl nicht Baum?) cU- 
X[t'l]loig usw. Das d[i]ay[ovxEg] in Z. 18 ist gewiß richtig, ebenso das von Partsch bean¬ 
standete \dv in Z. 16 von Maspero richtig ergänzt. 

Sollen nun die dutXvaeig uvxtOvyyQacpoi nur „schriftliche gegenseitige Vergleiche 44 be» 
deuten, oder soll vielmehr, welcher Annahme auch Bell unter Hinweis auf die zitierten P. 
Lond. un&Flor. beipflichtet, gegenseitiges Austauschen der Urkunden gemeint sein? Das würde 
für die Lehre Brunners, Rechtsgesch. d. röm. u. germ. Urk. 60 sprechen, daß der schriftliche 
Vertrag durch Auswechslung der Urkunden zustande kam, nicht durch beiderseitige Unter¬ 
schrift. Dabei hat, wie Freundt, Wertpapiere 61 f. zeigt, Brunner insoweit unrecht, als er 
Unterschriften beider Kontrahenten auf derselben Urkunde für die justinianische Praxis 
leugnet. Aber die Tatsache, daß zweiseitige Verträge mit beiderseitigen Unterschriften 
vorkamen (vgl. Freundt, a.a. 0.; Partsch, Ztschr. Handelst. LXX 453), beweist an sich na¬ 
türlich nichts gegen Brunners Theorie des gegenseitigen Austausches von Urkunden, die 
je von einem der beiden Kontrahenten (dem sich Verpflichtenden) unterschrieben waren. 
Die Lösung der Frage ist nicht anders zu denken als für unser Recht. „Werden über den 
Vertrag mehrere gleichlautende Urkunden aufgenommen, so genügt es, wenn jede Partei 
die für die andere Partei bestimmte Urkunde unterzeichnet 44 BGB. § 126 II 2. So er¬ 
klärt sich das Vorkommen beiderseitiger Unterschrift (auch der des Berechtigten) als ein 
Superfluum non nocens gegenüber der Menge der Urkunden mit nur der Unterschrift des 
Verpflichteten. So faßt die Sache richtig schon Kenyon zu Lond. I 113, 1 mit (2 Unter- 


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Nr. 7. Vergleich 


87 


Schriften) p. 199. Zu den Miet- und Pachtkontrakten der Papyri Waszynski, Bodenpacht 46. 
Babel, D. LU. Ztg . 1906, 1007 f. Partsch, a. a. 0. 454. Zu Thead. 5 s. Einzelbem. zu Mon. 3 
Z. 21. Zu meiner Annahme über den P. CaUr. Cat. 67032 vgl. noch dessen Z. 67f. u. 79 f.: 
iv tavxatg xaig fooxvitotg dv[ö]l 6poloyUug. Auch die Konstantinopeler Urkunde ist nur von 
einer Partei unterschrieben. Urkunden mit Unterschrift beider Parteien bei Freundt a. a. 0. 
Vgl. besonders auch Mitteis, Chrestom. Nr. 363 (— Lips. 28) (a. 381) Z. 22 f.: 6}t(sg^ yqa- 
tpEpSg 6poxv7tcog itqbg tö itaq fx[atf]ra> ijp&v elvcu povayhv itqbg &<S(p&Uuxv usw. Das er¬ 
haltene Exemplar haben beide Teile unterfertigt. 

8/15 sind die Vergleichsparteien genannt, Aurelios Johannes auf der einen Seite, auf 
der anderen Aurelios Patermouthis in eigener Person und zugleich für Kako, seine Frau, 
die Schwester des Johannes, als direkter Stellvertreter dazu Wenger, Stellvertretung 

S. 12) handelnd. Seine Vertretungsmacht begründet er 16lg av&evxlg. Soll das mehr als 
ein Ausdruck männlichen Selbstbewußtseins sein, so ist er nicht leicht zu erklären. Braucht 
doch die Frau in dieser Zeit nicht einmal einen mit handelnden xvQiog , geschweige denn einen 
für sie handelnden Stellvertreter, es sei denn, daß sie einen solchen freiwillig bestellt. 
VgL Wenger, Stetlvertr. 182 f. Mitteis, Grundeüge 252. Die späteste Erinnerung an einen 
xvQiog ist BGU I 317 (a. 580/1), wo die Frau Z. 4 beifügt, xvqCov y£r\pa\xi£ov<Sa, 

ohne freilich — wie früher mit dem ius liberorum — dies selbständige Handeln noch zu 
rechtfertigen. Möglich, daß Aurelia Eako ihren Mann als Stellvertreter bevollmächtigt hat, 
aber der Ausdruck itoiovpevog tovg \6yovg xal xvqlmg ngaxxmv xal 6ucXv6pevog I6lg atixsv- 
&tg fyjttq xe iavxoif xal StcXq Kax&xog xtjg avxov övpßlov deutet doch fast auf gesetzliche 
Vollmacht. Sollte auf Cod . Iust . 2, 12, 21 (a. 315) angespielt sein, wonach der Mann 
citra mandatum in rebus uxoris cum solemni satisdatione et alia observatione intercedendi 
habeat liberam facultatem, eine Vorschrift, die aber nur ein auch im gemeinen Becht noch 
anerkanntes mandatum praesumtum des Mannes für Führung der Prozesse im Namen der 
Ehefrau gab? VgL Müller, InsiUutionen 589 7 ; Windscheid-Kipp, Pandekten IH 9 5 14 ; Ende¬ 
mann, Lehrb. Bürg. Rechts II 2 (8., 9. AufL) 299 Anm. 39. Jedenfalls wäre es merkwürdig, 
diese Bestimmung auch auf Vergleiche angewendet zu sehen. 

20 xkriQOvopoig: Testamentserben (?, oben zu Mon. 1 Z. 38). Wenn so, dann hat der 
verstorbene Vater Jakybis offenbar eine, übrigens ganz in den Begeln des gesetzlichen 
Erbrechts sich bewegende, testamentarische Erbteilung zu gleichen Hälften zwischen Sohn 
und Tochter vorgenommen. Es verdient dann bemerkt zu werden, daß, obwohl die Parteien 
peregrinischer Herkunft sind, der Vater die Tochter im Testament dem Sohne gleichstellt, 
also auch in der testamentarischen Erbfolgeregelung die alte Sitte der Bevorzugung des 
Sohnes vor der Tochter zugunsten der gleichen Teilung hier verlassen ist. Vgl. Mitteis, 
Grunde. 234, Gradenwitz, Ein Erbstreü 3 (= Gradenwitz, Preisigke, Spiegelberg, Schrift. 
d.Wiss. Ges. Straßburg 13. Heft, 1912) für die Begelung nach enchorischem Bechte. 

20/28 Das Erbe wurde zu gleichen Teilen pro partibus divisis aufgeteilt. Bekanntlich 
sind die nomina nach altrömischer Begel ipso iure schon geteilt. Cod. Iust. 3, 36, 6 
(Gordian): Ea quae in nominibus sunt non recipiunt divisionem, cum ipso iure in por- 
tiones bereditarias ex lege duodecim tabularum divisa sunt. VgL auch Dig, 10, 2, 4 pr. 


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88 


Urkunden 


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(Ulp.); 10, 2, 25, 1. 9. 13 (Paul); Cod. Iust. 3, 38, 9 (a. 294 Diocl. et Maxim. Demetriano). 
Der Zwölftafelsatz wird also oft eingeschärft. Dennoch vereinbaren hier die beiden Par¬ 
teien, daß zunächst die Schuldscheine bis zur Zahlung beiden Erben gemeinsam zur Hälfte 
(also natürlich communio pro partibus indivisis) gehören, nach der Hereinbringung aber das 
Geld zu gleichen Teilen geteilt werden solle. Sprachlich ( du^uqlcavxo Z.21, SuxftfQUffHjvai 
Z. 27) wird also so wenig wie sachlich darauf Rücksicht genommen, daß, wie Gordian sagt, 
diese Forderungen non recipinnt divisionem. Johannes und Kako rechnen unbekümmert 
um diese altrömische feine Distinktion die Forderungen ganz so wie alles andere zum zu¬ 
nächst ungeteilten und erst zu teilenden Nachlaß, wobei vielleicht der Gedanke der Ver¬ 
körperung des Rechts in der Urkunde (Mon. 6 Z. 34) mitspielt. Der Zwölftafelsatz aber 
ist nicht auf die actio familiae erciscundae beschränkt, sondern gilt auch von Teilung 
durch Vereinbarung. Für solche Verträge vgl. aus den justinianischen Quellen: Big. 10, 
2, 57 (Papin); 2, 14, 35 (Modest.); Cod.Iust 3, 36, 1 (a.197). 15 (a.293). 17 (a.293). 

22 itQaypaxa: hier im Sinne von res (hereditariae), wozu auch die Forderungen zählen. 
Der Latinismus hat hier natürlich nicht ein unmittelbares lateinisches Original zur Vor¬ 
aussetzung, wie dies zum Falle Cair. Cat. 67026,19 Partsch annimmt, Gött. Nachr. 1911,227®. 

83 f. stgrjfUvoav fuxa^v avx&v: gewiß noch außergerichtlich. Durch Vermittelung 
einiger Freunde kommt es ohne Prozeß zum Ausgleich. Meoixeta hier wohl nur im Sinne 
von freundschaftlicher f Vermittelung’. Vgl. Mitteis, Hermes XXX 616 lit. a), der dort nach 
Wessely, Wien. Stud. IX, S. 266 lin. 18 f. zitierte P. Brit. Mus. Lond. 1113,1 (S. 201) 
Z. 26—30 zeigt einen ganz ähnlichen Vorgang: xovxav Qrj&ivxa>v avxotg n q6q dXXrjXovg 
Gvpßißrpuv fuarfxCav ye[via]&ai fiiöoav slqrpnxcbv ccvSq&v aya&öhv (was wohl unseren xiv&v 
(pUmv entspricht) iy &v xovxcov xal üXXmv xstvrfiivxcov xal jiiXXovxog xoti 7tQ[ccy](ia- 

xog ilg xaxaysti&cu Qaxsqov ijqeaev xoig fihoig [x]ai xoig itio&v itqbg 

\ci\itaXkay)\v xelelav xal SuxXvaiv xxl. Daß (ieaixs(a auch die Spezialbedeutung Sequestra¬ 
tion annehmen kann, hat Mitteis, a. a. 0. und Grundzüge 131, gezeigt Sie hier anzu¬ 
nehmen, scheint auf den ersten Blick nicht ganz undenkbar. Es könnten die Erben den 
Nachlaß den (plloi zur Sequestration übergeben haben. Aber dann wäre wohl von diesen 
schon früher die Rede, während sie nach dem mitgeteilten Tatbestand gerade erst xiXog, 
zu Ende des Streits, herangezogen wurden. 

36/40 Die Rechtslage der Streitobjekte vor und nach der Teilung war folgende. Ein 
Teil des Hauses und die Hälfte des Schiffes werden von Johannes reklamiert. Patermouthis 
behauptet, jenen Hausteil von Isakios und Tsone käuflich erworben zu haben (zusammen 
mit seiner Frau Kako, für die er ja als Stellvertreter mitfungiert, vgl. Z. 40 aüxcbv). Diesen 
Teil scheint er dann nach Z. 53 f. an den verstorbenen Schwiegervater weiter verkauft zu 
haben, findet sich doch die entsprechende irgäeig im Nachlaß und ist von Johannes in 
Besitz genommen worden. Nun wäre es natürlich, daß, wenn der Tatbestand wirklich so 
läge, dieser Hausanteil in den Nachlaß käme. Aber Patermouthis kann den Hausteil be¬ 
halten, als ob er ihn dem Schwiegervater nicht verkauft hätte, und deshalb muß auch 
Johannes die gegen Patermouthis verwertbare ngaCig (•— Urkunde) unter gleichzeitiger 
Kraftloserklärung herausgeben werden. Anders steht es mit dem Schiffsteile. Patermouthis 


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Nr. 7. Vergleich 


89 


behauptet, ihn von seinem Schwiegervater gekauft zu haben. Damit fiele er natürlich nicht 
in die Erbmasse. Aber entsprechend dem Wesen des Vergleichs, der Nachgeben von beiden 
Seiten fordert, erhält Johannes nicht bloß von der in den Nachlaß fallenden einen Hälfte 
des Schiffs die Hälfte, sondern auch die Hälfte vom anderen Teil, den Patermouthis vom 
Schwiegervater gekauft haben will. Der Papyrus spricht Z. 35 f. zwar vom thaytov (iBQog 
b x o0 ayoQttä&ivrog Tjplamg pfyovg, meint aber damit nicht das Viertel der gekauften 
Hälfte (also ein Achtel des Ganzen), sondern bezieht das Viertel aufs Ganze (wie Z. 38). 
Nur so stimmt dann die Teilung, daß Patermouthis und Kako die andere Hälfte (statt 
der im ganzen beanspruchten drei Vierteile) des ganzen Schiffes erhalten. 

48/75 Inhalt der allgemeinen und umfassenden Vergleichsvereinbarungen der Parteien: 

1. Quittierung aller bestehenden Ansprüche 

a) aus der Erbschaft, 

b) wegen des Ploion, 

c) wegen des Hausanteiles (44—47) im Sinne der erfolgten Auseinandersetzung; 

2. Verzicht auf weitere gegenwärtige oder zukünftige Ansprüche wegen Erbschaft auf 
Schiff und Haus, weil jede Partei von der anderen vollauf zufriedengestellt ist (47—51); 

3. Johannes wird bei seiner Rückkehr nach Syene — er befindet sich nur zufällig 
in Antinooupolis vgl. Z. 9 u. 15 — dem Patermouthis dvaSovvai — xijv yeyevrjfiivrjv nag 
ccfaov elg rbv afabv ’laxvßiv ngatstv rov fiiQovg xfjg avrfjg oblag, und es soll diese nqäoig 
ungültig und kraftlos sein und weder von Johannes noch von irgendeinem an seiner Stelle 
verwertet werden können (51—56). Dieser Vertragspunkt ist der dunkelste. Wir können 
uns nur mit der angedeuteten Erklärung helfen, daß Patermouthis-Kako den von Isakios- 
Tsone erworbenen Hausanteil an Jakybis weiterverkauft hatten. Hätten sie den Preis er¬ 
halten, so wäre Johannes im Recht, wenn er Einbeziehung dieses piqog in den zu verteilen¬ 
den Nachlaß des Jakybis forderte. Aber eben mit diesem Kaufgeschäfte hatte es wohl einen 
Haken. Jedenfalls bleibt das pi(>og dem Ehepaar, und der Schwager verpflichtet sich, die 
nQuaiq, die nach unserer Annahme in der Hand des Johannes immer für das Ehepaar die 
Gefahr neuer Rekriminatipnen bedeuten mußte, herauszugeben. Könne er sie nicht zurück¬ 
geben, so soll die Urkunde nach Parteienübereinkommen als amortisiert gelten. Pater¬ 
mouthis wäre ein sehr vorsichtiger Mann gewesen, wenn er sich hier gegen Mißbrauch der 
nqatiig durch den schon verstorbenen Jakybis hätte schützen wollen, aber es mag wohl nur 
Verschreibung in Z. 56 vorliegen. 

4. Versprechen, sich jedes gegenwärtigen oder zukünftigen Angriffs in dieser oder 
einer anderen Vermögens- oder prozeßrechtlichen Angelegenheit zu enthalten (57—62). 
Das bezieht sich natürlich nur auf Ansprüche aus bereits vorliegenden Tatbeständen. Der 
Effekt ist der einer gegenseitigen Stipulatio Aquiliana. 

5. Bestärkung der Vereinbarung (62—72): 

a) durch Eid beider Parteien (62—66); 

b) durch Konventionalstrafe (66 —72), wobei im besonderen wiederum ausgemacht 
wird, daß 

Münchener Papyri I. 12 


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Urkunden 


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«) der Angriff nichts nützen soll, rechtsunwirksam sein soll; 
ß) die Konventionalstrafe von 12 Goldsolidi verfallen soll; 
y) [die positive Konsequenz ans a)] die iiakvoug zu Recht bestehen bleiben 
sollen. 

Also kumulative Funktion der Konventionalstrafe, wozu Berger, Strafklauseln 86 f. 
gegen Pergament, Konventionalstrafe 73, treffend auf den von Scaevola, Dig. 45,1,122,6 
besprochenen Fall hinweist. 

6. Nachtrag ad 1.: Johannes verzichtet auf jeden Anspruch gegen Patermouthis wegen 
eines (wohl auch ans dem Nachlaß stammenden und in die Teilung nicht einbezogenen) 
goldenen Halsbandes seiner (des Patermouthis) Tochter Helene (73—75). Als Eigentümer 
ist wohl Patermouthis gemeint, nicht Helene Belhst. 

69 Zu Siä Ttaqsv&ixov ij plaov olovdrptoxt itqoa&jtov vgl. Berger, Strafklauseln S. 67 f. 
Dieser Gelehrte setzt na^lvQtxov n^6aomov gewiß mit Recht der interposita persona der 
Digesten gleich. Es handelt sich um Stellvertretung im weitesten Sinne, um jemanden, 
der vjÜq xivog handelt; ftiaov ist hier m. E. synonym mit naqev&lxov. De iure könnte es 
sich dabei um direkte oder indirekte Stellvertretung handeln. Bei einem unlauteren Ge¬ 
schäft (vgl. Berger, a. a. 0. 68) käme aber die letztere Rechtsfigur eher in Frage. Vgl. 
unten Man. 14 Z. 71. 

59 f. iv dixaaxTjQltp (lm%coQhpy J} ümQOQhp i} hxbg duuxaxriQlov, vgL unten Mon. 14 
Z. 70: &b% iv Sixaaxrjqloig xe xal i 'mepoplotg xj hxbg bmaaxriqleov. Man könnte 

unter dem bixuoxr^tov imjwqiov das lokale Gebiet, unter dem SiMaaxr^tov {nuQo^iov ein 
anderes als das einheimische Provinzialgericht erster Instanz verstehen. Es soll jedenfalls 
die Gefahr einer Belangung vor irgendwelchem Gerichte ausgeschlossen sein. Hier tat 
vorsichtige Formulierung hei der Buntheit der möglichen Gerichtsstände gewiß not Konnte 
doch, wenn schon nicht die Partei selbst, so einer ihrer Sukzessoren einen privilegierten 
auswärtigen Gerichtsstand haben, oder ein außerordentlicher kaiserlicher Kommissar die 
Sache an sich ziehen, oder es konnte endlich die Sache im Appellationswege außer Landes 
gebracht werden. VgL über die vielen Möglichkeiten Bethmann - Holl weg, Oivüproc . DI 
175—188. Sehr wohl kann aber auch — und ich möchte dieser Deutung den Vorzug 
gehen — speziell an ein Versprechen gedacht werden, kein kaiserliches Reskript zu impe- 
trieren und nicht den Rechtsstreit in Byzanz anzufangen. Vgl. Partsch, Grött. Nachr . 1911, 
214. Daß, entgegen früheren Annahmen (Bethmann-Hollweg, a. a. 0. 211; Karlowa, Böm. 
Rechtsgesch. 1 936), Justinians Reskriptenverbot (Nov. 113, 1) sich nicht auf Reskripte 
bezog, mit welchen Prozesse eingeleitet wurden, sondern nur auf solche in schwebenden 
Zivil- und Strafprozessen, wissen wir jetzt aus den Aphroditopapyri. Vgl. dazu die schönen 
Ausführungen von Partsch, a. a. 0. bes. 219 f. 

68/66 Der Eid erfolgt hei der heiligen Dreieinigkeit und hei Sieg und langer Re¬ 
gierung des Kaisers. Der Kaiserin ist nicht gedacht. Als Schwörende erscheinen hier nur 
Männer, die mitbeteiligte Kako ist durch ihren Mann vertreten. Daß aber auch Männer 
bei Kaiser und Kaiserin schwören, zeigt z. B. Nr. 1 Z. 4M., Nr. 14 Z. 95. 

76 ff. Die Erklärung des Patermouthis reicht wohl bis avvolov in Z 82. Sie ist — 


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Kr. 8. Schenkung auf den Todesfall 


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vgL Einleitung — subjektiv stilisiert, fällt aber wiederholt in die objektive Fassung zurück. 
VgL Z. 77 icev tov, Z. 78, 79 avxoti; dagegen Z. 78, 79 fiov. 

88 %s<paXaiov: c&put, Kapitel, Hauptstück, eine der Vertragsverabredungen. 

85 u. 90 ßaloircog — öravQOvg: vgl. Lips. 90, 8£. Johannes hat bloß die drei hl. 
Kreuze hingesetzt, sein Unterschreiber bestätigt aber die Handzeichen als die des Schreib* 
unkundigen. Auf welche Urkunden sich die Bemerkung von v. Wilamowitz, Staat u. GeseÜsch . 
d. Griech. (Kuli d. 6gw.) 194 bezieht, Ägypter machten c in den Urkunden der Ptolemäerzeit 
drei Kreuze statt der Unterschrift’, weiß ich nicht 

89 Jmoßorj&og ist hier wohl ein Unterbeamter in der Stadtverwaltung von Antinoou- 
polis, eine Art adiutor; vgL oben zu Mon. 2 Z. 22. 

91 f. Zum caiovöag naga r&v Offiivov, das hier jeder der drei Zeugen (Z. 92. 94. 95 f.) 
beifügt, s. o. zu Mon. 1 Z. 61 1 Es ist merkwürdig, daß sich hier zum avp ßolmvygwpog 
2 Notare als Zeugen gesellen. 

98 Der dritte Zeuge ist ctyyovlagiog trjg ^ysfiovixrjg rdlgeag. Dazu Wilcken, Arch. 
H 183f., Magie p. 137; Maspero, Organ. 88 l . VgL Lyd. de mag. HI 6. 


Nr. 8. 

SCHENKUNG AUF DEN TODESFALL. 

Inv.-Nr. 108. Höhe 55 cm, Breite 31p cm. Rekto 50 Zeilen. Syene. Wohl letztes 
Viertel des 6. Jahrh. Veröffentlicht: Wenger, Eine Schenkung auf dm Todesfall, Z. * 
Sav. Si Rom. Abi XXXII (1911) S. 325—337. Dazu Heisenberg, Bys. Z. XXI (1912) 
S. 371 £ VgL auch Vorbericht S. 20—22. Tafeln XV, XVI a. 

Der Papyrus besteht aus vier Selides von je etwa 16 cm Höhe. Von der ersten 
Selis sind 4—5 cm mit etwa 5—6 Zeilen Text abgebrochen, der Inhalt ergibt, daß 
außerdem etwa eine Selis und der Schutzstreifen mit der Inhaltsangabe auf der 
Außenseite vorausgingen. Von der letzten Selis fehlen etwa 6 cm ohne Schrift Die 
Zeilen laufen senkrecht zur Faserung, parallel zur Klebung. Der Papyrus ist gut ge¬ 
arbeitet, von hellbrauner Farbe, das vorliegende Fragment im ganzen gut erhalten, 
nur Z. 7 und 30 sind löcherig geworden. Trotzdem ist die Entzifferung schwierig, weil 
der Schreiber eine blasse schlechte Tinte benutzt hat, die in einer Reihe von Zeilen ab¬ 
gesprungen ist Links ist ein Rand von etwa 3 cm frei gelassen, rechts ist er schmäler. 

Der Schreiber, der mit dem unterzeichnenden Adjutor Georgios schwerlich iden¬ 
tisch ist, schreibt eine gewandte Kursive, ist aber in der Orthographie nicht ganz sicher. 
Völlig ungewandt ist sein Stil, statt logischer Satzverbindung verwendet er mit Vor¬ 
liebe Partizipialkonstruktion, die Bedeutung der Wörter ist ihm gelegentlich nicht 
klar, seine grammatischen Kenntnisse unsicher. Aus den verschiedenen Tinten der 
Unterschriften darf man wohl schließen, daß die Unterzeichnung nicht durch alle 
Zeugen gleichzeitig stattfand. 

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Urkunden 


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Zar Urkunde gehören noch aas den Syener-Papyri im British Museum zwei 
kleine Fragmente aus Lond. Inv.-Nr. 1816, die aber sachlich nicht fordern. Bell 
transkribiert: 

a) 1 ]a TtokXaxig yyistixo . [ 

2 ~\yxia xov xoivov itcunv ßiov [ 

3 BXt6k]§0ai xrjv TtQoOtpOQav /tov o[ 

und fügt hinzu: „The sense might be r I have often [found] your [character or con- 
duct] sound’ u . 

In Z. 2 nicht oi sondern o. 

b) l Untere Enden von Buchstaben 

2 adykov ovtfrjg xrjg . [ 

Die Urkunde ist wahrscheinlich nur unter dem Namen des Adjutors der Legion 
von Syene Fl. Georgios, nicht von ihm selbst geschrieben. Für die verfügende Partei 
Aurelia Maria subskribiert ein Zenturione der Legion von Syene. 7 Zeugen, darunter 
2 gemeine Soldaten, 1 Zenturione, 1 a vicariis und 1 Ordinarius der Legion von 
Syene, 1 Diakon der Kirche von Syene und 1 Privatmann von Omboi. 

Die Urkunde enthalt, wie ich a. a. 0. gezeigt habe, eine Schenkung auf den Todes¬ 
fall. Schwierig ist es, das Verhältnis des Beschenkten zur Schenkerin festzustellen. 
Ich glaube noch immer an meiner a. a. 0. 331 geäußerten Ansicht festhalten zu sollen, 
daß die Partizipien fraknovörjg, isufislovfievyg und Xvxyödöyg auf das Os in Z. 4, 
also den Beschenkten zu beziehen seien. Dann ist aber eine Frauensperson, welche 
die Schenkerin hegte, pflegte und niemals kränkte, Adressatin der Erklärung. Frei¬ 
lich macht die Bezeichnung ebendieser Adressatin als tuOxixov dwapsvov Schwierig¬ 
keiten, die aber nicht unüberwindlich sind, wenn man die zahlreichen Beispiele be¬ 
achtet, in denen in anderen Urkunden das Maskulinum irrig für das Femininum ge¬ 
setzt ist. VgL z. B. etwa Mon. 9 Z. 110. 

Und einen weiblichen TUdxtxög bezeugt das Fragmentchen Lond. IV 1600, dazu 
Crum p. 504, das leider keinen Aufschluß darüber gibt, ob wir es mit einem amt¬ 
lichen (s. u.) oder privaten itioxixög zu tun haben. VgL auch Bell in Der Islam II 
(1911) S. 274 zu Lond. 1341 und die Korr. Lond. IV p. VI. Abgesehen von der Er- 
klärungsmoglichkeit aus bloßer Flüchtigkeit ist in unserem Falle aber auch noch 
die Möglichkeit naheliegend, daß eine früher dem Z. 2 genannten leiblichen Sohne 
als itiöxutög gemachte Schenkung auf den Todesfall infolge seines Vorversterbens 
unwirksam geworden war, und nunmehr unter Vorlage der Urkunde zugunsten des 
Verstorbenen die inhaltlich gleiche Schenkung neu zugunsten einer Frauensperson 
gemacht wurde. Das Verwandtschaftsverhältnis des 7U6xvx6g zur Schenkerin ist eben¬ 
falls unsicher. Die Tatsache, daß die Schenkerin sich als Witwe bezeichnet (Z. 39), 
andererseits aber der Vater der Beschenkten (Z. 20 u. 26) anscheinend als lebend 
vorausgesetzt wird, führte mich bei der ersten Bearbeitung zum Schlüsse, daß es 


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Nr. 8. Schenkung auf den Todesfall 


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sich nicht nm die Tochter, sondern eine andere Verwandte — sie erscheint wohl 
(Z. 25 f.) als gesetzliche Erbin — der Verfügenden, etwa, wie Mitteis vermutete, eine 
Nichte handelte, so daß dann der aatijp der Bruder der Aurelia Maria wäre. Aber 
es ist Heisenberg, der in der Beschenkten die Tochter der Schenkerin sehen will, 
zuzugeben, daß das ävijxH in Z. 20 nicht notwendig für die Annahme entscheide^ 
der Vater der Beschenkten lebe noch. Denn auch Mon. 9, 52. 11 ,17 f. 12, 14f. wird 
dvrjxu auf Verstorbene bezogen, Mon . 9, 32 freilich wieder auf Lebende. Es kann 
der Angabe auch verstorbener früherer Eigentümer gedankenloser Formalismus bei 
der Benützung von Vorlagen zugrunde liegen. Für Heisenbergs genannte Annahme 
spricht aber auch ein gleich unten näher zu erörterndes anderes Moment aus der 
Eollationslehre. Sicheres freilich können wir weder für die Verwandtschaftsver- 
haltnisse zwischen Aurelia Maria und dem möuxög noch dafür ausmachen, ob der 
mörtxög männlichen oder weiblichen Geschlechtes war. 

Für die juristische Bewertung der Urkunde macht die Beantwortung dieser 
Fragen übrigens keinen Unterschied. 

Juristisch viel interessanter ist die Erklärung des Wortes nitsxixög. Aus den 
Papyri ist wenig zu entnehmen. In P. Mein. Form . Nr. 119,121,180,197, 204, 837 
(6.—8. Jahrh.) bekleidet der xiürixög einen Vertrauensposten. Du Cange, Gloss. 
gr. übersetzt: famulus probus fidelis vel cui res quaepiam gerenda committitur; in 
der griechischen Rechtssprache bedeute das Wort: is cui navis cura demandatur. 
Als „Schiffsführer“ deutet Heisenberg, a. 0. 372, den XHStixdg auch in zwei Steilen 
bei Leontios von Neapolis in der Vita des Johannes Eleemon S. 55,4 und 60,18 — 
aber hier ist mit dieser Deutung nichts anzufangen. Lond. IV zeigt uns jetzt in den 
späten Texten dieses Bandes ungemein häufig den yuötixög, aber überall erscheint 
er hier in der für unseren Fall unanwendbaren Bedeutung von „a ship’s master“; 
vgl. Bell, Lond. IV p. 13. In den Übersetzungen zu Lond. IV, die Bell im Islam er¬ 
scheinen läßt, ist für Mötixög „supercargo“ aber mit Fragezeichen gesetzt, Islam U 
274, 281; III369—373. Vgl. zu dieser Bedeutung auch Ashburner, Rhodian Sea Law 
(1909) 86. 93 s. Heisenberg erinnert a a. 0. noch „an eine treffliche Arbeit von Pant- 
schenko, Baöihxbg nuftixög, in den Izvjestija des Russ. Arcbäol. Instituts in Konstan¬ 
tinopel VH (1901), 40—55“. In unserer Urkunde soll der 7Uötvx6g nach dem Tode der 
Schenkerin für deren christliche Totengottesdienste (s. Einzelbem.) sorgen. Er hat also 
praktisch insofern die Rolle eines Testamentsvollstreckers. Die Dienste werden ihm 
als Auflage auf die Schenkung auf den Todesfall auferlegt. Wie mir Ferrari freund- 
lichst mitteilt, hat er in einer ravennatischen Urkunde vom Jahre 1062 den Termi¬ 
nus „Fideicommissarii“ im Sinne von Testamentsvollstrecker gefunden. Monumenti 
ravennati def sec. di meeeo (ed. Fantuzzi) to. I, Venezia 1801, num. 111 (a. 1062, 
Ravenna), „hat die Form einer Schenkung, die Fideicommissarii sind als Eigentümer 
gedacht und übereignen laut Testament die Sachen einem Kloster.“ 

Ich habe bereits a.a.0.332f. die Gründe auseinandergesetzt, die mich bestimmten, 
im Geschäft eine Schenkung auf den Todesfall zu sehen. Das dort unsicher gelassene 


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Urkunden 


Wort in Z. 7 ist von Heisenberg als naQa%(D(rf6ms entziffert; das Wort bedeutet 
ganz allgemein „den Rechtswecbsel als solchen, also den Akt der Übertragung" 
(Mitteis, Grrundßüge 178 6 ). Dieser Rechtsakt kann Zession sein, wenn das Recht, yon 
dem gewichen wird (cedere), eine Forderung ist. Hier ist das Recht, das abgetreten 
wird, aber Eigentum. Ausführlich darüber Rabel, Z. Sav.-St. XXVH321ff. Zu den 
von Mitteis a. a. 0. gegebenen Möglichkeiten von „nicht bloß kaufmäßiger, sondern 
auch tausch- oder vergleichsweiser Rechtsüberlassung" tritt hier schenkungsweise 
Überlassung. Das ganze Geschäft ist hier aber „einheitlich", d. h. die xaQa%d)Qrj6is 
erscheint nicht als das Bachenrechtliche Vollzugsgeschäft „nach“ der Schenkung, son¬ 
dern das obligatorische und sachenrechtliche Geschäft sind vereinheitlicht: die Ur¬ 
kunde ist obligatorische und Auflassungsurkunde zugleich. Daß von Tradition hier 
nicht die Rede ist, ist natürlich. Denn die Schenkung erfolgt zwar 6ij(iBQov (Z. 11), 
sofort (Z. 10: dedaxevcu, eher als didövcu), soll aber erst nach dem Tode der Ver¬ 
fügenden zur Wirksamkeit gelangen (jurä ifirjv teÄsvttfo xvqlbvsiv xrk. — 
ävBiueodiötmg^ Z. 21—23). Tritt diese Bedingung aber ein und war die Sache im 
Momente des Todes des Verfügenden sein Eigentum, so entsteht das dingliche Recht 
in der Person des Bedachten sofort ohne weiteres Traditionserfordernis. So auch 
nach offiziellem römischen Recht, da ja für Schenkungen auf den Todesfall im Zwei¬ 
fel Vermächtnisrecht — also in unserem Fall das Recht des Vindikationslegats — 
gilt und eine abweichende Bestimmung für donationes mortis causa in diesem Punkte 
nicht vorgesehen ist; Inst . Tust. 2, 7,1. Vgl. Windscheid-Kipp, Pand* HI 641. 734. 
An sich könnte freilich der Papyrus nicht den Beweis erbringen, daß auch im offi¬ 
ziellen Recht von der Tradition Umgang genommen wurde, da die Papyri diese über¬ 
haupt, auch bei kaufweiser Überlassung, ignorieren; Mitteis, Grundsüge 188. 

Schenkungsobjekte sind: 

1. die Hälfte einer x&Xa, der sogenannten xdkkcc des Patarous in Syene, topo¬ 
graphisch näher Z. 18f. bestimmt; 

2. die Hälfte des über dieser xikka liegenden Symposion (Speisesaals); 

3. die Hälfte des Luftraums über dem vierten Stockwerke über dem Schlaf¬ 
gemach des Abraamios, nahe dem Hause der Aurelia Maria. 

Die andere Hälfte der drei Objekte steht im Eigentum des Vaters der Be¬ 
schenkten; das besagt der lediglich der Erläuterung dienende Satz Z. 19f.: rb 6h &kko 
fjfutv pdpog t&v TCQoÖBÖTjXovfidvcov rÖJtcov ävtjxsi z<p xclxqC tfov. Die Schenkerin und 
der Vater der Beschenkten haben (naheliegend, wenn sie Ehegatten oder auch nur 
Geschwister waren) also die Objekte im Miteigentum infolge Kauferwerbs, wie sie 
sagt, gehabt, und Aurelia vergibt nun ihrem, bzw. nach der früheren Auffassung 
ihres Bruders Kinde ihre Hälfte. Das Miteigentumsverhältnis ist wohl das des con- 
dominium pro partibus indivisis. Auf den in der Verfügung gelegenen sicheren Be¬ 
weis des Vorkommens von Stockwerkeigentum auch nach der justinianischen Kodi¬ 
fikation sowie auf das eigentümliche Interesse, das die Verfügung über den Luftraum 
erweckt, ist schon hingewiesen worden; Z. Sav.-St. a. a. 0.334. Lit das. Anm. 1. Zu- 


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Nr. 8. Schenkung auf den Todesfall 


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treffend hierüber Preisigke, Klio XU 455 f Es ist nur eine andere Formulierung des 
Gedankens der Zulässigkeit des Stockwerkeigentums, wenn Weiß, Arch. IY 337 —9, 
und ihm folgend Partsch, Arch. V 496, bemerken, daß Dachbauten als selbständige 
Sachen aufgefaßt wurden und deshalb im Sondereigentum standen. 

Die Schenkung ist durch verschiedene Sanktionsklauseln sichergestellt. 

Zunächst soll die Beschenkte mit ihren anderen Geschwistern nach dem Tode 
der Aurelia Maria zu gleichem Teile am ganzen Nachlasse berechtigt sein &vsv nd- 
6rjg itAEovs&ag. Auch soll keines der Geschwister gegen sie wegen dieser Schenkung 
auftreten können. Das Z. 26 zu dxavxa xd xaxccXEHpfrrjtiöiieva zwischen die Zeile ge¬ 
schriebene nag' ipov xal xccgä xov xatQog <p)ov ist, soweit es den Nachlaß des Va¬ 
ters der Beschenkten anlangt, wenn wir diesen noch als lebend annehmen, natür¬ 
lich juristisch bedeutungslos, da ja Aurelia Maria über dieses ihr nicht gehörige 
Vermögen nicht irgendwie verfugen kann. Gerade diese Wendung aber spricht, 
wenn wir ihr eine reelle Bedeutung geben wollen, dafür, im möxixog die Tochter 
der Schenkerin zu sehen. 1 2 * * * * * ) Man könnte dann an väterliches Vermögen denken, 
das zunächst noch die Mutter verwaltet und nützt, etwa auf Grund eines Eheerb¬ 
vertrags, und das nach ihrem Tode erst an die Kinder fällt. Vgl. Mitteis, Grund - 
eüge 246. 

Aber auch zu einer besonderen Frage des Schenkungsrechts auf den Todesfall 
gibt unser Text Auskunft. Aurelia Maria erklärt, nachdem sie den % löxixög gegen 
eventuelle Angriffe der Geschwister sichergestellt hat 9 ), auch selbst in keiner Weise 
durch eine neue Verfügung irgendwelcher Art diese Schenkung anzutasten (Z. 28— 30 : 
firjdh ifiov ccvtrjg 7C6giov6rjg dvvrjöofiivrig psxaiisXydijvat, xal sxsgov ygd^i^a ftiöftcu 
dvxi[xeC](iEvov dg xax[a]Xvöiv xovt{o]v xov d[x]o%ag£0ficexog, dXXä eIvou avxb ßsßcuov 
xal dgpaylg xal dadXsvxov htl xb dvqvsxig). Sie verspricht 8 ) für den Fall einer Sinnes¬ 
änderung oder Verletzung des Geschriebenen für die Übertretung des Vertrags 
6vv&rix&v xagaßdOEcag) 18 Goldsolidi als Konventionalstrafe zu zahlen, mit der aus¬ 
drücklichen Versicherung, daß das vorliegende dno%dQiayM von jedem solchen Ver¬ 
suche unberührt bleiben und für alle Zeit zu Recht bestehen solle. Sie tut noch ein 
übriges, indem sie die Schenkung beschwört, und schließt dann mit der üblichen Sti¬ 
pulationsklausel. Sie verzichtet also auf jeden Widerruf der Schenkung. Damit tritt der 
Papyrus als Dokument des praktischen Lebens in die Reihe der Quellen, die für die 
Streitfrage herangezogen werden, ob der Schenkgeber auf die Widerruflichkeit der 
donatio mortis causa verzichten könne, ohne damit das Geschäft seines Wesens zu ent- 


1) Vgl. Iust.Nov. 18, c. 6 und zur Frage Windacheid-Kipp, Fand. UP 621®, 622’® 

2) Vgl. dazu BGU. 111998 Kol. HI 12f. (127 v. Chr.). Sonst gibt diese ptolemäische cvv- 

yQ{a(pri) d6öta>e aber keinen Anlafi zu Parallelbeobachtungen. Zu dieser Urkunde Gradenwitz, 

Berl.phül. Wochenschr. XXVI 1848 (27. Okt. 1906); Wilcken, Arch. ID 887; ßabel, Elterl. Teilung, 

Baseler Festschr. z. 49. Phil.-Vers. 634; Schwarz, Hypothek u. HypaUagma 61 1 . 

8) Sprachlich fällt das ifctvai Z. 82 auf, aber sachlich ist keine andere Deutung möglich. 

S. Einzelbem. zu Z. 32. 


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Urkunden 


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kleiden 1 2 * ) nnd zu einer den Grundsätzen des Schenkungsrechts unter Lebenden unter¬ 
stellten gewöhnlichen Donatio zu machen. Die römischen Juristen sind nach der 
Digestenüberlieferung nicht einer Meinung. Für die Möglichkeit einer unwiderruf¬ 
lichen donatio mortis causa spricht sich Marcellus in einer Note zu Julian (. Dig. 39, 
6,13,1) aus: Sic quoque potest donari mortis causa, ut nullo casu sit eins repetitio.*) 
Mit denselben Worten äußert sich Paulus, Dig. 39, 6, 35, 4 i.f. zur Sache. Ulpian 
aber sagt, Dig. 39, 6, 30: Qui mortis causa donavit, ipse ex paenitentia condictionem 
[vel utilem actionem? Just. Pemice, P. Krüger] habet, und Papinian bemerkt, Dig . 
39, 6, 42,1 i. f.: eum autem, qui absolute donaret, non tarn mortis causa quam mo- 
rientem donare. 

Daß diejenige Ansicht das Richtige trifft, welche in diesen Quellen keinen Wider¬ 
streit sieht, sondern Bie einfach mit der dem Donator gegebenen Möglichkeit erklärt, 
auf sein prinzipielles Widerrufsrecht zu verzichten 8 ), das scheint mir auch unser 
Text zu bestätigen. Unser Papyrus faßt das Rechtsgeschäft als Schenkung von Todes 
wegen auf. Daß es sich um ein negotium mortis causa handelt, sagt Aurelia Maria 
wiederholt selbst (Z. 6,15, 20, 24). Es ist, wie schon bemerkt, wenn unsere Auf¬ 
fassung der ersten Zeilen richtig ist, gerade die erste Schenkung an den verstor¬ 
benen Sohn (?) infolge des Yorversterbens des Beschenkten vor der Schenkerin 
unwirksam geworden. Danach würde unser Text die Annahme stützen, daß die 
Widerruflichkeit der Schenkung auf den Todesfall eine dispositive Norm ist und 
die Unwiderruflichkeit infolge Verzichts des Schenkers auf Widerruf den Charakter 
des Geschäfts als Schenkung auf den Todesfall nicht tangiere. Ygl. auch Iust. 
Nov. 87. 

Es ist wertvoll zu konstatieren, daß die Unwiderruflichkeit der Schenkung auch 
eher der historischen Entwicklung dieses Rechtsinstitutes entspricht. 4 ) Und unser 
Text ist bei diesem Quellenstande für die Möglichkeit, den Widerruf bei der donatio 
mortis causa auszuschließen, ein guter Beleg. Aber es muß auch betont werden, daß 
das Hauptgewicht auf die Satzung der Rechtsordnung zu legen ist, die den Wider¬ 
rufs verzieht ermöglicht. Denn auch in Testamenten, so im Testament des Abraham 
von Hermonthis (Lond. I 77 p. 234 s. 1. 59—65), findet sich der Widerrufs verzieht: 
hier aber im Widerspruch mit der römischen Satzung und daher gegenstandslos. 
Hermogenian, Dig. 32, 22 pr.: nemo enim eam Bibi potest legem dicere, ut a priori 
ei recedere non liceat. Vgl. das vielzitierte Wort Ulpians, Dig. 34, 4, 4: ambulatoria 
enim est voluntas defuncti usque ad vitae supremum exitum. 


1) Zur Orientierung vgl. Girard, Manuel 5 947 8 . 

2) Das Folgende: id est nec si convaluerit quidem donator ist Glosse (Mommsen, P. Krüger) 

8) Ygl. etwa Windscheid-Kipp, Pand. II® 669. 

4) Ygl. Bruck, Schenkung auf den Todesfall 23 und das. Anm. 3. 


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Nr. 8. Schenkung auf den Todesfall 


97 


. . . . isäXXov il *f& m . 

Tjj$ dtÜQO vtoti pov ypfjötöv Mai XtÖXIKOV TVf%dvÖVtO§ &wm$1$6§Qp§ X$l 
öaXxorförjg xai ixtfisXovfiivrjg fiov xai iv ovdevl itdmoxE Xvjtrjödorjg fis 
Igya xai X6yq>, ido%sv ifioi siXaöftaC 6s &g iu6xixov dvvdfisvov xäg 

<PQovt£Sag xrjg XQoticpogäg fwv xai th dv&QCMioxQSitrj fiov vöfiifia ixzsX£d[at, 5 

(utä xifv ifiifv xsXsvxijv fisxä itdorjg 6xovdrjg xai btmxCag. d&sv slg xaikrjv 
£XrjXv&a xrjv bfioXoytav xrhtovg Epyvtia xijg 7CaQa%coQjj6£(og voov6a xai <pq[ovov6a 
xai Xoyiöfiov 6&g ov6a xai ißfafiivrjv i%ov6a rijy didvoiav^ di 1 * * * * * * 8 9 10 fjg 6fioXoy& [ 
xai dfiszavorfxp yvcbfiy xai dddXtp XQoaiQiöEi xai eIXlxqlveI 6vvudrj6si xai dfi[Exa- 
XQiitxm 

Xoyi6fiq> ixoverj xai %Eitsi6fiivri avsv ddXov xai ßCag xai dxdxrjg xai dvayxr^g] öe- io 
d[ax£vai 

6oi 6rfftSQov xb fjfu6v fiigog {fiiyog} xrjg xiXXag fiov xijg Xsyofiivr^g xiXXag 77a- 


xaqovxog 

xai x 6 ijfii6v fiigog xov övpxoöCov btdvco xrjg avxijg xiXXag xai xb fjfU6v fiigog 
xov diQog 

£v xExaQxri 6x[i]yy hsdvm xov dxovßlxov ’Aßgaafdov IlajvfUov %Xrfiiov xrjg ifiijg 
olxlag slg Xöyov xrjg 6ö£ag fiov itQ 06 <p 0 Qäg xai xd dv&QoxoXQSXij fiov vöfiifia 
xaxd xrjv ifirjv fisxQioOrfonjv fisxä xijv tfiifv xsXsvxrfv — xrjv di aöxrjv xiXXav xai xb 16 
htdvm avxijg 6vfinÖ6iov xai xbv diqa iv xszdpxfl 6xiyjj, xaxrjvxijxbg slg Sfii xai 
slg xbv xaxipa 6ov dxb dixaiag dyoQaöCag %aqä TrjQovxrjQOv, zip di avxijv 
xiXXav ducxsifihnfv inl xifv Dvrjvrjv xai nsql xb vöxivov fiiqog xov <pqovqCov 
xai xsqI XavQav xfjg rtaQSfißoXijg xaXovfiivrfV x&v Oxsxicov, xb di &XXo ifaii6v 
fiiqog x&v 7CQodsdrjXov(iiv(DV xditmv dvrfxsi x<p itaxgC tfov, — XQog x<p öi xb avx'o 20 
fj(ii6v fiiqog x&v itQodsdrjXovpivaw xöjvcov fisxd xrjv ifirjv xsXsvxijv xvqlsveiv 


1 Es sind nur wenige Beste übrig, die Spu¬ 

ren führen auf pallov dt xai. 2 Die zweite 

Hälfte ist zerstört, doch ist tvy%ccvomog kaum 

zweifelhaft und avaxccvotmg xai sehr wahr¬ 

scheinlich. 8 v in Xvxrjoaorjg ist von gleicher 
Hand aus rj verbessert 4 Hinter Xoyco nach 

Schluß der Begründung ein Spatium. — sila- 

o&ai vulgär st slso&ai. 6 tmtixucg vulgär 
st mmxuag. 7 ist in der Mitte zerstört, 
doch sind die Lesungen sicher. 1. 1 %ovoav. 

8 Das Ende der Zeile fehlt, es ist Baum für 

nur wenig Buchstaben, der erste scheint o zu 
sein. Erwarten würde man [opffro axonco o. ä. 

10 1. txovca. — Am Ende der Zeile lassen 
die Roste mit Sicherheit nur die beiden 6 

Manchen«? Papyri I. 


erschließen, dahinter führen die Spuren eher 
auf cox als ov, vielleicht war dedmx(tvai) ab¬ 
gekürzt 11 ooi ist aus es verbessert. — 
fitQog ist aus Versehen zweimal geschrie¬ 
ben. 18 Die Farbe ist abgerieben, doch 
sind die Lesungen sicher. 14 Der ganze 
Ausdruck ttjs ooiag — vofuya ist aus Z. 6 wie¬ 
derholt, obwohl hier to>* uv^gamonqtncov pou 
vofUftov nötig wäre. 15 fit in fistgioovrrjp 
ist aus ^ verbessert, ein davorstehendes fit 
durchgestrichen. 16 xccrrjvrrptog ist gram¬ 
matisch falsch wie die ganze Konstruktion. 
19 1. öxvrecor, vgl. P. 16 Z. 8. 20 u. 21 1. 

XQodedi\ltafitv(ov. 

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Urkunden 


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xal ds67c6fciv xal ifcovöiaöBiv xal iititsXsZv tä %eqI adt&v tqdnm <p iäv alqfj äxmXvtag 
xal ävEßutodCötag xal iTUtsXiöai tä böCag pov xqoöipoQag nqbg tijv iuijv 
tieTQioGvvrjv tdla öov dyafrjj xCözei, xal (istä tijv i/tflr X£kevri\v Ugelvat öoi 
25 eIöeX&sIv xal xXyqovofirjöai fistä rav aXXav öov ädsXtp&v töofiotqCag änavza 
tä xataXeupfrriööiiBva %aq JpoO xal zaqä tov JcatQog (ö^ov &vev 7cdör\g nXsovsIglag, 
xal firjdsvbg t&v ädeXcp&v öov 

dvvrjöo(iivov kxBXEvöaöbal öe fl ävziitoielö&ai iceqI tovtov iv fiTjdsvl xaiqip xatä 
[irjdiva 

tgöxov &<poQHj} iirjdsfiup, firjäl ifiov avtfjg nEQiovörjg dwrjöofiivrig pEtafiEXi]- 
dijvai xal £r eqov ygdufia ftiöftai ävti[x€C]^evov Big xat[d]Xvöiv tovt[o\v tov ä[x]o- 
XaQiöpazog, 

30 äXXä slvai avto ßißaiov xal äß$aylg xal äödXsvtov inl tb dirjvExig. sl dl 

ßovXrjd'Birjv xatä tiva tQÖitov (MtafiBXrjdijveu fjyovv %aqaöaXsvöai tä iyysyQafifiiva 
dtä döXov , 

sJgElvaC fLoi itaQaö%Elv vjcIq Ow&Tjxwv staqaßdösmv xqvöov vofiiöfiata dixa dxtfo 
fistä xal tb ifil firjdlv löxvsiv xatä tovtov tov äitoxftQfofiatog äXXä ififiivsiv ctvtG) 
iitl tb diijvsx[4$. 

sig dl fisCfcovd öov äötpdXsiav iitmfioödfirjv töv ts xavzoxqdtoqa tteöv xal tijv 
äylav xal 

35 bpoovöiov tQidda t&v \[Qiötiav&v itotpcog $x £lv ötiq^ai xal ififislvai 
%avta tä JtgoysyQafLfiiva xal fiif xagaöalsvöai fl nagaßrjvai avtä diä tb 
Sxovöav xal itETtEiöfiivyv iXtjXvfra sig tovto tb äitoxdgiöfia xvgiov xal ßißaiov 
£(p’ {ntoygaqrijg tov vnlg ifiov vnoygacp(ovtog\ xal ixEgfazrj&Etöa) cafioXöyyöa. 

(2. H.) f AvgrfUa MagCa Alov firjtgbg Taslt xVQ^öovöa fl itgox(£ifiivrj) i&ifiE&a 
40 tijv bfuoXoyCa xal ötoixsl fioi Ttavta iyysygafiiva &g ng6x{sitai). 

f Q>X(ax>iog) ’ladvrjg Aßgudfiiog xEvtvg(Coov) Xsy^E&vog) Uvrjvyg dfeuDfrslg iygatpa 


22 1 . e£ovaLa£eiv. — sav st. av. 28 Biti- 
tslsaat ta oatag fiov itQoöcpoQag, r alles ausführen, 
was zu meiner frommen Beisetzung gehört’, wo¬ 
bei man freilich ta rrje erwarten sollte, wie Z. 6 
u. 14. Vielleicht aber ist, wie Wenger glaubt, 
ta nur verschrieben st. tag , obwohl an den 
beiden Parallelstellen der Sing, steht, vgl. 
Einzelbem. zu Z. 6. 26 %oq eftov — öov steht 

von erster Hand geschrieben über der Zeile. 
27 sutUvoaaVaL vulgäre Aoristform, ebenso P. 13 
Z. 58. — öe falsch, d. h. vulgär st. öot. 29 Die 
auf der Klebung stehende Zeile ist löcherig 
und verwischt. 80 Von ent ist die Farbe 
abgesprungen, die Lesung ist sicher, vgl. Z. 83. 


82 tfyivai fiot ist sprachlich falsch; in der 
Regel steht in unseren Urkunden an dieser 
Stelle der neutrale Ausdruck eq> m ept, den 
der Schreiber hier falsch präzisiert hat. — 1. 
nagaßaamg. 88 1. fista xai tov . — a$ in 
axogapttffurrog ist verbessert aus app. 86 Der 
Akkusativ nuvta ta XQoytyQafifisva neben *p- 
pLSivai ist sehr hart. 87 1. sxovöav. — slr\XvÖa 
falsch st. alrjlvOevat. 89 xVQ sßov<ra verschrieben 
st. %r}Qsvovaa. — edsfieVa ist gedankenlos nach 
einer Vorlage hingeschrieben. 40 ofimioyia 
vulgär st. opLoXoftar. — 1. ttavta (ta^ syys- 
YQaiLjuva. 41 1. toaawrig aßgaapiov. — 
L aim&ug. 


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Nr. 8. Schenkung auf den Todesfall 


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ccöxrjg yQdfuxta firj eldrjeCvg. 

(3. H.) f $X(amog) BaötXMrjg ACov 6xQ(axid>xrig) foy(£&vog) Dv^vrjg jl lclqxvqg). f . 
(4.H.) f QX(aviog) Ilcmvovfhg Aiov 6xQ(axubxrjg) Xey^acbvog) Uvrjvyg [iccpzypä. 

(5. H.) f G>X(aviog) EyX&yiog AXXdßcovog x£vxvq{Icov) Xsy{ed)vog) Evtjvrjg (laQxvQcb. 45 
(6. H.) f <PX(aviog) *I(o6ii<p AXXdßovog 6^ö(tvaQiog) aygyöTaXigg £erjvr]g (iccqxvqcö *f\ 
(7.H.) f#A(avios) ACövßog UiXßavov dxb ßt,xaQ(iccvß>v) X£ya(&vog) 2/oijvrjg pag- 
r vq& f . 

(8. H.) fjiitcc Alog Aßgaap dtax(ovog) &xx(Xrj6£ag) Dvifvrjg paQtvgco. 

(9. H.) f AvyrjXtog Mrjvä 'Imdvvrjg ditco "Slvßov ßagxvg&. 

(lO.H.)f hog) Fimgyiog MovöaCov &öiovx(g)q) Xsy{s&vog) ZvTjvrjg iöaßdxusa. f 60 


42 1. ygu^axu firj stävtyg. 45 Der Unter¬ 
zeichner und die beiden ersten Zeugen unter¬ 
schrieben zu gleicher Zeit, wie der breite Kala- 
muB und die rotbraune Tinte verraten, die sie ge¬ 
brauchen ; die folgenden Zeugen verwenden eine 
spitze Feder und schwarze Tinte. — svXoyiog: 


Wilcken. 46 1. avrjvrjg. 47 Die Schreibung 
Xsye(a>9og) ist wichtig; sie lehrt, daß wir in 
unseren Urkunden eher Isy(scovog) als ley(uo- 
vog) auflösen müssen. 49 Der Zeuge steht 
mit der Orthographie sehr schlecht, er meinte 
pijrag uoapvov cexo opßcov. 


ÜBERSETZUNG. 

.da du bis zur Zeit(?) des Hinscbeidens meines legitimen Sohnes und 

Treuhänders mich gehegt und gepflegt und in nichts jemals betrübt hast weder mit 
einem Werk noch mit einpm Wort, so beschloß ich, dich als Treuhänder zu erwählen, 
der für meine Beisetzung sorgen und die üblichen Totenfeiern für mich nach meinem (6) 
Tode mit aller Würde und Anständigkeit vollziehen lassen möge. Ich bin deshalb zu 
dieser Vereinbarung gekommen, die die Formen einer Abtretung aufweist, und zwar 
bei Verstand und Vernunft, bei gesundem Denken und im Besitze ungeschwächten 

Verstandes, womit ich., in unabänderlichem Bewußtsein, ohne hinterlistigen 

Gedanken, mit reinem Gewissen und unwandelbarer Überlegung, freiwillig und über- (io) 
zeugt, ohne Arglist, Gewalt, Täuschung und Nötigung dir heute die Hälfte meiner 
Zelle, der sogenannten Zelle des PatarouB und die Hälfte des Festsaales über dieser 
Zelle und die Hälfte des Luftraums auf dem vierten Dache über dem Schlafgemach des 
Abraamios, Sohns des Pachymios, in der Nähe meines Hauses, zu geben erkläre mit 
Rücksicht auf meine fromme Beisetzung und die üblichen mir entsprechend meiner (16) 
Wenigkeit nach meinem Tode gebührenden Totenfeiern — diese Zelle aber und der 
Festsaal darüber und der Luftraum auf dem vierten Dache sind an mich und deinen 
Vater gekommen auf Grund rechten Kaufes von Terouteros, die Zelle aber liegt bei 
Syene und zwar an der Südseite des Kastells und an der Ledererstraße genannten 
Lagerstraße, die andere Hälfte der vorgenannten Örtlichkeiten gehört deinem Vater—, (20) 
damit du nach meinem Tode Herr und Eigentümer sein, Macht haben, und was sich 
auf diese Objekte bezieht, erledigen könnest in jeder dir beliebigen Weise unbehindert 
und ungehemmt, und meine heiligen Opfergaben entsprechend meiner Wenigkeit nach 

13 * 


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Urkunden 


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Treu und Glauben deiner selbst darbringen sollest. Und nach meinem Tode sollst 
(26) du (den Nachlaß) antreten und mit deinen anderen Geschwistern zu gleichen Tei¬ 
len alles, was Ton mir und yon deinem Vater hinterlassen sein wird, ohne jede Be¬ 
günstigung erben können, und keines deiner Geschwister soll dich deswegen angreifen 
oder dir entgegentreten können bei irgendeiner Gelegenheit, auf irgendeine Weise durch 
irgendeinen Angriff, und auch ich selbst soll bei meinen Lebzeiten meinen Sinn nicht 
ändern und keine andere entgegengesetzte, zur Aufhebung dieser Schenkung bestimmte 
(30) Urkunde aufsetzen können, sondern sie (die Schenkung) soll fest und unzerreißbar 
und unerschütterlich für immerwährende Zeit sein. Wenn ich aber auf irgendeine Weise 
meinen Sinn ändern, also das Aufgeschriebene listigerweise erschüttern wollte, so soll 
ich wegen Übertretung Yon Verträgen 18 Goldsolidi zahlen müssen, und ich soll nichts 
gegen diese Schenkung zu tun Yermögen, sondern an sie für immerwährende Zeit 
gebunden bleiben. Zu deiner größeren Sicherheit aber habe ich bei Gott dem All- 
(36) mächtigen und der heiligen und wesensgleichen Dreifaltigkeit der Christen geschworen, 
bereit zu sein, zufrieden an all dem Vorgeschriebenen festzuhalten und es nicht zu 
erschüttern oder zu übertreten, weil ich freiwillig und überzeugt zu dieser mit der 
Unterschrift des für mich Unterschreibenden gültigen und festen Schenkung ge¬ 
kommen bin; und ich habe auf Befragen zugestimmt. 

fleh, Aurelia Maria, Tochter des Dios von der Mutter Taeit, Witwe, die Vor- 
(40) genannte, habe den Vertrag abgeschlossen, und es ist mir alles Niedergeschriebene, 
wie es vorliegt, recht, fleh, Flavios Johannes Abraamiou, Zenturione der Legion 
von Syene, habe auf Ersuchen für sie, die schreibunkundig ist, geschrieben. 

Es folgen 7 Zeugenfertigungen und die Erklärung des Urkundsverfassers. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

5 7ZQO<s<poQa: vgl. Cair. Cat 67003, wo die in ihrem Besitze gestörten Mönche von 
einer lyyqacpog 6toQta berichten, welche die letzte Eigentümerin eines Grundstückes (dazu 
Partsch, Gött. G. A. 1911, 311) ihnen gemacht habe, Z. 21 f.: öeoQrjöafjUvr^g fjfuv xd yifiut 
Big JiQoaepOQav Kal dya7tr}v vtcsq tXaGpoü t jjv%fjg avxrjg Kal x&v xinvtov find %al zov aüxcöv 
ttaxqSg : also auch hier Schenkung mit Auflage gottesdienstlicher Handlungen zum Seelen¬ 
heil. Vgl. das Testament des Abraham von Hermonthis in Land, I 77 S. 231 ff. (== 
Mitteis, Chrest Nr. 319) Z. 56—59: ßovlopai Kal xeUva fiexa xty ifity IJo 6ov xov ßlov 
xtyr 7tB(fUSxokiiv xoü ifioti Gcopaxog %al xdg dylag fiov itqotSfpoQdg (der Plural nach meiner 
Emendation auch in unserem Papyrus Z. 23) xal dydnag Kal xdg xov davaxov htusi^vg 
^ftiffag iKXBXsö&rjvai (vgL huXiacn in Z. 5 und InixslltSai in Z. 23 unseres Textes) itqovola 
(Sov (vgL oben Z. 24: 16 la <sov dya&y nloxsi) xaxa xbv vöfiov (vgL in unserem 

P. xd vdfiifia in Z. 5 und 14) Kal xaxd xj)v ifiijv ot piv Kal vndXrmtyiv. Plaumann macht 
mich darauf aufmerksam, daß auch im kopt. P. Brit. Mus., Or. 1062 + 1061 C, Crum- 
Steindorff, Koptische Bechtsurkunden aus Djeme (1911) I Texte und Indices von Gram 
Nr. 68 Z. 65f. sich dieselbe Wendung findet. Da Steindorffs Übersetzungsband noch nicht 


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Nr. 8. Schenkung auf den Todesfall 


101 


vorliegt, gebe ich die mir von Plaumann freundlichst mitgeteilte Übersetzung der ent¬ 
sprechenden Stelle: „du wirst Sorge tragen für die Bekleidung meines o&ya und die ayia 
nqoatpoqa in jeder christlichen Weise einer Ehefrau“. Auch hier erscheint diese Pflicht als 
Auflage in einem Testament. Vgl. zum Ganzen Wilcken, Grundzüge 422. Es liegt am 
nächsten, das Wort „nqoaepoqd^ mit „Bestattung“ wiederzugeben: nqoatpoqd fiov „mein 
Hinbringen“, nämlich entweder ins Grab zur Bestattung oder in die Kirche, wohin die 
Toten nach syrisch-ägyptischem Ritus während des Gottesdienstes vor der Bestattung ge¬ 
bracht wurden (Heisenberg). Aber diese Erklärung allein genügt nicht für die Verwendung 
des Wortes im Plural. Außerdem wäre es wunderlich, wenn bloß für die Bestattungsfür¬ 
sorge so bedeutende Schenkungen gemacht würden. Es handelt sich vielmehr wohl neben 
der Fürsorge für Bestattung auch um solche für regelmäßigen Totengottesdienst. Das 
Wort bedeutet nämlich auch die zur Abendmahlsliturgie „dargebrachten Gaben“ und im 
übertragenen Sinne wohl die Abendmahlsliturgie selbst. Vgl. Th. Schermann, Ägypt. 
Äbendmahlsliturgien des 1. Jahrtausends (== Stud. Gesch. u. Kult. d. Altert. VI 1. u. 2. 
H. 1912) 50f., 51*, 163. Herr Kollege Schermann teilt mir hiezu freundlichst noch fol¬ 
gendes mit: „Al itgoa<poqal (=» Opfergabendarbringung) bereits im 1. Klemensbrief (c. 96 
n. Chr.) (ed. F. H. Funk, Patres apostoHd vol. I ed. II, Tub. 1906, c. 40, 2, 4 [S. 150, 
Z. 8, 13]); daher in christlichem Sinne = Abendmahlsliturgie als Opfer (Messe) schon 
in der sog. apostolischen Kirchenordnung (Ägypten) c. 25 7C€qI t% ? zqo&cpoQüg xoü öcbfxcc- 
rog xal toü atpazog (ed. A. Harnack, Texte u . Unters. II, 1 . Heft, 1884, S. 236, 13). In 
den ägyptischen Canones Hippolyti (4.—5. Jahrh.) sind ai nqoo<poqcd die Gaben, die dem 
Bischof zur Liturgie (Messe) dargebracht wurden, «us denen dann die eucharistischen Ele¬ 
mente genommen wurden (s. H. Achelis, Die ältesten Quellen des orientalischen Kirchen¬ 
rechts. I. Buch. Die Canones Hippolyti, Texte u. Unters. VI. 4. Heft, 1891, S. 187); daher 
at ttQootpoQt&l oder ^ 7tqoO(poqd = Opfer xar’ (Abendmahlsliturgie). Dieselben Ca¬ 

nones bezeugen die Reihenfolge: Feier der Eucharistie und Totenagape (s. Achelis S. 200; 
Hipp, can . 33 § 169 s. 8. 106). Die Sitte, die 7tqoeq>oqd für die Verstorbenen darzu¬ 
bringen, ist bereits im Martyr. Polyc. 18, 2 und bei Tertullian bezeugt (Achelis S. 201 
A. 1). Als Tage, an denen das Opfer für die Verstorbenen dargebracht wurde, galten nach 
syrischer Art der 3., 9., 40. und der Jahrestag (s. Const. Apost. VIII, 42 [Ende 4. Jahrh.]), 
nach ägyptischer Art der 3., 7., 30. und der Jahrestag; s. Joh. Leipoldt, Saudische Aus¬ 
züge aus dem 8. Buch der Apost. Konstitut. {Texte u. Unters. N. F. XI, Heft lb, 1904, 
S. 31) can. eccles. 76. (Neueste Ausgabe von G. Horner, The Statuts of the apostles or 
canones ecdesiastici. London 1906.) Vgl. Achelis, a. a 0. T. u. U. VI, 4, S. 201 A. 1.“ 

11 x&Aag: Dieses lateinische Lehnwort (cella) findet sich in der Sprache der Papyri 
seit dem 2. Jahrh. (Quellen bei P. M. Meyer, P. Giss. Bd. I H. II S. 84 1 )., zuerst m. W. 
bisher im R.-Fragmentchen zu Oxy. TV 707 (p. 169) (früh. 2. Jahrh.): yd(ol) %on(oi) iv 
oI[$] xikkai ifM 7 c{oiovfiivat?) {mö rcov ’lovdatcov. BGü. III 845, 20 f. (2. Jahrh.) ot dotikot 
<sov slg tijv xikkccv avx&v. Vgl. Hahn, Born und Romanismus (1906) S. 234 10 . Das Wort 
ist vieldeutig. Vgl. Thes. L. Lat. s. v. cella, wo auch auf einige Papyri hingewiesen ist. 
Flor. I 10 L 7 (3. Jahrh.) xlkkav (=*» „magazzino“); vgl. Lond. IV 1414, 43 u. ö. 1434, 


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102 


Urkunden 


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109: xslXctQiog (Bell); vgl. die kollektive Verwendung des Wortes nUXlot in Flor. 50 1. 103 
(a. 268) und besonders in Oxy. m 502 1. 55 (a. 164). Vgl. Berger, Z. vgl. Rechtste. XXIX, 
361. Hier bedeutet es wohl „i. q. conclave, praecipue pauperis angustum cubiculum“ 
( Thes. L. Lat. sub 2). Wenn noch über Hälften solcher Zellen verfügt wird, so ist das 
wirtschaftlich merkwürdig genug. 

12 f. Die Hälfte des ary), des Luftraums, iv xexaQxy aiiyrj als Gegenstand eines Rechts¬ 
geschäfts ist sehr auffallend. Preisigke, Klio Xn 456* vermutet für <sxiyi\ (Dach) „Ge¬ 
schoßdecke**; ebenso jetzt Berger, Z. vgl. Rechtste. XXIX 326 18 . Das Wort kommt in 
den folgenden Kaufverträgen öfters vor und bedeutet auch das über der entsprechenden 
Geschoßdecke gelegene Stockwerk. So z. B. beim Verkauf eines dcöfux-Anteils iv rfj xexdyxy 
axiyy Mm. 9 Z. 33f. Mon. 8 ist die vierte Geschoßdecke anscheinend wirklich „Dach“ 
dieses Hausteiles, und Verkaufsobjekt ist der Luftraum auf dieser vierten <Sxlyr\. Vgl. zum 
Luftraum als Wertobjekt Preisigke, a. a. 0. 456; Berger S. 360 185 . Doch sind hier und 
sonst, wo es sich um Rechtsgeschäfte über Häuser handelt, unsere Vorstellungen noch un¬ 
klar und werden es bleiben, bis das reiche papyrologische Material über das Haus jener 
Zeiten von archäologischer Seite bearbeitet sein wird. Ich schreibe dies in der frischen 
Erinnerung an die lebhafte Bemerkung Rostowzews zum Vortrage Bergers auf dem HL 
Internat. ArchäoL Kongreß in Rom (Okt. 1912). Vgl. Bullet. V dieses Kongresses und 
nunmehr Berger selbst, a. a. 0. 327. 

18 Zu &Kovßixov lat. accubitum vgl. Du Gange, Gloss. Graec. s. v. 

15 Das Wort [texQioavvrjv findet sich im Thes. L . Graec. und auch bei Du Cange, 
Gloss. Graec. nicht verzeichnet. Es begegnet im Verso Cair. Cat. I 67020 1. 4 (Masperol 
p. 47) und bedeutet wohl dasselbe wie tuxqiotpQoavvr] {Thes ): moderatio, modestia, humi- 
litas. Ob damit freilich auf den rechtlichen Gegensatz zu den potentiores angespielt 
oder vielmehr bloß ein Ausdruck der Bescheidenheit angewendet sein soll (vgL Mitteis, 
MH. Girard [1912] II, 22 7 1 ), mag dahinstehen. Wahrscheinlicher ist das letztere, zumal die 
Basiliken den Rechtsbegriff humiliores mit svcEXelg wiedergeben, vgl. z. B. Big. 47,11,6 pr. 
mit Bas. 60, 22, 6 u. ö. oder mit xcmewol (Bas. 6,1, 40 cf. Big. 1,18, 6, 2). 

18 Zu q>^ovQiov vgl. oben Mm. 6 Z. 38. 

19 Daß oxexicov vielleicht für oxvxicov stehe, vermutete schon Wilcken. Sicher jetzt 
infolge Lond. IV 1419 Z. 1221 d(m) x(c5v) ükexevcov (1. (Sxvxicov). VgL noch aus Oxy- 
rhgnchos apq>odov ’AyoQ&g <^Zy%vxicov Oxy YB 1037 (a.444). Über die zünftig organisierten 
Lederarbeiter vgl. San Nicolö, Ägypt. Vereinswesen I, 110 f. Vgl. auch unten Mm. 16 Z. 8. 

82 il-uvai muß hier im Sinne von „sollen, müssen**, nicht von „dürfen** genommen 
werden. Vgl. Pape 8 s. v. wo a. E. auf Plat., Epist. VH, 345 d (ed. Wohlrab) ayava- 

xxeiv il-fjv sXxs ßovlolarjy eXxe pi], mit der Übersetzung „ich mußte“ hingewiesen wird. 

36 Die Bezeichnung des Eides bei Gott dem Allmächtigen und der hl. wesensgleichen 
Dreieinigkeit als xcbv xQiöxuxvcbv ist sonst in christlichen Eiden nicht üblich. Daß aber der 
Eid bei der SfioovGMg xQictg als katholisches Bekenntnis im Gegensatz zum arianischen 
hervorgehoben sei, scheint mir für diese Zeit für Ägypten nicht mehr wahrscheinlich. 
Immerhin mag an irgendeinen anderen religiösen Gegensatz gedacht sein. 


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Nr. 9. Verkaufaerklärung über Haasteile 


103 


41 Hier und Z. 45 begegnen Zenturionen. Wilcken weist mich darauf hin, daß ein 
„wirklicher 1 * centurio legionis in so später Zeit eine große Rarität sei, da die Zenturionen 
sonst schon im 4. Jahrh. verschwinden. Vgl. jetzt noch Maspero, Organisation 106 1 . Zen¬ 
turionen begegnen noch Mon. 9 Z. 105,108,109. 

47 Die Auflösung ßixap(iav&v) statt der Z. Sav-St., a. a. 0. 328 vorgeschlagenen 
ßixag(t(ov) wählte ich mit Rücksicht auf Ed. Iust. 2, 1, 1 (ßtxa^tavi) tcc£iq) und Ed. 8,3, 2. 
Freilich ist dort von der vicariana cohors, quae spectabili Asianae dioeceseos vicario apparet, 
hier von einer propria cohors virorum vicarianorum Septuaginta die Rede, die der Vikar 
der pontischen Diözese haben soll. Aber ßucap(tW) zu lesen stieß auf sachliche Schwierig¬ 
keiten, was mittlerweilen auch Maspero, Organisation 98* bemerkt. Es handelt sich in un¬ 
serem P. wohl um Mitglieder der Sjener Legion (Numerus), die den genannten vicariani 
entsprachen. 

50 Zu iocDfuxuoa vgL das oben zu Mon. 3 Z. 21 Bemerkte. 


Nr. 9. 

VERKAUFSERKLÄRUNG ÜBER HAUSTEILE. 

Inv.-Nr. 98. Höhe 1,565 m, Breite 33 cm. Rekto 111 Zeilen. Syene. 30. Mai 585. 
Teilweise veröffentlicht Vorbericht S. 18—20 und Wenger, Ein Kaufvertrag aus dem 
Jahre 585 ». Chr. in der Jubiläumsnummer der Zeitschrift für das Notariat in Bayern 
N. F. XHI (1912) Nr. 7, S. 201—207. Tafeln XVH. XVIH. XIX. XX. 

Die ungewöhnlich lange Papyrusrolle besteht aus dreizehn Solides, jede 12—13 cm 
hoch. Von der ersten Selis Bind etwa 6 cm abgebrochen, außerdem ist der Schutz¬ 
streifen am Anfang der Rolle, der auf der Außenseite die Inhaltsangabe trug, ver¬ 
loren gegangen. Auf dem Schutzstreifen stand ein Vermerk in rotbrauner Farbe 
und in großen Zügen, die bis auf die erste Selis gingen, Reste davon sind noch 
erhalten. Von der letzten Selis sind ebenfalls etwa 6 cm abgebrochen. Die Schrift 
läuft auf allen Selides senkrecht zur Faserung, parallel zur Klebung. Der Papyrus 
ist von mäßiger Qualität, helle und dunkle Färbung wechseln auch innerhalb der 
einzelnen Solides, die Klebungen sind wenig sorgfältig ausgeführt. Die Erhaltung 
ist vorzüglich, die Ränder rechts und links beschnitten, doch sind links die Spuren 
der Faltung noch zu erkennen. Links und rechts hat der Schreiber einen Rand von 
2—3 cm freigelassen, durch Schnörkel strebt er oft den Zeilen gleiche Länge zu 
geben. — Schreiber und Verfasser der Urkunde sind dieselbe Person. Allamon schreibt 
eine elegante Minuskelkursive in sehr großen Buchstaben, weniger sicher ist er in 
der griechischen Orthographie; auch sinnstörende grammatische Fehler begeht er 
und läßt sie bei den Zeugen zu. Er gibt die Urkunde aus der Hand, ohne daß eine 
bei der Abfassung gelassene Lücke zuvor ausgefüllt worden wäre (vgl. zu Z. 56). 


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104 


Urkunden 


Die Urkunde, als subjektive Verkaufserkläruug stilisiert, ist ganz von Allamon, 
Sohn des Petros, a vicariis, geschrieben. Für die Verkäuferin subskribiert ein Soldat 
aus dem Numerus von Syene. 7 Zeugen unterfertigen, darunter 1 Diakon der Kirche 
von Syene, 3 Zenturionen, 2 gemeine Soldaten des Numerus von Syene und 1 Arzt 
und zugleich Soldat der Legion von Syene. 

Verkäuferin ist Tapia. Käufer sind Tapias Schwiegersohn Aurelios Patermouthis 
und Aurelia Kako, dessen Frau, Tapias Tochter. 

Kaufobjekte sind: 

1. Die Hälfte des Speisesaals im mütterlichen Haus (Z. 30 f.) mit Zubehör 
(Z. 34—36). Davon ist ein Viertel durch Erbgang von der Mutter (Z. 38) erworben, 
ein Viertel hat die Verkäuferin vom Bruder Georgios (Z. 39) dazu gekauft, die andere 
Hälfte gehört noch den Geschwistern der Verkäuferin Menas und Tselet (Z. 32). Es 
war also der mütterliche Erbteil unter die genannten vier Geschwister zu gleichen 
Teilen verteilt worden. Johannes (Z. 68) war bei dieser Teilung leer ausgegangen. 
Ob deshalb, weil er nicht Sohn derselben Mutter war, ist möglich, aber nicht not¬ 
wendige Annahme. Vgl. unten zu Z. 67 f. Es liegt wohl vor Miteigentum nach Bruch¬ 
teilen (communio pro partibus indivisis). Alle Miteigentümer zusammen haben aber 
am Speisesaal Stockwerkeigentum. 

2. Der Wohnungsanteil im 4. Stockwerk wohl desselben Hauses mit denselben 
Rechtsschicksalen (Z. 33 f.). S. Einzelbem. 

3. Der (wievielfache?) Anteil am Hause des Vaters (Z. 40/42). 

4. Der (wievielte?) Anteil am „kleinen" Hause (Z. 42 ff.), wovon ein Teil aus 
der mütterlichen, einer aus der väterlichen Erbschaft stammt (Z.43f.). Nochmals 
wiederholt wird, daß alles mit Zubehör verkauft sei (Z. 47 f.). Das soll sich wohl auch 
auf 3. und, soweit es in Betracht kommt, 2. beziehen. 

5. Die von dritter Seite durch Kauf erworbene Hälfte eines weiteren Hauses 
(Z. 50 f.). Da die andere Hälfte dem Manne der Verkäuferin gehörte, so standen diese 
Ehegatten wohl im güterrechtlichen Verhältnis der Gütertrennung. Vgl .Mon.ll Z. 17 f. 

Die Urkunde ist — ebenso wie die folgenden Verkaufserklärungen — „einheit¬ 
licher Kauf", d. h. das obligatorische Geschäft ist mit dem dinglichen Auflassungsakt 
zusammen beurkundet (iteitQccxivai und xaxayEygcapevcct Z. 25 u. 29). 

f BaditeCccg xov dsiordtov ’fjp&v Öeötcöxov OXccvtov TißsgCov MavgixCov 

xov cclmvlov Avyoväxov xal Avxoxgdtogog xal [isyfarov 

evsgydxov exovg xglxov TJavvi s xijg xpfoyg tvd{ixxtovog) iv Uvijvy. 


1 vt in (pXav'Cov ist wie immer mit Punkten 
über dem l geschrieben, auch da wo v nicht 
wie hier konsonantisch ist, vgl. Z. 9 v'ico. 
8 xavvi b ist zu lesen, nicht itativi is. Denn 
die Form des v mit der zweiten senkrechten 
Hasta und dem Häkchen daran ist zwar nicht 
die regelmäßige dieses Schreibers, findet sich 


aber doch z. B. auch Z. 5 in avÖQog, 15 in 
avayxTjf, 22 mjravroxparopoff, 23 in evosß80TccT(ov t 
29 in tov. Jedenfalls darf man die Senkrechte 
nicht als ein mit v verbundenes « auffassen, 
da vi stets getrennt geschrieben werden mit 
sehr ausdrucksvollem t, vgL Z. 11 ovtjvitcop, 
13 omaxTjs, 22 vixtjv, 24 aimvimv, 27 coviaxm, 


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Nr. 9. Verk&ufserklärung über Haasteile 


105 


AvQriUa TcutCcc dvyaxrjQ TöCov prjxqog Maqictfi %(oqlg xov 

xvqIov atixijg dvÖQbg yßi\\Ltnüfrv6a, yapsxii x6xe ’laxcbßov, 6 

dxb xrjg Uvtjvr/g Spfiwfiev^, $ xal i£rjg i)%oyqacpia %aQi%ovtfu 

xbv \J7chQ avxfjg wtoyQdcpovxa xccl iuxqtvqccq xovg s%rjg 

luzQrvQovvxag xfjde xfl ßsßala itqafSec, Avqrjlloig 

IlaxsQiLov&Up vtp Mijvä vcnkj] xccl yafißqfi fiov xccl 

Kax&xt yccfis rj} ccvxov tÖtcc (iov ftvyaxQl ix xaxgbg xov tcqo- 10 

ysyQafifiivov ’Iccxcbßov iacb xrjg Uvqvix&v xöXecog bq$mydvoig 


%o£qhv. bfioAoytö iyä) xqoysyqapfiivT] Tcatla dtä xccöxrjg 
fwv xfjg iyyqdcpov (bviotxfjg ic6q>aXslag ixovtfcc xccl 
iceTCHöpdvoi dC%a itavxbg döXov xal tpößov xccl ßlag 

xccl ävdyxrjg xal öwaqnayijg xcd xoXaxlag xal ft H%avrig 16 

xal xaxovolag xal xccxorftslag xal iXaxxcb/iaxog %avxbg 

xal xwog cpavlov ducvoij[ucxog xal xdtfyg voptfiov 

itEQiyQacprjg) ScXX' exovöCip yvcbfif] xal avfraiqixcp ßovXifaei 

xcd dqfrf) diavola xal xa&aqip öxoitcp xal dfiExaxqixxq) XoyuSyup 

xal &p€xa&ixq> ßovXrjficcx t xal ettixqivet (fvveidtföei,, Squc Öh 20 

xcd öfivtfovoa xbv cpqixxbv xal aeßdaptov 3qxov xov 

navxoxqdxoqog fcov xal xip> vlxrjv xal diafiov^v x&v 

exHfsßsöxdxcov 4\yL&v ds<mox&v QXavtcov Tißsqlov MavqixCov 

xal Alls lag Kcovtfxavxlvrjg x&v alcovimv Avyovdxcov 

xcd Avxoxqaxöqcov xal [isyfaxmv sveQyix&v, neitqccxlvai 26 

vfitv Oijfisqov xolg itqoyeyqappivotg llaxeqfiovd'elq) xcd 

Kax&xi övpßlf aiixov d>maxip vöfim xal al&vly xaxo%fj 

xal ifcovölqc xdtfj] xal %avxl xlrjqsöxdxm ösötc oxelag 

dcxalco xal xaxaysyqacpivai fatb xov vvv litl xbv Qrjg 


63 avTjvtxaaVf 81 (ir]d8m. — icccvvl ist mit v ge* 
schrieben, am den Vokal za kennzeichnen. — 
Anlaatendes i wird wie in Xvi/ regelmäßig X 
geschrieben. — Hinter cvi\vi\s ein Punkt. 
5 %$r]pccn£ovaa ist hier noch in der vollen 
verbalen Bedeutung gebraucht, noch nicht zur 
Kopula verblaßt wie in der gleichzeitigen Vul¬ 
gärsprache. — tote hier in der altgrichischen 
Bedeutung 'ehemals*. 8 Hinter nQaaei, wo 
die Bezeichnung der einen Partei aufhört, ein 
mäßiges Spatium. 9 Hinter vavxr] setzte der 
Schreiber nur aus Gedankenlosigkeit (?) ein 
Kolon, ebenso Z. 10 und 27 hinter xaxam. 
12 In zaiQSiv schrieb der Schreiber zuerst 
ein unziales v, füllte dann aber die Feder und 

MOnchener Papyri L 


malte ein sehr kräftiges kursives v darüber. 
So vergaß er vielleicht hinter %aiQ8tr das üb¬ 
liche Spatium frei zu lassen, vgl. aber P. 11 
Z. 8, wo es ebenfalls fehlt. 14 1. xexetSftst'ij. 
15 xoXaxucg statt xoXaxaiccg hatte der Schreiber 
schon in der Schule gelernt. 18 aXl* ist mit 
Apostroph geschrieben. 22 ttjv vtxrjv xa* dm- 
fiovrjr falsch st. der Genitive. 24 1. aduxg. 

26 ln vfuv örjfiBQop sind die Buchstaben tvüij 

mit ganz stumpfer Feder sehr breitstrichig 
geschrieben; im übrigen ist in dieser Zeile 
die Tinte mehrfach abgesprungen, doch sind 
die Lesungen sicher. — 1. xctzeQpov&m. 

27 Zu dem Pünktchen hinter xaxcoxt vgl. zu 


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106 


Urkunden 


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30 fbcavta dtrjvBxrj %g6vov tb Ditdg%ov fiot fjfuOv fiigog 

tov övfiitoöiov iv tfj oixia tfjs firftgög, ov xal tb dXXo fjfiiov fiigog 
dvrjxBiv Mrjva xal Ttetär xotg ddiltpolg fiov, vsvovtog Big ßoߧ& 
slg tov 7 C 6660 V iv tfj devriga ötiyrj, xal tb fiigog fiov dich d&fiatog iv tfj tstccprj 
ötsyji tov iitdvafrsv tov dxovßitov TaXsydvttg, övv tm fiigsi fiov 
35 t&v oXgjv %Q7}6tr}Qlcov — trjg olxiag, dtp' ijg itiitgaxa vfilv tb rjfuöv 

tov övfiitoöiov, otiörjg iv tfj Dvijvji jcbqI tb vötivov fiigog to[v] ipgovgiov 
iitl Xavqav tov Bvxxr\giov tov ayiov xal d&kocpögov BixtoQog — itSQuXft'ov 
Big iph ovtcog' titagtov fihv fiigog ditb xkrjgovofiiag trjg firftgög fiov, 
bxbqov dl titagtov ditb dyogaöiag itagd rsoQyiov tov ddshpov fiov 
40 hi fiijv xal itsitgaxivai öoi xal tb fiigog fiov ditb trjg olxiag tov 
itatgög fiov Töiov itgog tbv fisgiöfiöv, trjg avxfjg olxiag diaxBtfiivrjg 
iv tfj avtfi Xavgq, hi firjv xal tb fiigog fiov ditb trjg fuxgfjg olxiag 
iv tfi avtfi bxvga, itBQiBXd'bv Big ifih ovtmg' fiigog filv ditb xXrjQovofiiag 
trjg firjtQÖg fiov, fiigog dl ditb itatgtpag xXrjgovofiiag, oia iötlv 
45 diafriöBmg ditb d-BfisXimv £ag digog. aitX&g ovdhv ifiol tb 
övvoZov vitoXiXeiitxai äitgatov dito t&v rgei&v olxrjfiaxmv 
trjg (irjtgög fiov xal tov itatgog xatd tb Xa%6v fioi fiigog övv t& fiigst, t&v 
üXmv %grf6trigi(ov, xoiv&v di bvtav xal dduagitcov 


30 In ihtaQxov ist das anlautende v gegen 
die Regel (vgl. Z. 6 v%oygatpta, 26 v\uv) v 
geschrieben. 81 rrfg firjTQog müßte jedenfalls 
wohl 'meiner Mutter’ heißen, wahrscheinlich 
aber ist fiov nur durch Nachlässigkeit des 
Schreibers vergessen worden, vgl. Z. 88.44. 47 
u. ö. x rjg ftijrgog fiov. — xai dient zur Verstär¬ 
kung des Relativs wie in der gesamten spä¬ 
teren Gräzität. 82 avrjxsiv ein vielleicht (vgl. 
aber Z. 52) durch die vorhergehenden Infinitive 
itsitQCCMvea und xaxayeyQaq>9vai entstandener 
grammatischer Fehler statt avrfxti. — rasier 
ist der einzige mit einem Querstrich bezeichnete 
Eigenname dieser Urkunde. — 1. ßoggav 33 Die 
Bedeutung von ittoabg an dieser Stelle ist nicht 
klar; es scheint hier aber weder 'Pfeiler’ noch 
'Wand’, sondern einen Raum zu bedeuten, vgl. 
P. 11 Z. 20. — d&fia ist eher ein bestimmter 
Raum als eine ganze Wohnung. 34 ralstpav - 
ttg scheint der Eigentümer (die Eigentümerin?) 
des axovßixov gewesen zu sein, das nicht not¬ 
wendig als Schlafgemach aufgefaßt werden 
muß. Es ist natürlich dasselbe Haus, in dem 
auch das Symposion lag. 86 %griaxfjgta können 


sprachlich die allen Parteien gemeinsamen Teile 
des Hauses sein, aber auch bestimmte für die 
Instandhaltung des Hauses notwendige Geräte; 
hier ist, wie Z. 98 f. lehrt, das entere gemeint, 
vgl. auch P. 11 Z. 20. — Der Verfasser der Ur¬ 
kunde ist recht unbeholfen, die Konstruktion 
rijg olxiag . . . o tiarjg ebenso umständlich wie 
der Relativsatz ungenau, da vorher von zwei 
HauBanteilen die Rede war. — itsngaxa vfiiv 
ist aus einem gedankenlosen xtngaxafuv ver¬ 
bessert. 36 Am Anfang hat der Schreiber 
fisgog vergessen, vgl. Z. 30f. 38. 37 Der An¬ 

fang von evxrriQiov ist verbessert aus tov , das 
der Schreiber wiederholt hatte. — nsgisl&oy 
ist in sehr loser Konstruktion an ro ruucv(fie- 
Qogy angeschloBsen. 42 X in Xavga ist ver¬ 
bessert st. *. — Auffallend ist fuxgrfg st. |u- 
xgag. 43 t in avrrj ist verbessert aus X. 
44 1. oiag. 46 1. rgtcov. 48 Über x9V ffT V9 tcav 
steht am Schluß ein o, das ich nicht zu deuten 
vermag. — xoi voavdsov ist halb verwischt, es 
scheint zuerst xai mit kursivem x dagestanden 
zu haben; auch de ist auffallend, man würde 
tt erwarten. 


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Nr. 9. Verkaufserklärung über Hausteile 


107 


slg ifil xal Big tovg dXXovg (tov adeXtpor^g. Ttgotiotioloycb dh xal 
itsxgaxbai, tb algovv (jlol fjfiufv fiigog olxlag , tb iteguX&bv 50 

ilg dpi ix öixalag dyogaölag itagcc ’ladvvov Ilate%vovplov , ov xal 
tb &XXo ijfuOv pdgog dvrjxsiv t<p evpolgcp pov dvögl ilg dyogaolag 
Jtagä tov avtov ’lwdvvov, trjg avtfjg olxlag ÖiaxBipdvtig iv tri 
ZJvrjvq itegl tb vötivov pdgog tov (pgovglov xal tcbqI Xavgav trjg 
xagsfißoXrjg. slol di ysltovsg trjg atrrijg olxlag vötov olxla 66 

t&v xXrjgovöpmv "Aitq, A(o(v) . A@q[aaplo]y 


rj ol o av 6)6 1 yelxovsg itavtrj xdvxo&BV, xcc&cog xal iv 6x6 pari 
b^rjyogsv6apBv iftiBlg i\ dstodopdvri. xal ovöhv ipol tb övvoXov 
xntoXdXBUttat, tihtgatov äxb t&v icgoÖBdrjXovpdvc&v psg&v 

olxr\pdtov ngbg trjv dvvapiv t&v TtgaOeoov real t&v 60 

xXrjgcov tmv xal dvaäo&si6&v slg pBlfovd öov dötpdXeiav , 
tifirjg trjg xgbg dXXrjXovg 6vpits<p6)vripdvrig xal övvageödorjg 
XQvöov vopi6patl(ov Öixa £vy& trjg Hvrjvcx&v 

yliyovtat) %g(v6ov) vo(pi6pdria) i t(yy&) 2Jvrjv(r]g\ ffvzeg trjv tsXelav ti- 


pijv avtb&i 

diti6%ov nag* vp&v t&v drvovpdvoav 

50 Das erste to ist verwischt. — Hinter 
f mqos steht kein Punkt, vom a ist die Tinte 
z. T. abgesprongen. — to vor xsgiel&ov ist 
grammatische Nachlässigkeit. 51 Das erste 
a in ayoQccaiag ist ans x korrigiert, der Schrei¬ 
ber wollte vielleicht ans Gedankenlosigkeit zu¬ 
erst xXriQorofiues schreiben (vgl. zu Z. 68). — ov 
ist falsch st. tjs, ebenso P. 11 Z. 17 n. 12 Z. 14. 
52 Der Infinitiv avrixaip im Relativsatz wie 
oben Z. 32. 56 Die Zeile steht auf einer 

Klebung. Aber nicht deshalb ist sie so stark 
zerstürt, sondern weil sie z.T. ausgewischt wor¬ 
den ist. Hinter ccßq[ceafuo]v ist der Schluß bis auf 
einen einzigen Strich (d?) unter vorov (in Z.66) 
völlig getilgt. Auffallend ist, daß der Schreiber 
im folgenden für eine ganze Zeile Raum freige- 
lassen hat; denn weder Farbspuren noch Rasur 
Bind zu erkennen. Es ist auch nicht anzu¬ 
nehmen, daß der Papyrus erst nachträglich 
hier — es ist etwa die Mitte — zusammen¬ 
geklebt worden und deshalb ein Raum leer ge¬ 
blieben wäre, denn dann hätte Allamon wohl 
nicht mit solcher Sicherheit wie z. B. in ouua 
Z.66 bis an den Rand geschrieben. Der Text 
hat aber wahrscheinlich eine Lücke, da in 


— fiigog piv dvrjXa)6a 66 

der Regel die Nachbarn nicht nur nach einer 
Seite, sondern nach allen Seiten eines Hauses 
angegeben werden (vgl. P. 11, 24ff. 81 ff.; P. 15, 
25 ff.; P. 13, 27 ff.; P. 13, 16 ff.). Wahrschein¬ 
lich ist es daher, daß Allamon über die Nach¬ 
barn im unklaren war und bis zu näherer Er¬ 
kundigung den Raum frei ließ, um ihn spä¬ 
ter auszufüllen, auch die letzten Worte, die 
er schon geschrieben hatte, wieder auswischte, 
ohne freilich alle Spuren zu beseitigen. — 
tcov xXrjgovofuop ist sicher gelesen, alles andere 
bleibt zweifelhaft. 58 Gedankenlos (vgl. Z. 61) 
schreibt der Verfasser der Urkunde, wahrschein¬ 
lich nach der Vorlage, den Plural vxrjYOQsvoafisv 
Weist obwohl Tapia gemeint ist; das falsche 
oi attofioftevoi hat er wenigstens nachträglich 
in rj axodofievrj korrigiert. — Hinter ovdtv 
steht ein Kolon. 59 1. xgois&riloapaptop, 
61 Ebenso ist durch gedankenloses Abschreiben 
der Vorlage der Fehler oov st. v(jlcop entstanden. 

64 p in rjprteg ist mit einem Querstrich versehen. 

65 Der Satz ccnto%ov nag vfuov tcop copovfispcop 
geht erst Z. 68 mit sp tr\ evsotcaorj rjfiegoe wei¬ 
ter, die Parenthese ist hier sehr plump. 

14* 


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108 


Urkunden 


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elg rflv dvayxatav %g$tdv pov fl diaxQotpty iv xfj Avxivoioov, 
pAqog di didanca slg xijv {meqßalvovödv poi fypCav iv xjj 
avxfj %6Xei jCQotpdöei ’lcodwov rav ipov ddeXtpov — iv vjj iveöxhöy 
^\piQ(f diä %eiqbg Big %6lQd pov i% olxov vp&v dqiftpm xal öx&ftpm 
70 % Xfjqrj. xal ßeßaihöco vpiv xijy itaqovöav itqäöiv jtaöT] ßeßaimöei 

dich itavxbg diä navxbg xov kxeXevöopivov fl xal dvxiiconföopivov 
xal xgog reo öl xovg XQiapivovg dxevxevftev xvQieveiv xal 
deöxöfciv xal dioixelv xal olxovopelv xal dvoiocodopstv 
xal x&Xelv xal pexaxoXelv xal %aq(&6ftai xal xixvoig xal 
75 iyyövoig diaxdööeiv xxäöftai %Q&öftai itavxl dqiöxovxi 

vplv tQÖJOp dxtoX'öxmg re xal ävepxodtöxmg , xal prj ifclvai 
poi pijxe xXyqovöpoig pov pijxs dtad6%oig pijxe diaxax6%oig 
ivdyeiv bplv firjxs rolg lieft' vp&v xagaXyptpopivoig 
pijxe diad6%oig pijxs diaxaxöyjoig pijxs lyxakelv prfxs iyxaliöei{e}v 
80 pifre ixitpvijvai pijxe xaqaßrjvai pijxe xaqaöakevöai ravvqv 
pov xip> xqaöiv iv xcp vvv xal iv ptjdevl xaiqm fl %q6vq> 
xarä prjftiva xqöxov dtpogpfj prfiepia, diä xb hg xqoelxov 
&xeö%rpUvai pe xaq vpöv xekeiav rflv iyxeipivrjv xipijv 
iv vopiöpaxloig dixa . xov d 9 ixelevööpevov vplv fl x(al) dvxi- 
85 xoiijööpevov ivexev xfjg xqdöecog fl piQOvg atixrjg xb 

övvolov ixöxijöm xal xaftaqoxoiijöco Idloig pov dvaXhpaöi 
xal daxavijpaöi. xal XQbg vp&v dötpdXeutv xavxrjv 
i^edoprjv xijv xqäöiv xvqlav ovöav xal ßeßalav 
xal äföayij xal dödXevxov xal ewopov hmvxaypv 
90 itQOfpBQopivriv peft 9 vxoygatpijg xov vxIq ipov vxoyq(d<povxog) 
xal x&v ££rjg paqxvQodvxav, xal ixeqaxijftBtöa 

xatä xqööamov hpoXöyrjöa f. (2. H.) fff AvQijkia Tcmla ftvydx ijq TöCov 
prjxQog Maqiäp %a>q\g xov xvqCov atixijg dvdqbg %qr^paxi%ovöa bQpco- 
pevrj dato 2/vijwjg fl XQOx(eipivij) xexqaxvia xb vjtdgxov poi ijpiöv pigog 
95 övpjtoöiov iv devxiQa öxiyjj xal xb pigog pov dato xov dhpaxog iv xexagxrj öxiyjj 


67 Die Bedeutung von vnsQßcnvovöccv ist 
zweifelhaft, die Übersetzung 'ausst&ndig’ nicht 
ganz sicher. 68 ngotpasn uoavvov und Z. 09 tig 
%eiQa sind verschmiert. 72 6 t st. vpag zeigt 
wieder die Gedankenlosigkeit des Schreibers. 
78 prjTS ist verschmiert.—1. pt&* vfucg. 79 Hin¬ 
ter dutxozo%oig ein Kolon. — 1. eyxalseuv. 84 v 
in vfttv ist ans x korrigiert. 92 Das erste Kreuz 
setzt der Schreiber als Schlußkreuz, die drei fol¬ 
genden wird Markos Apa Diou, der Unterzeich¬ 


ner, gesetzt haben, schwerlich Tapia selbst. 
98 onni\g si fiov nach der Eingangsformel Z. 5, 
obwohl hier sicher die erste Person gemeint ist. 
94 Man erwartet xnrgaxa vfiiv. 95 ff. In 
dieser Unterschrift wird nicht alles genannt, 
was Tapia verkauft hat; es fehlt der Anteil 
an einem zweiten Hause, das ihrem Yater Tsios 
gehörte, und an einem dritten Hause, von 
dem sie einen Teil vom Yater, einen anderen von 
der Mutter geerbt hatte. 


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Original fro-m 

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Nr. 9 . Verkaufserklärung über Haasteile 


109 


iv xfj olxla xjjg prjxgög pov, Art pijv xal tb ifoutiv pigog oIxCag xb 
X£Qtfk&bv slg iph dich dt xalag dyogaölag %agd ’lcodwov Ilaxs%vovpCov , 

<Svv pigei ccvt&v falb x&v oXov %gr)6xrjgümv t&v re xgofrvgcov x(al) jcvXövav 
x(ai) XB66&V x(al) ixigov övyxrjgovvxmv %gri6xrigCov ^ xal fateö%ipcvla nag 9 vpS>v 
rijv xeXeCav xal ngoyeygappivrjv upijv iv %gv6ov vopiöpaxioig dixa (vy& Evtfvrjg, 100 
xal ßeßaifo vplv tijv ngäöiv natsy ßeßauböet, xal öxoi%el ndvxa Sg ng6x(eitai). 
0X(a ) öiog) 

Mägxog "Ana Alov 6xg(axi(btrig) dgi&pov Uvrfvyg afoy&elg iygaipa vnlg avxrjg nag- 
<y6örjg 

xal slnovörjg /tot ygdppaxa pij etövirjg f. (3. H.) f üanvovfhg Alog didx(ovo$) ix- 
xX(t]ö£ag) 

2?vtftnjg pagxvgS) f. 

(4. H.) f &X(aviog) Kvgog ’lcodvyqv xevxvgCcov agiftp(ov) UvrjvTjg pagxvgS) rfj ngatSi 106 
dxovöag nagä xrjg frepivyg f. 

(5. H.) f <PX(avLog) 9 Iaxfii<p BCxxmg taxgbg xal axga(ri6xrjg) Xey(eSivog) 2Jvrjvyg pag¬ 
xvgS) f. 

(6. H.) &X(aviog) Movöalov AßgaapCov 6xg(axubxr]g) dgi&pov Zhrrjvrjg pagxvgS) f. 

(7. H.) f 0X(amog) Ilaxvov&ig Magxvgiöov xevxrjglov dgi&pov Uvijvrjg pagxvgS) f. 

(8. H.) f OX{aviog) ’lcoawrig KoXov&og xevtrjgeiGov dgt&pov Uvljvrjg pagxvgS). 

(9.H.) f &X(aibiog) *Ana Alog Mrj[va] tfxga(xi6xrjg) dgi&pov Uvrjvr^g pagxvgS) xfj 110 
ngdäei, dxovöag nagä xov ftepivov. 

(l.H.) f Ai ipov AXXdpovog Ilixgov faco ßix(agiavS)v) iygdtprj fff. 

98 Das p von ptQtt ist verbessert aas a. — schrieben st itQacai. 107 Der Zeuge schreibt 
Hier werden, was vorher nicht geschehen war, povoaiov, meint aber wohl povaaiog. 108 Der 
die %Q 7 }öTrfQia im einzelnen genannt. — 1. itv- Zeuge schreibt paqxvQioov st. pccQxvQiov, xsv- 
Imvmp. 99 1. avyxvQovvtcov. — Das Partizip txppov st xsvtvquov. 109 Man erwartet xo- 

ccmoxffKvia wie Z. 94. — cd in vpmv ist aus a ver- lov&ov. — Auch dieser Zeuge kann xsptvquov 

bessert. 101 Nach den Partizipien wäre ßeßaieo nicht schreiben. Das zweite e in xevxr\QSuav 
st. xat ßaßauo notwendig. — L cmngs* (poi). — ist verbessert aus rj. 110 fiijfva] ist zerstört 
Hinter *Qoxeixca steht keinerlei Interpunktions- — Das gedankenlose xov ösptvov st. xr\g d*- 

zeichen. 108 ygappara ptj ist verwischt. — psvrjg hat auch der Verfasser der Urkunde 
Richtig wäre sidtvat. — Der Diakon Papnouthis hingehen lassen. 111 Die Schriftzüge lassen 
Dios(Diou?) schreibt eine Mischung von Unziale wohl keinen Zweifel, daß Allamon eigenhändig 
und Kursive. 105 ist teilweise stark verwischt, den Text der Urkunde geschrieben hat 
doch sind die Lesungen sicher. — xqccoi vor* 

ÜBERSETZUNG. 

f Im 3. Jahre der Regierung unseres göttlichsten Herrschers Flavios Tiberios 
Maurikios, des ewigen Augustus, Imperators und größten Wohltäters, am 5. Payni 
der 3. Indiktion in Syene. 


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110 


Urkunden 


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(6) Ich, Aurelia Tapia, Tochter des Tsios von der Mutter Mariam, ohne ihren Mann 
als Vormund handelnd, ehemals Gattin des Jakobos, stammend aus Syene und einen 
untenfolgenden Unterschreiber beistellend, der für sie unterschreibt, und Zeugen, die 
unten diesen festen Kaufvertrag bezeugen, an die Aurelier Patermouthis, den Sohn des 
(10) Menas, Schiffer, meinen Schwiegersohn, und Kako, seine Frau, meine eigene Tochter 
vom vor bezeichnten Jakobos als Vater, beide stammend aus der Stadt der Syeniten, 
Gruß. Ich, die vorgenannte Tapia, erkläre durch diese meine geschriebene Kauf- 
( 16 ) urkunde freiwillig und überzeugt, ohne jede Arglist und Furcht, Gewalt, Nötigung, 
Erschleichung, Schmeichelei, Hinterlist, schlechte Absicht, Bosheit, ohne jede Ver¬ 
kürzung und ohne irgendwelchen schlechten Hintergedanken, ohne jede Gesetzes¬ 
umgehung, sondern mit freiwilliger Meinung, selbBtgewählter Willensbestimmung, 
(20) richtigem Verstände, reiner Absicht, unwandelbarer Überlegung, unabänderlichem 
Willen und reinem Gewissen, zugleich den furchtbaren und verehrungswürdigen 
Eid schwörend bei Gott dem Allmächtigen und hei Sieg und langer Regierung unserer 
allerfrömmsten Herrscher, der Flavier Tiberios Maurikios und der Ailia Konstantina, 
•( 26 ) der ewigen Augusti und Imperatoren und größten Wohltäter, euch den obengenannten 
Patermouthis und der Kako, seiner Gattin, nach Kaufsatzung zu ewigem Besitze und 
jeder Verfügung und jedem vollsten Eigentumsrecht heute verkauft und verschrieben 
( 80 ) zu haben von jetzt für alle folgende immerwährende Zeit die mir gehörige Hälfte 
des Speisesaals im Hause meiner Mutter, von dem die andere Hälfte Menas und 
Tselet, meinen Geschwistern, gehört, — der Speisesaal liegt nach Norden nach der 
Terrasse im zweiten Stockwerk, — und meinen Wohnungsanteil im vierten Stockwerk 
(36) über dem Schlafgemach des (?)Talephantis mit dem mir gehörigen Teil des ganzen Zu¬ 
behörs. Es liegt aber das Haus, von dem ich euch den halben Speisesaal verkauft habe, 
in Syene an der Südseite des Kastells an der Straße des Bethauses des heiligen und sieg¬ 
reichen Viktor, und es ist der Anteil in folgender Weise an mich gekommen: ein Viertel 
durch Erbschaft von meiner Mutter, das zweite Viertel aber durch Kauf von Georgios, 
( 40 ) meinem Bruder. Außerdem (erkläre ich) dir auch verkauft zu haben meinen Anteil 
am Hause meines Vaters Tsios, entsprechend der Teilung dieses Hauses, welches an 
derselben Straße liegt; und außerdem meinen Anteil am kleinen Hause in derselben 
Straße, der in folgender Weise an mich gekommen ist: ein Teil durch Erbschaft 
von meiner Mutter, ein Teil durch Erbschaft vom Vater; in dem Zustand, in welchem 
( 46 ) er sich befindet, vom Fundament bis zum Luftraum. Mit einem Worte es ist mir 
ganz und gar nichts unverkauft zurückgeblieben von dem mir zugefallenen Teil an 
den drei Gebäuden meiner Mutter und des Vaters samt meinem Anteil an dem gemein¬ 
samen, ungeteilt mir und meinen anderen Geschwistern gehörenden Zubehör. Ich 
( 60 ) erkläre aber außerdem auch verkauft zu haben die mir zugehörende Hälfte eines 
Hauses, die aus rechtem Kauf von Johannes dem Sohne des Patechnoumios an mich 
gekommen ist, wovon die andere Hälfte meinem seligen Manne auf Grund Kaufes 
vom selben Johannes gehört; dieses Haus liegt in Syene an der Südseite des Kastells 
(66) und an der Lagerstraße, Nachbarhäuser dieses Hauses sind aber im Süden ein Haus 


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Nr. 9. Verkaufserklärung über Hausteile 111 

der Erben des Apa Dios .... des Abraamios.oder 


welche Grenznachbam da immer sein mögen an allen Seiten, sowie ich die Verkäuferin 
es auch mündlich diktiert habe. Und es ist mir ganz und gar nichts von den vor¬ 
genannten Gebäudeanteilen unverkauft zurückgeblieben gemäß der Kraft der Kauf- (60) 
Verträge und Erbteilungsurkunden, die zu deiner (1. euren) größeren Sicherheit Über¬ 
geben worden sind, wobei der gegenseitig vereinbarte und (beiden Teilen) passende 
Kaufpreis zehn Goldsolidi Syeniter Gewicht, macht zehn Goldsolidi Syen. Gewicht 
beträgt, welchen vollen Preis ich auf der Stelle von euch, den Käufern, erhalten (6ß) 
habe — einen Teil davon verwendete ich zu meinem nötigen Bedarf und Lebens¬ 
unterhalt in der (Stadt) der Antinoer, einen Teil aber gab ich hin für die mir in 
derselben Stadt auf Veranlassung des Johannes, meines Bruders, noch ausständige 
Buße — am heutigen Tage bar in die Hand aus eurer Hauskasse voll nach Zahl und (70) 
Gewicht. Und ich werde euch für den gegenwärtigen Kaufvertrag mit jeder Gewähr¬ 
leistung Gewähr leisten in jeder Weise gegen jeden, der euch angreifen oder auch ent¬ 
gegentreten sollte, und dir (1. euch) den Käufern soll es außerdem von nun ab zustehen, 
(dort) Herren und Eigentümer zu sein, zu schalten und zu walten, darüber zu bauen, 
zu verkaufen und wieder zu verkaufen, zu verschenken, Kindern und Enkeln zu ver- (76) 
geben, zu erwerben und zu gebrauchen in jeder euch gutdünkenden Art ungehindert 
und ungehemmt, und es soll weder mir noch meinen testamentarischen oder gesetz¬ 
lichen Erben oder Erbschaftsbesitzem erlaubt sein euch, eure Hinterbliebenen, ge¬ 
setzlichen Erben oder Erbschaftsbesitzer weder anzugreifen noch gegenwärtig oder 
in Zukunft zu verklagen, noch diesen meinen Kaufvertrag jetzt oder bei irgendeiner (80) 
Gelegenheit oder irgend einmal in irgendeiner Weise durch irgendeinen Anlaß anzu¬ 
tasten, zu übertreten oder zu erschüttern, weil ich, wie vorher gesagt, von euch den 
festgesetzten Kaufpreis in 10 Goldsolidi voll erhalten habe. Denjenigen aber, welcher 
euch wegen dieses Kaufvertrags oder eines Teiles desselben angreifen oder euch ent- (86) 
gegentreten sollte, werde ich gänzlich abwehren und (die Sache) mit meinen eigenen 
Mitteln und auf meine Kosten bereinigen. Und zu eurer Sicherheit habe ich diese 
Kaufurkunde ausgestellt, die gültig, fest und unzerreißbar, unerschütterlich und rechts¬ 
beständig ist, wo immer sie vorgebracht werden mag, mit der Unterschrift des für (90) 
mich Unterschreibenden und der anschließend (die Urkunde) Bezeugenden, und be¬ 
fragt habe ich persönlich zugestimmt j\ (2. H.) fff Ich, Aurelia Tapia, Tochter des 
Tsios von der Matter Mariam, ohne ihren Mann und Vormund handelnd, stammend 
aus Syene, die Vorgenannte, die ich die mir gehörige Hälfte des Speisesaals im zweiten (96) 
Stockwerke und meinen Wohnungsanteil im vierten Stockwerke im Hause meiner 
Mutter, ebenso auch die Hälfte eines HauBes, die durch rechten Kauf von Johannes 
dem Sohne des Patechnoumios an mich gekommen ist, mit dem entsprechenden An¬ 
teil am ganzen Zubehör, der Vorhöfe, Hallen und der Terrasse und dem sonstigen 
dazugehörenden Zubehör verkauft und von euch den vollen und obengeschriebenen (100) 
Preis in 10 Goldsolidi Syener Währung erhalten habe, leiste euch für diesen Kauf 
mit jeder Gewährleistung Gewähr und es ist mir alles recht, wie es vorliegt. Ich, 


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112 


Urkunden 


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Flavios Markos, Sohn des Apa Dios, Soldat ans dem Numerus von Syene, habe auf 
Ersuchen ftlr sie, die anwesend war und mir sagte, schreib unkundig zu sein, ge¬ 
schrieben. 

Es folgen 7 Zeugenunterschriften, dann die Erklärung des Urkundenverfassers 
Allamon, Sohns des Petros, a vicariis. 

EINZELBEMERKÜNGEN. 

1/8 Das dritte Jahr des Maurikios reicht vom 13. August 584—12. Aug. 585. 582 
begann ein Indiktionenzyklus. Da die Zählung des Indiktions- und Regierungsjahrs zu¬ 
sammenfällt, so läuft die dritte Indiktion jedenfalls noch am 5. Payni«— 30. Mai. In Mon. 7 
sahen wir, daß der 23. Juni (29. Payni) bereits der neuen (zweiten) Indiktion angehört. 
Wir gewinnen damit für den Anfang der zweiten Indiktion als terminus ante quem den 
23. Juni 583, als terminus post quem fEbr das Ende der dritten Indiktion den 30. Mai 585. 
VgLWilcken, Grundzüge LX. 

4 f. Die Verkäuferin gibt als Grund ihres xo^tog-freien Handelns den Tod (x6n) ihres 
Mannes an. Sie hätte, soviel wir wissen, auch bei Lebzeiten des Mannes diesen als nvgiog 
nicht notwendig gehabt. 

17 f. $l%a vofi/pov 7t€Qiy()a(pfjs: dabei ist wohl an in fraudem legis agere gedacht. Vgl. 
Paul, Big . 1, 3, 29: contra legem facit, qni id facit quod lex prohibet, in fraudem vero, 
qui salvis verbis legis eius sententiam circumvenit. 

21 ff. Die Frau schwört bei Gott, Sieg und langer Herrschaft von Kaiser und Kaiserin. 

27 ff. Die Verkäuferin überträgt nach Kaufrecht die Sachen zu dauerndem Besitz — 
zum vieldeutigen Worte xarogij in dieser Bedeutung vgl. Manigk, Z. Sav.-St. XXX 274 — 
und jedem Belieben (xal i^ovala itctay), was etwa' dem römischen rem habere licere ent¬ 
sprechen mag, außerdem aber auch zu vollem Eigentum; vgl. auch Z. 72 f.: kvquvhv %al 
deUTrofftv, dazu vgl. oben zu Mon. 4 Z. 8 f. 

88 f. Der Wohnungsanteil — d&fia bedeutet wenigstens hier nicht, wie Berger, Z. vgl . 
Rechtste. XXIX 336 (vgl. 360 185 ) übersetzt, „flaches Dach“ — im vierten Stockwerk über 
dem Schlafgemach des (oder der?) T., der (die) offenbar auch daran Stockwerkeigentum 
hat, kann wiederum solches Teileigentum sein. Möglich ist hier aber auch mehreren zu¬ 
stehende Habitatio. Vgl. BGU. I 3 (J. 605) = Schubart, Papyr. graec. Berol. 47. Die 
ganze Beschreibung gibt ein anschauliches Bild von den vielfachen reellen und ideellen 
Teilrechten am ägyptischen Wohnhause. Zur habitatio in den Papyri jetzt eingehend Berger, 
a. a. 0. 333—336. 

86 Wenn %Qrj<nr}Qkov mit „Zubehör“ wiedergegeben wurde, so braucht nicht bemerkt 
zu werden, daß damit nicht der Begriff unseres § 97 BGB. gemeint ist, zumal hier in 
erster Linie (Z. 98 f.) Vorhöfe und Hallen, also Immobilien, unter den %(trj<STij(>ici ver¬ 
standen sind, während unser Recht nur Mobilien als Zubehör auffaßt. Aber soweit Stock¬ 
werkeigentum anerkannt ist, gehört zu dessen Verwendbarkeit notwendig die Benutzung 
von Hof und Halle. Sie brauchte freilich nicht, wie hier, als ungeteiltes Miteigentum 


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Original fro-m 

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Nr. 9. Verkaufserklärung über Haarteile 


ns 


( ScSuxt^hoav Z. 48) gestaltet zu sein, sondern etwa auch als Notweg (vgl. §§ 917 f. BGB.), 
aber hier ist eben mehr als bloßer Notzugang gewollt, und da ist das Miteigentum die 
passendste Bechtsinstitution. Dazu jetzt Berger a. a. 0. (vorige Note) 364 ff. mit reich¬ 
lichem, gut bearbeitetem Material. 

51 ff. Die Ehegatten haben danach wohl dem J. ein Haus so abgekauft, daß der Mann 
die Hälfte, die Frau die andere Hälfte kaufte, also beide als selbständige Kontrahenten 
nebeneinander entsprechend dem römischen Gütertrennungssystem auftraten. 

58 Der Schreiber verfiel auf den Plural offenbar infolge der Erwähnung der ayoQccaCa, 
kraft welcher nicht bloß die verkaufende Frau, sondern auch der hier gar nicht in Betracht 
kommende verstorbene Mann das Haus, dessen der Frau gehörige Hälfte hier veräußert wird, 
erworben haben. Das unmittelbar folgende ifiot leitet wieder in die richtige Singular¬ 
fassung zurück. 

61 Mit xXriQcov kann hier nichts anderes gemeint sein als den itQdöeoav (Kaufurkunden) 
entsprechende Erburkunden, die von der Verkäuferin als Beweis ihres Bechts und zugleich 
zur aätpaXna der Erwerber diesen eingehändigt werden. Sie hat Teile der veräußerten 
Objekte durch Kauf erworben (für diese übergibt sie die ihr seinerzeit ausgestellten Er¬ 
klärungen [vgl. zu Mon. 4 Z. 16ff.] ihrer Gewährsmänner und Verkäufer), andere hat sie 
und zwar als Teilerbin ererbt. Hier gibt sie xXrjQOi. Was für Urkunden sind das aber? 
Am nächsten liegt es, an die Erbteilungsurkunden zu denken, die etwa der Teilungsrichter 
ausgestellt hat, an Teilungsurteil mit adjudizierender Kraft, aber möglich auch an vertrag¬ 
liche Teilung. Aber es ist auch verlockend, den Erbschein unseres BGB. § 2353 heran¬ 
zuziehen. Das ist ein jedem Erben, mag er durch Gesetz, Testament oder Erbvertrag be¬ 
rufen sein, auf Antrag ausgestelltes amtliches Zeugnis über sein Erbrecht, und wenn er 
Teilerbe ist, über die Größe seines Erbteils. VgL Strohal, Das deutsche Erbrecht U 8 132. 
Das offizielle römische Becht der Kodifikation und der Lehrbücher kennt aber keine solche 
Urkunde. Die Fälle der Erlangung des provisorischen Besitzes der Erbschaft (vgl. etwa 
Windscheid-Kipp, Band. III 9 557—663, §§ 617 ff.) sind nichts Paralleles. Die Möglich¬ 
keit steht offen, daß auch das deutsch-rechtliche Institut des Erbscheins einen papyro- 
logischen Vorgänger gehabt habe. Selbst wenn diese mit aller Vorsicht geäußerte Mög¬ 
lichkeit zuträfe, soll damit selbstredend nicht behauptet werden, daß etwa solchen xlfjpot 
die Natur unserer Erbscheine (BGB. §§ 2365 f.) zugekommen sei. Die Situation läge 
günstigenfalls so, wie die Lehre vom ägyptischen Grundbuch, als die ersten andeutenden 
Quellen bekannt wurden. KXfjQog im Sinne von hereditas belegt Steph. Thes. Der Bedeu¬ 
tungswandel wird, woran mich von Amira erinnert, wohl durch das Teil erben erklärlicher. 
Vgl. unseren Text. Für die Bedeutung „Erbteilungsurkunde* 4 weisen allerdings die Wörter¬ 
bücher keine Belege auf, aber daß es sich hier um Urkunden handelt, ist sicher. An ein 
Testament möchte ich dabei nicht denken, da hier kein Anhaltspunkt vorhanden, daß es 
sich um testamentarische Erbfolge handelt, und vor allem, weil das Testament ja dtafhpti? 
heißt. Bei Gerhard, Qräko-ägypt. Erbstreit sind Z. 10 mit tag re 7 tQoxtri<S£ig tcbv ivyaCtov 
die „Vorbesitz-Urkunden für die Immobilien“ gemeint. An diese hübsche sprachliche Par¬ 
allele von TrpoxTtfffts für Urkunde zu xÜj^og-Urkunde erinnerte mich gesprächsweise 

MOnchener Papyri L 16 


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ii4 


Urkunden 


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Gradenwitz. Zur Sache Gerhard, a. a. 0.12". S. auch Z. 14f. des Papyrus Heid. 1280 + 
Grenf. I 17. 

66 Zu ^ jivuvoicov für Antinooupolis vgl. oben Mon. 7 Z. 15 und Einzelbem. zu Mon. 7 
Z.4£ 

67 f. Was für eine infolge Vorgehens des Bruders der 8chwester erwachsene fafita 
gemeint sei, ist unsicher. Daß mit Johannes etwas nicht in Ordnung war, zeigt auch der 
Umstand, daß er nicht mit seinen Geschwistern gleichberechtigter coheres gewesen zu sein 
scheint. Vgl. oben Vorbem. zu diesem P. 

HO Das sorglose fanhov statt fofiivrig warnt vor Überwertung des Genus in Zweifels- 
fällen, z. B. ob eine Urkunde von einem Manne oder einer Frau herrührt Vgl. oben Mon. 1 
Z. 61 f. 

111 P. ßix/ Zur Auflösung ßi%(a(>ictvcbv) vgl. oben Mon. 8 Z. 47. 


Nr. 10. 

ZESSION. 

Inv.-Nr. 99. Höhe 33 cm, Breite 20,5 cm. Rekto 29 Zeilen. Verso 1 Zeile. Syene. 

28. Januar 586. Unveröffentlicht. Tafel XXI. 

Der Papyrus besteht aus zwei zusammengeklebten Stücken von entgegengesetzter 
Faserung. Jede Hälfte ist, im Sinne der Schrift, 33 cm hoch, die linke 11,5 cm, die 
rechte 9 cm breit. Die Fasern der linken Hälfte laufen parallel, die der rechten 
senkrecht zur Klebung. Das Stück bildete also den Anfang einer längeren Papyrus¬ 
rolle, Schutzstreifen und Hälfte der ersten Selis. Aus Sparsamkeit fing der Schreiber, 
der sich das Stück abgeschnitten hatte, nicht, wie sonst üblich, auf der ersten Selis 
zu schreiben an, sondern benützte auch den Schutzstreifen, beschrieb aber den Pa¬ 
pyrus so, daß die Zeilen wie damals üblich parallel der Schmalseite des Stückes 
laufen und etwa in der Mitte alle die Klebung senkrecht schneiden. 

Die Inhaltsangabe steht auf dem Verso des Schutzstreifens und ist in der üb¬ 
lichen Weise parallel der Klebung geschrieben. 

Der Papyrus ist grobfaserig und nicht gut geglättet. Links hat der Schreiber 
einen Rand von etwa 4 cm frei gelassen, rechts schreibt er öfter bis an den Rand: er 
bedient sich einer gut lesbaren Minuskelkursive, ebenso der Notar und die Zeugen. 
Die Schrift hat sehr gelitten, die ganze rechte Seite ist stark zerstört 


Aurelia Tapia hat ihren Schwiegersohn Flavios Patermouthis veranlaßt, in seinem 
Namen für sie 2 \ Goldsolidi aufzunehmen. Sie erklärt nun in diesem Cheirographon, 
das ihr zukommende Drittel an verbrieften Rechten gegen mehrere gemeinsame 
Schuldner dem Schwiegersöhne zur Schadloshaltung für seine Intervention abzutreten. 


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Nr. 10. Zession 


115 


Die Aufnahme des Geldes durch Patermouthis mit der wirtschaftlichen Bestimmung 
für die Tapia bedeutet den Fall einer intercessio tacita. 

Die Urkunde ist unter dem Namen des M. Apa Diou verfaßt Für Tapia unter¬ 
fertigt ein Soldat des Numerus von Syene. Drei seiner Kameraden sind Zeugen. 

f BaöilsCag xov ÜBioxdxov ftfi&v ÖBOnöxov &X(avCov) MavQixCov 
Tlßsgiov xov almvCov Avyovöxov AvxoxQdxoQog xal (iqyC6xov 
si)EQydxov ixovg xsxdpxov xal iinaxsCag xov avxov deöJtö x ov 
itfi&v Sxovg dsvxigov Mb%bIq y xf^g xBxdQxrjg tyd(ixxlovog) kv Uvijvy. 

AvQtjUa Tania frvydxrjQ TöCov fiiycQbg MaQcdfi %%rjQiov6a 6 

öQii&peviq dnb Uvtfvrjg OXavtf IIaxB(>(iov&£<p vUp 

Mr^va 6xQ(axtdnrj) dpi&uov ’EXe<p(avr£vr]g) vavxrj X(p iitirridsvßaxi %cUqblv. 

xapaxAijföig npo6rjyayöv 6ot &6 xb 6b %6iQoyQdl>a[t] in övö- 

fiaxog 6ov naQä EvOeßCov vtov IIqQqv%lov Big gpurtri) vo[u6- 

(idxta dvo xqlxov vnhQ dpi, x(cd) ag xfj ipf) ÖBijöBi xovxo 10 

nsnoirptag. xaxä xovxo bfioXoyö dnoxdxxBO&aC 6 ol x(cd) dnoxs- 

xdyftai 6oi xo xqCxov fiigog pov dno x(b\y] yQanpaxEiaiv x&v xal %qeco6- 

xovfiivmv ftfilv iv xolg xccxq> /i[i]pB66t napd x&v Ma%ßqfo 

&6xs 66 i^Biv xal i%siv xb vncc[(>]%ov fioi xqC\xov /ia'pjog 

inb x&v avx&v aOfpulu&v x{al) do[ vv]ai xal Xccßsty ifiov, 16 

xal Big 6 t}v d6<pdls&av ifritirpr xrjv nagov6av dewaX uav ? 

rjxig xvQi'a §6xai x(al) ßsßala [x(al)] dß$ayrj xal dodXayxoy 

3 avxov ist sicher; von dem folgenden d, gebraucht, gemeint sind, wie Z. 16 ano ton* 

dessen Form in Z. 7 cxirqdev/um und Z. 10 avxtov aocpalticov lehrt, Schuldverschreibungen. 

dvo wiederkehrt, ist die Farbe abgesprungen, 13 Das o in totg ist noch sicher gelesen, auf 

ein senkrecht gestelltes d liest man in Z. 4 dtv- ig weisen die Farbspnren. Im folgenden ist 

xtQov, in Z. 10 dsrjtf m, Z. 16 do[vv]ca. 4 y xaxoa wahrscheinlicher als xaxa, das folgende 

ist ziemlich sicher gelesen. 5 1. xV9 ivovace ‘ f 1 2117 Hälfte erhalten. Nach dem Zusammen- 

3 Hinter övtjvrjg ein Spatium. — (plaviao ist hang könnte hierin ein Ortsname stecken, doch 

hier gegen die Regel ausgeschrieben. 8 xaQa- ist ein Strich darüber nicht zu erkennen; der 

xlqtfst? ist ungewöhnlich st. %agaxlT\6iv f vgl. Vorschlag von Bell und meinem lieben Schüler 

Z. 10 dtrjoei. — %uQ°yQmp°n ist eine sprachliche Antonios Sigalas sv xoig xccxm fi[8]QEoai (1. iiegeot) 

Neuerung des Schreibers, nach Analogie von trifft wohl das Richtige. Am Schluß der Zeile 

ygd'tpai gebildet, ein Präsens %tiQoyQa(pai st ist iuc%ßaQ kaum zweifelhaft, der Strich über 

%*tQoyQatpim ist nicht nachgewiesen. — en dem Worte ist sicher zu erkennen, zur Form 
ovofuttog ist mit Apostroph geschrieben. des ß vgl. Z. 16 laßsiv. - 15 ihttg ist hier st. 

9 Die Lesung Tlagovuov ist nicht ganz sicher, am gebraucht wie gewöhnlich in den Unter- 

nach den Farbspuren aber die wahrscheinlichste. Schriften. 17 Hinter ßeßaue ein Spatium, das 

10 e/M st. tftov ist vulgär, vgl. Z. 16. 11 Hin- wahrscheinlich durch x(cu) ausgefüllt war, die 

ter neitoiTjxag ein kleines Spatium. 12 xqlxov Farbspuren hinter a deuten auf x. Man würde 

ist von 1. Hand übergeschrieben. — ygctmia- aQQayr\g xai aoaXtvxog sowie XQog>9Qo/upij er- 

xsuov ist hier in sehr prägnanter Bedeutung warten. 

16* 


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116 


Urkunden 


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catavxa%ov xgotpBgofiivrfV D«]#* tfxoypatprjg xov ffithQ 
ifiov vxoygdtpovxog , xal i[m]Qmtrßsl6a xatä xgÖ6mxo[v 
20 &fioXbyrfia xal äiteXvöa f. {2. H.) [A]\>grjXCa Taxia &vydxr}Q 
TöCov xpoxHfUVT] i&ifiyv xb &6(paXhg 
x&v dvo x qCxov vofu[pfi\axC(ov xal 6toi%el fioi 
xdvxa &g XQÖxeixai. ®X{aviog) üaaslmv ’laxtbfiov 
6xQa(xubxrjg) dpt^fiov 2hnjvrjg alxrffrelg iypaifta vxIq 
26 avxrjg ypd/i/iaxa firj [el]dr}eCr]g. 

(3. H.) f QX(amog) ’lcodvvrjg Jlov dx b @ix(aQiav8)v) dgiftfiov Evifjvr\g fiaQXVQ^ä 
(4. H.) f 0X(aviog) TlavXog Tla^fi 6tQa(tL(btr}g) &[q]i&{lov IJvrfvrjg paQt vq& f. 

(5. H.) f 0X(aviog) KoXov&og Blx(xoQog) 6xQa(ximxrjg) a[Q]i&fiov ZJrjvvrig fiagxvQC). 
(6. H.) f di ifiov Mdgxov "Axa Alov dygdtpr}. [f] 


Verso: 

(1. H.) f !4<Stp(dXeia) ysvafi(ivrf) x(aQa) Taitlag &vyax(pbg) TöCov xgbg Ilaz&Q- 


(iov&i(v). 

18 Von & in [pa]# Bind einige Reste erkenn¬ 
bar. 20 Mit einem Schnörkel, der einem 
Kreuz nur Behr entfernt noch ähnlich sieht, 
schließt der Schreiber seinen Text. 21 to 
ccffq>aUg st. trjv aotpalsLav wie P. 3 Z. 8. 12. 
23 IIccaaitDv ist Schreibfehler st. natttov, vgl. 
P. 14 Z. 109. 25 1 . 8idvj,r]s. 26 ilccqtvq 

st. fiaQTVQ<o ist wohl nur Schreibfehler, es ist 
unwahrscheinlich, daß to abgeschnitten wäre; 
aber das Kreuz fehlt auch. 27 *aap ist kaum 
zweifelhaft, der Soldat $1. IlavXog Ilaafutov 
P. 14 Z.110 ist vielleicht derselbe. 28 Dieser 
91 . Kolov&Qf Bi%(toQoe) ist schwerlich identisch 
mit dem Zeugen des gleichen Namens in P. 12 


Z. 67. Zwar kürzt der Zeuge hier wie dort ßix/ 
ab und schreibt <rrivvr\s, aber anderes ist ver¬ 
schieden; vgl. zu P. 12 Z. 67. 29 Die Schrift¬ 

züge verraten, daß Markos nicht eigenhändig 
den Text der Urkunde geschrieben, die an¬ 
dere Tinte verrät, daß er zu späterer Zeit erst 
unterzeichnet hat. Verso, ytva^svrj) ist wahr¬ 
scheinlicher als y$von(tvTi). Die Abkürzung 
%=naQa ebenso P. 3 Verso (Lond.); P. 5 Verso; 
P. 11 Verso Z. 1. Hinter tciov hat der Schrei¬ 
ber ein breites Spatium gelassen. Über i in 
ncctSQtiov&i steht kein Punkt. Dahinter ist der 
Papyrus verletzt, Spuren eines v sind nicht er¬ 
kennbar. 


ÜBERSETZUNG. 

Im vierten Jahre der Regierung unseres göttlichsten Herrschers Flavios Maurikios 
Tiberios, des ewigen Augustus, Imperators und größten Wohltäters, und im 2. Jahre 
des Konsulates ebendieses unseres Herrschers, am 3. Mecheir der 4. Indiktion in 
(6) Syene. Aurelia Tapia, Tochter des Tsios von der Mutter Mariam, Witwe, stammend 
aus Syene, an Flavios Patermouthis, Sohn des Menas, Soldaten im Numerus von Ele- 
phantine, Schiffer von Beruf, Gruß. Ich hatte an dich das Ersuchen gerichtet, du 
(io) mögest auf deinen Namen von Eusebios, dem Sohne des Parouchios, 2 \ Goldsolidi 
für mich aufnehmen, und du hast, meiner Bitte folgend, dies getan. Infolgedessen 
erkläre ich, dir abzutreten und abgetreten zu haben meinen Drittelanteil an den ver¬ 
brieften Guthaben, die uns von den Machbar in der unteren Gegend geschuldet 


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Nr. 10. Zession 


117 


werden, sodaß dn das mir zugehörige Drittel an diesen Schuldbriefen haben sollst (16) 
und hast und anstatt meiner (Recht) geben und nehmen sollst. Und zu deiner Sicher¬ 
heit habe ich die vorliegende Sicherungsurkunde ausgestellt, die gültig, fest, unzer¬ 
reißbar und unerschütterlich sein soll, wo immer sie vorgelegt wird, mit der Unter¬ 
schrift des für mich Unterschreibenden. Und ich habe befragt persönlich zugestimmt (20) 
und (die Urkunde) ausgefertigt, f (2. H.) Ich Aurelia Tapia, Tochter des Tsios, die 
Vorgenannte, habe die Sicherungsurkunde über die 2 \ Solidi ausgestellt, und es paßt 
mir alles, wie es vorliegt. 

Es folgt die Unterschrift des Subskribenten und dreier Zeugen, dann die Fer¬ 
tigung des Markos Apa Dion. Verso: kurze Bezeichnung des Inhalts der Sicherungs¬ 
urkunde. 


EINZELBEMERKUNGEN. 

1/4 Datum. Das vierte Jahr desMaurikios dauerte vom 13. V]U 585 bis 12. VIII. 586. 
Die 4. Indiktion dauerte von Mitte 585 bis Mitte 586. Mecheir = 26. Januar—27. Februar. 
Ist y richtig, so datiert die Urkunde vom 28. Januar 586. In dieser Zeit zahlt erst das 
2. Konsulatsjahr des Kaisers. Schwierigkeiten bietet die Konsulardatierung. Mon. 7 und 9, 
New. Pal.Soc. VI128 aus dem 1., 3., 4. Jahre des Kaisers (23./6. 583, 30./5. 585, 22/8. 585) 
nennen überhaupt kein Konsulardatum. In unserem Texte (Mon. 10: 28./1. 586) entspricht 
dem 4. Regierungsjahre das 2. Konsulatsjahr, Mon. 11 (7./10. 586) dem 5. das 3., Mon. 14 
(15./2. 594) aber dem 12. Regierungsjahre das 11. Konsulatsjahr, während in Mon. 13 
(18./1. 594) dem 12. Regierungsjahr das 10. Konsulatsjahr des Kaisers Maurikios ent¬ 
spricht. Es wird nun allgemein gelehrt, daß seit Justinos II. alle Kaiser im ersten 
Jahre ihrer Regierung den Konsulat Übernahmen. Vgl. Zachariä, Z.Sav.-St. XII 89; Kühler 
in Pauly-Wissowa s. v. Constd S. 1137 f. mit Bezug auf Du Gange, De inferioris aevi nu - 
mismaiibus XXIII (XV), abgedr. hinter dem Gloss. Lat. Danach müßte die Zählung nach 
Jahren der ßaaiketec der nach Jahren der {jncatla im wesentlichen gleichkommen. Vgl. auch 
Vaglieri, Dieion. epigr. II 709. Das stimmt für die Papyri aber nicht. Aber aus dem Fehlen 
des Konsuldatums darf zunächst freilich nicht darauf geschlossen werden, daß der Kaiser 
nicht auch Konsul war. Seit Justinians Nov. 47 (537) trat ja das Konsulardatum gegen¬ 
über dem Kaiserjahr zurück und mochte so wohl auch wegbleiben, obwohl der Kaiser Konsul 
war. Das macht wahrscheinlich die Vergleichung von New. Pal. Soc. VI 128 (22./8. 585) 
mit unserer Urkunde Mon. 10 (28./1.586). Dort ist kein, hier schon der zweite Konsulat 
des Kaisers genannt. Nach Mon. 13 und 14 übernahm Maurikios nach dem 18./1. und vor 
dem 15./2. 594 das elftemal den Konsulat. Auch daraus, daß Mon. 10 und 11 dem 4. und 
5. Regierungs- das 2. und 3. Konsulatsjahr entsprechen, ergibt sich die Ungleichheit der An¬ 
fangsdaten beider Ämter. Die Konsulardaten der Papyri bedürfen noch sehr einer zu¬ 
sammenhängenden Untersuchung, hier konnte nur das Ergebnis unserer Texte zusammen¬ 
gestellt werden. 

8 ff. Da direkte Stellvertretung für Darlehensaufnahme auch nach dem offiziellen 
Reichsrecht allgemein anerkannt war (Wenger, Stellv. 160), so wird der hier von den Par- 


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118 


Urkunden 


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teien eingeschlagene Weg, wonach Patermouthis ein für die Tapia bestimmtes Darlehen im 
eigenen Namen aufnimmt, aus einem anderen, und zwar einem wirtschaftlichen Grunde, 
gewählt worden sein. P. bekam offenbar von Eusebios das Darlehen, der Tapia wäre es 
nicht gewährt worden: darum ist sie auch dem P. in den Ohren gelegen, für sie das Geld 
zu beschaffen. Vgl. z. B. Big. 16,1, 8, 14. 29 pr. Es ist ein Fall, wie man ihn ge¬ 
wöhnlich als intercessio tacita bezeichnet. Hätte eine Frau das Geschäft geschlossen, so 
stünde seiner Wirksamkeit gegebenenfalls (d. h. bei Kenntnis oder nicht entschuldbarer Un¬ 
kenntnis des Gläubigers vom Interzessionsfall, vgl. etwa Big. 16, 1, 11) das Senatusconsul- 
tum Velleianum entgegen. Vgl. zu solchen Interzessionsfällen Demburg, Pond. TL § 83 4 ; 
Dernburg-Sokolowski, Syst. II 722*. 

11 ff. T. zediert ihrem Schwiegersöhne irgendwelche Forderungsanteile zur Entschä¬ 

digung für die Verpflichtung, die er für sie übernommen hat. Die Zession ist im Rechte 
der Papyri schon lange vor ihrer schrittweisen reichsrechtlichen Anerkennung in Übung. 
Vgl. Wenger, Studi Fadda (Neapel 1906) IV 77 ss. Mitteis, Grundzüge 115 f. Das Perfekt 
cutoKExajftca scheint zum Ausdruck bringen zu wollen, daß durch diese Erklärung die Zession 
bereits erfolgt sei. Man ist geneigt, der Urkunde konstitutiven Charakter beizulegen. Der 
Terminus anoxaxxus&ca findet sich zwar m. W. bisher in den Papyri nicht für Zession, doch 
kann nach der sachlichen Erklärung der Urkunde nichts anderes gemeint sein. Sprachlich 
vgL aber Corp. Gloss . Lat. II 42, 28: Delegat- fatoxatau. 

12 Wir begegnen den ygafipaxeta als die Forderung verkörpernden Papieren auch in 
den P. Mon. 3 V. und 6 Z. 34. Dies wie das in der vorigen Note Bemerkte führt zur Vor¬ 
stellung von der Urkunde als der Trägerin des Rechts. 

16 Die Sicherheit ( äacpaXeut ) des Gläubigers wird durch die Urkunde (auch cuS(pdUia) 
hergestellt Übergang und auch wohl Schwanken zwischen den Bedeutungen: „Beweis¬ 
urkunde“ und „konstitutive Urkunde“ liegt auch im Worte &(S<pdXsia. Vgl. auch zu Mon. 11 
Z. 13 ff. 

21 xb tofpaXtg im Sinne von ^ aßtpdXsut Sicherungsurkunde. 


Nr. 11. 

YERKAUFSERKLlEUNG ÜBER HAUSTEILE, 

Inv.-Nr. 100. Höhe 1,40 m, Breite 32,5 cm. Rekto 81 Zeilen. Verso 2 Zeilen. Syene. 
7. Oktober 586. Unveröffentlicht. Tafeln XXH. XXIH. XXIV. XXV. 

Der Papyrus, eine vollständige Rolle, besteht aus 11 Selides von je 11—12 cm 
Höhe, deren Fasern senkrecht zu den Klebungen laufen. Vorausgeht ein Schutz¬ 
streifen von etwa 13 cm Höhe; er trägt auf dem Rekto keine Schrift, auf dem Verso 
die Inhaltsangabe; die Fasern laufen parallel zur Klebung. Der Text der Urkunde 
beginnt wie üblich auf der ersten Selis gleich unter dem Schutzstreifen, die Zeilen 
laufen senkrecht zur Faserung. Der Papyrus ist von heller Farbe und vorzüglicher 


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Nr. 11. V erkaufserkl&nmg über Hansteile 


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Qualität, die Erhaltung daher vortrefflich. Die Schrift ist eine ungewöhnlich große, 
ziemlich senkrecht gestellte Minuskelkursive. Der Schreiber lieht beträchtliche, übri¬ 
gens gleichmäßig große Zwischenräume zwischen den Zeilen und läßt rechts und links 
einen Rand von 3 cm frei, gleiche Zeilenlänge wird öfter durch Schnörkel erstrebt. 
Die Orthographie zeigt eine Reihe von Nachlässigkeiten, auch grammatische Fehler 
sind nicht selten. Die Syntax ist zuweilen recht unbeholfen, Einfluß der Yulgärsprache 
in mehreren Einzelheiten zu bemerken. Der Aussteller der Urkunde ist nicht mit 
dem Schreiber identisch. Als Kyriakos später die Hausanteile wieder verkaufte, diente 
diese Urkunde als Vorlage für die neue Verkaufsurkunde Mon. 12 und wurde großen¬ 
teils einfach kopiert 


Subjektiv stilisierte Verkäufererklärung, verfaßt unter dem Namen des Markos 
Apa Dion. Subskribent für die Verkäuferin ist FL Theodoros, Soldat aus Syene. Fünf 
Zeugen unterschreiben, 3 gemeine Soldaten, ein Afchidiakon der Marienkirche in 
Syene und der zufällig anwesende defensor civitatis von Apollonopolis. Verkäuferin 
ist Aurelia Tapia, Käufer FL Kyriakos, Sohn des Menas. 

Verkaufeobjekte sind: 

1. Die Hälfte eines „Hauses“ (s. u.), soweit sie der Veräußerin gehört (fj/iurv 616- 
xlrjgov fiigog Z. 16). Die andere Hälfte gehörte ihrem verstorbenen Manne Jakobos 
(Z. 17£). Es handelt sich also wohl um ein den beiden Ehegatten gehöriges Mit¬ 
eigentum pro partibus indivisis. Vormann der Ehegatten war Johannes. Aber auch 
an beide Ehegatten ist nicht das ganze Haus verkauft worden, sondern nur Teile, 
hier aber reelle. Die Lage des ganzen Hauses wird Z. 21—-24 beschrieben, ln die 
Z. 24—34 gegebene Schilderung der Grenznachbarn sind aber erst Angaben über 
jene Teile des Hauses eingeschachtelt, die zusammen das verkaufte „Haus“, d. h. rich¬ 
tiger die verkauften Hausteile ausmachen, an denen die Ehegatten zusammen Eigen¬ 
tum pro partibus indivisis erworben haben. Die ihnen gemeinsam gehörigen Partien 
des Hauses, die sie von Johannes erworben haben, bieten aber, wenn ich recht sehe, 
folgende amüsante Proben des Stockwerkeigentums: 

a) das xslUov iv ngdnji 6%lyxi (Z. 25); 

b) der darüber befindliche Speisesaal im zweiten Stockwerke (Z. 26); 

c) das vitoitiöötov, vermutlich die Terrasse (Heisenberg) im ersten Stockwerk 
(Z. 27); 

d) der südliche Saal im dritten Stockwerk (Z. 28); 

e) die Wohnung darüber bis zum Luftraum (Z. 29); an Stelle aigog eag 6igog 
ist wohl 66fiaxog sag aigog nach Mon. 12 Z. 24 zu lesen; 

f) die östliche große Wohnung bis zum Luftraum. 

Das €mg aigog will in diesen beiden Fällen besagen, daß der Käufer auch das 
Recht auf den Luftraum über den verkauften Hausteilen erlangte, also niemand dar¬ 
über bauen darf. Es ist das für die Vorstellung vom Stockwerkeigentum sehr be¬ 
zeichnend. 


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Urkunden 


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Yon all dem wird dem Kyriakos die ideelle Hälfte verkauft. Die andere, dem 
verstorbenen Jakobos gehörige, gehörte nun dessen Erben, da sie aber strittig war 
(vgl. Mon. 8 u. 14), so wird sie vielleicht deshalb als ehemals dem Jakobos gehörig 
bezeichnet. VgL aber auch oben Mon . 8 Einleih 

2. Die ideelle Hälfte des ^Zubehörs" mit näherer Ausführung (Z. 18—20; 30). 
Man vgL hier sowohl als bei den Einzelbem. das zu Mon. 4 u. 9 Gesagte. 

In Nr. 12 verkauft Kyriakos all das Gekaufte um denselben Preis an FL Pater- 
mouthis und Kako weiter. 


f BaöiXeCag roü faundtov fip&v deörtörov QXaytov Mccvqmlov Hßsqlw rov aimviov 
AvyovOrov AvtoxQaxoQog xal (isyfatov evsQyhov itovg Tcigrcxov xal vrtaxsiag xov 
avxov 

dsöxöxov fifi&v hovg xqIxov Qct&tpi dmdx% xijg xd/ixxijg ivdtx(xCovog) iv Utnjrjj. 
f AvQTjXla Taitla dvyatrjp Tölov hx iirjXQog MaQiäp & vev xvqCov avxrjg dvdgbg 
6 xQrmaxCfcovöa ÖQpcofitvT] dno Zvijvrjg xal i^ijg dnoygatpia rtaqi%ovOa 
xbv tiiikg aätfjg vnoyQ&yovxa xal (idQtvQag xoi>g ifcfjg xar' huxqoitty avxrjg 
XQoOgaQtvQOVvxag xjjds xfj Syypdtpa xal ßeßatq. xpdoeif' QXavttp KvQiaxm 
vtc5 Mrjva oxQaxHbxy xaßaXXaQiip dqc&fiov JEvtfvrjg %cclqhv . b^oXoya) iyoo %QoyeyQap- 
fiivrj Tarda diä xavxrjg pov xijg iyygaq>ov ngdaetog ixovOa xal jcerceuf^dvrj 
10 & vev rcavxbg 66 Xov xal (pößov xal ßCag xal dxdxrjg xal dvdyxyg xal övvapxayrjg 
xal xoXaxCag xal \w%av%yg xal rtdörjg xaxovoiag xal xaxorjfcCag xal 
rcavovQytag xal iXaxxapaxog rtavxög , ixovöCg di yvcbfiy xal ddöXtp tcqo- 
atgiösi xal elXixQivel öweidrjöu xal 6pfrj) diavoia xaxä xijvde xrjv axXrjv 
iyypaqpov &<fq>dXsucv iteitQaxdvat, öoi Otj/upov xal xccxayeyQatprjxdvai 


1 tpXavXov ist gegen die Regel ausgeschrie¬ 
ben, ebenso Z. 47 (pXavXov ; die Mitte der Zeile 
ist stark abgerieben, aber sicher lesbar. 
8 ypamtpi ist sehr breit geschrieben, auch ist 
die Zahl mit Buchstaben angegeben, trotzdem 
aber mit dem Strich der Ziffern versehen; vor 
und hinter q>acotpi und dsxatri finden sich un¬ 
gewöhnlich große Spatien. Das alles führt dar¬ 
auf, daß das Datum nicht sogleich bei der 
Niederschrift der Urkunde angegeben, sondern 
ent am Schluß in den vorher dafür freige- 
lassenen, diesmal reichlich groß bemessenen 
Raum eingetragen wurde; wie der Duktus lehrt, 
tat das der Schreiber selbst, nicht etwa erst 
der Notar. 4 Auffallend ist, daß nicht der 
Name tarnet, sondern nur ttnov mit dem Quer¬ 
strich vdrsfehen ist. 5 x9Vf uetl t ovffa ist hier 
noch nicht als bloße Kopula gebraucht, son¬ 


dern im vollen Wortsinn 'geschäftlich han¬ 
delnd’. — Über dem letzten f von ffvrjvijg ein 
Punkt (Kolon?). — $ ist hier wie sonst, wo 
es die Partikel bezeichnet, mit einem Strich 
versehen, ebenso unten Z. 68 ff. 6 Es ist an der 
zweiten Stelle avtrje zu lesen, nicht atfjg, vgl. 
z. B. das a in Z. 4 avÖQog und Z. 7 ßsßaia. 
7 Hinter ngacei ein Spatium, in welches nach¬ 
träglich, wie es scheint, mit spitzer Feder das 
Christusmonogramm eingesetzt worden ist; da¬ 
hinter folgt erst das Kolon. 8 ist stark ab¬ 
gerieben, die Zeile steht z. T. auf der Klebung. 
— Hinter %cliquv hat der Schreiber gegen die 
Regel kein Spatium gelassen. 11 xolaxta? 
ist kein Schreibfehler. 12 Hinter itavtog, 
am Schlüsse dieser negativen Beteuerungen, 
ein Spatium. 


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Nr. 11. Verkaufserklärung über Hausteile 


121 


vöfip xgadstog xal alcovlq xaxoyfi xal 'Xavxl xXrjgsötdtip dsöxoxsiag 16 

dixaUp %b V7taQ%ov poi ijfiufv 6X6xXrjgov pigog oixCag , otag iötlv dia&iößcog, 
iatb idacpovg mg digog, oi xal xo äXXo tffutfv pigog dtnfeu ’laxdißov rot) 
dxotypnivov fiov dvdgög, Stt [lipr xal övpitsitQaxdvai 6oi tä VTtdgxovxd 
{tot JifUoovg n^QV xdv 5Xmv %gt}&tyglmv xov xs Jtgofrvgov xal itvX&vog 
xal xsööov xal ccI&qCcov xal xXtßdvov catalgaxX&g ngbg xip ysvanivrjv itQGjrjv 20 
xgaötv ix 9 6v6(iax6g ßov x(al) xov dvaxavöafidvov dvdgbg 9 Iaxd>ßov , ducxstnivrjv 
xijv ccöxijv olxCav btl xijv Evrjvyv itegl xb vdxivov pigog xov tpgovgiov xal 
nsgl Xavgav rot) drjnoöiov xanrjXßvog xijg ßaöxayijg 0iXßv xal xijg oixiag 
j4ßgaa(iCov na%v[iCov. ysixovsg dl xijg ccxdörjg oixiag, dtp 9 fjg xixgaxd 6oi ccvxo xb 
atgovv not fjn L(fv n^9°S — <br6 rot) xsXXlov iv xptoxjj Oxiyjj vsvovxog sig ßoßß&v 26 
sig xijv drmoöCav $vnV v x< ä tot) ixdvco avxov tfvnxoöCov iv Ösvxigy öxiyjj 
veöovxog 

sig Xißa sig xb xXdxog rot) xs66ov xal dxb xov fixoxstsiov fjxot %9VQ £ XQ&tV (fxiyy 


17 ov, falsch bLijs, ist als selbständiges Wort 
mit dem Strich versehen. — arrjxsi ist gleich¬ 
bedeutend mit dicapeqei 'gehören*. Nur durch 
Abhängigkeit von der Vorlage erklärt es sich, 
daß hier ein Verstorbener noch als Eigentümer 
genannt ist. VgL dazu oben S. 16 u. 98. 18 ccnoi- 
%ofuvov 'dahingegangen, verstorben’; der Aus¬ 
druck bleibt auch in der Urkundensprache der 
jüngeren byzantinischen Zeit im Gebrauch und 
wird hier gelegentlich erweitert, so dnzUOetv sie 
dovXslav xov, Neue Annalen zur Geschichte des 
lat. Erzbistums Patras, ed. E. Gerland, S. 222, 
Nr. 21,1. — Hinter avÖQog ein mäßiges Spatium. 
— Der Schreiber schreibt avftitexQaxsvtn, zur 
Form des p vgl. Z. 26 und 28 övyxoatov, Z. 89 
evfixzq>nvjjfizvijg, Z. 61 ccpspxoöisrcoe, Z. 68 
XQoyiyQccinievT]v , Z. 69 zyyey(fa(ipevayp, Z. 60 
sfijizvsiv. 19 vyueovg st. ijfiteea oder rjfuace 
beweist die Unsicherheit im Gebrauch des 
Wortes. — 1. cato toav. — Über die x(?V~ 
etriQux, die allen Parteien gemeinsamen Teile 
des Hauses, vgl. zu Mon. 9 , Z. 86. — »in xv- 
Imvog ist aus o verbessert 20 xsaaog ist 
nach dieser Stelle (vgl. P. 9, Z. 88) ein allen 
Hausbewohnern gemeinsamer Baum. Vgl. unten 
zu Z. 27. — Die alOqut sind offene Hallen 
oder Gänge gewesen. 21 Der aor. med. ava- 
xaveafuvov ist in dieser Zeit seltener als der 
aor. pass. — Der acc. absol. in dtaxftfuvrjv 
trjv oixucp zeigt arge Nachlässigkeit. 22 sni 

Vfliiohiner Pipyri (. 


xrjv 6V1JV7JV st. zv TT] ff VT] vT] wie Z. 42; der Ver¬ 
fasser der Urkunde P. 12 verbessert Z. 18 in 
tv evrpn\. 28 in ßccatayrjg ist ocy nachträg¬ 
lich deutlicher geschrieben worden. 24 Hin¬ 
ter xayviuov ein geringes Spatium. — Hinter 
xsxQaxa stand zuerst ein anderes Wort, das 
ausgewischt und durch ffot ersetzt ist; über ; 
von sig in Z. 26 stehen noch Farbspuren. 
26 Zu cuqovv vgL Wilcken, Archiv f. Papyrus¬ 
forsch. I 167, und Bücheier, Ehein. Mus. 66, 
p. 324. — Die mit ysixovsg Z. 24 begonnene 
Bestimmung des Hauses durch Angabe der 
Nachbarn wird hier unterbrochen durch eine 
genaue Bestimmung der einzelnen verkauften 
Teile des Hauses, Z. 26 ano xov xsXliov — 
Z. 81 sag asQog. Erst nach dieser umfang¬ 
reichen Parenthese fährt der Verfasser mit der 
Angabe der ysixovsg fort. 26 axo hat der 
Schreiber selbst nachträglich eingefügt. — Das 
letzte v in av/ixoatov (vgl. zu Z. 18) ist ver¬ 
bessert aus v. 27 to xlarog kann kaum et¬ 
was anderes sein als die Fläche, woraus die 
Übersetzung von xsaaog als 'Terrasse’ eine 
neue Stütze erhält — 1. vxoxsaaiov. — Über 
das ägyptische zqtiqs v gl Spiegelberg, Demo¬ 
tische Papyri der Strafib. Bibi. p. 18 ff. Nach 
dem Zusammenhang handelt es sich um einen 
im ersten Stockwerk unterhalb der Terrasse 
des zweiten Geschosses (»sffffo?) gelegenen An¬ 
nex. Vgl. jetzt Bell, Klio XIII 171 f. 

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122 


Urkunden 


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xal ditb xov voxCvov övfiitoolov iv xglxq öxiyy vsvovrog slg ßoßßav dg zb xotvbv 
at&giov xal heb xov iitdvm avxov digog itog digog x(al) heb xov dittßi&xixov (isyaXov 
30 d6paxog Sag digog x(al) xb fj/ucfv x&v aitdvxav %gr}6xr}gCcov dxb frepsUmv 

sog digog — vötov 4\ zvqpZr) xal öxsvrj gv/iy xal ij olxCa Zißgapdov Ila%vyLCov , 
ßoßßa $ fäiiT} drjpoöla, ditTjXtoxov Jj olxCa kßgaafdov IIa%vpCov , Xißbg 

olxCa ’AXiIdfiovog Ilaxs%vov^Cov 9 oloi f &v &<*{«} i ysixovsg itdvxrj itavzo&sv, 

xafrfog xal iv öxöpaxi vitrjyögsvöa. x(al) ovdlv ipol zb OvvoXov vxoXiluxtat, 

36 ditgazov dich xov zgodsd^Xovfiivov $\yd6ovg (ligovg olxCag x(al) x&v iatdvxov 
XQrjtixriQCav ditb d'SfisZCov £og digog f KsgtsX&bv slg ifih dito dixalag 

dyogatilag itagd ’lcoawov xov xal IToatxöiov xdxslvov dato yovix^g öiado%rjs 
itgbg xrjv övva^uv xr\g itaXatag itgdtisog, xiy^g xrjg itgbg dXXrjXovg 
6viMts<p(ovrniivrig xal övvagsodörjg %gvöov xstpaXcäov doxlfiov votiufpdxav 
40 itivxs £vy<p Dviftnjg, yl(vsxai ) %g{ytS°v) voQifapaxa) s £vy<p Hvrjvrjg, ijvstsg xrjv xe- 
Xslav xal d\iav 

xifiijv airtö&i ditsöxqxvia itagd <fov Kvgtaxov xov ovovfiivov diä %sigbg 
slg %stgd fiov £% olxov <fov istl zip Jhn/jvrjv dg id-po xal öxa^fnp itXrjgrj iv zfj 
ivstfz6<fj] Jjfiiga. x(al) ßsßai& 6ot xi(v itgäöiv itdäf) ßsßaioösi ditb itavxbg 

dtä itavxbg xov iitsXsvöofiivov aoi rj dvtutoLrjöofiivov. xov di htsXsvööfUvbv 6oi 


28 Zn avfutocHw vgl zu Z. 18. — Das v von 
ßoQQav ist nachträglich angefügt. 29 ento tov 
tnocveo avxov aaQog «»ff asQog ist sinnlos. Das 
richtige ano x. t. a. dcopaxog s. a. steht in der Ur¬ 
kunde P. 12 Z. 24, die nach der Vorlage unserer 
Urkunde angefertigt worden ist; vgl. auch die 
Bezeichnung der nächsten Wohnung in Z. 29/30 
ano xov anr\luazixov psyalov dcopaxog sag 
atQog. 80 %gr\6tr\Quov vgl. oben Z. 19 und 
zu P. 9 Z. 36. 81 Mit voxov wird die in 

Z.26 abgebrochene Bezeichnung der Nachbar¬ 
schaft wieder angenommen, vielleicht daher 
hinter asQog ein kleines Spatium. — aßgaptov 
ist Schreibfehler st. aßQaafuov, vgl. Z. 24 und 
32. 88 Hinter nats%vov^uov ein Spatium. — 

d* ist mit Apostroph geschrieben, mm falsch 
st. o) 0 ». Die ganze Formel oioi d* av toot wird 
grammatisch von den Schreibern dieser Zeit 
nicht mehr verstanden, wie die zahlreichen 
orthographischen Fehler gerade in diesen Wor¬ 
ten lehren, vgl. P. 9 Z. 36. 85 XQoisdriXov- 

pgvov hier wie immer st. ngoMrjXmfiepov. 
— rjfucovg die richtige Form der Koine. 
88 Hinter atgog ein kleines Spatium. — xtQiel- 
&ov ist grammatisch nicht angelehnt, dem 


Verfasser schwebt wohl Z. 16 xo tinaQyov po» 
Ttfiiöv oXoxItiqov fugog vor. 87 ln nanxaiov 
ist T 0 aus n, wie es scheint, korrigiert; merk¬ 
würdigerweise ist auch P. 12 Z. 30 der Name 
erst durch Verbesserung richtig hergestellt. 
— mnstpov st. xai atg sxetvov ist auch ganz 
formelhaft, es schwebt dem Schreiber irgendein 
gen. abs. vor wie xXrjgovofirioairxog oder ähn¬ 
lich. 88 XQog xr\v ävvafuv xrjg xaXautg nga- 
otag ist zu xtguld'ov sig e/u zu beziehen. — 
Hinter ngaoetog ein kleines Spatium. 89 Es 
steht 6vftnaq>a>v7]fiBPT]g da, nicht ownttp. , vgL 
z. B. Z. 61 avaitnoitaxcog, Z. 68 ngoysygafi- 
fi&rjjv. 40 Über dem zweiten 0 des zwei¬ 
ten ovrjmjg ein Punkt. 41 Von ro* ist die 
Farbe abgesprungen. — an*a%r\%vXu ist falsch 
st. amom%a i vielleicht stand im Konzept 
ansozrjna eyco ij nsngaxvut, vgl. Z. 46. 42 Zu 

exi xi\v ovTr\vr\v st. ev xri ovrjprj vgl. oben zu 
Z. 22. 48 Hinter rjfiaga ein kleines Spatium. 

44 Man würde nag dm navxog für einen ein¬ 
zigen Begriff halten =» f jedweder einer’, al¬ 
lein in der Kopie P. 12 Z. 86 ist umgestellt. — 
00 » ist verbessert aus oqv. 


Gougle 


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Nr. 11. Verkaufserklärung über Hausteile 


123 


jjj dvtixoi^bpsvov ixötijtfovtfa iyä) xsitgaxvia xal xaftagoxoitföco 601 46 

iÖCoig pov dvakmpaöi xal öaxavrjpaäi x(al) tov nsgl %gd6s(bg ts xal ßsßatcb- 
<fs(D$ vöpov xg'og t<p öl Okavl'ov Kvgiaxov rbv Ttgidpsvov dstsvtsv&sv 
xvgisvsiv xal Ösöitb&w xal öioixstv xal oixovopslv xal olxoöopstv 
xal xmkslv xal %uQl&6ftai x(al ) pstcatcokslv x(al) dkkayäg noislv x(al) ts- 
xvoig xal 

iyyövotg xatakstyai xal itdvta xsgl avtov itoislv ts xal itgdttsiv dx mk 'vzoog 60 
ts xal dvspxodCötag, x(al ) pij iyxakstv 6oi ptfts iyxakiösvv prjö* itsgöv tiva t&v 
ipov övöpcctog Iv r<j5 vvv x(al) iv ptjösvl xaigif xccrä prjöiva tgöitov 
dtpogpf] { v } prjöspiäj prjösvbg öl t&v xkrjgovöpav pov r} tixvtov rj iyyövav 
t&v t<p yivsi pov dy%i6t£v6vt(ov icgog itatgog rj xgbg prjtgog övvrjöopsvov 
ivaysiv öov % iyxakstv r\ dCaitav xivrjöai xctxd öov tavtrjg svsxsv tfjg iijeo- 66 
freöscog, 

tov öl tokp^öavta iyxakstv öoi ij dvtin(oC)slv öoi ij xagaßrjvcu ^ ^ccgaöa- 
ksvöai 

taötrjv tiyv itgaöiv prjölv plv (ayskijöei { s } v, stagi%si(v) öl köyßj itQoöxlpov 

aaQaßdös&g trjv xgoysygappivyv tiptjv iv öwthp xal prjölv t($%vsiv 

xcctä t&v iyysygappivoov tavtj] tfj itgdösi, dkkä stgbg tcö avtov dxovta 

ippivsiv aötfj Sg iv drjpoöCm &Q%sC<p ysysvrjpivrj öiä tb ipol dvdyxrjg 60 

pij iTUXscpevrjs i} ßfag ij dxdtrjg % öökov nvög, dkkä öiä tb ipol otita 

ösööx&cu nsicgaxivai öoi tb icgoxsCpsvov fjpiöv pigog olxCag x{al) tb 

ijpiöv dito t&v (Tvyxt]g<ydvta>v xgrjötrjgiav^ x(al) dxsöxtjxivai ps Tiagä öov 

45 ax 6 tT\aovOa ist wieder falsch st. cx- tolfirjeeia) unmöglich; weiterhin Z. 68 richtig 

gnjffoa wie Z. 41 axeo%T\xvla st. tath 6 %i\%a y hier Vayveiv. Also ist cotpslrjösiv (intr.st.mtpfilrjtfftfOca) 

besonders nachlässig wegen des folgenden nnd xaga&eiv zu schreiben. — loyoa steht zum Teil 

xai xa&ccQoxoi 7 } 6 (a. P. 12 , 86 bietet exottjoa. an Stelle eines weggewischten Wortes. 58 Zur 

46 x(ai) tov ist eine starke Nachlässigkeit Schreibung des /i in XQoyBYQctfifisvriv vgl. zn Z. 18. 

st. xocta tov , im Konzept der Urkunde war — xcu ist an dieser Stelle ungewöhnlich, in der 

hier wie an anderen Stellen wahrscheinlich Regel liest man rov oder XQog tot (vgl. z. B. 

abgekürzt. 50 xbqi avtov , sc. rov tiqcc#bv- P. 14,91), das hier an falscher Stelle in der 

tos psQOvg oixuxg, Tgl. zu Z. 86. 51 Zur nächsten Z. 69 folgt, wo nur itQog tovtm mög- 

Schreibung des p. in avennodiarag vgl. Z. 68 lieh wäre. 60 1. tfi$, da das Subjekt zu ne¬ 
in Xffoyeygafifuivfjv. 53 1. atpogfirj. — Das XQaxevai (vgl. Z. 68 axeOyTjxevai (is) vermißt 
v in eyyovav ist am Ende der Zeile durch wird; der Schreibfehler erklärt sich aus Z. 61 
Querstrich über © bezeichnet. 55 Zu dtaitav <ha to spot. 61 In axatrjg ist axa durch 
xivrjoat, vgl. Afon. 6 , 44. 56 xolpuaavta ist Korrektur entstanden. 63 L ovyxvgovv- 

Schreibfehler st. tolfirjoovta. — 1. uvtix(oi)eiv. tav\ zur Bedeutung „vorhanden“ vgl. die 

An amixsiv wird nicht zu denken sein, ob- Beispiele bei Herwerden, Lex. gr. H 1876 

wohl sonst in unseren Urkunden stets avu- s. v., es ist aber zu beachten, daß an den 

xomo&ai. gebraucht wird, denn die Abschrift Parallelstellen in unseren Urkunden xotvmv 

P. 12 y 48 bietet avtixouiv. 57 a>q>ali] 0 H£v und ovtcov steht. 

nage^ei sind nach tov Sa tolfirjtavta (st. et. Se tag 

16* 


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124 


Urkunden 


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trjv xeksCccv x(al) iyxBipivrjv XLpijv iv xQVffov voptOpaxloig xbvxb £vy<p Evijvrjg 
66 xai xavxr}v ix&iö&cci (Sol xijv ngatSiv ngog &6<pdXsiav xvglav ovöav ocal 
ßeßaCav xal dföayi j xal dödUvxov x(al) iwopov dn(a)vxa%ov ngotpsgopivTjv 
xal iptpavL^opivqv pB& vnoygaq)rjg xov vnbg ipov ünoygdepovxog 
xax* ipr)v d^LcoäiV) x(aV) AnBgGJxrj&sttSa xccxä ngööconov d>poAöytj<sa x(al) dniAvtia ■}*• 
(2.H.) f AvQ 7 }Ua Tanla övydxvjg TfSiov ix ptjxgbg Magtdp dnb Zvifvrjg $ ngoxBi- 
pivrj ningaxa 

70 xb vndtgyov poi ffouttv pigog 6A6xAtjgov olxlag dxb iÖdtpovg &%gi digog (Svv xecvxl 


avxov 


x& dixalm xal dni6%ov nctgii (Sov xrjv ngoysygappivrjv xeUlav xipijv iv voptOpaxloig 
xivxB %vy<p Dvijvrjg^ xal ßsßaid)<S(D (Sol xavxrjv xijv xq&6lv ndtsy fießaiausei xal 
6X0LX§t fiOL rcdvxa 

xd iyyeygappiva <b g ngöxBLxaL. &A(afaog) &BÖda>gog Aßgaaplov Oxp(axL(hxrjg) aQift- 
poti Uvtfvrjg d&m&Blg iygcctffa 

{fxbg aöxrjg ygdppaxa pij Bldvtrjg f. (3.H.) f'&l(atnos) 'Aßgadp Movöalov (Stga- 
(xL<bxrjg) Aey(Bßvog) 2Jvi^vrjg 

75 pagxvgß xfj ngdöBL axovöag nagd TaxCag xrjg xal fapii' 

(4.H.) f m(arnoe) Kdfisg ’loäx erQa(udnt] S ) &Qi&(itov) Ev^Cl? fucQTVQä tfj 
(Sbl dxovOag nagd xfjg ftspivrjg f. 

(5.H.) Y'Iöaxog üaBlovog dg%tdLdx(pvog) xrjg dylag MaQlag Zknjv (g p&gtvgß 
xfj xgdtiBL dxovoag nagd xov d’spivrjg f. 

(6. H.) f 0A(cc6Log) "Ana Alog flgambdixog (SxQa(xL(bxr}g) dgLfrpov 22vrfi & pagxvgß 
xfj ngdöBL dxovtSag nagd xrjg 

80 A/ifg f. (7. H.) f G>A(avi,og) Kvgog htdixog AnöAlavog Bvgs&sl g iv 2/ui 
xvgß xavxj] 

xfj ngdöst aUrfislg naget xrjg öepivrjg fff. 

(8. H.) f di ipov Magxov "Ana Alov iygdtprj. 


66 Im Texte steht axvxa%ov , vgi. z. B. Z.44 
itanog, Z. 60 xavxa. 69 Wie die verschie¬ 
dene Farbe der Tinte lehrt, sind die Unter¬ 
schriften nicht zn gleicher Zeit gegeben wor¬ 
den. Fl. Theodoros nnd Fl. Abraam gebrauchen 
eine rotbraune, Fl. Komes eine tiefschwarze 
Tinte, w&hrend die übrigen Zeugen und vollends 
der Verfasser der Urkunde sich einer blässeren 
Tinte bedienen. 70 s in tdatpovg ist von erster 
Hand über der Zeile nachgetragen. 72 trtoi- 
X»i poi xavxa ist verwischt, aber zu lesen. 
75 Der Zusatz xai zum Artikel gehört der 
Vulgärsprache an wie in 0$ xal, ubv xal, pi%gi 



xal usw. 76 xoptg ist wieder Eigenname. 
xaqa rrjg ist ein zweites Mal mit frischer Tinh 
nachgezogen worden. 77 xov ^eptvrjs st. xrjg O. ' 
beweist, daß auch dem Archidiakon Isakos das 
Griechische nicht Muttersprache war. Es fehlt 
am Anfang Flavios. 79 xgcuxootxog ist Schreib¬ 
fehler st. xQautoffirov. 81 Der Verfasser der 

Urkunde Markos Apa Dion ist trotz des Aus¬ 
drucks tyQatprj di tfiov (übrigens nicht tm 9 
eftov) nicht identisch mit dem Schreiber, seine 
Schrift ist kleiner und runder, einzelne Buch¬ 
stabenformen weichen ab. 


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Nr. 11. Verkaufeerkl&ning über Hanateile 


125 


Yerso: 

(I.H.?) f IIqccöi(s) tffttöv f i£g(ovg ) o tx£(ag) falb frepskCav sag äigog KQafr(svTog) 
it(aQä) Tcatiag frvy{atgbg ) Töiov ^(rgog) Mccgiäp %rjQEyovo[r]g 
falb Dm fvrig Ti[i(?ig) %q(v6°v) vo(juöfiaxC(Dv) s t(yyip) Z^y^mig. 

Yerso: Es läßt sich nicht bestimmt ent- schrieben ist. In rjfuav fit# ist rjfuav inde- 
scheiden, ob das Yerso von dem Schreiber der klinabel gebraucht wie sonst bei Zahlen, in 
Urkunde oder von einer anderen Hand ge- jrnpswwafas] ist das erste v unsicher. 

ÜBERSETZUNG. 

f Im fünften Jahre der Regierang unseres göttlichsten Herrschers Flayios Mau* 
rikios Tiberios, des ewigen Augustus, Imperators und größten Wohltäters, und im 
dritten Jahre des Konsulats ebendieses unseres Herrschers am 10. Phaophi der 
5. Indiktion in Syene. 

f Aurelia Tapia, Tochter des Tsios von der Mutter Mariam, ohne ihren Mann 
als Vormund handelnd, stammend aus Syene und den untenfolgenden Unterschreiber (6) 
beistellend, der für sie unterschreibt, und die Zeugen, die unten in ihrem Auftrag, 
diesen geschriebenen und festen Kaufvertrag bezeugen, f an Flavios Kyriakos, den 
Sohn des Menas, Reiter im Numerus von Syene, Gruß. Ich, die vorgenannte Tapia, 
erkläre durch diese meine geschriebene Kaufurkunde freiwillig und überzeugt, ohne (10) 
jede Arglist, Furcht, Gewalt, Täuschung, Nötigung, Erschleichung, Schmeichelei, 
Hinterlist, und (ohne) jede schlechte Absicht, Bosheit, Tücke, ohne jedwede Ver¬ 
kürzung, sondern mit freiwilligem Bewußtsein, listlosem Vorhaben, reinem Gewissen 
und richtigem Verstände entsprechend dieser einfachen schriftlichen Urkunde dir 
heute verkauft und verschrieben zu haben nach Kaufsatzung und zu ewigem Besitze (lß) 
und jedem vollsten Eigentumsrecht die ganze mir gehörige Hälfte eines Hauses, in 
dem Zustand, in welchem sie sich befindet, vom Erdboden bis zum Luftraum, von 
welchem (Hause) die andere Hälfte dem Jakobos, meinem verstorbenen Manne, ge¬ 
hört; ferner auch dir mitverkauft zu haben die mir gehörigen Hälften des ganzen 
Zubehörs, des Vorhofes, des Portales, der Terrasse, der Atrien und des Backofens, in (SO) 
jeder Beziehung entsprechend der früher auf meinen und meines verstorbenen Mannes 
Jakobos Namen ausgefertigten Verkaufsurkunde. Es liegt aber dieses Haus in Syene 
an der Südseite des Kastells und an der Straße des öffentlichen Kamelstalles für die 
Paketpost von Philai und des Hauses des Abraamios, Sohns des Pachymios. Angrenzer 
aber des ganzen Hauses, von dem ich dir die mir zukommende Hälfte verkauft habe (26) 
— (nämlich) die Hälfte von der Kammer im ersten Stockwerk, die gegen Norden an 
die öffentliche Straße grenzt und von dem darüber befindlichen Speisesaale im zwei¬ 
ten Stockwerke, der gegen Westen an die Fläche der Terrasse grenzt* und von dem 
unter der Terrasse befindlichen Gemach, auch Chrere genannt, im ersten Stockwerk, 
und von dem südlichen Speisesaal im dritten Stockwerk, der nach Norden an das 


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126 


Urkunden 


gemeinsame Atrium grenzt, und von dem darüber befindlichen Gemach [P.: Luft- 
( 30 ) raum] bis zum Luftraum, und vom östlichen großen Gemach bis zum Luftraum, und 
die Hälfte von dem ganzen Zubehör von den Grundmauern bis zum Luftraum — (An¬ 
grenzer also sind) im Süden die dunkle und enge Gasse und das Haus des Abraamios, 
Sohns des Paehymios, im Norden die öffentliche Straße, im Osten das Haus des Abra- 
amios, Sohns des Paehymios, im Westen das Haus des Allamon, Sohns des Patech- 
noumios, und wer auch immer Angrenzer sein mag überall und von allen Seiten, wie 
( 36 ) ich es auch mündlich diktiert habe. Und es ist mir ganz und gar nichts unverkauft 
übriggeblieben von der vorgenannten Hälfte des Hauses und des gesamten Zubehörs 
von den Grundmauern bis zum Luftraum, die an mich gekommen ist aus rechtem 
Kauf von Johannes, auch Paptsios genannt, und an jenen durch Rechtsnachfolge 
nach seinen Eltern, entsprechend der Kraft des alten Kaufvertrages, wobei der gegen- 
( 40 ) seitig vereinbarte und beiden passende Kaufpreis fünf Solidi geprägten vollwertigen 
Goldes Syener Gewicht, macht 5 Sol. Syen. Gewicht, beträgt, welchen vollen und ent¬ 
sprechenden Preis ich auf der Stelle von dir Kyriakos, dem Käufer, bar in meine Hand 
aus deiner Privatkasse in Syene voll nach Zahl und Gewicht am heutigen Tage erhalten 
habe. Und ich gewährleiste dir den Kauf mit jeder Gewähr in jeder Weise gegen 
jeden, der dich angreifen oder dir entgegentreten sollte. Denjenigen aber, der dich an- 
( 46 ) greifen oder dir entgegentreten sollte, werde ich, die Verkäuferin, fortbringen und dir 
mit meinen eigenen Mitteln und Kosten (die Sache) bereinigen nach Kauf- und Ge¬ 
währleistungssatzung, damit du Flavios Kyriakos, der Käufer, von nun an dort Herr 
und Eigentümer sein, schalten und walten, bauen, verkaufen, verschenken und wieder 
( 60 ) verkaufen, vertauschen, Kindern und Enkeln hinterlassen und damit alles tun und 
maehen könnest, ungehindert und ungehemmt. Und (ich erkläre), dich nicht zu 
verklagen noch verklagen zu wollen, noch soll irgendein anderer, der in meinem 
Namen handelt, jetzt oder bei irgendeiner Gelegenheit in irgendeiner Weise unter 
irgendeinem Vorwand, sei es einer meiner testamentarischen Erben oder Kinder oder 
Enkel oder einer der Verwandtschaft nach Nächsten von Vaters- oder Mutter- 
(66) seite her, dich angreifen oder verklagen oder gegen dich ein Schiedsgericht wegen 
dieser Sache veranlassen können. Wer es aber wagen sollte, dich zu verklagen oder 
dir entgegenzuhandeln oder diesen Kaufvertrag zu übertreten oder zu erschüttern, 
dem soll es nichts nützen, er soll aber als Buße für die Übertretung den vorgenannten 
Kaufpreis doppelt erlegen, und nichts soll Kraft haben gegen das in diesem Kauf- 
( 60 ) vertrag Geschriebene, sondern er soll noch dazu wider Willen dabei bleiben müssen, 
als wäre der Vertrag in einem öffentlichen Archiv hinterlegt, da ich ohne vorliegende 
Nötigung, Gewalt, Täuschung oder irgendwelche Arglist, sondern weil es mir so gut¬ 
dünkte, dir die vorgenannte Haushälfte und die Hälfte des dazu gehörenden Zube¬ 
hörs verkauft, von dir den vollen vorgenannten Kaufpreis in 5 Goldsolidi Syener 
(66) Gewicht erhalten und dir diese Kaufurkunde zur Sicherheit ausgestellt habe, die 
gültig, fest, unzerreißbar, unübertretbar und rechtsbeständig ist, wo immer sie vor¬ 
gebracht oder aufgezeigt werden mag mit der Unterschrift des für mich auf meinen 


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Nr. 11. Verkaufserklärung über Haiuteile 


127 


Antrag Unterschreibenden, und befragt habe ich persönlich zngestimmt und (die 
Urkunde) ausgefertigt f. 

Es folgen die subjektiv stilisierte Subskription des auf Antrag der Schreib¬ 
unkundigen für sie Unterschreibenden, 5 Zeugenfertigungen und die Erklärung des 
Verfassers der Kaufurkunde. 

Verso: Inhaltsangabe. 


EINZELBEMERKUNGEN. 

1/3 Das 5. Regierungsjahr des Maurikios dauert vom 13. August 586 —12. August 
587. Da der Papyrus vom 10. Phaophi (— 7. Oktober) datiert ist, liegt auch die (circa 
Juni) beginnende neue Indiktion, — der Zyklus begann 582 — also die 5. vor. Das 3. Kon¬ 
sulat des Kaisers dürfte am Anfang 586 begonnen haben. Vgl. oben zu Mon.10 Z. 1/4. 

6 Die Zeugen werden als xa*' imtgon^v orfrifc handelnd angeführt. Also testes ro- 
gati, zugezogene Zeugen, was auch zuweilen der Zeuge von sich bemerkt, indem er sich 
als aivrfttlq bezeichnet. Übrigens ist jeder Solemnitätszeuge rogatus, mag er das bemerken 
oder nicht. Hier ist vielleicht gerade mit Rücksicht auf den zufällig anwesenden und bei¬ 
gezogenen Zeugen Z. 80 f. das rogatus betont 

8 xaßalXctQhp: In den Papyri m. W. bisher nur bei Wessely, Stud. Pal. X, Nr. 160,1 
(Arsinoe 6. Jabrh.) belegt. KaßaXXagwg — tnnsvq, caballarius = eques. Vgl. Sophocles, 
Greek Lexicon, und insbesondere Du Cange, auf den Steph. Thes. Graec. verweist Vgl. auoh 
die Zitate im Thes. L. Lat 3. jetzt Maspero, Organisation 58 f. 

18 ff. Die itQüöig und xaraygatpfj erfolgen demnach am selben Tage mit Besitz- und 
Eigentumserwerb seitens des Käufers xerror jrfvds tt)v ccnXfjv tyyqa<pov &<s<p&Isiecv (ebenso 
unten Mon. 16 Z. 3f.), also „durch“ diese Urkimde in einfacher Ausfertigung. Vgl. noch unten 
Mon. 13 Z. 26: &no daqtatsunoti öixalov y^pfiaxog. Zum Problem der „traditio cartae“ 
vgl. für die byzantinischen Rechtsquellen neuestens Ferrari, FonmUari notarili 72—75, 
wo auch die zahlreiche moderne Literatur zu dieser so interessanten Frage, insbesondere 
auch dazu, ob Übergabe oder Ausstellung der Urkunde entscheidet, verzeichnet ist Die 
Frage darf noch nicht als beantwortet betrachtet werden. 

16 oXoxXtiqov deutet hier nicht auf durch Erbgang Erworbenes, da die Verkäuferin 
nur käuflich Erworbenes weitergibt 

21 Der Kauf, den Jakobos und Tapia abgeschlossen hatten, und der die verschiedenen 
Stockwerksteile nebst Zubehör (s. Einleit) umfaßte, war wohl von beiden Ehegatten ge¬ 
meinsam mit Johannes (Z. 37) abgeschlossen worden. 

28 Zu dijfufamg, „öffentlich“ vgl. Wilcken, ChresUm. 3.230. 

36 f. Hier ist auf die Tatsache hingewiesen, daß der Auktor der Verkäuferin selbst 
die Hausteile käuflich (rfjjg naXatüq Ttqämwg) erworben habe. Vgl. den ganz parallelen 
Terminus 6 %dgir\q b rtaXaibg in den mittelalterlichen Urkunden, die Ferrari, Documenü 52, 
untersucht. Zur Bezeichnung der Singularsukzession kraft Kaufs als vopix^ duxöo%Tj vgl. 
zu Mon. 1 Z. 38. 

52 ifioi f bvoficcrog, d. i. als Stellvertreter. 


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128 


Urkunden 


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53 f. Den xXrigovo^ot als hier wohl testamentarischen Erben (Mon. 1 Z. 38) werden 
gegenübergestellt xixva, dann iyyovoi und als dritte neben Kindern und Enkeln die xm yivu 
fiov äyxunsvovxeg. Da Kinder und Enkel besonders genannt sind, so ist wohl an die wei¬ 
teren erbberechtigten Kognaten gedacht. Vgl Lex. Seguer., Bekker, Anecdota I, 333 — 
Photios, Lexikon (ed. Naber 1864 vol. I 202; ed. Beitzenstein 1907) s. v. &y%ufxeto: ovy- 
yiveta. xal dy%tOxug' oi Satb MiXtpmv xal dvstyi&v xal tolcav xccxd nötiget xal firjxtga iyyv- 
xuxm xov xsXevxrjäavtog. ot 6h Qm xovxmv Ovyyeviig fidvov. Und Ammonios (ed. Valkenaer) 
p. 5 s. v. 'Ayyusxeig %cd Bvyysvetg xal Ohami 6ta<pigovßiv, dyytäzeig phv yag, olg, imt66v 
ttg ix xoü yivovg dno&dvy , &vy%mgei & vofiog dvxtnoutö&at x&v xotovxmv 6ixolmv 9 Ovyyz- 
veig di ot ovreg ix xoü avxoti yivovg , ov xaXovfisvoi 6h dnb xöbv v6(mov inl xd dyyiOxvxd 61- 
xata. Zahlreiche weitere Quellen im Thes. Graec. Also liegt das Gewicht auf der Möglich¬ 
keit gesetzlichen Erbrechts. Das ist nun aber nach justinianischem Becht bekanntlich un¬ 
beschränkt, soweit die Verwandtschaft nachgewiesen werden kann, und es kann hier das 
ayzusxsvovxsg nur die zum Nachlaß berufenen Kognaten (natürlich sind es stets die dem 
Grade nach nächsten) überhaupt bedeuten. Das Wort wird in der Juristensprache auch 
für affinis Verschwägert’ verwendet. Vgl. etwa Theoph., Inst, paraph. 1, 10,12 adfinitatis 
impedimentum — xijv ix xrjg dypaxetag xcoXvoiv; Zachariae, Gesch. 66; aber in unserer 
Formel kann doch diese Bedeutung nicht in Frage kommen. Gemeint sind vielmehr nächst 
Kindern und Enkeln die Verwandten von Vater- oder Mutterseite her. Das zeigt deutlich 
das Schema cognationum bei Ferrini, Theoph . II p. 498 s. So m. E. wohl auch im For¬ 
mular bei Ferrari, FonmUari notarüi Nr. 38 p. 24 1. 2, während Ferrari p. 78 an Ver¬ 
schwägerte denkt. Möglich endlich, daß unser Text eine unbewußte sprachliche Erinnerung 
an die dyyiaxug des griechischen, speziell attischen Bechtes birgt. Darüber ausführlich 
Beauchet, Droit priv . Rep. Athen. I 21 ss. 

70 f. övv nctvxl avxoü xm 6txalm: das ganze Becht, richtiger alle zugehörigen Bechte, 
steht hier für zgrjaxrjgia. Das Becht am Zubehör ist Nebenrecht des Eigentums an der 
Hauptsache. Insoweit, wie hier, Stockwerkeigentum veräußert wird, handelt es sich nicht 
bloß um Pertinenzen, sondern um akzessorische Bechte, also Bestandteile des Grundstücks 
im Sinne von BGB. § 96. Die Schwierigkeit abstrakter Grenzregelung zwischen Pertinenz 
und Akzession liegt auch hier zutage. 

80f. Da der ix6txog von Apollonopolis zufällig in Syene anwesend ist, gewinnt das 
cdtrfteig naga xrjg fcfiivrig (Z. 81) eine besondere Bedeutung. 

Nr. 12. 

VERKAÜFSERKLÄRUNG ÜBER HAUSTEILE. 

Inv.-Nr. 104. Höhe 78 cm, Breite 32 cm. Rekto 59 Zeilen. Syene. 13. August 
590 —12. August 591 (?). Tafeln XXVI. XXVH. 

Der Papyrus bestand ursprünglich aus dem Schutzstreifen und wenigstens fünf 
Selides von je 18—20 cm Höhe. Der Schutzstreifen mit der Inhaltsangabe auf der 


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JJNJVER5ITY OF.MJC HIGAN 



Nr. 12. Verkaufserklärung über Hausteile 


129 


Rückseite ist verloren, ebenso von der ersten Selis ein Streifen von 2—3 cm; von 
der fünften Selis ist nur ein Streifen von 3 cm Höbe erhalten, das übrige wohl 
nicht abgebrochen, sondern schon vom Schreiber abgeschnitten. Rechts nnd links 
ließ er einen Rand frei, der jetzt bis auf 1 cm beschnitten ist. Der Papyrus ist 
gut gearbeitet und geglättet, die Farbe etwas ungleich. Leider ist sie an vielen 
Stellen so stark abgesprungen, daß das Lesen sehr schwierig wird, zudem fehlt nicht 
nur der Anfang, sondern auch die 7. Zeile ist herausgebrochen. Die Schrift ist eine 
etwas plumpe Minuskelkursive ohne wesentliche Abkürzungen, die Zeilen laufen senk¬ 
recht zur Faserung, parallel den Klebungen. Vorlage dieser Urkunde bildete Mon. 12, 
der stellenweise wörtlich und bis auf orthographische Fehler genau, dann wieder 
flüchtig (vgl. z. B. zu Z. 43) kopiert worden ist (s. unten Wenger). Leider ließ der 
Schreiber, der mit dem Aussteller der Urkunde nicht identisch ist, es auch im 
übrigen an der nötigen Sorgfalt durchaus fehlen; über das einzelne vgl. den Apparat. 


Subjektiv stilisierte Verkäufererklärung, geschrieben unter dem Hamen des Apa 
Dios, Sohns des Sabinos. Für den Verkäufer unterschreibt ein Soldat aus dem Numerus 
von Syene. Zeugen sind nur drei vorhanden, zwei davon Soldaten aus Syene. 

Verkäufer ist Fl. Kyriakos, derselbe, welcher Mon. 11 als Käufer erschienen ist. 
Käufer sind Fl. Patermouthis und Kako, seine Frau. 

Kaufobjekt sind dieselben Hausanteile, die Kyriakos in Nr. 11 von Tapia er¬ 
worben hatte. Vgl. Einl. zu Nr. 11. 

Die frühere Urkunde ( Mon. 11 ) lag dem Verfasser dieses Papyrus gewiß vor 
(s. oben Heisenberg). Das Schema ist im wesentlichen das gewohnte, aber der Ver¬ 
fasser dieses Textes hat doch — wie dies bei den Texten aus dieser Zeit ja üblich — 
gelegentliche Abweichungen vorgenommen und originelle Wendungen gebraucht. So 
gleich zu Anfang, wo der Verkäufer die Glaubwürdigkeit der Zeugen versichert. 
Ebenso in der Eidesformel (Z.46ff.), die (selten für diese Zeit) die xv%r\ der Regenten 
(statt vlxtj , duxfioviji (ScotrjQCa), „ein ehedem eminent heidnisches Symbol" (vgL 
Wenger, Z. Sav.-St. XXIH 262), und zwar sogar mit dem Beiwort ovqocvios nennt. 
Ebenso Lond. HI 992,15 (S. 253) (a. 507). Das 6oi in Z. 20 und 40 verrät die Vor¬ 
lage, der Schreiber hat übersehen, es durch das hier gehörige vfilv zu ersetzen. 

[IJrovg £[v]dr[ou] xal vn[ar£]/[ccs tov au rot) deöicörov fjti&v itovg ißdöpov(?) 
(Monat, Tag) trjg ivcctrjs (?) tv6(ixxCovog) iv Uvijvrj. 


1 [c]rov$ ist ziemlich sicher gelesen, ebenso 
später xcu vir, auch das e hinter erovg ist nicht 
zweifelhaft. Da der Papyrus hart über e ab¬ 
gebrochen ist, läßt sich nicht entscheiden, ob ein 
Strich darüber stand, der die Ziffer bezeichnet 
hätte. Dagegen spricht, daß in den übrigen Ur¬ 
kunden unserer Sammlung an dieser Stelle die 
Zahl hinter srove ausgeschrieben ist. Hinter s ist 
Baum für einen, vielleicht auch zwei Buchstaben, 

Münohener Papyri I. 


dann weisen die Spuren auf ocr. So spricht 
die höchste Wahrscheinlichkeit für e[v]ar[ov], 
denn der Strich unter e ist der Best des Ab¬ 
kürzungsstriches von tpl(aviog ) in Z. 2. Die Ur¬ 
kunde ist, wie im folgenden zweifellos sich ergibt, 
nach der Vorlage von Mon . 11 angefertigt, der 
vom 7. Oktober 586 datiert ist, außerdem wird 
unten Z 46 ff. der Eid bei Kaiser Maurikios ge¬ 
leistet. Das 9. Jahr des Kaisers läuft vom 
17 


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130 


Urkunden 


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f 3U(at5tog) Kvgiaxbg Mrjvä axg(axubtqg) xqßqXXd(giog) dgi&pov Zvrjvrjg 6 xal 
£%fjg [{ncoygapia itag£%m> xal 

pagxvga[g] d£ioxfaxovg roüg sfcrjg fiagxvgovvxag xatfxj] xfj xgdöei f &Xavt<p Ila- 
reQpov&hp 

vlc5 Mrjvä fiyxgbg TöCag tfrgaxicoxf] dgid'pov ’Btetpavxivrjg dato Evrfvyg xal rfj 
xovxov 

6 6v(ißi(p A$)QiqU<f Koxg) &vyaxgl Iax&ßov firjxgbg Tcatla g [Salb tfjg avxrjg Evijvrjg 
bgficofidvQ 

%a£gsiv. XtpoXoyfb iyco 6 itQoysygappivog Kvgiaxbg Sxfov xal itsiteioßivog 
&vsv döXov jtavxog xal tpößov xal ßCag xal dxatrjg xal dv[d]yxrjg xal övvagxayrjg 
xal itsgt- 

ygagrfjg itdörjg, äXX’ av&cugixtp yv6p^ xal dfi£xaßXTjx[<p öxo]i r[$5] xal dt uxax Qixxp 
XoyuffiQ 

bgfrfj diavoly ßfßcrfa xfoxei mxuGpivß ngoaigitSti avvstdijäsi dXixgivel vcsxgccx£[vai 
10 tffilv tiijfiegov xolg TtQoyaygapLuivoig Ilaxegpov&Zm t xal Koxcb xal xatayeygatprjxivai 
dstb rot) wvl ktl xbv del xal ijjfjs catavxa öirjvexrj %g6vov xXrjgsöxdxqt itavxl deö - 
xoxdag 

fhxcUtp [xa]l xaöfj i£ov<sCq xal alcovla xarojffj] xaxä xbv nsgl itgdösag xal ßeßauo- 
6s<og x[e£- 

ftsvov vöfiov xb vxag%ov (ioi fjfuöv pigog dito xdffyg SXoxhjgov olxlag, oZa g i öxlv 
dia&sösag datb idatpovg icog digog, ov xal xb äXXo rjfuöv dvrjxei ’laxcoßov dxoi%opivov 


18. August 690 — 12. Angast 691. Es liegt nahe, 
den fehlenden Anfang der Urkunde nach der Vor¬ 
lage Mon. 11 su ergänzen. Denn eine Ergänzung 
etwa nach der Eingangsformel br M/ucu xo€ 
xvqLov xal decndxov IvöqQ zqusxoG , wie sie in 
unserer Sammlung zuerst mit Nr. 14 vom Jahre 
694 auffcritt, ist hier ausgeschlossen, es müßten 
dann, nach Nr. 14 gemessen, etwa 167 Buch¬ 
staben vorhergegangen sein. Nun folgt aber 
aus der Regel, daß der Text auf dem An¬ 
fang einer Selis beginnt, hier das Resul¬ 
tat, daß nur zwei Zeilen vorausgegangen Bein 
können, denn für mehr Zeilen ist nach dem 
Umfang der Selides und dem Zwischenraum 
zwischen den Zeilen nicht Platz. In unserer 
Urkunde enthält die Zeile durchschnittlich 
60 Buchstaben, die Ergänzung nach Mon. 11 
umfaßt 107 Buchstaben. Daher läßt sich von 
dorther der Anfang ergänzen: 

[Baadelag toü tourcaxov fjß&r itcitdxov QXavlov 
MclvqixIov ] 


[Ttßiqlov xov cdcovlov AüyovfSxov A6xougdxoQog 
xal (uylarov titgyixov] 

woran sich die erste erhaltene Zeile des Papyrus 
anschließt. 2 Auch diese Zeile ist z. T. ab¬ 
gebrochen, z. T. ist die Farbe abgesprungen; 
von vnoyQatpsa %ag*%mv sind die unteren Reste 
noch erhalten. 4 Die Namen fiipta und xautg 
Bind, wie besonders bei xaiag die blasse Tinte 
verrät, nachträglich eingesetzt worden, ohne 
daß der dafür freigelassene Raum ganz ausge¬ 
füllt werden konnte. 5 Uber cd in övfißuo 
steht ein Zeichen, das sich als x deuten ließ; 
aber weder ovfißuoxrj noch xij avgrjUa ist wahr¬ 
scheinlich. — Die Schreibung xoxS findet sich 
in dieser Urkunde regelmäßig statt xaxcö. — 
Von prjxgog ran ta g [cnto xrjg sind noch Reste 
erhalten, das Ende der Zeile iBt ausgebrochen. 
7 Über dem ersten er von cvvagnayrjg steht ein 
Punkt. IS In Pap. 11 war der Begriff 6X6- 
xXtjqov mit ijfuäv piQog verbunden. 14 ov 
wie in der Vorlage falsch statt »je. — Man 


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Nr. 12. Verkaufeerklärung über Haarteile 


131 


xarg6g öov Koxm rrjg dtvovps'vqg, sri pijv xai övpxsxgaxsvm vpIv rä vxäg- 16 
%ovrä poi rSnr o- 

lay ftplösa ipTjöTrjpuc äxb rov xgo&vgov xai xvlävog xai xsööov xai al&oiav 
x(cd) x[JUßävov 

tbcolotf Oog rg ysvupJv% poi xgdösi xai] öidmdv cu vuiv avrity [slg 
äöq >aXsiav % durx si\juvTjV 

rijv avTr^v olxücv iv 2/tnjvQ xsgi ro v&nvov pigog rov (pgovglov ixi Xavgag rov 
dijpoölov xapTjl&vog 

ßaöraxrjg r&v äxo <Pilibv xai rrjg olxiag jißgaäp üajvplov. ydrovsg dl xaöqg 
SloxXrjgov olxiag, 

ätp 9 x sxga xä öoi ro algovv poi r t piöv pigog — axo rov xsXliov iv xgarrj öriyjg 20 
vsvov slg ßo$gäv 

slg rijv Örjpoölav gvprjv xai äxo rov ixdvG&sv avrov övpxoölov iv dsvriga örsyy 
vsvovrog slg Xlßa 

slg ro xlarog rov xsöov xai äxo rov $xoxsöölov fjroi rpjgs iv XQGnrj örsyy xcd 
äxo rov vorlvov 


erwartet urxmßov rov mi| 0 (UMv, wie in der 
Vorlage Pap. 11 Z. 17 richtig steht. 16 Die 
Lesnng öov ist sicher. — Über xoxa fehlt hier 
der Querstrich. — Hinter avovfuv^g ein kleines 
Spatium. — Aua der Vorlage Pap. 11 Z. 18 
schrieb der Schreiber zuerst ooi ab, tilgte es 
dann bis auf geringe Spuren und schrieb vp*9 
darüber. — poi rat o- ist nicht sicher gelesen. 

16 a. 17 sind bis auf geringe Reste zerstört. 
— x[Ußavov] ist nach Pap. 11 Z. 20 ergänzt. 

17 <moiov[#ü)s ist ziemlich sicher. Zu dem fol¬ 
genden aus Pap. 11 Z. 20 ergänzten tjj ytva- 
fitinj und XQa69t passen die erhaltenen Färb- 
spuren. Zwischen yivafurrj und xQaöu könnte 
tot* gestanden haben; xai ist nicht zu lesen, 
Mmxsvcu vfu» ziemlich sicher, ebenso oe, wäh¬ 
rend trpf und tig sehr Araglich, psifcova ctötpa- 
Uun aber kaum zweifelhaft sind. Hinter actpa- 
Xhux ein kleines Spatium. — duzx*ipe*?jp ist 
mehr ergänzt als gelesen, aber wohl sicher. 
Über die grammatische Fügung des Folgenden 
vgL Pap. 11 Z. 21 ff. 18 Das unbeholfene au 
fij* svrirjpß der Vorlage verbessert der Verfasser 
in if 6mpn\. 18 Statt an lecvQag steht in 
der vulgären Vorlage Pap. 11 Z. 23 tcsql Ucvqow. 
19 Die Schreibung ßacxaxr}$ ist interessant ln 
der Vorlage Pap. 11 Z. 23 steht ßaaxay^g^ doch 
ist ay nachträglich nach gezogen worden, und 


daher hat der Schreiber unserer Urkunde sich 
verlesen. Er ist aber auch sonst an dieser 
Stelle flüchtig gewesen, indem er vor ßaöxccxrjg 
<(tijg} ausgelassen hat, das nicht zu entbehren 
ist, der Übergang von einer Zeile zur anderen 
erklärt den Fehler. Dagegen entspricht die 
Aasdrucksweise ßacraxijg to* (Schreibfehler st 
T7]s) emo (pilcov statt ßatfrajrTjs qpila»* seiner 
Tendenz vornehmer zu stilisieren. — Das in 
der Vorlage hinter aßQaatuov (hier aßgaap) 
najvpiov vorgesehene Spatium hat der Schrei¬ 
ber vernachlässigt. — Man vermißt <(ttjs^ vor 
zofi]; oIoxIijqov oixutg. 20 tfoi nach der 
Vorlage Z. 24 statt v/uw, vgL zu Z.37 u. 40. — Zu 
atQOv* vgL P. 11 Z. 26. — vtvov statt f*m- 
tog in der Vorlage P. 11 Z. 25 ist nur Flüch¬ 
tigkeit, man müßte denn annehmen, daß dem 
Eyriakos nicht nur das Keilion zur Hälfte, 
sondern gerade die nördliche Hälfte gehörte 
Das wäre an sich schon seltsam, weil das Kei¬ 
lion ja nicht räumlich geteilt war, ist hier aber 
auch deshalb ausgeschlossen, weil der Besitz¬ 
titel des Kyriakos gerade auf P. 11 beruht, in 
dem *n>o*roff sc. rot? xillwx. steht; vgl. auch 
Z. 21. 21 Auch in der Vorlage steht cexo 

über der Zeile, ein lehrreiches Beispiel, wie 
sklavisch der Schreiber seine Vorlage kopierte. 
22 1. xscoQv. Untere stehen zwei Punkte, deren 
17* 


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132 


Urkunden 


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(JvfixotsCov hv xgCx^i 6xdyjj vtvovxog slg ßoßfd\v slg T <> xoivavifualov al&giov xal 
fab xov Infam ccvxov 

dmpaxog ioog digog xal dich tov farjXuoxixov (jtsyaXov fimpaxog emg aCgog xal xb 
fjfuöv xcbv 

25 fadvxmv %gvi(fxriQlmv falb faiuXslmv d%g t digog — vöxov fi xv<pXij xal öxevrj §v(irj 
xal fj olxCa 'Aßga- 

apCov na%v\t,lov , ßoßgä Qvfn] dtjiioöla, djctjXuoxov f\ olxCa Aßgaapiov IIa%viiCov , 
Xißbs fl olxCa IdXXdpovog 

TlaxvovfiCov^ oloi fa &6i yslxovsg itdvxxi rtavxo&sv xafra )g ifiol iv 6töpaxi 
farjyögsvöa. x(al) ovdlv ifiol 

tb övvoXov vitoXdXsiitxai fagaxov hx xov atixov ngodsdTjXovftivov ftfdtiov§ pdgovg 
olxlag 

x(al) x&v fadvxmv %gri6xrigCmv falb iddcpovg lag digog, xsgisXftbv dg i(ii fao Öl- 
xaCag dyogaöCag 

30 naget Taxiag fruyaxgbg TöCov x(al) slg avx^v xagä ’lmawov xov xal Tlanxölov 
xdxslvov fab yovixfjg di[ado%\rig 

xgbg xrjv dvvafuv xtjg xaXaiag ngdöemg, xififjg xijg itgbg dXXrjXovg 6vfixsgjmri]nivt]g 
xal 6vvags6d6rig 

Xgvoov vofuO^ucxCmv nivxs £vym Evifor/g, yC(yovxaC) xg(v6ov) vo(fu6fidxta) s t(vym) 
Evrfvfag), fjvnsg xifirjv xskslav x(al) id[ff]x6d , i ditsöxr}- 


Bedentang aber auch dann fraglich ist, wenn 
man sie zu dem darunter stehenden tj von tgirrj 
rechnet. — Wie der Strich über tj beweist, 
der in der Vorlage fehlt, wollte der Schreiber 
tj toi als zwei Worte auffassen; vgl. Z. 86. — 
rxrjQB ist ebenso sicher wie in der Vorlage 
ZQfigt. Zur Sache vgl. P. 11 zu Z. 27. 28 Das 
sehr gesuchte Wort xotpmpi/uatov, identisch mit 
xoivov der Vorlage, kehrt unten Z. 62 und 
P.16 Z. 19 (ebenso Lond. Inv.-Nr. 1792, Bell) 
wieder. 26 L OapaluDi', wie in der Vor¬ 
lage stebt. — Statt a%gt steht P. 11 Z. 81 seng. 
— Das Spatium hinter aeQog in der Vorlage 
hat der Schreiber übersehen. 26 In der Vor¬ 
lage richtig t] gvfiT]. 27 In der Vorlage P. 11 
Z. 88 steht ebenso zweifellos xccisxvovfuov wie 
hier 7ta%voviuov t das ich für einen Schreibfehler 
halte, obwohl er in diesem Falle recht bedenk¬ 
lich ist. — Hinter na%vov\uov läßt auch dieser 
Schreiber ein Spatium frei, den Schreibfehler 
mosi der Vorlage verbessert er in moi. — Statt 
spot steht in der Vorlage deutlich xat. Dem 


Schreiber schwebte spot — vxrjyoQsvtat vor, er 
richtete sich dann aber mit vitrjyogsvoa nach 
der Vorlage. 28 Statt ex steht in der Vor¬ 
lage axo. 29 Statt sdatpovg steht in der Vor¬ 
lage ^ULsltauß. — Das Spatium hinter asQog 
in der Vorlage hat der Schreiber übenehen. 
80 Infolge der undeutlichen Schreibweise in 
der Vorlage hat der Schreiber erst *c taotov ge¬ 
schrieben, dann x über % nachgetragen; der 
Strich über v gilt dem Namen. — xaxsivov si 
xat stg txstvop wie in der Vorlage. — yovtxrjg 
hatte der Schreiber zuerst übersehen, y ist aus 
d (dtadoyng) korrigiert. 82 ovrjp ohne jeden 
Abkürzungsstrich st. ovi)vr\g der Vorlage ist nur 
Nachlässigkeit. — ijpitsg ttfitjv ist vornehmer 
als r]V3CEQ xr\v tifirjv der Vorlage P. 11 Z. 40, 
allein hier ist es wohl nur durch Flüchtigkeit 
vergessen worden wie zweifellos «£(«*, das im 
folgenden hinter xai notwendig ist. — Das 
Partizip ansoy^nmg st. aitso%T\xa wie in der 
Vorlage. 


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Nr. 12. Verkaufserklärung über Hausteile 


133 


xag iyco KvQiaxbg nag' (ifi&v IlatEQfiov&iov xccl Koxgj t&v avovfiivajv [6g] 

dg %Btqd (iov iv rjj ivsötmöjj ^(liga &Qt&p<p f xal öza&pm xArjpq- *( a fy ßsßuift 
$(ilv trjv 

xp ätUv ßsßauböEt, diä itavt'og falb itavxbg iiCBXBvöofiivov rj dvtiTtoirjöofiivov. 36 

iov di iTteXsvööfJLBvov v(ilv r\ dvtmoirjööfisvov ixffrrjifo iyä) 6 x&tpaxcog xal xa&a- 

QOTtOtr- 

\tf](S(D yjilv töCoig (iov dvaXmpaäi xal dcaeavijfiaöi JiQbg rd3{ tf} vfiäg zotig stmgaxözag 
IlazeQuovfhov x(al) Koxco fatevzev&sv xvqievew xal deöitö&iv x(al) olxovofislv xal 
olxodoiulv tccoXeZv x(al) xccQa%(OQ£lv x(al) dcoQBiö&cct, xixvoig xal xXrjQovöfioig %ccq- 
aitElxsi v 

%(aX) yßifiaöbai cp iäv eXoiö&s ZQOTcga fatmXvxmg xe xal dvE(i[ico]d£6x(Ds x(al) fw) iy- 40 
xaXilv öoi 

lyxaXiöu {£} v [ir}&’ ezeqöv nva i£ i(iov övöfiazog iv (irjöevl x(cu)q& xatä pr}&£va 

X(>6X0V <k(pOQH?) 

(irjdEfu^ pijdevbg z&v xXrjQov6(ia>v (iov i} xixvcp[v % iy]yövov ij t&v xatä yivovg 
(iov &y%i6t£v- 

övzcov dwrjtfopivayv iyxaXalv rj ävzL7toi£i[v &xi]%\£i\Qj { )6ai xapaßrjvcct. i} n[aQcc6a]- 

Xev\6oi 


88 Der Schluß der Zeile ist stark zerstört. 
35 Am Anfang von Z. 35« 88.87 ist die Tinte 
Behr stark abgesprungen, aber die Lesungen sind 
sicher. — Die Stellung Sia xavrog axo xavrog 
widerspricht der Vorlage, fügt aber das Zu- 
sammengehörende passender zusammen. — Das 
alleinstehende i\ ist mit dem Strich (= 2 Punk¬ 
ten) versehen wie in der Vorlage. — Der Punkt 
unter v von avrtxoirjaofisvov scheint ein Ver¬ 
sehen zu sein. 86 Der Strich über ij' fehlt. 
— Das grammatisch falsche Partizip exanjcovöa 
der Vorlage P. 11 Z. 46 korrigiert der Schreiber 
in den korrekten Indikativ txorrjom. 37 Hinter 
äccxavrnucct hat der Schreiber die Worte der 
Vorlage P. 11 Z. 46/47 x(cu) —vofiov übergangen, 
vielleicht weil sie falsch mit xai statt xccta 
anfingen. — Gedankenlos schrieb der Schreiber 
zuerst nach der Vorlage P. 11 Z. 47 x pog reo o 
(d. i. <ra), merkte dann den Irrtum und fuhr 
richtig mit vfiag fort, war aber zu bequem, das a 
zu beseitigen, vgl. zu Z.20. 88 Die Formeln für 
das Eigentumsrecht sind vom Verfasser unserer 
Urkunde gegenüber der Vorlage etwas variiert. 
Das Fehlen von xat Siotxeiv hinter dsano&w 
und sicher das Fehlen von xai Z. 39 vor xcoltiv 


beruht auf Nachlässigkeit des Schreibers. 40 ca 
ist als alleinstehendes Wort mit einem Strich 
versehen. — iäv kennt die lebendige Sprache 
des 6. Jahrhunderts nicht mehr, man gebrauchte 
die kontrahierte Form &v. Infolge der so ein¬ 
getretenen Verwirrung zwischen der Konjunk¬ 
tion Sv (= iäv) und der Partikel Sv findet man 
in der mittelalterlichen Vulgärliteratur sehr oft 
von Leuten, die gebildet schreiben wollen, iäv 
statt der Partikel Sv gesetzt wie hier von 
unserem Schreiber, der natürlich auch IXotrös 
und iXrjöd-e nicht mehr unterscheiden kann. — 
In xa> von axmlvrcog fehlt ein Strich, so daß 
man -xv- lesen könnte. — coi nach der Vorlage 
P. 11 Z. 61 st. vy.iv. 41 1. syxaleoeiv. 42 In 
der Vorlage P. 11 Z. 63 steht yrjSsvog St ttov. — 
Das ra ysvu der Vorlage ersetzte der Verfasser 
der Urkunde durch das gezierte xara ysvovg statt 
des üblichen xerra ysvog, er hätte dann aber auch 
yoi st. (iov schreiben müssen. 43 dwr\6oysvmv 
ist Flüchtigkeitsfehler st .dvvrj6oytvov 1 wie in der 
Vorlage steht. Im folgenden ist der Schreiber be¬ 
sonders nachlässig gewesen; er wollte zunächst 
von seiner Vorlage nur das entbehrliche (vgl.P.ll 
Z. 66) tvuytiv 6oi r\ anslassen, verwechselte dann 


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134 


Urkunden 


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ra'ÖTijv rijv xgaöiv fwjdbv filv öyeXfoec { e } v 9 nagi&L dh Xöyp itcctadCxrjg % . ei- 

(idvrjs 

46 öixXrjv xrjv Ttfirjv xal firjdlv t<$%vEiv xaxä xrjg ngaOsog, äXX 9 fafistvcu avxfj inl xo 
dujvexbg hg iy Örjfioötip äg%Blm yeyev^fiivr^. inajfioädfiyv ftsbv xbv nav[xoxQa- 
xoga xal xijv 

ftslav x(ai) ovqdviov tv%r}v xcbv yaXtiyoxdxay dsöxox&v xqg otxovpivrjg $X(ovi'(qv) 
Mav Qhxlov TißegCov xal AlXCa g Keaöxayxi- 
vag x&v almvimv Avyovöxmv xal Avxo xgaxbgcov axavxa xä ngoxsCjuva xoiblv 
xrjgeiv [$Jg] nig[ag] dysiv 

notsfy. % db nga[ö]ig xvglq. ovtia xal ßsßaia änavxayov ngoq>sgop(ivrf) psd' 9 $no- 
ygaqrfjg xov vxbg ipov vnoygdq)(ovxog) 

60 xal insgG)X7]&sls htxoXöyyöa f. (2. H.) f <PX(aviog) Kvgiaxog Mtjva 6xg(axt,d>xrjg) 
xqßecXXdgiog dgtftpov 

2Jvtfvrjg 6 ngoysyga(ifiivog xingaxa xo vxag%ov poi {jfuäv fiigog dxo naßrjg bXo- 
xXrfgov olxCag 

[oia]g itfxlv dxb id]d(p[ovg iag] c^p[os] x(al) an[b x(bv\ xoi[vcdvi-] 

l uaCtov %Qr]6triQCcov 

x(cd) änio mxa nag 9 f)(Hbv xf\v xgoyeygainiivrjv xeXsCav xifiijv iv vofuöiiaxtoig 
nivxs £y[y]di jSyyjvrjg x(al) ßeßaicoom vplv xijv ngäoiv iv xdöy ßeßaia oöbl x(al) 
6xoi%sl hol ndvxa 

66 xä iyyeygaHiiiva hg xgöxfjBixai). &X(amog) ÜanvovfXig Bixxogog 6xg(axL(bxrig) 
ägi&Hoti Uvtfvrjg dfauDfrslg iygcnpa 


aber das eyxalew in Z.66 mit tyxalsL* Z.66 und 
übersah die dazwischen stehenden Worte rj diatr 
rav %ivj]üca xaxa cov xavxrjg svsxtv xrjg vno- 
&868(og‘ xov ds xol\Li\aama eyxaU iv 6oi. Es 
ist bezeichnend, daß weder der Schreiber 
noch der Aussteller der Urkunde den Irrtum, 
der den Satzbau zerstört, bemerkt hat. — Die 
Spuren passen zu [sxi]z[si]Qriöcu, von % ist die 
untere, von q die obere Hälfte einigermaßen 
erhalten; in der Vorlage steht aoi rj statt S7tt~ 
44 1. o icpeXT}6Eiv und itotQ8%et>v. In 
der Vorlage steht orthographisch richtiger 6>qp*- 
XrjireiBw, syntaktisch ist es hier wie dort falsch. 
— xaxadix r\g ist sicher, dagegen ist der Ver¬ 
such, das folgende Wort als ZQfWTWl^nig zu 
lesen, sehr unsicher, namentlich ist das ov sehr 
fraglich; vielleicht ist zgecoatuiLevris (= *s- 
ZQmotTHitvTig) zu lesen; in der Vorlage steht 
loyaa 7Iqoöti(iov xagaßaOBag. — Im folgenden 
weicht der Text von der Vorlage erheblich ab. 


45 all * ist mit Apostroph geschrieben. — rj in 
avxij ist mit einem Schnörkel geschrieben, nicht 
7 ]v. Der Schluß dieser und der nächsten fünf 
Zeilen ist stark zerstört, z. T. ist die Farbe 
vollständig abgesprungen. 46 sxmpoaanriv 
ist ohne jede Verbindung neben das Vorher¬ 
gehende gestellt. — Vom % in 7tav[ToxQcetoga 
ist ein Rest erhalten. 47 Vielleicht ist -a>v 
in yalrivoxaxeov mit Schnörkel geschrieben. 
48 Hinter xr\guv sind zwei bis drei Buchstaben 
unleserlich, aber auch der Rest der Zeile ist 
sehr fraglich. 49 Am Anfang der Zeile ist 
% wohl sicher. — ovaa ist syntaktisch falsch 
statt ttrxa». — pe& 9 ist mit Apostroph geschrie¬ 
ben ; die zu v von vTcoygatpris gehörenden Punkte 
stehen über %. 52 Die Zeile ist nahezu völlig 

zerstört, doch sind die Ergänzungen sicher 
biB auf ecxo xtov. 54 Das x in xt\v ist ver¬ 
bessert aus eus. 


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Nr. 12. Verkaufserklärung über Haasteile 


135 


vjiIq ccvxov ypäfifiata firj eltiöxog f. (3.H.) &X(aihog) ’laxaß JTavXov dxxovdpiog 
ov) Dwjvrig (IOQXVQ&. 

(4. H.) f &X(avtog) KoXov&og B£x(xoqos) rfXQa{xi6xiqg) xccl xccßsXaQtov dpi&fiov 
Urjvvrjg (ucqxvq { q } <5 ff. 

(5.H.) f BIxxcoq ’lmdyyrjg d%(o) dp(ifiyio’ö) Zrfvrjg (ucqxvq&. 

(6. H.) f di ipov Z4xa zICov EaßCvov hsXsuo&rj ^ &r( oyQccqnf). 


56 Dm Krens hat Papnonthia gesetit, Jakob 
Panlon beginnt and schließt ohne Krenz. 
57 Der Zeuge von Nr. 10 Z. 28 heißt auch Ko- 
louthos Biktoros und schreibt auch abgekürzt 
ßixj und ffrjvvrjg f allein die Schriftzüge sind 
recht verschieden; auch nennt er sich hier trtga- 
xuoTTje xcci xaßaXlccQtog, dort nur atQccttmrrjg. 


Übrigens ist xai auffallend, xaßalapiov Schreib¬ 
fehler statt %aßallaQwg, (ueQtvQQoa falsch statt 
lucQtvQto. 58 icoavvT\g Schreibfehler statt 
Lcoawov, ebenso arjvrjg st. ffvrjvrjg. Das Kreuz 
am Schluß fehlt. 59 Hinter stsX bud&tj ist i\ 
wohl sicher, ««/ dagegen zweifelhaft. 


ÜBERSETZUNG. 

Im 9.(?) Jahre [der Regierung unseres göttlichsten Herrschers Flayios Maurikios 
Tiberios des ewigen Augustus Imperators] und [im 7.(?) Jahre] des Konsulats [unseres 
selben Herrschers am.der 9.(?) Indiktion in Syene]. 

fleh, Flavios Kyriakos, Sohn des Menas, Soldat und Reiter des Numerus von 
Syene, der unten einen Unterschreiber beistellt und glaubwürdige Zeugen, welche 
unten diesen Kaufvertrag bezeugen, f an Flayios Patermouthis, Sohn des Menas yon 
der Mutter Tsia, Soldat des Numerus yon Elephantine, aus Syene, und seine Gattin (5) 
Aurelia Koko, Tochter des Jakobos yon der Mutter Tapia, [stammend aus derselben 
Stadt Syene,] Gruß. Ich, der yorbezeichnete Kyriakos, erkläre freiwillig und überzeugt, 
ohne jede Arglist, Furcht, Gewalt, Täuschung, Nötigung, Erschleichung und Um¬ 
gehung, sondern mit selbstgewähltem Entschluß, unabänderlicher Absicht, unwandel¬ 
barer Überlegung, richtigem Verstände, festem Vertrauen, überzeugtem Vorhaben und 
reinem Gewissen, euch, den yorbezeichneten Patermouthis und Koko, heute yerkauft (10) 
und yerschrieben zu haben yon jetzt ab für immer und alle folgende immerwährende 
Zeit zu jedem yollsten Eigentumsrecht, jedem Belieben und ewigem Besitze nach dem 
über Kauf und Gewährleistung bestehenden Gesetz die mir gehörige Hälfte yon 
einem ganzen yollständigen Hause in dem Zustande, in welchem es sich befindet, 
yon den Grundmauern bis zum Luftraum, woyon die andere Hälfte dem yerstorbenen 
Jakobos gehört, deinem, der Koko, der Käuferin, Vater; ferner euch auch die mir (15) 
gehörigen Hälften des ganzen Zubehörs, des Vorhofes, des Portals, der Terrasse, der 
Atrien und des Backofens, entsprechend der mir ausgefertigten Verkaufsurkunde mit¬ 
verkauft und sie (die Urkunde) euch zur größeren Sicherheit übergeben zu haben. Es 
liegt aber dieses Haus in Syene an der Südseite des Kastells an der Straße des öffent¬ 
lichen Kamelstalles für die Packetpost von Philai und des Hauses des Abraam, 
Sohns des Pachymios. Angrenzer aber des ganzen vollständigen Hauses, wovon ich (20) 


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Urkunden 


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dir (1. euch) die mir zukommende Hälfte verkauft habe — (nämlich) die Hälfte von der 
Kammer im ersten Stockwerke, die gegen Norden an die öffentliche Straße grenzt, 
und von dem darüber liegenden Speisesaale im zweiten Stockwerke, der gegen 
Westen an die Fläche der Terrasse grenzt, und von dem unter der Terrasse befind¬ 
lichen Gemach, auch Tchere genannt, im ersten Stockwerk, und von dem südlichen 
Speisesaal im dritten Stockwerk, der nach Norden an das gemeinsame Atrium grenzt, 
und von dem darüber befindlichen Gemach bis zum Luftraum und von dem östlichen 
(26) großen Gemach bis zum Luftraum und die Hälfte von dem ganzen Zubehör, von den 
Grundmauern bis zum Luftraum — (Angrenzer also sind) im Süden die dunkle und enge 
Gasse und das Haus des Abraamios, Sohns des Pachymios, im Norden die öffentliche 
Straße, im Osten das Haus des Abraamios, Sohns des Pachymios, im Westen das 
Haus des Allamon, Sohns des Pa(te)chnoumios, und wer auch immer Angrenzer sein 
mag überall und von allen Seiten, wie ich es auch mündlich diktiert habe. Und es 
ist mir ganz und gar nichts unverkauft übriggeblieben von der vorgenannten Hälfte 
des Hauses und des gesamten Zubehörs vom Erdboden bis zum Luftraum, (welche 
(30) Hälfte) an mich gekommen ist aus rechtem Kaufe von Tapia, der Tochter des Tsios, 
und an sie von Johannes, auch Paptsios genannt, und an ihn infolge Rechtsnach¬ 
folge nach seinen Eltern, entsprechend der Kraft des alten Kaufvertrages, wobei der 
gegenseitig vereinbarte und beiden passende Kaufpreis fünf Goldsolidi Syener Gewicht, 
macht 5 Goldsol.Syen.Gewicht, beträgt, welchen vollen und (entsprechenden) Preis ich 
Kyriakos auf der Stelle von euch Patermouthis und Koko, den Käufern, bar in meine 
Hand am heutigen Tage voll nach Zahl und Gewicht erhalten habe. Und ich ge- 
(36) währleiste euch den Kauf mit jeder Gewähr in jeder Weise gegen jeden, der (euch) 
angreifen oder entgegentreten sollte. Denjenigen aber, der euch angreifen oder ent¬ 
gegentreten sollte, werde ich, der Verkäufer, fortbringen und mit meinen eigenen 
Mitteln und auf meine Kosten (die Sache) bereinigen, damit ihr, die Käufer, Pater¬ 
mouthis und Koko, von nun ab Herrn und Eigentümer sein, walten, bauen, (es) 
(40) verkaufen, abtreten, verschenken, Kindern und Erben überlassen und gebrauchen 
könnet, auf welche Weise immer ihr wollet, ungehindert und ungehemmt. Und (ich 
erkläre), dich (1. euch) nicht zu verklagen noch verklagen zu wollen, noch soll irgend¬ 
ein anderer in meinem Namen bei irgendeiner Gelegenheit in irgendeiner Weise unter 
irgendeinem Vorwand, sei es einer meiner testamentarischen Erben oder Bänder oder 
Enkel oder einer der Verwandtschaft nach Nächsten (euch) (verklagen oder gegen 
euch ein Schiedsgericht wegen dieser Sache veranlassen) können. (Wer es aber 
wagen sollte euch zu) verklagen oder euch entgegenzuhandeln, anzugreifen, diesen 
(45) Kaufvertrag zu übertreten oder zu erschüttern, dem soll es nichts nützen, er soll 
aber als geschuldete (?) Strafe den Kaufpreis doppelt erlegen, und nichts vermögen 
gegen den Kaufvertrag, sondern er soll dabei bleiben müssen für immerwährende 
Zeit, als wäre (der Vertrag) in einem öffentlichen Archive hinterlegt. Ich habe 
bei Gott, dem Allmächtigen, und beim göttlichen und himmlischen Schicksal der 
erhabensten Beherrscher der Welt, der Flavier Maurikios Tiberios und Ailia Kon- 


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Nr. 13. Verkaufserklärung über einen Hofteil 


137 


stantina der ewigen Angnsti und Imperatoren geschworen all das Vorliegende zu 
tun, zu wahren, zu Ende zu führen, zu tun(?). Der Kaufvertrag aber soll gültig 
und fest sein, wo immer er vorgebracht wird mit der Unterschrift des für mich ( 50 ) 
Unterschreibenden, und befragt habe ich zugestimmt 

Es folgen die subjektiv stilisierte Subskription des auf Antrag des schreibun¬ 
kundigen Verkäufers Unterschreibenden, 3 Zeugenfertigungen und die Erklärung des 
Urkundenverfassers. 


EINZELBEMERKUNGEN. 

Vgl. die Emzelbem. zu Mon. 11. 

1 Wenn richtig gelesen, ergibt sich als Datum des Papyrus das Jahr 590/1. Neuntes 
Regierungsjahr des Maurikios: 13./VHL 590—12./V1LL 591; 9. Indiktion: Mitte 590 
bis Mitte 591. Als Konsulatsjahr scheint das 7. angegeben. Vgl. den krit Apparat. 

37 Es muß statt lUTtQcmozag, das auf Verkäufer ginge, avovftivovg heißen. 

56 Zu ccxxovaqiog s. Emzelbem. zu .Mon. 1 Z. 60 f. 

59 Es ist m. W. bisher nicht bekannt, daß der Urkundenverfasser seine Tätigkeit nur 
auf die Hypographe bezieht Ist also die Lesung $n(oyQaq>ri) richtig, so kann dies nicht 
anders gemeint sein, als daß er diese auch selber geschrieben hat Verantwortlich muß 
er natürlich, wenn anders seine Unterschrift seinen Sinn haben soll, für das Ganze sein. Vgl. 
oben zu Mon. 1 Z. 64. 


Nr. 13. 

VERKAUFSERKLÄRUNG ÜBER EINEN HOFTEIL. 

Inv.-Nr. 101. Höhe 97 cm, Breite 33,5 cm. Rekto 85 Zeilen. Syene. 18. Januar 594. 

Unveröffentlicht. Tafeln XXVHL XXIX. XXX. 

Der Papyrus besteht aus sieben Selides von je etwa 16 cm Höhe. Von der ersten 
Selis ist nur ein 2—2,5 cm hoher Streifen erhalten, doch genügt das, um zu erkennen, 
daß der Schreiber dieser Urkunde nicht am oberen Rande der Selis zu schreiben be¬ 
gann, sondern weiter unten; er muß also für das übliche %py sehr viel Platz ge¬ 
braucht haben. Der vorausgehende Schutzstreifen, der auf der Rückseite die Inhalts¬ 
angabe trug, ist ganz verloren gegangen. Der Papyrus ist von geringer Qualität, 
dünn und nicht sonderlich gut geglättet, die Faserung senkrecht zur Klebung, die 
Farbe vorherrschend dunkelbraun mit helleren Streifen. Am Anfang ist er stark 
zerstört, von den Zeilen 1—10 fehlen große Stücke, weiterhin finden sich mehrere 
Brüche und zahlreiche kleine Löcher, doch wird die Lesbarkeit dadurch nicht wesent¬ 
lich beeinträchtigt. 

Der Aussteller der Urkunde, der sie selbst schreibt, ist Soldat. Er verwendet 
eine nicht gerade elegante Minuskelkursive, achtet auf gleichmäßige Spatien zwischen 

Münchener Papyri L 18 


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Urkunden 


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den in der Richtung der Klebungen nicht ganz wagerecht laufenden Zeilen und laßt 
auf beiden Seiten einen Rand frei, der jetzt noch links 2, rechts 2—3 cm betragt; 
Spuren der Faltung von unten nach oben sind noch erkennbar. Die Urkunde ist 
nach einer alteren Vorlage ausgestellt, im Stil leidlich korrekt, zahlreich aber finden 
sich grammatische Fehler, namentlich da, wo von der Vorlage abgewichen werden 
mußte; auch einige Vulgärformen sind zu verzeichnen. Eine Revision des Textes 
nach der Fertigstellung hat der Verfasser nicht für notig gehalten. 


Subjektiv stilisierte Verkäufererklärung, geschrieben von Flavios Phoibammon, 
Soldaten des Numerus von Syene, der selbst die Urkunde unterzeichnet hat. 

Für die Verkäuferinnen subskribiert Flavios Lazaros, Adjutor im Numerus von 
Syene, derselbe, welcher Nr. 14 als Subskribent erscheint. Unter den 5 Zeugen — 
zur Zahl vgl. Einleitung zu Mon. 4 — ist der erste ein Privatmann, die übrigen vier 
gehören dem Numerus von Syene an, zwei sind einfache Soldaten, zwei Augustales. 

Verkäuferinnen sind zwei Schwestern, die Aurelierinnen Tsone und Tseure, 
Tochter des verstorbenen Apa Dios. Die Mutter heißt RacheL Die beiden Ver¬ 
käuferinnen sind nur der koptischen Sprache mächtig, die gleichwohl griechisch 
abgefaßte Urkunde muß ihnen verdolmetscht werden (Z. 71). Käufer sind die uns 
bekannten Patermouthis und seine Frau Aurelia Kako. 

Kaufobjekt ist die ideelle Hälfte einer aöhj. Diese wird als verfallen, einstöckig, 
dachlos und als Xvßixij (Xißixrf?) bezeichnet. Da die andere Hälfte bereits den Käu¬ 
fern gehört, haben diese nunmehr das Alleineigentum am Ganzen erworben. 


’Ev övöpaxt, tot) xvq£ov xal dsänörov ’lrjöov Xqiötov xov frsov xal <far rijpog fjn&v 
ßaöiXsiag tov djfffordrov] x[al evö£ß60xa]zo[v 
ijfi&v ÖeOit&zov QXavCov MccvqixIov Ti߀QÜ>v tov al&vCov AvyovOxov Av]xoxQa- 
toQog xal fuyCötov eüeQyitov exovg 

dra[ds]xdto(v) xal vnaxeCag tijg avx&v yaX[yvöxr^xog sx]ovg Ösxaxov Tvßv elxaö- 
tgCtfl xrjg dadsxdtrjg 

[C\vdixtCovog iv JDwfvyf. AvQrjXCai T<ub[v7j] xal [T<J£vq]s avxrjg &v- 

yatipeg öpoyvijoio]} ix 7tax[Qog 

6 avx&v "Ana ACo(y) 6Q(ub[t£vai [falb Xki\^[v\ri[g cd xal £%ftg vnoygacpia %aqi%ov6ai 
tbv vtcIq aüxibv 


1 Da der Schreiber anfangs schräg nach 
unten schrieb, ist rechts wenigstens ein Rest 
der Schrift erhalten geblieben; die Spuren 
passen am besten auf tvceßiarccvov. Aber auch 
von ti in ftnozatov und x in xai sind Reste er¬ 
halten. So wird die oben vorgeschlagene Ergän¬ 
zung wahrscheinlich, da der Kaisemame durch 
die Datierung und den Eid Z. 16 f. gegeben und 
die Invocatio zur Zeit dieser Urkunde die Regel 


ist, vgl. P. 14 aus demselben Jahr 694. 2 ist 

nur im letzten Drittel erhalten. 3 ist am An¬ 
fang und in der Mitte zerstört. — 1. avtov. 
4 Die ganze zweite Hälfte ist zerstört, doch 
machen die erhaltenen Farbspuren die Ergän¬ 
zungen sicher. 5—8 Mitte und rechte Hälfte 
der Zeilen sind weggebrochen, die Ergänzungen 
meist sicher, da es sich um formelhafte Wen¬ 
dungen handelt. 


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Nr. 18. Verkaufserklärung über einen Hofteil 


139 


vitoygdfpovxa xal ^dgxvgag xovg [S^g wxx ktlxgoitip ai>x&v xpotffucgxvgovvxag 
tfjÖE xfj &yyQa](p[<p] x[ai] ßs§[aCa xa]l 

d%agaßdxg} dtviaxjj itgd<Ssi [Qkavl(p IlarEgixovd^fg) via Mrjvä öxg[axuo\xji dgiMpov 
’EXtfpavxCvriq 

xal xfj xovxov övpßup AvgrjkCg [Kaxco frvyatgl ’laxaßov xov xal H]a6agaixog xal 
bgiicofiivoig dfiq>oxdgoig 

dico xrjs avxf^g %o£q(ew). 6fiokoyov(isv al TtgoyeygapL^idvai Tödbvrj 

xal T(Jevq 6 ddsktpii adxfjg 

diä xavxrjg ‘hgav xrjg dyygatpov c bvvaxrjg d6q>akslag 1% olxslag itpofritisrng xgoösk- io 
ftövtsg 

ixovdla yvafirj xal avQ-aigdxg) ßovktf&Ei xal ad6kg} ngoaigdtiEi xal dfisxafrdxg) 6xo%m 
xal dvakkouoxg} 

kcoyiäfia xal slkixQivEl OwsidijöEi dgd-fj öiavola dl%a itavxbg dökov xal (pößov xal 
ßCag xal dxdxrjg [xal 

äxaxtjg} xal dvdyxrjg xal övvagxayfjg xal xokaxlag xal olaödtjxotE ggdio(y)gyECag 
xaxd xifvde x^v äitkrjv Eyygatpov 

(hviaxfjp dötpakscav dkkä dJg olxsCag itgo&dösag, d(ia dl dfivvovöai xov ygixco- 
ddöxaxov xal 

ösßaöyuov ftgxov xov xs itavxoxgdxogog &sov xal vlxtjg xal dia^ovijg tgjv evöe- 15 
ßsötdxav jjficDv ds&rtox&v 

xfiQ olxov[idvrjg <Pkavtav MavgixCov TißsgCov xal Alklag Kavöravxlvag rav aiavlav 
Avyovörav xal 

Avxoxgaxögav xal [leyfaxav s^sgysx&v , nsxgaxdvai vplv öijfiEgov xolg xgoysygaji- 
fie'voig ITaxsgfiovd’lg} xal xfj 

xovxov övpßlg) AvgrjkCg Kaxco xal xaxaysygafprpcdvav aviaxa vöpa xal alavlg 
xaxoxfj xal xavxl 

xkrjgs&xdxg} deomxsiag dixalm dnb xov vvv diel xov dsl xal xbv dfcrjg aitavxa dir ( )- 
vsxf\ xgövov 

xb vxdgxov xal xb ditißakkov naxgixov fjuiv rj^iöv pdgog avkrjg xrjg Ostfad'ga^idvrjg 20 
xal xrjg kvßixfjg 

6 sind von qp in «yypaqpro, x im folgenden 9 Das erste 0 in oiioioyovfisv trügt in der Mitte 
xal und 1 im letzten xai noch Spuren erhalten. den Funkt. 10 7cgoosX^ovxsg falsch statt xqoo- 
1 Da Pathermouthis bereits Soldat ist, muß eWovaai. 12 1. loyiofuo. — xai axazr^g ist 
man tplavloa ergänzen, es auszuschreiben ver- irrtümlich wiederholt. 14 xai zeigt, wie auch 
langt der Raum; für beides spricht Z. 8 avqj]- dieser Urkundenschreiber durch Schörkel nach 
Ua, vgl. z. B. P. 5,8, wo ein für beide Ehegatten Ausfüllung der Zeilen strebt. 15 f in oqxov 
gemeinsames avQTiUoig vorangestellt ist. 8 Ob ist mit Haken versehen, ebenso Z. 18 in xata- 
xaxm oder xaxcovi zu ergänzen sei, bleibt un- ysyfacprixavai. 20 Xvßixijg statt Xißix7]g(?) wie 
sicher; der Dativ lautet Z. 18 xax<o t der Gene- P. Id, 19. Der Artikel davor ist ebenso lästig 
tiv Z. 85 xaxcorog, der Akkusativ Z. 41 xaxcoxr\v. wie Z, 22 in xai ro ittQiiX&ov, auch vor osoa- 

18* 


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by CjOOgl£ 


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140 


Urkunden 


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ofjörjg fiovoöziyov xal dcözsyaözov zijg xal diaxstfiivrjg xazä zijy fSvrjviz&v tcbqI zo 
vözivov pigog zov 

(pgovglov bei kavgag zijg accgsfißoArjg xccl zijg zgexovgCvrjg xccl zo xsQuk&bv etg 
Jjfiäg <beb dixalag 

xkrjQovoiiiag zov dcvaxavöanivov xazgbg fjp&v "Aita ACov xal avzo§ slkrypözog dno 
yovimv dutdo%ijg. 

asta^ank&g ovdlv fftilv zb övvokov vTtokiksLXzai artgazov dito zov rtgodBdykovfiivov 
ftfiiöscog (idgovg 

25 avkrjg, ov xal zb &kko rjfuöv pdgog avkrjg dvtfxuv vfilv IlazBQiiovd'lcp xal zy zovzov 
övpßfap yvvaixl avtov 

dato dogsaöztxov dixaiov ygafifiazog rtagde *Itoavvov zov xccl xakovfiivov IJcatzöiov, 
dxokovd'cog zfj itQto^xzrfrzixfi 

covfi xal zfj o(ti)<fy v<p' f^iäg vofifj ze xal deönozeCa. eiöl dl yslzoveg zijg datdöyg 
avkrjg, dcq>' fjg vfiiv nengaxapcBv 

zb rjiuöv fiigog avkrjg zijg öBöa^gcofidvrjgj vözov zov dypoffiov ZBl%ovg zov ftgovg 
ßoß$ä föfitj drjfioöCa 

kvßog Qvpr] dypotsCa dncyku&zov 6 xo[i]vbg zot%og olxCag üaeifovog "Aita ACov vav- 
zov, xal avd'Bvzcxij 

30 dvga dcvrjvignczat, Big ßofäa Big zbv dyyAöiov dgöfiov, fj ot iäv &6i yeizoveg rtdvzy 
Ttdvzod’BV ix zBzgaymvov 

&Q&(HiPtig ist er unnötig. Es soll wohl gesagt 
8ein, daß es die westliche Hälfte der Aule ist, 
die hier verkauft wird, denn die Lage wird 
erst im folgenden angegeben. 22 $ in lavfag 
und Z. 28 in xXrjdorofuag mit Häkchen ver¬ 
sehen. — Das hier störende xai to stand viel¬ 
leicht in der Vorlage. 28 tov, das zuerst aus¬ 
gelassen war, ist verbessert aus «*-. avtof 
falsch statt avtov. 24 Recht plump ist der 
neue mit ama\a%hog beginnende Satz ohne jede 
Verbindung angereiht. — 1. rtQobBSTjXoofitvov. 

25 Über ov ein Häkchen. — ov ist falsch st. rjg 
wie P. 12 Z. 14, vielleicht aber als Adverb auf¬ 
zufassen zur allgemeinsten relativenAnknüpfung 
wie in der jüngeren Vulgärsprache Bnov und 
7roö; zur größeren Deutlichkeit fügt der Schrei¬ 
ber nochmals avlrig hinzu.— avrpmv falsch statt 
am}xu. — avtov ist überflüssig. 26 Die beiden 
Wendungen emo dcoQsaarixov dixaiov und emo 
dageaotixov ygamuctog sind kontaminiert Das 
hier gemeinte ypapp« ist vielleicht die Urkunde 
P. Lond. 1787, eine Schenkung auf den Todes¬ 


fall, in der ein Mönch Johannes, Sohn des Pa- 
technoumios, dem PatermouthiB mehrere kleine 
Besitzungen vermacht — Mit axolov&cog wird 
der durch den Einschub Z. 25/26 ov xai — 
nömtßiov unterbrochene Satz wieder aufge¬ 
nommen. — 1. X^OXtTJttX7], vgl. P. 16, 18. 28 tov 
drjfuxnov tn%ovg ist falsch; vielleicht ist to 
8r\iLooiov tn%og gemeint Wenn man aber 
bedenkt, daß die Schreiber ältere Kaufver¬ 
träge als Vorlage zu benutzen pflegten und 
dieser Verkauf nach Z. 26 ausdrücklich axo- 
lov&cog tri ^Qoxtrjtixrj rnprj abgeschlossen wird, 
so ist es wahrscheinlicher, daß der Aussteller 
ein oder mehrere Wörter der Vorlage über¬ 
sah, also etwa votov <(pv/x7]}> tov Srjfioöiov 
tu%ovg oder (qv[iti) drjpocia tov Tsigove, vgl. 
P. 16, 16 Srmoela &yovoa slg tb tslxog. — 

Zu tov ogovg, das vielleicht als Name aufzu¬ 
fassen ist, vgl. Einzelbem. 80 ßoQQa Schreib¬ 
fehler oder vulgär statt ßoQQa v, vgl. u. Z. 71 
yXanra. — sat statt av. 


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Original fro-m 

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Nr. 18. Verkaufserklärung über einen Hofbeil 


141 


xal ix xetqoxXevqov xa&iog xal iv öxöfucxt %xriyoQE v6aq Ev ^[uls cd XQoyEygap,- 
lUvcu Täavrj xal Tgsvqe disXfpij 

ccvtrjg al XEXQaxvCac xal al facodöfisvcci, niirjs rrjg x qöq ccXXrjXovg xal 6v(iXEg>(ovq- 
liivrjs xal öwaQSödörjg 

Ijtoi xal dotofarjg [iata%v jjp&v dfig>oxigayv xal &xaQaX(JC)dxx<p X6y<p %qvöov xetpa- 
Xaiov vofiiöfidxiov %v xqCxov 

%vy(p Dvrfvrjg y£(vsx ca) %Q(y<Soti) vo(ju6fidxtov ) a jy £vyp JJvtjvqg, ijvxsQ xr)v xsXsiav 
xal ifelav xl^v avröd'L f}[isig ai XQoyEyQaptiivai 
avx&v aC dxodöfiEvai äxE0%t]xivai xag f vp,(hv IIax£Q(iov&£ov xal xtjg xovxov 6v[i - 86 
ßCov Kax&xog x&v &vov(iiv(ov 

iv xfj ivsaxcoöfl diä %EiQog s£g %Elqa ^(i&v otxov vpßbv xal öta&tia 

xXtjpq 9 fiE& rjv vöx 

iitsisQ%öii£6&a ovx äXXog xig ix xqoöcoxov fm&v xcagtia x6xoxb 9 dXXä Evdoxovfuv 
xal ßBßaiGMfofiEv vplv 

xal xolg [ie& t ifitv iifiElg 81 xal ol (i£& f Jjfidg xrfvds xijv (bviaxrjv övyygagrijv XQäöiv 
xd(fy ßEßcuaöEi 8iä xavxbg dxb 

xavxbg xov ixsXsvöofiivov dptv rj dvxtxoirjöopivov iv xavxl xaiQdi t) %$6v<p TtQog 
xaöav ßeßaimötv xal xci&aQo- 

xotxfiiv itfi&v ävaXcQ(ia&c xal 8axavijpaöi xaxä xov xeqI XQaöE&g xal ߣ- 40 

ßaid>6Ea>$ vöfiov XQbg x<p 

vfiag ilv^EV&sv xovg XQoysyQ[a](i[ie'vovg IlaxSQfiov&LV xal xt)v xovxov övfißiov 
Kccxfbxrjv x&v XQtafiivmv xov XQOOrjfiavd'ivxog 
iipitimg fidQovg avXf^g heb xaxQtxov ijfi&v "Axa Aiov xrj$ vvv dtSxiyov xal aöxs- 
xdöxov ofiorjg ix fafiEXtcov 
81 In tstQccxUvQov sind beide q mit Häkchen 
versehen, in XQoytyQafifispat das erste q. 82 In 
ano&oiuvai ist tu aus oi verbessert 88 ccxag- 
cdcctxco (vgl. rr z. B. Z. 48 in xgcen rat* und 
Z. 70 in (pvlcttvBip) falsch statt axagallaxtco. — 

In iqvcov trägt q das Häkchen. — Der Nomi¬ 
nativ vo^u4S(ucxlov iv tqitov nachlässig statt des 
üblichen Genitivs. 85 avrcov ist unverständ¬ 
lich, vielleicht gedankenlose Übertragung aus 
der Vorlage, man würde dafür (vgl. Z.9. 81. 61) 
tompr\ %cti ttHfQB adtltpri ttmTjg erwarten. — 
axt6%ipttvui falsch statt amojjixa^v. 86 (ufr* 
ist mit Apostroph geschrieben, ebenso ovx \ 

87 sxs&QzoiLtod-a vulgär statt tm&Qzoiu&a. — 
ovx 9 mit Apostroph. 88 (mit Apostroph), 
iffux falsch statt vpas- — da verschrieben statt 
ft. — (u&’ mit Apostroph. — mvtaxrjp ffvy- 
ygatprjp MQaciv ist nachlässige Kontamination 


der beiden parallelen Termini ättuaxij övyygacpb 
und fyygaqpog itQ&oig. In 6vyyQa<prjp trägt g 
das Häkchen. 89 Die beiden tj sind mit Häk¬ 
chen versehen. 41 In xartQpov&ip scheint p 
aus op verbessert zu sein. — tmp XQuefitpoap 
falsch statt tovg XQiapiPOvg. — Die Silben 
-Ötptog in XQooi]itav&£Ptog sind zunächst ver¬ 
gessen, dann nachträglich auf dem Rande hin¬ 
zugefügt ; denn Worttrennung meidet der Schrei¬ 
ber der Urkunde nicht immer, vgl. Z. 89/40 und 
66/66, vermeidet es vielmehr auf den Rand hinaus¬ 
zuschreiben, vgl. Z. 62. 42 aito xuxqixov 7}(uop 
ctxa dtov ist wieder ein ganz ungeschickter Aus¬ 
druck, die Wendungen ittQul&ovrog sie 7jfiaß 
o*o xatQOg fj/uop o*o diov und xov nax qixov 
(vgl. o. Z. 20) bringt der Verfasser durchein¬ 
ander. — o oteyov sagt dasselbe wie o<rxa*o- 
oxov: o. Z. 21 steht richtig povooxsyov, aber die 


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Original frn-m 

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142 


Urkunden 


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sag ddgog xal 6vv itavrl avrfjg ra dtxaCqr svfrvg xal itaQaftrijpa 8iä rdypvg kau- 
xQcczeiv xal xvgievsiv xal 

dsöitötsiv rrjg XQOXBt/idvrjg dAoxlrjpov avXrjg tfpav ij toi ijfiüfsag fidpovg äitb rrjg 
avrrjg avArjg 6i>v itavrl avrrjg 

46 ra ÖixaCa dioixeiv xal olxovofulv xal dtmxoöopsiv itp 1 $4*ovg xal ivoixsiv vplv 
xal kxpuöfrovv xal dXXayäg 

itoislv xal itaXslv xal luraitaXslv xal iieTa6%r}(iaT{£uv xal dcoQElä&ca xal xoogelv 
xal 7taQa%a>Qslv xal %aqi%s6^ai 

xal tixvoig xal kyyövoig diardööBiv xal xXrjQovöftotg {o} tg xaraXtfixavstv 

xraöfrai xgäti&ai itavrl 

dgiaxovu fifiiv rQ&xa xal itavrl xarä vöpovg rpöita xal itdvra xqdttstv xal oöa 
vöfioi iitiTQditovöiv rolg 

avrorsXdöi dsöitöraig xal 36a rolg dvaiupiößrjr^roig dsöitöraig s%sönv itavrl itXr r 
QBö(rar^y ÖsöitorsCag öixala 

50 xarä itaöav k%ovölav xal dsönorsLav xal xarojrjv alaviav xvQlmg re xal ävsiuxa - 
Xvrag rrjg avrrjg 

rjfiCösag fi£Qo(v)g rjfiwv avXrjg, ijfisZg dh al itQoyeyQappivut, Töcbvrj xal Tösvqs 
ddeXtpii aörrjg al itsitQaxörsg 

ij xal (irjÖBvbg rdxvav ij iyyövmv ij Igivcov ij olxsCcov itQog itarqog t) itgbg (irjtQ'og 
(iij övvofidvav [irjdl 

dvvrjöojidvav diteXsvöaö&ai vfitv ij rdxvoig fiktiv ij kyyövoig ij öiaö6%oiq ij Öia- 
xat6%oig ij kvdysiv ij 

kyxaXstv rj kyxaXdösiv ravzrjg svsxsv rrjg xgdösag ij xaQaßrjvai ij xagaöaXsvöai 
ravrrjv ijfiav rrjv 

66 xq&öiv kv tA vvv xal dv firjdsvl xcuqA ij %QÖva xarä [irj&dva rpöxov d<popfij) firj- 
dsfua Ötä rb <bg itqo- 


Silbe fioro durch das Zahlzeichen a wiederzu¬ 
geben, wie es die Byzantiner später gelegent¬ 
lich taten (vgl. aZ°s = (i6va%og), kam dem Sol¬ 
daten, der diese Urkunde schrieb, schwerlich 
in den Sinn. 48 xai vor ovv ist falsch; der 
Verfasser wollte vielleicht zuerst xai rtavxog 
avT 7 }e ätxaiov schreiben, vgl. aber u. Z. 62 xai 
iura statt füra. 45 t<p' ist mit Apostroph ver¬ 
sehen.—vpv ist unverständlich, vielleicht meinte 
der Verfasser vfucg avtovg f ihr selbst’. 47 Es 
ist wohl (vgl. o. S. 36) (xai) dia$o%oig zu lesen.— 
Das zweite o in dt ato%oig ist zweimal gesetzt. 

48 xai o<ra flüchtig statt oöa oder oöa xai. 

49 Nach xIijqbö- sind die Silben -rcctco vergessen 
worden. 50 rrjg avrrjg ist falsch statt rov avrov 


(vgl.u.Z. 67 f.), ebenso der Genetiv; demVerfasser 
sch webte ein dsöitofc iv vor. 51 Das zweite q 
in XQoysYQafiiuvcu trägt das Häkchen. — xs~ 
ngaxottg falsch statt xtXQaxviai, nach dem jetzt 
folgenden gen. abs. hätte eB hier aber auch 
wie üblich (vgl. z. B. P. 8, 26 f., P. 11 ,68 f., P. 12, 
42 f.) rjfUDX Sb tcav XQoysyga/ifUpmp . . . adeX- 
fpoav . . rcov xbxqoxvmp heißen sollen. 52 rj 
ist hier und im folgenden stets mit dem Häk¬ 
chen versehen. — (irjdevog nimmt die Negation 
Bchon voraus. — q in natQog trägt das Häk¬ 
chen. — dwojuvoav Schreibfehler oder vulgär 
statt dwajLEvcov, vgl. Dieterich, Untersuchungen 
zur Geschichte d. griech. Sprache S. 222. 58 eies- 
Isvöaö&ai (ebenso P. 8, 27) Vulgärform 55 In 


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Nr. 13. Verkaufserklärung über einen Hofteil 


143 


Einttfisv dn€6%r]xdvca 4\yXv nag 9 fjp&v xeXelav xip ngoxsxaypivrjv xipi\v iv vopiö- 
patlm svl xgCxm 

£oy<p Dvffvyg, xov di ixeXevööfUvov \jpXv ^ avtixoirförjvca im%mgovvxog xovxov 
ivsxsv xov finCöEag 

uigovg ijfi&v avXrjg ix &E[ibXI(dv sag digog reisig cd ngoysygafifiivoi xal cd nsnga- 
xviai ixötijötofuv xal 

ixdixifötofisv xal dnotoßfocofiEV xal xa&agonoirjö&pEv idloig fjn&v dvaXcbfiaöL xal 
danamjpaai, xal 

xXTjQovdficov ijfi&v. sl di firj dwy&sfyjiBv xrjv ixdixificv xal xijv xa&agonofytfiv 60 
xavxrjg Svexev xrjg 

ngaö£(og 9 i<p 9 $ itfiäg dtdövai X6y<p xaradCxrjg {xaxadixrjg} xal nagaßdöBtog %gvöov 
vofjUöfiaxa ?£ tvyip 

Uvtjvyg sgytp xal dvvdpEi dnaixotifiEva ix tfjg ijfi&v vnoöxdöBcog xal fuxd tov 
pijöhv töjyeiv xaxd x&v iyyBygafifii(v(ov) 

d>g ngoyiyganxac xal xd ßXdßrj 7cal xd danav^fiaxa xal irjiutbfiaxa^ xal Eid' 9 ovxog 
iitavayxEg [indvayxsg] öxiglgat 

xal ip[iEtvai xovxtp T(p dnagaßdxm xal döaXsvxa iyygdtptp dtvtaxm öimßoXcdtp f tsxa 
xov {irjdhv io%vEiv 

xaxd t&v iyysygaptiivcov Sg ngoyiyganxax. xal itQog ö^v döqxxXetav xsxoitjfiE&a 66 
xavxrjv Tip nag ovtiav 

ngdöiv xvgiav ovöav xal ßsßaiav xal dföayrj xal dödXevxov xal evvopov dnav- 
xa%ov ngocpsgopivrp xal dr}[io(Sisvopivr}v 

inl Jtdörjg dg%ijg xal i£ovö£ag iv navxl xöiup ?) tgövm fisd' 9 vitoygaqrijg tov vnig 
itfi&p vnoygdtpovxog xal x&v 


prft* sxa ist & mit Apostroph versehen. 56 L 
rifucg. — xgovsxayiuvrjv ist vielleicht gleich¬ 
bedeutend mit 7tQoxsi(iavrjv. 57 1. wm- 

%siqow ta. 58 1. itQoysyQannevcu. Das fol¬ 

gende xai ist verbessert aus cm, das nächste 
tu überflüssig und störend. — Die Konjunktive 
exffvfjffapsv usw. dienen als Fntura. 60 Der 
Ausdruck xai xlrjQowopww rjfuov ist in dieser 
Kürze unklar, deutlicher wäre xai oi xXrjgovofwi 
rjfuav Xdiotg avxmv. — Die Verbindung dvvr\- 
OaTtfuv rrjv sxdixr\6iv ist nicht korrekt, P. 4, 88 
lieBt man st da ao&avrj(Jaifu rtsgi xt\v xovxov 
xa&aQ07ton\<nv. 61 $<pa im Nachsatz ist falsch, 
aber formelhaft, vgl. P. 4,34; daß der Schreiber 
den Ausdruck nicht verstand, sieht man daraus, 
daß hinter <p der Apostroph fehlt. — xaxadixrjg 


ist zweimal geschrieben. 62 syysyQccp(ts(vtop) 
kürzt der Schreiber ab, um nicht auf den Rand zu 
schreiben, vgl. o. Z.41. — xai vor pexa ist ebenso 
Btörend wie o. Z. 48 vor avp, man erwartete fiaxa 
xai. 63 Der Satz mg xgoysygartxai bis ^rjfiia- 
fueta erklärt etwas unbeholfen den Ausdruck xmv 
eyyaygafifiavav. — In trj^im[iaxa ist i aus si 
verbessert. — Der Apostroph hinter ftO fehlt, 
der Schreiber faßt also ei&ovtmg als ein Wort. 

— STtavayxsg ist aus Flüchtigkeit zweimal ge¬ 
schrieben. 65 ln ayysyga/ifisvmv trägt q das 
Häkchen. — arjp falsch statt vficov, wahrschein¬ 
lich nach der Vorlage. 67 ij trägt das Häk¬ 
chen. — fisO* ist mit Apostroph geschrieben. 

— In vxoyQatprjg und vitoygatpovtog ist q mit 
Häkchen versehen. 


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144 


Urkunden 


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ilfig [iccqtvqcov [laQXVQOvvx&v xax btitQonip jjp&v xal a^Ccoöiv xal £%bq® xrj&ivxsg 

Xaxä TtQÖÖGKtOV 

Big XQOä&icov SfioXoyrjöapsv xal ästeXvöapsv xav&’ ovxatg xaX&g 6$&&g Öixcdcog 
£%blv itoulv 

70 daxSeiv (pvXdxxuv ififidveiv dtaxrjgslv eis xigag äyuv xal eig xiXog öweXdöui, (pv- 
Xax&rjvai, fjiuig xb xal 

ol fi£&’ iifiäg Big fatavxa, ävayvtDö&ivxa xal iQpqvev&ivxa r\pXv xaxä xrjv alyvit- 
xucxip yX&xxa 

xal &QS6&£vxa <bfioXoyi$0ap€v xal äxeXvöapevfff (2. H.) f AvgrjXiac T(Sd>vrj xal 
Töigs ädsXtpii avxrjg 

frvyaxiqBg "Aita Aiov ix (irjXQbg 'Puy^X bco Evtfvrjg al XQoyeygappivaL xeitQdxafiev 
xb rjfutiv yjgog atiXrjg öBtia&gmpivqg xal bt£6%ijxaiLBV xagä vp&v x&v d>vov(iiv<DV 
76 rrjv xbXbükv xtjv iyxsi/iivtjv xififo iv voiuffpaxtoig ivog xqIxov £vyd> Uvtfvyg 
xal ßsßauböopsv vpXv xavxrpr xijv tcq&ölv iv xdöjj ßaßaimöu xal Gxoiyjei fftüv 
%ävxa xä iyyeyQafipiva &g icq6x(bixoC). QX(avu>g) Adfagog IUxqov äöiovx(®g) ägi&fwv 
JBvqvrjg äJ- ioofrel g aygatya vtcIq avx&v ygdppaxa (irj eiövuövf. 

(3.H.) f OX(aviog) Mqväg 'AßgaapLov paQXVQ&’ff. 

80 (4.H.) f QX(aviog) Wavdgayvog Gxqfaxubxrjg) dgi&fiov Q>lXg)v xaxä xv^qv BVQB&slg 
iv 2hnjvfl 

fiaQxvQ& äxovtsag itagä x&v Bsfiivavf f. 

(5. H.) f (bX(aviog) 'Aycaybg Mrjvag 6xg(axL®xrjg) äge&pov Uvijvqg fiap xvq& f. 
(6.H.) f (PXamos ’ltodwrjQ B(x(xoQog) atiyovöxd\t^pq) äged-pov Zvijvrjg paQxvQ[&f]. 
(7. H.) f <X>X(aviog) BCxxvoq Wqßrjx äyovtixdXiog äQ&tiov 2Jvijvrjg pagxvQ& f. 

86 (l.H.) f öi ipov OX(aviov) Ootßdpp®v(og) ^ev&qrjöiov 6xgaxi(d>xov) dQi&pov 
Ilvijvyg iyivsxof. (8.H.) yql bene bal(eas)(?) 


68 uar 9 mit Apostroph.— tneQmxri&evTae falsch 
st. txeQcoirftiMaL — q in xqoücoxov trägt das Häk¬ 
chen. 69 it? XQOffcoirov falsch st. eig xQoecaxox 
oder ex itQo<smitov. — rat#’ mit Apostroph. Es 
▼errät die Unbeholfenheit des Verfassers, daß er 
nach cLite\viHt\ttv nochmals anhebt. 70 daaöeip 
ist ein charakteristischer Beweis für die Abnei- 
gung gegen die tote Sprachform didotrat, ebenso 
▼errät avvelaaca, daß die Präsensform aweXavvoa 
nicht mehr lebendig war. — Wie die Yerba 
hier ohne Verständnis gehäuft werden, zeigt 
am besten das im Passiv wiederholte <pvla%- 
Oijvai. Die ganze Stelle ist voll sprachlicher 
Verstöße, zu eig cutavxa ist wohl äirivexri %qo- 
vov zu ergänzen. 71 yXatra vulgär in 
der Flexion statt yXarttav, ▼gl. o. Z. 80, laut¬ 


lich zu größerer Feinheit in der attischen Form. 
72 röeQt} statt tosvqs heißt diese Frau auch im 
Pap. Lond. 1797, wo sie neben zaeQij auch taia 
genannt wird. 76 X in pa^l* ist mit dem 
Punkt ▼ersehen. 75 Der Genitiv evog zqizov 
falsch statt des Dativs, der Unterzeichner dachte 
an die Formel zifirjg ovfixsqtovrjfievTjg xxX. 
77 Über XafaQog steht kein Strich. 78 ist stark 
▼erwischt, aber sicher gelesen. 80 Das Kreuz 
hinter <pila>v gehört zur Unterschrift des Zeu¬ 
gen Menas; auch der zweite Zeuge, der sich 
nur nach seinem Vater nennt, setzt zum Schluß 
zwei Kreuze. 82 nnvag statt prjva. 88 j?fx(ro- 
Qog) ist sehr unsicher. 85 Die Lesung xca bene 
bal(eas) ist nur ein Versuch, vgl. die Subscriptio 
von P. 14. Vgl. auch Einzelbem. 


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Nr. 18. Verkaufserklärung über einen Hofteil 


145 


ÜBERSETZUNG. 

[Im Namen des Herrn und Herrschers Jeans Christus unseres Gottes und Hei¬ 
landes] im 12. Jahre [der Regierung unseres göttlichsten und frömmsten Herrschers 
Flayios Maurikios Tiberios, des ewigen Augustus,] Imperators und größten Wohl¬ 
täters und im zehnten Jahre des Konsulates Seiner Erhabenheit am 23. Tybi der 
12. Indiktion in Syene f. Die Aurelierinnen Tsone [und Tseure ihre Schwester, voll- 
bürtige Töchter ihres Vaters] Apa Dios, stammend [aus Syene und den unten folgenden (6) 
Unterschreiber bei stellend, der für sie] unterschreibt, und die Zeugen, die [unten in 
ihrem Aufträge diesen schriftlichen festen und] unübertretbaren Kaufvertrag mit¬ 
bezeugen, [an Flavios Patermouthis,] Sohn des Menas, Soldaten im Numerus von 
Elephantine, und seine Gattin Aurelia [Kako, Tochter des Jakobos, der auch] 
Pasaraei heißt, gleichfalls beide aus demselben Syene stammend, Gruß. Wir die vor- 
bezeichneten Tsone und Tseure, ihre Schwester, erklären durch diese unsere geschriebene (10) 
Kaufurkunde, aus eigenem Vorsatz, dazu gekommen mit freiwilliger Meinung, selbst¬ 
gewählter Willensbestimmung, listlosem Entschluß, unabänderlicher Absicht, unver¬ 
änderlicher Erwägung, reinem Gewissen und richtigem Verstände, ohne jede Arglist, 
Furcht, Gewalt, Täuschung, Nötigung, Erschleichung, Schmeichelei und irgend¬ 
welche Leichtfertigkeit in bezug auf diese einfache geschriebene Kaufurkunde, son¬ 
dern aus eigenem Vorsatz, zugleich den furchtbarsten und verehrungswürdigen Eid (16) 
schwörend bei Gott dem Allmächtigen und bei Sieg und langer Regierung unserer 
allerfrömmsten Herrscher der Welt, der Flavier Maurikios Tiberios und Ailia Kon- 
stantina, der ewigen Augusti, Imperatoren und größten Wohltäter, euch den vorbe- 
zeichnetenPatermouthis und seiner Gattin Aurelia Kako heute verkauft und verschrieben 
zu haben nach Kaufsatzung und zu ewigem Besitze und jedem vollsten Eigentumsrechte 
von jetzt ab für immer und alle folgende immerwährende Zeit die uns gehörige und (20) 
väterlicherseits zugefallene Hälfte der verfallenen westlichen (?) einstöckigen und 
dachlosen in der Stadt der Syeniter an der Südseite des Kastells an der Lager¬ 
und .Straße gelegenen Hofstätte, welche Hälfte an uns gekommen ist 

aus rechter Erbschaft von unserem verstorbenen Vater Apa Dios, der sie selbst als 
Rechtsnachfolger seiner Eltern erhalten hatte. Mit einem Worte es ist uns ganz und 
gar nichts unverkauft zurückgeblieben von der vorbeschriebenen Hälfte der Hof¬ 
stätte, — wovon die andere Hälfte der Hofstätte an euch, Patermouthis und seine (26) 
Gattin und Ehefrau, auf Grund einer rechten Schenkungsurkunde von Johannes, auch 
Paptsios genannt, gekommen ist — entsprechend der Vorerwerbskaufurkunde und 
unserem Besitze und Eigentums Angrenzer aber der ganzen Hofstätte, von der wir 
euch die Hälfte der verfallenen Hofstätte verkauft haben, sind im Süden die (Straße?) 
der öffentlichen Mauer des Klosters (?), im Norden die öffentliche Straße, im Westen 
die öffentliche Straße, im Osten die gemeinsame Wand des Hauses des Schiffers Paeion 
Sohnes des Apa Dios — und die Haupttüre öffnet sich gegen Norden auf die öffentliche (80) 
Straße —, oder welche Grenznachbam sonst noch da sein mögen überall von allen 

MQnchencr Papyri L 19 


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146 


Urkunden 


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vier Ecken und Seiten, sowie wir die vorgenannten Tsone und Tseure ihre Schwester, 
die Verkäuferinnen und Veräußerinnen, es mündlich erklärt haben, wobei der gegen¬ 
seitig vereinbarte, (beiden Teilen) passende und zwischen uns beiden nach unabänder¬ 
lichem Wort festgesetzte Kaufpreis ein und ein Drittel Solidi geprägtes Gold, Ge¬ 
wicht von Syene, macht 1-J- Goldsolidi Syener Gewicht, beträgt, welchen vollen und 
(86) entsprechenden Preis wir, die vorbezeichneten Veräußerinnen, auf der Stelle von euch, 
Patermouthis und seiner Gattin Kako, den Käufern, am heutigen Tage bar in die 
Hand aus eurer Hauskasse voll nach Zahl und Gewicht erhalten haben, wonach weder 
wir noch sonst irgendwer in unserer Vertretung zu irgendeiner Zeit gegen euch Vor¬ 
gehen werden, sondern wir geben unsere Zustimmung und es werden euch und 
euren Rechtsnachfolgern wir und unsere Rechtsnachfolger für diese geschriebene 
Kaufvertragsurkunde mit jeder Gewährleistung Gewähr leisten in jeder Weise gegen 
jeden, der euch angreifen oder euch entgegen treten sollte, bei jeder Gelegenheit und 
(40) zu jeder Zeit mit jeder Gewährleistung und Bereinigung mit unseren eigenen Mitteln 
und Kosten nach dem Gesetz über Kauf und Gewährleistung, damit von nun ab ihr, 
die vorbezeichneten Patermouthis und seine Gattin Kako, die Käufer, der vorbe¬ 
zeichneten Hälfte der Hofstätte aus unserem väterlichen Erbteile von Apa Dios, die 
jetzt dachlos und unbedeckt ist, vom Fundament bis zum Luftraum und mit allen 
zu ihr gehörigen Rechten sofort und augenblicklich ohne Verzögerung euch be¬ 
mächtigen, Herren und Eigentümer unserer vorgenannten ganzen Hofstätte, das heißt 
(46) der Hälfte derselben Hofstätte mit jedem damit verbundenen Rechte sein, dort schalten 
und walten, darauf in die Höhe bauen, darin wohnen und sie vermieten, sie vertau¬ 
schen, verkaufen und Wiederverkäufen, umgestalten, verschenken, abtreten, weggeben, 
vergeben, Kindern und Enkeln vermachen, Erben (und) Nachfolgern hinterlassen, 
erwerben und gebrauchen auf jede euch passende Art und in jeder gesetzlich zu¬ 
lässigen Weise, und alles tun könnet, was die Gesetze den unabhängigen Eigentümern 
erlauben, und was den unzweifelhaften Eigentümern zusteht, mit ganzem vollsten 
(60) Eigentumsrecht zu jeder Befugnis, immerwährendem Eigentum und Besitz, unbe¬ 
hindert herrschend über diese unsere Hälfte der Hofstätte. Weder wir aber, die vor¬ 
bezeichneten Tsone und Tseure, ihre Schwester, die Verkäuferinnen, noch eines un¬ 
serer Kinder oder Enkel, Fremden oder Angehörigen von Vater- oder Mutterseite 
sollen jetzt oder in Zukunft euch oder eure Kinder, Enkel, Nachfolger und Erb¬ 
schaftsbesitzer angreifen oder verklagen oder in Zukunft wegen dieses Kaufes ver- 
(56) klagen können, oder diesen unseren Verkauf übertreten oder erschüttern jetzt oder 
bei irgendeiner Gelegenheit oder Zeit auf keine Weise und durch keinen Anlaß, 
weil wir, wie wir vorher sagten, von euch voll den vorher festgesetzten Preis in ein 
und ein Drittel Solidi Syener Gewicht erhalten haben. Denjenigen aber, welcher 
wegen dieser unserer Hälfte der Hofstätte vom Fundament bis zum Luftraum euch 
angreifen oder entgegenzutreten versuchen sollte, werden wir die Vorbezeichneten 
und Verkäuferinnen beseitigen und euch gegen ihn verteidigen, ihn verscheuchen 
und (die Sache) bereinigen mit unseren eigenen Mitteln und Kosten und denen un- 


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Nr. 18. Verkaufaerkl&rang über einen Hofteil 


147 


serer Erben. Sollte uns aber die Verteidigung und Bereinigung wegen dieses Kaufes (60) 
nicht gelingen, so sollen wir zur Strafe für Übertretung sechs Goldsolidi Sjener 
Gewicht, die mit Macht und Gewalt aus unserem Vermögen abgefordert werden 
können, und abgesehen davon, daß nichts gelten soll gegen das schriftlich Aufgezeich¬ 
nete, wie es vorher geschrieben steht, Schadenersatz, Aufwendungen und Bußen 
zahlen, und sodann unbedingt damit zufrieden sein und bei dieser unübertretbaren 
und unerschütterlichen geschriebenen Kaufurkunde verharren und es soll nichts gelten 
gegen das schriftlich Aufgezeichnete, wie es vorher geschrieben steht. Und zu deiner (66) 
(L eurer) Sicherheit haben wir diese vorliegende Kaufurkunde verfaßt, die gültig, fest, 
unzerreißbar, unerschütterlich und gesetzmäßig sein soll, überall vorgebracht werden 
und als Öffentliche Urkunde vor jedem Amt und jeder Behörde gelten soll, allerorts 
und zu aller Zeit, mit der Unterschrift des für uns Unterschreibenden und der fol¬ 
genden Zeugen, die in unserem Aufträge und auf unsere Bitte hin Zeugnis abgeben, 
und befragt von Person zu Person haben wir zugestimmt und (die Urkunde) ausge¬ 
fertigt, daß wir und unsere Rechtsnachfolger dies so schön, richtig, gerecht halten, (70) 
tun, geben werden, es bewahren, dabei verharren, es beobachten, ausführen, zu Ende 
bringen und bewahren für alle (Zeit). Nachdem es uns vorgelesen und in die ägyp¬ 
tische Sprache übersetzt war und uns paßte, haben wir zugestimmt und es ausge¬ 
fertigt, fff 

(2. H.) fWir, die Aurelierinnen, Tsone und Tsere ihre Schwester, Töchter des 
Apa Dios von der Mutter Rachel aus Syene, die Vorbezeichneten, haben die Hälfte der 
verfallenen Hofstätte verkauft und haben von euch den Käufern den vollen bestimmten (76) 
Kaufpreis in ein und ein Drittel Solidi Syener Gewicht erhalten und werden euch 
für diesen Kauf mit jeder Gewährleistung Gewähr leisten und es paßt uns alles darin 
Geschriebene, wie es vorliegt. Ich Flavios Lazaros, Sohn des Petros, Adjutor im 
Numerus von Syene, habe auf Bitten für sie, die Schreibunkundigen, geschrieben *j\ 

Es folgen 5 Zeugenunterschriften und die Fertigung des Urkundenverfassers. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

1/2 Da die einfache Datierung ßa&tlslug etc. für den Raum von 1 Y s Zeilen nicht 
ausreicht, so wurde mit allem nötigen Vorbehalt die Invokation ergänzt. 

3 Wenn dtodexarov richtig gelesen ist, so entspricht hier dem 12. Regierungs- das 
10. Konsulatsjahr des Kaisers, während Mon. 14 dem 12. Regierungs- das 11. Konsulats¬ 
jahr parallel geht. Da unsere Urkunde vom 18. Januar, Nr. 14 aber vom 15. Februar 
stammt, könnte der elfte Konsulat zwischen diesen Tagen begonnen haben. Doch ist be¬ 
kanntlich auch sehr mit Ungenauigkeiten zu rechnen. 

26 öa>Q6ci6%i%ov ötxcUov ppdfifurtog: man beachte die Hervorhebung der Schenkungs¬ 
urkunde. 

26 f. TtQOxvrjxixy avy sicher zu ergänzen nach Mot i. 16 Z. 13 f. Das ist die Urkunde, 
mit welcher die Verkäuferinnen selbst erworben haben. Über nqoxxTfiug ' Vorbesitz-Urkunden’ 

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148 


Urkunden 


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vgl. Gerhard, Gräko-ägypt. Erbstreit S. 20 zu Z. 10. Mon. 16 wird ausdrücklich die Über¬ 
gabe dieser Vorurkunden erwähnt. VgL oben zu Mon. 4 Z. 16. 

28 Zu fyovg vgl. Bell, Lond. IV Infcrod. p. XVil, wonach ogog synonym mit jiova- 
axrjQiov (= 'desert monastery’) verwendet wird. In diesem Sinne wird das Wort vielleicht 
auch hier zu verstehen sein. Ygl. Cair. Cat. 67003, 5 und dazu Index IV, s. v. fyog. 

88 Der Kaufpreis ist beiden Verkäuferinnen bereits gegeben und wohl von ihnen ge¬ 
teilt worden. 

44 Gemeint ist vielleicht, daß die Verkäuferinnen ihre ganze Berechtigung an der 
Aule abgegeben haben. Aber dieses „Aktengriechisch“ ließe auch andere Erklärungen zu. 

45 Mit der ausdrücklichen Betonung des Rechts des icvoixodopsIv iq>' 6t povg ist Ab¬ 
wesenheit einer etwa entgegenstehenden Servitut bezeugt. 

50 IxdixritScopsv und Z. 60 ixdtxTjötg , besonders deutliche Hinweise auf den Inter¬ 
ventionsschutz des Auktors in einem etwaigen Eviktionsstreite. 

66f. 6r}fioouvo^ivrjv. Auf den ersten Blick wird man geneigt sein, an die bekannte 
Demosiosis zu denken. Diese ließ sich bisher allerdings nur bis ins 4. Jahrh. nachweisen. 
Die spätesten Zeugnisse waren Flor. 96 a. 5 (a. 337) und Goodsp. 13 (a. 341). Mitteis 
nahm von da ab ihr Verschwinden an ( Grundzüge 87). Nun begegnet der Terminus in 
unserem Dokument von 594. Die Urkunde ist unter dem Namen eines Privaten, des Sol¬ 
daten Flavios Phoibammon im Numerus von Syene ausgestellt, also nicht einmal eines 
Privatnotars; trotzdem soll sie als öfjfiooiovpivtj (der P. sagt drjfiooisvofiivrj ) gelten. Daß 
die Urkunde erst einer örjpoolaxsig unterzogen werden soll, ist zwar aus den Worten des 
Textes nicht ersichtlich, aber vielleicht darf der Aktenvermerk a. E. der Urkunde in diese 
Richtung gedeutet werden. Auch sind die Wendungen Sg iv öijpoalm Im yeysvrjfiivy in 
Mon. 4 Z. 38; 11 Z. 60; 12 Z. 46 sehr zu beachten. VgL oben zu Mon. 4 Z. 38. Möglich 
endlich, daß Mon. 13 die Tatsache in Betracht kommt, daß auf der einen Seite des Grie¬ 
chischen nicht mächtige Parteien begegnen, die vielleicht geschützt werden sollten. Ander¬ 
seits ist es aber freilich auch möglich, hier Srjfioowvfiivrj im Sinne von iudiciis publicare 
cautiones et convenire debitorem des Cod. Theod. 2, 27, 1 pr. zu verstehen, wie dies denn 
auch Mitteis, Grwtdzüge 86 1 , schon für Oxy. VI 906 Z. 8f. vorgeschlagen hat. Dafür 
würden insbesondere die folgenden Worte inl na<si\g &Q%r\g xal i^ovolag sprechen, die, wenn 
auch mit der früheren Deutung nicht unvereinbar, doch gut gerade zu dieser Deutung 
passen. ’Egootf/a ist dabei die Behörde, etwa synonym mit Uu Gange: maiestas, 

ditio, potestas. 

60/71 raff#’ — i )pag: Die Konstruktion ist anakoluth. Einmal setzt <pvla%&ilv(u im 
Gegensatz zu den anderen Infinitiven xaüQ 7 als Subjekt, nicht als Objekt voraus; im 
übrigen müßte es aber rjfutg ts xal xovg psd 7 tf/utg heißen (Subjektsakkusativ), denn zum 
folgenden kann rjfitig xe xal ot rjfiäg noch weniger gezogen werden, wenn of fied 7 Jjp&g 
'unsere Rechtsnachfolger’ o. ä. bedeutet. Die Stipulation schließen aber eben nur die zwei 
Schwestern. 

86 Der Schlußvermerk, der von neuer Hand herrührt, konnte nicht auch nur einiger¬ 
maßen sicher gedeutet werden. Heisenbergs Versuch xai bene baleas fände in Mon. 2 und 


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Nr. 14. Vergleich 


149 


vielleicht 14 eine Stütze. Ich hatte an xoH(i?fia) a „Band I M also einen Aktenvermerk 
gedacht und die Möglichkeit ins Auge gefaßt, dies mit drjfioffiov(iiv7] in Verbindung zu 
bringen. Aber dann wäre die Deutung der letzten Buchstaben noch schwierig genug; vo- 
(/LiiUfta): Wertangabe des Kaufobjekts oder Preisangabe, aber wie hoch: ux? xoXX(rjfux) a 
vo(juö{Ux%a) ux? Im Texte ist deshalb der immerhin wahrscheinlicheren Vermutung Heisen¬ 
bergs Baum gegeben, aber wie mein Mitherausgeber selbst betont, mit aller Vorsicht und 
jedem Vorbehalt. 


Nr. 14. 

VERGLEICH. 

Inv.-Nr. 102. Höhe 1,67 m, Breite 34 cm. Rekto 111 Zeilen. Verso 1 Zeile. Syene. 
15. Februar 594. Unveröffentlicht. Tafeln Rekto: XXXI. XXXII. XXXHI. XXXIV. 

Verso XXXV (a). 

Der Papyrus besteht aus 11 Selides von je 14—15 cm Höhe; von dem voraus¬ 
gehenden Schutzstreifen, der auf der Rückseite die Inhaltsangabe trägt, sind etwa 
6—7 cm abgebrochen. Am Ende der letzten Selis fehlen in einer Breite von etwa 
2 cm die Querfasem, was für die Frage nach der Zusammenfügung der Selides zur 
Rolle nicht bedeutungslos zu sein scheint. Der Papyrus ist von hellbrauner Fär¬ 
bung, stark gearbeitet und gut geglättet, daher vorzüglich erhalten; nur in den ersten 
Zeilen, Z. 41 und Z. 82 finden sich Brüche. Der Rand ist auf beiden Seiten be¬ 
schnitten, doch lassen sich noch die Spuren der Faltung (von unten nach oben) er¬ 
kennen. Zweifelhaft ist mir, ob die vor Z. 62 sichtbaren kleinen Löcher durch die 
Faltung entstanden sind. 

Der Schreiber, der die Zeilen senkrecht zur Faserung, parallel den Klebungen 
führt, verwendet eine steile, großzügige Minuskelkursive ohne Abkürzungen; seine 
Sorgfalt machte nur selten Verbesserungen nötig. In der Bezeichnung der Namen 
durch den Querstrich ist kein System zu erkennen. Die Urkunde fallt vor den an¬ 
deren auf durch ihre sprachliche und stilistische Korrektheit, die Schulung des aus¬ 
gebildeten Notars verraten außerdem lateinische Wendungen wie Z. 71 &sCcov ßigßmv^ 
Z. 85 ftsCag ädvovTccvCcovog, vielleicht auch die Schlußformel ß(sve ßaXsag). 

Die Inhaltsangabe auf der Außenseite des Schutzstreifens stammt sehr wahr¬ 
scheinlich von der Hand des Notars, der die Urkunde unterschrieben hat. 


Die Urkunde ist gefertigt von Christophoros, dem Sohne des Patermouthis, 
einem 0v{ißokaioyQci(pog. Geschrieben hat die Urkunde ein Schreiber des Christo¬ 
phoros. Für beide schreibunkundigen Parteien subskribiert Flavios Lazaros, derselbe 
wie Mon,13 Z. 77. Alle sechs Zeugen gehören zum Numerus von Syene, 2 draco- 
narii, 2 augustales, 2 ötQaxi&rai. 


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Urkunden 


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Die Urkunde ist objektiv stilisiert und das Cheirographon wie Par. 20 nur noch 
in der subjektiven Schlußklausel der Unterschrift iftfye&cc tijv StaXvttxrjv bfioXoyCav 
xal <Stoi%el 'ftfdv navra tä iyyeyQapiiiva <bg iCQÖxettat in Z. 103f. erhalten. Die Rück¬ 
bildung, von der Mitteis, Grundeüge 88 spricht, ist damit hier vollzogen. YgL oben 
Einleit, zu Mon. 7. 

Der Papyrus enthält wie Mon.ln. 7 einen Vergleich. Die Parteien bezeichnen 
ihn als bgoXoyta r&v dtaXvöecov (Z. 6), 6[ioXoyCa rrjg dcaXvffswg (Z. 59), ysvixal 8ia- 
Xvöstg (Z. 49), dtaXvrtxij 6 poXoyla (Z. 103), dtdXvötg (Z. 102). Die Dialysis ist auch 
hier in Verfolgung eines Nachlaßstreites notwendig geworden. 

Die Parteien sind uns bekannt: Patermouthis, Sohn des Menas, der Mann der 
Kako, der Schwester des Johannes, auf der einen Seite und sein Schwager Johannes, 
Sohn des Jakob und der Tapia, auf der anderen. Auch ist es verlockend, die Z. 20 ff. 
genannten SyyQatpot diaXvöeig, die zwischen Johannes einerseits, Patermouthis und 
Kako andererseits abgeschlossen worden waren und die nach Behauptung des Pater¬ 
mouthis Johannes verletzt hatte, eben als die Mon. 7 vorliegende Vergleichs Verein¬ 
barung über den väterlichen Nachlaß anzusehen. Schwierigkeit macht nur der Um¬ 
stand, daß Johannes hier Flavios heißt, während er Mon. 7 Aurelios genannt wird. 
Vgl. dazu aber Heisenberg, oben S. 9. Johannes ist noch immer Soldat. Über die 
Dienstdauer vgl. Maspero, Organisation 58*. 

Unser Vergleich hat nach Mitteilung der Parteien eine längere, allerdings von 
jeder etwas anders dargestellte Vorgeschichte. Zwischen Patermouthis, Kako und 
Johannes war bereits ein Vergleich über die väterliche Erbschaft zustande gekommen. 
Das war eben, wenn unsere Annahme zutrifft, Mon. 7. Johannes hat nun nach der 
Darstellung des Patermouthis diesen Vergleich nicht eingehalten, sondern seinen 
Schwager vor das Tribunal des Vikars von Hermonthis und stellvertretenden toxo- 
rrjQrjttfg Kallinikos gezogen, wo Patermouthis zu 7 Goldsolidi verurteilt worden war. 
Dies eben entgegen dem Vergleich, wonach jedwede aus dem väterlichen Nachlasse 
entspringende Streitigkeit hätte erledigt sein sollen. Ja, wenn Mon. 7 der in Frage 
stehende Vergleich ist, haben die Parteien sogar auch jede andere etwa zwischen 
ihnen auftauchende Streitsache aus vor dem Vergleich liegenden Tatbeständen in 
diesen einbezogen (Mon. 7 Z. 60/62: taikrjg evtxsv rrjg vno&iäetog xal irigag olaßörj- 
tcots ah tag %Qrjfiartxijg rs xal iyxXyfiartxijg). Es ist natürlich, daß Patermouthis mit 
dieser exceptio transactionis auch schon vor dem Tribunal des Kallinikos operiert 
haben wird. Aber er zog dort den kürzeren, indem er eben zu sieben Solidi ver¬ 
urteilt wurde. Nach der Replik des Johannes, die wohl den Kallinikos überzeugt 
haben wird, war es eben keine ins Vergleichsgebiet fallende Sache, die Johannes 
vorbrachte, sondern ein nach dem Vergleich von Patermouthis begangenes Unrecht, 
das den Schwager zur Klage vor dem Vikar veranlaßt hatte. Das Unrecht des Pater¬ 
mouthis habe nämlich in seiner Einmischung in eine andere Rechtssache bestanden, 
die zwischen Johannes und seiner Mutter Tapia, der Schwiegermutter des Pater¬ 
mouthis, schwebte. Patermouthis habe die Tapia gehindert, dem Johannes vier So- 


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Nr. 14. Vergleich 


151 


lidi auszufolgen, wozu sie nach einer k%lxQi6ig des Xoytwtarog ypa/ifuxnxbg ivsxsv 
rfjg vxo&eäecog xi\g olxCag (Z. 29 f., 38 ff.) verpflichtet gewesen sei. Näheres Über diese 
Sache erfahren wir nicht. Jedenfalls stand sie, wenigstens nach des Johannes Dar¬ 
stellung, in keinem Zusammenhang mit dem Vergleich und spielte (vgl. o.) erst nach 
diesem. Wieso Patermouthis zu sieben Solidi verurteilt worden war, während er nach 
Johannes 1 Darstellung diesen nur um die vier Solidi gebracht hatte, ersehen wir auch 
nicht. Juristisch stand die Sache so, daß Patermouthis die Tilgung einer Obligation 
der Schuldnerin Tapia an den Gläubiger Johannes vereitelte (Z.28: hg k^utodCoav- 
tog) und hierfür vom Gläubiger zur Rechenschaft gezogen wurde. Über das dogma¬ 
tisch Interessante dieses Falles vgl. das unten in den Einzelbem. zu Z. 28 Gesagte. 
Ebenso vgl. zur Frage, an wen die irjfiia fiel, unten zu Z. 19. 

Jedenfalls hat sich nun Patermouthis bei der Sachlage nicht beruhigt. Unsicher 
aber ist es sofort wieder, welches Rechtsmittels er sich bediente, und ob überhaupt 
eines Rechtsmittels. Am naheliegendsten wäre Appellation gegen das Urteil des 
Kallinikos gewesen, weil die Exceptio pacti nicht richtig gewürdigt worden. Aber 
das ivifiyaysv in Z. 15 ist ganz farblos. Auch aus Z. 25 f.: ’laawrjg dh dvridixaio- 
Xoyoviuvog ratg k%evi%ftt(6cug ccvta> ivayayctlg srapd IlateQpovd'Cov, ferner aus dem 
jtolX&v 5<f(ov X£%&ivx(ov xal dvxih£%&ivx<ov itfta&v dXXrjXav in Z. 30 f. ist nichts Ge¬ 
wisses über die Art des Vorgehens des Patermouthis zu entnehmen. Lange Hin - und 
Widerrede ist ja auch vor Gericht denkbar. Und wenn es im endlichen Vergleiche 
Z. 87ff. heißt: lößiöftai psza |v ccvtCdv Ttäv öxtQfMt Mxrjg xal ayoyijg xal dvozrjg xal 
&yxXijöscog xal farijöe&g xal dfupiößrjtrlöecog^ so können wir aus dieser Fülle von Aus¬ 
drücken erst recht nichts Sicheres darüber abnehmen, wie der Schritt des Pater¬ 
mouthis juristisch zu qualifizieren sei. Möglich, daß Patermouthis gar nicht mehr 
vor eine Gerichtsbehörde ging, sondern sich mit seinem Schwager privatim herum¬ 
zankte. Die Z. 26 genannten ivayoyal lassen sich aber wohl eher auf wirkliche 
Prozeßhandlung deuten. Gegen die naheliegende Annahme einer Appellation scheint 
die Tatsache zu sprechen, daß das Urteil des KallinikoB schon erfüllt, die fapla be¬ 
reits erlegt zu sein scheint. Daß Patermouthis unbekümmert um die res iudicata 
noch einmal den Prozeß, in dem er eben unterlegen, angefangen habe, und daß sich 
der siegreiche Gegner trotz der eadem quaestio darauf eingelassen, darf für das justi¬ 
nianische Prozeßrecht 1 ) nicht angenommen werden. Anders aber, wenn etwa Pater- 
mouthis jetzt den Johannes aus jenem Vergleiche auf die Konventionalstrafe und 
sonstigen Straf klausein für Vertragsübertretung (vgl. Mon . 7 Z. 66—72 u.a.) verklagen 
und so mit anderen Worten das, was er erfolglos als exceptio geltend gemacht, jetzt 
im Klagewege erreichen wollte. Wir kämen dabei freilich auf das schwierige und 
vielumstrittene Gebiet der unpassend sogenannten Frage nach der Rechtskraft der 
Entscheidungsgründe, vgl etwa Windscheid-Kipp, Pand. 1 9 659 ff. mit reicher Li- 


1) Für das ptolemäische Recht wäre das allerdings wahrscheinlich genug. Vgl. jetzt Se- 
meka, Ptolem. Prozeßrecht I 6. 


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Urkunden 


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teratur; Hellwig, Syst. d. deutsch . Zivüpro/seßrechts 1912, I 791. Für das römische 
Recht ist trotz Savigny, System YI §§ 291—293, 298 und anderen die Frage zu ver¬ 
neinen, vgl. Brinz, Pandekten I* 331; Hellwig, a. a. 0. 791 1 . Beweisend meines Er¬ 
achtens Big. 25, 3, 5, 9; Cod. lust. 3, 8,1. ln unserem Falle hätte wohl, da wir ja 
römisches Prozeßrecht als geltend voraussetzen müssen, Johannes, wenn auch die 
Entscheidungsgründe in Rechtskraft erwachsen wären, gewiß sich eine exceptio rei 
iudicatae nicht entgehen lassen und sich so allen Streit mit Patermouthis ersparen 
können. Daß er es nicht tat, könnte das aus den gesetzlichen Quellen sich ergebende 
Resultat bestätigen. 

Wie immer nun das iwjyaysv der Z. 15 aufgefaßt werden mag, jedenfalls sahen 
die Parteien von einer Schlichtung ihrer Streitsache vor dem weltlichen Gericht ab 
und einigten sich (Z. 30 ff.) auf einen geistlichen Schiedsrichter. Nach dessen Ent¬ 
scheidung muß Johannes dem Patermouthis fünf Solidi von der gezahlten Buße er¬ 
setzen (Z. 45/7)r Die Parteien fügen sich diesem Spruch und führen ihn in der Weise 
durch, daß Johannes die vier ihm von Tapia geschuldeten Solidi abtritt, den fünften 
aber aus eigener Tasche dazuzahlt (Z. 50—55). Nun erst ist das Feld für die eigent¬ 
liche bfioXoyCa xfjg diaXvtimg (Z. 59) frei, in der in feierlichster Weise auf alle An¬ 
sprüche aus Nachlaß und trjyCa verzichtet wird und für jeden Angriff einer Partei 
12 Goldsolidi als Konventionalpön ausbedungen werden. Beide Teile beschwören den 
Vergleich (Z. 93—96) und setzen für seine Einhaltung und die eventuelle Zahlung 
der Konventionalstrafe all ihr gegenwärtiges und zukünftiges Vermögen zu Pfand 
(Z. 96—98). Für Johannes hat sich auch noch sein Vertreter mit Person und Ver¬ 
mögen verhaftet (Z. 76—79). Es folgen Stipulations- und AbsolutionsklauseL 

YEv övöyaxi xov xvqCov xal Öb6tc6xov ’lrjöov XqiOxov tot) Q'Bov xal Ocoxfjpog 
ßatnkeCag tov ftsiotdrov xal stiösßsöxdxov fjgcbv Öböhöxov QXavtov 
MavQtxlov Tißsglov tov aUovCov AvyovOxov AvxoxgdxoQog ixovg ömdfxdxov 
xal vTtaxstag xfjg avxfitv yaXrjvöxijxog sxovg {vdsxdxov 
5 \Mb%bIq xa xfjg iß ivd(ixxlovog) iv Uvijvjj f. 

j* Tavxrjv xtftsvxai xal noiovvxai xfjv byoXoytav xfbv diaXvöscov 
dvaigexixijv ovOav itdörjg (idyipBog xal dyatyijg xal ivoyftg xal 
iyxXrjOBcog xa\ irjxnjöecog xal diupHfßrjxijöecog ix fihv 
tov ivbg fiiQOvg OXavlog ’lcodvvyg vtbg ’laxtbßov ix (lyxpbg 
10 Taxlag exQaxubxrjg dgt^yov Uvtfvrjg diä xov XeyoyJvov TL Ofjpa 

vadnov xfjg avxrjg JSmftnjg tov xal iyyvoyivov xal dvadB%oydvov 
xijv yvdyrjv xov avxov ’lcodwov i?tl Ttäöi xotg i(iq>BQO[idvoig 


1 Von dem Kreuz ist nur noch ein ge¬ 
ringer Best vorhanden. 4 1. avtov. 5 Un¬ 
gewöhnlich ist das Kreuz vor dem Monatsnamen, 
hier wohl nur dekorativ als Pendant zum 
Schlußkreuz hinter dem Eingang. 8 Hinter 


afiq>t<fßT}rrjff8<og vor der Nennung der Parteien 
ein Spatium. 10 Der für den Namen frei- 
gelassene Raum ist auch nachträglich nicht 
ausgefüllt, der Name fehlt auch in der Sub- 
scriptio Z. 100. 11 L tyyvtoptvov, vgl. Z. 100. 


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Nr. 14. Vergleich 


153 


seal i| fjg drjkmfrqaofidvoig rcnky xjj deakvOBe he di &axdgov 

IlaxEgpov&ig vibg Mrjva vavxrjg ästb xfjg adxfjg xä i&rjg 6fiok(py^ovvxBg 

d>g vstoxdtaxtae. üaxBgfiov&ig 6 stgoysyganftdvog ivsjyaysv 15 

’lcodwq ttp stgosegrjfidvp c bg stag 9 ästavxa xbv xov dexaCov Myov hvlxvyjtv 

xax avxov KakkevCxtp xeji ävdgtmxdxep ßescaglep 'Egfihvd'Basg 

ävastkrjgovvxe xbv xdstov 'Aiijicoviavov xov [uyakostgsstBOrdrov 

%osto%r\gr\xov xal stagä xijv ccvxov alxCaOev itrjfuhdy vofUppeaxa 

dsttä xal xccvxa lyovxa avxov dyygdepovg diakx>6seg yByBvr][idvag 20 

stag 1 avxov *Iasdwov sig avxbv IlaxBgiiovfriv xal Kaxb xijv aöxo(y) yapsxvjv 

ädekfpijv xs avxov xov stgoBegrj(idvo(v) 'Icodvvov, de &v hpoköyTjäBv ästr}Xld%&ai 

stsgl xfjg xXrjQovoiUag xo(y) staxgbg avxo(y) xal (irjxdxe firjddva köyov %%Btv avxbv 

stgbg xbv Blgrjfidvov IlaxBgpovfhv [ifjxB xijv avxov yafiexrjv bvbscbv olo(y)dfptoxB 

stgayfiatog dmjxovxog x<p pmeagCx^ avxcbv staxgL ’iaavvYig di dvxiÖLxaio- 25 

Xoyovfisvog xalg hteve%&sl<faig avxep ivaymycetg stagä Üaxsgfiovd'Cov 

xov stgoyBygafipdvov hprj xijv xoeavxrjv stgoödkBvöev yeysvrjö&ae 

stag 9 avxov xaxä üaxegfiovd'üyv hg ipstoöfaavxog xjj firjxgl avxo(y) ästakkd^ai avxbv 

stgog xijv do&sMav avxcS lyygatpov istlxgeOev üasC&vog xov koyeaxaxov 

ygapnaxixov evexsv xfjg vsto&d(5£(og xfjg olxlag avxfjg. xal stokk&v 30 

fiöav kB%&dvxmv xal ävxekBx&dvxasv (uxafcb äkbjkasv idofev xaxä xoivrjv 

OvvaCvsöev dstavxfjOai ccöxovg Big dlaexav stagä Eegi)v xtp Bvkaßsöxaxcp 

stgsößvxdgcp xrjg äyiag ixxktjOeag "Opßcov evgB&dvxe xaxä xv%ijv *uvxjl 

xfj Evrjvexöv. seal dij yevöfiBvoc stagä xjj avxov frBoqptXElcc dseaxegov fidgog 

ävd&sxo avxm xäg davxov deseaeokoyCag , ftöxeg äxgoccodfuvog x&v guxa^ö 85 

avx&v d[MpißaXXoiidv(DVy deskfrhv di seal xäg dcakvtfseg xäg stgoBvsx&sfaag 

stagä IIaxBgtio(v)&Co(v) yevojidvag Big avxbv xal Kaxb xijv avxov ya^Bxijv 

stagä 'Icoavvov xov stgoBcgrjfidvo(v), ob firjv dkkä seal iepBtdhv xijv htlxgeüev 

xip> doftslöav ’leodvvy seal xjj ftrjxgl aüxov stagä xov avxov koyeaxaxov ygafifiaxexov 

ivBseBv xfjg vstod’dosag xfjg olseiag , de 9 tfg istdxgivBv xal övvsldBV 40 


18 Hinter duxlvcti vor Nennung der zweiten 
Partei wieder ein Spatium. 14 Hinter rrig 
avrrie ist övtjpris vergessen. — 1. o[u>Xoyovvng. 
15 Hinter Qxorsraxxai vor Beginn der Erzäh¬ 
lung ein Spatium. 16 Der Schreiber trennt 
deutlich nag aitavxa, setzt aber keinen Apo¬ 
stroph, den er sonst zuweilen verwendet, z. B. 
Z.17 xcct* cevroVy ebenso Z. 68. 82; aber Z. 21. 
28. 47 auch nag avxov. 17 L apdgstotcexm. 
19 Zu naga vgl. Einzelbem. 20 s%ovta ist 
falsch st. exovxog. 21 xaxö in dieser Ur¬ 
kunde regelmäßig st. xax«}, vgl. Z. 37. 64. 65. 

Münchener Papyri L 


68; das Wort wird nicht dekliniert 22 ai 
in anrilkaxd-ai ist verbessert aus ij. 25 Der 
Schluß von fuxxagiTT} ist ausgebessert. — Das 
v von etvtmv ist von 1. H. über der Zeile hin¬ 
zugesetzt. — Hinter natgi ein Spatium. 29 tni- 
in tnixQuUp ist undeutlich geschrieben, aber 
sicher, vgl. Z. 38. 80 nolkmv ootov stammt 

aus der Sprache der Bhetorik. 84 Hinter 
ovtjpitup ein Spatium. 85 dutaeoXoyiag ist 
mit frischer Tinte nachgezogen. 86 ivqobvbx“ 
&8usag korrigiert aus ngooev-. 88 itpsedmv 
vulgär st snufcov. 

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Urkunden 


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do&fjvcu ’iadvvfl xagä xfjg firjxgbg crdrov vofidöfunta xdötfega, xal atixov 
'Icoavvov ixifielvavxog xal Xdyovxoq, hg ifixodiö&elg xagä üaxegfiovtlov 
ro(v) elgrjpdvo(v) Xaßelv xagä xfjg firjxgbg avxo(y) tä ctvxä vofdajucxa xdaoega 
rjxidaaxo avxöv, 6weidev xal dxdxgivev 6 XQoeegrjfidvog fteoiplXdaxaxog 
46 äicuxrjxfjg, &<fxe xgb xavxbg Xöyov xaxaßaXelv 9 Ia»dwrjv xbv %goleXeyfidvov 
bei TlaxeQfLovfhv %gv6o(y) vofiüffiaxa xdvxs fixlg fjg iXeyev deööo&ai £rjfidag 
xag 9 avxov xq> ßixagUp xfjg 'Eq$iqw&ix&Vj e%eiv dl avxbv 'Imdwrjv xgbg Taxiav 

xgbg xijv pedixelav xijv yevofidvrjv elg avxbv xal affxijv xijv (irjxdga 
avx o(v), xal o(ß)x(og yevdö&ai xagä x&v dfupoxdgcov fisgdbv ysvixäg diaXvöeig 
60 elg iavxovg. xovxcav odxag dxixQiftdvxoav xagä £egrjv xo(v) xgoyeygagifidvo(v) 
&eo(piXe6xdxov xgeößvxdgov , 3 tafr 9 iavxovg yevöfievoi Ovjjvrjöev 
xgbg cdXfjXovg <piXix&g, &öxe xaxaloyiodijvai üaxegfiovfHa) fix lg f I<odwov 
xd xdööega vofildpaxa, &xeg bglöfhj Xaßelv xagä TaxCag xfjg firjxgbg avxov 
xev&egäg dl xo(v) avxo(v) JIaxeg(io(v)4Mo(v), xal Xaßelv xagä xo(y) avxo(y) ’Ia>dvvo(v) 
66 äXXo ev vöfuöfuc elg övfinXrjQcoöiv x&v xdvxe vofuöfidxmv xgbg xijv 
fieöixeCav xov avxov &eo<piXs(lxdxov xgeößvxdgo(v). xovxcov o($)xmg 
yevofidvmv xal dxaXXaydvxcov xgbg dXXijXovg elg xavxrjv elxöxeag 
ätplxovxo ol xgoeigrjpivoi ’lmdvvrjg xal Üaxegfiovbig xijv eyygaepov 
bfioXoyCav xfjg diaXvöemg , dC ijg bpoXoyovöiv bcovöla yvmprj xal ddöXw 
60 xgoaigdöei xal elXixgtvel dtavola xal äxgdxxm loyidjim döXov xavxbg %<oglg 
xal ßlag xal dxdxrjg xal ävdyxrjg xal övvagxayfjg xal xoXaxlag xal xaxorj&eCag 
xal iXaxxcbfiaxdg xivog xal xavxbg (pccvXov diavoijparog, ’lardwrjQ filv 
diä TItsfjge xov xgoyeygafifidvov avxov syyvrjxov xal yva)fiavccä6%ov> 
firjxdxt, firjddva Xöyov i%eiv xgbg Tlaxegfiov^iv firjxe xgbg Kaxb xfjv ai)xov 
66 övfißiov firjxe xgbg Taxiav xijv firjxdga avxov xe xal Kaxb fiijxe xgbg xXrjgovöpovg 
avx&v fj diadö%ovg rj öumec%6%ovg ovx dv x& vvv xal dp firjdevl xcugm xaxä firjddva 
xgöxov rj ätpogfiijv rj fidftodov rj evgeötXoylav firjxe fiijv dvvatöai avxbv dlcuxav 
xivelv xax avxov üaxegfiovd'Cov real Kaxb xfjg abxov avfißlov xal Taxlag xfjg 
xgoeigrjfidvrjg 


41 Die auf der Klebung stehende Zeile hat 
durch den Bruch des Papyrus gelitten, doch ist 
der Text sicher. 42 smjiuvavteg ist über der 
Zeile von l.H. aus eruptiv ai verbessert. 44 rjtuc- 
occto ist aus cux- verbessert. 46 rjg ist ver¬ 
bessert aus otg. 47 Hinter SQpoavd’ittov ein 
kleines Spatium. 48 Einzelne Buchstaben von 
avx7}v ttjv stehen an Stelle weggewischter 
Schriitzüge. 49 Der Punkt über dem v 

von afjupotegav ist nur ein lapsus calami. 


51 6\fvrjvrjatv ist aus 6vvaivr\oev korrigiert, 
richtig wäre cvvtjvscuv. 53 q in aittQ ist 

hier gegen die Regel mit Häkchen geschrie¬ 
ben. — 1. flopiröi}. 56 Hinter xgsoßvxtgo(v) 
ein Spatium. 63 Zu yvo)pavado%ov, offenbar 
der Kanzleisprache eigentümlich, vgl. Z. 11/12. 
100/101. 66 ep prjdevi st, ev p. 67 Die rj 

sind hier und im folgenden mit Strich oder 
Kreuz versehen. — & in pe&’oiov hat den Apo¬ 
stroph. 68 Zu xax* avxov vgL zu Z. 16, 


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Nr. 14. Vergleich 


155 


firfrs trjv olavdr/jnoxs ffirjtnv htt\v6at avx&v iv ot<pdi/ptote xatgm fl %g6vtp 
ovx iv dtxaöxrjgtotg ixt%mglotg xs xal vxsgogCotg fl ixxog dtxaoxrjgtmv ov ÖC iavxov 70 
ov dt ivxoXemg xal % agsvfrixov TCgoOmitov ov dtä &£i'mv ßigßmv itagi olovdtjxo xb 
ngdypaxog 

ptxgov fl fisydXov ävijxovxog xfj xZrjgovoftlcc x&v yovimv adxo(y) 9 dtä xo dxqXZdz- 
bat adxbv 

xgCöst xal \LB 6 txala xov xgostgrtftivov dtatxrjxov xaxä xbv xgoagrqyTj&ivxa xgdnov. 
xal sl iiu%GiQ^ 6 usv ixt i%s\tivat avxoig xafr J otovdrjxoxs xqötcov ohpdijxoxs 
xatgtp rj %q6v<p , ovdiv [ihv dtpsle&i/jöexai xov bu%MQ 7 j(iaxog, bttyvmösxat di 76 

X 6 y(p xqo6xC[iov xal Ttagaßadlag %gvöov vo[iC(f{Jtaxa ddtdsxa xtvdvvtp H ofjgs xov 
iyyvrj(fa/iivov avxbv dtä xadxrjg xfjg iyygacpov bftoXoyCag , igym xal dvvdfiet 
äjtatxoviiBva ix xb avxov xov iyyvyxov xal ndvxmv x&v avxm v 7 tag% 6 vxmv xal 
vxag \dvxmv ysvtx&g xal idtx&g. öfioXoysl di xal avxbg üaxsgitovd'tg mg 
ovx iyxaXsl xm zgoatgr^ivm ’lmdvvjj fl xXrjgovö^totg avxov %agtv t % fofiCag xfjg 80 
itgoöxgtßsfarjg avxm alxtdäsrng 9 Imavvov xov ngostgr^tivov (irjxs xsgl olovdrptoxs 

ngdypaxog oiha dlatxav xtvsl xax avxov iv dtxaöxrjgiotg i 7 tt%mgCotg xb xal 
vnsgoglotg fl ixxog dtxaöxrjgimv ov dt adxov ov dtä rfls yafiBxrjg avxov ov dtä 
TanCag xrjg itgoysygaintdvrjg avxov xb xsv&sgäg ptrjxgbg di 'Imavvov ov dtä xXrjgo- 
vöfimv 

ad x&v ov dt ivxoZimg xal xagavfrdxov rtgotimnov xal d'sCag ädvovxaxCmvog , 86 

dtä xb aTtrjXXdz&at avxbv itgbg 9 Imavvrjv xbv xgoyBygaftfidvov xgtdst xal [isötxeCa 
Eagf\v xov ngostgr^idvov &so<ptXe<Sxdxov dtatxrjxov xal iößdö&at fiaxa^v avx&v 
itäv aitigpa dCxrjg xal äymyrjg xstl ivo%fjg xal iyxXrjösmg xal fyxrjOamg xal 
ä[iq)t6ßrjxij6£(og. xal sl iit { £} tzBtgrjöBLSV 6 avxbg üaxsgiiovfhg fl ftXXog xtg ix %go6motov 
avxov iyxaXiöat fl irttipvfjvat 'Imawji xm Ttgokeid'svxt, vitoxsttiaxat xm xgoxaxay[isv<p 90 
icgoöxCfjup x&v xov %gv<5ov vofitOjtaxCmv dmdsxa jtsxä xal xov bcdvayxsg xovg 
äfp ixaxigov ftigovg ijiftstvat xfj xagovöjj öfioXoylcc x&v dtaXvOsmv. xal 5xt xavxrjv 

69 Der Artikel bei oiavdr\nox8 ist unge- änoXafoö&ca. 77 In syyvr}<Ja^vov ist rj ans a 
wöhnlich. — Ein so vulgärer Ausdruck wie korrigiert. 79 Hinter tdtxtog ein Spatium. 
gr]T 7 ) 6 tv eiufruaca — nach Nonnos könnte man 80 ovx 9 ist mit Apostroph geschrieben. 81 Zu 
auch im%6oat betonen — mutet hier in der Ur- rtQoOTQtßstöris vgl. zu Z. 69. 82 Hinter xtvst 

kimdensprache recht seltsam an, er findet aber scheint v weggewischt zu sein. — Zu xatx 
in anderen ähnlichen wie Z.80f. grjfuag tr\g ngoö- avxov vgl. zu Z. 16. 85 ftsuxg aSvovtatuo- 

tQLßsKSrig seine Parallele. 71 Das lateinische vog, d. h. adnotatio, entspricht den Osuor ßaQ- 
verbum st. loyog stammt aus der Kanzlei- ßmv Z. 71. 88 In aytoyrig ist ay- aus ev- 

spräche, vgl. Z. 86. 72 Hier ist i\ wieder (spoztjs) verbessert. 89 8X8i%siQ7]<feisv ist ver- 

ohne Kennzeichen geschrieben. 74 Zur Schrei- bessert aus 87myip7jff«i8v, gemeint ist 
bung xafr* vgL zu Z. 16. 75 rj mit Kenn- grjffsuv. — Die Schreibung 6 » 4 ifit auffallend. 

Zeichen, ebenso Z. 88. — 1. ajyeXqdTjtJsxai, die 90 v in vitoxsussrat, ohne Punkte. 91 Zur 
Verbindung mit dem Genitiv nach Analogie von Schreibung sr^avayxeg vgl. Z. 67 peO’ odov. 

20 * 


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156 


Urkunden 


(pvXdttovOiv äxQcaxov xal iutaQdßatov, iitm(i6<favxo ot dtp 9 fxaxigov (iigovg xaxä tijg 
dyCag xal bfioovüCov xQiddog xal tijg vCxrjg xal diafiovrjg tß>v d'sofpvXdxxmv xal 
evtssßeöx^ätoov) 

95 ijfi&v Ö£(SitoTG)v OX{avCcov) MavQtxlov TißeqCov xal AlUag Kcovötuvxhnjg t&v ai- 
mvCov 

AvyovtSxmv xal AdtoxQatÖQtov vxo^ipsvoL itdvxa rot üvxa afaotg xal iööfuva 
XQdyyLOta ivs%ÖQp X6yo(y) xal vTtofhjxrjg dixaUp btl ßsßaicoösi tfj %aqofay Spoloyfa 
xal tfj toi) xpodxtfiov xataßoXfi sl oikoo tv%oi, xal dg tä itgoysygapy&va xdvta 

ilt£Q(0X7]- 

ftdvtsg £iu>X6yi]<fav xal dxdXvöav f. (2. H.) &X(amog) ’lmdwrig ’Iaxd>ßo(y) <jrp(a- 
tubtrjg) dgi&pofy) Uvijvyg 

100 öiä xov Xsyofiivo(v) üörjQS vavxov rrjg atitrjg Ztvrfvijg tov xal iyyvopdvov xal dva - 
ds%o[idvov 

x^v yvafirjv xo(y) avxo(v) 'ladvvoiy) bei %u6i xolg Ivxbg tpSQopivoig xal ijjijs dtj- 
Xco&rjöofidvoig 

xavxj] xfi diaXfast xal IIax£Q[iov&ig Mrjva <fxQ(axubxrjg) v) J EXs(p{avxlvrig) 

xal vavxrig heb tijg avxrjg 

Dvtfvrjg oC 3 ZQOx(sCfisvoi) i&ips&a tijv diaXvtixip bpoXoyCav xal 6toi%sl ftfilv itdvxa 
tä iyys- 

ygcqipdva fog itQÖxfatai). &X(aihog) Adfagog Ildtgov ddiovx((OQ) dQtftpov Uvijvrjg 
ä&m&slg lygit$a vtcIq avxfbv 

105 yQdfifiata fiij slööttovf. (3.H.) *f* <DX(aviog) ’ladvvrjg Tldxgo{v) dgaxovdg(iog) uQtft- 
fl(ov) UvijVTjg [UCQtVQft f. 

(4. H.) f &X(a\hog) BCxxojq Mryvag dgaxovdg(iog) dgi&pav Zv^vrjg [iaQtvQ& f. 

(5. H.) f $X(axhog) BCxxcdq ^Paßijt dyo(v)öxaX£o(v) dpifrfio(v) Dvrjvrjg [ioqxvq& f. 
(6. H.) f $X(aviog) IlafisQiwitfhg r AxQijxog äyov6(xdXvog) dg&pov Zvijvrjg fjucptvQ& f. 
(7.H.) f &X(amog) Ilaelmv ’laxaßov öxg(axubx7ig) dptäpov Evijvrjg [tagxvp&f. 

HO (8.H.) f OX(aveog) IlavXog ITaafislov 6xp(atHDxr}g) ägtd^fiov Ztvrjvqg fiaptvpß f . 

(9. H.) f di i(iov Xpi<fxo(pÖQo(v) lJax£Qfio(v)d , Co(y) <fvpßoXaioyQdip(ov) dydvexo x#i 
ß £(vs)[ßaXsag? 

93 avQaytov ist ein etwas gesuchtes Bild leicht für die damalige Aussprache des O bemer- 

st des wohl abgebraucht scheinenden aaaiev- kenswert. 109 Man kann zweifeln, ob Paeion 

tov. 97 1. svs%vqov Xoyca. 100 1. syyvcop*- nicht Xanaatßov schrieb. 110 Farbspuren unter 

vov, vgl. Z. 11. 101 Die Lesung evxog <ps<>o- dieser Zeile, die nicht am Anfang derselben be> 

fiovoig ist Bicher, Z. 12 steht dafnr tfupsgofuvotg. ginnen, lassen die Vermutung zu, daß hier zu- 

— Das ca in tyXalhicofiBvoie (man würde dsdrj- erst die Unterschrift des Notars begonnen, dann 

lovfMvoig erwarten) ist aus o verbessert. 104 In aber getilgt wurde. 111 Das Vergleichsmaterial 

ct&tcad’Eie ist ca aus o verbessert. 106 1. firjva. — fehlt, um hinter sysvsto x und ß sicher zu er- 

ovtjVTjg aus Ovvrjg verbessert. 107 1. ayovoxa- kennen; die Auflösung «ca ßtvt ßaleag, die zu 

Uog. 108 Die Schreibung ncc&BQfiovfhg ist viel- diesem Notar passen könnte, ist nur einVenuch. 


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Nr. 14. Vergleich 


157 


Verso: 

(9. H.) dut\Xvn(xij) 6(ioloyC(cc) [lG)d]y[vov ’laxtbßov ix [irfigos TaxCag] xqoq IlaxBQ- 
pov&iv. 

Das Verso ist sehr wahrscheinlich vom No- schöpfte Ergänzung fallt den verfügbaren Baum, 
tar Christophoros geschrieben, nicht vom Schrei- Schriftspuren sind nicht mehr zu erkennen, 
ber des Textes der Urkunde. Die aus Z. 9 ge- 

ÜBERSETZUNG. 

Im Namen des Herrn und Herrschers Jesus Christas, unseres Gottes und Hei¬ 
landes, im zwölften Jahre der Regierung unseres göttlichsten und frömmsten Herr¬ 
schers Flavios Maurikios Tiberios, des ewigen Augustus, Imperators, und im elften 
Jahre des Konsulates seiner Erhabenheit, f am 21. Mecheir der 12. Indiktion, in (6) 
Syene f. 

Es setzen fest und schließen diesen Vergleichsvertrag, der jeden Tadel, jede 
Klage, Verbindlichkeit, Beschuldigung, Untersuchung, jeden Streit beseitigen soll, 
auf der einen Seite Flavios Johannes, Sohn des Jakobos von der Mutter Tapia, Sol- (10) 
dat im Numerus von Syene, vertreten durch mit dem Beinamen Psere, Schiffer 

aus derselben Stadt Syene, der zugleich Bürge ist und die Erklärung desselben 
Johannes in allen darin vorgebrachten und unten zu erläuternden Punkten zu diesem 
Vergleiche auf sich nimmt, auf der anderen (Seite) Patermouthis, Sohn des Menas, 
Schiffer aus derselben Stadt, indem sie das Folgende, wie unten angeordnet, ver- ( 16 ) 
einbaren. 

Der vorbezeichnete Patermouthis trat gegen den vorgenannten Johannes auf, 
weil dieser entgegen allem Rechtsgrund gegen ihn bei Kallinikos, dem hochgemuten 
Vikar von Hermonthis, dem Stellvertreter des Ammonianos, des herrlichsten Statt¬ 
halters, geklagt hatte und er infolge der Klage desselben mit einer Strafe von sieben (20) 
Solidi belegt wurde, und dies, obzwar er Vergleichsurkunden besaß, ausgestellt von 
Johannes selbst an ihn, Patermouthis, und an Kako seine Frau, die Schwester dieses 
vorgenannten Johannes, durch welche dieser betreffs des Nachlasses seines Vaters be¬ 
friedigt zu sein und keinen Anspruch mehr weder gegen den genannten Patermouthis 
noch gegen dessen Frau wegen irgendeiner ihrem seligen Vater gehörenden Sache (26) 
zu haben erklärte. Johannes aber sagte in rechtlichen Gegenausführungen gegen die 
ihm vom vorbezeichneten Patermouthis gemachten Vorhalte, daß ein derartiger An¬ 
griff seinerseits gegen Patermouthis aus dem Grunde erfolgt sei, weil dieser seine 
(d. J.) Mutter verhindert habe, ihn entsprechend dem ihm schriftlich ausgestellten 
Urteil des Paeion, des wohlerfahrenen Schriftgelehrten, in Sachen ihres Hauses zu be- (30) 
friedigen. Und nach gar vieler Hin-und Widerrede untereinander beschlossen sie endlich 
nach beiderseitiger Zustimmung sich dem Schiedssprüche des Seren, des gottesfürch- 
tigsten Priesters der heiligen Kirche von Omboi, der sich zufällig hier in dieser Stadt 
der Syeniten aufhielt, zu unterwerfen. Und als sie sich nun bei seiner Frömmigkeit 


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158 


Urkunden 


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(35) eingefunden hatten, legte ihm jeder Teil seine eigenen Rechtsausführungen dar; dieser 
hörte auf die zwischen ihnen schwebenden Streitfragen, ging auch die von Pater- 
mouthis vorgebrachten Vergleiche durch, die der vorgenannte Johannes mit ihm und 
Kako, seiner Frau, abgeschlossen hatte, er beachtete aber auch die dem Johannes 
(40) und seiner Mutter von eben dem wohlerfahrenen Schriftgelehrten in der Hausange¬ 
legenheit ausgestellte Entscheidung, in der er entschieden und erkannt hatte, daß dem 
Johannes von seiner Mutter vier Solidi gegeben werden müßten. Und da Johannes 
selbst dabei blieb und sagte, daß er den genannten Patermouthis verklagt habe, weil 
er von ihm verhindert worden sei, von der Mutter jene vier Solidi zu erhalten, er- 
(45) kannte und entschied der vorgenannte von Gott vielgeliebte Schiedsrichter, daß vor 
allem der vorgenannte Johannes an Patermouthis fünf Goldsolidi erlegen solle für 
jene Summe, welche von diesem nach seiner Aussage an den Vikar von Hermonthis 
ab Strafe gezahlt worden seien, Johannes selbst aber solle (seine Ansprüche) gegen 
Tapia entsprechend der zwischen ihm und ihr, seiner Mutter, ergangenen Vermittelung 
(50) haben, und auf dieser Grundlage sollten zwischen beiden Teilen allgemeine gegen¬ 
seitige Vergleiche abgeschlossen werden. 

Nachdem dies so von Seren, dem vorgenannten von Gott vielgeliebten Priester, 
erkannt worden war, versprachen sie einander in freundschaftlicher gegenseitiger 
Übereinkunft, daß dem Patermouthis auf Rechnung des Johannes die vier Solidi zu¬ 
gerechnet werden sollten, die er von seiner Mutter, der Schwiegermutter eben des 
(56) Patermouthis, erhalten sollte, und daß er von eben dem Johannes einen weiteren 
Solidus dazu erhalten sollte, damit die fünf Solidi voll wären gemäß der Vermittlung 
eben des von Gott vielgeliebten Priesters. Nachdem dies so geschehen und unter den 
Parteien geschlichtet war, kamen die vorgenannten Johannes und Patermouthis ge¬ 
bührendermaßen zu diesem geschriebenen Vergleichs vertrag, wodurch sie in frei- 
(60) williger Meinung und listlosem Entschluß, mit aufrichtigem Denken und unerschütter¬ 
licher Überlegung, ohne jede Arglist, Gewalt, Täuschung, Zwang, Erschleichung, 
Schmeichelei und Bosheit, ohne irgendwelche Verkürzung und ohne jeden schlechten 
Hintergedanken erklären, und zwar Johannes durch den vorgenannten Psere, seinen 
Bürgen und Erklärungsübernehmer, keinen Anspruch mehr zu haben weder gegen 
(65) Patermouthis, noch gegen dessen Frau Kako, noch gegen Tapia, seine und der Kako 
Mutter, noch gegen deren testamentarische oder gesetzliche Erben oder Erbschafts¬ 
besitzer, weder jetzt noch irgendeinmal, auf irgendeine Weise, durch irgendein Mittel, 
eine List oder einen Schleichweg; ferner aber auch keinen Schiedsspruch gegen Pater¬ 
mouthis selbst und dessen Frau Kako und die vorgenannte Tapia herbeiführen noch 
irgendwelches Verfahren anhängig machen zu können bei irgendeiner Gelegenheit 
(70) oder zu irgendeiner Zeit, sei es vor einheimischen oder außer Landes gelegenen Ge¬ 
richten oder außer Gericht, weder seihst noch durch Stellvertreter und Zwischen¬ 
personen oder durch kaiserliche Worte über irgendeine kleine oder große zur elter¬ 
lichen Erbschaft gehörende Sache, weil er sich durch Urteil und Vermittlung des 
vorgenannten Schiedsrichters auf die vorne ausgeführte Weise befriedigt erklärt hat. 


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Nr. 14. Vergleich 


159 


Wenn er aber noch auf irgendeine Art bei irgendeiner Gelegenheit zu irgendeiner (75) 
Zeit einen Angriff gegen sie unternähme, so soll er aus diesem Unternehmen keinen 
Vorteil haben, außerdem aber zur Zahlung von zwölf Goldsolidi als Buße für die Über¬ 
tretung verhalten sein, unter Haftung des Psere, der sich für ihn durch diese schrift¬ 
liche Erklärung verbürgt hat, die mit Macht und Gewalt abgefordert werden können 
von der Person des Bürgen selbst und aus all seinem gegenwärtigen und zukünftigen 
Vermögen als ganzen und aus jeder einzelnen Sache. Es erklärt aber auch Pater- (80) 
mouthis selbst, daß er weder den vorgenannten Johannes noch seine Erben wegen 
der ihm infolge der Klage des vorgenannten Johannes auferlegten Buße verklagen 
und auch sonst nicht wegen irgendwelcher Sache gegen ihn ein Verfahren veran¬ 
lassen werde vor einheimischen oder außer Landes gelegenen Gerichten oder außer 
Gericht, weder selbst noch durch seine Frau noch durch die vorbezeichnete Tapia, 
seine Schwiegermutter und die Mutter des Johannes, noch durch deren Erben, noch (85) 
durch Stellvertreter und Zwischenpersonen, oder durch kaiserliche Adnotatio, weil er 
sich gegenüber dem vorbezeichneten Johannes durch Urteil und Vermittlung des vor¬ 
genannten von Gott vielgeliebten Schiedsrichters für befriedigt erklärt hat und 
zwischen ihnen jeder Keim eines Rechtsstreits, einer Klage und Einrede, An¬ 
klage, Untersuchung, eines Zwistes ausgetilgt ist. Und wenn derselbe Patermouthis 
oder ein anderer an seiner Stelle es unternähme, den vorgenannten Johannes zu ver- (90) 
klagen oder ihm zuzusetzen, so soll er der vorbestimmten Buße der zwölf Goldsolidi 
unterworfen sein, daneben aber beide Parteien gezwungenermaßen bei dem gegen¬ 
wärtigen Vergleichs vertrage verbleiben. Und daß sie diesen Vertrag unverletzt 
und unübertreten bewahren, beschworen beide Teile bei der heiligen und wesens¬ 
gleichen Dreieinigkeit, bei Sieg und langer Regierung unserer gottbehüteten und aller- 
frömmsten Herrscher, der Flavier Maurikios Tiberios und der Ailia Konstantina, der (95) 
ewigen Augusti und Imperatoren, indem sie all ihr gegenwärtiges und zukünftiges 
Vermögen als Pfand setzen und daran das Hypothekenrecht einräumen zur Sicherung 
des gegenwärtigen Vertrags und des Erlags der Buße, wenn es so nötig würde; und 
sie haben über all das Vorgeschriebene auf Befragen zugestimmt und (die Urkunde) 
ausgefertigt. (2. H.) Wir, Fl. Johannes, Sohn des Jakobos, Soldat im Numerus von 
Syene, durch den sogenannten Psere, Schiffer derselben Stadt Syene, der Bürgschaft (100) 
leistet und die Erklärung des Johannes in allen darin aufgenommenen und der Reihe 
nach aus diesem Vertrage erhellenden Punkten auf sich nimmt, und Patermouthis, 

Sohn des Menas, Soldat im Numerus von Elephantine und Schiffer derselben (Stadt) 
Syene, die vorstehenden Parteien, haben diesen Vergleichsvertrag abgeschlossen, und 
es paßt uns alles darin Geschriebene, wie es vorliegt. Ich Fl. Lazaros, Sohn des 
Petros, Adiutor im Numerus von Syene, habe auf deren Bitten für die Schreibun- (105) 
kundigen geschrieben f. 

Es folgen die Fertigungen von sechs Zeugen und vom Urkundenverfasser. 


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160 


Urkunden 


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EINZELBEMERKUNGEN. 

I Invokation, hier bloß Anrafung Christi Über ausführlichere Inyokationen vgL 
Mitteis, Grundzüge 88. Die Invokation entspricht dem späten Datum der Urkunde. Sonst 
begegnet sie in den Texten dieser Publikation nicht. Wahrscheinlich ist sie aber Mon. 13 
zu ergänzen. 

8/5 Der 21. Mecheir (Mecheir = 26. Jan.—24. Feb.) entspricht dem 15. Februar. 
Des Kaisers 12. Regierungsjahr zählt vom 13. Aug. 593—12. Aug. 594. Infolge des auch 
vor Beginn der neuen Jahresindiküon liegenden Tagesdatums fallen hier Regierungs- und 
Indiktionsjahr zusammen, während wir in Mon. 7 das erste Regierungs- und zweite Indik¬ 
tionsjahr zählten. 

10 Der leere Raum nach Sia war wohl zur Aufnahme des römisch-griechischen Na¬ 
mens des Psere bestimmt. Daß er nicht ausgefüllt wurde, kann seinen Grund im Fehlen 
eines solchen Namens haben. Johannes ist beim Vertragsabschlüsse nicht persönlich zugegen, 
sondern eben durch Psere vertreten: ein neues sehr deutliches Beispiel direkter Vertretung; 
denn abgesehen davon, daß die ganze Urkunde auf Johannes persönlich abgestellt ist und 
auch Z. 10 und 63 das für die Vertretung charakteristische Sid nicht fehlt, könnte Psere, 
wenn die Stellvertretung indirekt wäre, nach justinianischem Recht gewiß nicht zugleich 
als Bürge des Johannes erscheinen, da er ja bei indirekter Vertretung nur selbst in eigener 
Person, Johannes aber dem Gegenkontrahenten überhaupt nicht haftete. Vgl. das Folgende. 

II f. avadt%opivov yvoSfitjv: zu &va8l%EG&cu im Bürgschaftsrecht vgl. Partsch, Griech. 
Bürgsch . I 69 ff., 117 f., 124 f. und für die byzantinischen Urkunden insb. 71*. Hier ist 
der Passus tautologisch mit iyyvcofiivov und fehlt auch Z. 77, während die Formel Z. 63 
heißt: dtct Ucty* xoti — iyyvrjxoti aal yvwfuxva 86%ov. rv6g.rj ist hier die duroh Erklärung 
rechtlich bedeutsam gewordene Absicht, der erklärte Wille, denn nur dafür ist Bürg¬ 
schaft plausibel, nicht für ein dem Gegenteile ja juristisch ganz gleichgültiges Meinen. 
Das Subst. yvcoficcvddoiog ist bisher, soweit ich sehen kann, neu. Es findet sich nicht in 
den Wörterbüchern und auch m. W. noch nicht in den Papyri. Psere handelt als Stell¬ 
vertreter und zugleich als Bürge. Vgl. zum Texte P Ist. Veneto 3 (a. 514) herausgeg. u. 
erläutert von Ferrari, Atti R. Ist. Yen. di Scienze Lett. ed Arti (1907/8) T. LXVLi part. II 
p. 1189/1193 und dort Ferrari zu &vado%rj lin. 10. 

16 rag tcclq anavxa xbv xoü öixatov X6yov , vgl. contra iuris rationem. Auf den Lati¬ 
nismus weist Partsch, Gött. Nach. 1911, 210 als ein Argument hin, um P. Cair. 67024, 
wo sich Z. 24 itctga xbv xoü diaaCov Xoyov findet, als Übersetzung eines lateinischen Origi¬ 
nals zu erweisen. Daß Partsch den richtigen Weg gesehen hat, zeigt schon P. Cair., Arck. IQ 
S.340f.— Thead. 13 (c. 322), wo contra iustitiae rationem des lateinischen Urteils in 
der iQprjvla mit xbv xov diaaCov Xoyov übersetzt ist. Der Latinismus dürfte demnach 

schon viel früher ins Klanzleigriechisch gekommen sein: der von Partsch behandelte Text 
ist aber erst justinianisch, so daß dieses Argument für die Annahme unmittelbarer Über¬ 
setzung für Gakr. 67024 nicht verwertet werden kann. Vgl. jetzt Partsch, Arch.V 528. 

17/10 Die Stellung des ßixdgiog zum xo 7 Coxrj^rjxrjg ist m. E. nicht Bicher zu bestimmen. 


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Nr. 14. Vergleich 


161 


Die P. Cair. Jean Masperos haben M. Geizer, Arch.Y 354 ff., 361 1 und Partsch, Gött. G. A. 
1911, 211 Anlaß gegeben, auch auf diese Magistraturen hinzuweisen. Es wäre naheliegend 
— schon auf Grund der sprachlich berechtigten Gleichsetzung — den xo7Coxrjg7/xrjg mit dem 
vicarius zu identifizieren. Partsch scheint dies zu tun, wenn er „xonoxrjQrfr^g (vicarius)“ 
schreibt, und die lateinische Übersetzung von Schöll-Kroll gibt den xoixoxrjprjxijs der No* 
veilen Justinians 128, 19 und 134, 1 mit vicarius wieder (anders Nov. 8, 4, wo die xono- 
xrjQrjxcU locum tenentes genannt werden). Das Authent. nennt ihn aber loci servator. Aus 
den Nov. gewinnt man unwillkürlich den Eindruck, daß xoTtoxrjQTjxjjg kein bestimmter Rang 
mit bestimmter Kompetenz ist, sondern überhaupt den Vertreter eines Beamten bedeutet. 
Dafür spricht auch, daß unser xonoxrjgTjxtjg den Titel fieyalo7eg£7cioxccxog (magnificentissimus) 
führt, der xo7toxijgr]x^g xov hplxov in Mon. 6 aber lafuegoxccxog (clarissimus) xal xadcoöica- 
tUvog ist. Freilich sind diese Epitheta jetzt nicht mehr stets als wirkliche Rangtitel zu 
deuten, also ist auch ihre Divergenz nicht mehr so sehr zu bewerten. Vgl. Geizer, a. a. 0. 
351 f. 4 Natürlich kann den xoTtoxrjQijxTjg der Kaiser bestellen, wo Notwendigkeit es er¬ 
heischt oder es dem Kaiser zweckmäßig erscheint, aber der Beamte selbst soll nicht seinen 
Vertreter bestellen können. Auffallend scheint es dabei zunächst, daß dann der Ausdruck 
xonoxr\qr\xrig ohne nähere Beifügung des vom Vertreter versehenen Postens verwendet wird, 
wie in unserem Fall. Aber man darf da wohl 'EQiuov&Ecog auch für den x. ergänzen. Vgl. 
BGl 7. II 670 (byz.) Jedenfalls darf der xonoxrjQrjxrjg wenigstens hier nicht mit dem Vikar 
identifiziert werden, da unser ßixdgiog eben den Posten eines xonoxrjQtjxrjg suppliert. Die im Cod. 
Iust. 3,13,5 (a. 397) und 12,37,19 (a. 491—505) vom vicarius handelnden Stellen zeigen 
höchstens, daß der Vikar unter dem Tribunen stand. Anderer Meinung ist Maspero, Organi¬ 
sation 97 f., der dem ßixagtog eine Zwischenstellung zwischen dovjj und xgißoüvog einräumt, im 
xo7tox7]QTjX7}g von Hermonthis unseres Textes einen Zivilbeamten sehen will und dem xo%oxr\- 
gyxijg keine bestimmte Rangstufe unter den Militärbehörden (und anscheinend überhaupt) ein¬ 
räumen will. Ein notwendiges Amt ist übrigens auch m. E. das des TOrtori^qrife nicht. Der 
Fall Mon, 8, 47 ist jetzt durch den Auflösungsvorsohlag ßixaqfucv&v) ausgesohaltet. Dies zu 
Maspero 98®. Dieser Gelehrte unterscheidet übrigens verschiedene Arten von xoTtoxrjQrjxat, vgl. 
oben zu Mon. 6 , lOf. Daß Vikar und xo7CoxT}grjxrjg in erster Linie Militärs, Kommandanten, 
Offiziere gewesen sind, ist aber m. E. sicher anzunehmen. Vgl. Geizer 354, Partsch 311. Daß 
sie zugleich Ziviljurisdiktion übten, ist für die justinianische Entwickelung dabei nur na¬ 
türlich. Daß endlich der xomxrjprjxijg speziell auch für Streit von Zivilpersonen unter¬ 
einander kompetent ist, deutet BGU. 670 an, wo ihn eine Frau gegen eine Frau anruft. 
In unserem Papyrus sind wenigstens zur Zeit des Vergleichs beide Parteien Soldaten, 
Johannes allerdings dem Numerus von Syene, Patermouthis dem von Elephantine angehörig 
(Z. 99 und 102). Wie sich die örtliche Kompetenz des Vikars von B[ermonthis (dazu 
Wilcken, Chrestom, S. 18 f.) ergab, darüber lassen sich verschiedene Vermutungen auf¬ 
stellen. So bleibt uns das kleine Resultat, daß unser ßucccQiog dem xoTtoxTjprjxijg unter¬ 
geordnet ist. Das fanden wir durch Mon. 6 Z. 10 f. bestätigt. 

10 naqa hier im Sinne von 'wegen*, 'infolge*. Wilcken verweist auf Par. 38, 13 f. 
(ptol.) mit der Klage über Mißhandlung itaoa xb^ElXtpfa elvai , also wegen seiner Nationalität. 

Münchener Papyri I. 21 


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162 


Urkunden 


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18 f. itrjfucMhj voft,Ißgma btxa: Patermouthis ist zur ftjp/a von sieben Solidi verur¬ 
teilt worden. Nach seiner eigenen Darstellung natürlich zu Unrecht, weil Johannes eine 
Erbschaftsangelegenheit wieder hervorgezogen habe, die schon durch Vergleich erledigt ge¬ 
wesen sei. Näher beschreibt nun Patermouthis den Tatbestand von seinem Standpunkte 
aus nicht. Auch bleibt es unsicher, welcher juristischen Natur diese Leistung war. Am 
naheliegendsten wäre es, an Schadenersatz zugunsten des Johannes zu denken. Vgl. dessen 
eigene Darstellung des Sachverhalts. Und diese Auffassung läßt auch Z. 19 zu; ebenso 
Z. 55 und 80 fl, wo von dieser £t/p/a die Bede ist. Aber Z. 45 ff. heißt es im Beferat über 
den Spruch des geistlichen Schiedsrichters, daß Johannes Ersatz bieten soll für die (qp&t, 
die von Patermouthis x& ßtnaqlm gezahlt worden ist. An eine Fiskalmult zu denken wäre 
möglich, auch denkbar, daß Johannes dem Schwager Vertragsbruch vorwarf^ weil er etwa 
entgegen dem Vergleich, wonach alle Erbschaftssachen erledigt waren, die Mutter an einer 
Leistung gehindert habe, die doch mit dem Nachlaß zusammenhing. Dann wäre freilich wohl 
nicht Bruch des in unserem P. Mon. 7 erhaltenen Vergleichs anzunehmen, sondern eines bei 
der Händelsucht der Familie ja nicht auffallenden neuen Vergleichs mit Festsetzung eines 
Fiskalmult von 7 Solidi. Aber es ist müßig, hier weitere Kombinationen zu machen. 

25/80 Juristisch viel interessanter ist die bereits in der Einleitung kurz angedeutete 
Darstellung, die Johannes von seiner Klage gegen Patermouthis gibt. Danach hat er seinen 
Schwager verklagt cbg Ifinodlactvzog rj ftijipl avvoti fatctXXaj-tn avrbv itqbg tJjv Softstacev 
£tvT& fyyQiupov iit£%Qi6w 7iaQa Ilaslcavog toü Xoyuozcctov ypappauxoü ivexsv tfjg imo&iamg 
zfjg oblag. Der Sinn dieser Worte kann m. E. nur der sein, daß Patermouthis die Mutter 
des Johannes an der Erfüllung einer für Johannes günstigen Entscheidung des Paeion in 
einer Immobiliarsache gehindert habe. Näheres über diesen Streitpunkt erfahren wir nicht, 
auch nicht, wer der ygafigm$n6g gewesen und wieso er eine iitlxquHg fällen konnte. Daß 
aber diese Auffassung zutrifffc, ergibt noch klarer Z. 88—48. Danach sei die Mutter (viel¬ 
leicht infolge eines Teilungsurteils) ihrem Sohne 4 Solidi schuldig gewesen. Der Schwieger¬ 
sohn aber habe den Sohn und Gläubiger gehindert, dies Geld zu erhalten. Daraufhin wäre 
Patermouthis zur {typ/a von 7 Solidi verurteilt worden. Hier liegt ein für das römische 
wie noch für unser Becht ungemein interessantes Problem vor. Der Gläubiger klagt gegen 
den Dritten, der die Erfüllung der Obligation vereitelt, auf Schadensersatz. Die Frage, 
ob solcher Klage stattzugeben, ist bekanntlich auch nach unserem Bechte sehr bestritten. 
Literatur in der Reichster. Entsch . Zivilsachen 57, 854 f. Dazu Planck, Bürgerl. Gesetzt. H 8 
973/5 zu BGB. § 823 L Zur Literatur s. jetzt insbesondere die kasuistische Behandlung 
der Frage bei Köhler, Lehrt, türg. R. I 525—628. Dazu neuestens G. Kiss, Verleitung 
zur Vertragsverletzung in der Festschrift für Zitelmarm (ich zitiere nach dem mir freund- 
lichst im Bürstenabzug zugeschickten S-A.). Ohne hier auf die Beantwortung der Frage 
nach unserem Becht — ich halte die das Klagerecht des Gläubigers ausschließende RGE. 
und die wohl herrschende gleichgerichtete Theorie jedenfalls in dieser Allgemeinheit für 
unrichtig — näher einzutreten, ist doch für uns die römischrechtliche Behandlung wichtig. 
Danach soll, von der „Ausnahme“ Big. 9, 2, 27, 14 abgesehen, der obligatorisch Berech¬ 
tigte gegen den dritten Delinquenten nicht auf Schadensersatz klagen können. Vgl. Wind- 


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Nr. 14. Vergleich 


163 


scheid-Kipp, Pand. II 9 977 17 (§ 456); vgl. aber auch Demburg, Pand. II § 13l 16 . Die 
Frage wird nur unter dem Gesichtswinkel der aquilischen Lex (Beschädigung der obliga¬ 
torisch geschuldeten Sache durch einen dritten) betrachtet. Dorther sind auch die Bei¬ 
spiele unserer Kommentare (z. B. Ortmann zu § 823 Z. 3dß, 3., 4. Aufl. S. 1058) ent¬ 
nommen. Nur Köhlers genannte Ausführung geht prinzipiell weiter. Vgl. allerdings schon 
die weite Fassung Demburgs, a. a. 0., daß kein Beschädigter rechtlos sein solle. In un¬ 
serem Falle hat der Dritte die Schuldnerin „verhindert“, den Gläubiger zu befriedigen. 
Wie, sagt die sonst so redselige Urkunde leider nicht. Etwa durch bloßes Abreden, das 
Urteil zu erfüllen? oder doch durch Bedrohung, Betrug oder sonst unzulässige Beein¬ 
flussung? Die in Betracht kommende Klage wäre eine actio doli — wie denn bei uns, 
wenn die Handlung eine „gegen die guten Sitten“ verstoßende Schädigung bedeutete, auch 
§ 826 BGB . hülfe; vgl. örtmann, a. a. 0. 1077, der auf das parallele Anwendungsgebiet 
beider Rechtsmittel hinweist —, wenn dolus vorliegt. Außer der actio doli könnte wohl 
Analogie zur actio legis Aquiliae in Frage kommen. Jedenfalls lernen wir aus unserem 
Papyrus, daß ein Argument für die heute herrschende Lehre wenigstens historischen Gründen 
nicht ohne weiteres entnommen werden darf, vgl. örtmann, a. a. 0. 1059. Ich habe dies 
in meinem Aufsatze Das sonstige Recht in § 823 BGB . und der Münchner Papyrus 102 
im Arch. f. Hechts- u. Wirtsch.-Fhüos. VI (1912/3) S. 169—175 näher ausgeführt. Vgl. 
jetzt dazu Kiss, a. a. 0. 4 f. Johannes ist zuerst mit seinem Anspruch ja auch durch¬ 
gedrungen, und die naheliegende Einwendung, daß Ansprüche dieser Art nicht möglich 
wären, die die moderne Dogmatik entgegenstellte, ist von seinem Gegner nicht erhoben 
worden. Auch in Johannes 1 Darstellung ist es auffallend, daß der Gegner eine Sfjfäa von 
7 Solidi zahlen muß. Vgl. dazu und zu tö> ßuutqUp oben zu Z. 19 f. 

31 ff. Beqijv: vielleicht Serenos, doch ist weder hier noch Z. 50 ein Abkürzungsstrich 
oder eine Kasusendung notiert. Die Parteien übertragen hier freiwillig dem Seren das Schieds- 
amt (dietuet) in ihrem langen Streit. Der Schiedsrichter ist Priester von Omboi und nur 
zufällig in Syene. Die Urkunde ist ein neuer Beweis für den vorhandenen geistlichen Ein¬ 
fluß auch in Rechtsstreitigkeiten. Die Parteien ziehen die geistliche der weltlichen Gerichts¬ 
barkeit vor und beide folgen hier vertrauensvoll dem diaizrizrig. Der dem Spruche folgende 
Vergleich enthält auch eine positive Anerkennung des Spruches (vgl. Cod. Iust 2,55,4,6 f.), 
es liegt also hier mehr als bloße Vermittelungstätigkeit (wie Ped.-Ulp. Dig. 4, 8,13, 2; 
Mon. 7, 34 f.) des Schiedsrichters vor. Analog wie hier wohl auch Mon.l. Zu den Be¬ 
legen für kirchliche Gerichtsbarkeit s. Mitteis, Grundzüge 32, Wenger, Wiener Brunos mm 
50. Phüol. Tag (1909), 275 f. Die Frage bedürfte, wie Mitteis mit Recht bemerkt, erst 
weiterer Untersuchung. 

47 tyjEiv öb ccözöv ’Icoccwtjv 7tpdg Tanlav : gemeint ist, daß Johannes seine Ansprüche 
gegen Tapia behalten soll. Er zediert sie ja auch dann dem Patermouthis. 

52 mncdoyt&d’fjvm: dem Patermouthis sollen die vier Solidi 'zugeschrieben werden 9 , 
zukommen, die Johannes von Tapia zu fordern hatte. Ein Teil der Bußsumme wird also 
durch Zession gezahlt. Die Denuntiation an die Schuldnerin Tapia ist nicht besonders be¬ 
merkt, vielleicht war Tapia ja anwesend. Auffallend ist die Wendung r lmdvvov } es 

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Urkunden 


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scheint die Vorstellung vorzuschweben, daß der Schuldner an den Zessionär als den Ver¬ 
treter des ursprünglichen Gläubigers zahle und so frei werde. Aber wir wissen anderswo¬ 
her, daß die Zession im Rechte der Papyri schon zu einer Zeit vollkommen anerkannt 
war, als man in Rom auf diesem Rechtsgebiete noch nicht so weit war. Vgl. Wenger, 
Studi in onore di Carlo Fadda, Neapel 1906, IV 7 9 ff. Mitteis, Grundeüge 115 f. Vgl. zu 
unserem Falle speziell BGB. § 255. 

63 yvco(iccvad6%ov: s. oben zu Z. llf. 

70 Unter ini%6qia sind wohl alle ägyptischen, unter {jtuqSqux die außerägyptischen 
Gerichte, insbesondere das Kaisergericht, zu verstehen. Vgl. oben zu Mon. 7 Z. 59 f. 

71 ivxolsvg ist der procurator der justinianischen Quellen und der Basiliken, tucqIv- 
&stov ngoaconov ist die Zwischenperson. Der Sinn ist derselbe wie oben Mon. 7 Z. 59. 
Jede Art der Vertretung soll ausgeschaltet sein. Neu ist die Ausschaltung der fcta ßigßa. 
Da dem 6 La ftstoov ßigßmv hier das dia ttelag aövovtatlmvog in Z. 85 entspricht, könnte 
man auch bei den sacra verba zunächst an eine adnotatio im spezifischen Sinne denken, 
die nach einigen Quellen eine bevorzugte Stellung gegenüber dem einfachen Reskript ein¬ 
nimmt (Nov. Val. 19, 1 , 3). Vgl.Kipp, Quellen röm.B* 83; Krüger, Quellen* 306f.; Partsch, 
Gött. Nachr . 1911, 220*. Aber sacra verba kamen doch bei jedem Reskript vor, wenig¬ 
stens in der Form kaiserlicher Unterzeichnung, wenn schon nicht eigenhändiger Verfügung. 
Und solche einfachen Reskripte wollen die Parteien hier doch auch ausschließen. So wird 
eher auch die adnotatio in Z. 85 hier in einem weiteren Sinne verstanden werden müssen, 
der alle Nov. Tust. 113,1 gegebenen Äußerungsmöglichkeiten des kaiserlichen Willens um¬ 
faßt. Vgl. Cöd. Theod. 4, 14, 1, 1, die ich wie Krüger 306 41 auffasse, ebenso CoU. 1, 10. 
Zur Möglichkeit der Reskriptserwirkung vgl. oben zu Mon. 7 Z. 59 f. 

74 ff. Die Strafklausel bietet nichts Besonderes. Die 12 Solidi sind Konventionalpön. 
Der Bürge haftet auch dafür mit Person und gegenwärtigem und zukünftigem Vermögen. Zu 
fyyoo xal SwafiH msaitov^eva oben zu 4 Z. 35. Zum Ganzen Berger, Strafklauseln bes. 199/201. 

79 ff. Die Verpflichtung des Patermouthis korrespondiert sachlich ganz, sprachlich 
größtenteils mit der des Johannes. 

85 Zur divina adnotatio {jkdvovxaxleovog hat zuerst Mitteis gelesen) vgl. oben Z. 71. 
Seeck in Pauly-Wissowa I 382 f. Es muß wohl bei der von P. Krüger, Quellen* 306 f. be¬ 
merkten engeren und weiteren (vgl. Cod. Iust. 12, 59, 9) Bedeutung bleiben, wobei die 
engere zwar in den Quellen hervortritt, ohne daß sie sich aber sicherer deuten ließe. Gegen 
Partschs ansprechenden Versuch, Gött. Nachr. 1911, 220*, zur Auffassung Bethmann- 
Hollwegs, ZivUpr. m 211 80 zurückzukehren, spricht m. E. die Gleichsetzung der adnotatio 
unserer Urkunde mit den allgemeinen sacra verba. 

91 Der Sinn ist klar, es ist die salvatorische Klausel: trotz Angriff und Verfall der 
Strafe bleiben die Parteien an die öidXvöig gebunden. Die Konventionalstrafe hat also 
fahren Pönalcharakter. Vgl. Berger, Strafklauseln 50 (Anknüpfung mit pera), 80 ff., 190, 
wo auf Hermog., Big. 2, 15, 16 verwiesen wird: qui fidem licitae transactionis rupit, non 
exceptione tantum summovebitur, sed et poenam, quam, si contra placitum fecerit rato 
manente pacto, stipulanti recte promiserat, praestare cogetur. 


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Nr. 16. Yerkanfserklärung über Grundstücksteile 


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93 ff. Zum Eid beim Vergleich vgl. oben Mon. 1 zu Z. 44/6. Den Eid schwören beide 
Parteien bei der hl. Dreifaltigkeit, Sieg und langer Regierung von Kaiser und Kaiserin. 
Vgl. Mon . 7 zu Z. 63/6. 

101 ipoti: beweist besonders gut wieder die direkte Vertretung des Johannes durch 
Psere. 

105 Der dpaxovaptog, draconarius, ist der Träger der Drachenfahne. S. dazu Fiebiger 
in Pauly-Wissowa s. v. draco 2) und draconarius. Vgl. auch Du Cange, Gloss. med. lat . 
s. v. draco; Gloss. grate . s. v. Sgcmovccgtog. Weitere Belege bei Maspero, Organisation 105*. 

107 Der augustalis numeri ßyenes ist natürlich nicht einer der alten Augustales, der 
Träger des Kaiserkults (vgl.Neumann in Pauly-Wissowa s.v. 1), sondern gehört zu den von 
Veget., epit. rei müit. II7 (ed.Lang) genannten principia legionis,Wissowa, Enzyltl. a.a.0.4). 
Vgl. Thes.L.Lat. II 1409 oben. Die von Magie, De Roman, vocab. 132, erwähnten Stellen 
aus Lyd. Mag. beziehen sich auf die Augustales in officio praetoriano: vgl. Thes. L. Lat. 1. c. 
1408. Natürlich hat unser Augustalis nichts mit dem nsglßismog (spectabilis) avyovaxd- 
Xiog in Iust. Ed. 13 zu tun. Zweifelnd über die ccvyovotaUoi der byzantinischen Periode 
Maspero, Organisation 106 8 . 


Nr. 15. 

VERKAUFSERKLÄRUNG ÜBER GRÜNDSTÜCKSTEILE. 

Inv.-Nr. 110a. Höhe 30,5 cm, Breite 32 cm. Fragment. Rekto 26 Zeilen. Syene. 

Ende des 6. Jahrh. Unveröffentlicht. Tafel XVI b. 

Der Papyrus ist dick und grob, drei Schichten liegen übereinander; besonders 
unten links, wo die obere Schicht abgeblättert ist, laßt sich die Herstellung des Stoffes 
gut erkennen, unter der obersten Schicht mit senkrechter Faserung kommt abermals 
senkrechte Faserung zum Vorschein. Z. 15 scheint auf einer Klebung zu stehen. Das 
Stück ist sehr schlecht erhalten, die Ränder wie die Mitte haben stark gelitten, 
außerdem ist die Tinte namentlich in den Unterschriften sehr verblaßt Die Länge 
der Zeilen läßt sich übrigens aus den sicher zu ergänzenden Zeilen 12 und 13 auf 
etwa 29 cm berechnen. 

Die Schrift ist eine kleine, etwas fette Minuskelkursive, sie läuft senkrecht zur 
Faserung. Schreiber und Aussteller der Urkunde sind nicht identisch. 


Der Papyrus enthält das Endstück einer subjektiv stilisierten Verkäufererklärung. 
Als Verfasser nennt sich Phosphorios, derselbe Presbyter, der auch Mon. 16 verfaßt 
hat Er hat auch hier persönlich nur unterzeichnet 

Der Name der Verkäuferin Aurelia Thelporine, Tochter des Markos, Bteht Z. 13 
in der Subskription des vnoygacpevg. Der Name des Käufers ist verloren. 


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Urkunden 


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Kaofobjekt ist ein Hausanteil, eine kleine xikka, xEkkfov, und der zugehörige 
Hof; Preis 2 Goldsolidi. 

Subskribent für die Verkäuferin ist., Sohn des Paulos, campiductor wohl 

des Numerus von Syene. Von den sieben Zeugen sind 3 Geistliche (nQSößvtSQoi), 
2 von der Kirche von Syene, 1 ohne eine bestimmte Kirche zu nennen; 1 Zeuge ist 
Augustalis, 1 gemeiner Soldat, bei einem Zeugen ist die Angabe des Standes nicht 
erhalten, bei einem anderen nicht hinzugefügt. 

Über das Verhältnis dieser Urkunde zu P. 16 vgL o. Einl. S.4f. 


üjiQccTov] iv xolg itQOÖ£ßjikq[v[iiv]qig xfooig x^fifjg xtjg xqbg dkk^kq[vg OvfiXEqxa- 
vrjiiivrjg 

xal (fvtyccQSödörjg %qv6ov doxtpov vo[u6(iaxl(ov itakcao%aQ&xtmv BÜätd&pwv övo 
y({y£xaC) %q(v<$ov) vo(juOyukxut) [0, 

fjvxep xekdav\ xi^v avx6fti fati6%ov itaqä 6ov xov c ivov^ivov iyfo rj fatodopevr] 
iv xfj ivsöxa[örj 

i)[i£Qa öträ %£t,Qbg slg Z € fy]* xrjg ctvxjjg Zvtfvrjg &Qi&iup xal ötafriup 

Ttgog xb ivtav- 

5 d'Bv ab xovxov xov XQOÖ£Örj]kqyfiivov XEkkCov xal xfjg jCQoöaccQaxBifiivfjg aitxov avkfjg 

dato iÖaqjovg a]vxfjg iqg [d^]p[off xv]q[lbvhv x]al dsöTtöfciv xal öioixslv xal ol- 
xodofLElv xal 

xodofistv xal ica)k]slv xal gaplgfO&ai xal iiuxEksiv xä xbqI avxmv xq 6it<p $ iäv 
algfi axmk’vtmg 

xd avs(ixodC6X(og,] xal (iij iyxakelv 6oi firjt SxyakiäEiv prfd'’ bxeqöv xiva xöv i% 
ifiov dvöfuxxog 

iv (ifjdsvl xaiQo5 xaxä [t]flßiya xqötcov aq> 0 Qfifj tirjdsiuä diä xb &g rtQOEinov &7C6ÖX 7 ]- 
xivav (i£ 

10 xagä efov xskaCav xr\v XQoy£]yQapi&ivyv xiprfv, xov öb iyxakioovxa 6oi rj xal avxi- 

%OVT{66\X£VOV 

iceqI xovxov xov JtQodsörjkovfiivov] XBkkCoy xb xal atikrjg &scb ida<povg avxrjg iag 
äiqog 7 ] f^Qovg avxmv 


1 Der Anfang läßt eich nach P. 16 ,28 er¬ 
gänzen xal oidhv ifiol ümUXstmca &xqocxov. 
Von der 1. Zeile sind nur Bruchstücke übrig¬ 
geblieben, doch lassen die Farbspuren unsere 
Lesung als sicher erscheinen; nur xonotg bleibt 
zweifelhaft. Der Best der Zeile ist vollständig 
abgebrochen. 2 Auch vom v in owaQsoaorjg 
ist ein Rest sichtbar. — Die Zeile scheint mit 
ß geschlossen zu haben. 8 Der Raum für r\v- 
xtQ xsXtuxv reicht aus. — Auch vom <0 in svs- 
atmari ist noch ein ReBt vorhanden. 4 Die Er¬ 
gänzung [fjftspa Sta %EiQog stg %8i>q]ci füllt ge¬ 


rade den verfügbaren Raum. — Die Zeile 
schließt mit svxev-. 5 Die Ergänzung ohne 
rotrrov, das an der Parallelstelle P. 16 ,28 fehlt, 
würde den Raum nicht füllen; xovxov wird ge¬ 
rechtfertigt durch Z. 11. 6 Der Anfang ist 

ergänzt nach Z. 11, Reste sind noch erkennbar. 
7 1. av st. sav. 11 An der Parellelstelle P. 16, 
36 f. steht tvsqI xavxrjg xfjg 7 CqoS£ÖT] lovfi£v7]g, und 
auch hier verlangt der auszufüllende Raum das 
Pronomen. — Von xtlUov sind noch einige 
Farbspuren vorhanden. 


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Nr. 15. Verkaufserklärung über Grundstücksteile 


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iya jJ %E%g]axvia hioGvffim x[al x]u&ag<moiij<t<D tSoi lÖioig [iov dvaXmfiaöi. xal 


i&sMfwjv ö[oi 

xrjvda xrjv tcq]&ölv xvgiav o&6uv xal ßsßalav XQOg &6<pdXeiav i<p 9 for oypayrijs tov 
imlQ ifiov 

vxoygdq>ov]xog x(al) btSQ(a>xrjd , €l6a) (bfioXdyyäa [x(al)] fatiXvöa, (2. H.) AvgriXCa 
esbmQlvT, MAqxov 

XQox(ei[idvrj) iei]itQaxa xb JtQOx(s^fUvov) [xsX]XCov x(al) ti}v av[X)ftv ix fyfiisXCmv xal 15 
itxi6%[ov 

xagcc 6ov] x^v nQoyeyga^ivrjv ufii^v iv voyMSpaxioig difölv xal ße- 

ß aia x]ijv itQ&6iv hg xq6x(uxoi). <DX(aviog) .fc py JlavXov xapj udoyxxmQ 

&q(i& 11 ov) Ihrfjyrjg 6 %gox{sl\uvog) äyysaz [. d^icod'slg IJypa^a xinlg avrfijs 


yQdfifiia]xa firj Idetyg. (3.H.) OX(aviog) Alog [7ax]mj3[ov . (iagxvg &. 

(4.H.). Ö\titxxoQog XQ€öß(yx€Qog) ixx(Xrj(fCag) Zuijvrjg paQXVQtö. 20 

(5.H.) . . . 9 Iodvv\qg IHxqov dich Eviferjg (laQrvga). 

(6. H.).] oxog 7CQ66ß(vxsQos) 4xxX(rj6(ag) Uwjvrjg (Ucqxvq&. 


(7. H.)..] Ovtxxogog 6xg(axubxrjg) XsfaGwog) Uwjvrjg futgxvQ&. 

(8. H.). y Jß]gadi&ov %gai(S(ßvxEQQg) (mxqxvq&, 

(9.H.).] üavxovxog dyovöxdXiog Xeyfß&vog ) Zfoifvtjg f^cqxyg&. 26 

(10. H.) f di ifiov 0q>6<poQÜ>v XQ£0ß(yxi(>ov) iygdtpiq. 


18 Zur Form des e in e<p vgl. in dieser 
Zeile epov und Z. 8 s£, siehe auch P. 16, 39. 
16 ix fafisluDv ist sehr zweifelhaft, an der 
Parallelstelle P. 16, 42 liest man «£ oIoxItiqov. 
Das darüber stehende ccno sSatpovg tag asgog 
scheint als Verbesserung, nicht als Ergänzung 
gedacht. — Für die Ergänzung antg%[ov] spricht 
der verfügbare Raum und die Parallele P. 16, 
42. 16 Die Punkte über v in düoiv sind auf¬ 

fallend, aber sicher gelesen. 17 xctwu6oy%- 
xgjq hat zuerst Bell vermutet 18 Am An¬ 
fang liegt die Ergänzung ap(t#j iov) 
nahe, allein die vor v erhaltenen Farbspuren 


passen schlecht zu i], — o XQoxfetfupoe) halte 
ich für sicher, gvfWT ... ist sehr zweifelhaft; 
vor dem zu ergänzenden a£uo&ug bleibt Raum 
für etwa zwölf Buchstaben. 19 1. sdhnrjg, — 
öiog ist ziemlich sicher gelesen, für [«ne ]aß[ov 
sprechen die Farbspuren, der Rest der Zeile 
ist herausgebrochen. 21 Die Farbspuren vor 
T] in [uocervjrjg können auch einem anderen 
Buchstaben als v angehören. — ist 

kaum zweifelhaft. 24 Die Orthographie die¬ 
ses Presbyters ist bedenklich, doch ist die 
Lesung Bicher. 26 Ob xavxovrog oder navr\- 
ovtog zu lesen sei, läßt sich kaum entscheiden. 


ÜBERSETZUNG. 

[... und es ist mir nichts unverkauft Übrig geblieben] an den vorgenannten Plätzen, 
wobei der gegenseitig vereinbarte und (beiden Teilen) passende Kaufpreis zwei Solidi 
vollwertigen Goldes alter Prägung und vollen Gewichts, macht zwei Goldsolidi, be¬ 
trägt, welchen vollen Preis ich, die Verkäuferin, auf der Stelle von dir, dem Käufer, 
am heutigen Tage bar in die Hand in derselben Stadt Syene voll nach Zahl und 
Gewicht erhalten habe, so daß du von nun ab über diese vorgenannte kleine Zelle (6) 
und ihren dabeiliegenden Hof vom Erdboden bis zum Luftraum Herr und Eigen- 


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Urkunden 


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tümer sein, dort schalten und bauen und darüber bauen, sie verkaufen und ver¬ 
schenken und darüber verfügen kannst, wie immer du willst ungehindert und un¬ 
gehemmt. Und es soll weder ich noch irgendein anderer in meinem Namen dich 
gegenwärtig oder in Zukunft verklagen bei irgendeiner Gelegenheit, in irgendeiner 
Weise, durch irgendeinen Anlaß, weil, wie gesagt, ich von dir den vorbezeichneten 
(10) Kaufpreis erhalten habe. Denjenigen aber, der dich wegen dieser vorgenannten 
kleinen Zelle und des Hofes vom Erdboden bis zum Luftraum oder wegen eines Teiles 
davon verklagen oder dir entgegen treten sollte, werde ich, die Verkäuferin, abwehren 
und (die Sache) für dich mit meinen eigenen Mitteln bereinigen. Und ich habe dir 
zur Sicherheit diese Kaufurkunde ausgestellt, die gültig und fest sein soll, mit der 
Unterschrift des für mich Unterschreibenden, und habe befragt zugestimmt und (die 
Urkunde) ausgefertigt. 

Es folgen die Subskription des vjtoyQccfpetfg, die Fertigungen der 7 Zeugen und 
die Erklärung des Verfassers der Kauf urkunde. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

2 ZQVGoti doxiuov vofiKfparÜDV TtaXato^ccQdxzcov svazd&ficov: Die Versicherung der Ver¬ 
käuferin, daß die beiden Solidi, die sie erhalten habe, in jeder Hinsicht vollwertig seien, 
erinnert an die unsicheren Münzverhältnisse. Das vopuSfiauov wird als sijöta&pov gegolten 
haben, wenn es dem gesetzlichen Normalgewicht ( örjpSötov £vy6v) entsprach, also i%6fuvov 
war, vgl. oben zu Mon. 1 Z. 53. Möglich allerdings, daß auch Entsprechung dem fvy© 
Evrp>r\q hier genügte, um die Münze als s%<STa&nov zu bezeichnen. Den Gegensatz zu den 
vofilcpaza eÜGra&fia bilden die TtaQdara&iux, vgl. Cod. Inst. 10, 27, 2, 6. Vgl. BGÜ. IV 
1020, 7. 11. 14 (6. Jahrh.). Herr Dr. Steinwenter erinnert mich zu fvyco Evipnjg (oben 
Nr. 1, 53) noch an Symmachus, Ep. X 26 — Bei. 13 (a. 385): mille sescentas auri libras 
decennalibus imperii tui (sc. Imp. Valentiniani) festig devotus ordo promisit urbanis pon- 
deribus conferendas, id est trutinae largioris examine. 

17 Zu campiductor (gewöhnlichere Form campidoctor) vgl. Domaszewski bei Pauly- 
Wissowa und ausführlich Masquelez bei Daremberg - Saglio. Der campidoctor war ein 
Exerziermeister höheren Grades. Vgl. auch Kenyon, Lond. I p. 210. 


Nr. 16. 

VERKAUFSERKLÄRÜNG ÜBER EINEN HOF UND BESTELLUNG 
EINER SERVITUS ONEEIS FERENDI. 

Inv.-Nr.107. Höhe 55 cm, Breite 31,8 cm. Rekto 52 Zeilen. Syene. Ende des 6. Jahrh. 
Unveröffentlicht. Tafeln XXXV b. XXXVL 

Der Papyrus ist am Anfang zerstört. Es fehlt der Schutzstreifen, der auf der 
Außenseite die Inhaltsangabe trug, außerdem von der ersten Selis die größere Hälfte; 


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Nr. 16. Verkaufserklärung über einen Hof und Bestellung einer servitus oneris ferendi 169 


nur ein Streifen von etwa 4,5 cm Höhe ist übrig geblieben. Der Papyrus umfaßte ur¬ 
sprünglich vier Selides von je etwa 16 cm Höhe, außerdem erkennt man unten den 
2 mm hohen Streifen einer neuen Selis, die wohl schon der Aussteller abgeschnitten 
hatte. Da auf einer Selis 18—19 Zeilen stehen, sind am Anfang außer der Inhalts¬ 
angabe etwa 13 Zeilen verloren gegangen, die das Datum (samt Invocatio?) und die 
Anrede enthielten. Der Papyrus ist stark und gut geglättet, die Farbe dunkelbraun, 
aber ungleich. Am Anfang unseres Stückes sind mehrere Zeilen herausgebrochen, 
außerdem hat es noch an anderen Stellen Risse und Brüche bekommen; manche 
Zeilen sind auch durch Abspringen der Tinte schwer lesbar geworden. 

Der Schreiber, der eine grauschwarze Tinte verwendet, schreibt eine kleine zier¬ 
liche Minuskelkursive. Die Buchstaben, gelegentlich durch Schnörkel verziert, stehen 
senkrecht und verraten im ganzen durch kreisförmigen und quadratischen Umriß 
starken Einfluß der Unziale; die Zeilen laufen senkrecht zur Faserung, parallel den 
Klebungen. Links und rechts sind Ränder freigelassen, die jetzt beschnitten sind, 
durch Schnörkel wird, wo es notwendig ist, gleiche Zeilenlänge erreicht. Spuren der 
Faltung von unten nach oben sind an den Rändern noch erkennbar. — Schreiber und 
Aussteller sind nicht identisch. _ 

Subjektiv stilisierte Verkäufererklärung, verfaßt vom Presbyter Phosphorios, der 
aber persönlich nur die Urkunde unterzeichnet hat. 

Für den Verkäufer unterzeichnet ein Soldat der Legion von Philai. Von den 
7 Zeugen sind zwei Geistliche (ein Diakon und ein Priester der Kirche von Syene), 

1 Augustalis der Legion von Syene, 2. einfache Soldaten derselben Legion, 1 Ordi¬ 
narius von Philai und 1 Privatmann. 

Verkäufer ist Aurelios Dios, Sohn des Patechnoumios, die Namen der Käufer 
sind verloren. 

Kaufobjekt ist ein Hof (avlif), der Preis beträgt 2 Goldsolidi. Außerdem wird 
dem Käufer eine servitus oneris ferendi auf dem Nachbargrundstücke bestellt Sonst 
wird die avArf meist mit der olxla zusammen verkauft, doch finden sich auch schon 
bisher Beispiele von Rechtsgeschäften über die avArf allein. VgL jetzt dazu Berger, 
Z. vgl. JRechtsw. XXIX 362 f. 

Über das Verhältnis dieser Urkunde zu P. 15 vgl. o. EinL S. 4f. 

f 9S .*. 

anb UvtfvrjQ xalgißiv). 6(ioX[oy& lyfo 6 7tQoysyQafi[ievos d]^£tavoTjt(p yvmpr} xal&d6X[<p 
itgoaigiösi xal slXixQivel dweidytiet xatä tijvfc ti)v cutlrjv syyQatpov äöcpa- 
Xuav TCsitQaxivca vglv 6i/j[i£Qov xal xccrayeyQcupivcu hib tov vvv hd rbv 
ad xal e^fjg cbtavxa %q6vov t^v %it&Q%ov6av goi avll\v oXoxXt^qov 6 

1 Fast die ganze Zeile ist verloren ge- obere Hälfte von ffweitirjati ist zerstört, die 
gangen, vor x hat vielleicht ein X gestanden. Lesung sicher. 4 und 5 sind stark abgerie- 

2 Die Mitte der Zeile mit einem Raum für ben, die Lesungen sind zweifellos, 
etwa 20 Buchstaben ist herausgebrochen. 8 Die 

Münchener Papyri t. 22 


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170 


Urkunden 


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d]nb iddtpovg sag dlgog, oiag l<Jxl dia&iäewg* diaxsiiilvrjg inl xij[v avxijv 
Ifaijvrßv xal nsgl tb vdxivov $t£gog xov tpgovglov xal nsgl Xavgav mlovfiijvrjv 
xrjg nagsjißokrjjg jjxoi <fxvxdov, avsqjyfiivrjv s%ov6av xijv frvgav slg [ßoßfäv 
slg xrjv drjfioöiav] $[vprjv\ pvvrjji{ji^]vrjv tfj vnagyovfSrj ffi[ol olxla f]| [&- 
10 nrjkicjtov avxrjg, iX&ovtiav slg ijih &nb dtxalov ayogaolag napa JIXovXX[ov 
Eaßlvov 6xg(axid>xov) ltygag(svovxog) Jlavog xal Ua^Xov Kgovg xal Blxgrjg xal 
Mag tag adsXyav avxijg xal ’Imaw\ov 

Thvov&ov xal Tadagag üaövovrog xal MagCag xal Töavag xal ’AAsfcdvdgag xal 
MagCag dXXrjg 

Wsvftarjtilov axoXov&cog xalg kxdoftslöaig vjilv nag Ijiov ngoxxrjxixalg i hvalg, 
ctg i^sdöfirjv vplv slg [is%ova vfi&v &0<pdXsiav , xal slg avtovg ano xXrjqovo- 
16 juxov dixalov x&v yovsav avxcbv. siel dh yslxovsg xrjg avxijg dnaOrjg avXfjg 
vöxov föfirj drjpodla ßyovöa slg xb xsl%og xal olxla Maqxvglag Ta%ßäg xal Ed%agiov 
Kvgov xsvxvg{lavog ), ßoß$a Qvprj drjpotsla, slg rjv vsvsi f\ atösvxixij avxijg dvgaj 
anrjXuoxov avXij üsxsgoovxog , Xißbg olxla pov xov ävovptvov — 6 dh xol%og 
xfj6ds\ xrjg olxlag fiov, xoivmvtjialog xvy%av<ov dnijXt(<oxi}x&g tfj ipfj ptx[C]a y Xyßfcxlbg 
20 dh xfj avxfj avXjj, slvai inl xb dcrjvsxhg dnb iddtpovg avxov sa>g digog dvsv 

ävaXmjidxcov diä xb Ifih nsnXrjq&G&ai nag 9 vji&v xov &vaXd>iiaxqg ansvxsv&ev — 
fj ol iäv &6i yslxovsg ndvxrj navxo&sv xa&fog vnrjyögsvtia iyco 6 dnodöjisvog. xal 


6 Auf öiaOtcecoe weisen die Farbspuren. — 
1. dtavsiftBvrjv. 7 Das erste nun ist zweifelhaft. 
Der Schluß der Zeile ist ebenso wie Z. 8 und 9 
stark zerstört. Die Ergänzungen ergeben sich 
aus den Parallelen P.8, 18ff., P.13, 20, P.9, 64f. 
8 Zu avBmyjisvrjv passen die erhaltenen Reste, vgl. 
u. Z. 17; P. 13, 29. 9 Im Anfang ist von q ein 

Rest erhalten. Auch bi g xov djj/iotnov 3 qojiov 
ließe sich ergänzen, doch vgl. u. Z. 17. — tfvvrjft- 
fiBPTjv ist zerstört, aber nicht zweifelhaft, ttj 
vxccq%ov<sti sehr wahrscheinlich. Dahinter bleibt 
Raum für etwa 12 Buchstaben. Die noch sicht¬ 
baren Farbspuren passen auf tp, vgl. ferner u. 
Z. 19; ein Haken in U von Z. 10 itlovll läßt 
sich kaum anders deuten denn als Schnörkel 
eines £, vgl. z. B. Z. 12 als^avdgae und 14 s£a- 
dojirjv. 10 Hinter amr\g ein Punkt und ein 
kleines Spatium, weil die Beschreibung des Kauf¬ 
objektes beendet ist. — Der Schreiber schrieb 
cato äixaiov x (er dachte etwa an xlrjQovofuxov , 
vgl. u. Z. 14), verbesserte dann das x in s, 
ließ aber Hixaiov st. dixatag stehen. — Hinter 
itlpvll ist o oder a möglich, vielleicht nXovXXov. 
11 uyQctQ itavog d. h, der in Panopolis in Gar¬ 


nison liegt; vgl. Grenfell H 96, 1; Maspero, 
P. Ccur. Cat. I 67009 r. 21. 67022 r. 8. — nav- 
Xov ist verbessert aus itavlog. — o in xqovq 
ist lädiert, die Lesung sicher. — adalqxov ist 
falsch st. udsXqrrig oder am t\s st. avxov. 12 In 
tafmQas ist das d sehr zweifelhaft. 15 Hinter 
avtmv ein kleines Spatium. 17 Hinter xsvtvg 
steht kein Interpunktionszeichen, sondern ein 
Klecks. 18 avovfisvov zeigt die Gedanken¬ 
losigkeit des Schreibers, richtig wäre z. B. 
unodoptvov, vgl. Z. 22. 26 f. — Der Artikel o 
hat in der Mitte den Punkt 19 Die ersten 
6—6 Buchstaben sind weggebrochen, rrjg oi- 
xi ag iBt zerstört, aber noch erkennbar. — St. xot- 
t wvif&awg steht P. 12 Z.23.62 xoivcovifuatoe. — 
axTjU ist lädiert, aber lesbar; es scheint xoag, nicht 
xos zu folgen, doch bleibt axrq/Uxo; unverständ¬ 
lich; es wird Schreibfehler st. axrjiuoTwae 
sein. — ttj tji.fi oixta ist zerstört, aber lesbar, 
dann folgen die Reste eines Wortes, die am 
meisten auf lt?£f[xa>s] weisen; mit v ist Xißi- 
xov auch P. 13, 19 geschrieben. 20 Der In¬ 
finitiv tivai ist nach dem Nominativ o toi%og 
auffallend, man erwartete bctq. 22 buv st. 


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Nr. 16. Verkaufserklärung über einen Hof und Bestellung einer servitus oneris ferendi 171 


oydlv inoi vxoXikeixxai isbtgatov iv xfj aytfj avXfj dxb iddtpovg iag äigog^ xiprjg 
rfjg xgbg dXXrfXovg qyuXBqxomjfisvrjg xal 0 yvagsqd 0 T]g t qvöqv dqxcfioy 
vofuöfjucclojv xaXaio%[a]gd\xx(Dv sv6xd&]p,wv dyo yC{vsxai) %q(v<Sov) vo(ju6iuhta) ß, 26 
fjvxsg 

rsXuav xipiiv ccvtö&i äxiö%ov nag vfi&v x&v cjvovpevmv iycb 6 dxodö- 
fuvog iv xfj ivsttxmG'Q igtp dtä %ugbg elg %Blgd pov ixl xijg avxvjg Uvrjvyg 

dgi&u& xal tfta&iiip xIrjgy xgbg xo ivxevfrev vpag xijg xgodsdylovfiivyg 
avXijg dxb iddtpovg eng aigog xvgisveiv x(cd) deoxöfeiv x(al ) dcotxdv x(cd) olxodo\jutv 
xal ixoixodofißlv x(al) xaXelv xal %ag{&6&ai x(al) ixixsXslv xd xsgl avxijg xgöxm 30 
& idv algrjö&s dxmXvtmg x(ccl) dvBpxodCtSxtog xal xgtffcö&at, xoivibg x(p xgo- 
dsdriXovpivfp xot%<p xal ftslvai Big avxbv doxovg xal xafiagcböai xal ixixeXsiv xd xsgl 
avxa xgöxtp <5 idv algrjö&s axcoXvxcog. xal (iij iyxaXelv v^ilv /irjx’ iyxaXiösvv 
(nj&’ sregdv xiva x&v i(iov övöfiaxog iv firjdevl xavgtp xaxd prjdiva xgöxov 
dq>ogfifj [iTjösiuä, did xo &g xgoslxov dxB6%r\x£vai fis xag vficbv xeXeCav xiyv xgo - 35 
ysygafi^ivyv xipijv. xbv dl iyxtfXiOovxa \i(iiv rj xal avxiitoirjtfötievov xegl xccdxrjg 
xijg xgodsdrjXovfiivrig avXrjg dxb iddtpovg icog uigog 6vv sloddcu xal i£6da> rj fiigovg 
a'öxrjg iyfo 6 xexgaxbg dxo&xrjtfm xal xa&agoxoirj<f& v/ilv tdfoig fiov dvaXdtpatiiv. 
xal Hgsdöfirjv rifitv xrjvds xrjv xgaöiv xvgCav ovtiav xal ßeßaCav itp * vxoygatprjg xov 
fjxhg ipiov vxoygatpovxog xgbg dotpdXsiav xal ixegfaxrjfrelg) &[iöXöyr}6a xal dxiXvöa: 40 
(2. H.) yivgrjXiog 

Alog IIaxs%vovpiC(yv ye&gybg 6 xgox(si(ißvog) xixgaxa xi\v xgoxsiß,ivrjv ai>Xi\v 
i£ SXoxXrjgov dxb iddtpovg e&g uigog xal dxi6%ov xag ’ vfi&v xijv xgo- 
ysygaptiivrjv xipL^v iv yofiiöfiaxCoig dyäl xal ßeficum xrjv xgätiiy 
cb[g] xg\6x(sixaC) f.] §>X(a\hog) Mccgxvgiqg Oytxxogog 6xg(axt(bxyg) Xsy(8G>vog) $i- 
X&v ä^md’elg iygaifta 

vxlg avxov ygdfipaxa firj sldöxog. (3. H.) f’lödx ’ltDörjyCov dtax(ovog ) ixxXy<si(ag) 45 
Uvrjvrjg 

auch nur auf doxovg weisen, dagegen spricht 
das dazwischen stehende xapagmcou,. Es ist die 
ganze Mauer gemeint, der Dativ falsch st. des Ge¬ 
nitive, der in der Vorlage steht P. 15, 7. — eav st. 
uv. 85 Hinter ftijdsfuu ein Kolon und ein Spa¬ 
tium. 87 1. XQoMrjloftevrjg. 88 6 trägt ein 
Häkchen, vgl. Z.26. 39 scp wsoyQutprjg st. des üb¬ 
lichen wie in der Vorlage P. 15, 13. 40 itQog 
aotpaXsiuv sollte hinter ßeßauxv Z. 39 stehen. — 
Hinter unslvaa st. eines Kreuzes ein Doppel¬ 
punkt, ebenso Z. 46 hinter dem zweiten fuxQtvQoo 
und Z. 52. 48 u. 44 sind stark abgerieben, die 
Lesungen sicher. 45 Das Kreuz schrieb Isak. — 
s xxlrjoi ist ohne Abkürzungsstrich geschrieben. 

22 * 


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uv. — a > in cool ist mit einem Haken (Spiri¬ 
tus?) versehen. 23—26 sind sehr stark abge¬ 
rieben, doch sind die Lesungen sicher; von 
nfirjff an stimmt diese Urkunde im ganzen 
wörtlich mit P. 15, 1 ff. überein, nach der sie, 
wenn auch vielleicht nicht in direkter Abschrift, 
angefertigt ist. 26 6 trägt ein Häkchen, vgl. 
Z. 38. 28 Hinter xItjqt] ein Strich, der vielleicht 

statt eines übersehenen Spatiums dienen soll. 
29 Beste der Endsilbe von oLxodofristv] sind er¬ 
halten. 81 euv st. uv. — falsche Prä¬ 

gensbildung oder Schreibfehler st. xQ-qaaaOai. 
31 f. 1. XQodsdrjlcofieva). 33 uvtoo steht da, nicht 
uvtug , vgl. z. B. Z. 28 vfiug rrjg. uvtug könnte 


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172 


Urkunden 


(iccqtvqg). (4. H.) Avgtffoog II<$6fijjg Ilanvov&Cov äxb Dvqvrig paQtvg&: 

(5.H.) f IlitQog ’laörjq) XQSößfytBQog) £xxX(r]6£ccg) üvtfvrjg fiagtvgaf. 

(6.H.) f <&A(aviog) "Iöaxog Ovtxzogog 6tQ(ccTi(bx7}s) Xey(s&vog) Dvtfvrjg fiagtvgö, 
(7.H.) &A(aviog) Jla^vov ’lccxmß 6gÖ(ivägiog) &Uc)v (iccqzvqcö. 

50 (8. H.) &>X(aviog) ’laöiitp IlavXov ayovördXi(og) lsy(6&vog) JSvrjnjg fucQtvQ&, 

(9. H.) 0X(avcog) KolXo v&o g 7fp<pdo(v) 6TQ(aTi<brr}g) Xey(s&vog) Uvifvyg ficcgtvga >. 
(10. H.) f di ifiov OoöcpogCov zcgeöß(vtdgov) iyQdqnj: 

46 Hinter dem ersten iiccqtvqcq steht kein in einzelnen Buchstaben wie z. B. ß charakte- 
Kreuz. 52 Die Schriftzüge des Phosphorios ristisch ab. Er benutzte eine blässere Tinte 
sind denen des Schreibers ähnlich, weichen aber als der Schreiber. 

ÜBERSETZUNG. 


aus Syene Gruß. Ich, der Vorgenannte, erkläre mit unwandelbarer Meinung, listloser Ab¬ 
sicht und reinem Gewissen entsprechend dieser einfachen geschriebenen Urkunde euch 
(6) heute verkauft und verschrieben zu haben von jetzt ab für immer und alle folgende 
immerwährende Zeit die mir gehörige Hofstätte als Ganzes vom Erdboden bis zum 
Luftraum in dem Zustande, in welchem sie sich befindet, gelegen in derselben (Stadt) 
Syene und an der Südseite des Kastells und an der Straße, welche Lager- auch Lederer¬ 
straße heißt, mit einer Türe, die sich [nach Norden auf die öffentliche Straße] öffnet, 
(10) und zusammenhängend mit dem mir gehörenden, im Osten derselben gelegenen Hause, 
und an mich gekommen durch rechten Kauf von Ploull[os], dem Sohne des Sabinos, 
einem in Panopolis gamisonierenden Soldaten, und Paulos, dem Sohne des Krour, und 
Thikre und Maria, seinen Schwestern (ihrer Schwester?), und Johannes, Sohn des Pi- 
noutos, und Tadora, Tochter des Pasnous, und Maria und Tsaua und Alexandra und der 
anderen Maria, Tochter (?) des Psenthaesios, entsprechend den euch von mir herausge¬ 
gebenen Vorerwerbskaufurkunden, die ich euch zu eurer größeren Sicherheit übergeben 
(iß) habe, und an sie (die Auktoren gekommen ist) kraft Erbrechts von ihren Eltern. Es 
sind aber Angrenzer derselben ganzen Hofstätte im Süden eine öffentliche Straße, die 
zur Mauer führt, und das Haus der Martyria, Tochter des Tachbar, und des Zenturionen 
Eucharios, Sohnes des Kyros, im Norden eine öffentliche Straße, auf die ihre Haupt¬ 
türe hinausgeht, im Osten die Hofstätte des Peteroous, im Westen mein, des Ver¬ 
käufers [P. Käufers], Haus, — die Mauer dieses meines Hauses aber, welche gemeinsam 
(20) östlich zu meinem Hause, westlich zu dieser Hofstätte gehört, soll für immerwährende 
Zeit von ihrem Boden bis zum Luftraum ohne (Verpflichtung zu) Aufwendungen sein, 
da ich von euch für die Aufwendung von jetzt an befriedigt bin, — oder wer sonst noch 
Angrenzer sein mag überall an allen Seiten, wie ich der Verkäufer es diktiert habe. Und 
es ist mir in dieser Hofstätte vom Erdboden bis zum Luftraum nichts unverkauft zu¬ 
rückgeblieben, wobei der gegenseitig vereinbarte und passende Kaufpreis zwei Solidi 
(25) vollwertigen Goldes alter Prägung und vollen Gewichts, macht 2 Goldsolidi, beträgt, 


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Nr. 16. Verkaufserklürung über einen Hof und Bestellung einer servitus oneris ferendi 173 


welchen vollen Preis ich, der Verkäufer, auf der Stelle von euch den Käufern am 
heutigen Tage bar in die Hand ebenda in Syene voll nach Zahl und Gewicht erhalten 
habe, damit ihr von nun ab über die vorgenannte Hofstätte vom Erdboden bis zum Luft¬ 
raum Herr und Eigentümer sein, dort schalten, bauen und darauf bauen, verkaufen (30) 
und verschenken und darüber auf welche Weise immer ihr wollet ungehindert und 
ungehemmt verfügen und gemeinsam die vorgenannte Mauer benützen, auf sie Balken 
legen und Gewölbe daran stützen und über diese verfügen könnet auf welche Art 
immer ihr wollet, ungehindert. (Und ich erkläre) euch nicht zu verklagen noch ver¬ 
klagen zu wollen, noch (soll dies) irgendein anderer von denen, die in meinem Namen 
handeln bei irgendeiner Gelegenheit in irgendeiner Art durch irgendeinen Anlaß (tun), (36) 
weil ich, wie gesagt, von euch voll den vorbezeichneten Kaufpreis erhalten habe. 
Denjenigen aber, welcher wegen dieser vorgenannten Hofstätte vom Erdboden bis 
zum Luftraum mit Eingang und Ausgang oder wegen eines Teiles derselben euch 
angreifen oder entgegentreten sollte, werde ich der Verkäufer beseitigen und euch 
(die Sache) mit meinen eigenen Mitteln bereinigen. Und ich habe euch diesen Kauf¬ 
vertrag, der gültig und fest ist mit der Unterschrift des für mich Unterschreibenden, (40) 
zur Sicherheit übergeben und befragt zustimmend geantwortet und (die Urkunde) 
ausgefertigt. 

Es folgt die subjektiv stilisierte Subskription des auf Antrag des schreibunkun¬ 
digen Verkäufers Unterschreibenden, 7 Zeugenfertigungen und die Erklärung des 
UrkundenverfasBers. 

EINZELBEMERKUNGEN. 

11 Zu &yQa(f(svovxog) Tlocvbg vgl. oben den krit. App. Die Auflösung ayqaqiyhxov) 
(Schiffssoldat), woran ich auch dachte, machte das folgende Tlavbg schwer erklärlich. 

18 f. Über die jtQoxtfjunal c hval vgl. oben Mon. 13 Z. 26 f. 

18/21 Die Grenzmauer des westlich an die Aule grenzenden Hauses des Verkäufers 
bleibt Eigentum des Verkäufers, der gleichzeitig den Erwerbern der Aule eine Servitut ein¬ 
räumt Gedacht ist wohl an Begründung einer Prädialservitut für die Aule als praedium 
dominans und am Haus als praedium serviens, und zwar einer servitus oneris ferendi. 
Denn das xoiv&g wird für die Erwerber spezifiziert als „Recht Balken aufzulegen 

und Gewölbe anzabauen“ (Z. 31 f.). Ausdrücklich werden die Kosten für die Erhaltung der 
Mauer für immerwährende Zeit dem Servitutsberechtigten abgenommen, also dem Eigen¬ 
tümer der res serviens auferlegt, „weil der Veräußerer für diese Kosten von den Erwerbern 
befriedigt worden ist 41 ; offenbar war wohl bei Bestimmung des Kaufpreises hierauf Rück¬ 
sicht genommen. Daß bei der servitus oneris ferendi der Eigentümer der dienenden Sache 
die Erhaltungskosten zu tragen hat, ist übrigens bekanntlich römische Rechtssatzung ge¬ 
worden. Unser Pall gibt zu Big, 8,5, 6,2, wo die Streitfrage besprochen wird, ob der Eigen¬ 
tümer der res serviens zur Leistung des reficere verhalten werden könne, eine gute Illu¬ 
stration. Vgl. auch Big. 8, 5, 8, 2. Was Ulpian an der erstgenannten Stelle berichtet: sed 
evaluit Servi sententia, in proposita specie ut possit quis defendere ins sibi esse cogere 


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174 


Urkunden 


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adversarium reficere parietem ad onera sna sustinenda, gilt auch hier. Begründet wird 
diese Erhaltungspflicht allerdings durch besondere Verpflichtung bei Bestellung der Servitut, 
aber dieses obligatorische Verhältnis wird dem Recht der Servituten unterworfen und ge¬ 
winnt damit den Charakter einer Reallast. Zur Frage ausführlich Windscheid-Kipp, Fand. 
I 9 1072 ff . 8 mit Literatur. Gegen Dereliktion der dienenden Mauer durch den Eigentümer 
wäre der Berechtigte nach römischem Recht allerdings nicht geschützt (Big. 8,5,6,2: Labeo). 


Nr. 17. 

FRAGMENT. 

lnv.-Nr. 110 b. Höhe 82 cm, Breite 16 cm. Rekto 86 Zeilen. Tafel XXX VII a. 

Es sind stark fragmentierte Reste einer Selis von einer ehemals längeren Papyrus¬ 
rolle, welche die übliche Breite von 82 cm hatte. Links und rechts sind noch die 
Reste der anstoßenden Solides erhalten. Der Schreiber benutzte das Blatt nicht in 
der üblichen Weise, sondern schrieb senkrecht zur Klebung, so daß die Zeilen anders 
als sonst in diesen Urkunden mit der Faserung laufen. Er schrieb eine feine, zier¬ 
liche Minuskelkursive. Leider ist die Schrift dermaßen zerstört, daß sich nur wenige 
Wörter mit Sicherheit entziffern lassen, wir haben deshalb auf einen Transkriptions¬ 
versuch verzichtet. Soviel läßt sich jedoch erkennen, daß es sich um eine Schuld¬ 
verschreibung (vgl. Z. 11 s(g zffQ4 PQV und Z. 19 6x[6tav ßovXrj&efaig &v]yx§^^r <pg) 
über ? Nomisma £yrfvyg (Z. 12 f.) unter Verhaftung des schuldneriRchen Ver¬ 

mögens (Z. 10 ^]| i}7co6t]aö[e(og) handelt, und daß die Urkunde unter dem 

Namen eines gewissen Arph.(f öv kjio(y) IdQcp .... Z. 35) geschrieben ist. Im 

Anfang können, wenn man nicht eine ungewöhnliche Breite der Papyrusrolle an¬ 
nehmen will, nur wenige Zeilen verloren gegangen sein. 


Nr. 18. 

FRAGMENTE. 

Unter Inv.-Nr. 112, Tafel XXXVIIb sind mehrere kleine Fragmente verschie¬ 
dener Herkunft vereinigt, deren Zugehörigkeit sich noch nicht hat feststellen lassen. 


a. 

Höhe 4,5 cm, Breite 22,5 cm. 4 Zeilen. 

Der Papyrus ist grob und dick, aus mehr als zwei Fasemschichten hergestellt, 
von schmutzig brauner Farbe, von dem wie bei Pap. Inv.-Nr. 110 mehrere Stücke 
abgeblättert sind. Es ist der Anfang einer Selis, Reste der vorhergehenden sind auf 
der rechten Seite erhalten. Die Breite des freien Raumes über der ersten Zeile, in 


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Nr. 17. Fragment. Nr. 18. Fragmente 


175 


dem keine Spnr von Schriftzügen sichtbar ist, scheint hei dem vom Schreiber sonst 
beobachteten Zeilenspatium darauf hinzuweisen, daß mit Z. 1 die Urkunde begann 
und die Datierung am Ende angefügt war. Die Schrift ist eine runde, nicht sehr ge¬ 
wandte Minuskelkursive. Die Tinte ist vielfach abgesprungen, so daß mancher Buch¬ 
stabe unsicher bleibt; die Urkunde war von unten nach oben gefaltet. 

Es handelt sich um eine Schuldurkunde, vielleicht um Bürgschaft(?), die das 
Eltempaar Eucharis und Psiour für eine Schuld ihres Sohnes Makarios dem Steuer¬ 
mann N. N., Sohn des Apa Dios, ausstellen. 

1 E\$xaQiq xal üfioyg gl ityxigsg ayxov xoy Mwxaglov . (pßgoyq ylov fni\pv 

2 . . . .]£[. j4it]a jdlov xvßsQvtftrj [%atQ£i]v. [dßoXoyovaev fipslg 

3 ol XQ<yysyQttfifidvoi tfot slg Ixxufiy xal icnö[do6iv voßC<fficcz[a .. 

4 £vyc5 UvT^vrjg yl{vsxai) %q(v6ov) vo((d6paxa) . . . 2Jv7jv]rj[g] aneg hol- 

li&g |[ %°p\§[v .] Iv xfj StvöS'm . . . 

1 Der Farbenrest vor % führt auf v, also ist zweifelhaft, die Bedeutung „Eltern“ z. B. 
vielleicht Ev%ctQig, der Name eineB Hausbe- auch bei Maspero, Cair. Cat . 67006,116. 

Bitzers in Syene (vgl. Mon. 16, 16). — yqfSQsg 

b. 

Höhe 25 cm, Breite 21,8 cm. 3 Zeilen. 

Ein Streifen von hellbrauner Farbe, die Zeilen in gewandter Kursive mit blasser 
Tinte geschrieben. 

1 . . r rjy 9 .r<p . X . . (pQOvovv 

2 r# xr\v [Mtafrsaiv rov sv&aös ffxyvovg £iti roy itqxBqa .... 

8 . . tyitqptiqc f ra £vd v ußrj(igx\cc ajurcoi/. 

Nach den wenigen Worten, die sicher les- mehr aus einer theologischen Abhandlung 
bar sind, läßt sich nicht klar sehen, ob dies stammt 
Fragment aus einer Urkunde oder nicht viel- 

C. 

Höhe 2,3 cm, Breite 17 cm. 2 Zeilen. 

Ein Streifen von hellbrauner Farbe, in Minuskelkursive, die Farbe ist fast völlig 
abgesprungen. 

1 to. yg ro. du x . 

2 9 .*. 

d. 

Höhe 154 cm, Breite 2,6 cm. 12 Zeilen. 

Nur die Anfangsbuchstaben der Zeilen sind erhalten, eine zierliche in blasser 
Tinte geschriebene Minuskelkursive. 


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176 


Urkunden: Nr. 18. Fragmente 


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lo. 7 (Hp . . 

2 a . 8 xa . . 

3 . 9 fa . . 

4 fSy . 10 äo . . 

6o. 11 <pqy . 

6 g. 12 * . 


e. 

Höhe 14 cm, Breite 3,5 cm. 2 Zeilen. 
• £ ov 


f. 

Höhe 9 cm, Breite 3 cm. 1 Zeile, 
x . . . . 


g- 

Höhe 8 cm, Breite 14 cm. 1 Zeile. 
. oyotf / 


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INDICES. 

(Alleinstehende fette Ziffern beziehen sich in den Indices I und II auf die sachlichen Einleitungen zu den 
einzelnen Papyri, fette und danebenstehende kleine Ziffern auf die Einzelbemerkungen zu den entspre¬ 
chenden Zeilen der Papyri. Ein der kleinen Ziffer beigefugtes A weist auf den kritischen Apparat.) 

I. JURISTISCHER SACHINDEX. 


Absolvere 8 10. 
actuarius 1 60 f. 
adiutor 2 22; vgl. 7 89. 
adnotatio divina I4 86. 
Aktenvermerk 18 86. 

Altersstufen 112 f. 

Antinooupolis 7 4f. 

Appellation 14. 

Artabensystem 4 10. 
augustalis 14 107. 

Ausstellung der Kaufurkunden 11 
18 ff. 

Bestechung von Richtern 8. 
Beweiswürdigung, formale 6. 
Bürgschaft 16f.; elterliche (?) 18 a. 
Byzantinische Fortentwicklung rö¬ 
mischer Rechtsinstitute 112f. 

Caballarius 11 8. 
campidoctor 15 17. 
caput 7 88. 
castrum 8 38. 
cella 8 11. 
centurio 8 41. 

communio pro partibus indivisis 

8 ; 9 . 

Datierung 1 2f.; 2 8ff; 7 2/4; 9 
1/8; 101/4; 111/8; 12 1; 18 3; 
14 3/6 (vgl. S. 2 ff.), 
defensor civitatis 8; 11 80 f. 

Mflnchener Papyri I. 


1. Deutsch-lateinischer Sachlndex. 

Dolmetsch 18. 

Dotalsystem 9. 

Drachenfahne 14 106. 

draconarius 14106. 

Eheerbvertrag 1 6 f. 

Ehegüterrecht 13; 8; 9. 

ehemännliche Gewalt 1 3; 7 8/16. 

Eid, Auferlegung an den Beklag¬ 
ten 120/24; Formel 8 66; 7 68/66; 

8 36; 9 21 ff.; 12; 14 9Sff; auf 
Reliquien 126f.; Manifestations¬ 
eid 8; 8 7; bei Schenkung auf 
den Todesfall 8; bei Vergleich 1 
44/46; 14 98 ff.; bei Verträgen 1 
44/46. 

Eigentumsverschaffungspflicht des 
Verkäufers 4 8 f.; 9 27 ff. 

Emanzipation 112 f. 

Entscheidungsgründe 14. 

Erben 1 88. 

Erbschnftsstreit 116; 7; vgl. 14. 

Erbschein 9 61. 

ErrungenschaftBgemeinschaft 8. 

Exekution 6 17 f. 

exceptio rei iudicatae 14. 

exceptio tranBactionis 14. 

Fiskalmult 1419 f. 

Forderungsrechte im Nachlaß 7 
20/28. 

fraus, in fraudem legis 917. 


Gehör, beiderseitiges 1; 120/24; 
8 64; 14 81 ff. 

Geistliche als Schiedsrichter 14 
31 ff.; als Urkundenverfasser 15; 
18; als Zeugen 8; 9; 11; 15; 

18. 

Gericht, ägyptisches und außer- 
ägyptisches 14 70; geistliches 
und weltliches 14 81 ff.; Militär- 
und Zivilgericht 119 f.; 8. 
Gerichtsstände 7 69 f. 

Gewalt, ehemännliche 1 8; 7 8/16. 
Gütertrennungssystem 3; 9 61 ff. 

Habere licere 9 27 ff. 
habitatio 9 38f. 

Harpokration 8 7f. 

Hauskind 112f. 

Indiktion 1 2f.; 2 8ff.; 7 2/4; 9 
1/8; 101/4; 111/8; 12 1; 18 3; 
14 8/6. 

Interzedent 10. 
intercessio tacita 10 8 ff. 
Invokation 13 1 (?); 14. 

Kaisererlasse 14 71. 
kaiserliche Unterschrift I4 86. 
Kaufrecht 4; 4 8 f. u. ö. 

Klausel, salvatorische 1 49/61; 
14 91. 

Kollation 8. 

23 


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178 


Index 


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Konsulardaten 1 2 f.; 2 8 ff.; 10 
1/4; 111/3; 121; 18 3; 14 8/5. 
Konventionalstrafe 7 43/76. 

Kopten 18. 

Kosten einer Servitut 1618/21. 
Kreuze 7 86. 90 f. 

Legio 448. 

Iime8 6 10 f. 

Luftraum 8 12 f.; 11. 

Manifestation seid 6; 6 7. 

Matrikel 2 8 ff. 

Militärgerichtsbarkeit in Zivil¬ 
sachen 1 19f.'; 6; 1417/19. 
Militärschiedsgericht in Zivil¬ 
sachen 119 f. 

Militärstand und Zivilbeschäfti¬ 
gung 112 f. 

Miteigentum 8; 11; 112; 18. 
mora 8 6. 

Münzwesen 1 68; 15 2. 

Mutter, Stellung der M.zum Nach¬ 
laß 1 6f. 

Notar 1 64; 7 91 f. 
numerus 448. 

Objektive Stilisierung der Urkunde 
7; 14. 

Obligation, Y erletsung der 0. durch 
Dritte 14 26/BO. 
oeconomia separate 112 f. 
Offenbarungseid 6; 6 7f. 
Offizialmaxime 6 17 £ 35. 
Ordinarius (miles) 2 18. 
Organschaft des Ausschusses 2 
16/18. 

Parallelurkunden 1 69; 7 6. 
Pertinenzen 9 86; 11 70 f. 
praesumtio Muciana 6. 
primicerius 2 16. 
probatoria 2. 


j4.Yqccqi vav 16 11. 
&f%iorivome 11 63 f. 
dytopj 4 10. 

&9tovt<oQ 2 22. 


procurator 11 80; 14 71. 
publicare cautiones 18 21. 

Ratio (Idyo?) 14 16. 

Rechtskraft der Entscheidungs¬ 
gründe 14; des Urteils 14. 
Rechtsnachfolger 18 69/71. 

Regierung8j ahre im Datum 1 2f.; 
2 8ff.; 7 2/4; 91/3; 101/4; 11 
1/3; 121; 18 8; 14 3/6. 
Registrierung vonUrkundenl866f. 
Rekruten, Aufnahme von R. 2. 
res iudicata 14. 

Richter, ungerechter 6. 
rogati testes 11 6. 80 f. 

Salvatorische Klausel 1 49/61; 14 
19. 

Schadloshaltung des Interzeden¬ 
ten 10. 

Schenkung auf den Todesfall 5. 
Schiedsgericht 1 19 f.; 7 38 f.; 14 
81 ff. 

Schiffsverkauf 4; 4 18 f. 
scholasticus 6. 

Schuldschein 8 . 

Schwägerschaft 11 68 f. 
separate oeconomia 112f. 
servitus oneris ferendil6; 1618/21. 
singularis 7 93. 

Sondervermögen 6. 

Subskribent, einer für beide Par¬ 
teien 14. 

Stellvertretung 7 8/16. 69; 10 8ff.; 

1162; 1410.71.101. 
Stilisierung, objektive 7; 14. 
stipulatio Aquiliana 7 48/76. 
Stockwerkeigentum 8; 9; 9 88f.; 
11 . 

Straf klausein 1 49/81; 8. 

Teilung, elterliche I6f. 
Totengottesdienst 8 6. 

2. Griechischer Sachindex. 
düvovtaxUov I486, 
dlfo 8 12 f.; 11. 
dytotißitov 8 13. 
dxto vapwff, dxb d-mv 1 60 f. 


traditio cartae 11 13 ff; s. auch 
Urkunde, 
tribunus 6 10 f. 

Übergabe der Urkunde 1118 ff; 
der Vorurkunden 4 16ff.; 9 61; 
16 18 f. 

Unwiderruflichkeit der Schenkung 
auf den Todesfall 8. 

Urkunde, Verkörperung d. Rechts 
in der U. 6 84; 7 20/28; 10 llf. 
12; Beweis- und konstitutive Ur¬ 
kunde 1016; Übergabe der U. 
11 18ff.; Vorurkunde 18 26 f.; 
Übergabe der V. 4 16 ff; 961; 
16 13 f.; Verfasser von U. 1 69; 
8 21; 7 97; 18 66f.; 15; 16 (zu 
Aussteller, Schreiber, Sprache, 
Stil der U. vgl. S. 16 ff.). 

Urteil 6. 

Verba 14 71. 

Vergleich 1; 1 7; 7; 14; im Pro¬ 
zeß und Urteil 6. 

Verletzung obligatorischer Rechte 
durch Dritte 14 26/80. 
Verpfändung 14. 

Verwandtschaft ll53f. 
vicariani 8 47. 
vicariuB 14 17/19. 

Vorlage, Benutzung einer V. 11 
(vgl. S. 4f. 16). 

Vormundschaft über Frauen 1 8. 
Vorurkunden 416ff.; 961; 18 26f.; 
16 13 f. 

Widerklage 6. 

Zäsarenjahre im Datum 2 8 ff. 
Zession 10 llf.; 1462. 

Zeugen, Aussagen 6; Geistliche Z. 
8; 9; 11; 15; 16; Zahl 4; zu¬ 
gezogene Z. 4 62; 11 6. 
Zubehör 9 36; 11; 11 70f. 


7 86. 

d*adi%ttötn 14 llf. 

dvdpoOefc 1 12 f. 

dvoutodofittv itp’ fifyov? 18 46. 


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I. Juristischer Sachindex 


179 


dvxißvyygatpog 7 6. 

&£uo&etg 4 62. 
dnoXvEiv, ditiXvaa S 10. 
itxoxdxxeßQ-ai lOllf. 
äqi&hSs 4 48. 

&Q%*tov 4 38; 13 66f. 
dctpaXeia 10 16; 1113 f. 
dctpaXig 1021. 
tröxs£ovoi6rr]s 112 f. 
a£>yov(txdXiog 14 107. 

Baodeta I2f.; 2 8ff; 72/4; 9l/3; 

101/4; 111/3; 13 3; 14 3/6. 
ßtgßa 14 71. 
ßix(agiav6g) 847. 
ßixagiog 14 17/19. 

rvmfiri 14 11 f. 
yptoftawadoxoe 14llf. 
ygdfifuc, ötoQectötixov 1326. 
ygafiftaxetov 634; 1012. 
yQccfipaxixog 14 25/30. 

Aiovtta ijXixta 112 f. 

SrjiLoaiotiv (drjfioauinv) 13 66 f. 
3r}ii60ioe 11 23. 
ducßißaiovod'cu 1 6f. 

9uk6o%og 1 38. 
dlaixa 14 81 ff. 

#UUXT]Xljg 14 31 ff. 

&uexdxo%og 1 38. 

SidXvßig 1 7. 44/46. 

SiaitEitXdad'ai 6 47. 
dlxaiov 14 10. 

dixaax tiqiov im% coqiov, vnsQOQiov 
7 69f.; 14 70. 

SifioiQOV 4 20. 

Soxifueöüx 2. 

9gaxovagtog 14 105. 

'Eyyovoi 11 68 f. 

ixdixstv 13 69. 

fxdtxoff (der Stadt) 6; 11 80. 

iX&stv tlg fiiaov 1 36 f. 

ivxoXevg 14 71. 

€£ccyayij 116. 

££etvat 8 32. 


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i&ovffla (Belieben) 9 27 ff.; (Be¬ 
hörde) 18 66 f. 
iitccxx6g (Sgxog) 6 7f. 
htlxgutig 2; 1426/30. 
heixgoxij 116. 

£it$%d)Qiov (<$txaaxr\Qiov) 7 69 f.; 
14 70. 

?pyra xccl dwdy,8i 4 35. 
e$ffxa&(iov (vofutffuxxiov) 15 2. 

Zr\\ua 14 19. 

£vy6v 1 63. 

'flWa 112 f. 

Beta ßigßa 14 71; Of/a ädvovxa- 
xlmv I4 86. 

&£fiep<n 161f. 

'Jdta 6. 

KaßaXXdgiog 11 8. 
xdaxgov 6 38. 
xar cdoyio&fjvcct 14 62. 
xaxoxlj 9 27 ff. 
xttla 8 11. 
xsvxvglmv 8 41. 
xtqtdXaiov 7 83. 
xXfjgog 9 61. 

xXrjgorbftog 188; 11 63 f. 
xoivdg 2 1; ~6v 1 19f.; >a 6. 
xvgtog 13; 9 4 f. 

Aipuxov 6l0f. 

Xöyog (ratio) 14 16. 

M&xgi£ 2 8 ff. 
fieöixela 7 83 f. 

fisrd, oi (!£&’ Jjfiäg 13 69/71. 
fiexQioovvri 8 15. 

N6pog xgdßsmg u. ä. 4 8f. 

'OX6xXriQOg 1116; 13 44. 

ÖQäipaQiog 2 18. 

3pxo? ßtapocxixSg 6 56; s. Eid. 
6gfimfuvog 1 7. 

Bgog (Kloster) 13 28. 

Övofta 11 62. 


| IhxXaict ngaöig 11 36 f. 
nagd 14 19. 

nccQciöxa&iLov (vo^uafiartov) 15 2. 

rtaQax<BQT}0ig 8 . 

xagix&sxov itgSetoitov 7 69; 14 
71. 

xagtfyayov 6 36. 
xegiyga(pj 9 17 f. 
xiaxix6g 8. 
ng&aiq 4 16f.; 961. 

XQlfUXljQlOg 2 16. 

ICQlogeg 1 19 f. 
ngoßaxtogla 2. 

xgoxxijxixij dnnj 13 26; 1618. 
xgöxxrjßig 9 61. 
xgoßepogd 8 6. 

ngbßtanov, xccxd 4 46; nagev&sxop 
7 69; 14 71. 
xgmxevorxsg 119 f. 

EiyyovXdgiog 7 98. 
ßxavgol 7 86. 90 f. 
exiyri 8 12 f. 
ßxgcexriXdxrig 2 6. 
ßwaiv&v 13. 
ßvxagxayij 1 SO. 
cweUtov 1 20/24. 
enfiaxl^eiv 321. 

Tixva 11 68 f. 
xeXeiovv 169. 

xoxoxi\gr\x^g 6 10 f.; 1417/19. 
xgißo&vog, dxö x. -rav 6 10 f. 

'Txig 14 62. 

x>n4g&sffig 3 6. 

bxegdgiov dixaffxrjgiov 7 59 f.; 14 
70. 

bxoßoi\&6g 2 22; 7 89. 

&alvsö&ai 1 48. 
tpgotgwv 2 1; 6 38. 

X M 11; 71. 

XaXxdfucxa 6 26. 

Xgrjßxijgta 9 36; ll70f. 

’&pij, xgoxxtjxixij 13 26 f.; 16 18 f. 


23* 


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UNIVERSITY OF MICHIGAN 



180 


Index 


Amh. 149 

163. 

— 160 

168. 

— 161 

163. 

Arch. UI S. 340 f. 

(Cair.) (=Thead. 

18) 

— IV 8. 180 ff. 

1416. 

(P. graec.Straßb. 

Inv.-Nr. 87 R) 

6 26. 

P. Beaug6 + Cair. 

Cat. 87010 

6. 

BGD. I 8 

9 88 f. 

— I 815 

119f. (Text¬ 
kritik). 

— I 817 

7 8/15. 

— II 408 

410 A. 

— II 658 

417 A. 

— n 670 

610 f.; 1417/10. 

— III 886 

119f. 

— m 846 

811. 

— m tos 

8. 

— IV 1080. 

16 8. 

Cair.Cat(Maspero) 

I 67008 

8 5; 18 88. 

— I 67006 

168; 18a 1. 

— I 67009 

158; 16 HA. 

— I 67010 s. Beaugd. 

— I 67020 

816. 

— I 67022 

16 11A. 

— I67023 

18; 7 6 A. 

— I 67024 

14 16. 

— I67026 

7 22. 

— I 67032 

1 44 A.; 7 6 
(Textkritik). 

— I 67044 

163. 

— I 67049 

168. 

— I 67060 

163. 

— I 67051 

163. 

— II 67188 

4 68. 

— II 67187 

1 68. 60 f. 

— H 67188 

168. 

— ü 67189 

168. 

— II 67161 

1 2f. 88. 

- II 67156 

7 6. 


II. QUELLENINDEX. 


1. Papyri. 
Cair.Cat.(Maspero) 


H 67159 

I2f. 

— n 67167 

4 16 ff. 

CPR 121 

6 26. 

Cram - Steindorff 

Nr. 68=kopt. P. 

Brit. Mns. Or. 

1062 +1061C 

86. 

Flor. HO 

811. 

— 187 

163. 

— 160 

811. 

— 170 

168. 

— 198 

7 6. 

— 196 13 66 f. 

Führer E. R. 442 

168. 

— 466 

163. 

Qoodap. 18 18 66 f. 

Qrenf. 111 

116. 

— 117 s. Heidelb. 1880. 

— II86 

18. 

— 1187 

163. 

— 1190 

168. 

— 1196 

168; 16 11 A. 

— 1197 

163. 

Hamb. 28 

1 2f. 

— 29 

6. 

Heidelb. 1280 + 

Qrenf. 117 

6 34; 9 61. 

Hernals XVI10 

1 49/61. 

Ist. Yeneto 8 

1 60 f.; 14llf. 

Klein. Form. 119 

8. 

— 128 

8. 

— 180 

8. 

— 197 

8. 

— 204 

8. 

— 843 

149/61; 6 66. 

— 887 

8. 

Leid. Z 

6 88. 

Lips. 28 

7 6. 

— 90 

7 86. 90 f. 

— 97 

2. 

Lips. Inv.-Nr. 244 
»Mitteis Ghrest. 

Nr. 71 

6 17f. 


Lond. 177 

8; 8 6. 

— 1118,1 

12f. 49/61; 76. 
33 f. 

— II287 

1 60 f. 

— II249 

160 f. 

— II409 

1 60f.; 11 79. 

— HI 992 

7; 12. 

— m 1006 

1 68. 

— HI 1086 

168. 

— m 1087 

163. 

— m 1164h 

4; 4 HA. 10. 

— in 1819 

168. 

— IV1412 

168. 

— IV1414 

811. 

— IV1419 

819. 

— IV1484 

— IV1600 u. ö. 

811. 

(*i cti%6g) 

8. 

Lond. nnpnbl.In v. 

- 

Nr. 1607 

6 84. 

— 1664 

7 6. 

— 1729 

4 10. 

— 1787 

162 A.; 1826 A. 

— 1789 

168 A. 

— 1792 

12 28 A. 

— 1797 

4. 

— 1799 

8 (Publikation). 

— 1808 a 

4 (Publikation). 

- 1807 a-g 

6 (Publikation). 

— 1816 a, b 

8 (Publikation). 

— 1819 a 

7 (Publikation). 

New. Pal. Soc. VI 

128 

10 1/4. 

Oxy. 1164 Verso 

168. 

— 1189 

148. 

— m 498 

I6f. 

— in 602 

811. 

— IV 707 

811. 

— IV 718 

1 6f. 

— VI898 

6. 

— VI906 

18 66 f. 

— VI912 

18. 

— Vn 1087 

819. 

— vn 1042 

168; 2 8ff. 


% 


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UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



II. Quellenindex 


181 


Oxy. vm 1101 

119f. 

Par. 20 

7. 

Thead.6 

8 21; 7 6. 

— vm 1111 

188 . 

— 86 

14 19. 

— 18 

1416. 

— VUI1126 

168 . 

PSI 148 

1 60 f. 

— 16 

<64. 

— vmnss 

168 . 

P. dem. Straßb.l 11 27 A. 

P. dem.Wiss. Ges. 

— Vm 1147 

168 . 

Stud. Pal. X160 11 8. 

1 16 

4l6ff. 



2. Autoren und Gesetze. 



Ammonio8p.6s.v. | 

Cod. Iust. 2,4,6 

17. 

| Cod. Iust. 12, 36, 

kyZiortlg 

11 58f. 

- 2,4, 6,1 

1 7. 

17 pr. § 1 

2 . 

ApostoL Kirchen 


- *,4,10 

17. 

— 12,86,18,8 

119 f. 

Ordnung o. 26 

8 6. 

- 2,4,16 

17. 

— 12,87,19 

6 10f.; 1417/19. 

Bas. 2,6, 7 

180 . 

- 2,4,17 

1 7; 49/61. 

— 12,67,2 

2 . 

— 6,1,40 

816 . 

- 2,4,28 

1 7; 6. 

— 12,69,6 

2 . 

- H,2 

17. 

— 2,4, 87 

1 49/61. 

— 12,69,9 

2 ; 1486. 

— 22,6 

6 7f. 

— 2,4,40 

1 49/61. 

— 12,69,10 

2 . 

— 28,6 

8 6. 

- 2,4,41 

1 44/46. 

— 12,61,2 

6 . 

— 81,8 

112 f. 

- 2,7,6 

6 . 

Cod.Theod. 1,21,1 119f. 

- 81,4 

112 f. 

- 2, 7,18 pr. 

6 . 

- 1,29,8 

6 . 

— 60,22,6 

816 . 

— 2,12,21 

7 8/16. 

- 2,1,9 

119f. 

Bas. 11, 2 novit 


— 2,66, 4, 6f. 

14 81 ff. 

- 2,9,8 

144/46 ; 49/61. 

it6dce 

17. 

— 8,1,9 

6 76. 

- 2,18,1 

6 76. 

BGB. S§ 96 

11 70 f. 

- 8,1,14,4 

6 66. 

- 4,14,1,1 

14 71. 

— 87 

9 86. 

— 8,8,1. 

14. 

— 8,1,10 

1 60f. 

— 126 

7 6. 

— 8,18,6 

6 10f.; 1417/9. 

- 8,10,2 

6 . 

— 266 

14 62. 

— 8,86,1 

7 20/28. 

— 12,1,128 

119 f. 

— 828 

14 26/80. 

— 8, 86, 6 

7 20/28. 

- 12,7,2 

168 . 

— 826 

14 26/80. 

— 8, 86,16 

7 20/28. 

— 18,6,7 

417 f. 

— 917 f. 

9 86. 

— 8,86,17 

7 20/28. 

ColL 1,10 

14 71. 

— 1619 ff. 

6 . 

— 8, 88,9 

7 20/28. 

Const. Apost. VIII 

— 2868 

9 61. 

- 4,1,12,1 

6 . 

1 42 

86 . 

— 2866 f. 

9 61. 

- 4,2,17 

6 . 

Corp.Gloss.Lat.il 

Can. eccles. 76 

8 6. 

— 4,20,4 

6 . 

42,28 

1011 ff. 

Can. Hipp. 88 


— 4,20,9 

6 . 

Demosth., c.Aph. 

§ 169 s. 

8 6. 

— 4,20,18 

6 . 

B, 19 (»28,842) 1 38. 

Cassiod. Variae 


- 4,21,17 

169; S10. 

Dig. Iust. 1,8, 29 

017. 

7,48 

2 . 

— 6,80,22,10 

6 Anxn.; 6 7f. 

— 1,18, 6, 2 

816 . 

Chron. pasch. 1689, 

— 7,44,2 

6 70. 

— 2,14, 7,16 

1 44/46. 

6 ff. 

2 8 ff. 

- 7, 44,2 pr. 

6 . 

— 2,14, 36 

7 20/28. 

— 1690, 7 ff. 

7 2/4. 

— 7,44,2,1 

6 . 

- 2,16,1 

17. 

Cod. Inst. 1,14,2 

180 . 

- 7,44,8 

6 . 

— 2,16,8 pr. 

1 7. 

- 1,14,6 

6 . 

— 7,46,11 

6 . 

- 2,16,14 

17. 

- 1,14,6,2 

1 44/46. 

— 8, 87,14 

446. 

— 2,16,16 

1491. 

— 1,27,2,8 

6 88. 

— 8,66,6 

18. 

- 4,8,18,2 

14 81 ff. 

— 1,81, 6 pr. 

2 . 

— 10,27,2,6 

16 2. 

— 8,6,6, 2 

16 18/21. 

- 1,46,1 

119f. 

— 10, 82,42 

119 f. 

- 8,6,8, 2 

16 18/21. 

— 1,46,2 

119 f. 

— 10,72,6 

6 . 

— 9,2,27,14 

14 26/30. 

- 2,8,21 

1 7. 

— 10,78,2 

163. 

- 19,2,4 pr. 

7 20/28. 

- 2,4,2 

17. 

— 12,20,8 

2 . 

— 10,2,26,1 

7 20/28. 


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182 


Index 


Dig. Iust, 10,2,25,9 7 20/28. 

— 10,2,26,13 

7 20/28. 

- 10,2,67 

7 20/28. 

— 12,2 

67f. 

— 12,6,28,8 

6. 

— 16,1,8,14 

10 8 ff. 

— 16,1,11 

10 8 ff. 

— 16,1,29 pr. 

10 8 ff. 

— 22,1 

8 6. 

— 24,1,61 

6. 

— 26, 8, 6, 9 

14. 

— 82,22 pr. 

8. 

- 34,4,4 

8. 

— 89, 6,13,1 

8. 

— 89,6,80 

8. 

— 39, 6,86,4 

8. 

— 89,6,42,1 

8. 

— 42,1,46 

6. 

— 45,1,122,6 

7 48/76. 

— 47,11, 6 pr. 

816. 

— 49,4,1,5 

6. 

Ecloga 8,7 

188. 

Ecl. priv. aucta 8, 7 1 88, 

Ed. Anast. § 3 

2 8 ff. 

- §9 

6. 

- §14 

164; 2. 

Ed. Inst. 2,1,1 

8 47. 

— 8, 3, 2 

2; 8 47. 

— 11 

153. 

— 13 

1 19 f.; 14 


107. 

— 18,2 

6 69. 

— 13,3 

2. 

Form. Notar. 

Vat. 

(Ferrari) 6 

188. 

— 88 

138; 1163 f. 

Harmenop. 1,12, 

, 45 6 66. 

— 1,18,20 

6 66. 

— 6, 8,55 

188. 


Schol. yy ad Har- 
menop. 6,8, 66 1 38. 

Harpokr.(ed. Dindorf) 

I p. 119) s. v. in- 
axxbs 3 q%os 6 7 f. 

Hesyeh., Lexikon, s.v. 

ZeiQÖyQacpo * 6 34. 

Inst. Inst. 2, 7,1 8. 

Ps.-Isokr., tcqös Ar\- 
lUvntov 1,28 6 7f. 

1. Klemensbrief c. 40 8 6. 

Leontios v. Neap., 

Vita Joh. Eleem. 

p. 28,17 6 15 A. 

— p.66,4 8. 

— p. 60,18 8. 

Lex. Segner. (Bekker, 

Anecd. 1383)=Pho- 
tios, Lexikon, s.v. 

&y%icxela 11 68 f. 

Lyd., de magistrat. 

146 2 22. 

— HI2 2;28ff.;222. 

— DI 6 7 98. 

— in 8 e. 

— DI67 2. 

Martyr. Polyc. 18,2 8 5. 

Monum. Raven. (ed. 

Fantuzzi) Nr. 111 8. 

Not. Dig. Ooc. XXV 6 10 f. 

Nov. Inst. 1,2,1 6; 6 7f. 

— 8,4 1417/19. 

— 16,8,2 6. 

— 16,4 6. 

— 18,6 8. 

— 20 6 . 

— 24,4 2. 

— 26,1 2. 

— 47,1 I2f.; 101/4. 


Nov. Inst. 78, 7,1 

164. 

— 87 

8. 

— 90,1 pr. 

6. 

— 90,2 

6. 

— 113,1 

7 59 f.; 14 71. 

— 117,11 

119f. 

— 128,19 

14 17/19. 

— 184,1 

14 17/19. 

Nov. Iust. Authent. 


8,4 

14 17/19. 

— 128,19 

14 17/19. 

— 134,1 

14 17/19. 

Nov. Val. 19,1,3 

14 71. 


Photios, s. Lex. Segner. 

Plat., Epist-VII 845 d 8 82. 
Plin. ad Trai. 29,2 4 48. 
Trai. ad Plin. 30,2 4 48. 
Qnint., Inst. orat. 6, 

6,6 6 . 
Schenkung Friedr. I. 

(Mitt. öst. Inst. 

Gesch. F. XXVni) 6. 

Stat. Genna; Eimini 
(zit. nach Wach, Z. 
f. Rechtsgesch.VII 
468 f.) 6 7f. 

Symm. 10,26 (Eel. 13) 15 2. 

— 10,41 (48) (Rel.28) 6 36. 
Syr. (röm.) Eechtsb. 

L. 86 1 44/46. 

— Ar. 126 1 44/46. 

— Arm. 126 1 44/46. 

— RII129 144/46. 

— R ID 85 144/46. 

Theoph. Inst. 1,10,12 11 63f. 

— Schern. Cogn. 11 63 f. 
Veget., epit. rei milit. 

n 7 14 107. 

ZPO § 740 6. 


HI. CHRONOLOGISCHES. 

(Die fetten Ziffern bedeuten in den folgenden Indices die Papyrasnummern, die kleinen die Zeilen der 

einzelnen Papyri.) 

Kaiser, Kaiserinnen, Daten, Eegiemngsjahre, Konsulate, Indiktionen. 

A3yovax[ov J&toxQcctoQog f]f[ov<? ijyaxov $[a]- 
Xs xfjg ißd6(irjs irS(ixtlovos) (11. März 
674) 1 2f. 


JUSTIN08 H. (566—578). 

BaodsCae xal Ünaxeiccg tov fteioxatov ijft&v 3t- 
GitQtov $Xavtov Iovöxivov Niov toO alavlov 


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m. Chronologisches 


183 


Eid bei Gott xal vlxtjg xal tfaeßtlag x&v xga- 
xloxmv detfar ot&v xfjg olxovpivrjg &l(avtmv) 
’lovexlvov Niov xal Alllag So<pßg x&v alm¬ 
vlmv Abyofaxmv A4tox$eex6$mw 1 46 f. 

&afievm& i* xfjg iß&ifiijg lvd(ixxtovog) 1 64. 

Justin os n. und Tiberios Caesar (674—678). 

&%h xaXavd&v ’lavovaQiov xfjg xaQOvorjg doda- 
xaxrjg i*ive[fi]ijosmg ßaotXelag roß O tioxazov 
xal sfasßtaxdzov ijfi&v dsonixov $%(<xvtov) 
lovcxivov roß almviov Aüy[ovo]xov AixoxQa- 
xoQog xal fieyloxov s(>8Qyixov hovg XQioxai&t- 
xaxov xal $X(avtov) TißsQlov Niov Kmoxav- 
xlvov to 6 tpdav&Qmnoxdrov xal eüxvxBOxdxov 
XQUffUffoxov tütQyixov KaloaQog ixovg rerap- 
xov xotg fisxä xijv dsvxigav fataxelav roß 
a[ß]roß yaXrpoxaxov ijfi&v d$07t6xo[v] hovg 
dexatov (1. Januar 679; Urkunde ausgestellt 
Sommer 678) 2 8/12. 

Tiberios n. (678—682). 

Ba[oi]Ulag xal [ß#a]re/as roß frsioxdxov ijfi&v 
Seox6xov xa[i] fuyloxov »[ß*]pydrov Qfacpfov 
TißtQlov Niov Kmvaxavxlvov ro[ß] almviov 
Aiygv[o]xov Abxoxgaxogog hovg Ssvxigov <Pa- 
fuvmd' dtxafTjg XQioxautsxdxrig lv8{ixxlovog) 
Lond. Inv.-Nr. 1799, 1—4. 

[Baoiltlag roß btundtov ijfi&v 9mis6xov xal 
fityloxov ritQyhov QXavlov TißtQlov Niov 
Kmvaxavxlvov roß almviov Aisyovoxov xal Ai- 
xo%gd]roQog hovg ißdifiov [htavtlag roß ah oß 
i]i>oeßtOx \axov ijfi&]v dtoxoxov hovg xqIxov 

[ . Mixt]Iqvqq Lond. 

Inv.-Nr. 1803 a, 2—6. 

Eid bei der hl. Dreieinigkeit xal vtxrjg xal diafio- 
vfjg x&v yaXtjvotdxmv fjfi&v dsoxox&v QXccvtmv 
TißtQlov Kmvoxavxtvov xal AlXlag kvaoxaolag 
x&v almvlmv Aiyoioxmv xal Ahoxgaxigtov 
46/7. 

MAUR1KIOS (682—6Q2). 

hovg TtQmtov JIa[vvi Tp]i[tf]xaiJexdrp d[eo]- 
xigqg IvStxxlovog Lond. Inv.-Nr. 1807 a, 1. 

Baoiltlag roß ftuotaxov ijfi&v 9tc*6xov &Xavtov 
TißtQlov MavQixlov roß almviov Aüyovoxov 
AhoxgdxoQog hovg itQcoxov Ilavvi tlxaoevdxjj 
öavxigag Ivdixxlovog (28. Juni 688) 7 2/4. 

Eid bei der hl. Dreieinigkeit xal xijv rlxrjv xal 
ötapovijv roß tüoeßeoxaxov ijfi&v 9*0x6xov 


QXavtbv TißtQlov MavQixlov roß almviov 
Atyoioxov Ahoxqdxogog 7 64/66. 

BaöiX*lag roß faioxdxov ijfi&v 8*on6xov QXavtov 
Ttßsglov MavQixlov roß almviov Abyoioxov 
xal Ahoxgaxogog xal fityloxov shgyitov hovg 
xqIxov IJavv i • xfjg xQvtrjg fv9(ixxlovog) (80. Mai 
686) 9 1/8. 

Eid bei Gott xal xijv vlxrjv xal Siafwvijv x&v 
eioeßeoxdtmv ijfi&v Seoxox&v Qiavtmv Tißt- 
qIov MavQixlov xal AIXtlag Kmvoxavxtvrjg x&v 
almvlmv Aüyovoxmv xal A4xoxqox6q(dv xal fit- 
yloxmv vbtQytr&v 9 22/26. 

Baodtlag roß Oatordroo $m&v 9eon6xov &X(avtov) 
MovqlxLov Tißsglov roß almviov Aüyovoxov 
AhoxgdxoQog xal fieyloxov sfogyixov hovg r>- 
xdqxov xal tnaxtlag xov aßroß 8 *on 6 x ov ijp&v 
hovg ÖBvxigov y xfjg xsxdgxTjg ivdCix- 

xlovog) (28. Januar 686) 10 1/4. 

Bacdilag roß fatoxaxov ij^&v 8 * 0 % 6 xov $X avtov 
Mavoixlov TißsQlov roß almviov A9yo8fSxov 
Ahoxgdxogog xal fieyloxov shgyixov hovg 
xifixxov xal faccxtlag roß aßroß dtoitoxov 
Jjp&v hovg xqIxov $a&cpi dsxchr^ xfjg xifixxrjg 
iv 8 ix(xlovog) (7. Oktober 686) 11 1/8. 

[f]rov$ 4[r]ar[ovJ xal ßx[arf]I[aff roß aßroß 
deoitöxov ijfi&v hovg iß# 6 ftov(?) (Monat, Tag) 
xf}g ivdtrjg (?) lvti(txxlovog) 12 1. 

Eid bei Gott xal xijv d'tlav x(al) oüqavtov xv%r\v 
x&v yalrfvoxdxmv deonox&v xfjg olxov\iivr\g 
<ßl (avlmv) Mavo ixlov Tißsolov xal Allt ag Km - 
qxqvxlvag x&v almvlmv AüyovOxmv xal A(rto - 
%Qax6gmv 12 46f. 

[Invokation, ßaoilelag roß O]? f [oxdxov] x[ol «ßfffi- 
ßEOta]xo[v ijfi&v dtoxixov QXavlov Mavgixlov 
TißtQlov roß almviov Aiyotoxov Aülfxoxodxo- 
Qog xal fityloxov sisQyhov hovg dca[d»]xaro(v) 
xal intaxelag xfjg aiyx&v yaX[rjv6xt]xog h]ovg 
dexarov TOßi üxaoxglxyj xfjg dcodexartjc [ijr- 
iixxlovog (18. Januar 694) 18 1/4. 

Eid bei Gott xal vlxrjg xal Siafiovfjg x&v sßoe- 
ßeoxdxmv ijfi&v deonox&v xfjg olxovfiivrjg #la- 
vtmv MavQixlov TißtQlov xal Allslag Kmv - 
oxavxlvag x&v almvlmv Aiyyovotmv xal Airco- 
XQtniqmv xal fityloxmv EÜSQysx&v 1816/17. 

Invokation, ßaodtlag roß Oetordrov xal eßoe- 
ßeoxatov ijft&v dsoxdxov QXaviov MavQixlov 
TißsQlov roß almviov Atyovoxov AhoxQaxoQog 


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184 


Index 


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hovg 9a>9sxdxov xai bxaxtlag xfjg aijx&v ya- 
%T}v6xriTog hovg Mexdxov f Msyelg xa xfjg iß 
ip9{vxxlovog) (16. Februar 694) 14 2/6. 

Eid bei der hL Dreieinigkeit xai xfjg vixr\g xai 


Siapovfjg x&p &eo<pvXdxxa>v xai €bo»ßsox{dxcov) 
i)(imv SiOieox&w $X(avlcov) MccvQtxlov Tißsglov 
xai AlXlag Kcapoxavxlprjg x&v alatvUop Abyoi- 
Cxtov xai Abxoxgax6ga>p 14 94/96. 


IV. GEOGRAPHISCHES UND TOPOGRAPHISCHES. 


alyvnxiaxdg 18 71. 
ktntivdov (nöXig) 7 96. — ’Avxi(v6ov) 
7 89. 91. — *Avxt(v6ov) x6Xig 7 
4f. — ii ’Avxivoicov 7 16; 9 66.— 
iv xfj afajj x6Xsi 9 67 f. 

(rj) kxSXXcopog 11 80. — (ij) ’Ä7t6X- 
Xtovog &vco 4 17. 

EUyavxlvn 2 1. 8.18; 10 7; 187; 
14 102. 

iXXrjvixdg 4 11. 

'Efffl&V&lg 14 17.— fj'EQfUDV&tXaP 
14 47. 

Orißalmv %&ga 2 6 f. 
xu xaxcß lirifffl 10 13. 


In Elephantine: 

(pQOVQiov *EXs<pavxtvi]g 2 1; vgl. 

2 8 . 

In Syene: 

9g6(tog, 6 9rj(i6oiog 9. 18 30. 
xdüxQOv 6 88 . 

XaÜQa rot) 9r}^oolov xafirjX&vog 
xfjg ßaoxayfjg QhX&v 11 22 f. 
oder x&p &ith &iX&v 12 18 f. 
XavQa toO s^xxrjglov roO äylov 


1. Geographisches« 

Ufuxov 611. 29. 

olxov^ivri (Welt) 146; 1247; 1816. 
Vfißoi [Lond. Inv.-Nr. 1803 a, 12] 
5 E. 1; 14 83. — r £lvßoi 8 49. 
(ij) JIav6g (Panopolis) 16 11. 
Zvijvrj 1 7.10. 20. 63. 68. 60. 61. 62. 
63.64; Lond. Inv.-Nr. 1799, 6.7. 
9(?). 14.14; 8l. 12.18.16.19.20; 
8V.(bis); Lond. Inv.-Nr. 1808 a, 
6. 8.9; 421. [21]. 42. 48.60. [51]. 
62. 63. 64. 66.66. 67; Lond. Inv.- 
Nr. 1807d; 6 87; 7 9. 86. 86; 8 
18. 41.48. 44. 46. 46. 47. 48. 60; 
9 8. 86. 64. 94.100.102.104.106. 

2. Topographisches. 

xai dOloqpdpov BlxxoQog 9 87. 
(vgL 42.48). 

XavQa xfjg itaQtußolfjs 9 64f. 
XavQa xfjg itaQEußoXfjg xaXov- 
(Up rj x&p oxsximp 8 19. 

XavQa xfjg nagtfißoXijg xai xfjg 

xQixovglprjg 18 22. 

XavQa xaXov^Uvrj [r fjg xagifi- 
ßoXfj]g JjxoL oxvxImp 16 7f. 
ÖQOg 18 28. 


106.107. 108. 109. 110; 104.6; 
113. 6. 8. 22.40.40.42.64. 69.72. 
73. 74. 76. 77. 79. 80; 12 4. 18. 
32. 82. 61.64.66.66.67.68; 184. 
[6]. 9. 84. 84. 67. 62. 76. 78. 80. 
82. 88. 84. 86; 14 6. 10. 11. 99. 
100. 103. 104.106.106.107.108. 
109. 110; 15 20. 21. 22. 23. 26; 
16 2. [26]. 27. 46. 46. 47. 48.60. 
61.61; 17 12.13; [18a 4.4]. 
ij Evrpnx&p {*6Xig) 4 24; 9 63; 18 
21; 14 34. — ij üvtjvlx&v ndXtg 
711; 911. 

$4alll23; 1219; 1880; 1644.49. 


qv(iti drmoöla 1126. 82; 12 21. 
26; 1828.29; (SrifLoala gvpr])16 
9.16 (äyovua elg xb xtiyog). 17. 
föfit], xvcpXJ] xai öxspij 11 81; 
12 26. 

xityog 16 16. 

xifyog, xb 9t]ft6<nov x. xoC OQovg 
18 28. 

(pgotgiov 6 16; 8 18; 9 36. 64; 
1122; 1218; 18 22; 16 7. 


V. BEAMTEN- UND MILITÄR WESEN. 

(S. für den Kaiser anoh Index III.) 


dygagsümp 16 11. 

&9w6xmg 2 22; 8 60; 18 77; 14 
104. 

ddvovxaximv^ 9sla 14 86. 
&xaxa<pQ6vT[tog 2 13. 
dxxovagtog 12 66. — dich äxxova- 
qI<dp 1 68. 60 f. 


&v9qi&Xttxog 14 17. 
dv&Qmnog (Amtsdiener) 6 48. 
itQiftlibg, &.*EXs(puvxlvri£ 218; 2 V.; 
vgL 2 20 und 22; 10 7; 12 4; 
18 7; 14 102. — &. x&v cxQa- 
xmdx&p xoG (pqovqLov * EXetpav - 
xivTjg 2 1. — d. ^vtjvTjg 1 20. 68. 


60.61.62.63; 816.18f. 20; Lond. 
Inv.-Nr. 1808a, 8; [4 61]. 4 62. 
68. 64. 66. 67; 7 9. 86. 86; 9 102. 
106. 107. 108. 109. 110; 10 24. 
26.27.28; 11 8. 78.76. 79; 122. 
60f. 66. 66. 67. 68; 18 77f. 82. 
88. 84. 85; 14 10. 99. 104. 106. 


Gck igle 


Original from 

UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



IY. Geographisches u. Topographisches. Y. Beamten- und Militärwesen. YL Christliches 185 


106. 107. 108.109. 110; [15 18]. 
— «. $tl&v 18 80. 

&Q%elov, &7}ii6<nov 4 88; 11 60; 12 
46. 

18 67. 

&Q%opxsg 6 69. — xbv t6xov ix- 
4%öpxsg tä>9 &n%6vtmv 6 69. 
a^yovisxdliog (auch &y.) 2 6; 846 (?); 
18 88. 84; 14 107. 108; 15 26; 
16 60. 

ßiQßce, d’ela 14 71. 
ßtxdgiog 14 17. 47. 
ßixag(tav6g). iatb ßix(agiap&v) 9 
111. — &xb ßix(agiavdnf) dpiO- 
fiov Jhnjrrjg 10 26(?). — &nb ßi- 
xag{tav&p) XtysOvogXvijpTjg 8 47. 
yQafifuttix6g 14 30. 39. 
dixacxfaiop 141.42; 7 60; 1470. 
88. — Stxaörfaiov buyfaiop 14 
70. 82. — äixaffxtfgiop bittgbgiov 
7 60; 1470. 88. 
do4£ 2 6. 

ÖQccxovccQiog 14 106. 106. 

IxSixog, *An6XX»vog (sc. x6Xsmg) 
11 80. 

f*do£oe 2 18. 

i&ovaia (Befehlsgewalt) 2 4; (Be¬ 
hörde) 18 67. 
ijyafi opxr\ rd£ig 7 93. 

'lovaxiptapol 2 6. 


TLaßaXXaQiog 11 8; 12 2. 60. 67. 
xafuuäofavmg 15 17. 
xdttQov 6 38. 

xcc&mßuxuiixog 119; 6 10. 17. 28. 
xbpxvqL<op (auch anders buchsta¬ 
biert) 8 41. 46; 9 106. 108. 109; 
1617. 

xoip6p, xb x. r&v xa&coCtmpUpaip 
XQ&rav &Qi&nov Ihnjvfjg 119 f. 
xoipbg, 6 x. xdtp nga.mvopvap toü 

&QI&1LOÜ X&P CXQCCXUOt&V TO0 

tpgovglov 'Elt<pccrtlvr]g 2 1. 
xvgiog 2 4 (vom Dux der Thebais). 
Xaiingbxccxog 6 10. 16. 28. 48. 
Xtyedp, X. Hvjvrig 4 48. 66; 8 41. 
48. 44.46.47.60; 9106; 1174; 

15 26; 16 48.60.61. — X. ®dAbp 

16 44. 

Xoyubtaxog 14 29. 39. 

2 8 . 

[wyaXoxQtitietaxog 14 18. 
vib&xgccxog 2 2; 2 V. 
vox(agiog) 7 91. 96. 
bgStpdgtog 2 18.20.22; 8 16; 8 46; 
16 49. 

ngaUpsxxog 'Iovtnvutp&v 2 6. 
napsfar$wg 2 6. 
xgifuxijgiog 2 16. 
xglogtg 2 18. 

XQoßaxogta 2 8. 16. 19; 2Y. 


XQmtriopttg 2 1. 
ngärcoi 1 20. 

ciyyovXägwg xfjg 4}yefiopixf}g rdf tag 
7 98. 

axQccxiia (P.: oxgcccut) 216.19; 2Y. 
6TQctxi4aiiLop 1 64. 
ttQcecTiXdtTig 2 6. 

öxgaxubxrig 160.62.68; 21; 818.19 
[Lond.Inv.-Nr.l808a, 8]; 448.61. 
62. 68.64.66.66.67; Lond. Inv.- 
Nr. 1819a; 7 9. 86. 86; 8 43.44; 
9 102. 106. 107. 110; 10 7. 24. 
27. 28; 118. 73. 74. 76. 79; 12 
2. 4. 60. 66.67; 18 7. 80.82. 86; 
1410. 99. 102. 109. 110; 15 23; 
16 11. 44. 48. 61. 
ev^ßoXatoygdtpog 7 97; 14 111. 
<s%oXaaxtx6g Lond. Inv.-Nr. 1807a, 2; 
6 48. 

xd£ig, Jjysfwpmij 7 93. 
xtigmp 2 2; 2Y.; [Lond. Inv.-Nr. 
1808a, 8]; 4 48. 

xoxotriQTixjg 14 19. — r. roO Xipl~ 
rov 6 11. 28 f. 48. 

TQtßoCvog, fab rqißgvrvf ® io. 

bxaxtla s. Ind. HL 

&3t8QO%tf 218. 

hxegq)v4<sxccxog 2 6. 
iMo߮r&6g(?) 7 89. 


VI. CHRISTLICHES. 

(Ygl. zu den christlichen Ausläufern des Herrscherkults auch Index III.) 


uyiog s. ixxXijttia, xti piflia, Magia, 
xgtag; uywg xai &&Xoq>6gog Blx- 
xcoq 9 37. 

&&Xoq>6gog, Blxxmg 9 37. 
fa4jp 7 86. 

&fuofiog s. xtifiijXut. 
äv&Qcanox gs*7}g } xd &. pofufta 8 5. 
14. 

&g%i8ukxovog 11 77. 
dygavtog s. x9i(i7]Xia. 

Blxxmg (hl. Märtyrer) 9 37. 
diQn6xi\g (Christus) [18 1]; 14 1. 
Siaxovog 8 48 ; 9 103; 16 46. 

MQnchener Papyri 1. 


ixxXrjaia, Jfoijnjg 8 48 ; 9 108 f.; 
15 20. 22; 16 46. 47. — ayia i. 
"Oftßtnp 14 33. 

ipfaoxog , X6yog 1 24. — Bgxog 1 
26 f. — ipmpdxmg 6 81. 
imogxxla 1 49. 

hzöfivvo&ai 1 44; 4 3; 7 68; 8 34; 

12 46; 14 98. 
iüxxifgiov 9 37. 

sbXaß4axaxog (vom Priester) 14 32. 
tetog b. xsifirjXia , 3gxog. 

Os6 g 1 44; 2 6. 16; Lond. Inv.- 
Nr. 1799, 9; 7 91. 98(?). 96; 8 


34; 922; 1246; [181]; 1816; 
14 1. 

&io<piU6xaxog (vom Priester) 1444. 
61. 66. 87. 

Oeoqpilala (vom Priester) 14 34. 
QeotptXaxxog (vom Kaiserpaar) 14 
94. 

’ftjGoQg , xvgiog xal 8t6x&tT\g ’ltj- 
aovg Xgurxbg 6 fabg xal omxijQ 
jjfubp 14 1. 

xeifiijXia , frela xal &%gavta xal 
OBxtxd 1 26. — ayia xal dfimfjux 
131. 

24 


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UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



186 


Index 


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x^Qiog (Christas) [181]; 141. 
pandQiog 114.17. — (ip ftaxagia 
rfj lunjpy) 7 16. — {paxaQi&va- 
tog) 6 2.89; 7 24.88.46.49. 
\lM%txQixrfi 14 26. 

MccqUc , äyla (Kirche) 1177. 
iuvtvai 7 88; 921; 1814. 
ifwovöteg 8 . xgucg. 
ftqnog 6 7. 24. 26. — bmfunog nal 
q>ifixt6g 1 26 f. — 9* log 1 49; 
7 88. — # flog xal esßdüfuog 144. 
— neßdatuog 1 81. — ffmftcmxSg 
666 . — tpQixrbg nal esfidöfuog 


&Qt&ii6g, vofUöfueva &gi&fup nal 
ata&fMb nlijgrj xfjg atxfjg £vi]- 
ptx&p 4 28 f. — &Qi&pqf nal 
<tza&py «irfatj 969£; 1142; 12 
84; 18 86; 16 4; 16 28. 
ddxipog, Lond. Inv.-Nr.1799, 

18; 1189; 16 2; 16 24. 
sfoTa&fiog, vofuafuiriQp #6. 15 2; 
16 26. 

£vy6p t C • Xmfptjg 1 63; Lond. In v.- 
Nr. 1799, [14]. 14.15; 8 18; 8Y.; 
421.21.42. 60; 5 V. 2. R.1; 9 
64.100; 11 40. 64. 72. Y. 2; 12 
82.32.64; 18 34.84. 57.61 f. 76; 


44; 9 21. — cpQLXfDd&Jtatog xal 
ötßdöfnog 18 14 f. 

SQog 18 28. 

8<nog b. ngo4<po(fd. 

%aptoxffdra>Q 1 44; 8 84; 9 22; 12 
46; 1816. 

XQMßvveqog 14 33. 61. 66; 15 20. 

22. 24. 26; 16 47. 62. 
ngoafpofd 86. — 6<tla x. 8 14. 23; 

Lond. Inv.-Nr. 1816 a, 8. 
oxavtfg, xl/uoi fftavpol 7 91. 
aeßafffuog 8. 8Qxog. 
osxx6g B. neipfjUa. 

vn. MASSE. GELD. 

1. Maße. 

dyajyrj 4 10. 48. | &Q%aßrj 4 10. 48. 

2. Geld. 

17 12.18(?); [18a4.4]. — £. xfy 
Xvrjpix&p 9 68. 

nt(fdxu>p 5 E. 1. 

netpalaiog, %ffV(t6g 11 89; 18 

88 . 

p6iu<tfia 4 20. 21. 42 ; 5 R.1; 618. 
19. 77; 8 82; 1189. 40; 18 61; 
14 19. 41. 48. 46. 68. 56. 66.76; 

18 a 8. [4]. 

pofuöfuitta v 160.60; Lond. Inv.-Nr. 
1799, 18f. 14. 16; 813; 8Y.; 

4 49 f. 5 V.2; 7 71; 9 68.64.84. 
100; 10 9f. 22; 1164. 71; 11Y.; 
12 82. 82. 58; 1888. 34. 66. 75; 


<r*>liaxix6g e. ogxog. 

canfo (Christas) [181]; 141. 

tlfuog s. (ftavg6g. 

tQtdg , äyla nal dfioovttog 4 4 f.; 

7 68 f.; 14 94. — x&p zQMTiccpäp 

8 34 f. 

(pQixadforatog s. 8qwoq. 
tpQintig s. ogxog. 

ipy 11; [Lond. Inv.-Nr. 1808a, 1]; 

vgl 7 1. 

IQVstuxpoi 835 . 

XqMtig 141. 


14 91; 15 2. 2.16; 16 26. 26. 48; 
17 12. 13(?). 

xaXau>%d#axTog , pofutfuxxiop x. 

15 2; 1626. 

ffta&fi6g (s. &Qid‘it6g) 424 eto. 
ZQVtUp 6 81. 68. 67. 74; 7 27. 
ZQvö6g 160; Lond. Inv.-Nr. 1799, 
18. 14. 16; 818; 8Y.; 4 21.42. 
[449]; 5Y.2; 5R.1; 770; 882; 
9 63. 64. 100; 10 9; 1189. 40. 
64; 11 V.; 12 82. 32; 18 88.84. 
61; 14 46.76. 91; 15 2.2; 1624. 
26; 17 12.13(7); 18a 8. 4. 


VIII. TRANSKRIPTIONEN LATEINISCHER WÖRTER. 


(Ygl. Magie, De Romanorom inris publiei sacriqne vocahnlis sollemnibus in Graecum sermonem convereis. 
Eb sind hier nur die Transkriptionen gesammelt, also griechische Schreibungen lateinischer Wörter; 


Magie p.2; 

&di ovtoq 222; 8 50; 1877; 14104. 
itdpovtaxUop I486. 

&no4ßixop (ixxovßtrop) 818; 9 84. 
&%xovaqiog 168. 60 f.; 12 66. 
airyovüxdliog (auch &yovaxd3uog) 
26; 846(?); 18 83. 84; 14107. 
108; 15 26; 16 60. 


licht Translationen (wie &Q&n6g = 

ßdUag (vielleicht baleas) 2 21.22. 

18 8ö (?); [14111(?)]. 
ßivs 2 21. 22 (vielleicht bene); 13 
86(?); 14 111(?). 
ßiffßa 1471. 

ßiuafaapdg) 847; 9111; 10 26(?). 
ßtndqiog 14 17. 47. 


nnmerns).) 

Mi 2 6 . 

ögaxopdgicg 14 106. 106. 

9 IapovaQiog 2 8. 

IvdixzlcDv, 8. Index QI und X. 
xaßalldgiag 118; 12 2. 60. 67. 
Kalap&ai 2 8. 
xapxtdotoxmf} 15 17. 


Gougle 


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VH. Maße. Gewichte. VIEL Transkriptionen lateinischer Wörter. IX. Personennamen 187 


xd&tQOP 6 88. 

xiXXa 8 11.11.12.16. 18; vgl. **X- 
Xiov (Index X). 

nsvtvglcap (auch anders buchsta¬ 
biert) 841. 46; 9 106. 108. 109; 
1617. 

Xsyemr 4 48. 56 ; 8 41. 48. 44. 46. 


47. 60; 9106; 1174; 15 28. 25; 
16 44. 48. 60. 61. 

Xlfutov 6 11. 29. 

pfrtQi% 2 8 . 

ügdivagiog 2 18. 20. 22; 3 15; 8 
46; 16 49. 
xgabpexrog 2 6. 


«pifUKifctoe 2 16. 
xgloQeg 2 18. 

itQoßccvoQla 2 8. 16. 19; 2Y. 

GiyyovXdgtog 7 93. 

xsLgauß 2 2; 2 V.; [Lond. Inv.-Nr. 

1808a, 8]; 4 48. 

XQißoüvog (vgl. Ind.V) 610. 


IX. PERSONENNAMEN. 

(P. = Frau; M. = Mann; Mu. = Mutter; 8. = Sohn; T. = Tochter; Y. = Vater. Aur. = Aurelios, Aurelia; 
Fl. sFlavios. — In einigen Fällen, insbesondere bei den Undefinierten nichtgriechischen Doppelnamen 
oder bei Abkürzungen, ist es unsicher, ob der zweite Name, der des Vaters, im Genetiv steht oder ein 
zweiter Name im Nominativ folgt. Auch muß mit grammatikalischen Fehlern der Schreiber gerechnet 
werden. Auf solche Unsicherheiten deuten die zu S. und V. gesetzten Bemerkungen und Fragezeichen. 


Mßpadp, V. des Apa Dios 8 48; 
II., S. des Mousaios 3 17; 4 68; 
11 74; S. des PachymioB 1219; 
(Gen. -po«) V. eines Presbyters 15 
24 (sonst gewöhnlichjfcßpadfwoe). 
kßQadfuog, wohl V. deB Fl. Jo¬ 
hannes 8 41; V. des Fl. Menas 
13 79; wohl V. des MousaioB 
9107; S. des Pachymios 818; 
11 24. 31 (kßgdtuog); 11 32; 12 
19 CAßgadn). 26f. 26; V. des Fl. 
Theodoros 1178; ? V. des ? 9 66. 
kßgd{uog 11 81 statt kßQadfuog. 
FL Ayfayge(?) f S. des Menas 1382. 
kUüdvÖQa, T. des Psenthaesios 16 
12 . 

kXXdfHov , V. des Fl. Eulogios 8 45; 
V. des Fl. Joseph 8 46; (?), V. 
der A. Mariam Lond. Inv.-Nr. 
1799,8; S. des Patechnoumios 

11 38; S. des Pachnoumios (= 
Patechnoumios?) 12 26; S. des 
Petros 9111. 

kpumvuicvog (xoTtorrjgTjxijg) 1418. 
kna dios 9 66; S. des Abraam 8 
48; V. des Markos 3 21; 1029; 
1182; V. des Fl. Markos 4 61; 
9 102; Fl., S. des Martios 1 60; 
Fl., S. des Menas 9110; V. des 
Paeion 13 29; Fl., S. des Prai- 
positos 1179; S. des Sabinos 

12 69; M. der Rachel, V. der 


Tsone u. Tseure 18 4. 23.42.78; 
[2*]a d., V. des (?) 18 a 2. 

Ag<p ... 17 86. 

'Atgfjg (Qen.'AxQijxog), V. des Kornes 
6 87; V. des Fl. Pathermouthis 
14108; M. der Tsia 1 4; FL, S. 
des (?) Viktor 3 19; 4 52. 

AügrjXla Kako, F. des Aur. (spä¬ 
ter Fl.) Patermouthis, T. des 
Aur. Jakobos und der Aur.Tapia, 
12 6; 13 8.18; vgl. 9 8; Maria, 
T. des Dios und der Taeit 889; 
Mariam, T. des Allamon (?), 
Lond. Inv.-Nr. 1799, 7; Tapia, 
F. des Jakobos, Mu. des Jo¬ 
hannes und der Kako 9 4. 92; 
10 6. 20; 11 4. 69; Thelporine, 
T. des Markos 15 14; Tseure 
und Tsone, T. des Apa Dios und 
der Rachel 13 4. 72; Tsone, T. 
des Panai...., F. des Apsara- 
lei (?) 5 R. 2. 

AigrjUai Tsone und Tseure, T. 
des Apa Dios und der Rachel 
18 4. 72. 

Abg^Uoi Viktor, Paeion und Tsia, 
Kinder des Dios-Pasaraei und 
der Tlou 14; 66; Patermouthis 
und seine F. Kako 9 8. 

AÜQijXiog Dios, S. des Patechnou¬ 
mios 16 40; Jakob, S. des Ko- 
stantios Lond. Inv.-Nr, 1799, 6; 


811; Jakobos, S. des Dios 19; 
Johannes, S. des Jakobos (Ja- 
kybis) und der Tapia 7 8. 85; 
Menas, wohl S. des Johannes 
8 49; Menas, S. des Paulos Lond. 
Inv.-Nr. 1808 a 11; Menas, S. des 
Paulos (?) und der Sousanna 5 
R. 1; Paeion, S. des Dios-Pasa- 
raei und der Tlou 14. 65; Pas- 
mes (?), S. des Papnouthis 1646; 
Patermouthis, M. der Kako, S. 
des Menas und der Tsia (spä¬ 
ter FL) 7 10; 9 8; Viktor, S. des 
Dios-Pasaraei und der Tlou 1 4. 
66 . 

Aifja qccXh (?) 5 R. 1. 

BceaiXtldrig, Fl., S. des Dios 8 43; 

V. des Fl. Jakob 1 68. 

Bfjyps (Mrjv&g), V. des Fl. Pater¬ 
mouthis Lond. Inv.-Nr. 1803 a, 7; 
4 47. 

BlxtmQ , hl. Märtyrer 9 87; V. des 
Christophoros 7 89; Aur., 8. des 
Dios-Pasaraei und der Tlou 14. 
65; derselbe 1 28; 1 Verso; V. 
des(?) Fl.Hatres 319; 452; wohl 
8. des Johannes 12 58; V. des Fl. 
Johannes 13 88(?); V. des(?) Fl. 
Joseph 4 56; 9106; V. des Fl. 
Kolonthos 10 28; ein anderer 12 
67; V. des Fl. Papnouthis 12 65; 
34 * 


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188 


Index 


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Fl. B m S. des Menas 14106; S. 
des Petros 1 64; FL, wohl S. 
des Psabet 1884; 14107. — 
S. auch OUxrmg, 

Faßgirfhog (dux) 2 4. 

re&gyiog (dnx) 2 0; FL, S. des 
Dios 2 16; Fl., S. des Monsaios 
8 60; S. des Tsios und der Ma- 
riam 9 39. 

dl&vfiog, V. des FL Menas 160; 
Fl., S. des Silbanos 8 47. 

dtog, V. des Fl. Basileides 8 48; 
wohl S. des Elias 7 97; V. des 
Fl. Georgios 216; Fl., S. des 
Jakobos 1519; V. des FL Jo¬ 
hannes 4 64; 10 26; V. des Fl. 
Paeion 466; Fl., 8. des Pami- 
nios 216; Papnonthis J. oder 
Y. des (?) Papnonthis 9 103; V. 
des Fl. Papnonthis 8 44. — 6 
xal IlaaaQatt, M. der Tlon, y. 
des yiktor, Paeion, der Tsia 
nnd des Jakobos 16. 10. 11. 14. 
34. 64. 66; Aur., 8. des Patech- 
nonmios 16 41; V. des Fl. Pa- 
termonthis 2 2; 2V.; Fl., 8. des 
Pa[.]yos 2 18; Fl., 8. des Sere- 
nos 218; M. der Taeit, V. der 
Anr. Maria 8 89. — *Axa Jtog 
s. Ulna. 

EUvrh T. des Anr. Patermonthis 
und der Anr. Kako 7 74. 

Eüliyiog, Fl., S. des Allamon 8 45. 

EMßtog, 8. des Paronchios 10 9. 

Ei)%&Qiog, 8. des (?) Eyros, oder 
Etyctgiog Eyros 16 16. 

E$x a Q i e t M. der Psiour, Y. des 
Makarios 18 a 1. 

’Hliag , wohl V. des Dios 7 97. 

'HQ&& 7 ig,Y. des Fl. Eollonthos 16 61. 

SixXa, F. des Menas, Mn. des Fl. 
Patermonthis 5B.1. 

BsXnmgimif Anr., T. des Markos 
15 14. 

Beodagog (dnx) 2 4. 6; Fl., 8. des 


Abraamios 1178; FL, 8. des (?) 
Eomes 4 68; V. des Eosmas 
7 94. 

Bs6<pavog , y. des FL Paon 217. 
BLxgi\ 1611. 

’Iccx&ß, Fl., 8. des Basileides 168; 
8. des Dios (sonst ’laxaßog oder 
*Idxvßig) 689; Anr., 8. des Eo- 
stantios Lond. Inv.-Nr. 1799, 6. 
10; 311; (derselbe als ’ldxmßog 
Lond. Inv.-Nr. 1799 Y. ;) 8. des 
Makarios 6 87; FL Paenou (?) 
’I. 16 49; Fl., 8. des Panlos 12 
66 . 

’ldxcoßog, 8. des Dios, M. der Ta- 
pia, y. des Johannes nnd der 
Eako, nach 18 8 mit dem vä¬ 
terlichen Beinamen 6 xal Ila- 
aagatl , 1 9.12.17. 88. IV.; 639 
(’laxAß); 7 9. 16. 82. 46. 49. 64. 
66. 86 (in Mon. 7 ’ldxvßtg, ’la- 
xvßlov, ’laxvßip genannt); 9 6. 
11; 11 17. 21; 12 6. 14; 18 8; 

14 9. 99; [14 V.]; V. deB FL Dios 

15 19; V. des Fl. Isak 1 62; V. 
des Fl. Paeion 10 23 (P.: *er- 
aeuax) ; 14 109 (P. vielleicht: l‘a- 
xaooßov) ; 8. des Praipositos 6 86 
(' Iaxxaßog). 

*Idxvßig s. ’laxcoßog. 

’lovUavig (dnx) 2 5. 6. 

’löax, Fl., 8. des Jakobos 1 62; S. 
des Josephis 16 46; wohl V. des 
FL Eomes 1176. 

Iaaxog , Gen. -Zoo, 7 81; V. des 
Josephis 7 91; 8. des Eonstan- 
tinos 6 40. 44. 68; wohl V. deB 
Eyros 417; V. des Fl. Makarios 
2 17. 20. 22; 8. des Paeion 11 
77; Fl., 8. des Viktor 1648. 
’Ia)dvvT\g (dnx) 2 4; FL 7a>dprrjg, 
8. des Viktor (?) 18 88; Fl., 
wohl 8. des Abraamios 8 41; 
Fl., 8. des Dios 4 64; 10 26; 
Anr., 8. des Jakobos nnd der 
Tapia Lond. Inv.-Nr. 1807 b, 2; 
6 6. 9.16. 21. 82. 67. 76; 78.14. 
17.19,29, 36. 62. 73. 86. 86; FL 


(derselbe) 14 9. 12. 16. 21. 22. 
26. 88. 89. 41. 42. 46. 47.62. 64. 
68. 62.80. 81. 84.86.90.99.101; 
[14 V.]; F1., 8. des (?) Eolou- 
thos 9109; V. des Fl. Eyros 
9106; wohl V. des Anr. Menas 

8 49; Fl., 8. des Paeion 8l4f.; 
*1., anch Paptsios 11 37; 12 80; 
13 26; wohl 8. des Patechnon- 
mios 9 61. 63. 97; Fl., 8. des 
Petros 4 67; 14106 (ein anderer, 
s. krit. App. 4 67); [Fl. ’laoav-' 
v]rig , 8. des Petros 15 21; 8. des 
Pinouthos 1611; Fl., 8. des 
Sarapamon 217; wohl V. des 
Viktor 1268. 

’lminfo, Fl., 8. des Allamon 8 46; 
Fl., 8. des Panlos 16 60; wohl 
V. des Petros 16 47; Fl., 8. 
deB (?) Viktor 4 66; 9106. 
'Ia> 0 i)q>tg, 8. des iBakios 7 91; Gen. 
~Lov t V. des Isak 16 46. 

Kax 6 (anch Kccxd nnd Koxi, in- 
dekl. nnd dekl. Kax&xog, Ka - 
«Art, Kax&ttjw, Kax&tiv ) Anr., 
F. des Patermonthis, T. des Ja¬ 
kobos nnd der Tapia, 6 7; 713. 
19. 38.77; 9 10.27; (bleibt Anr., 
anch als ihr Gatte Fl. wird) 12 6. 
10. 16. 83. 88; 188. 18. 36. 41; 
1421. 87. 64. 66. 68. 

KaXUvixog (Vikar von Hermon- 
this) 14 17. 

KoXXoG&og , Fl., 8. des Herodes 
16 61; V. deB (?) FL Johannes 

9 109; Fl. Xoloftfrof, 8. des Vik¬ 
tor 10 28; ein xaßallagiog glei¬ 
chen Namens 12 67. 

Köpeg, S. des Hatres 6 86; Fl., 
wohl 8. des Isak 1176; Fl., 8. 
des Paamios 1 68; V. des (?) Fl. 
Theodoros 4 68. 

Koafi&g, 8. des Theodoros 7 94. 
Kqo4q, V. des Panlos 16 11. 
Kvgtax 6 g 1 Fl., 8. des Menas, 117. 

41. 47; 12 2. 6. 33. 60. 

KüQog, Fl. (Ixäixog von Apollo- 
nopolis) 1180; V. des (?) En- 


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IX. Personennamen 


189 


oharios oder Eucharios KQgog 
1617; FL, S. des Johannes 9 
106; wohl S. des Isakos 417. 
KcavatavTlvog, V. des Isakos 6 40. 
Kto&tdvtios, Y. des Aur. Jakob, 
Lond. Inv.-Nr. 1799, 6; 811; 
Lond. Inv.-Nr. 1799V. -f- Mon. 
8 V. 

Koovcxdmg (Gerichtsdiener) 617. 

Ad£ccQog, FL, 8. des Petros 18 77; 
14 104. 

Maxdffiog, . (pßQoyq , S. des Eu- 
charis nnd der Psionr 18a 1; 
V. des Jakob 6 37; FL, 8. des 
Isakos 2 17. 20. 22. 

Maffia, ayla Ihnjpijg 1177; Maffia 
1611; Aur., T. des Dios nnd 
der Taeit 8 89; F. des Kostan- 
tios, Mn. des Anr. Jakob Lond. 
Inv.-Nr. 1799,7; M. nnd M. Ällfj, 
Töchter des Psenthaesios, 16 12. 
Muqidfiy Anr., T. des Allamon (?) 
Lond. Inv.-Nr. 1799, 7; F. des 
Tsios, Mn. der Tapia nnd des 
Menas, Tselet, Georgios, Jo¬ 
hannes, 94. 98; 10 6; 114. 69; 
11V. 

Maqtav6g (dux) 2 4. 

MdgxsXXog (dnx) 2 6. 

M&Qxog, (scholasticus) Fl. Lond. 
Inv.-Nr. 1807a2; 6 84; S. des 
Apa Dios 8 21; 10 29; 1182; 
Fl., 8. des Apa Dios 461; 0102; 
V. der Anr. Thelporine 16 14. 
MaQxvffloy T. des (?) Tachbar oder 
Mafftvqla Tachbar 16 16. 
Mdfftiog , Y. des Fl. Apa Dios 1 60. 
MaQTVQiog, V. des Fl. Papnonthis 
9108; F1., 8. des Viktor 1644. 
Maxßdff 10 13. 

Mr\väg (tonorriffrft ijs roO Ufäxov) 
6 10. 16. 28; El., 8. des Abra- 
amios 18 79; Y. des FL Apa 
Dios 9110; Fl., 8. des Didymos 1 
69; Y. des Fl.Hagianos(?) 18 82; 
Aur., wohl 8. des Johannes 849; 
V. des Kyriakos 118; 122.60; 
Anr. 8. des Paulos Lond. Inv.-Nr. 


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1808 a, 11; Aur., 8. desPanlos(?) 
nnd der Sousunna 5R.1; M. 
der Tsia, Y. des Anr., später 
FL Patermouthis 7 10; 9 9; 107; 
12 4; 18 7; 14 14. 102; (auch 
Benne) Y. des FL Patermouthis 
Lond. Inv. - Nr. 1808 a, 7; 4 47; 
M. der Thekla, V. des Fl. Pa¬ 
termouthis 5R.1; 8. des Tsios 
nnd der Mariam 9 82; Y. des 
Fl. Victor 14 106. 

Mt%ajliog (dnx) 2 4. 

Moveatog, Fl., wohl S. des Abra- 
amios 9 107; Y. des FL Abraam 
817; 4 68; 1174; V. des Fl. 
Georgios 8 60. 

Oi>l%x(OQy Y. des El. Isakos 16 48; 
V. des Fl. Martyrios 16 44; V. 
des ? 16 20; V. des ? 16 28. — 
8. auch BluxtoQ. 

Uaatlmv s. UaeLcov. 
riady. (= naapttog?), wohl V. des 
Fl. Paulos 10 27. 

TIaafLBlog, Y. des Fl. Paulos 14110. 
Tladfuogy Y. des Fl. Kornes 1 63. 
üaslmv (yQapftaxixög) 14 29; 8. 
des Apa DioB 18 29; Anr., 8. 
des Dios nnd der Tlou 14. 29. 
56; IV.; Fl., 8. des Dios 4 66; 
Fl., 8. des Jakobos 10 28 (P.: 
nauttmv); 14 109; V. des Fl. Jo¬ 
hannes 8 16; V. des Isakos 1177. 
Tlaivav vielleicht Fl. Paenos, 8. 

des Jakob 16 49. 

HaO’swiotiJhff» FL, 8. des Hatres 
14 108. 

JlaiUmog , V. des Fl. Dios 2 16. 
TIava i \..., V. der Tsone 6 R.2. 
üapxoQg (oderlLmjoOf?), V.des(?) 
16 25. 

TLanvotöig, FL, 8. des Dios 844; 
Dios, oder S. des (?) Dios^9 103; 
Fl., 8. des Martyrios 9108; V. 
des Anr. Pasmes (?) (im Gen. 
-4Hov> vgl. IlaxsQftoitfhg, -iov) 
1646; Fl., 8. des Petros 818; 
Fl., S. des Viktor 12 65. 


Tlaitxciog (’ladwijg 6 xal 17.) 11 
87; 12 80; 18 26. 

Jlacodgio?, Y. des Ensebios 109. 
ÜaöaQasl (JlaaaQOsC) 1 6. 10. 66; 
s. Dios; einmal auch Jakob, der 
8. des Dios nnd Y. des Johannes 
nnd der Kako, 18 8 (hier Gen. 
JJaöaQdirog). 

Ilaspfjg (?), Anr., 8. des Papnon¬ 
this 16 46; Y. des Fl. Pelagios 
216. 

nacxoHgy. V. der Thadora 16 12. 
naxeQiLov&tg, Y. des Christophoros 
14111; Fl., S. des Dios 2 2; 
2 V.; Anr., M. der Kako, 8. des 
Menas nnd der Tsia, 7 10. 18. 
30. 88. 68. 78. 76; 9 9. 26; der¬ 
selbe, aber FL, 10 6; 10 Y.; 12 
8. 10. 88. 38; [18 7]; 1817. 26. 
85. 41; 14 14. 16. 21. 24. 26. 28. 
37. 42. 46. 62. 54. 68. 64. 68. 79. 
89.102; 14 Y.; Fl., S. des Menas 
6 R. 1; FL, 8. des Menas (Benne) 
Lond. Inv.-Nr. 1803 a, [7]. 14; 4 
47; 4 V.; (s. auch Ha&fepoOlhff). 
IIaxe%rovfuog , Y. des Allamon 11 
33; 12 27 (?P.: na%vovfuov ); Y. 
des Anr. Dios 16 41; wohl Y. des 
Johannes 9 61. 97. 

IJaüXog 17 84 (?); Y. des Fl. Jakob 
12 56; Y. des Fl. Joseph 1660; 
8. des Krour 16 11; Y. des 
Menas Lond. Inv.-Nr. 1808 a, 12; 
Fl., wohl 8. des Paam(?) 1027; 
Fl., 3. des Paameios 14110; 
(?) M. der Sonsanna, Y. des Anr. 

Menas 5 R. 2; V. des.ion (?) 

1517. 

I7a[.]väff, Y. des FL Dios 2 18. 
nazvotfuog , Y. des Allamon, wohl 
= naxsxvotfuog 12 27 s. krit. 
Apparat 

ilagdpcoff, wohl Y. des Abraamios 
8 13; 11 24. 81.82; 12 19.26.26. 
nda>Vy Fl., S. des Theophanos 2 
17. 

Ueldytoff, Fl., 8. des Pasmes 217. 
IlexsQooQg 16 18. 

TUxQog , Y. des Allamon 9111; 


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190 


Index 


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V. des Viktor 1 04; V. des Fl. 
Johannes 4 67; (ein anderer, s. 
krit App. 4 67) 14 106; wohl 
auch 15 21; wohl S. des Joseph 
16 47; Y. des Fl. Lazaros 1877; 
14104; V. des Fl. Papnonthis 
818 . 

HtvoOOoff, V. des Johannes 1612. 

8. des Sabines 16 10. 
Ilgcaitieixog, V. des Fl. Apa Dios 
1179; V. des Jakkobos 6 86. 
nöljQS 14 10. 68. 76. 100. 
üpurig, F. des Encharis, Mu. des 
Makarios 18 a 1. 

'Pct%i jl, F. des Apa Dios, Mn. der 
Tsone and Tseare 18 73. 

üußtvog , V. des Apa Dios 12 69; 

V. des PlonU[oB] 1610. 
£aQundfimv % V. des Fl. Johannes 
217. 

UsQffP (Presbyter) 14 82. 60. 87. 
Ztgfjv off, V. des Fl. Dios 218. 
£ilßav6g , V- des Fl. Didymos 8 47. 
£ovedpvcc f F. des Paolos (?), M. 
des Aar. Menas 5E.2. 

Ta$wg a, T. des Pasnous 16 12. 
TasLx, F. des Dios, Mo. der Aar. 
Maria 889. 

Talttparsig (Gen.) 9 34. 

Ta*frr, F. des Allamon, Mn. der 
Mariam, Lond. Iny.-Nr. 1799,8; 
Aar., F. (Witwe) des Jakobos, 
T. des Tsios and der Mariam, 
Mn. des Johannes and der Kako, 
6 22. 41. 66; 7 8; 9 4. 12. 92; 
10 6. 20; 10V.; 11 4. 9. 69. 76; 
11V.; 126. 80; 14 9.47.63.66. 
68. 84; [14 V.]. 

Ta%ßag, V. (?) der Martyria oder 
Martyria Ta%ßdg 1616. 
Trjgo^xrjgog 817. 

TXot, F. des Dios-Pasaraei, Mo. 
der Aar. Viktor, Paeion, Tsia, 
Jakobos 1 6. 10. 16. 66. 

Tea 6 a, T. des Psenthaesios 1612. 
Teilst, T. (?) des Tsios and der 
Mariam 9 32. 


Teigs s. Tesügt. 

TesQgs (Teigs), Aar., T. des Apa 
Dios and der Kachel 184.9. 81. 
61. 72. 

Tel *, Aar., F. des Hatres, T. des 
Dios-Pasaraei und der Tlou, 14. 
29. 66; IV.; F. des Menas, Mo. 
des Aar. (Fl.) Patermoathis 7 
11; 12 4. 

Telog , M. der Mariam, V. der Ta- 
pia und des Menas, Tselet, 
Georgios, Johannes 9 4. 41. 92; 
10 6. 21; 10 V.; 11 4. 69; 11V.; 
12 80 . 

Teavri 7 81; Aar., T.des Apa Dios 
and der Rachel 18 4. 9. 81.61.72; 
F. des Apsaralei (?), T. des Pa- 
nai... 6 R. 2. 

&lhac 7 tog, Fl., S. des Johannes 
7 98. 

(die itgiogsg) 2 16. 
$>lu 6 iog Abraham, 8. des Mon- 
saios 817; 4 68; 1174; Apa 
Dios, 8. des Martios 1 60; Apa 
Dios, 8. des Menas 1110; Apa 
Dios, 8. des Praipositos 1179; 
Basileides, 8. des Dios 8 43; 
Didymos, 8. des Silbanos 8 47; 
Dios, 8. des Jakobos 15 19; 
Dios, 8. des Paminios 2 16; 
Dios, 8. des Pa[.]yos 2 18; 
Dios, S. des Serenos 218; Eu- 
logios, 8. des Allamon 8 46; 
Georgios, 8. des Dios 216; 
Georgios, 8. des Monsaios 860; 
Hagianos (?), 8. des Menas 18 82; 
Hatres, S. des (?) Viktor 8 19; 
4 62; Jakob, 8. des Basileides 
1 68; Jakob, 8. des Paolos 12 
56; Isak, 8. des Jakobos 162; 
Isakos, S. des Viktor 1648; 
Johannes, 8. des Viktor (?) 18 
88; jJoh., wohl 8. des Abra- 
amios 8 41; Joh., 8. des Dios 
4 64; 10 26; Joh., S. des Ja¬ 
kobos 14 9. 99; Joh., 8. des (?) 
Eolouthos 9109; Joh., 8. des 
Paeion 814; Joh., S. des Pe- 


tros 4 67; (ein anderer) 14 106; 
[15 21;] Joh., S. des Sarapamon 
217; Joseph, 8. des Allamon 

8 46; Jos., 8. des Paolos 16 50; 
Jos., 8. des(?) Viktor 4 66; 9 
106; Kolloothos, 8. des Herodes 
16 61; Eolouthos, S. des Viktor 
1028; ein anderer 1267; Kornes, 
wohl 8. des Isak 1176; Eomes, 
8. des Paamios 163; Eyriakos, 
8. des Menas 117. 47; 12-2.50; 
Eyros 1180; Eyros, 8. des Jo¬ 
hannes 9105; Lazaros, 8. des 
Petros 18 77; 14 104; Makarios, 
S. des Isakos 217.20. 22; Maria¬ 
nos (dux) 2 4; Markos (scho- 
lasticus) Lond. Inv.-Nr. 1807 a,2; 
Markos, 8. des Apa Dios 461; 

9 101; Martyrios, S. des Viktor 
16 44; Menas, 8. des Abraamios 
18 79; Menas, 8. des Didymos 
169; Monsaios, wohl 8. des 
Abraamios 9 107; Paeion, 8. 
des Dios 4 66; 8. des Jako¬ 
bos 10 28 (P.: naaswav); 14 
109; vielleicht Paenos, 8. des 
Jakob 16 49; Papnonthis, 8. des 
Dios 8 44; Papn., 8. des Mar¬ 
tyrios 9 108; Papn., S. des Pe¬ 
tros 8 18; Papn., 8. des Viktor 
1265; Patermouthis, 8. des Dios 
2 2; M. der Eako (früher Aar.) 

10 6; 12 8; [18 7]; Pat., S. des 
Menas 5 R. 1; Pat., S. des Menas 
(Benne) Lond. Inv.-Nr. 1803 a, 7; 
447; 4 V.; Pathermouthis, 8. 
des Hatres 14108; Paolos, wohl 
8. des Paam (?) 10 27; Paul., 8. 
des Paameios 14 110; Paon, 8. 
des Theophanos 2 17; Pelagios, 
8. des Pasmes 2 17; Philippos, 
8. des Johannes 7 98; Phoibam- 
mon, S. des Psenthaesios 18 85; 
S.(?) des Psanaron 1880; Theo- 
doros, 8. des Abraamios 1178; 
Th., 8. des (?) Kornes 4 63; 
Viktor, 8. des Menas 14106; 
Viktor, wohl 8. des Psabet 18 
84; 14109; ? ion, 8. des Paolos 


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X. Griechischer Wortindex 


191 


1517; ?, S. de« Paulo«(?) 17 54; 
vielleicht am erg. zu Auf. von 
Mon. 15 Z. SO; SS—25. 

FL, S. desPsenthaerios 

18 56. 

®mmp4$*®g (Presbyter) 15 28; 16 
52. 


Xgi evdqpopof, S. des Patermouthis 
14 111; S. des Viktor 7 89. 

Wa/fcjv, wohl V. des FL Viktor 
1884; 14107. 

'PavdQav, V. des FL(?) 18 80. 

V. der Maria, Tsaua, 


Alexandra und der anderen 
Maria 1618; V. des Fl. Phoi- 
bammon 18 86. 

_ tcov 9 S. des Pauk» 15 17. 

(pßQovq , Makarios, S. de« Eu- 
charie und der Piiour 18 a 1. 


X. GRIECHISCHER WORTINDEX. 

(Nicht aufgenommen wurden: der Artikel, das Personal- und Possessivpronomen, ovrog, *Mg, pdv, Si, 
xs, o4, fiij, eddsfc, p,i\dtLg, rj, xaL , xlg, 8g, slvcu , x&g, sowie die Kardinalzahlen.) 


&XXi/)Xa>v 4 19; 77. 67; 9 62; 1188; 
12 81; 14 81. 67; 151; 16 24. 


itya&ig 8 24. 

&ynv 12 48; 18 70; 16 46. 

&yiog (vgl. Ind. VI) 131; 4 4; 7 68; 

8 84; 9 87; 11 77; 14 38. 94. 
&y%VQcc 4 13. 

d/opdgl** 7 32. 86. 39. 
<tyoeaefc8l9;939.61. 97; 1187; 
1229; 1610. 

&yoQacxi%6g 4 16 (P.: ayogututcxi- 
xov); 7 31. 

&yovaxctUog (= atiyovüxaXiQg, vgl. 

Ind. V und VIII) 15 26. 
dygccgsdiiv (vgL Ind.V) 1611. 
ScyifioyjyifQXQ^fivr] 4 9—10.26; 5V. 1. 
&y%iox8v uv 1164; 12 42—48. 
dyayij (= Fassungsvermögen, vgl. 
Ind.VII 1) 4 10. 48; (= Klage) 
14 7. 88. 

ddelyi} 7 14; 18 4. 9. 31. 51. 72; 
14 22. 

ddsXtpig 1 5. 9. 83; IV.; 826. 26; 

9 82. 89. 49. 68; 1611. 

£8rjXog Lond. Inv.-Nr. 1816 b. 
&8ialQsxog 948. 

ddixstv 6 68 . 

&äiovxa>Q s. Ind.V und VIQ. 
ddxoxnaximv (vgl. Ind. V und VIII) 
14 86. 

ätoXog 1 29; 8 9; 11 12; 18 11; 

14 69; 162. 

&sl 1211; 1819; 166. 
difa 8 12. 16; 946; 1117. 29. 29. 
81.36; 11V.; 12 14. 24. 24. 26. 
29. 62; 18 48. 68; 15 6. 11. 16; 
16 6. 20. 28. 29. 37. 42. 
&91ö(p6ifog (vgl. Ind. VI) 9 87. 


alyvxxiccxög (vgl. Ind. IV) 18 71. 
Mqsov 11 20. 29; 1216. 23. 
ulgsW (xi cvlpo §9 fUgog) 9 60; 11 
25; 12 20. — (algsMm) 119; 
84. 22; 12 40; 157; 1681. 32. 
alxsTv 4 62; 9 102; 1024; 1181. 
alxla 7 61. 
alxi&ö&ca 14 44. 
akUccig 14 19. 81. 
aldtviog (vom Kaiser, vgl. Ind. III) 
1 8.46; 2 9; Lond.Inv.-Nr. 1799, 
3 [1808a, 4]; 4 7; 7 3. 66; 9 2. 
24; 10 2; 11 1; 12 48; [18 2]; 
1816; 14 3. 96. — (alcMfla xar- 
0*9) 9 27; 1116; 1212; 1818. 
60. 

Axucxatpgdinjxog (vgl. Ind. V) 218. 
itxigatog 6 66. 78. 

&xoXofötog 4 18; 12 17; 18 26; 16 
13. 

Axövßtxav (vgl. Ind.VlII) 8 13; 9 84. 
&%ovaiv 1 20. 61; 6 21. 88. 47 ; 7 
92. 94. 96. 106. 110; 11 76. 78. 
79; 18 81. 

&%QO&ad’(u 14 85. 
ixxovdgfg (vgL Ind. V und VIII) 
158. 61; 2 66. 

&%vgog 7 56. 

&%*>Xtxa>g 431. 87; 822; 076; 11 
60. 59; 12 40; 15 7; 16 81. 58. 
dlijOifc 647. 

&Ud 4 3. 87. [89]; 6 32; 7 46; 8 
30.88; 018; 11 69. 61; 12 8.46; 
1814. 87; 1488. 
dHayij 4 28; 1149; 18 46. 
dH tt%6cs (P.: aXXx%09cci) 6 51. 


&llog 6 73; 7 39; 8 19. 25; 9 81. 
49. 52; 1117; 1214; 1825. 87; 
14 65. 89; 1612. 

&XXotqloQv 6 20. 

&H* 4 8; 7 62; 9 20; 1814. 
AfiSQtfivlm 2 14. 
icftsxaßXritog 12 8. 

Sc^isxd&Btog 9 20; 1811. 
&ttsxav6T}Tog 8 9; 16 2. 
dfiSxdxQSiteog 89; 019; 12 8. 
df tifp (vgL Ind. VI) 7 85. 
&lupißaXXsw 1 20; 14 36. 
dfupicßfrriöig 14 8. 89. 

&fup6x8QO* 7 16; 188. 83; 14 49. 
Sftatftog (vgl. Ind. VI) 181. 
dv 9 67; 11 88; 1227 (s. a. iw). 
dvd 6 24; 7 23. 24. 28. 
dvayiyviaüxsiv 18 71. 
dvayxatog 9 66. 

dvdyxrj 130; 4 38; 8 10; 916; 11 
10. 60; 12 7; 18 13; 1461. 
&vctdi%s9&ai 14 11. 100. 
dvctÖMvai 7 62; 961. 
dxatQsxtxdg 14 7. 

&valaiißdvuv 6 86 . 

&vaXlöxsiv 9 66. 

&vaXXoiaycog 18 11. 

&vdXa>iia 4 38; 0 86; 1146; 12 37; 

18 40. 59; 15 12; 16 21. 21. 88. 
&va(iq>iaßijxrjxog 18 49. 
dvaxccvscftcti 11 21; 18 2& 
&*dxav<fxg 8 2 . 

iraxXrjQO^p 14 18. 
dpaxgdrxsiv 6 74. 


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Gck igle 


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192 


Index 


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dpavifrscQ’cu 14 85. 
dputpaigitmg 6 62. 
dpigudrutog (P.: avdgioataxco ; ygl. 

Ind. V) 14 17. 
dvdQOÜv 112 . 

dvtnxodktmg 4 81; 8 28; 9 76; 11 
61; 12 40; [15 8]; 16 81. 
dpsxixcoXvzmg 18 60. 

&vsv 8 6; 8 10. 26; 11 4. 10; 12 7; 
16 20. 

di fjxnv 8 20; 9 82. 52; 1117; 12 
14; 1825; 14 25.72. 
dvi fg 6 2. 21. 45. 67; 9 6. 52. 98; 
11 4. 18. 21. 

dv&QcoxoxgBxrfg (vgl. Ind. VT) 8 6. 
14. 

& 9 &gmxog 6 40. — 648 (vgl. Ind. V). 
toia%vgog 7 65. 
dxodog 7 62; 18 a 4. 
dpolysip 18 30; 16 8. 
dpoixodoiutp 9 78; 18 46. 
dptl 6 11 . 

dvri&LxaioXoyelö&ai 1426. 
dpuxtMai 8 29. 
dpuUyetP 6 32; 14 31. 
dvrnrotrrvll 66 (dpTix(oi)itp); 12 
43. 

dpnxoitUf&ai 4 82; 8 27; 9 71. 84; 
1144. 46; 12 86. 86; 18 89. 67; 
1510; 1686. 
dpxUtacig 645. 
dptiadyygatpog (Adj.) 7 6. 
dpvaip 7 27. 

dwXBgötvtog 8 2; 17 19. 

&vn 4 17. 
dpdtegog 7 47. 

&£i6iti6zog 6 80; 12 8. 
dito? 1140; 18 34. 
d£to6* 169; 816; 4 61; 789; 841; 
1173; 12 56; 18 78; 14 104; [15 
18]; 16 44. 
d&ocig 1168; 18 68. 
dxayogadup s. dxtixttx. 
dxuixatv 486; 6 17. 30. 63; 7 71; 
18 62; 14 78. 

dxaXXctyj 122; 6 77; 7 41. 
d%a\IXdrrnv (träne.) 14 28; (dxaX- 
Xdrtao&cu) 1 42; 1422. 67.72. 86. 
änavt&p 14 82. 


&navtu%<>* 88; 9 89; 10 18; 1166; 

12 49; 18 66. 
aita£ctitl&g 11 20; 18 24. 
dnagdßatog 18 7. 64; 14 93. 
dir agdcXXaxxog (P.: axctgalavvm) 18 
83. 

&xag 4 16. 26; 7 89. 45. 60; 8 26; 
9 80; 11 24. 30. 86; 12 11. 26. 29. 
48; 1819. 27.71; 1416; 165.16. 
dxdxri 180; 4 89; 7 7; 810; 11 

10. 61; 12 7; 1812; 14 61. 
dxnxtlx 6 63. 

dxBPrev&sv 4 24; 9 72; 1147; 12 
88; 16 21. 

dxlgei* 4 22. 41. 49; 9 66. 83 99; 
1141. 63. 71; 12 82. 68; 18 35. 
66. 74; 15 3. 9.15; 16 26. 35.42. 
dxr\XUrcr\g 11 82; 12 26; 18 29; 
1617. 

dxr\Ximux6g 11 29; 12 24; -x&g 
16 19. 

axXoQg 1118; 1813; 16 8.— (dxXäg) 
187; 9 46. 
dxö (c. Gen.). 

1. Zar Bezeichnung der origo (z.B. 
dxb Ihjvijg): 17.10; Lond.Inv.- 
Nr.1799,6,8; 812; 8V.; Lond. 
Inv.-Nr. 1803a, 8, [12]; 4 17; 5 
B.1; 6 37.88; 711. 89. 91; 8 49; 
9 6. 11. 94; 10 6; 11 6. 69. V.; 
12 4. [6]. 19; 18 6]. 9.78; 14 14. 
102; 15 21; 16 2. 46. 

2. Parti tiv (z.B. dir 6 xoO avfixoalov ): 
6 42; 9 83. 35. 40. 42. 46. 69. 96. 
98; 10 12. 16; 11 19. 24. 26. 26. 
27. 28. 29. 29. 85. 63; 12 18.16. 
20. 20. 21. 22. 22. 28. 24.61. 62; 
18 24. 27. 44. 

8. Zar Standeebezeichnang: (dxb 
dxxovagiatp) 1 58. 60. — (dxb 
dgi&iioti) 12 68. — (dir b ßtxcc- 
gtav&p) 8 47; 9 111. — (dxb tgp- 
ßovpmv) 6 10 . 

4. Lokal (z. B. dxb iddtpovg img 
digog): 9 45; 11 17. 80. 86. 70. 
V.; 12 14. 26. 29. [62]; 15 [6]. 

11. 16; 16 6. 20. 28. 29. 87. 42. 
— (dxb xgdgag piyQi irptifivijg) 
4 12. — (dxb fisydXov efiovg 


lU%Q8 iXa%lütov) 4 16. — (dxb 
Tiplov fiixQt iXa%loxov) 7 22. 

6. Zar Bezeichnung des Erwerbs¬ 
titels (z. B. dnb yovixfjg Sucbo- 
Zfjg): 416; 7 31; 817; 9 88.89. 
48. 44. 97; 1186.87; 12 29.30; 
18 22. 28. 25. 42; 1610.14. 

6. Zeitlich: (dxbKcdapdüp’ Iavova- 
qIcdv) 2 8. — (dxb toti pvp) 9 29; 
1211; 1819; 16 4. 

7. Verschiedenes: (ol dtp* kxaxigov 
pigovg) 7 68; 14 92. 93. — (dxb 
xaptdg) 9 71; 11 48; 12 36; 18 
88. — (x&p dxb xoG xcevgbg xara- 
Xtup&ipxap) 6 13. — (dxb ro[ ) 
Lond. Inv.-Nr. 1807 c. 

dxodetxvdpai 6 80. 
dx6d»t£ig 2 15. 

dxotildotöca (b dxodöfitpog) 9 58; 

18 32. 36; 15 8; 16 22. 26. 
dxddotig 8 5; 18 a 8. 
dxolzsa&tn 1118; 12 14. 
dxoxXtlnp 6 60. 

dxoxQvxtstp (auch Med.) 68.26.57. 
dxoXaußapHx 7 44. 
dxoXslxBtp (tbp ßlop) 7 19. 
dxoUttx 810; 4 47; 7 89; 10 20; 
11 68; 18 68. 69.72; 14 99; 15 
14; 16 40. 
dxoaoßetp 18 69. 

dxoc6ßti<rtgl 22; (P.: axoemßr}öig) 
4 84. 

diroeirdv 6 14. 

dxoetiXXtip 6 13. 

dxoavXäp 6 34. 57. 

dxordrtsa&at 10 11.11. 

dxozdQUfpcc 8 29. 38. 37. 

dxozij 2 19. 23. 

dxQaypdpaig 6 33. 

dxgavog 9 46. 69; 11 36; 12 28; 

18 24; [151]; 16 28. 
dgiexsip 1 25; 9 75; 18 48. 72. 
dgiftpdg (= numerus) s. Ind. V. — 
(dgi&tup xeci ötu&nqt) s. Ind. VII, 2. 
&QI18P0P 4 12. 
dgpdfctp 1 43. 48. 
dfäaytfg 8 30; 9 89; 1017; 1166; 
18 66. 

dgtdßri (vgl. Ind. VH, 1) 410.48. 


Gougle 


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X. Griechischer Wortindex 


193 


& 0 % 8 tov (vgL Ind. V) 4 38; 11 60; 
12 46. 

(vgl. Ind. V) 18 67. 
ag%i8idxovog (vgl. Ind. VI) 11 77. 
&q%°vxh (vgl. Ind. V) 6 60. 69. 
dodUvxog 8 30; 9 89; 10 17; 11 
66; 18 64. 66. 
dtösvsf* 4 38. 
dcxircuoxog 18 42. 
dtfXfJVOff 4 11. 
doxiyaaxog 18 21. 
dtxtyog 1842. 

da<paltut 161; Lond. Inv.-Nr. 1799, 
10; 8 7; Lond. Inv.-Nr. 1808a, 
11; 4 19. 48; 7 23. 25; 8 34; 9 
13.61.87; 1016.16.16. V.; 1114; 
12 17; 1810. 14. 66; 1513; 16 
3. 40. 

dötpaUg {x6) 8 8. 12; 10 21. 
ironii 8 2. 

&tQtmog 14 60. 
dxgmxog 14 98. 

aiyovoxdXtog s. Ind. V nnd VIII. 
ccföctlgtxog 1 29; 9 18; 12 8; 18 
11 . 

cctöartia 7 18. 
cttöivxtx6g 18 29; 1617. 

Mi j 18 20. 26. 26. 27. 28. 42. 44. 
44. 61. 68. 74; 15 6. 11. 16; 16 
6. 16. 18. 20. 28. 29. 87. 41. 

«6rdfr* 4 22; 9 64; 11 41; 12 82; 

18 84; 15 8; 1626. 
ctfooxtXjg 18 49. 

&<ptxv£to&ai 1468. 
dtpurxdpai 15 12; 16 88. 
dfpOQp ij 1 41; 6 62; 8 28; 9 82; 11 
68; 12 41; 18 66; 14 67; 15 9; 
16 36. 

&XQ*vtog (vgl. Ind. VI) 1 26. 

&XQi 8 6; 7 26; 1170; 12 26. 

ßdXeag s. Ind. VIII. 
ßdXXnx 7 9. 

ßatfdtla (vgl. Ind. III) 12; 2 9; 
Lond.Inv.-Nr.l799,l; [1808a,2]; 
7 2; 9 1; 101; 111; [18 1];142. 
ßceffxocyij 1128; 1219 (P.: ßaöxa- 

*w)- 

ßißcuogl 61; 2 16; 8 8; 6 61; 8 30. 

JCOikohea«r P«pyrt I 


87; 9 8. 88; 1017; 117. 66; 12 
9. 49; 18 6. 66; 1513; 16 89. 
ßtßatoüw 4 43. 60; 9 70. 101; 11 

48. 72; 12 84. 63; 18 87.76; 16 
16—17; 16 43. 

ßtßaimtg 1 21; 4 43; 9 70. 101; 
11 43. 46. 72; 12 12. 36. 64; 18 
88. 89. 40.76; 14 97. 
ßire s. Ind. VIII. 
ßigßa b. Ind. V und VIII. 
ßla 1 80; 4 89; 7 8; 8 10; 9 14; 

1110. 61; 12 7; 1812; 14 61. 
ßixag(ictv6g) (vgl. Ind. V und VIII) 
8 47; 9111. 

ßixdgiog (vgl. Ind. V und VIII) 14 
17. 47. 

ßlog 1 14; 7 18; Lond. Inv.-Nr. 

1816 a, 2. 
ßldßog 18 68. 

ßojf&g 9 32; 1126. 28. 82; 12 20. 

28. 26; 18 28. 80; 16 [8]. 17. 
ßoMrmcc 9 20. 
ßoMtjaig 1 29; 9 18; 18 11. 
ßovXto&ai 147; 82; 641.49. 831; 
[17 19]. 

yaXi\v6x<xxog (vgl. Ind. UI) 2 12 
(P.: yaXXrpoxaxov ); 4 6; 12 47. 
ycdr}v6xrig (vgl. Ind. IH) 18 3; 14 4. 
yapßgdg 9 9. 

yaiuxij 14; 9 6. 10; 14-21. 24.37. 

88 . 

ydg 6 81. 68. 

ytixovtg 9 66. 57; 11 24. 38; 12 19. 

27; 18 27. 80; 1616. 22. 
ytvixdg 743; 1449; (ysvix&g) 1479. 
yivog 11 64; 12 42. 
ytmgy6g 16 41. 

ylyvecOai (bzw. ylvsa&a i) 1 19; 
Lond. Inv.-Nr. 1799V.; 4 18.38; 
Lond. Inv.-Nr. 1819 a; 7 28. 42. 
60. 63; 10 V.; 11 20. 60; 12 [17]. 
46; 18 86; 14 20. 27. 34. 87. 48. 

49. 61. 67. 111. — ( yUvsxca ), yl- 
(vovxctij) Lond. Inv.-Nr. 1799,18; 
4 21; 9 64; 11 40; 12 32; 18 34; 
15 2; 16 26; [18a 4]. 

yX&xxcc 18 71. 
yvjaiog 8 2. 


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Go >gle 


yxmfia9dio%og 14 68. 

yv&w 1 29; 6 4. 28. 68; 8 9; 9 18; 

11 22; 12 8; 13 11; 14 12. 69. 
101; 16 2. 

yoxBlg 18 28; 14 72; 16 16. 
yovix6g 11 37; 12 30. 
ygdfifuc 8 29; 18 26. — (ygdjifiaxa) 
169; 2 21; 8 16; [4 61]; 7 90; 

8 42; 9 108; 10 26; 11 74; 12 
66; 18 78; 14 106; 15 19; 16 46. 

ygctfifiaxtlov Lond. Inv.-Nr. 1799V.; 
6 84; 1012. 

ygafifiaxix6g (vgl.Ind.V) 14 30.89. 
ygdcpsiv 129.69 (P.: sxygavs); 2 20. 
21. 22; 8 16; 4 61; 7 89; 8 41; 

9 102. 111; 10 24; 11 73. 82; 12 
66; 18 78; 14 104; 15 18. 26; 
1644. 62. 

yvxaixelog (P.: yvvcuxuc) 6 61. 
yvpij 18 26. 

ianavriiue 9 87; 1146; 12 37; 13 
40. 69. 68. 

Setjffig 10 10. 
diixv&rat 6 60. 82. 
da Iv 7 42 (iähjeex ); 113 (xijv diov - 
6 ct9 i{Uxlav). 

dixcexog 212; Lond.Inv.-Nr.1799,4; 
118; 18 8. 

di 6*6tH9 [4 26]; 8 22; 9 73; 1148; 

12 88; 18 44; 15 6; 16 29. 
dttxoxtUt 9 28; 1115; 1211; 18 

19. 27. 49. 

Saexöxrjg (Christus, vgl. Ind. VI) 
[18 1]; 14 1. — (Der Kaiser, vgl. 
Ind. III) 12. 46; 2 9. 12; Lond. 
Inv.-Nr. 1799, 1; 1803a, [2], 6; 
4 6; 7 2.66; 91.23; 101.8; 11 
1.8; 12 [1]. 47; 18 [2]. 16; 142. 
96. — (= Eigentümer) 18 49. 
di üxoxvxdg 4 9; 7 76. 
driQo 8 2. 

&t6xagog 212; Lond. Inv.-Nr.1799, 
4; 1807a, 1; 7 4; 988. 96; 10 4; 
1126; 1221. — (Iv xai Mxagor) 
6 26. 

drfgetfOat 128. 80. 68; 2 3; 6 15. 
dij 14 84. 

MjXog 1 68. 

26 


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194 


Index 


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dfj UQp 14 18. 101. 

di]iani%6g 2 16. 
drjltoiuevto 18 66. 

dr\\U<tiog 4 88; 11 83. 26. 32. 60; 

12 18. 21. 26; 13 28. 28. 29. 80; 
18 [9]. 16. 17. 

diu (c. Gen.) 116. 28; 2 1; Lond. 
Inv.-Nr. 1799, 9; 8 48. 80; 7 43. 
68.69.69; 88; 9 12; 11 9; 18 10; 
14 10. 22. 40. 69. 63. 70. 71. 71. 
77. 88.88. 88. 84. 86.100. — (diä 
dölov) 8 81. — (di ipov N. N. 
ittUim&T] oder ähnlich) 1 64; 2 
22; 3 21; 7 97; 9111; 10 29; 11 
82; 1269; 18 86; 14 111; 16 26; 
18 62; 17 86. — (diu nuvxdg) 7 
72; 9 71; 1144; 12 36; 1838.— 
(diu xa%ovg) 1843. — (dUt %tigdg) 
4 28; 9 69; 1141; 12 88; 18 36; 
116 4]; 1827. 

(c. Acc.) 872. — (diu 16 mit In¬ 
finitiv) 1 41. 66; 4 38. 89; 760; 8 
86; 982; 11 60.61; 1865; 1472. 
86; 159; 1821. 36.— (dl 9 8) 871. 
dutßeßuioQtr&ai 16. 17—18; 8 76. 
diuynp 7 15. 

diudoxi 1187; 12 30; 18 28. 
diudoyog 1 88. 89; 7 68; 9 77. 79; 

13 47. 63; 14 66. 

dukbtcvg 9 45; 11 16; 12 14. 62; 
186. 

dunQtZö&ai 8 6 . 

diaigecig 8 9. 

dlaixu 11 66; 14 82. 67. 82. 
diaixrjxijg 1446. 78. 87. 
ditt%axixBiv 1 82. 

diawkoxog 1 88. 89; 7 68; 9 77. 79; 
13 68; 14 66. 

duxxxTo&ui 8 18; 9 41. 68; 11 21; 

1217; 18 21; 18 6. 
didxopog (vgl. Ind. VI) 8 48; 9 103; 
1846. 

diuldee&ui 7 12. 

diuXvntg 1 7. 28. 87. 40. 47. 61. 57. 
IV.; 7 6. 48. 72. 87. 92. 94. 96; 
Lond. Inv.-Nr. 1819 a; 14 6. 13. 
20. 36. 49. 69. 92. 102. 
diaXvxixdg 1 9; 14 103.14 V. 
diuiiBQittiv 7 21. 27. 


ducfto inj (vgl Ind. III) 4 6; 7 64; 

9 22; 1816; 14 94. 
diapifisiv 8 28. 

duxpdruux 4 2—8; 9 17; 14 62. 
duivoiu 8 8; 9 19; 11 18; 12 9; 18 
12; 14 60. 
dutxX&ontip 8 47. 
ducxu66Hv 4 80; 976; 18 47. 
diuxifttt* 18 70. 
diuxQotptf 9 66. 
diatpiQiiv 8 60. 
didtpogog 7 24. 
didaaxtip 8 1 . 

diddvui 1 63; 6 12. 27; 7 70. 84; 
810; 9 67; 10 16; 12 17; 18 83. 
61. 70; 14 29. 89. 41. 46. 
diig%*(S&ai 14 86. 
dufyrjtrig 7 47. 

divjwexw 7 76; 8 30. 83; 9 80; 12 
11. 46; 18 19; 18 20. — (ditjpi- 
x&g) 7 80. 
dixaioXoyim 8 64. 
dixuioXoyta 8 64; i486. 
dlxaiov (snbst.) 4 9. 16; 7 81. 76; 
9 29; 1116. 71; 12 12; 18 19.26. 
43. 46.49.60; 1416. 97; 1810. 
16. 

dlxuiog 8 17; 9 51. 97; 11 86; 12 
29; 13 22. — (dixalcog) 18 69. 
dixulafue 4 18. 

dtxaexrjgiov (vgl. Ind, V) 1 41. 42; 

7 60. 60; 14 70. 70. 82. 83. 
dixri 148; 14 88. 
diuoigov 4 20 (P.: diofungov ); 42.60. 
dtoixelv [4 26]; 978; 11 48; 18 45; 
16 6; 18 29. 

dmlovg 486; 1168; 1246. 
dixu 129; 914; 1812. 
didmtip 8 46. 

doxtlv 1 26; 4 40; 8 68. 83; 7 26. 

86. 51; 8 4; 1162; 14 31. 
ddxiftog (vgl. Ind.VII, 2) Lond. Inv.- 
Nr. 1799, 18; 1189; 16 2; 1824. 
doxög 18 82. 

ddXog 1 80; 4 89; 8 10. 81; 9 14; 

1110. 61; 12 7; 1812; 14 60. 
dovi (vgL Ind. V und VIII) 2 6. 
dgaxopagiog (vgl. Ind. V und VIII) 
14 106. 106. 


dgdpog 18 80. 

ddpufug 4 17. 86; 7 40. 71. 80; 9 
60; 11 38; 12 31; 18 62; 14 77. 
ddpurtui 1 48; 8 79; 7 73; 8 4. 27. 
28; 1164; 12 48; 18 62. 68. 60; 
14 67. 

dmdixcexog 2 8; 18 8; 14 8. 
d&tiu 9 38. 96; 1180; 12 24. 
dmgtacxixdg 1326. 
dngito&ui 12 39; 1346. 

4up (*= &p y u. a. dort) 8 22; 12 40; 

18 80; 15 7; 18 22. 81. 38. 
iuvxod usw. 8 16. 28. 84. 62. 79; 

7 18.21. 27. 77; 14 85. 60. 61. 
fßdofiog 1 8. 66; Lond. Inv.-Nr. 
1808 a, 4; [121]. 

bropog 4 29; 9 75; 11 60. 68; 12 
42; 1847. 62. 68. 
iyyQutptip (iyyeygafifidpog) 4 86; 7 
67. 87; 8 81. 40; 11 69. 78; 12 
65; 18 62. 66. 77; 14103. 
fyygucpog 2 16. 19; Lond. Inv.-Nr. 
1799, 10; 9 13; 117. 9. 14; 18 
[6]. 10. 18. 64; 14 20. 29. 68. 77; 
18 8. 

iyyvärtai 14 11. 77. 100. 

4yyvrjxijg 14 68. 78. 
iyxuUtp 1 89. 47; 7 67.67.; 9 79. 
79; 11 61. 61. 56. 66; 12 40. 41. 
43; 18 64; 14 80.90; 15 8.8.10; 
18 89. 88. 36. 

iyxetcd’ai (ipmpirri r H i V) 4 84.41; 

9 88; 11 64; 18 76. 
fyxXrjpa (xfjg iniogxtlug) 1 49. 
iyxXnpcmxdg 7 62. 

$y%lri<Hg 14 8. 88. 

ldaq>og 1117; 12 14. 29. 62; 15[6]. 

11. 16; 18 6. 20. 28. 87. 42. 
a/1 47; 4 33; 813.79; 7 66; 8 80; 

13 60; 14 74. 89. 98. 
tldivai (ypc&pfurra) 1 69; 2 21; 8 
17; 4 62; 7 90; 8 42; 9108; 10 
26; 1174; 1256; 18 78; 14 105; 
1519; 18 46. 
eddijfig 8 79. 

tldog 416.16; 8 26; 7 23. 
flxaaipaxog (elxceffsvdtfj) 7 14. 
slxuoxglxog (slxaoxgtxy) 18 8. 


Gougle 


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X. Griechischer Wortindex 


196 


alxig 674. 
tlxixag 7 4S; 14 67. 
atxuv 10 10 . 

alUxgivjg 8 9; OSO; 1113; 10 9; 

1813; 14 60; 16 8. 
algrjftivog (vgl. Uyatv) 6 6. 16. 20. 

32; 7 88; 9108; 14 48. 
alg passim. — (ix fibv ro6 Mg fii- 
govg) 7 8; 14 8. — (Sv xa\ Sev- 
xagov) 6 36. 

alg 1 12. 31. 27. 86. 61; 2 7. 14; 8 
7. V.; 4 16.19.43; 6 6.19. 26. 42. 
64; 7 21. 27. 80. 64; 8 6. 14. 16. 
17. 29. 34. 87; 9 32. 83. 38. 43. 
49. 61. 61. 66. 67. 97; 109. 16; 
11 26. 26. 27. 27. 28. 28.86; 12 
20. 21. 21. 22. 23. 28. 29.80. [48]; 
18 22. 30. 30. 70. 71; 14 21. 32. 
87. 48. 60. 66. 67. 98; 16 8. [9] 
10. 14. 14. 16. 17. 32; 18 a8. — 
(elg %tlga) 4 23; 9 69; 11 42; 12 
34; 18 86; [15 4]; 16 27; 17 11. 

— (alg XQOöoano v statt xg&mxov) 
18 69. 

slöiQXaö&cu 8 26. 
atöodog 16 87. 
atonga£ig 6 67. 

alxa (P.: at&ovxcog =sodann) 18 63. 
ix (bzw i£) 1 10; 4 86; 6 49. 61. 
64.74; 727. 36.86.46.46.46.69. 
82; 9 61. 62; 12 28; 18 30. 81. 
62; 14 78. 81; 16 6. 9. 42; 17 
10 (?). — (ix füv xov Mg ßigovg 

— ix Sb fraxigov) 7 8—10; 14 
8—13. — (I* öansXlmv icog dcigog ) 
18 42. 68; 15 16(?). — (i£ leo- 
f Lotglag) 8 26. — (i£ o Ixe lag ngo- 
&iata>g) 18 10. 14. — (i£ otxov) 
9 69; 11 42; 18 36. — (if dvSfia- 
xog) 1162; 12 41; 168; 16 34 — 
(ix xaxgbg bzw. prftgSg) 1 6. 66. 
66; Lond. Inv.-Nr. 1799, 6, 6; 
1803a, 7; 4 47; 5R. 1. 1; 6 14; 
9 10; 11 4. 69; 18 4. 73; 14 9. 
[V.]. — (ix ngocdrxov) 18 87; 14 
89; vgl. 1869A. 

ixaöxog 7 83. 

ixectegog 7 41. 44. 46. 48. 63. 67; 
14 34. 92. 93. 


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ixaxigeo^ev 6 64. 
ixßißaöiiSg 6 18. 

ixSMvai 418—19; 676.88; 9 88; 

1512; 1613. 14. 89. 
ixStxslv 6 36; 18 69. 
ixSlxi\aig 18 60. 
fxdixo? (vgL Ind. V) 11 80. 
ixatvog 6 30. 86. 70; 11 87; 12 80. 
ixxlfjtrla (vgl. Ind. VI) 8 48; 9 108; 

14 38; 15 20. 22; 16 46. 47. 
ixfiLOd'oüv 4 28; 18 46. 
ixoefftoc 1 29; 918; 1112; 1811; 
14 69. 

ixxtlatv 8 6 . 
ixxl&aofrcu 11 66 . 
htxiöig 18 a 8. 

ixxog (c. Gen.) 1 41; 7 60; 1470. 88. 
ixtpigetv 6 61. 

ix&v 77; 8 10. 87; 913; 11 9; 126. 
iX&cxeoiue 4 2; 9 16; 1112; 14 62. 
ilccSvnv 48 . 
iXdxittog 4 16—16; 7 28. 
ilevd’agog 7 80. 
iievd'egoQv 6 71. 
iXlrivixög 4 11 (vgl. Ind. IV 1). 
ipfiivHV 4 87. 46; 7 70. 80. 86; 8 
88. 86; 1160; 12 46; 18 64.70; 
14 92. 

ipxoSfeiv 14 28. 42. 
ifupctvi&iv 11 67. 
ifupigeiv 14 12. 

iv 111; 4 36. 38; 6 89. 43. 60; 7 
16. 60; 8 3; 9 80. 42. 48. 96; 10 
13; 1168.60; 1246.64; 18 [1]. 
67.76; 141; 151; 1628. — (Orts¬ 
angabe, iv oder ähnlich) 

1 66; Lond. Inv.-Nr. 1799, 4; 
1808a, 6; 74; 9 8.86.63.66.67; 
104; 118; 12[1]. 18; 18 4. 81; 
14 6. 38. — (iv ngtbrjj o.ä. oxiyy) 
8 13.16; 9 83. 88. 96. 96; 11 26. 
26. 27. 28; 12 20. 21. 22. 28. — 
(iv Stxaöxijglm) 1 41; 7 69; 14 
70. 82. — (iv vofuöiucrloig o. ä.) 
4 42. [49]; 9 84. 100; 11 64. 71; 
12 63; 18 66. 76; 15 16; 16 48. 
— (zgaypara iv ifucxlotg xal 
XalxSficcai etc.) 6 34. — (iv xfl 
iveaxmay Jjpig?) 428; 9 68; 11 


42; 12 34; 18 86; 15 3; 16 27. 
—(iv xu vQv xal iv prjSavl xtugm 
o. &.) 1 40; 8 27; 9 81; 11 62; 
12 41; 13 89.66; 14 66.69; [15 
9]; 1684. — (ijx firjSevl xcugqi ) 

14 66. — (iv x$ itvSSapi) 7 62; 
18 a 4. — (iv tfrdjum) 967; 11 
34; 12 27; 13 31. — (iv xy yAl- 
laiv) 6 75. — (iv x& <pgovgi<p 

. statt alg xö q pgoSgiov) 6 16. 
ivdyatv 189.46. 48; 7 29. 73; 978; 
1165; 1858; 14 16. — (6 ivdymv) 
6 76. 79. — (i) ivayoitivrf) 6 41. 
66 . 

ivaycoyrj 1 43; 14 26. 
tvaxog 13; 12 1; [12 1]. 

Mixaxog 144. 
ivSo£og (vgl. Ind. V) 2 13. 
ivtxtv 148; 7 60; 985; 1166; 13 
64. 67. 60; 14 24. 30. 40. 
ivi%atv 7 41. — ((*{%£ 6$ ca Passiv) 
8 4; 6 68. 
ivixvgov 14 97. 
iv&aSs 18 b 2. 
iv&vfirjua 18 b 3. 
iviaxdvai (iv xjj ivaoxatsj] Jjpigp) 
4 28; 9 68; 1148; 12 84; 13 36; 

15 8; 16 27. 
ivoixatv 1346. 

ivvopog 1 61; 9 89; 11 66 ; 13 66 . 
ivoxv 6 71; 14 7. 88. 
ivoyog 1 48. 
ivratiOa 7 16. 

ivxat&ev 6 27; 18 41; 15 4; 16 28. 
ivxolsSg 14 71. 86. 
ivxdg 14 101. 
ivxvyxccvaiv 14 16. 
ivdpoxog (vgl. Ind. VI) (Uyog) 124. 
— (dpxog) 1 25. — (ivcafiSxmg) 
681. 

i£aya>yr] 116. 
i£aw<ug 7 26. 

i£agxta 4 15; (P: f[^nas]) 4 26. 
itetvai 8 24. 82; 9 76; 18 49. 
i£f)g 1 7. 8. 62; 2 1; [Lond. Inv.- 
Nr. 1803a, 9, 10]; 4 46; 9 6. 7. 
29. 91; 11 6. 6; 12 2. 8. 11; 13 
[5. 6]. 19. 68; 14 13. 14. 101; 

16 5. 

26* 


Original from 

UNIVERSiTY OF MICHIGAN 




196 


Index 


Digitized by 


i^i&xdvai 4 32; 9 86 ; 11 46; 12 86 ; 
18 58. 

!£o*oc 16 87. 

i£ov<sla (vgl. Ind. V) 2 4; 928; 12 
12; 18 50. 67. 
i&ovöidfceiv 8 22. 
inayyalla (P.: -tue) 615. 
inayyiXXeo&at 6 11. 
inaxxbg (ogxog) 6 8 . 
inavayiypmoxBiP 6 83. 
inapayxsg 18 63; 14 91. 
indvm (c.Gen.) 8 12 . 18. 16; 11 26. 
29; 12 23. 

indpoftap 9 84; 12 21 . 
insid 1 11. 
ineixa 132. 49 ; 7 47. 
ins^igxeo&at 18 87. 
ine&pcu 148; 14 74. 
inig X a<Mai 187; 4 31; 8 27; 971. 
84; 1144; 12 35. 36; 18 39. 53. 
57. 

inegmx&P 1 52; 8 10; 4 46; 7 84; 

8 38; 9 91; 10 19; 1168; 12 50; 
18 68 ; 14 98; 1514; 16 40. 

inixBiv (xbv x6nop &g%6vtmp) 6 69. 
inrjgidgaip 6 49. 

inl (c. Gen.) (inl rfjs Soi$P7ig f Xav- 
gag n. ä.) 7 15; 12 18; 18 22 ; 
15 4; 16 27. — ( itp 9 6 i povg) 18 
45. — (inl * 0097 ? 1® 67. 

— (in 1 xfjg i&owslag toü axga - 
xi]Xdxov) 2 4. — (inl x&v Oe latp 
etc. xeifirjllmp) 1 26. 81. — (in 9 
dpdftaxog) IV.; 10 8; 1121. — 
(itp 9 bnoygatpfjg) 838; 15 13; 16 
89. 

(c. Dat.) 144; 6 58.55.55.74; 
7 88 ; 14 12 . 97. 101 . — (itp 9 ?) 
4 34; 18 61. — (inl 9 Imdpp^ xal 
Kax&xi etc. xXr\gop6(ioig =unter 
Hinterlassung von ...) 7 19. 

(c. Acc.) 14 46; 18 b 8 . — (M 
xtyp SotjvrjPi IctvQctp) 7 52; 8 18; 

9 87; 11 22.42; 16 6 . — (inl xbp 
dtl %gövov y xb dir t PB%ig n. &.) 7 
75; 8 30. 83; 9 29; 12 11. 45; 
18 19; 16 4. 20. 

inißdXluv 18 20. 
imyiypdOKt*&ai 149; 14 75. 


| inuixiia (P.: ameixiag) 8 6 
inixBta&ai 4 89; 11 61. 
inixgaxelp 18 43. 
inmpipup 14 40. 44. 50. 
inlxgiöig 14 29. 38. 
intXayxaPHP 6 60; 7 46. 
inilay,ßdv 86 &ai 6 44. 
iniiLeXstod’ai 8 8. 
inifiipsip 1442. 
inipip,ri<ftg (vgl. Ind. IQ) 2 8. 
initystv 14 69. 

inioQxla(P.: -Bia) 149 (vgl. Ind.VI). 
iniXElrtP 8 22.23; 15 7; 16 80.32. 
intxjäwfuc 10 7. 
inixginsip 2 20. 

intxgonij [Lond. Inv.-Nr.l803a, 10]; 
116; 18 [6]. 68. 
inupigaiv 14 26. 
inuptea&ai 146; 9 80; 14 90. 
imxsiQStp 12 43; 18 67; 1474.89. 
inixtlpTiiia 7 69; 14 76. 
inixtiQtictg 1 49. 
imx&Qtog 14 70. 82. 
inoixodopalp [15 6—7]; 16 30. 
in 6 ppva&ca (vgl. Ind. VI) 1 44; 4 3; 

7 63; 8 84; 12 46; 14 98. 
igyov (igym xal ivvdfui) 4 86; 7 71; 
18 62; 14 77. — (igyq> xal X 6 ytp) 
84. 

iQtüxsdla 1 28. 
igfirivivm 18 71. 

fpgseOa» (tig &no%dgiO(ia) 8 87. — 
(tlg fiitov) 1 36. 87. — (slg Sfio- 
loyiav) 1 27; 8 7. — (eig xipa) 
416; 1610. — (imtvavxLov xipdg) 

7 68. 

ixagog (s. a. ftdxsgog) 2 8; 6 33.87. 
56. 66. 66; 7 10. 60. 61. 61; 8 29; 
9 39. 99; 1161; 12 41; 15 8; 16 
34. 

fr» 14 74. — (hi fujp) 7 31. 89; 9 
40. 42. 96; 1118; 1216. 
ixoipog 2 13. — (holfitog i%tiv) 
[81]; 7 78; 885; 18a4. 
hog (im Datum, vgl. Ind. m) 13; 
210.11.12; Lond. Inv.-Nr. 1799, 
3; 1803a, 4, 6; 1807a, 1; 7 3; 9 
3; 10 8. 4; 11 2. 8; 12 1. 1; 18 
2. 8; 14 8. 4. 


8 iyipioxctxog 7 18. 
bMoxsIp 18 87. 

t(>egyixT}g (vom Kaiser, vgl. Ind. ID) 
2 10.11; Lond. Inv.-Nr. 1799, 2; 
[1803a, 8J; 9 3. 26; 103; 112; 
18 2. 17. 
sIAvpbip 6 65. 
ctöd? 18 48. 

ttxxifgiop (vgl. Ind. VI) 9 87. 
ailaßiaxaxog (vgl. Ind. VI) 14 82. 
etifioigog 9 52. 
eimogla 6 89. 

abgeodoyla 141; 8 7; 14 67. 
abgloxeip 2 2; 6 25; 11 80; 18 80; 
14 83. 

eMßeia 145. 

Btoißiöxccxos (vom Kaiser, vgl. Ind. 
III) 2 9; Lond. Inv.-Nr. 1808a, 
6; 7 66; 9 28; 18 [1]. 16; 142. 
94. 

BÜoxa&iLog (vgl. Ind. VII, 2) 15 2; 
16 26. 

BtxBlijg 132; 4 16. 
sfavxhxccxog (vom Kaiser) 2 11. 
itpog&p (P.: ttpmimv) 14 88. 
h*ip 112; 213; Lond.Inv.-Nr.1799, 
11; 410. 46; 6 82. 61. 65.83; 7 
35. <86>. 87. 44. 76. 84; 8 7. 8; 
1014; 18 69; 14 20. 47; 16 8. 
ixolpayg %x uv B * hoifiog. — X 6 y op 
s. Xdyog. 
imlog 7 66. 

img (iigog) 9 45; 1117. 29. 30. 31. 
86. V.; 12 14. 24. 24. 29. 43. 62; 
18 58; 15 6. 11.16; 166.20.23. 
29. 87. 42. 

tofU* 6 67; 9 87; 14 46; 14 80. 
faiuotip 6 78; 1419. 

£i jfilmfuc 1868. 

ftp 111 . 
trjxBtp 6 86 . 
tfxrjeig 14 8. 69. 88. 
ipydp s. Ind.VII 2. 

j)ys[iopix 6 g 7 98 (vgl. Ind. V). 
jjyovv 7 54; 8 81. 
ijxBiv 112. 
i}ltxla 118. 


Gougle 


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UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



X, Griechischer Wortindex 


197 


28; 9 69; 1148; 1284; IS 
86 ; [15 4]; 16 27. 
ijfuovg (Gen. i ffouev, rjtilsumg, 4\\U- 
öovg) 7 28. 28. 32. 86 . 89; 8 11 . 
12.12.19.21; 9 80. 81. 50.52. 94. 
96; 1116. 17. 19. 25. 30. 35. 62. 
68 . 70. V.; 12 18. 14. 16. 20 . 24. 
28. 51; IS 20 . 24. 25. 28. 42. 44. 
61. 67. 74. 
ijpixa 111; 6 47. 
jjroi 4 16. 26. [26]; 5 Y. 1 ; 6 67. 
69; 7 41; 11 27; 12 22; 18 83. 
44; 16 8 . 

VaXxeip 8 3. 

Vaffetp 6 41. 

VazeQog (vgl. ffttQog) 7 10 ; 14 13. 
Vetos 1 26.44.49; 7 88 (vgl. Ind.YI). 
— (Vom Kaiser) 12 47; 14 71. 
86 . — VeUxaxog (vom Kaiser) 
12; 2 9; Lond. Inv.-Nr. 1799,1; 
[1803a, 2 ]; 72; 9 1 ; 10 1 ; 11 1 ; 
181; 14 2 . (Vgl. Ind. m.) 
VeiUUov 9 46; 1180; 11V.; 12 25; 

18 42. 68 ; 15 16(?). 

V§6g s. Ind. VI. 

VeotpiXelu 14 84 (vgl. Ind. VI). 
Veotp^g 14 44. 61. 66 . 87 (vgl. 
Ind. VI). 

VtotpdXccxxog 14 94 (vgl. Ind. VI). 
Vvydxrjg Lond. Inv.-Nr. 1799, 8 ; 
5R.2; 6 7; 7 74; 9 4.10. 92; 10 
5. 20 . V.; 11 4. 69. V.; 12 6 . 30; 
18 [4. 8 ]. 78. 

V4qu 18 80; 16 8 . 17. 

IccxQbg 9 106. 
liix&g 14 79. 

IdtouoieloVai 118. 

&*Offl9; 8 2; 4 83 ; 6 60; 712.78. 
90; 8 24; 9 10. 86 ; 11 46; 12 87; 
18 40. 69; 1512; 16 38. 
inav6g (xb Ixavbv) 2 14; 7 60. 
ludttov 6 84. 61. 

Mixxltop 18. 65; Lond. Inv.-Nr. 
1799,4; 1808a, 6 ; 7 4; 9 8 ; 10 
4; 118; [121]; 18 4; 14 6 (vgl 
Ind. US), 
oofunglu 8 25. 


lox6g 4 12 . 

lo%vetv 1 60; 4 36; 8 33; 11 68 ; 
12 46; 18 62. 64. 

xaßaXXaQiog (vgl. Ind. V und VIII) 
118; 12 2.60. 67. 
xatVttQonoielv 4 82; 9 86 ; 11 46; 

12 86 ; 18 69; 1512; 16 38. 
xaVctQoieoiriois 4 88—84; 18 89 
—40. 60. 

xa&aprfff 6 66 ; 919. 
xaV&g 9 57; 1134; 12 27; 18 81; 
16 22 . 

xaVmomiihog (P.: xaVooimfievog) 
119; 6 10 . 17. 28 (vgl. Ind.V). 
xcue<fcl40. 47; 8 27; 9 81; 11 62; 
1241; 18 87. 39. 65; 14 66 . 69. 
76; [15 9]; 16 84. 
xaltot (statt xalneg) 6 20 . 
xaxoijVeta 4 2 ; 9 16; 1111; 14 61. 
xaxbpout 9 16; 11 11 . 

KaXavdai (vgl. Ind. HI n. VIII) 2 8 . 
xaletp (xaXody^pog) 8 19; 18 26; 
167. 

xaX&g (ixtiv) 6 88 ; 18 69. 
xccfutgotip 16 82. 
xccfirjlAp 11 28; 12 18. 
xct(intdo4xT<oQ (vgl. Ind. V u. VIII) 
1517. 

xdozgop (vgl. Ind. IV 2 und VIII) 
638. 

xavd (c. Gen.): 1 23. 60; 4 86 ; 6 
66.73; 8 38; 11 65. 69; 12 46; 
18 62. 66 ; 14 17. 28. 68 . 82. — 
(Zgxog xcczd %f\g dylag etc. xquL- 
dog) 44; 14 93. — (xcctcc yivovg 
statt xcctd yivog) 12 42. 

(c. Acc.) 6 4. 28. 47. 68 . 72; 7 
34; 816; 947; 10 11; 1118.46; 
12 12 ; 18 18. 40. 48. 60. 71. 80; 
14 31. 83; 16 8 . — (xax* imxgo- 
njp 0 . 5.) 11 6 . 68 ; 18 [ 6 ]. 68 . — 
(xatu imdivcc tgdntov o. ä.) 1 41; 
7 66 ; 8 27. 31; 9 82; 11 62; 18 
65; 14 66 . 73; [15 9]; 16 34. — 
(xaV* 8) 6 62. 64. — (xetrd ngbt- 
tonov) 446; 9 92; 10 19; 11 68 ; 
18 68 . — (t&v xaV’ &v- 
Vydmmv) 6 40. — (&*6 rot) xccr' 


abxovg xaöxgov) 6 88 . — (xaxd 
xrjv ZvriPix&v) 18 21 . — (xaV* 
iavxovg) 14 61. — (x(al) statt 
xord) 11 46. 

xccxccßaXletp 14 46. — (ogxop) 6 8 ; 
26. 66 . 

xcexaßolij 1498. 

xaxccypdg>eip 4 8 ; 9 29; 1114; 12 
10; 1818; 16 4. 
xccxadlxrj 12 44; 18 61. 
xaxcdapßdveiv 6 48. 
xaxalelneiv 6 18. 80. 64; 7 21 * 48; 
8 26; 1160 . 
xaxccXinixapBip 18 47. 
xccxccXoyl£eip 14 62. 
xcczäXvoig 8 29. 
xaxapxäp 8 16. 
xaxccmoxevHv 6 27. 
xccxccx&aoeip 2 7. 
xaxccxlVsaVai 6 81. 
xcer^etv 1 21. 

xcrzoxif 9 27; 1116; 12 12 ; 1818.50. 
xateo 10 18. 

xei^Xtop (vgl. Ind. VI) 1 26. 31. 
xelöVat 12 12. 

xdXXa (vgl. Ind.Vm) 811 . 11 . 12 . 16 . 
18. 

xetXlov 1126; 12 20 ; 15 6.11.16. 
xetxvQlmv (vgl. Ind. V und VIII) 8 
41. 46; 9108. 109; 1617. 
xigag 4 12 . 

xtQccxtop (vgl. Ind. VH 2 ) 5 R. 1 . 
xtcpdXcuop 7 83. 

xecpdXacog (vgl. Ind. VH 2 ) 11 39; 
18 83. 

xlp&vpog 149; 8 8 ; 7 78; 14 76. 
xiPitp 1 22 . 28; 6 62; 11 65; 14 68 . 
82. 

xlor\oig 6 44- 

%Xr\QOPOtietp 8 25. 

xXrwopopla 1 35; 7 37. 46; 9 38. 

48. 44; 18 28; 14 23. 72. 
xXr}govo(ux6g 16 14. 
xXr\gopöfiog 1 38. 89; 7 20. 68 ; 9 56. 
77; 1168; 12 89.42; 18 47. 60; 
14 66 . 80. 84. 
xXljgog 9 61. 
xXlßaPOg 1120; 1216. 
xoipög 6 1 . 2 . 4. 20 . 23. 68 ; Lond. 


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198 


Index 


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Inv.-Nr. 1816a, 2 ; » 48; 11 28; 
18 29; 14 31. — (r 6 xoivbv) 1 19. 
— (4 xoivog) 2 1 . — (xoip&g) 16 
31. 

xoipcovifuetog 16 19. — (xoivom- 
fuafog) 12 28. 62. 
xoXaxtla 9 16; 11 11 . — (xoXaxla) 
1813; 14 61. 
xofiiCea&ai 1 26. 
xgaxiaxog 1 45. 

xqIpbiv Lond.Inv.-Nr.l807a,2; 684. 
xqlaig 6 76; 14 73. 86 . 
xxäc&ai 4 30; 9 76; 18 47- 
xvßtQVrjtTjg 4 17; 18 a 2 . 
xvqtsvatp 4 26; 8 21 ; 9 72; 1148; 

12 38; 18 43; 15 6 ; 16 29. 
xvQiog (Christas, vgl. Ind.VI) [18 1 ]; 

14 1 . — (Dux der Thebais, vgl. 
Ind.V) 2 4. — (tutor) 9 6 . 43; 
11 4. 

xvpiop (Adj.) 1 61; 216; 88 ; 8 87; 
9 88 ; 1017; 1166; 12 49; 18 66 ; 

15 18; 16 89. — (•xvglag) 7 12 . 
77; 18 60. 

xmnri 4 18. 

XayydpBiv 9 47. 

Xafißctp»iv 1 31. 65; 6 6 . 74. 77; 10 
16; 18 28; 14 43. 62. 54. 
Xcm*Q6xaxog (Titel, vgl. Ind. V) 6 
10.16.28. 48. — (Antinooupolis) 

7 6 . 

XaÜQa (vgl. Ind. IY 2 ) 9 87. 42. 43; 

1123; 1218; 18 22 ; 16 7. 

Xiysip (algrintvog s. dort) 118. 36. 
36; Lond.Inv.-Nr. 1808a,7; 6 88 . 
37. 41. 46. 47. 69. 66 ; 8 11; 14 
10. 31. 42. 46. 100. 

UytAv s. Ind.Y und VIII. 

Xißixbg (P.: Xvßixog ) 18 20; (-xmg) 

16 19. 

Xlfuxop (vgl. Ind. IV u.VIII) 611 .29. 

11 27. 82; 12 21. 26; 16 18. 
Xoyutfidg 8 8 . 10 ; 9 19; 12 8 ; 18 
12 ; 14 60. 

Xoyidrtaxog (yQccfifumxög, vgl.Ind. V) 
14 29. 89. 

X6yog 1 24; 6 32. 47. 65. 73. 78; 

8 4. 14; 18 83; 14 46 — (X6yog 


xob dixalov) 14 16. — (X6y<p xoi- 
pfjg, xatadUrig etc.) 149; 7 70; 
1167 ; 12 44; 18 61; 1476.97.— 
( Uyov %iuv) 1 88 . 64; 7 47; 14 
28. 64. — (ro 6 g X&yovg notBla&ai) 

7 12 . 77. 

Xotnbg 2 18; 4 14; 7 67. 
li ntsip 8 3. 

fukyxavov (=* [idyyavov) 414. 
luxxaQiog (vgl. Ind.VI) 114.17. — 
(ip fmnaglet fiPijfiJj) 7 16. — (fue- 
xagubxarog) 6 2. 39; 7 24. 33. 46. 
49. 

lutxaglxrig 14 26. 
fucxgbg 119. 
futXioxa 6 61. 62. 
fi&XXov 6 46; 8 1 . 

Havidxri (= 6 fuxpidxrig, xb fiapla- 
xop) 7 74. 

fiaQxvQBlp 1 8 . 62. 60. 61. 62. 63; 

8 17. 19. 20; 4 46. 62. 63. 64. 66 . 
66 . 67 ; 6 44. 46. 68 . 69; 7 92. 93. 
96; 8 43. 44. 46. 46. 48. 49; 9 8 . 
91. 104. 106. 106. 107. 108. 109. 
110; 10 26. 27. 28; 11 76. 76. 77. 
79. 80; 12 8 . 66 . 67. 68 ; 18 68 . 
79. 81. 82. 83. 84: 14 106. 106. 
107. 108. 109.110; 15 19. 20. 21. 
22. 23. 24. 26; 16 46. 46. 47. 48. 
49. 60. 51. 

tutqxvg 1 8 ; [Lond. Inv.-Nr. 1803 a, 
10]; 6 62. 80; 9 7; 11 6 ; 12 3; 
18 6 . 68 . 

[i&xgti (vgl Ind.V und VIII) 2 8. 
ueyedoxQBicisxaxog (vgl. Ind. V) 14 
18. 

fiSyag 1 86 ; 4 16; 11 29; 12 24; 14 
72. — (fiiifav: slg [islgova da- 
yJXBictp) 8 84; 9 61; 12 17. — 
([piytoxog sbB^yixxjg vgl. Ind. HI) 
2 10 ; Lond. Inv.-Nr. 1799, 2 ; 
[1803a, 2]; 9 2 . 25; 10 2 ; 112; 
18 2 . 17. 

piOodoe 141; 14 67. 
fiiXXsip 6 47. 76. 
pifiipig 14 7. 
fidpxoi 6 60. 74. 

ItfQiafiig 9 41. 


fU 9 og 6 6.6. 7.18.46. 76. 88 ; 7 23. 
28.80.32.36.86.38. 39. 40. 44.54. 
70; 811.12.12.18. 20. 21; 9 30. 
31. 38. 34. 36. 38. 40. 42. 48. 44. 
47. 60. 52. 64. 69. 65. 67. 86. 94. 
95. 96. 98; 1012.14; 1116. 17. 
19. 22. 26. 85. 62. 70. V.; 12 18. 
18. 20. 28. 61; 18 20. 21. 24. 25. 
28. 42. 44. 61. 68. 74; 15 11; 16 
7. 87. — (— Streit- bzw.Vertraga- 
teit) 7 8. 42. 46. 48. 60. 61. 63. 
67. 70. 88; 14 9. 84. 49. 92. 98. 
— (xk xdxto fiigrj) 10 18. — (xb 
ccIqoüv fiigog vgl. auch aipsfr). 
fitaixtla 6 4. 28; 7 84. 41; 14 48. 
66. 78. 86. 

fiiaog (dpa fUaov) 7 26. — (äut 
fiiaov XQoe&mav) 7 69. — (slg 
fUaop) 136; 6 26. 

Hixa (c. Gen.) 2 8; 6 17. 70; 8 6. 
26; 9 78. — (ft*&’ bxayQatpfjg) 
1 62; 8 9; 4 44; 9 90; 1018; 11 
67; 12 49; 18 67. — (fitxce xoti 
mit In£) 1 60; 7 72; 18 62. 64; 
14 91. 

(c. Acc.) 2 12; 6 9. 26; 7 20; 
8 6. 16. 21. 24; 18 86. 38. 71. — 
(jwO’ b(i[p statt bpägCt)) 18 
38. — (jisxa x6 statt fiexee xov 
mit Inf.) 8 33. 
fLBxaxofil£ti9 6 43. 61. 
(isxafidXeod-ai 8 28. 81. 
fiexa£v (c. Gen.) 1 20; 7 84; 18 33; 
14 31. 36. 87. 

fiBxana>XBtv 428; 974; 1149; 1846. 
pBxaaxTjfucxlttip 4 27; 18 46. 
fiBxd&eoig 18 b 2. 
fixxaipiQtip 6 42. 
fiBXQioavpri 8 15. 24. 
fiiXQi (c. Gen.) 1 82; 4 12.16; 722; 
8 2 . 

/iff passim. — (fitj — fifj = fitjxa — 
fijxs) 7 67—59. 

firiii 1 88—40. 41. 46—47; 8 28; 
1161; 18 62. 
prixfoi 14 28. 64. 

tijp (bn fifjp) 7 31. 89; 9 40. 42. 
96; 1118; 1215. — (fifjxi fiijp) 
14 67. — (ob fiijp &XXd) 14 88. 


Gougle 


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UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



X. Griechischer Wortindex 


199 


fitfriiQ 1 6. 16. 66; Lond. Inv.-Nr. 
178», 6,8; 5 R. 1.1; Lond.-Inv.- 
Nr. 1807c; 6 12. 14. 22. 86. 77. 
78; 7 9.10; 8 89; 9 4. 81. 88.44. 
47. 98. 96; 10 6; 11 4. 64. 69. V.; 
12 4. 6; 18 62.78; 14 9. 28. 39. 
41. 48. 48. 68. 65. 84. [V.]. 
UTizccrij 4 14(?); 916; 1111. 
fUXQÖg 185; 9 42; 14 72. 

1 17 - 

fivTjpovsbst* (pvtiiiovev&elg) 1 11 . 

34. 64; 6 81; 7 17. 
potQ* 6 29. 64. 

/ibXvßbog 4 18. 
povdmsyog 18 21. 

veevtrjg Lond.Inv.-Nr. 1799,7; 811. 
V.; 711; 99; 106; 1829; 14ll. 
14. 100. 102. 
vavtixög 118. 

vavrlXXsatai (P.: vavxiXtö&cn) 4 29. 
veSoTQccros {xtlQtov) 2 2; 2 V. (vgl. 
Ind. V). 

vefaiv 9 82; 11 26. 26. 28; 12 20. 
21. 23; 1617. 

Wxtj (vgl. Ind. III) 1 46; 4 6; 7 64; 

9 22; 1815; 14 94. 
posiv 1 86. 86; 8 7. 
vopij 18 27. 

*o (Ufa* 6 66 . 68 . 
rJfUfiog (p6fUfioß xsQiyeatpij) 9 17; 
(va rCfitfux) 8 6. 14; (vofäpuog) 6 
80. 

p6puaita s. Ind. Y112. 

poftutfuttio* s. Ind. YII2. 

p6\vog 4 8; 6 60 ; 9 27; 1115. 47; 

1218; 1818. 40. 48. 
potfäwg) (vgl. Ind.V) 7 91. 96. 
vitivog 8 18; 9 36. 64; 11 22. 28; 
1218. 22; 16 7. 

pdtog 9 66; 1181; 12 26; 18 28; 

1616. 

140; 715.16; 9 29. 81; 1162; 
1819. 42. 66; 14 66. 16 4. 
pvpI 12 11 . 

6 43. 

iivog 18 62. 

£4Uvog 414. 


| tos 1 8; 7 6; 9 8; 117. 18; 18 6. 
18; [1513]; 16 3. 19. 39. 

Me* 8 6 . 

olxstog 6 58; 18 10. 14. 62. 
otxrifuc 9 46. 60. 

olxla 6 61; 7 80. 40. 46. 60. 64; 
8 14; 9 81. 36. 40. 41. 42. 60. 68. 
66. 55. 96. 96; 1116. 22. 28. 24. 
81. 32. 83. 36. 62. 70; 11 Y.; 12 

18. 18. 19. 19. 26. 26. 26. 28. 51; 
18 29; 14 80. 40; 16 [9j. 16. 18. 

19. 19. 

o/xodoptfr 12 48; 12 89; 15 6; 16 
29. 

olxopofulp 4 27; 9 78; 1148; 12 
38; 18 46. 

o hog 6 42; (l£ oFxov) 9 69; 1836. 
olxovfUvtj (vgl. Ind. IY 1) 146; 12 
47; 1816. 

ol og 9 44; 11 16. 88; 12 13. 27. 
[52]; 16 6. 

olooöJjuott 1 36; 7 66. 69. 61. 66; 
18 18; 14 24. 69. 69. 71. 74. 74. 
81. 

6l6xXrioog 1116.70; 12 18.19. 61; 
18 44; 16 5. 42. 

oXog 6 46; 9 36. 48. 98; 1119; 12 
16-16. 

dfivvvui (vgl. Ind. VI) 7 88; 9 21; 
1814. 

öfioypij^og 16. jV.]; 18 4. 
öftoloyslv 1 7. 28. 82. 63. 65; Lond. 
Inv.-Nr. 1799,10; 8 10; Lond. 
Inv.-Nr. 1808ft, 14; 447; 748. 
48. 69. 86; 88. 88 ; 9 12. 92; 10 
11. 20; 118. 68; 12 6. 60; 18 9. 
69.72; 14 14. 22. 69.79. 99; 15 
14; 16 2. 40; [18 a2]. 
ifioloyla 1 9. 28. 61; 8 7. 40; 14 
6. 69. 77. 92. 97. 103; 14 V. 
öfio oveiog (vgl. Ind. VI) 4 4; 7 64; 

8 86. 14 94. 
bfLOXdtQlOg 1 9. 

Svofut (iv 6v6fiati) [181]; 141; 
(l£ 6v6ficctog) 1162; 158; 1684; 
(&r* 6v6(icctog) IV.; 10 8; 11 21; 
(fieO’ Mq cav ärofidrcßp) 2 3. 
bnt&xctv 8 1; 17 19. 

6q9ivdQiog b. Ind.V u. VIII. 


| 6 &6g 4 3; 919; 1118; 12 9; 18 
12. 69. 

b^ltsiv 128; 14 62. 

S^xo? Ind. VI (Kaisereide auch 
Ind. III). 

dgii&ed’cn (&xb . . . .) 17; Lond. 
Inv.-Nr. 1799, 8 ; [1808a, 9, 12 ]; 
9 6 . 11 . 98; 10 6 ; 11 6 ; [12 6 ]; 
18 5. 8 . 

ÖQog (vgl. Ind. IV 2 n. VI) 18 28. 
foiog (vgl. Ind. VI) 814. 28. 
toog 6 3. 72; 18 48. 49; 14 31. 
SaxtQ 151. 68 ; Lond.Inv.-Nr. 1799, 
14; 418. 21; 9 64; 1140; 12 82; 
18 84; 14 68 ; [15 3]; 16 26. 
fang 1017; 14 36. 

8 u 1 58; 6 8 . 88 . 39. 41. 42. 57; 7 
62; 14 92. 

oi> passim; (06 — ob statt oüts — 
obre) 18 86—37. 83—86; 14 70 
—71; (obx iv %& vbv xai ifi 
fiTj&svl xatprä) 14 66 ; (o4 fir}v 
iXld) 14 88 . 
otoi 6 82. 
obp 6 36. 
obqaviog 12 47. 

oOtca g 1 65; 4 89. 46; 6 3. 22 . 24. 
38. 89. 41. 42. 67. 70; 7 28. 72. 
84; 9 88 . 43; 11 61; 13 63. 69; 

14 49. 50. 66 . 98. 

6 <pelXsip 6 14. 48. 

xcclg 621 . 

xaXaUg 1138; 12 31. 
xaXaio%dQaxTog (vgl. Ind. VII 2 ) 

15 2 ; 16 26. 

xavsvtpriftog (vgl. Lad. V) 2 6 . 
xavovqyla 1112. 
xavtazoQ 7 66 . 
xavtsX&g 1 26; 6 20. 60. 
xdvtn 9 67; 1133; 12 27; 13 30; 
1622. 

xdvxo&sv 9 67; 1138; 12 27; 1830; 
1622. 

xavtolog 7 22. 79. 
xavToxQdrajQ (vgl. Ind. VI) 1 44; 

8 84; 9 22; 12 46; 1316. 
xdw 6 38. 

xaQd (c. Gen.) 122. 28. 26. 31. 34. 


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200 


Index 


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63.56.61; Lond. Inv.-Nr.1799V.; 
417. 22. 41. 63; 6Y.1; 6 8 . 16. 
22. 24. 81. 38. 44. 58. 59. 76; 7 
81. 32. 40. 42. 49. 61. 53. 56. 56. 
92. 94. 96; Lond. Inv.-Nr. 1819a; 
8 17. 26. 26; 9 39. 61. 53. G5. 88 . 
97. 99.106.110; 10 9. 13; 10 V.; 
1137. 41. 68 . 71. 76. 76. 78. 79. 
81; 11 V.; 12 80.30. 33. 63; 18 
26. 85. 74. 81; 1421. 26. 28. 87. 
38. 39. 41. 42. 48. 47. 49. 60. 58. 
64; 15 3. [10.16]; 16 10. 13. 21. 
26. 85. 42. — (Die Abkürzung 
x(aga)) Lond. Inv.-Nr. 1799 Y.; 
6 V. 1 ; Lond. Inv.-Nr. 1819a; 
10 V.; 11 Y. 

(c. Dat.) 14 82. 84. 

(c. Acc.) 7 36; 1416. — (= „we¬ 
gen, infolge 11 ) 14 19. 
xagaßaixsiv 1 40. 47; 7 67. 69; 8 
36; 9 80; 1166; 12 43; 18 64. 
nagaßaala 14 76. 
xttQdßaaig 1 60; 7 69; 8 32; 11 68 ; 
1861. 

xagdyeiv 6 36. 40. 
nagaxaXstp 2 20. 
xagaxtXsvsiv 2 7. 
xagdxXr\oig 108. 
xagaxoXov&et* 6 81. 
xctQceXafißdxetv 115; 9 78. 
xagcaftLxeiv 12 89. 
xagaaaXifoiv 140. 47; 7 81; 831. 

86 ; 9 80; 1166; 12 43; 18 64. 
xagaoxevdfaix 7 49. 

TtctQccxQljua 18 43. 
xagaxtogslv 12 39; 18 46. 
xagax<bgrj6ig 8 7. 
itaQstvai 2 8 ; 4 37. 44; 6 76; 7 42. 
81; 9 70. 102 ; 1016; 18 66 ; 14 
92. 97. 

xccgsftßoXll 8 19; » 66 ; 18 22 ; 168. 
xagfa&txog (xagivd'ttov xg6o- 
amov) 7 69; 14 71. 85. 

%agi% 7 23. 

xag(%siv 18; 8 1 ; Lond. Inv.-Nr. 
1808a, 9; 4 34; 6 82; 8 82; 9 6 ; 
116. 67; 12 [2]. 44; [18 6 ]. 
xaQutxdxat 6 62. 

xaxijg 1 6 . 11. 14. 16. 17. 32. 84. 


| 54. 66 ; Lond. Inv.-Nr. 1799, 6 ; 

1808a,7; 447; 5E.1. 1 ; 6 18; 

7 17. 26. 37; 8 17. 20. 26; 910. 
41. 47; 11 64; 12 16; 18 4. 28. 
62; 14 28. 26; 18 b 2 . — (*«f4- 
geg = Eltern ?) 18a 1 . 

naxgixig 127; 18 20; (xb itatQi- 
x 6 x) 18 42. 

xccxgyog 118. 21. 24. 36; 9 44. 
xti&to&ai 16. 66 ; 7 87. — (ntxus- 
pivog) 7 7; 810.37; 914; 119; 
12 6 . 9. 

xifixsiv 6 16. 30. 
xipxxog 11 2. 8 . 
ntv&sgd 14 64. 84. 
mvtogbg 7 18. 88 . 
xigag 12 48; 18 70. 
xsgl (c. Gen.) 134. 36. 42. 65; 4 
30; 6 24.86. 66 . 66 ; 7 26. 30. 82. 
34.74; 822.27; 11 46.60; 1212; 
18 40; 14 28. 71.81; 15 7. [ 11 ]; 
1680. 32. 36; vo 6 <m ...) 
6 8 . 67; (xsgl ccöta statt xegl 
ctfooti) 16 82. 

(c. Acc.) 4 83; (xagl Xavguv) 

8 19; 9 64; 11 28; 16 7; (*f*i 
xb v&tivox fiigog) 818 ; 9 86 . 64; 
1122; 1218; 18 21 ; 16 7. 

nagtYQcttpif 918; 12 7— 8 . 
negtslvcu 8 28. 
xsgitxxix 6 g 7 48. 

n*QiiQX BC &ai (itg xivct) 6 64; 780; 

9 87.48.60.97; 1136; 12 29; 

1822. 

% 9006 g 9 83. 99; 11 20. 27; 12 16. 

22 . 

xixgdexu* 4 7. 22. 40. 48; 5 V. 1 ; 
9 25. 86 . 40. 60. 94; 11 14. 24. 
46. 62. 69. Y.; 12 9.20.36.87. 
61; 18 17. 27. 32. 51. 68 . 73; 15 
12. 15; 16 4. 38. 41. 
xtßx oGffOcu 6 36. 
xicxixbg 8 2. 4. 
nlaxig 8 24; 12 9. 
xXdxog 1127; 12 22. 
xXstv (P.: xXbhv) 4 29. 
xXsiAxagog 4 19. 
xX§t&xog 6 43. 
xXaoiXaxxov 4 10 . 49. 


xXeovtbla 8 26. 
xXyn 6 3. 

xXwrjg 4 24; 7 46; 9 28. 70; 1116. 
42; 12 11. 84; 18 19. 36. 49; 

15 4; 16 28. 
xXtiqoüv 7 85; 16 21 . 
xXi\<siov 8 18. 

xXotox 4 9. 26.40; 5 V. 1 ; 7 32. 86 . 

89. 46. 49. 
xXoxtf 6 63. 

«Ot«fr4 80. 46 ; 6 12; 7 84; 1011; 
1160; 12 48. 49 (?); 18 69. — 
(&XXayccg noul*) 4 28; 1149; 
18 46. — (xb Ixavb * xoulv) 2 
14. — (xoulafrm dacpaXtutv, dia- 
X'öfftig etc.) 1 61; 216; 8 7; 76; 
18 66; 14 6. — (xij* 
xotala&cn)l 16.— (noula&cu xobg 
X6yovg) 7 11. 46. 
xourf 7 70. 

xoXig 7 6 . 11 . 62; 9 11. 68 . 
xoXldxtg Lond. Inv.-Nr. 1816 a, 1 . 
xoXvg 6 88 ; 7 38; 1480; b. auch 
xbnStiQog, xXeloxog. 
x6vog 6 2 ; 7 78. 
x6gog 88 . 

xg&yfia 1 86 ; 14 26. 71. 82. — 
( 3 rpay/iara)l 18.21.24.27; Lond. 
Inv.-Nr. 1807 e; 61 . 6 . 9. 14. 20 . 
24. 80. 38. 42. 48. 50. 68 . 61. 64. 
71; 7 22; 14 97. 

XQcdtptxxog ('lovaxivtav&v, vgl. 

Ind. V und VIII) 2 6 . 
xq&ö ig 48. 18. 48. 44. 60. 62; 5 
V.l; 7 40.64; 9 8.60.70.81. 
86 . 88 . 101.105.110; 117. 9.16. 
21. 38. 48. 46. 67. 69. 65. 72. 76. 
76 78. 79. 81; 11 V.; 12 3. 17. 
81. 85. 44. 46. 49. 64; 18 7. 88 . 
40. 64. 66 . 61. 66 . 76; 15 18.17; 

16 89. 48. 

xgdxxuv 431; 7 12 . 77; 1160; 18 
48. 

xgtoßCxBQog (vgL Ind. VI) 14 83. 
61. 66 ; 15 20 . 22 . 24 (P.: xgat- 
«ßtxegog)). 26; 16 47. 62. 
xglaotai 9 72; 1147 ; 1841. 
XQifiixijQiog (vgl. Ind. Y und VIII) 
216. 


Gougle 


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UNIVERSSTY OF MICHIGAN 



X. Griechischer Wortindex 


reQtoQsg (vgL Ind.Y und VIJI) 2 18. 
xq 6 (c. Gen.) 14 45. 

XQOcclQttng 129; 8 9; 1112; 12 9; 

1811 ; 14 60; 16 8 . 
XQOcupriyato&cu 14 73. 
itQoßctxoQia (vgL Ind. V und VIII) 
2 8 . 15. 19; 2 Y. 

ngoygdtpup (izgoysygappJpog) 110 . 
12 . 28; Lond. Inv.-Nr. 1799, 10 ; 
1803 a, 14; 4 40 ; 714.17.18. 29. 
51. 53. 62. 76.82.86; 8 86 ; 9 10 . 
12. 26. 100; 118. 58. 71; 12 6 . 
10. 51. 63; 18 9. 17. 31. 84. 41. 
61. 58. 73; 1416. 27. 60. 68 . 84. 
86 . 98; 15 10.16; 16 [ 2 ]. 36. 42; 
[18 a 8 ]. — (ngoyiygaxtai) 18 
63. 66 . 

ngo&tjXotip (xgoMrjXovpipog) 8 6 ; 
4 26; 8 20. 21 ; 9 69; 1136; 12 
28; 18 24; 151. 6 . [11]; 16 28. 
82. 37. 

xgoeigr)(iipog 8 . ngoXiysip. 
XQ6&SMS 18 10. 14. 

*q6 &vgop 9 98; 1119; 1216. 
xgoxel6&ai (xgoxaifispog) 1 67; 2 
18; 812; 4 48; 7 88 ; 8 89; 994; 

10 21; 1162. 69; 12 48; 18 44; 
14103; 15 16.18; 1641. 41. — 
(Äff xgoxuxtn) 1 58; 2 16. 20 ; 8 
14; 4 61; 7 88 ; 8 40; 9101; 10 
23; 1178; 12 66 ; 1877; 14104; 
1517; 16 44. 

xgoxxrixixbg (itgoxxTpixri dspff) 18 
26 (P.: ng<o(xT7}}'Tix7]); 1613. 
xgoXiyaiv 117; 14 46. 90. — (Äff 
xqobIxov XL &.) 142. 66 ; 9 82; 
18 66 ; 16 36. — (ngogrftslg) 7 
19. — (%QOBiQfit*ivo$) 1 18. 15. 
38; 6 63; 7 29; 14 16. 22.38.44. 
68 . 68 . 73. 80. 81. 87. 
XQoppTHtopBvl Lond.InT.-Nr.1807 b. 
xg6g c. Gen. (%Qbg xtxxgbg, firjxgdg) 
1164; 18 62. 

c. Dat (xgbg r$ mit Inf.) 4 24. 
37; 8 20; 9 72; 11 47. 69; 12 
87; 18 40. 

c.Acc. 183.42.64.66; 621.89; 
7 48. 82. 88 ; 8 28; 9 41; 10 V.; 

11 20; 14 24. 29. 47. 48. 66 . 64. 

Monotoner Papyri I, 


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201 


64.66.65.86; 14V . — (xgbg dXXif- 
Xovff)4l9; 77;962; 1188; 1281; 
18 32; 14 52. 67; 15 1 ; 16 24.— 
(xgbg &6(pdUictp) 9 87; 1166; 
18 66 ; 1513; 16 40. — (xgbg 
it&öap ßaßcdwenv) 18 39. — (ngbg 
xrjp dpmxigap ätifyrjcip) 7 47. — 
(xgbg xijp ävpcepiv xfjg xgdsmg 
oder ähnlich) 417. 7 40. 9 60. 
1138; 12 31. — (xgbg iavxovg) 
6 32. 79. — (xgbg xb xs%ccgioii4- 
pop) 6 46. 69. — (xgbg xb mit 
Inf.) 15 4; 16 28. — (Adv.) 144. 
xgoödynp 108 . 
xgottiXavöig 6 49; 14 27. 
xgo<fig%86&ai 6 10. 28. 69; 18 10. 
xgoGr\yogLa 2 7. 
xgotrifxstp 1 86. 
xgo6r\palpHP 18 41. 
xgoöUff&ai 6 60. 
xgouxx&a&cu 6 2 . 8 . 
xgoGfuxgxvgstp [Lond. Inv. - Nr. 

1808a, 11]; 117; [18 6 ]. 
xgoGOfioXoystp 7 76; 9 49. 
xgouxagaxetö&ca 15 6 . 
xgoaxdGGnp 2 14. 

XQbaxifLOP 7 88 ; 1167; 14 76. 91.98. 
xgoGxgißeiv 6 66 ; 14 81. 
xgoctpogd (vgl. Ind. VI) Lond. Inv.- 
Nr. 1816a, 3; 8 6 . 14. 28. 
xgbomxop 446; 666 ; 7 24.66.59; 
992; 1019; 1168; 1837.68.69; 
14 71. 86 . 89. — (ix ngocdxov 
vgL ix; xaxcc xgbaoaxov vgl. 
xaxa). 

xgbxocetg 6 80. 

XQOxdcuHP 6 76; 18 66 ; 14 90. 
xg6<paöig 6 27; 9 68 . 
xgotpigtip 8 8 ; 7 66 ; 9 90; 1018; 

1166; 12 49; 18 66 ; I4 86 . 
xg6%gaue 117. 84. 
xgvfiprj 4 12 . 
xgdnjp 11 20 . 
xgobga 4 12 . 

xgantfopxag (vgL Ind.V) 2 1 . 
xq&xoi (vgl. Ind.V) 120. 
ng&xog Lond. Inv.-Nr. 1807 a 1 ; 7 
4; 11 26. 27; 12 20. 22. — (xg&- 
xop \Up) 1 80. 48. 


xgaxoxvnmg 7 44. 

xvX&p 9 98; 1119; 1216. 

xmUlv [4 27]; 9 74; 1149; 12 39; 

18 46; 15 7; 16 30. 

*Ä*ore 147; 7 67; 8 3; 18 37. 

(ydiovgyia (P.: ga&iovgyetcc) 18 18 . 
g^lirj s. Ind. IV 2 . 

Qcovvvva i 7 72; 8 8 . 

tfctOffoOv 18 20. 28. 74. 
öapidoQp 4 11 . 
aßsppvvai 143; 14 87. 
aeßdapiog (vgl. Ind. VI) 131. 44; 

4 4; 9 21 ; 1816. 
ctnxbg (vgl. Ind. VI) 126. 
ffij^gop 4 8 ; 811; 9 26; 1114; 

1210; 1817; 16 4. 
öiyy(ovXagiog) (vgL Ind.V) 7 93. 
6idi\go$g 4 18. 

Gxatpog 4 48; 5 V. 1 . 
tfxojwr* Lond.Inv.-Nr. 1807f.; 664. 
axoxbg 4 8 ; 919; 128; 1811. 
axvxstg (vgl. Ind. IV 2 ) 8 19 (P.; 

GxtxBtop) ; 16 8 . 
öxigfuc (dlxrjg) 143; 14 88 . 
dxovdtf 8 6 . 

tfraOpdff (ßcQ&pa xal öxa&fuf') s. 
Ind. VH 2 . 

6xavgbg (vgL Ind. VT) 7 91. 
oxiyn 8 13. 16; 9 83. 84. 96; 1126. 

26. 27. 28; 12 20. 21. 22. 28. 
axBpbg 11 31; 12 26. 
oxigynp 7 80; 8 86 ; 18 63. 
GX0i%8tp 167; 219; 8 14; [4 60J; 
840; 9101; 10 22 ; 1172; 12 
54; 18 76; 14108. 
ar6fuc ({p ax6fiatt) 9 67; 1184; 
12 27; 18 31. 

oxgaxevGiftop (vgl. lnd.V) 164. 
GxgaxijXaxrjg (vgl. Ind. V) 2 6 . 
axgaxeLa (P.: exgeexta) (vgl. Ind.V) 
216. 19; 2 V. 
öXQccxidtxijg 8 . Ind.V. 
ovyygaqn J 18 38. 

ovyxXriQOvbpog (P: gvpx Xrjgopofiog) 

612 . 

avyxvgetp (P: ßvyxrjgovvxav) 911; 
11 63. 

ffvfißiog (fern.) Lond. Inv.-Nr. 1799, 
26 


Original from 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 




202 


Index 


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9; 1803a, 12; 6 E. 2; 7 14. 78; 
9 27; 12 5; 18 8 . 18.25. 35. 41; 
14 65. 68 . 

övußoXaioyQdyog (vgl. Ind.V) 7 97; 
14111. 

övpßbXcuop 18 64. 

0vmiat(fla (P.: 6vp(isxQta) 6 39. 
avfi.niXQdöx§ip 1118; 12 15. 
ovfiTcX-qQoaais 8 5 (P.: <svprdriQto6tf ); 
1455. 

6v\Lit6aiov 812. 16; 9 31. 36. 95; 

1126. 28; 12 21 . 23. 
0vfjLtpiQO7touta&(xi 127. 
ovtupmveiv Lond. Inv.-Nr. 1799,12; 
4 19; 6 78. 82; 9 62; 11 39; 12 
30; 18 82; [15 1]; 1824. 
avv (c. Dat.) 4 12; 9 34. 47. 98; 16 
37. — (aitp Ot£) 2 6.16; Lond. 
Inv.-Nr. 1799, 9; 7 90. 96. — (abp 
navxl d« taltp) 11 70; 18 48. 44. 
— (c. Gen. statt Dat.) 414. 26. 
övvcuvetv 14; 14 82. 51. 
awdnxa» 16 9. 

avvagioxm 4 20 ; 741; 9 62; 1139; 

12 31; 18 32; 15 2 ; 16 24. 
cwaQnayrf 130; 4 1 ; 916; 11 10 ; 

12 7; 1818; 14 61. 
avvaidncig 6 24. 66 ; 8 9; 9 20; 11 
13; 12 9; 1812; 16 3. 
owiXavveip 18 70. 

< ivv»Qyd£i<sd‘cu 118. 
ovvfyzsa&ai 6 4. 

tfvpwdoxilp 1 [ 6 ]. 67 (P.: tiqvsv- 
äoxov^tyrje). 
ovvijyoQtlP 6 46. 

8 82. 

avvoXog (xb cvpoXop) 121; 7 82; 

946. 58. 86 ; 11 84; 12 28; 1824. 
övpoq&p 120; 6 66.84; 1840; 1444. 
üvpxdaaeiv 161. — (nvwxdtjetG&cu) 
629. 

avpxUhö&ai 6 22. 33. 78. 
awfiiUtv 619. 

ovffdnxeip (P: awgaipcu) 6 68 . 
6%oipIqv 414. 

6%oXaottx6g (vgl. Ind. V) Lond. Inv.- 
Nr. 1807a, 2 ; 6 84. 

<fanutxl£np 8 21 ; 4 58; 8 50. 
ffa>paxix6g (Sgxoe, vgL Ind.VI) 6 56. 


aq>g 8 8 . 

öatijQ (vgl. Ind. VI) [18 1 ]; 14 1 . 

va&ig (vgL Ind.V) 7 93. 
xdxxtiv 1 87. 87. 
xa%og 1843. 

xeigmp (vgl. Ind.V u. VIII) 2 2 .V.; 

[Lond. Inv.-Nr. 1803 a, 8 ]; 4 48. 
xityog (vgl. Ind. IV 2 ) 18 28; 16 16. 
xixvop 4 29; 7 20 ; 9 74; 11 49. 63; 

12 89. 42; 18 47. 62. 53. 
xdXeiog 4 21. 41. [49]; 6 77; 964. 
88 .100; 11 40. 64. 71; 12 82. 32. 
53; 18 34.66.76; [15 8 . 10]; 16 
26. 35. 

xtXeiotip 1 64; 12 69. 
xtXtvxij 7 21; 8 6 . 16. 21 . 24. 
xiXog 114; 18 70. — (Adv.) 7 84. 
xkctQxog 2 11 ; 7 85. 88 ; 8 18. 16; 

9 83. 38. 89. 96; 10 3. 4. 
xtx gdymvog 18 30. 
xexQdxXevQog 1881. 
xi%pr\ {vavtixi j) 118. 
xriQStv 12 48. 

xt&ipcu 16 32. — (xi&ea&ca) 1 57. 
62; 2 19; 8 12; 4 44. 68 ; 7 6 . 86 . 
92.94.96; 8 29. 39; 9105.110; 
1016. 21; 11 76. 76. 78. 80. 81; 
18 81; 14 6 . 108. 

vipij 4 19. 22 . 36. 41. 49; 5 V.; 9 
62.64.88.100; 1138.41.68.64. 
71; 11V.; 12 81. 82. 46. 68 ; 18 
32. 84.66. 76; 15 1. 3.10.16; 16 
23. 25. 86 . 43. 

xlfuog 7 22 . — (rifuot. öxavqoi vgl. 

Ind. VI) 7 91. 
xolpw 1 25; 6 82. 
xot%og 18 29; 16 18. 82. 
xoio&xog 7 41; 14 27. 
xoXttäp 11 66 . 

x6nog 6 42. 50. 69; 8 20. 21; 1867; 
1417; 15 1(?). 

xonoxriQiyt^g (vgL Ind.V) 6 11 . 28. 
48; 1419. 

TotroOrof (ob xoooQxop Saov) 6 72. 
x6xb 6 29; 9 6 . 

XQttg passim; (oi XQttg) 15. 
tqidg (vgL Ind.VI) 4 6 ; 7 64; 8 36; 
1494. 


XQißoOvog (vgL Ind.V u.VIII) 6 10. 
XQITCOVQIVTI (?) 18 22. 
xQiexcudixccxog 210; Lond. Inv.-Nr. 

1799,4; 1807 a, 3. 
xQUfiiiyiczog (• btQyixtig, der Kaiser) 
(vgl. Ind. III) 211. 

XQtxog Lond.Inv.-Nr. 1803a, 6; 6 6. 
6. 7. 12. 29. 76; 9 3. 8; 10 12. 
14; 118. 28; 12 23. — (&pd xb 
xqLxov) 6 24. — (xqLtov = */,) 
1010. 22; 18 33. 56. 75. 
xg6*og 140; 7 67; 8 22. 28. 31; 9 
76.82; 1240. 41; 18 48. 48. 66; 
14 67. 73. 74; 15 7. 9; 16 80. 33. 
84. 

xvyzdvBiP 111; 8 2; 14 98; 1619. 
xvxog 87. 

xvtpXdg 1181; 12 26. 
xtzn 12 47; 18 80; 14 33. 

vUg 164; 2 2; 8 11; Lond. Inv.- 
Nr. 1803a, 11; 4 64; 6 [6]. 9. 16. 
82. 86. 49. 62. 67. 71. 76; 7 9. 10; 
82; 99; 106.9; 118; 124; 18 
7; 14 9. 14; 18 al. 

0Jli| 4 16. 26. 

bxayoQtvHP 9 68; 11 34; 12 27; 
18 31; 16 22. 

bxaQX *** 4 9; 9 30. 94; 1014; 11 
16.18. 70; 12 18. 16. 61; 18 20 ; 
14 78. 79; 16 5. 9. 
bxaxtla (vgl. Ind. ID) 12; 2 12 ; 
Lond. Inv.-Nr.1799,1; [1803a, 6 ]; 
10 8 ; 11 2\ 121; 188; 14 4. 
bxpvapxtop (c. Gen.) 7 68 . 
bxig (c. Gen.) 7 13. 13.77; 10 10 . 
16; 14 62. — (bxoygdcpup bniq 
xivog n. &.) 1 8 . 62. 69; 2 21 ; 8 9. 
16; Lond.Inv.-Nr. 1808a, 9; 446. 
[61]; 7 90; 8 38. 42; 9 7. 90. 
102; 10 18. 24; 11 6 . 67. 74; 12 
49. 66 ; 18 [ 6 ]. 67. 78; 14 104; 
16 18. 18; 16 40. 46. — (bnkg 
ifU statt iftoü) 10 10 . — 
(ßnxhQ £r\nlag) 14 46. — (bxhg 
dxaXXayfjg) 6 77. — (bitkQ xfjg 
TdnQOPOfUag) 7 87. — (bxhff ffvv- 
Oijx&v naQttßdaemg) 8 32. — 


Gougle 


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UNIVERSSTY OF MICHtGAN 



X. Griechischer Wortindex 


203 


(vx^q atgarsvalfiov) 154.— (ixkq 
vfjg fiolQceg) 6 63. — (fixI q toO 
<sv(inscpG)V7iiiivov ...) Lond.Inv.- 
Nr. 1799, 12 ; (iv£%ta&(U vnig 
wog) 6 68 . 
fmaQßaivw 9 67. 
vitiQ&8<sig 8 6 . 
fcuQOQiog 7 60; 14 70. 83. 
ünsQOxrf (vgL Ind.V) 2 18. 
vntQCpviöxatog (vgL Ind.Y) 2 6 . 
i>x6 1827. 
inoßoTi&og (?) 7 89. 
vxoyQatpsiP 18.52; 2 2 ; 8 9; [Lond. 
Inv.-Nr. 1803 a, 10 ]; 445; 8 38; 
9 7. 90; 1019; 116. 67; 12 49; 
18 6 . 67; 1514; 16 40. 
i)7coyQcc(p84g 1 7; Lond. Inv.-Nr. 

1803a,9; 96; 115; [122]; [185]. 
vxoyQatpi j 1 52; 8 9; 4 44; 8 88 ; 
9 90; 1018; 1167; 12 49. 69(?); 
18 67; 1513; 16 39. 
vjftösaig 1 48.48; 7 61; 1155; 

14 30. 40. 
ixofrijxij 14 97. 
faroxeftfOat 8 4; 14 90. 
ttxoXstxaiv 1 14. 16. 24. 34; 9 46. 

59; 1134; 12 28; 18 24; 16 23. 
üxoxiociov 11 27; 12 22 . 
<>x6(txaaig 8 8 ; 4 86 ; 619; 7 79; 
18 62; 17 10 . 

ixoxäxttiv 7 16; Lond. Inv.-Nr. 

1807 a, 2; 14 15. 
forortoeröat 14 96. 
votsqov 6 26. 
ityoff 18 45. 

cpcdvtofrcu 1 48. 
q>avcu (hptj) 14 27. 


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<pduxBip 116. 

(pccvlog 4 2; 917; 14 62. 
tpfysip 6 26; 14101. 

(psvytiv (ij <pevyovoa) 6 44. 
q>ixoxijdcdog 4 11. 
cpiXuyce&ta 6 72. 

9(lax0^o}7roraros(vomK&iser) (vgl. 

Ind. III) 2 11. 

(pihxtbg 14 52. 
tpiXoxaXslv 4 28. 

<pilog 7 34. 

(pirXovtixla (P.: (piXopixtta ) 119. 22. 
qpd/foff ISO; 213; 914; 1110; 127; 
1812. 

<pgixx6g (vgl. Ind.Yl) 125; 4 4; 9 

21 . 

(pQLxmdiaxccxog (vgl. Ind. YI) 18 14. 
VQOvstv 8 7. 
tpQOvxig 2 1. 

cpQOVQiov (vgl. Ind. IY2) 2 1; 616; 
818; 9 86.54; 1122; 1218; 18 
22; 16 7. 

(pvXaxxiLv 4 47; 6 65. 72; 7 63. 84; 
18 70.70; 14 93. 

XccIqhv (Gruß) 111; 2 3; Lond. Inv.- 
Nr. 1799,10; [1803a, 14]; 912; 
10 7; 11 8; 12 6; 18 9; 16 2; 
[18 a 2 ]. 

XaXxcofia 6 26. 34. 

ZccQi&C&at 4 29; 6 46.59; 9 74; 

1149; 18 46; 15 7; 16 30. 

X<£qw (c. Gen.) 7 48; 14 80. 

X sIq 4 28. 23; 7 91; 9 69. 69; 11 
41. 42; 12 33. 34; 18 86. 36; [15 
4. 4]; 16 27; 17 11. — (diot *«- 
q6s vgl. dtd; elg %slga vgl. alg). 
X»iQoyQa(palv(P .: QoyQaipcu) 108 . 


Xi}Q8V8tv 8 39; 10 6; 11 V. 

%py 8. Ind.Yl. 

ZQäß&cu 114; 4 30; 6 70; 9 75; 

12 40; 18 47. 

ZQsl a 9 66. 

ZQ^og 8 6 . 

ZQ8<oaxslv Lond. Inv.-Nr. 1799,12; 

7 24; 1012; 18a8. 

ZQiffco&cu (st. %Q&6&at) 16 31. 
ZQiJficcxifciv 4 27; 9 5. 23; 11 6. 
ZQTjfuxuxdg 7 61. 

ZQfjvai 6 27. 

ZQf)Q* 11 27. — (xztfQt) 12 22. 
ZQTjcxijQiov 9 35. 48. 98. 99; 1119. 

30. 36. 63; 1216. 25. 29. 62. 
ZQioxiavög (vgl. Ind. VI) 8 86. 
ZQorog 9 30. 81; 1211; 1819. 39. 

65. 67; 14 69. 75; 16 5. 

ZQvaiov s. Ind. VII 2. 

ZQvo6g 8. Ind. VII 2. 

ZQvcoüg 7 74. 

Zv&q* 6 70. 

Z&Q<* (4 ^ißaimv Z°°Q a ) 2 7. 
%a>Q8lv 1846. 

ZaQlg (c. Gen.) 7 8; 9 4. 93; 14 60. 

divslrtcu 4 22; 9 65; 1141; 1215. 

83; 18 85. 74; 15 8; 16 18. 26. 
o»viJ 18 27; 1613. 

&vuxx6g [Lond. Inv.-Nr.1803 a, 11]; 

9 13. 27; 18 7.10.14.18. 88. 64. 
dtaavsl (Adv.) 1 12. 

&<sx8 qbI 4 13. 

&OT8 1 23; 6 19. 27. 79; 7 26. 86. 

51; 10 8. 14; 14 46. 62. 

JiysXslv 7 68; 11 67; 12 44 (P.: 
oqpsiXeöiisr statt aqptXrjesiv ); 14 
75. 


26* 


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